Juhu alle zusammen,
und damit wäre wieder ein Kapi fertig. Diesmal gehts etwas fröhlicher zu. Viel Spaß beim Lesen.
Reni: Danke für deinen netten Komi. DD wird nach dieser Sache erstmal seine Wunden lecken und sich etwas zurückhalten, um Harry nicht noch mehr zu verärgern. +ggg+
GLG angeltears-and-deviljoy
29. Geburtstag
Schweigend gingen die beiden vom Lehrerzimmer zurück in Severus Räume. Harry konnte immer noch nicht so richtig glauben, was im Hauptquatier gerade passiert war. Er hatte Dumbledore vertraut und in ihm einen Mentor und Beschützer gesehen. Doch dieses Bild hatte seit dem Tod von Sirius und schließlich im Seelenspiegel deutliche Risse bekommen und war nun gänzlich in sich zusammen gebrochen. Stattdessen nahm Severus nun langsam diese Rolle ein.
Plötzlich brach der Slytherin das Schweigen: „Meister? Darf ich fragen, wie meine Strafe aussehen wird? Der Orden wird für meinen Angriff auf den Schulleiter sicherlich entsprechende Maßnahmen erwarten." Langsam drehte sich Harry um und antwortete: „Was der Orden in dieser Sache denkt, ist mir gerade absolut egal. Du hast verhindert, dass Dumbledore unerlaubt in meine Gedanken eindringt und dafür hast du dir eigentlich eher eine Belohnung verdient." Mit diesen Worten holte er den Zauberstab seines Lehrers hervor und gab ihn ihm zurück.
Schließlich standen sie vor Severus Räumen und der Gryffindor musste sich stark zusammenreißen, um nicht zu grinsen. Er öffnete schnell die Tür und schob seinen Lehrer kurzerhand über die Schwelle. In dem Moment ertönte auch schon ein dreistimmiges „Alles Gute zum Geburtstag". Völlig überrumpelt, starrte der Slytherin auf den Tisch, der schon fertig gedeckt war. In der Mitte thronte eine große Torte mit vielen Kerzen und ein paar Schlangen als Dekorierung.
Unsicher blickte Severus von einem zum anderen und schließlich brach Hermine die Stille und überreichte ihm lächelnd eine kleine Phiole mit einer tiefroten Flüssigkeit. „Ich war vorhin kurz in ihrem Labor und habe das schnell zusammengebraut. Es liegt auch alles wieder sauber an seinem Platz. Mir ist nämlich gestern etwas eingefallen und ich hab es auch schon an einigen Haaren aus ihrer Bürste ausprobiert ..." Sie unterbrach ihren Redefluss jedoch, als sie den erstaunten Gesichtsausdruck ihres ehemaligen Lehrers bemerkte. Dieser entkorkte das Fläschchen und schnupperte vorsichtig daran. Man konnte regelrecht sehen, wie es in seinem Kopf arbeitete und langsam die Erkenntnis zu ihm durchdrang.
Schließlich fragte er Harry: „Dürfte ich kurz im Bad verschwinden, Meister? Es wird auch nicht lange dauern." Der Gryffindor nickte nur, da er genauso wie Ron nicht wirklich wusste, was gerade vor sich ging. Als der Slytherin verschwunden war und nur leises Wasserrauschen aus dem Bad drang, schauten die beiden Jungs ihre Freundin fragend an. Hermine fing nur an zu grinsen und erklärte den beiden: „Im Seelenspiegel gab es doch diese Szene, in der er als kleiner Junge eine der flüssigen Zaubertrankzutaten in die Haare bekommen hatte. Das war ein spezieller Katalysator, der bei komplizierten Tränken verwendet wird. Er sorgt dafür, dass die einzelnen Zutaten sich schneller miteinander verbinden, ohne die eigentliche Wirkung des fertigen Trankes zu beeinflussen. In Professor Snapes Haaren ist das gleiche passiert. Die Dämpfe beim Brauen wurden praktisch angezogen und bildeten eine fettige Schicht, die selbst durch tägliches Waschen nicht mehr wegging. Der rote Trank beinhaltet den Inhibitor für den Katalysator und noch einige Stoffe zum Herauslösen der festgesetzten Dämpfe, sowie ein paar Pflegemittel."
Die beiden Gryffindor schauten sie nur entgeistert an, bis Ron endlich ein „Wow" hervorbrachte. Sie mussten schließlich nicht mehr lange warten, bis Severus wieder aus dem Bad kam. Diesmal kam das „Wow" von Harry. Die Haare des Slytherin hatten ihren fettigen Glanz verloren und sahen stattdessen weich und sauber aus. Während ihre Freunde immer noch ein wenig dümmlich aus der Wäsche guckten, ging Hermine freudestrahlend auf ihn zu und meinte: „Es hat wirklich fantastisch funktioniert. Da muss sich über die Jahre viel angesammelt haben." Er nickte ihr dankbar zu und deutete eine leichte Verbeugung an.
Schließlich räusperte sich Ron und sagte: „Wie wärs, wenn wir weiter machen? Wir haben nämlich noch etwas." Damit zeigte er auf das Päckchen neben der Torte und man konnte ihm seine freudige Erwartung regelrecht ansehen. Langsam ging Severus zum Tisch und nahm das Geschenk andächtig in die Hand. Vorsichtig strich er darüber und lächelte dann traurig: „Es ist schon so lange her, dass jemand daran gedacht hat." Dann entfernte er behutsam die Schleife und nahm sich auch sonst viel Zeit beim Auspacken, ganz so als ob er diesen Moment so lange wie möglich auskosten wollte. Als endlich das Schachbrett zum Vorschein kam, schaute er verblüfft und sprachlos zu den drei Schülern.
In diesem Augenblick klopfte es laut an die Tür und die vier schauten sich alarmiert an. Harry zückte seinen Zauberstab und öffnete vorsichtig die Tür. Es standen jedoch keine Ordensmitglieder davor, sondern Professor Tepes mit Fawkes auf seiner Schulter: „Ich dachte mir schon, dass Sie hier sein würden, Mr. Potter. Ist das Geburtstagskind auch da?" Der Gryffindor konnte nur nicken und starrte überrascht auf den Phönix. Sein Lehrer bemerkte seinen Blick natürlich und fügte erklärend hinzu: „Er ist mir auf dem Weg hierher begegnet und hat sich auch sofort auf mir niedergelassen. Er ließ sich beim besten Willen nicht mehr abschütteln."
Plötzlich stieß der Vogel eine Reihe hoher Töne aus und flog in einem eleganten Bogen durch den Raum bevor er sich auf dem Tisch vor Severus niederließ. Auffordernd schaute er den Slytherin mit intelligenten Augen an und sang leise vor sich hin. Dieser suchte den Blick seines Meisters und beide bestätigten den Gedanken des anderen: Fawkes war aus eigenem Antrieb hier, da Dumbledore ihn niemals nach den Ereignissen des Nachmittags zu ihnen geschickt hätte. Langsam streckte Severus die Hand nach dem schönen Tier aus, aber er hielt vor dem Ziel unsicher inne. Er überwand das letzte Stückchen erst, als Harry leise meinte: „Er wird nicht in Flammen aufgehen. Keiner hat es so sehr verdient wie du, Fawkes zu berühren."
Das Gefieder fühlte sich unglaublich weich auf seiner Haut an und er spürte wie sich eine warme Energiewelle in seinem Arm nach oben ausbreitete. Die Gleichgültigkeit und Resignation der vergangenen Tage wurde von ihr weggespült und mit einem Mal erkannte er, dass sich hier Menschen befanden, die sich wirklich um ihn sorgten. Die drei Gryffindor hatten ihn aus seiner Gedankenhölle befreit und verstanden ihn aus diesem Grund besser, als je ein anderer vor ihnen. Er brauchte ihnen nichts zu erklären, da sie das meiste eh schon wussten. Er schaute wieder zu seinem Meister und plötzlich spürte er das gleiche Gefühl wie damals bei seinem ersten Treffen mit Voldemort. Dieser junge Mann hielt sein Leben in seiner Hand, aber es erschreckte ihn nun nicht mehr.
Plötzlich war da mehr als nur das Sklavenband, aber er konnte es nicht wirklich einschätzen. Er wusste nur, dass Harry Familie bedeutete. Severus fühlte sich mit einem Mal sehr alt und gleichzeitig jung. Er merkte, wie die Magie des Phönix an etwas in seinem Innern zerrte. In seinem Kopf baute sich ein unglaublicher Druck auf. Er glaubte schon, dass sein Schädel platzen müsste, als sich etwas löste und der Druck zumindest ein wenig besser wurde. Aber bevor sich der ganze Druck auflösen konnte, merkte er wie seine Hand sich langsam von dem Gefieder löste und er bewusstlos zu Boden stürzte.
