Nur ein Interlude, Harry macht Fortschritte. Das nächste Mal gehts dann im Düsterwald weiter :)
Wem mein Dank gilt wisst ihr hoffentlich. Würde nur halb soviel Spaß machen, wenn ihr nicht da wärt.
Interlude 6
Nachdem Harry den Schock überwunden hatte, dass Snape entweder bereit war, sehr weit zu gehen, um ihm eine Falle zu stellen, oder seine größte Hilfe sein könnte, kontaktierte er die Kobolde. Während er darauf wartete, dass jemand kam, um ihn abzuholen, dachte er darüber nach, was wahrscheinlicher war. Wenn es keine Falle war, hatte Snape dann keine Angst, Voldemort könne direkt aus Harrys Gedanken erfahren? Die Chance war gering, denn seit dem Vorfall im Ministerium, als er ihn aus seinem Kopf verbannt hatte, hatte er sich heraus gehalten, soweit Harry es beurteilen konnte. Und allein die Tatsache, dass er nicht sofort gefunden worden war, sprach dafür, dass Voldemort Angst vor den Gefühlen hatte, die er nicht begreifen konnte. Dennoch wäre es möglich. Würde Snape dann gute Miene zu bösem Spiel machen und behaupten, dass es nur eine Falle war. Harrys Kopf drehte sich und er seufzte. Slytherins. Es war gut, dass er Verbündete in den Kobolden gefunden hatte, sie würden ihm auch weiterhin Schutz bieten, ganz gleich ob es eine Falle war oder nicht. Es klopfte kurz an der Tür, ehe ein jung wirkender Kobold sie öffnete.
"Mr. Potter, was können wir für sie tun?" Es war unerwartet, von dem Kobold wie ein geschätzter Kunde angesprochen zu werden, nachdem sie ihn bisher mit wenig Respekt behandelt hatten. Lag es daran, dass der Kobold selbst noch jung war, oder lag es daran, dass seine Worte sich als wahr herausgestellt hatten?
"Ich würde gerne mit Direktor Ragnok sprechen, sobald er Zeit hat. Es geht um das Schwert und etwas, wobei ich seine Hilfe benötige." Er griff schon nach seinem Umhang, wartete jedoch damit, ihn überzuziehen und zur Tür zu gehen, um nicht zu aufdringlich zu wirken. Es war schließlich gut möglich, dass Ragnok gerade keine Zeit hatte und er wollte die Kobolde nicht unnötig verärgern. Er hätte sich jedoch keine Sorgen machen müssen. Die Erwähnung des Schwertes reichte aus, damit der Kobold ihn sofort zu Ragnok brachte und dabei sogar eine Unterhaltung des Direktors mit mehren anderen Kobolden unterbrach.
Sobald sie allein waren und die Tür hinter dem letzten Kobold zugefallen war, zog Harry den Umhang aus und grüßte Ragnok, bevor er sich unaufgefordert setzte.
"Ich habe eine Nachricht von Snape bekommen, aber ich vertraue ihm nicht. Er hat gesagt, es gäbe Dinge, die ich nicht wüsste über die Horkruxe, die er mir nur persönlich erzählen würde, und dass er mir Gryffindors Schwert bringen würde, so wie Dumbledore es wollte." Dieses Detail war dem Kobold neu, aber Harry zuckte unter dessen eindringlichem Blick nur mit den Schultern. Warum hätte er erwähnen sollen, dass Dumbledore ihm das Schwert hatte überlassen wollen, wenn er nicht wusste, was damit geschehen war, nachdem der Minister es verhindert hatte. "Ich traue ihm nicht. Aber ihr könntet die Auslieferung des Schwertes von ihm verlangen und ihn dazu auffordern, es persönlich hierher zu bringen. Er ist ein Slytherin, er wird den Zusammenhang verstehen und wenn es keine Falle ist... wenn er trotz der Ermordung Dumbledores auf unserer Seite steht, dann wird er das Schwert mitbringen. Er weiß über die Horkruxe Bescheid und jetzt, nachdem ich weiß, was es mit euren Waffen auf sich hat, verstehe ich, warum Dumbledore es mir geben wollte. Da ihr mir den Dolch geliehen habt, brauche ich das Schwert nicht und wenn er tatsächlich herkommt, könnte ich ohne Risiko mit ihm reden..." Er merkte selbst, dass er plapperte, aber der Kobold ließ den jungen Mann gewähren. Die Zaubererwelt verließ sich auf ihn und die Verantwortung lastete schwer auf ihm, aber für einen Menschen schien er ganz anständig zu sein. Da war es zu verzeihen, wenn er die Nerven verlor, sodass Ragnok darüber hinweg sehen konnte. Als es so wirkte, als ob Harry sich wieder gefasst hatte, hatte Ragnok schon begonnen, ein Schreiben aufzusetzen und nickte Harry zu.
"Falls du Recht hast und er darauf eingeht, werden wir dich benachrichtigen und euch einen abgesicherten Raum zur Verfügung stellen. Ich nehme an, er soll nicht erfahren, dass du dich auch die restliche Zeit hier aufhältst." Es war nicht wirklich eine Frage, eher eine Aussage, da es den Kobolden selbst lieber wäre, wenn nicht zu viele Leute auf die Idee kämen, bei ihnen Unterschlupf zu suchen. Eine maximale Aufenthaltszeit im Verlies wollten sie nicht einführen, da die Zauberer auf jegliche Einschränkungen empört reagierten, aber sollte es sich herum sprechen, wäre es vielleicht von Nöten. Harry nickte nur. Sicher war sicher, selbst wenn sich heraus stellen sollte, das Snape vertrauenswürdig war.
Da es nichts weiter zu besprechen gab, wurde Harry nach einer kurzen Zeit des Schweigens wieder von dem Kobold abgeholt, der ihn aus seinem Verlies begleitet hatte. Nun musste er warten. Er hatte kurz mit dem Gedanken gespielt, Phineas Niggelus zu bitten, Snape auszurichten, mit den Kobolden zu kooperieren, aber falls es sich um eine Falle handelte, würde er damit offenlegen, dass sie ihm halfen. Es war besser, wenn Snape diese Schlüsse selbst zog, machte es leichter, es später zu leugnen.
Die Eule von Gringotts erreichte Snape am Mittag des folgenden Tages, als er im Arbeitszimmer des Schulleiters - noch immer weigerte er sich, es als sein Zimmer zu bezeichnen - saß, und sich fragte, ob er zu viel von Potter erwartete, wenn er hoffte, der Junge würde ihm eine Chance zum Erklären geben. Phineas hatte ihm sofort berichtet, nachdem er mit Harry gesprochen hatte, doch Potter ließ sich Zeit damit, eine Entscheidung zu treffen. Wusste er etwa nicht, dass mit jedem Moment, der verstrich, ein weiterer Schüler Gefahr lief, gefoltert zu werden? Nein, er war ein Gryffindor, er würde nicht tatenlos das Elend geschehen lassen.
Der Brief überraschte ihn und für einen kurzen Moment fragte er sich, ob es ein Zufall sein konnte, dass die Kobolde ausgerechnet jetzt erfahren hatten, dass das Schwert noch immer in Hogwarts war. Es war die Aufforderung, das Schwert persönlich zu überreichen um den guten Willen Hogwarts auszudrücken. Wenn sie es tatsächlich zufällig erfahren hätten, würden sie nun an seine Tür klopfen und nicht gehen, ehe sie das Schwert hatten. Er war gegen seinen Willen beeindruckt. Niemand im Orden war auf die Idee gekommen, die Kobolde um Hilfe zu bitten, da sie von einer Ablehnung und Hohn ausgegangen waren. Was auch immer Potter getan hatte, jetzt kam es ihnen zu gute. Er würde kein Risiko eingehen müssen, indem er die Schule verließ und dadurch Fragen beim Dunklen Lord aufwarf, sondern konnte ihn ganz offiziell darüber informieren, was er tat.
Da ein Besuch bei Voldemort nie erfreulich war, brachte er es gleich hinter sich und berichtete seinem Herrn kniend und mit gesenktem Kopf, dass die Kobolde vom Schwert Gryffindors erfahren hatten und es einforderten. Der Crucio, der ihn als Strafe dafür traf, dass der Verbleib des Schwertes bekannt war, hielt jedoch nicht lange an.
"Wenn sie das Schwert wollen, sollen sie es haben. Um die Kobolde kümmern wir uns, wenn die Schlammblüter beseitigt sind. Bis dahin ist es bei ihnen genauso gut aufgehoben wie irgendwo anders. Weshalb auch immer Dumbledore es Potter übergeben wollte, wenn die Kobolde es erst haben, wird er es nie bekommen." Genau darauf hatte Snape gehofft. Dem Dunklen Lord lag nichts an der Waffe, die dem Rivalen Slytherins gehört hatte, sein Interesse beruhte allein darauf, dass ihm mitgeteilt wurde, wie Dumbledore versucht hatte, es Harry zu vererben. Und wenn Dumbledore etwas wollte, weshalb auch immer, dann musste es im Sinne Voldemorts sein, das Gegenteil zu erreichen. Einfachste Slytherin-Logik.
Nachdem der Dunkle Lord ihn wieder entließ, apparierte er mit schmerzenden Gliedern zurück nach Hogsmeade. Das erste, was Voldemort von ihm gefordert hatte, als er zum Schulleiter ernannt wurde, war die Anpassung der Schutzzauber, um allen mit einem Dunklen Mal das Apparieren zu ermöglichen. Es hatte ihn mehrere Crucios gekostet, um Voldemort davon zu überzeugen, dass er nicht dazu in der Lage war, weil die Zauber zu alt waren, um modifiziert zu werden. Es war eine der größten Schwachstellen des Dunklen Lords - er konnte sich nicht vorstellen, dass einer seiner Todesser absichtlich versagen, und damit seinen Zorn auf sich ziehen würde. Endlich in Hogwarts angekommen, nahm er einen Trank gegen die Auswirkungen des Crucio zu sich, ehe er begann, sich auf seinen Besuch bei Gringotts vorzubereiten.
Zusätzlich zu Gryffindors Schwert verstaute er das Denkarium in seiner Tasche, das im Schulleiterbüro zurückgelassen worden war. Es könnte es leichter machen, Harry zu überzeugen, ihm zu vertrauen - aber wenn er das tat, würde er dafür sorgen müssen, dass Harrys Erinnerungen sicher waren, ansonsten müsste er um sein Leben fürchten. Des weiteren fand eine Auswahl Tränke ihren Weg in seine Tasche, Heiltränke und auch eine Phiole Veritaserum und eine weitere mit Felix Felicis. Auch wenn es ihm nicht gefiel, Albus und Voldemort hatten alles getan, um die Prophezeiung wahr werden zu lassen und nun war Harry tatsächlich der einzige, der für sie kämpfte. Abgesehen von den Rebellen Hogwarts, ein Gedanke, der die Situation in noch schlechteres Licht hüllte. Natürlich, es gab noch Widerstand und der Orden des Phönix hatte sich nicht aufgelöst, aber sie reagierten nur, warnten Leute und halfen den Opfern von Übergriffen. Sie vertrauten auf Dumbledore und seine Überzeugung, dass Harry Voldemort besiegen musste, selbst wenn sie die Prophezeiung nicht kannten. Ihnen lief die Zeit davon und daher schon ein Risiko einging, indem er sich einmischte, sollte es sich wenigstens lohnen.
Auf das Frühstück am nächsten Morgen verzichtete er, sondern machte sich auf den Weg um Gringotts zu erreichen, wenn es seine Pforten öffnete. Je weniger Leute ihn hinein und wieder heraus gehen sahen, umso weniger würde auffallen, wie lange er sich tatsächlich dort aufhielt. So kam es, dass er die Treppe zum Eingang in dem Moment hinauf ging, als ein Kobold das Tor öffnete. Als dieser ihn sah, winkte er ihn sofort hinein und rief nach einem anderen Kobold, der herbei geeilt kam, um Snape in den nicht öffentlichen Bereich der Bank zu führen. Vor einer Tür blieben sie schließlich stehen und nachdem der Kobold geklopft hatte, verschwand er, ohne auf eine Antwort zu warten. Der Blick, den er Snape dabei zuwarf, machte allerdings deutlich, dass er nicht herumwandern, sondern eintreten sollte, sobald die Erlaubnis erteilt wurde.
Von drinnen konnte er Stimmen vernehmen, aber kein Wort verstehen, bis es für einen Moment still wurde, ehe ein lautes "Herein" erklang. Er trat ein, schloss die Tür jedoch nicht hinter sich, sonder sah sich erst um. Als Spion lebte man gefährlich und es war immer von Vorteil, den Rückweg offen zu halten, bis man sich von der Ungefährlichkeit einer Situation überzeugt hatte. Der Kobold hinter dem Schreibtisch war wohl Ragnok, der Bankdirektor, der ihm geschrieben hatte, und zu seiner linken und rechten stand je ein weiterer, bewaffneter Kobold. Sie trauten ihm also auch nicht. Er wirbelte herum als die Tür hinter ihm mit einem leisen Quietschen ins Schloss viel und der Riegel vorgeschoben wurde. Kobolde waren nicht in der Lage zu zaubern, wie also hatten sie das gemacht? Und wo war Potter? Beide Fragen wurden zusammen beantwortet, als Harry seinen Tarnumhang ablegte und sich damit als derjenige zu erkennen gab, der die Tür verriegelt hatte.
"Snape", grüßte er den Mann mit einem kaum wahrnehmbaren Kopfnicken und emotionsloser Stimme. Auf ein Zeichen Ragnoks hin trat eine der Wachen vor und nahm Harrys Position vor der Tür ein, während der junge Zauberer sich auf einen Stuhl vor dem Schreibtisch fallen ließ und Snape erwartungsvoll ansah. "Sie sollten Ragnok nicht warten lassen, ihnen das Schwert noch länger vorzuenthalten könnte unschöne Auswirkungen haben." Harry war schrecklich nervös, da er sich des Risikos bewusst war, aber durch die Anwesenheit der Kobolde gelang es ihm, gelassen zu wirken und Snape damit zu reizen. Snape biss die Zähne zusammen und trat näher.
"Gute Morgen, Direktor Ragnok, Potter", sein Blick huschte zu den Wachen, doch er schloss sie nicht verbal in seinen Gruß ein. Neben Harry stand noch ein weiterer Stuhl, der offenbar für ihn vorgesehen war, doch er blieb schräg dahinter stehen und leerte stattdessen den Inhalt seiner Tasche auf den Tisch aus. Sobald Gryffindors Schwert zum Vorschein kam, griff Ragnok danach und wollte es Snape abnehmen, doch er sah zu Harry. "Potter braucht das Schwert, wenn er die Aufgabe erfüllen soll, die Professor Dumbledore ihm aufgetragen hat", erklärte er gepresst. Den Kobolden gegenüber würde er höflich sein müssen, was ihm nicht unerwartet schwer fiel. Ragnoks Blick verfinsterte sich, doch bevor der Kobold etwas sagen konnte, hatte Harry einen Dolch gezogen.
"Leg dich nicht mit ihnen an, Snape. Ich habe ihnen versprochen, das Schwert zurück zu holen und sie haben mir dafür etwas handlicheres geliehen, um zu tun, was getan werden muss." Dies überraschte Snape tatsächlich und etwas widerwillig ließ er den Griff des Schwertes los, das sofort an die zweite, noch immer neben Ragnok stehende Wache gegeben und von dieser aus dem Raum getragen wurde. Kein Zauberer würde es jemals wieder zu Gesicht bekommen.
Da dies nun geklärt war, begann der schwierige Teil, nämlich Harry davon zu überzeugen, dass das, was er ihm erzählen würde, der Wahrheit entsprach, doch zu diesem Zweck hatte er das Veritaserum und das Denkarium mitgebracht. Die anderen Tränke hatte Harry zwar mit leisem Dank entgegen genommen, aber sie wussten beide, dass er sie nicht benutzen würde, wenn Snape ihn nicht von seiner Position im Krieg überzeugen konnte. Nach dem Erhalt des Briefs hatte Snape darüber nachgedacht, wie er es am besten machen sollte, doch letztendlich entschied er sich für die schnellste und einfachste Methode. Rücksicht auf Potter und seine Gefühle war das geringste seiner Probleme, also zog er einige Erinnerungsfäden aus seinen Gedanken und legte sie im Denkarium ab. Ein wenig zögernd, aber auch erkennend, dass es eine gute Möglichkeit war, auch wenn Snape als Legilimentiker vermutlich Erinnerungen fabrizieren konnte, sah Harry sich die Erinnerungen an.
Snape und seine Mutter, Snape der die Prophezeiung verriet und erkannte, wen er damit dem Tode geweiht hatte. Snape, wie er Dumbledore um Hilfe anflehte. Wie er schwor, Harry im Andenken an seine Mutter zu beschützen, auch wenn er ihn wegen seines Vaters hasste. Entsetzen, als Dumbledore ihm erzählte, dass Harry würden sterben müssen, weil er selbst ein Horkrux war, einen Teil von Voldemorts Seele in seiner Narbe trug. Harry war kreidebleich, als er aus dem Denkarium zurück kehrte und der Ausdruck von Entsetzen und Betrug in seinen Augen beunruhigte sogar Ragnok. Mechanisch drehte er seinen Kopf zu Snape und die Worte aus seinem Mund klangen hohl, als zu sprechen begann.
"Ist es die Narbe? Steckt der Horkrux in der Narbe oder ist er vollständig mit mir verbunden?" Weder Snape noch Ragnok konnten sehen, wie sich seine Finger fester um den Dolch schlossen.
"Dumbledore wusste es nicht, aber er ist davon ausgegangen, dass du keinen freien Willen hättest, wenn der Horkrux tatsächlich mit dir verbunden wäre", antwortete Snape ruhig und zum ersten Mal nicht unfreundlich Harry gegenüber. Er selbst war schockiert und angeekelt gewesen, als er es erfahren hatte, wie musste es da erst Potter selbst gehen. Doch dieser schien nicht auf die Worte zu reagieren, sondern das Thema zu wechseln, wenn auch weiterhin mit monotoner Stimme.
"Die Tränke, was für welche sind es?" Snape hatte sie zwar beschriftet, wie es üblich war und er es immer tat, doch hatte er nur die Namen der Tränke, nicht aber ihre Verwendung aufgeschrieben und natürlich war Potters Wissen im Bereich der Tränke noch immer erschreckend schlecht. Doch weil sein Blick so beängstigend abwesend war, deutete Snape auf jeden Trank und nannte seine Wirkung. Und plötzlich, als er einen besonders starken Heiltrank gegen offene Wunden identifizerte, der zusammen mit einem Zauber fehlende Haut und Muskeln wachsen lassen konnte, ging alles viel zu schnell.
Bevor Snape erkannte, was Harry tat, hatte dieser mit einer schrecklich gefühllosen Bewegung den Dolch gehoben und die Klinge an der Seite seiner Stirn angesetzt. Die Klinge glitt durch seine Haut wie durch Butter. Tränen rannen über Harrys Wangen, vermischten sich mit dem Blut, dass von seiner Stirn lief und er schrie, als ein Hautlappen auf seinen Schoß fiel. Er schrie lauter als die schwarze Nebelgestalt, die aus dem Stück Haut aufstieg und erst verstummte, als Snape aus seiner Starre erwachte, Harry den Dolch abnahm und die Haut durchstach.
Harry bemerkte nicht mehr, wie Snape ihm den Heiltrank und einen Blutbildenden Trank einflößte, ehe er den Zauber sprach, der die Haut nachwachsen lassen würde. Er bemerkte auch nicht, dass sein Kopf verbunden wurde, wobei ein weiterer Zauber dafür sorgte, dass das Verbandsmaterial nicht an der offenen Wunde klebte. Er kam erst wieder zu sich, als die Schmerzen abgeklungen und Snape schon längst nach Hogwarts zurück gekehrt war.
