Titel: Den Jäger erlegen

Autorin: Sleepy Tiger

Email: lapoetica@hotmail.com

Warnung: extralarge!

Disclaimer: Lord of the Rings © J.R.R. Tolkien

28. Kapitel: Exotische Gewürze

Sie war erst zwei Tage im Palast und sie haßte bereits jeden und alles hier.

Seit zwei Tagen hatte sie nichts anderes getan, als Weinkrüge und Gläser hin und her zu tragen. Die oberste Haushälterin schien es sich zum Ziel gemacht zu haben, Asani bzw. Anini binnen zwei Tage zum perfekten Serviermädchen auszubilden. Es gab einfach keine Möglichkeiten sich davon zu machen und nach einem ominösen Sklavenhändler zu suchen. Sie wurde überall eingesetzt, wo immer den hohen Herrschaften serviert werden sollte. Erst gestern war sie fünf Stunden im Audienzsaal für Wein und Wasser zuständig gewesen, während König Aragorn und die Kerrigans dem Volk Audienzen gaben. Die oberste Haushälterin war von ihrer Disziplin so begeistert, daß sie heute als Weinmädchen einsetzte.

Vor dem großen und abschließenden Fest gab es einen Empfang für den Adel im Audienzsaal. Momentan wartete man auf die Rückkehr des Königs, der seit Mittag auf allen Plätzen der Stadt vorbeischaute und mit seinem Volk anstieß. Vater und Sohn Kerrigan, Gandalf, Sam, Frodo, Legolas und einige Gardisten begleitete ihn bei diesem Rundgang. Merry, Pippin und Gimli waren zurück geblieben. Die ersten beiden wegen den leckeren Häppchen, die gerade im Saal gereicht wurden, und Gimli, um auf die Hobbits aufzupassen.

Murrend schlich sich Asani zu einen der hohen Fenster und setzte die schwere Weinkaraffe ab. Die wievielte war das jetzt? Die zwölfte oder doch erst die zehnte? Wenn sie so weiter machte, würde sie nie irgendwelche Nachforschungen machen können. Es war auch so schon schwer genug, weil so viele Menschen im Palast waren, daß kein Schritt und kein Atemzug unbemerkt blieb. Sie öffnete den steifen Kragen ihrer neuen Uniform und steckte den Kopf aus dem Fenster, um auf den eleganten Hof zu schauen. Draußen sah es auch nicht besser aus. Überall Menschen, die beschäftigt hin und her rannten oder die Bühne für die Musiker bauten. Nach dem Essen sollte auf dem Hof getanzt werden anstatt im Saal, wie es immer üblich war. Außerdem gingen Gerüchte um, daß Gandalf eine Überraschung hätte...

"Verzeihung? Ich hätte gern etwas Wein bitte", sagte eine freundliche Stimme hinter ihr. In einer Geste schloß sie ihren Kragen, hob die Karaffe und zauberte ein viel zu fröhliches Lächeln auf ihr Gesicht, ehe sie sich umdrehte. Aber sie sah erst einmal niemanden.

"Wir sind hier", sagte die Stimme von weiter unten. Erstaunt senkte sie ihren Blick und sah direkt in Pippins lächelnde Augen. Neben ihm stand Merry, der ihr grinsend sein Glas hinhielt.

"Aber ja natürlich, sir", flötete sie und mied jeden weiteren direkten Blick, während sie den beiden Hobbits einschenkte.

Es war schon eine Überraschung gewesen, daß die fünf hohen Gäste, die mit den 70 Gardisten des Königs gekommen waren, sich als die Hobbits und Gandalf herausstellten.

Aus irgendeinem Grund waren diese Fünf gekommen. Asani hatte bis jetzt leider nicht erfahren können, warum. Denn die Unterredung zwischen den neuen Gästen, Aragorn, Legolas und Gimli fand im Geheimen statt. Servierpersonal war unerwünscht gewesen. Sogar Lord Kerrigan III. und sein Sohn wurden von dieser Konferenz ausgeschlossen. Asani wußte nur, daß Legolas allen von ihrer neuen Rolle erzählt haben mußte, denn nach diesem Treffen behandelten sie alle wie eine Fremde. König Aragorn schien auch mit Legolas' Entscheidung zufrieden zu sein. Es hatte bis jetzt kein Abmarschbefehl gegeben.

"Ein schwerer Krug, nicht wahr?" fragte Pippin mitleidig. Er hatte seine Stimme zu einem Flüstern gesenkt. Dabei blickte er sich vorsichtig um, als wäre ihm verboten worden, mit ihr zu sprechen.

"Er ist auch nicht schwerer, als die davor", erwiderte sie ebenso leise.

"Ich helfe Euch!" rief der Hobbit enthusiastisch und trank sein Glas schnell aus, um es ihr wieder hinzuhalten. Er sah mit so strahlenden Augen zu ihr hoch, daß sie lachen mußte.

"Du Trottel!" zischte Merry dem anderen Hobbit zu. "Dann muß sie doch nur wieder zur Küche rennen und ihn auffüllen."

"Stimmt, die Küche ist ja ziemlich weit weg", meinte Pippin dann.

Asani wunderte sich überhaupt nicht, woher der Hobbit wußte, wie weit die Küche entfernt war. Als sie aufblickte, sah sie Gimli auf sie zu kommen. Er wirkte recht finster und seine buschigen Brauen waren mißmutig zusammen gezogen. Es gab keine Begrüßung, nicht einmal ein schroffes Nicken. Er schnaubte leise und murrte die beiden Hobbits gleich an: "Da stehen und laufen noch mehr Leute mit Weinkaraffe herum und ihr rennt schnurstracks an sieben von ihnen vorbei."

"Na ja, das kann schon etwas auffällig gewesen sein", räumte Pippin ein und sah schuldbewußt genug aus, daß der Zwerg nur noch den Kopf schüttelte, anstatt die Gardinenpredigt fortzusetzen.

"Aber sie war die Einzige, die roten Wein in der Karaffe hatte", entgegnete Merry. "Die meisten haben weißen oder nur Wasser."

"Genau, so ist es!" rief Pippin triumphierend und wandte sich etwas unsicher zu Merry. "Ist es so?"

"Woher willst du wissen?" brummte Gimli.

Dieser tippte seine Nase an und meinte arrogant: "Diese Nase irrt sich nie."

Gimlis Bart versteckte das amüsierte Schmunzeln, als er einen Blick in Asanis Karaffe war. "Das genügt jetzt. Sonst gibt es Fragen, ob wir das Mädchen näher kennen."

"Aber sie hat leckeren Wein", meinte Pippin. "Reicht das nicht als Erklärung?"

Gimli schwieg und durchbohrte den Hobbit mit seinen Blicken.

"Ist ja gut", seufzte Pippin und ließ sich noch einmal das Glas von Asani auffüllen. Mit einem höflichen Knicks vor den Hobbits und Gimli wandte sie sich ab und wollte sich wieder zwischen den Adel quetschen, als ein Mann auf sie zu kam. Asani hob die Karaffe einschenkbereit hoch. Aber der Mann hatte anscheinend kein Interesse an Wein, denn er ging an ihr vorbei zu den Fenstern. Asani dachte sich nichts dabei bis noch mehr Leute zu den Fenstern gingen. Einige sehr aufgeregt wirkende Damen stellten sich in die Nähe der Hobbits. Tuschelnd und kichernd wie kleine Mädchen.

"Er ist wirklich gekommen", kicherte eine.

"Er kommt doch immer!" gackerte die andere zurück.

"Ja, er ist es wirklich", erwiderte die eine und klang dabei, als würde sie gleich in Ohnmacht fallen.

Asani und Gimli blickten sich fragend an. Er?

Merry und Pippin stellten sich auf die Zehenspitzen und mußten sich an der Fensterbank hochziehen, um auf den Hof schauen zu können...oder zumindest versuchten sie es. Schließlich machten sie Asani etwas Platz am Fenster. Nicht nur aus reiner Freundlichkeit, sondern weil sie mit ihrer Größe alles überblicken konnte. Daher sahen sie erwartungsvoll zu ihr hoch und fragten: "Was ist da los? Kommt da wer?"

"Es scheint, Aragorn ist zurück", antwortete Gimli geistesabwesend. Er war zwar größer als die Hobbits, aber auch er mußte sich etwas recken und strecken, um etwas zu sehen.

Aber Asani runzelte die Stirn und trat vom Fenster zurück. "Nein, es ist nur Oberon."

Gimlis Unterkiefer fiel herab und er wirbelte sich so heftig zu Asani herum, daß die Zöpfe in seinem Bart gegen ihre Hüften schlugen.

"Oberon? Was macht der hier?" keuchte er entsetzt.

"Wußtet Ihr nicht, daß er kommt?"

Gimli schüttelte vehement den Kopf.

Merry und Pippin wollten sich doch nicht mit einem Bericht abgeben und halfen sich anderweitig. Merry hob den leichteren Pippin hoch und dieser krallte sich am Sims fest. Sein Unterkiefer fiel herunter, als er besagten "Ihn" sah.

Draußen auf dem Hof bildete sich gerade eine kleine Gasse in der Menschenmenge, durch die ein hochgewachsene Elb lächelnd schritt. Oberon Temonis hatte sich für dieses Bankett die Haare glatt legen lassen und man sah keine dünnen Zöpfe oder bunte Perlen in seiner Mähne, nur eine simple silberne Spange, die am Hinterkopf einige Strähnen festhielt. Er trug graue Hose und Schuhe. Ein am Oberkörper enganliegenden Jackenrock aus weißem mit Silber durchwirkten Brokatstoff mit hohen Kragen und silbernen Verschlüssen spannte sich absolut faltenlos über seine breiten Schultern und betonte die schmale Taille und Hüften. Die Rockschöße waren weit geschnitten und flatterten etwas im Wind, was seinem Auftreten etwas gefährlich Verwegenes verlieh.

Zumindest wirkte es so auf die anwesenden Damen. Die eine der kichernden und tuschelnden Damen neben den Hobbits fiel tatsächlich in Ohnmacht. Pippin war ziemlich beeindruckt von der Ausstrahlung dieses Elbens, aber Merry fragte sich, ob die Frau etwas falsches gegessen hatte.

Asani entfernte sicher immer mehr von den Fenstern und schlängelte sich durch die Menge. Oberon. An ihn hatte sie gar nicht mehr gedacht. Sie war so dumm. Wie konnte sie vergessen, daß Oberon zu jeder Feier im Palast als Ehrengast eingeladen war? Sie hatte doch oft genug von ihm zu hören bekommen, welche Vorteile es für einen Elben brachte, einen Sklavenjungen zum Lordtitel zu verhelfen.

Aber vor allem wußte er nicht, was sie hier tat. Vermutlich würde er denken, daß sie als Legolas' Geliebte hier wohnte. Sie wurde blaß bei dem Gedanken, daß er sie womöglich auch so begrüßen würde. Ihre Tarnung wäre für die Katz!

Asani setzte ihre Karaffe irgendwo ab und rannte in Richtung Küche. Irgendwie würde sie es schon schaffen, Oberon aus dem Weg zu gehen. Der Einsatzplan der obersten Haushälterin ließ sich bestimmt etwas verändern.

~*~

Legolas lief über die vielen festlich geschmückten Flure des Palastes, während er mit einer Hand den Gürtel richtete und der anderen sein langes Haar aus dem Kragen hob. Gut gelaunt lächelte und nickte er den Leuten zu, denen er auf seinem Weg zum Festsaal begegnete. Die untergehende Sonne leuchtete golden und tiefrot am Firmament und verwischte immer mehr die Grenzen zwischen Schatten und Licht in den Räumen und Fluren. Die meisten Dienstboten waren damit beschäftigt, die Lampen anzuzünden. Ja, er war sehr, sehr spät dran. Er bog um die Ecke und steuerte das Treppengelände an.

Legolas hatte Aragorn auf seinem Rundgang durch die Stadt begleitet. Mittags waren sie mit Gandalf, Frodo, Sam und vier Gardisten losgegangen und planten, noch drei Stunden vor Sonnenuntergang wieder im Palast zu sein, um den Adel zu begrüßen. Es war schön und gut, wenn ein König keine Berührungsängste mit seinem Volk zeigte. Aber der Adel durfte auch nicht vernachlässigt werden. Aragorns Rundgang hatte jedoch länger gedauert als erwartet und hatte somit seinen Terminplan bedenklich verschoben. Unter vielen Entschuldigungen hatte sich dann die Gruppe zum Palast zurückgezogen und sich für das bevorstehende Bankett vorbereitet.

Legolas schwang sich mit einem eleganten Satz auf das Treppengeländer und rutschte hinunter, anstatt die vielen Treppen hinunter zusteigen. Es ersparte einem erstaunlich viel Zeit und sicherte einem einen bemerkenswerten Auftritt, der einem Prinzen wie ihn leider nicht würdig war. Legolas wollte diesmal eine Ausnahme machen.

Im Erdgeschoß spazierten einige edle Damen und deren Begleiter. Es schien, als wären sie gerade auf dem Weg zum Festsaal. Sie erschreckten sich ziemlich, als der Elbenprinz mit einem Sprung plötzlich vor ihnen stand.

"Guten Abend", sagte er liebenswürdig, verbeugte sich und rannte weiter.

Anfangs hatte er befürchtet, den Weg zum Festsaal nicht finden zu können. Aber bei dem Lärm und den vielen Gästen, die durch die Flure flanierten, war es kein Problem. Vor allem nicht, als er bemerkte, daß man sämtliche Türen zum Saal offen gelassen hatte.

Es war zum Bersten voll. Tisch- und Sitzreihen waren so eng beieinander, daß das Personal kaum Platz hatte. Geschweige die Musiker, die die Gäste während des Essens unterhielten. Und ganz hinten im Saal tafelten die Kerrigans mit den Ehrengästen auf einer dafür eigens gebauten Erhöhung. Es war das reine Chaos, aber Legolas tat sich das Herz bei diesem Anblick auf. Die Freude und das unbändige Glück in diesem Raum war greifbar und sie rissen ihn mit.

Die Menschen, die sein Eintreten bemerkten, jubelten ihn zu und begrüßten ihn stürmisch. Lächelnd nahm er deren Dankesworte und Glückwünsche wofür auch immer entgegen und ging auf die Erhöhung zu. Er sah Frodo winken. Auch Gandalf nickte freundlich. Gimli prostete ihm spöttisch zu und schien ihn wegen seiner Verspätung aufzuziehen. Legolas grinste zurück und drückte hier eine Hand, dankte dort und war sehr erfreut die Bekanntschaft von diesem und jenen Grafen und Fürsten gemacht zu haben.

Jemand ergriff plötzlich seine Hand und forderte mit einem sanften Ziehen seine gesamte Aufmerksamkeit. Mit einem Lächeln drehte er sich um und blickte einer strahlenden Lady Gouldwen ins Gesicht.

"Guten Abend, Hoheit. Ich muß Euch jemanden unbedingt vorstellen!" Ohne auf ein "ja, gerne" oder zumindest "wen denn?" zu warten, zog sie ihn resolut durch die Menge zur Ehrentafel.

Gemeinsam stiegen sie die drei Stufen der Erhöhung hoch und liefen an das andere Ende des Tisches. Lady Gouldwen gestattete ihn aber gnädig, seine Freunde zu begrüßen.

"Wen wollt Ihr mir denn vorstellen?" fragte er die aufgeregte Lady.

"Einen Elben aus Düsterwald", erwiderte sie geheimnisvoll. "Aber er lebt schon seit einer Ewigkeit in Perrigon."

Legolas blickte ihren Hinterkopf erstaunt an. Einen Elben aus Düsterwald? Gab es hier noch einen oder war es...

"Hoheit." Lady Gouldwen war endlich stehen geblieben und stand schräg hinter einem blonden Elben, der neben Sam und Frodo saß. Legolas erkannte ihn zuerst gar nicht wieder, weil er ohne den dunklen Gewändern und Zöpfen so anders aussah. "Darf ich Euch den Ziehvater Lord Kerrigan I. vorstellen? Oberon Temonis."

Oberon wandte bei diesen Worten um und lächelte Legolas liebenswürdig an, ehe er sich Lady Gouldwen zuwandte. "Mylady, schön Euch wiederzusehen. Wen habt Ihr mir da mit gebracht?"

"Herr Temonis, das ist Seine Hoheit Prinz Legolas Grünblatt von Düsterwald", stellte Lady Gouldwen vor.

"Tatsächlich?" Oberon lächelte den Prinzen so unverbindlich an, als sähe er ihn das erste Mal. Legolas verstand und erwiderte das Lächeln freundlich. Es wäre haarsträubend, der Lady zu erklären, woher sich die beiden Elben kennengelernt hatten. Es war allgemein gekannt, daß Elben zu ihren Verbannten jegliche Beziehung brachen. "Der Sohn König Thranduils also."

"Genau der."

"Da Ihr ebenfalls aus Düsterwald seid, dachte ich, ich setze Euch zusammen", fuhr Mylady lächelnd fort. "Wäre es den Herren genehm?"

"Aber natürlich", erwiderte Oberon galant. "Das wäre mir sogar sehr genehm."

Legolas nickte zustimmend und nahm neben Oberon Platz. Lady Gouldwen flatterte wieder davon, als eine Dienerin Probleme in der Küche meldete.

"Ich bin erstaunt, Euch hier anzutreffen", wisperte Legolas Oberon zu.

"Ich werde zu jedem großen Fest in den Palast geladen", erklärte Oberon lässig und sah überall hin, nur nicht zum Prinzen. Für Legolas sah es aus, als suchte er jemanden im Saal. "Es zahlt sich aus, einen kleinen Sklavenjungen zu Ruhm und Titel zu verhelfen. Denkt daran, wenn Ihr jemals verbannt werden solltet."

Bei dem ganzen Essen zeigte sich Oberon Temonis von seiner charmantesten Seite. Er unterhielt sich sehr ausführlich mit Frodo, wobei Legolas nicht eine anzügliche Bemerkung hörte. Es widerstrebte ihm zwar, dem Gespräch zu lauschen, aber Gimli warf ihm immer wieder Blicke zu, als wolle er den Elbenprinzen bitten, auf Oberon und Frodo aufzupassen. Legolas nahm diese Bitte sehr ernst, denn er wußte, wie Oberon sein konnte. Oberons Bemerkung über Zwerge geisterte durch seinen Kopf...

Hin und wieder wurde er aber von einen der Diener unterbrochen, die den nächsten Gang servierten. An der Ehrentafel servierten insgesamt fünf Diener und Dienerinnen. Aber keine von ihnen hatte schwarzes Haar. Er sah sich im Saal um, während er an seinem Glas nippte und Frodos schwärmerische Schilderung vom Auenland mit halben Ohr zu hörte.

Es gab wohl einige Dienerinnen mit schwarzen Haaren. Auch welche mit pechschwarzen Augen. Aber keine von ihnen sah nach einer mürrischen Kriegerin aus. Wo war Asani bloß hin? Sie war doch für den Festsaal eingeteilt worden, oder? War sie vielleicht schon auf der Jagd nach dem Sklavenhändler? Alleine? Legolas rutschte auf seinem Stuhl herum. Sie war doch nicht etwa losgegangen, ohne ihm Bescheid zu sagen, oder? Sie hatte ihm doch etwas versprochen...

"Sie ist da drüben", sagte Oberon plötzlich und schreckte Legolas damit etwas auf. Oberon blickte ihm dabei fest in die Augen und lächelte so sorglos, daß es vom Weiten aussah, als würde er mit den Prinzen nur plaudern. "Asani. Da hinten bei den Gardisten."

Legolas blickte wie zufällig in die Richtung der Gardisten, die nahe der Tür saßen. Da war sie tatsächlich. Sie ging mit einer Karaffe durch die Reihen und goß hier und da nach. Ihr Blick flog immer wieder zu Ehrentafel. Sie sah besonders oft zu Oberon hin. Es schien, als machte ihr der Anblick ihres Vorfahren einige Sorgen.

Legolas' Herz beruhigte sich wieder und nach einer Weile aß er wieder ruhig weiter. Schließlich wandte er sich zu Oberon und flüsterte in Sindarin: "Es tut mir leid, daß ich Euch nicht in die Pläne eingeweiht habe. Aber wir brauchen sie hier, um nach den Sklavenhändler zu suchen."

"Nein, das geht in Ordnung", winkte Oberon lässig ab. "Ich frage mich nur, warum sie hier Serviermädchen ist? Warum ist sie nicht als Eure Geliebte in den Palast gekommen."

"Sie...war dagegen", erwiderte Legolas langsam und verkniff sich das Lächeln, als Oberon überrascht auflachte.

"Das hätte ich mir denken können", grinste der Elb. "Ganz wie ihr Vater..." Aber plötzlich wurde er ernst. "Dann habt ihr auch nicht mehr..." Er unterbrach sich selbst und blickte den Prinz bedeutungsvoll an.

"Was?" Legolas verstand nicht, worauf Oberon hinaus wollte.

"Also, ihr nicht mehr zusammen sozusagen."

Legolas sah den anderen Elben mit zunehmender Verwirrung an.

"Hattet ihr euch mal alleine treffen können?" bohrte Oberon weiter.

"Nein. Es wäre sehr verdächtig gewesen, wenn ich sie allein irgendwo gesprochen hätte", erwiderte der Elbenprinz langsam. Was wollte Oberon?

"Also zwei Tage umsonst verstrichen. Ich muß zu harten Mitteln greifen", murmelte Oberon mit Grabesstimme, die Legolas ziemlich verdutzte. Aber bevor er fragen konnte, was der andere Elb meinte, zauberte dieser ein kleines Döschen aus dem Nichts hervor. Es war sehr schlicht und der Deckel ließ sich anscheinend sehr schwer öffnen. Oberon murrte einige Male, bis er es aufbekam. Legolas sah ihm die ganze Zeit dabei verwirrt zu.

"Was ist das?" fragte er verdutzt, als Oberon den Deckel beiseite gelegt hatte. In diesem Döschen schimmerte ein rötlich-brauner Pulver, der einen schweren süßen Geruch verströmte. Schwer und süß wie eingelegte Früchte.

"Ein sehr exotisches Gewürz", antwortete Oberon mit einem wissenden Lächeln. "Wollt Ihr etwas?"

"Wozu ist das denn gut? Es riecht so süß, daß ich nicht glaube, daß es zu den jetzigen Speisen paßt."

"Der Geruch trügt." Oberon legte den Deckel beiseite und sah sich auf den Tisch nach einem kleinen Löffel um. "Es hat eine sehr interessante Eigenschaft. Es paßt sich dem Charakter der Speisen an und fügt seinen eigenen Zauber hinzu. Man hat das Gefühl, als explodiere der Gaumen vor Freude."

Legolas' Brauen gingen ungläubig in die Höhe. Mißtrauisch beäugte er den Pulver in der kleinen Dose. Aber ohne es zu merken, war er näher an Oberon gerückt und neigte sich etwas, um daran zu schnuppern. "Was genau ist das?"

"Keine Ahnung", gestand der andere Elb.

"Ihr wißt nicht, woraus es besteht und benutzt es trotzdem?" fragte Legolas etwas erstaunt.

"Die Zusammenstellung dieses Gewürzes ist streng geheim." Oberon seufzte theatralisch. "Ich bekomme es immer fertig gemischt. Bis heute ist es mir nicht gelungen, heraus zu finden, aus was es besteht."

"Tatsächlich? Aber schmecken Euch die Speisen nicht, daß Ihr da...nun...nachhelfen müßt?"

"Oh, das hat damit nichts zu tun", wehrte Oberon ab. "Es verstärkt ihren Charakter...man entdeckt dabei gelegentlich den wahren Geschmack der Speisen."

Oberon lächelte noch breiter, als der Prinz ihn noch ungläubiger ansah. "Ah, es läßt sich so schwer erklären. Kommt, probiert ein wenig."

"Nun, ich weiß nicht..."

"Keine Sorge, es wird Euch nicht umbringen", lachte Oberon und löffelte etwas aus dem Döschen. Dann blies er vorsichtig das feine Pulver über Legolas' Teller. Oberon klopfte fein säuberlich verbliebene Pulverkörnchen vom Löffeln in das Döschen. Sorgfältig verschloß er es dann wieder. "Versucht es."

Legolas nahm etwas zögerlich den ersten Bissen und kaute langsam darauf herum. Es schmeckte zuerst wie zuvor. Aber so allmählich machte sich exotische Gewürz bemerkbar. Legolas atmete scharf ein und der "Zauber" traf ihn wie ein Keulenschlag. Stöhnend hielt er sich Mund und Nase zu und kniff die Augen zusammen. Er fing an zu zittern und hustete in die Serviette, während Tränen aus seinen Augen traten und seine Wangen sich immer mehr erhitzten.

Oberon strich ihm beruhigend übers Haar und murmelte einige tröstende Worte. "Es ist alles gut...immer mit der Ruhe, mein Junge...atmet langsam...so ist gut."

Legolas hielt immer noch die Augen geschlossen, weil hinter seinen geschlossenen Lidern ein wahres Feuerwerk aufleuchtete. Er mußte sich zurücklehnen und japste beinahe verzweifelt nach Luft. Um ihn herum hörte er weiter das Klirren von Geschirr, Besteck und Gläser, das Lachen der Leute und deren Gespräche. Irgendwo in diesem Gewirr nahm er auch besorgten Stimmen seiner Freunde wahr.

"Was hat Legolas denn?" fragte Sam etwas ängstlich.

"Hat er sich verschluckt?" wollte Pippin wissen.

"Ist irgendwas nicht in Ordnung?" Frodo, der besorgt aufgesprungen war, legte eine Hand auf seine Schulter und der Prinz fuhr zusammen, als hätte der Hobbit ihn geschlagen. Entsetzt wich Frodo zurück und entschuldigte sich. Legolas wollte ihm sagen, daß alles in Ordnung war, aber er begann nur wieder zu husten.

Aber Oberons schnurrend freundliche Stimme wiegelte alles mit einem Lachen ab. Legolas wurde auf einmal wütend. Was hatte dieser Elb ihm genau gegeben? Das konnte doch nicht nur ein einfaches Gewürz sein. Sein Körper zitterte und er meinte jede Faser seines Seins zu spüren.

Er öffnete langsam die Augen und blinzelte die Tränen weg, während er heftig schluckte und hustete. Er packte Oberons Handgelenk und riß gleich wieder seine Hand zurück. Es kam ihm vor, als hätte er sich an dem Brokatstoff verbrannt. Aber seine Handfläche war so hell und glatt wie immer. Was war bloß los?

Obendrein setzte Oberon ihn außer Gefecht, in dem er einfach seine Hand um Legolas' Nacken legte. Der Elbenprinz zuckte erneut zusammen und biß die Zähne zusammen, um nicht laut aufzustöhnen.

"Ganz ruhig", flüsterte Oberon sanft. "Atmet durch den Mund ein...so ist es gut."

"Was...ist...mit...mir...?" brachte Legolas mühsam hervor. "Was...habt...Ihr..." Der Elbenprinz mußte sich unterbrechen, weil er erneut hustete.

"Sch...langsam...", beruhigte Oberon ihn und reichte ihm einen Kelch mit Wein. "Trinkt das aus, dann geht es Euch besser."

Legolas zögerte. Wenn da auch etwas von diesem Gewürz drin war? Der andere Elb schien seine Gedanken zu kennen und nahm selbst einen Schluck, ehe er ihm den Kelch erneut reichte. Als Oberon nicht rot anlief und hustend nach Luft schnappte, nahm Legolas das Gefäß und trank den Inhalt in einem Zug aus. Tatsächlich brachte es ihm eine gewissen Erleichterung. Er konnte wieder atmen. Aber das unangenehme Kribbeln und Brennen auf seiner Haut blieb.

"Kommt mit." Oberon erhob sich von der Tafel und zog den Prinzen auf die Beine. Legolas gehorchte. Er hörte, wie Oberon die Hobbits am Tisch lächelnd beruhigte, während er ihn entführte. Legolas nahm es den Hobbits nicht übel, daß sie nicht mißtrauisch wurden. Oberon hatte ein Lächeln, der Engel die Flügel abschmeicheln konnte.

Sein Blick war zwar verschwommen und alles schien noch lauter zu sein als sonst, aber er bekam mit, daß Oberon ihn aus dem Festsaal schleppte. Wo wollte er mit ihm hin? Die Geräusche wurden immer leiser und bald vernahm er nur noch ihre Schritte deutlich. Sie hallten unangenehm in seinem Kopf. Es war dunkel und die kühle Nachtluft berührte einige seiner Strähnen. Aber es fühlte sich an, als würde ein Orkan an seinen Haaren ziehen. Er griff fest in Oberons Jacke und zwang ihn, ihn anzusehen, aber der Elb lächelte geheimnisvoll und blickte sich um. Es schien, als suchte er jemanden.

"Mädchen!" rief Oberon dann auf einmal und Legolas sah im Augenwinkel jemanden vor Schreck stolpern. Oberon lachte leise. "Hast wohl gedacht, ich finde dich nicht, wie?"

Legolas kniff die Augen zusammen, als er Schritte hörte. Sie waren leise und eilig, aber sie dröhnten in seinem Kopf. Genauso wie Oberons leises Lachen oder seine Herzschlag.

"Was machst du hier? Hier geht es zu dem Personaltrakt!" zischte eine weibliche Stimme. Legolas' Kopf ruckte hoch und direkt vor ihm stand Asani. Sie sah völlig verstört auf ihn herunter und streckte die Hände nach ihm aus. Aber Legolas wich ihnen aus. Er ertrug jetzt keinerlei Berührungen. Von niemanden. "Was ist los, Legolas?"

"Ihm ist schlecht", erklärte Oberon knapp und schob Legolas in Asanis Arme. "Kümmere dich um ihn."

"Wie bitte?"

Legolas zuckte bei dem Klang ihrer Stimme zusammen, die bei den zwei Worten in die Höhe geschnellt war. Er drückte sein Gesicht dabei unwillkürlich an ihren Hals und entdeckte dabei etwas unglaubliches. Ihre Haut war so köstlich kühl. Er drückte seine Wange fester an ihren Hals und atmete zitternd aus. Ja, das tat gut...

"Legolas!" Bestürzt nahm sie sein Gesicht in die Hände und Legolas glaubte, vor Wohlgefühl zu zerspringen. Ihre Hände waren so weich und...kühl. "Legolas! Was ist mit deinen Augen?" Seine Pupillen waren unnatürlich geweitet. Die blaue Iris war nicht mehr als ein dünner Ring. Seine Augen waren so schwarz wie ihre.

"Psst", zischte Oberon und fuhr im Flüsterton fort, "Sprich leiser. Seine Sinne arbeiten jetzt 10-fach so gut. Also, sei etwas sanfter zu ihm."

"Was?" hauchte sie entsetzt. Auch Legolas blickte Oberon verwirrt an. Er wollte eben die gleiche Frage stellen, aber er schmiegte lieber sein Gesicht an Asanis Hals und Dekolleté. Er fühlte sich so schwach und ihm war so furchtbar heiß. Oberon schien Recht zu haben. Seine Haut schien noch empfindlicher zu sein als sonst. Er spürte jedes noch so leichte Reiben der Kleidung auf seiner Haut. Er hörte jedes Geräusch im ganzen Palast, sah so scharf, daß ihm schwindlig wurde, es stürmten so viele Gerüche auf ihn ein, daß er beinahe ohnmächtig wurde und er schmeckte immer noch den letzten Bissen und den Wein.

"Du solltest ihn an die frische Luft bringen", riet Oberon.

"Nein", preßte Legolas hervor. Ihm erschreckte der Gedanken, inmitten all der Bäumen, Gräser und Blumen zu sitzen oder über den Kies zu gehen, während der laue Abendwind durch ihre Haare strich und die Vögel zwitscherten.

"Nicht?" fragte Asani etwas verwirrt und geriet immer mehr in Panik. "Aber was dann?"

"Ja, die Eindrücke im Garten könnten ihn wahnsinnig machen", murmelte Oberon. "Besser wäre wohl sein Zimmer. Bring ihn am besten ins Bett."

"Ist es wirklich so schlimm, Legolas?" flüsterte Asani besorgt. Der Elb blickte ihr in die Augen und schüttelte den Kopf, aber dann fing er wieder an zu zittern und nickte beschämt.

"Wie kannst du so ruhig bleiben, Oberon?" fragte Asani verzweifelt. Ihre Stimme bebte bedenklich. "Warum hilfst du ihm nicht?"

"Nein, Liebes, das ist nichts schlimmes", beruhigte er sie. "Als ich so jung war, hatte ich das ständig."

"Ja?" Asani schien etwas perplex bei dieser Eröffnung. Legolas stöhnte auf und konnte sich nicht lange genug von Asani lösen, um ihr von Oberons exotischem Gewürz zu erzählen. "Aber warum hat er das?"

"Hin und wieder werden auch Elben von Schwächeanfällen heimgesucht", log Oberon ohne mit der Wimper zu zucken.

"Schwächeanfall?" wiederholte sie ungläubig. "Legolas sieht aus, als würde er gleich sterben."

"Dann solltest ihn schleunigst zu Bett bringen", riet Oberon.

"Ist das wirklich nur ein Schwächeanfall?" fragte sie zaghaft und drückte Legolas Kopf fest an sich.

"Das siehst du doch", meinte Oberon und deutete auf den bibbernden Legolas. "Bring ihn lieber ins Bett."

Asani sah zweifelnd zwischen ihm und Legolas hin und her, bevor sie Legolas Arm um den Hals legte und ihn zu seinem Zimmer brachte. Oberon beobachtete Asani und Legolas, wie sie langsam die Treppen hochstiegen. Dann, als er keine Schritte mehr von ihnen vernahm, gähnte und streckte er sich. Sehr zufrieden lächelnd spazierte er zurück zur Tafel. Aus seiner Hosentasche holte er das kleine Döschen mit dem exotischem Gewürz hervor. Er grinste böse. Von wegen er kannte die Zusammenstellung nicht. Es war seine ureigene Mischung. Das einzige Aphrodisiakum in ganz Mittelerde, das sogar bei einem Elben wirkte. Außerdem hochbegehrt bei alten Menschen und Zwergen und verpönt und verbannt aus den Städten der Elben. Wenn die wüßten, was sie verpaßten...

~*~

Einige Stunden später wurde zum Tanz aufgerufen und man begab sich entweder in den Ballsaal im unteren Geschoß oder auf den Hof, wo bereits die Feier im Gange war. Der König hingegen entschied sich für das Fest auf dem großen Marktplatz. Er wolle gern mit seinem Volk feiern.

Der Saal leerte sich allmählich und die Servierpersonal war gerade bei den Aufräumarbeiten, als Lady Gouldwen hereinkam. Es war schon eine Überraschung, denn jetzt fiel allen ein, daß sie Ihre Ladyschaft während des Essens kaum im Saal gesehen hatte. Sicherlich war sie so beschäftigt mit dem reibungslosen Ablauf der Feier gewesen, daß sie keine Zeit hatte, sich zu amüsieren. Ach, Lady Gouldwen war immer so engagiert. Daher lächelten die Diener Ihre Ladyschaft an, als diese mit einem heiteren Lächeln an ihnen vorbei rauschte.

Innerlich jedoch kochte sie vor Wut.

Dieser dämliche König! Warum mußte er sich so lange mit diesem Pack abgeben? Wegen ihm hatte das Fest erst Stunden später stattfinden können. Der gesamte Planablauf wurde gestört und obendrein waren hier so viele Elben, die Mithril mit sich herum trugen, daß sie um alle einen großen Bogen machen mußte. Dann nervte auch noch dieser Mocalyon. Er wollte dieses kleine nordischen Miststück noch heute abend haben, sonst würde er sie sich selbst holen.

Sie sah sich im beinah leeren Saal um und entdeckte dieses Mädchen nirgends. Schließlich hielt sie eines der Mädchen an. "Wo ist das neue Mädchen?"

"Welches meint denn Mylady?" fragte es zurück.

"Anini."

Das Dienstmädchen hörte auf, die Teller zu stapeln und blickte sich suchend um. "Oh, ist sie noch nicht zurück gekommen?"

Ein unangenehmes Gefühl beschlich Gouldwen. "Zurückgekommen?"

"Sie wurde vor zwei Stunden in den Garten geschickt, um einige Kräuter zu holen."

"Und sie ist nicht zurück gekehrt?" bohrte Gouldwen.

"Nein, Mylady", erwiderte die Angestellte eingeschüchtert. Die sonst so liebe und milde Lady Gouldwen schien auf einmal so kalt und grausam zu sein. Und warum starrte sie so intensiv auf die Stühle von Seiner Hoheit und Herrn Temonis? "Kann...ich noch etwas für Euch tun, Mylady?" Erleichtert atmete das Mädchen aus, als ihre Ladyschaft sie mit einer Geste entließ.

Lady Gouldwen kam zu den Sitzen von Legolas und Oberon und beugte sich mit zusammen gekniffenen Augen über den Tisch. Es schimmerte rötlich auf hellen Tischdecken. Stirnrunzelnd strich sie mit dem Finger darüber und roch daran. Sofort holte sie ein Taschentuch hervor und blies kräftig ihre Nase frei. Angewidert knüllte sie das Taschentuch zusammen. Diese Elben hatten mit Aphrodisiaka herum gespielt! Und dann so ein starkes...bei einer zu hohen Dosierung konnte man an einer Herzattacke sterben. Lady Gouldwen kannte es sehr gut. Schließlich hatte sie bei Saruman alles über Gifte und Drogen lernen können. Vorsichtig fegte sie die Reste des Pulvers von der Decke und atmete dabei durch das Taschentuch. Bei einer geringeren Menge machte es aus schüchternen Mauerblümchen zu lüsternen Nymphen und das konnte sie im Moment nicht gebrauchen.

Aber was machten Elben mit diesem Pulver? Egal wieviel ein Elb davon einnehmen würde, er würde niemals daran sterben. Seine Sinne würden verrückt spielen und möglicherweise stellte sich auch ein gewisser sexueller Hunger ein. Aber beides würde ihn nur fürchterlich auslaugen. Danach wäre alles wieder beim alten. Also warum...

Lady Gouldwen hielt inne.

Das Mädchen war doch die Geliebte des Prinzen und er war in Berührung mit diesem Zeug gekommen...Aber natürlich.

Lächelnd beseitigte sie die letzten Spuren des gefährlichen Liebespulver und warf das Taschentuch ins Feuer, während sie im Kopf alle verschwiegene und einsame Orte des Palastes durchging. Was immer jetzt mit dem Prinzen war. Er würde Morgen früh derart erschöpft sein, daß er seine Geliebte keineswegs beschützen konnte. Gouldwen verbiß sich das Lachen. Wie qualvoll ist es zu wissen, daß die geliebte Person entführt wurde, während man selbst geschlafen hatte?

Ende des 28. Kapitels

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Das war wirklich eine ungeheure schwere Geburt...meine Muse zickt und Windows98 läßt meinen Rechner ständig kleben. Jetzt habe ich wieder Windows95 und meine Soundkarte schießt sich alle 3 Stunden alleine ab...*kriecht in ihr Sauerstoffzelt* Und jetzt hat mein Bruder meinen Schokoladenvorrat gehoben...Das Leben ist ungerecht...*heul*