So, nun geht es weiter. Danken möchte ich wieder allen Reviewern und ganz speziellen Dank an Ida, die wieder korrigiert hat. Alle noch übrigen Patzer gehören nur mir, da ich da und dort noch etwas 'rumgeschraubt' habe. Hoffe, es ist in Ordung so und wünsche allen viel Spass beim Lesen und viel Motivation mir ein Review zu hinterlassen;-D Ganz liebe Grüsse , Sally

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Die Kinder sahen ziemlich bedrückt aus, als sie bei der versteinerten Freundin saßen und in das starre Gesicht des Mädchens blickten.

Wieder fragte sich Laura, ob Hermine wohl Angesicht zu Angesicht vor dem Monster der Kammer gestanden hatte. Wenn sie doch nur sagen könnte, was es war!

„Ob sie etwas denkt?" sprach Laura ihre Gedanken aus und musterte die geöffneten Augen von Hermine, die sonst immer so intelligent und aufgeweckt blickten und nun nur stumpf vor sich hin starrten.

Harry zuckte die Schultern. „Hermine kann wohl gar nicht sein, ohne zu denken. Nicht mal, wenn sie versteinert ist."

Ron sah ziemlich besorgt aus. „Ob alles wieder gut wird, mit ihr?" sagte er leise. Er streckte den Arm aus, um ihre kalte Hand zu halten. Vielleicht spürte sie ja, dass die Freunde bei ihr waren.

Plötzlich spürte er etwas in der steifen Hand. „He, was ist das?" sagte er und die beiden anderen Kinder reckten fragend ihre Köpfe.

Mit Mühe gelang es Ron und Harry, den zerknüllerten Zettel von Hermines Griff zu befreien, ohne das er zerriss.

„Basilisk?" las Harry erstaunt. Laura wusste, was ein Basilisk war. Sie hatte ein Buch in ihrem Zimmer, in dem viele magische Wesen beschrieben waren.

Harry las den kleinen Abschnitt vor und Ron schlug sich die Hand an die Stirn. Auch Laura wurde nun einiges klar.

„Das war die Stimme, die du gehört hast, Harry," sagte Ron. „Es ist ja auch eine Art Schlange, deshalb hast nur du sie gehört, oder zumindest verstanden."

Laura nickte. „Aber es steht doch da, dass der Blick des Basilisken tödlich ist. Die Leute wurden aber alle versteinert und niemand getötet. Könnte es noch ein junger Basilisk sein, dessen Blick noch nicht tötet?"

Ron schüttelte den Kopf. „Das Vieh ist doch schon viele hundert Jahre in der Kammer. Das kann nicht mehr jung sein!"

Laura dachte an die Drachen, die ihr Vorfahr vor fast hundert Jahren in der Höhle eingesperrt hatte und der auch noch ganz jung war, für einen Drachen.

„Aber wie konnte er sich unbemerkt im Schloss bewegen?" überlegte Ron. „Ich meine, es ist ja nicht gerade winzig!"

„Auch dafür hat Hermine eine Erklärung gefunden," sagte Harry und reichte Ron den zerknüllte Zettel. „Durch die Rohre. Wahrscheinlich Lüftungsschächte und so."

„Verdammt!" sagte Laura und starrte in Gedanken vor sich hin. Die Jungs sahen sie fragend an. „Jimmy!" sagte Laura nur.

„Was?" wollte Ron wissen, der nicht wusste, wieso Laura nun von dem Streifenhörnchen zu reden begann. Was hatte das schon mit alledem zu tun.

„Sie benutzt die Lüftungsschächte, um aus dem Schloss zu gelangen. Bestimmt ist sie dort diesem Monster begegnet und wurde getötet!" Sie hatte den Jungs immer wieder geklagt, dass das Tierchen nicht mehr nach Hause gekommen war. Es schauderte ihr, wenn sie daran dachte, dass sie selbst in die Rohre gekrochen war, um nach dem Tierchen zu suchen. Auch sie hätte da diesem Vieh begegnen können!

Die Jungen sahen sie bedauernd an. Harry sah nachdenklich aus. „Hermine hatte doch einen Spiegel dabei. Ganz sicher, damit sie nicht dem Blick des Basilisken begegnete. Vielleicht ist sie deshalb nur versteinert worden, weil sie das Monster nur im Spiegel gesehen hat."

Diese Erklärung schien sinnvoll, aber was war mit all den anderen? „Ja, und Peeves ist ja nur ein Poltergeist, der kann ja nicht wirklich sterben. Und Miss Norris... vielleicht sind Katzen nicht so empfindlich... und... und die haben ja sowieso neun Leben!" sagte Laura nachdenklich.

„Die hat ihn wahrscheinlich nur durch Spiegelung in der Wasserlache gesehen und Justin ist zusammen mit Nick gefunden worden. Vielleicht ..."Harry überlegte, was hier der Grund sein konnte." Vielleicht hat er ihn durch den Geist hindurch gesehen und somit auch nicht direkt. Und Colin...war vielleicht gerade am Fotografieren ...oder so."

„Das ist aber schon noch Zufall, dass alle nur versteinert sind," meinte Laura zweifelnd. „Und vielleicht hatte genau Jimmy dieses Glück nicht,"fügte sie leise hinzu.

„Kommt, rufen wir Madam Pomfrey, damit sie uns in den Turm zurück bringt," schlug Ron etwas niedergeschlagen vor. „Danke Hermine," sagte er zu der starren Freundin.

„Ich will das aber erst meinem Dad sagen gehen, das mit dem Basilisk. Vielleicht wissen die Lehrer ja noch gar nicht, dass es ein Basilisk ist," vermutete Laura.

„Also wenn Hermine das rausgefunden hat, haben es die Erwachsenen bestimmt auch schon," sagte Ron.

Doch als sie eben Madam Pomfrey rufen wollten, klang die Stimme von McGonagall, dass alle Schüler sofort in die Gemeinschaftsräume geführt werden mussten und dort bleiben sollten.

Die drei Kinder sahen sich ratlos an. Wie sollten sie nun zurück in den Gemeinschaftsraum kommen? Sie wollten es nicht wagen, wieder alleine auf den Gängen erwischt zu werden. Harry war sehr geschimpft worden, von Remus und es war ziemlich unangenehm gewesen. Er hatte keine Lust auf eine Wiederholung dieser Angelegenheit und schon gar nicht so kurz nach dem letzten Vorfall. Auch Rons Mum und Dad waren alles andere als erfreut gewesen und hatten ihm klare Drohungen ausgesprochen, was passieren würde, falls sowas nochmals vorkommen würde.

Langsam öffneten sie die Tür des Krankenflügels und spähten hinaus. Plötzlich hörten sie Stimmen und schlüpften zurück, hinter die geöffnete Tür.

„Die Lage ist prekär. Und die Eltern des Kindes müssen umgehend informiert werden," hörten sie McGonagall betreten sagen.

Weitere Schritte näherten sich und nun hörten sie Snapes Stimme. „Wer ist es?" wollte er knapp, aber trotzdem besorgt wissen.

„Es ist jemand entführt worden," sagte McGonagall tonlos.

„Wer?" kam es von Snape.

„Ginny Weasley!" sagte die Lehrerin.

Ron konnte einen erstickten Aufschrei nicht unterdrücken und er wurde käsebleich.

"Der Erbe hat eine entsprechende Nachricht, genau unter der Ersten hinterlassen," fügte sie matt hinzu. "Ich denke, dass wir Morgen früh alle Kinder nach Hause schicken müssen."

„Ach, es scheint, als käme ich genau richtig!" hörten sie genau in diesem Moment die lockerflockige Stimme von Lockhart durch den Korridor trällern.

„Ja, scheint tatsächlich so!" sagte Snape gereizt.

McGonagall hörte sich auch nicht gerade begeistert an, als sie kurz erklärte, was passiert sei und Lockhart stotterte mit etwas zu höher klingenden Stimme als üblich: "Ist... ist nicht schon einmal ein Kind entführt oder gar getötet worden, von der Bestie?"

„Myrte Evergreen, ein muggelstämmiges Mädchen wurde 1943 getötet," sagte sie knapp und wies dann den unbeliebten Kollegen an, seinen Mut und seine Fähigkeiten doch nun bitte unter Beweis zu stellen und den Fall raschmöglichst zu lösen.

Als Lockhart etwas überrumpelt von dem Vorschlag zu seinem Büro ging, entfernten sich die anderen Lehrer und die Kinder konnten nicht mehr hören, was gesprochen wurde.

Aber dass sie diesem Lockhart das Schicksal von Rons Schwester anvertrauten, konnten alle kaum glauben. Natürlich war er sowas wie ein Held. Aber die Kinder hatten den Lehrer oft genug in den Unterrichtsstunden erlebt und von dem vielen Mut, den er bei seinen Heldentaten gebraucht hatte, hatten sie nicht viel gemerkt.

Sie bekamen nicht mit, wie sich die Lehrer aufteilten, einige Verstärkung mobilisierten und andere nach irgendwelchen Spuren oder Hinweisen suchen gingen. Die Hauslehrer gingen los, um die Schüler zu informieren.

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„Wir sagen Lockhart, was wir wissen," sagte Harry und die Aufregung und der Schock stand ihm ins Gesicht geschrieben. Ron war noch blasser und geschockter.

„Myrte Evergreen?" sagte Laura nachdenklich. „Die maulende Myrte?" Sie sah die anderen fragend an. „Denkt ihr Myrta Evergreen ist die Myrte und wurde von Slytherins Monster getötet?"

„Möglich. Wir sollten bei Myrte suchen. Schließlich ist das erste Opfer dort oben gefunden worden und dieser Erbe Slytherins hinterlässt immer dort seine Nachrichten. Wenn Myrte wirklich das Opfer des Monsters war, kann sie uns vielleicht etwas sagen. Könnte sogar sein, dass sie weiß wo der Eingang in die Kammer ist. Vielleicht hat sie bloß noch nie jemand danach gefragt." Ron hatte hastig gesprochen und Harry nickte.

„Ja, die ist ja immer mit Jammern beschäftigt. Und jeder meidet sie..." meinte Harry.

„Ja, und selbst wenn jemand sie gefragt hat, hat sie vielleicht auch nicht geantwortet. Ihr wisst, wie stur sie sein kann und wie empfindlich sie auf das Thema Tod reagiert," nickte Laura und sah sich kurz um.

„Ich muss es meinem Dad sagen. Der bringt mich um, wenn ich ihm nichts sage und auf eigene Faust etwas unternehme!" sagte Laura und ihr wurde beinahe übel, wenn sie daran dachte, wie unangenehm das werden würde. Aber natürlich war jetzt nur Ginny wichtig.

„Holt ihr Lockhart, ich hole Dad, wir treffen uns im Mädchenklo, zweiter Stock," sagte sie, während sie schon Richtung Kerker davon lief. Der Tarnumhang wäre jetzt Gold wert gewesen. Zum Glück waren alle Schüler in den Gemeinschaftsräumen, sodass sie sich nicht noch vor denen in Acht nehmen musste. Sie hoffte nur, nicht von irgend einem Lehrer entdeckt zu werden.

Mit pochendem Herzen lief sie los und rannte die Treppe hinunter. Als sie um eine Ecke bog, lief sie direkt in Professor Trelawney hinein, die von der Wucht beinahe hintenüber kippte.

„Tut mir Leid, Ma'am," sagte Laura hastig, und wollte schnell weiter rennen, bevor die Lehrerin sie aufhalten konnte.

Doch die spinnenbeinartigen Finger der Frau fassten sie am Kragen und Laura drehte sich sofort zu ihr um. Hoffentlich lies die Brillenschlange sie wieder laufen. Hoffentlich brachte sie sie nicht zu ihrem Dad und petzte.

Professor Trelawney beäugte Laura durch die dicken Brillengläser und beugte sich etwas zu ihr hinunter.

„Ein verwirrter Kopf ist nicht immer etwas Schlechtes, mein Liebes," sagte sie und Laura sah sie blinzelnd an. Das war wohl nicht das gewesen, was sie erwartet hatte. Sie antwortete brav, „Ja, Ma'am, darf ich bitte jetzt gehen?"

Trelawney nickte und lies Laura los. „Und vergessen Sie nicht den Sturzhelm!" rief sie noch hinterher. Die Gute schien ja wirklich etwas verwirrt zu sein, und ja, im Moment war das jedenfalls nichts Schlechtes. Es erstaunte sie ziemlich, dass Professor Trelawney sie nicht aufgefordert hatte, unverzüglich in ihren Gemeinschaftsraum zu gehen. Aber diese Lehrerin war eben etwas sonderbar.

Endlich erreichte Laura die Privaträume, wo sie mit ihrem Dad lebte. Ob ihr Dad ihr glaubte? Er würde bestimmt nicht erlauben, dass sie mit ins Mädchenklo ging.

Außer Puste rief sie nach ihm. Doch sie erhielt keine Antwort. Das konnte doch wohl nicht sein! dachte sie verzweifelt. Was sollte sie nun tun? Sie hatte keine Zeit, auf ihn zu warten! Vielleicht war es schon zu spät für Ginny. Nervös fuhr sie sich mit den Händen übers Gesicht.

„Milly!" rief sie und sofort erschien das kleine Wesen. Laura hätte sie küssen können, vor Glück sie zu sehen, aber sie hatte keine Zeit zu verlieren.

„Milly, schnell such meinen Vater. Du musst ihm sagen, es sei dringend und er solle ins Mädchenklo im zweiten Stock kommen. So schnell wie möglich. Geh, Milly!"

Die nickte und verschwand sofort. Laura sah sich verzweifelt in den Räumen um. Der Tarnumhang, dachte sie verzweifelt. Ob ihr Vater den noch hatte? Oder hatte er den Remus gegeben?

Ohne zu überlegen, riss sie alle Schränke auf und rupfte die Sachen raus. Verdammt, wo war das Ding? Sie rannte ins Schlafzimmer ihres Vaters und öffnete auch dort die Schranktüren.

Es roch sehr nach ihrem Dad und das beruhigte sie etwas. Kleider und nochmals Kleider und Umhänge und - dort oben, das könnte er sein! dachte sie aufgeregt und stellte sich auf ein Regalbrett, auf dem irgendwelche Pyjamas ihres Vaters ordentlich zusammengefaltet lagen. Ob das Brett ihr Gewicht trug?

Beinahe wäre sie hinunter gestürzt, da sie das Gleichgewicht verlor, bekam aber den Umhang noch rechtzeitig zu fassen und landete auf ihren Füßen.

Ja! Es war Harrys Tarnumhang! Glücklich drückte sie das gute Stück an die Brust. Dann zog sie ihn schnell an und rannte zur Tür hinaus.

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Nach Luft ringend kam sie im Mädchenklo an. Sie fragte sich, ob die anderen schon da waren und zog den Tarnumhang aus. Da der Umhang so lang war, war es unangenehm damit zu gehen. Zweimal wäre sie auf dem Weg hier hin beinahe gestolpert und einmal wäre sie dann bestimmt flach auf dem Boden gelandet, direkt vor der Lehrerin für alte Runen, Bathsheda Babbling, die hastig an ihr vorbei geschritten war.

Laura erschrak, als sie ein riesiges Loch im Boden sah, dort, wo normalerweise die Waschbecken standen.

Langsam und immer noch keuchend trat sie näher und spähte gespannt hinunter. Das sah sehr tief aus, dachte sie. Es war eigentlich nicht nur ein Loch, eher eine Röhre, die steil abfiel. Ob Harry, Ron und Lockhart hier hinunter gegangen waren? Die waren doch nicht lebensmüde, oder?

„Ah, ganz alleine, hm!" keifte eine laute Stimme hinter Laura und sie drehte sich erschrocken um. Dabei machte sie einen Schritt ins Bodenlose. Sie sah gerade noch Myrtes Gesicht, das sie feixend, dann erschrocken ansah, als sie in dem dunklen Loch verschwand.

Das Gefühl des Fallens hob ihr den Magen an und trieb ihr das Adrenalin ins Blut und sie schrie aus Leibeskräften auf. Bald spürte sie aber etwas unter sich. Sie fiel nicht mehr frei, sie rutschte nun eher.

Beim Sturz in das Loch hatte sie sich den Ellbogen so schmerzhaft gestoßen, dass ihr noch während ihrer Rutschpartie die Tränen in die Augen schossen.

Trotz der Schmerzen versuchte sie mit den Händen und Füßen zu bremsen und endlich wurde es langsamer und lief unten aus. Leise landete sie auf feuchtem modrigem Boden, ohne hin zu fallen. Sie legte ihre Hand an den schmerzenden Ellbogen und sah sich ängstlich um. Zahlreiche kleine Tierknochen knirschten unter ihren Füßen und sie fragte sich, ob auch Jimmys dabei waren.

Den Tarnumhang hatte sie scheinbar verloren. Sie hatte ihn doch vorhin noch in der Hand gehabt, dachte sie. Entweder hing er irgendwo in dieser Röhre, oder er war noch bei Myrte oben...

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Sie folgte der Höhle und hoffte mehr als alles, dass sie nicht alleine hier unten war. Denn diese steile Röhre würde sie niemals hoch klettern können, nicht mal ohne schmerzenden Arm.

„Harry!" rief sie und hoffte, dass nicht plötzlich das Monster auftauchen würde. Wie sollte sie sehen, wo sie hin lief und ob der Basilisk hinter ihr her war, wenn sie die Augen geschlossen halten musste, damit sie nicht getötet wurde. Sie nahm sich vor, beim leisesten Geräusch oder bei der kleinsten Bewegung die Augen zu schließen.

Es war ziemlich still hier unten.

Was sollte sie tun, wenn Harry, Ron und Lockhart schon von dem Basilisken gefressen worden waren.

Aber nach dem, was Lockhart schon alles erlebt hatte, würde ein Basilisk wohl keine Schwierigkeit sein.

„Harry!" rief sie nochmals, etwas lauter und ihre Stimme widerhallte an den Wänden, dass es ihr kalt den Rücken runter lief. Ihr Ellbogen klopfte immer noch schmerzhaft, allerdings war sie so aufgeregt, dass sie dem kaum Beachtung schenkte.

Am liebsten wäre sie wieder im Mädchenklo oben. Sie hatte sehr große Angst und sie wünschte sich, wenigstens die Freunde zu finden.

„Laura!" hörte sie plötzlich die Stimme von Ron und vor lauter Glück fiel sie dem Freund sofort um den Hals.

Aus den Augenwinkeln sah sie Professor Lockhart herumstaksen und fragte sich, was denn mit dem los war.

„Wo ist Harry? Und was ist mit dem los?" fragte Laura und deutete mit dem Kopf zu dem Lehrer.

„Dieser Hochstapler ist gar kein Held. Er ist ein Feigling und wollte sich aus dem Staub machen, statt Ginny zu retten. Und nun hat er den Gang einstürzen lassen, weil er uns mit meinem Zauberstab einen Vergessenszauber anhexen wollte. Leider ist der Schuss hinten raus gegangen. Harry ist da auf der anderen Seite." Ron sah jämmerlich aus, fand Laura. So hatte sie ihn noch nie gesehen.

„Komm, wir versuchen, durch zu kommen!" ermunterte ihn Laura und begann, die kleineren Steine bei Seite zu räumen so gut es ging.

"Vergiss es, das schaffen wir nie," hauchte Ron mit blassem Gesicht. "Das dauert Ewigkeiten!" Doch Laura reagierte nicht auf seine Worte, sondern begann an den grösseren Steinen zu ziehen, die den Weg versperrten.

Doch es hatte keinen Sinn. Die Steine waren zu schwer. „Soll ich einen Sprengzauber versuchen?" keuchte Laura. „Dann könnte aber noch mehr einstürzen," überlegte sie laut.

Sie richtete den Zauberstab auf einen der schweren Brocken und sagte:"Wingardium leviosa!"

Ihre Finger waren ganz zitterig vor Aufregung und es kostete sie viel Konzentration und drei Anläufe, den Zauber einigermassen hin zu bekommen. Sie schaffte es gerade so, einen Stein, der auch anderes Geröll lockerte, einige Zentimeter anzuheben. Dann fiel der Klotzl schwer hinunter und kullerte staubaufwirbelnd bis vor ihre Füsse. Schnell traten sie einen Schritt zurück.

Immerhin war es ihr gelungen, ein kleines Loch frei zu bekommen. Sie husteten, von dem Staub.

„Wenn du mir hilfst, könnte ich durch kommen! " sagte Laura, die keine Nerven hatte, einen weiteren Versuch zu machen. „Vielleicht kann ich dich dann von der anderen Seite her hoch ziehen," fügte sie hinzu.

Ron nickte und half der Freundin, die sich durch das enge Loch zwängte. Doch als sie drüben war rutschte sie automatisch auf dem Geröll und den Steinen hinunter. Umständlich kletterte sie wieder zum Loch hoch, aber die Hand soweit durch die Öffnung zu halten, dass Ron sie greifen konnte, ging schlecht. Immer wieder gab das lose Material unter ihr nach und sie glitt nach unten weg. Ausserdem war das Loch wohl doch noch zu eng, für Ron.

„Geh nur!" rief er ihr zu und Laura nickte , obwohl sie wusste, dass er es nicht sah. Er würde weiter graben, dann käme er auch bald durch.

Er hörte Laura auf der anderen Seite über das Geröll und die Steine klettern und dann war sie verschwunden.

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Ron trat von einem Fuß auf den anderen. Die Minuten zogen sich unglaublich langsam hin und er schwitzte vor lauter Nervosität.

Hinter diesem Steinhaufen brauchten seine Schwester und seine Freunde dringend seine Hilfe. Obwohl sein Zauberstab ziemlich lädiert war, und Ron bewusst war, dass er ziemlichen Schaden anrichten konnte damit, wagte er nun einen Zauber. Die Steine weg zu räumen war einfach zu schwierig und zu zeitaufwändig.

Und nur hier herum zu sitzen und die Geräusche und die rennenden Schritte von Harry und vielleicht auch Laura zu hören, war unerträglich. Es war erträglicher gewesen, als die eingestürzte Stelle noch ganz zu gewesen war und er keine Gelegenheit gehabt hatte, irgendwas zu hören, von dem, was da vor sich ging.

„Bombarda!" sagte der Junge, der nach einigen verzweifelten Versuchen, einen großen Stein bei Seite zu schieben die Geduld verlor.

Es gab einen Riesenknall und Ron erschrak sehr. Er wurde nach hinten geworfen und auch Lockhart saß verdattert auf dem Boden. Doch nun war der Durchgang groß genug, dass sogar mehrere Rons nebeneinander durch gepasst hätten.

Von weitem sah er eine kleine Gestalt am Boden liegen. Er schluckte schwer und seine Kehle wurde eng.

Es war seine kleine Schwester. Seine Ginny, die er so oft beneidet hatte. Die er so oft gehänselt hatte und mit der er so viel gespielt hatte. Sein Schwesterchen, das ihm nachgeeifert hatte, als sie kleiner waren.

Ohne einen Blick auf irgendetwas als Ginny zu werfen, stolperte er auf das rothaarige Kind zu, dessen Gesicht weißer als Schnee schien. Ron schluckte schwer.

Er bemerkte nicht, dass Lockhart den Zauberstab aufhob, der ihm beim Sturz nach der Explosion aus der Hand geschleudert war.

Der Professor musterte den Stab und fuchtelte etwas damit herum. „Das sieht ja aus wie ein Zauberstab, haha!" lachte er und stolperte auch in die Halle.

„Ist das dein Spielzeug, Junge?" fragte er Ron, der aber nicht zuhörte, sondern sich zu Ginny hinunter kauerte.

„Haha!" lachte Lockhart wieder und achtete sich nicht auf das riesige Ungeheuer, welches geschmeidig hinter Harry her war.

„Amnesia!" sagte Lockhart mit ernster Stimme ganz automatisch und amüsierte sich dabei über sich selbst. Ein roter Funke schoss aus dem Zauberstab hervor, worauf der Mann den Stab sofort erschrocken fallen ließ.

Der Fluch schwirrte durch den Raum und traf das Monster genau in den vorderen Teil seines riesigen Körpers und nun schien auch Lockhart das Tier entdeckt zu haben und flüchtete Luft schnappend zurück, woher er gekommen war.

Der Basilisk hielt inne. Er schien nicht mehr genau zu wissen, was er sollte und was er wollte.

Tom Riddle, befahl ihm wütend, den Jungen zu fressen, was von den anwesenden Personen nur Harry verstand, da Tom in Parsel gesprochen hatte . Der Basilisk sah nur verwirrt von dem davon rennenden Harry zu Tom und wieder zu Harry.

Ron blickte das Monster nicht an, sondern zog die blasse Ginny vorsichtig an den Rand der Kammer. Dort kauerte er sich mit ihr in eine Ecke und hielt sie in seinen Armen. Er hätte sie gerne hier weggebracht, aber über die Trümmer der eingestürzten Stelle, wäre das unmöglich gewesen. Er betete still, dass sie noch lebte.

Laura, stand mit gezücktem Zauberstab in der Kammer und schoss nun einen Lähmzauber auf das Tier ab, der es einen Moment verharren ließ, aber nicht sonderlich zu beeindrucken schien. Es war sehr schwierig, das Tier zu treffen, wenn man es nicht wirklich ansehen durfte. Und sie wolle ja nicht ihren Freund treffen. Sie hatte, als sie durch die eingestürzte Stelle hindurch war, die riesige, leere Schlangenhaut gesehen und hatte eine Ahnung davon bekommen, um was für ein gigantisches Monster es sich hier handelte.

Der Basilisk war Laura gefährlich nahe, konzentrierte sich aber nun wieder auf Harry und schien sie nicht einmal zu bemerken. Er jagte hinter Harry her, der nun etwas Abstand zwischen sich und das Monster gebracht hatte.

Laura wich etwas zurück, denn es glitt an ihr vorbei in einen Tunnel, in dem Harry verschwunden war. Wieder schoss sie einen Fluch auf das Monster, der es sich wütend winden ließ. Seine Augen waren nun immerhin schon im Tunnel und stellten keine Gefahr mehr dar.

Doch Laura konnte nicht weiter zurück weichen, da sie schon nahe an der Felsenwand war und ausweichen konnte sie auch schlecht.

Immer noch feuerte sie einen Lähmzauber nach dem anderen auf das Biest, das nun einen Moment verharrte. 'Lauf Harry' dachte sie verzweifelt und vergas dabei etwas ihre eigene große Angst.

Doch einen Moment später nahm der Basilisk Harrys Verfolgung wieder auf. Dabei schlenkerte sein Schwanz in Lauras Richtung und traf das Mädchen mit voller Wucht. Laura flog ein paar Meter durch die Luft und wurde hart an die Höhlenwand geschmettert.

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Lauras Kopf knallte auf den Felsen. Sie hörte den Aufprall von weit weg, als wenn sie ganz weit innen in ihrem Kopf sitzen würde. Sie spürte keinen Schmerz, hörte nur den Knall. Sie lag am Boden und konnte sich überhaupt nicht bewegen.

Sie war müde und ihr war schlecht. Es war ihr bewusst, dass etwas passiert war, das nicht gut war. Sie hatte Angst. Ihr Bein war gebrochen, das wusste sie auch. Sie wollte ein gerades Bein! Und sie wollte, dass ihr Dad kam!

Wieso konnte ihr Dad nicht hier sein und ihr helfen? Der wusste doch immer, was zu tun war. Wenn er doch nur kommen und sie mitnehmen würde! Und Harry, der war doch auch noch irgendwo mit dem verwirrten Monster am Kämpfen. Und Ginny... die lag doch noch irgendwo tot oder halb tot herum. Die arme Ginny.

Laura wurde müde. Wenn sie doch wenigstens Milly rufen könnte. Die Augenlider wurden ihr schwer.

Plötzlich spürte sie ein unangenehmes Kitzeln an ihrer Nase. Sie hob den Arm, um sich zu kratzen, denn es war beinahe unerträglich. Sie spürte, dass jemand da war. Irgendjemand kitzelte sie so gemein, vielleicht mit einem Faden.

Es waren sogar zwei Personen. Ob es der seltsame Junge war, der vorhin in der Kammer rum gestanden hatte? Sie hatte den hübschen Kerl noch nie gesehen und er schien keine Angst zu haben, vor dem Basilisken. In Gegenteil. Er schien mit dem Tier reden zu können, denn er hatte so seltsam gezischt .

Müde öffnete sie die Augen. Ihr war übel und schwindelig und in ihrem Kopf begann es schmerzhaft zu klopfen. Sie blinzelte, doch hatte nur ein verschwommenes Bild.

„Sie ist ein starkes Mädchen, sie schafft das," sagte eine junge Stimme neben Laura.

Eine andere, mindestens ebenso junge Stimme antworte: "Ja, Laura, du bist stark und ein ganz spezielles Kind. Aber du darfst nicht einschlafen. Sieh uns an!"

Wer war das bloß? dachte Laura matt. Die Kopfschmerzen wurden noch schlimmer. Sie dachte an den Schutzhelm, den ihr Trelawny empfohlen hatte und fragte sich, ob die Frau wohl wirklich hellsehen konnte. Nun spürte sie die Halskette warm werden , die sie einmal von ihrem Vater bekommen hatte, und die einen opalartigen Stein angehängt hatte, mit Schutz und Heilwirkung. Der Schmerz in ihrem Kopf wurde etwas dumpfer und erträglicher.

Mit Mühe zwang sie ihre Augen auf. Wieder kitzelte sie etwas. Eine Nase mit langen Schnurrhaaren war dicht vor ihrem Gesicht. Es war eine Maus oder so, die an ihr schnüffelte. Das Kitzeln war so lästig, dass sie wirklich nicht einschlafen konnte.

Die Maus wuselte vor ihrem Gesicht durch und nun erkannte Laura, dass es keine Maus, sondern vielmehr eine Ratte war. Wurde sie nun schon von den Ratten angeknabbert? dachte sie ängstlich. Sie war doch noch gar nicht tot!

Wieder wuselte die Ratte an ihr vorbei und nun erkannte sie die Ratte. Es war ihre gezähmte Ratte, die als Versuchsratte gedient hatte, bei der Sache mit dem Vielsafttrank. Laura blinzelte müde. Sie freute sich, dass das Tier sie noch kannte und dass es sich scheinbar freute, sie zu sehen. Das Drehen des Kopfes schmerzte Laura sehr, deshalb bewegte sie nur die Augen, um zu sehen, wer da neben ihr war. Das war nicht Rons Stimme gewesen.

Und nun sah sie auch die beiden Personen deutlicher, die vor ihr knieten.

Ein Mädchen mit schwarzem, glatten Haar lächelte sie an. Ihre unendlich schwarzen Augen erinnerten sie stark an ihre eigenen.

Laura lächelte zurück so gut es ging und sah sich nun die andere Person an, dicht neben dem Mädchen mit dem glatten Haar.

Noch ein Mädchen! dachte Laura erfreut, obwohl ihr Kopf pochte und schmerzte.

Sie schaute zurück zum ersten Kind und dann wieder zum Anderen.

Sie wusste ganz genau, wer das war.

Es waren ihre Ururgroßmutter in Kindergestalt und deren Schwester, Margarida, welche Laura aus ihren Träumen kannte. Edna hatte sie noch nie als Kind gesehen. Ihr Haar war nicht ganz so dunkel wie ihr eigenes und Margaridas. Ihre Augen waren dunkelbraun und sehr groß und schön. Laura erinnerte sich an das Foto von Edna als junge Frau, als diese Augen so traurig gewirkt hatten. Aber wieso waren die hier? Oder... oder war sie vielleicht schon tot?

Eine Träne rann Laura über die Wange und verschwand in ihrem Haar. Die Mädchen sahen sie an und Margarida begann ein spanisches Lied zu singen. Mit großen Augen sah Laura das Mädchen an und hörte zu.

Laura war so froh, nicht alleine zu sein, in diesem Augenblick. Sie hatte immer noch große Angst. Aber es war viel besser zu ertragen, wenn jemand bei ihr war. Auch wenn sie sich das wahrscheinlich nur einbildete. Vielleicht waren die Vorfahrinnen gekommen, um sie abzuholen. Aber sie wollte jetzt noch nicht tot sein. Ihr Dad brauchte sie noch. Er liebte sie und wollte sie nicht verlieren. Das Lied gefiel ihr.

„Schlaf nicht ein, Laura," sagte Ednas sanfte Stimme, nachdem Margaridas Lied fertig war. „Bleib hier! Dein Dad wird dich bald finden. Halte durch!"

Laura gab sich alle Mühe. Sie war so beeindruckt von den Mädchen neben ihr, dass sie die Augen nicht von ihnen lösen konnte. Die Ratte lief auf ihr herum. Sie spürte die winzigen Pfötchen auf ihrem Bauch, also lebte sie scheinbar noch. Und auch die Schmerzen in ihrem Kopf deuteten darauf hin, das sie noch nicht tot war, denn dann hatte man ja wohl hoffentlich keine Schmerzen mehr.

Sie wollte mit Edna und Margarida reden, aber sie war so müde. Aber es war auch einfach gut, dass sie da waren.

„Wir haben dich lieb, Laura. Vergiss das nicht. Du bist stark und du hast eine gute Familie. Und treue Freunde. Du wirst alles schaffen!" sagte Edna so voll Zuversicht, dass Laura ihr glaubte.

„Ja," hauchte Laura und sah aus den Augenwinkeln einen großen Vogel vorbei fliegen . Er schrie seltsam und Laura fragte sich, ob das dieser Phönix war von Dumbledore. Sie hatte ihn erst einmal gesehen, als sie mit ihrem Dad in Dumbledores Büro gewesen war. Harry hatte von dem Vogel geschwärmt, denn er hatte gesehen, wie er zu Asche zerfallen und dann wieder auferstanden war. Es musst Fawkes sein, denn es hatte sonst im Schloss keine Vögel, Eulen ausgeschlossen. Sie fragte sich, ob Dumbledore auch hier irgendwo war.

Auch die längst verstorbenen Mädchen, die nun sehr lebendig aussahen, blickten dem Vogel nach und Margarida jubelte glücklich: "Bravo! Dieser Paradiesvogel hat dem Vieh die Augen ausgekratzt. Gut gemacht, du Prachtsvogel!" rief sie laut und klatschte begeistert in die Hände.

„Das ist ein Phoenix, Margarida," erklärte Edna und sah dem Vogel bewundernd nach.

Immer wieder musste Laura sich zusammen reißen, um nicht dem Wunsch ins Land der Träume zu entgleiten, nachzugeben. Dann wäre sie vielleicht diesen Schmerz im Kopf los. Sie merkte, dass nun der Oberschenkel auch begann, etwas zu schmerzen, deshalb lag sie ganz still. Wie schlimm wohl die Schmerzen ohne ihre lindernde Halskette wäre? dachte sie träge.

Dass sie ihrem Vater immer so viele Sorgen bereitete, tat ihr Leid. Sie wusste, wie schlimm es für ihn sein würde, sie so zu sehen. Sie hatte das doch nicht gewollt! Aber sie hätte ihre Freunde niemals im Stich lassen können. Auch wenn sie ihnen vielleicht nicht wirklich hatte helfen können.

Nun lag sie da, wollte sich nicht rühren und ihr Kopf tat so weh.

Es wäre so schön, einfach zu schlafen. Doch die Ratte trippelte immer noch auf ihr rum und sie wollte Edna und Margarida ansehen. Vielleicht war das ihre einzige Gelegenheit.

Die beiden sahen so echt aus! Waren das Fatamorganas oder Hirngespinste? Sie benahmen sich so echt. Margarida hatte sich im Schneidersitz hin gesetzt, kratzte sich am Bein und Edna atmete ruhig ein und wieder aus und hatte ihre Hände auf die Beine gestützt.

„Dein Freund wird es auch schaffen," sagte Margarida und sah zum kämpfenden Harry. „Der ist ganz schön mutig!" fügte sie bewundernd hinzu und grinste breit.

Laura lächelte schwach. Ja, Harry war wirklich mutig und so selbstlos! Er war ja auch erst zwölf und hatte ja gewusst, was für eine Bestie hier drin war. Hoffentlich wurde er nicht von dem Basilisken getötet . Sie selber lag hier auch nicht gerade günstig. Obwohl es sie ziemlich an den Rand der Kammer geschleudert hatte, konnte es passieren, dass der Basilisk sie zerquetschte.

„Ginny!" hauchte sie, als sie hörte, wie Ron verzweifelt den Namen seiner Schwester rief. Er hatte es auch durch das Loch geschafft und kauerte neben seiner Schwester auf dem Boden und stützte ihren Oberkörper und wollte sie wieder zum Leben erwecken. Er tat Laura unendlich Leid. Und Ginny auch.

„Das Mädchen lebt," sagte Margarida. Laura entspannte sich etwas. Zum Glück! Sie lebte!

Manchmal hörte sie alles wie von weit weg und schloss die Augen, dann erinnerte sie sich schnell wieder daran, wach zu bleiben.

„Es dauert nicht mehr lange. Bleib wach," mahnte Edna. „Ich will dir noch etwas sagen. Ich möchte dir danken, Laura. Für das, was du für mich, für uns, getan hast." Sie strich Laura übers Haar, aber Laura spürte nichts davon. Wenn Edna ein Geist wäre, hätte sie nun etwas Eiskaltes spüren müssen, überlegte Laura. Sie starrte Edna an, die glücklich lächelte. „Margarida hat gelebt, Laura. Sie hat gelebt!"

Laura sah an Ednas Gesichtsausdruck, wie wichtig dem Mädchen war, dass Margaridas Leben nicht weggeputzt und aus der Geschichte gelöscht war. Auch wenn Margarida und auch sie selbst schon lange tot waren, so hatten sie doch ihre Spuren im Leben hinterlassen. Auch Margarida.

Laura freute sich, über den Dank ihrer Vorfahrin. So nahe war sie ihr in den letzten Monaten gewesen. Und für sie selbst war das ein sehr tiefgreifendes Erlebnis gewesen.

Sie lächelte und Margarida und Edna sahen sich an und lächelten auch.

„Wieso bist du so früh gestorben?" fragte Laura schwach. Aber diese Frage war ihr wichtig. Edna sah nun etwas traurig aus.

„Ich war besessen von dem Wunsch, diesen Trank zu erfinden, damit ich mich an alles erinnern konnte und er hat meinem Körper geschadet. Die vielen Versuche. Und dann hat mich auch noch diese Echse gebissen. Daran wäre ich vielleicht nicht gestorben, aber meine Mutter hatte rausgefunden, dass ich alles wusste. Sie hatte Angst, dass alles raus kommt. Sie war eine verzweifelte und verbitterte Frau, Laura. Und eine gute Tränkebrauerin. Ich habe die Gefahr nicht gespürt, ich war etwas neben mir." Sie machte eine kurze Pause und Margaridas Augen funkelten böse. „Aber ich habe ihr verziehen. Alles," sagte Edna. „Sie hat das nicht gewollt," fügte sie hinzu. „Und meine Tochter Rose hat mir auch verziehen, dass ich ihr keine Mutter hatte sein können." Nun lächelte das Mädchen, auch wenn es etwas traurig wirkte. Laura wusste, das Rachel etwas Schlimmes getan haben musste, um ihre Tochter los zu werden, aber sie wollte gar nicht so genau wissen, was.

Edna schien zu diesem Zeitpunkt nicht bei bestem Zustand gewesen zu sein. Wahrscheinlich hatte es nicht viel gebraucht, um sie zu Margarida zu befördern. Laura nickte nur leicht.

Sie hoffte, dass ihr Dad bald kommen würde, so wie Edna gesagt hatte. Sie könnte es nicht mehr lange aushalten!

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Sie wusste nicht, in was für Ängsten sich ihr Vater befand. Als er die Nachricht gelesen hatte, hatte er alles mobilisiert und war mit Minerva, Flitwick und Pomoda sofort zum Mädchenklo geeilt. Milly hatte er beauftragt, mit den anderen Elfen das ganze Schloss abzusuchen, falls die Kinder doch irgendwo anders waren.

Als die Zauberer das riesige Loch im Boden gesehen hatten und Myrte nervös versichert hatte, dass sie nichts dafür konnte, dass das dumme Zaubertrankbraukind da hinein gefallen sei, war Snape das Herz beinahe stehen geblieben.

Nach einem kurzen Blick zu seinen Kollegen, waren sie alle in das Loch gesprungen, mit gezückten Zauberstäben, um sich wenn nötig bremsen zu können.

Den herumliegenden Knochen schenkten sie genau so wenig Beachtung wie der riesigen Basiliskenhaut.

Sie sahen den eingestürzten Teil der Höhle mit dem Loch, wo die Kinder hindurch geschlüpft waren. Lockhart ging umher und musterte die Höhlenwände kritisch, als wäre er an einer Vernissage. Die Lehrer sahen ihm sofort an, dass etwas nicht stimmte, schenkten ihm aber keine Beachtung, sondern sprengten die Steine weg, die ihnen den Weg versperrten.

Sie stürzten in die Kammer, genau als sich ein hübscher Junge erschrocken in Luft auflöste. Drei halbtote Gestalten lagen herum, der alte, sprechende Hut und ein Schwert.

Ginny, die bleich wie Kreide war und reglos da lag, in den Armen ihres ebenso blassen Bruders. Laura, die in einer Ecke der Kammer lag und unter deren Kopf sich eine kleine Blutlache gebildet hatte. Harry, der mit dem Zahn des Basilisken über dem Tagebuch zusammen gesackt war. Fawkes landete neben ihm, doch Severus sah sich, außer sich vor Sorge, nur nach Laura um.

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„Wir sind stolz auf dich, Laura," sagte Edna und stand auf. Sie nahm Margaridas Hand und diese erhob sich nun auch. „Deine Freundin ist erwacht," lächelte Edna und sah zu Ginny, die eben die Augen aufschlug.

Laura war erleichtert. „Was ist mit Harry und Ron?" fragte sie schwach.

„Sie sind in Ordnung," antwortete Margarida und winkte leicht mit der Hand.

„Geht nicht!" jammerte Laura sanft.

Edna lächelte. „Wir sind ein Teil von dir, wie du ein Teil von uns bist. Wir werden immer da sein."

Laura hörte Schritte, wagte es aber nicht, den schmerzenden Kopf zu sehr zu drehen.

„Dad," hauchte sie hätte aber am liebsten geschrien, vor lauter Freude, ihren Dad zu sehen. Die Kraft reichte ihr knapp für ein Flüstern. Sie sah den besorgten Blick ihres Vaters, der ihr zeigte, wie sehr er sich um sie ängstigte.

Nun ließ sie die Tränen fließen. Sie war so erleichtert, dass er da war. Dankbar drehte sie den Kopf nochmals zu den beiden Mädchen, die ihr so gut beigestanden hatten. Ohne sie hätte sie den Mut schon lange verloren und hätte viel mehr Angst gehabt.

Sie wollte ihnen danken und sich von ihnen verabschieden. Doch sie waren verschwunden.

Etwas verblüfft sah sie wieder zu ihrem Vater, der nun einen Diagnosezauber machte. Er schob ihr Haar etwas zur Seite und sah den Blutfleck am Boden. Es war eine Platzwunde, was nicht so schlimm war. Mehr Sorgen machte ihm der Schädelbruch und die starke Gehirnerschütterung, die Laura hatte. Der gebrochene Oberschenkel war kein Problem, genauso wenig, wie der Ellbogen, der einen Knochensplitter abbekommen hatte.

Vorsichtig hob er seine Tochter vom Boden auf. Sie sog den Duft ihres Vaters tief ein. Erleichtert sah Severus, dass Harry und Ginny wohlauf waren. Niemals hätte er es zugegeben, dass er den Jungen gerne in die Arme geschlossen hätte. Harry stand etwas wankend auf den Beinen.

So ein mutiger, dummer, lebensmüder Junge! dachte Snape kopfschüttelnd. McGonagall und Flitwick kümmerten sich um Ginny und Harry und Pomoda Sprout redete Ron gut zu, der nun aber sehr glücklich schien, dass seine Schwester noch lebte.

Lockhart stakste umher und sah sich um, als sei er in einem Museum. Er murmelte die ganze Zeit vor sich her.

Severus wollte keine Zeit verlieren. Laura musste sofort ins . Die Kopfverletzung war ihm zu heikel, um von Poppy behandelt zu werden. Er würde nur Spezialisten an seine Tochter ran lassen.

Doch wie sollten sie hier wieder hoch kommen?

„Laura!" klang plötzlich eine schrille Stimme durch die Kammer und widerhallte unheimlich.

Alle, die im Stande dazu waren, drehten sich um und sahen Milly mit großen, angsterfüllten Augen hinein stürmen.

Sie hatte alle Unterwürfigkeit vergessen und sah furchterregend grau aus. Snape hatte sie noch nie so gesehen.

Etwa zwei Meter vor ihrem Meister blieb sie stehen, die Hand vor den Mund haltend. Sie folgte mit den Augen den Blutstropfen, die von Lauras Kopf auf den Boden tröpfelten.

„Laura!" hauchte sie. Langsam schritt sie auf das Kind in Snapes Armen zu und griff mit zittrigen Fingern nach Laura Hand, die hinunter hing.

„Meister muss Laura retten!" krächzte sie heisrig. Snape nickte.

Er wusste, dass Elfenmagie stark war. Und auch, dass Milly alles in ihrer Macht stehende versuchen würde, um Laura zu helfen. Doch ob es reichte, um sie hier schnell raus zu bringen, wusste er nicht. Elfen benutzten eine andere Art zu apparieren, die es ihnen möglich machte, sich schnell im Schloss zu bewegen. Die im Schloss auch möglich war. Allerdings beschränkte sich das auf die Hauselfen von Hogwarts.

Milly hatte ihn schon einmal so zum verbotenen Wald gebracht, als Harry und Ron in Gefahr gewesen waren.

Ob sie das aber mit ihm und Laura tun konnte, wusste er nicht. Das Apparieren der Hauselfen war viel sanfter, sonst hätte er das nicht in Erwägung gezogen. Lauras Zustand ließ keine weiteren Strapazen zu, aber sie musste schnell ins Krankenhaus. Wenn eine Hirnblutung vorhanden war, konnte jede Minute zählen.

In diesem kritischen Moment fühlte Snape sich hilflos. Sein blutendes Kind im Arm fragte er Milly, ob sie Laura und ihn hier raus bringen könne.

Milly atmete tief ein und ihr Gesicht bekam einen entschlossenen, kriegerischen Ausdruck.

Beim Anblick ihrer geliebten Laura, die gar nicht gut aussah, erwachte die Löwin in der Elfe. Sie nickte und hielt Snape am Arm, der Lauras Beine trug, fest.

„Benachrichtigt Remus!" sagte Snape, der zu Harry sah, dem es besser zu gehen schien. Mit einem etwas in die Länge gezogenen 'Plop' waren die Drei verschwunden.

TBC...