Disclaimer: Die TV Serie CSI NY gehört den Produzenten Bruckheimer / Zuiker und nicht mir!

Zum Kapitel:
Am nächsten Morgen bereitet David wie gewünscht das Früstück zu und es passieren ein paar unvorhergesehene Dinge ...


Um Punkt sieben Uhr morgens klingelte der Digitalwecker, der auf dem Nachttisch an Davids Bett stand. Schlaftrunkend drehte sich der Teenager auf die andere Seite des weichen Bettes, streckte seine Hand aus und knallte sie frustriert auf den oberen Knopf, um das laute Wecksignal verstummen zu lassen. Er schlug sich beide Hände vor das Gesicht und gähnte lang, bevor er sich streckte und die Decke zurückwarf.

Dieses beschissene Frühstück! Wie wär's wenn ich einfach liegenbleibe und Dad sage, ich hab den Wecker nicht gehört?

David war nicht gerade über die Strafe erfreut, die Stephen gestern Nacht verhängt hatte - wegen seines Zuspätkommens - allerdings war er hiermit besser bedient, als mit der schmerzvollen Alternative, die sein Vater sonst parat gehabt hätte! Er seufzte.

Okay, was soll's? Ich glaube nicht, dass er es so klasse finden würde, wenn er auf sein Frühstück warten müsste ...

David schwang die nackten Beine über die Bettkante, rieb sich durch die Augen und streckte sich noch einmal. Er erhob sich machte sein Bett, zog das dunkelblaue Rollo nach oben und kippte das Fenster seines Zimmers, um frische Luft hinein zu lassen. Nachts ließ er es meist geschlossen. Der leise Autolärm, der von der Jefferson hinaufdrang, nervte ihn ziemlich. Die Sonne schien durch die Scheibe hindurch und trat auf sein Gesicht und das dunkelgraue T-Shirt. Es war Sommerzeit! Im Mai ging sie bereits früher auf und David war sogar manchmal an freien Tagen bereits sehr früh wach, um auf seinem Bett zu sitzen und dem Sonnenaufgang zu zusehen. Aber er würde es nie zugeben! Irgendwie war es ihm peinlich - ganz besonders vor seinem älteren Bruder Alexander! Der würde ihn komisch ansehen, grinsen und dann los lachen. Er würde ihn total verarschen deswegen und ihn sicher als Memme oder so beschimpfen. Das konnte David nicht gebrauchen, also hielt er den Mund!

Er ging hinüber zum Kleiderschrank, öffnete und zog eine neue Jeans, ein rotes T-Shirt, schwarze Shorts und Socken hervor. Die Socken warf er auf sein Bett und mit dem Rest der Klamotten machte er sich leise auf den Weg in das Badezimmer, um zu duschen und sich umzuziehen.

Etwa eine halbe Stunde später trat der blonde Junge wieder auf den Flur, ließ die Badtür auf Spalt stehen, damit es etwas Durchzug gab und wuschelte sich noch mal mit der rechten Hand durch das kurze Haar, um seine Frisur einigermaßen in Form zu bringen. Er ging schnell in sein Zimmer, nahm seine schwarze Geldbörse vom Schreibtisch, lugte kurz in das Fach für die Scheine und steckte es in die hintere Jeanstasche, um dann nach den Schlüsseln zu greifen. Schnell ging David leise über den langen Flur, horchte kurz, ob er eventuell jemanden geweckt hatte und schlenderte dann die Wendeltreppe hinunter in die Lobby des Hauses. Er griff nach seinen Turnschuhen, zog sie an, nahm seine Jacke von der Gaderobe und verließ leise das Haus, um ein paar Straßen weiter in die Woodside Bakery in der 17 Madison Ave zu gehen und frische Brötchen zu besorgen.

In dem geräumigen und kühlen Schlafzimmer von Stephen lag Mac auf dem Rücken und hatte die Augen geschlossen. Doch der Cop schief nicht. Er döste nur, denn er wollte wach sein, wenn David in einer halben Stunde mit den frischen Brötchen und Croissants wieder das Haus betrat und das Frückstück herrichtete. Mac hatte ziemlich großen Hunger und Kaffeedurst! Zärtlich streichelte er über den Oberarm seines Verlobten, der mit dem Kopf auf seiner nackten Brust lag und noch fest schlief.

Ich habe so einen Hunger ...

Etwas genervt rollte Taylor mit den Augen und seufzte laut. Jetzt wurde Stephen doch wach. Langsam und vorsichtig bewegte er sich und legte die rechte Hand flach auf Macs Schulter, die er sanft streichelte.

Mac sah auf ihn hinab, zog die weiche, graue Decke ein Stückchen höher und lächelte. "Guten Morgen!"

Der Arzt schnaubte vergnügt, hob seinen Kopf an und reckte sich ein Stück nach oben. Als sein Gesicht über dem von Mac war, lächelte er ebenfalls und drückte seine weichen Lippen auf den Mund des anderen Mannes. Taylor küsste ihn und strich ihm über den nackten Rücken. Langsam löste sich Stephen wieder von ihm und legte seine Hand auf Macs schwarzes Haar.

"Das wünsch ich dir auch, Schatz. Gut geschlafen?"

Mac grinste. "Oh ja! Ganz besonders nachdem du mich überredet hast, mit dir zu schlafen ... obwohl die Jungs fast nebenan wohnen!"

Sein Verlobter streichelte ihn weiter. "Ich musste dich nicht überreden, Mac. Wir hatten doch beide Lust?" Etwas verwundert sah er auf den anderen Mann hinab und gab ihm noch mal einen Kuss. Stephen löste sich wieder und grinste frech. "Sag mir bloß nicht, dass du es irgendwie bereut hast, mit mir Sex zu haben! Also ich hab es kein Stück bereut!"

"Das," begann Taylor langsam. Blitzschnell packte er Stephen an den Schultern und warf ihn zur Seite. Jetzt war Mac über ihm und betrachtete ihn von oben herab. "Hab ich gestern gesehen, ja!"

Connors lachte laut bis Mac ihn wieder küsste - diesmal etwas leidenschaftlicher als zu vor. Als sich die Männer wieder voneinander trennten, keuchte Stephen leise und öffnete fragend den Mund. "Möchtest du ... mit mir unter die Dusche springen? Ein bißchen dauert es noch, bis mein Herr Sohn wieder hier ist und dann wird er sich erst an das Frühstück machen!" Der Arzt lächelte breit und strich Mac langsam über die Brust. Dann verschwand seine Hand unter dem grauen T-Shirt. "Komm schon!"

Über ihm lächelte Mac. "Wenn du unbedingt möchtest? Dann lass uns die Zeit nutzen, Doktor!"

Der schwarzhaarige Polizist erhob sich vorsichtig und kletterte von Stephens Körper herunter, um aufzustehen. Als er aus dem großen Bett gestiegen war, trat er an den Kleiderschrank, den sie sich teilten, suchte neue Anziehsachen heraus und lächelte Stephen auffordernd an.

"Na komm," sagte er grinsend und gab ihm einen Wink mit dem Kopf. "Oder? Soll ich allein duschen?"

Bei dieser Drohung machte auch Stephen den Versuch aufzustehen und sich nicht einfach wieder hinzulegen, weil er viel zu müde war. Sehr viel geschlafen, hatten sie letzte Nacht nicht! Mac hatte einige Stunden wach gelegen, bis Stephen, der aber schon eingeschlafen war, ihn bemerkt hatte. Irgendwie hatten beide dann große Lust verspürt und schließlich Sex gehabt! Guten Sex ... richtig guten Sex!

Erst hatte Mac sich ein bißchen geziert, weil er nicht unbedingt scharf darauf war, beim Sex von Stephens Söhnen gehört zu werden. Doch die Überredungskünste seines Partners hatten schon nach wenigen Minuten Wirkung gezeigt und sie hatten es getan! Mehrmals! Der praktische Arzt legte sich auf die Seite und sah Mac hinterher, der die Schlafzimmertür öffnete und in Boxershorts und Shirt hinaus trat. Dann ging auch Stephen zu seinem Kleiderschrank, nahm ein weißes T-Shirt heraus, eine Shorts, Jeans und Socken und folgte seinem Verlobten über den Flur und in das tageshelle Badezimmer. Mit der linken Hand hielt er seine frischen Anziehsachen fest, während Stephen mit rechts die weiße Tür hinter sich zudrückte ...

Etwas später stand David in der Küche am Kühlschrank, aus dem er Margarine, Butter, diverse Wurst- und Käsesorten, Tomaten, Erdbeeren und Marmeladensorten auf den Tisch stellte. Zwei große braune Papiertüten vom Bäcker standen daneben. Es duftete nach frischen Gebäck! David nahm eine neue Flasche Orangensaft aus der Kühlschranktür, den Sekt, den er noch in der Nacht vom Keller hier deponiert hatte, schlug die Tür mit dem Ellbogen zu und brachte beides hinüber zum Tisch. Als das Wasser im ersten Obergeschoss abgestellt wurde, wandte er seine Augen in Richtung Lobby, doch weder von Alex, noch von Mac oder seinem Dad war etwas zu sehen. Noch hatte er etwas Zeit!

Schnell nahm er den Sekt, öffnete ihn geschickt und warf den Korken in den Mülleimer. Als nächstes deckte er den Frühstückstisch mit Sets, fünf weißen Tellern, Besteck, Sekt- und normalen Gläsern, Kaffeetassen und einem Brotmesser. Er füllte die verschiedenen Brötchen in den hellen Korb und die Croissants in eine weiße Schüssel. Beides kam auf den Tisch. Der Junge hielt inne und gähnte in seine Hand hinein. Ja, er war noch müde. Sehr müde. Sieben Uhr an einem schulfreien Tag war nun wirklich nicht Davids Zeit! Er hörte die Tür des Badezimmers und dann Schritte auf dem Flur.

Er öffnete die Schublade, kramte zwei kleine Löffel hervor und legte sie zu den beiden Marmeladen. Servietten folgten und dann befüllte er den Filter der Kaffeemaschine und den Tank mit Wasser. David ließ seine Augen noch mal über den gut gedeckten Tisch wandern, stellte dann die Kaffeemaschine an und holte eine Pfanne aus einem der Unterschränke, die er auf dem Herd abstellte - für den Fall, dass jemand ein Spiegel- oder Rührei wollte.

Wieder hörte er Schritte und dann die Stimme von Mac von oben. Er telefonierte! Dann hörte er wieder Schritte - diesmal auf der Treppe. David seufzte genervt, während er die Servietten einmal faltete und auf die Teller legte. Als er wieder auf sah, stand sein Bruder im Türrahmen der Küche. Alex hatte sich eine schwarze Trainingshose angezogen und ein gleichfarbiges T-Shirt. Die schwarzen Haare waren nicht wirklich gekämmt oder mit Gel verschönert.

David grinste. "Morgen!"

"Selber," gab Alex zurück und gähnte ausgiebig. Dann betrachtete er amüsiert den gedeckten Tisch. Brötchen und anderes Gebäck ... Er sah wieder seinen Bruder an, der sich nach dem Kaffee umgedreht hatte. "Hat's Spass gemacht so früh schon zum Bäcker zu laufen?" Kurz überlegte er und stellte verwirrt die nächste Frage, noch bevor David die Chance hatte zu antworten. "Musst du nur Frühstück machen oder kommt da von Dad noch was?"

David wandte sich abrupt um, während der Kaffee weiter in die Kanne sickerte.

"Ja, es hat total Spass gemacht und Nein da kommt nichts mehr. Das ist meine Strafe! Fertig! Bist du jetzt zufrieden?!"

"Was," fragte Alex verdutzt, grinste und hob die Hände. "Du musst nur Frühstück machen?! Der Alte wird weich, Mann ..."

Sein kleiner Bruder grinste auch, doch plötzlich wurde das Grinsen noch breiter. Alex sah ihn verwundert an und zuckte die Schultern. "Was ist?"

Jetzt lachte David laut los und drehte sich wieder zu der knatternden Kaffeemaschine um. "Dad? Soll ich direkt neuen Kaffee aufsetzen?"

Alex schluckte überrascht und drehte sich vorsichtig um. Hinter ihm stand Stephen, die Arme vor der Brust verschränkt und sah ihn grinsend an. Sie hörten wieder Schritte, die von Mac kamen, der hinter Stephen durch die Lobby ging und das Telefon an sein Ohr hielt. Stephen legte den Kopf schief, während er seinen 16-Jährigen musterte. "Wenn du der Meinung bist, dass ich zu weich geworden bin, Alex, dann kann ich gerne bei deinem nächsten Fehltritt etwas ... unnachgiebiger sein! Okay?"

David zog die volle Kanne aus der Maschine und lachte wieder.

Alex schüttelte verneinend den Kopf. "So war das nicht gemeint, Dad! Komm schon!"

Er legte seinem Vater seinen Arm um die Schulter und Stephen grinste breit, während er in die Küche trat und sich dann von Alex löste.

"Ist schon gut, Alex! Mac telefoniert noch mit Jason und wenn der hier ist, können wir anfangen!"

Alex ging an seinem Vater vorbei und ließ sich auf seinen Platz nieder. Auch er sah gierig auf die Croissants und Brötchen. David füllte den heißen Kaffee in eine silberne Kanne und belegte dann zwei Teller mit der Wurst und dem Käse. Je eine Gabel dazu und fertig! Jetzt fehlte nur noch Jason Taylor!

Stephen schlenderte zu David hinüber, der sich jetzt mit dem HIntern an die Anrichte gelehnt hatte und die warme Sonne in seinem Rücken spüren konnte, die durch die Fensterscheibe trat. Als sein Dad dicht vor ihm stand, streckte Stephen seine rechte Hand aus, legte sie über Davids kurzes Haar und streichelte ihn liebevoll. Dann gab er ihm schnell einen Kuss auf die Stirn. Sein Sohn grinste leicht, als Stephen ihn lobte. "Gut gemacht. Du hast nicht verschlafen! Wirklich sehr gut!"

Er ließ seine große Hand noch ein paar Sekunden auf David's Kopf liegen, bevor er sie wegnahm und ihn musterte. "War doch gar nicht so schwer, oder? Die ganze Aufregung und das Theater was du gestern Nacht veranstaltet hast, war umsonst, Dave!"

Alex grinste erst und lachte dann los. Er griff nach dem Brotmesser und einem Körnerbrötchen. "Manchmal bist du echt bescheuert, Davy!"

Die Augen seines Bruders verengten sich sofort. "Nenn mich nicht Davy!"

Stephen verdrehte die Augen. Streit am frühen Morgen und noch dazu an einem Sonntag, konnte der Chefarzt gar nicht ausstehen! Er sah Alex an. "Ruhe jetzt und Messer fallen lassen! Wir sind noch nicht vollzählig, okay?"

Alex seufzte leise und legte das scharfe Brotmesser wieder in den Korb, das Brötchen dazu. "Wann kommt der denn?!"

"STEPHEN," rief Mac plötzlich aus dem Wohnzimmer.

Der Arzt drehte sich um. "JA?"

"Kommst du mal?"

Connors verschwand aus der kleinen und gemütlichen Küche und ging ins Wohnzimmer hinüber, wo Mac auf der Lehne des linken Sofas hockte und das schwarze Telefon aus dem Schlafzimmer an sein Ohr hielt. Er sprach immer noch mit Jason. "Nein, Jay! Das ist doch kein Problem! Ich denke er ka-" Jetzt hatte er seinen Verlobten entdeckt, der auf ihn zu trat und ihn interessiert an sah. Mac sprach wieder in den Hörer. "Warte kurz!" Er lächelte Stephen an. "Könntest du ihn abholen?"

Stephen nickte schnell. "Klar! ... Ist alles in Ordnung?"

Er war etwas überrascht! Normalerweise kam der Sohn von Mac zu Fuß, denn die Jefferson und die Point Road waren nicht sehr weit voneinander etfernt. Doch jetzt wollte Jason abgeholt werden? Seltsam ... Taylor sprach wieder mit seinem Kind und legte dann auf.

Stephen trat auf ihn zu. "Was ist los? Ist mit ihm alles okay?"

"Keine Ahnung," gab Mac leise zurück und erhob sich vom Sofa. "Er hat gesagt, dass er schlecht geschlafen hat und noch ziemlich müde ist. Vielleicht steckt ihm der kleine Schock von gestern auch noch in den Knochen?" Er sah Stephen direkt an. "Darum wäre ich dir sehr dankbar, wenn du ihn abholen könntest, Schätzchen!"

Stephen zuckte die Schultern. "Gut! ... Ist er fertig?"

"Zehn Minuten."

"Zehn Minuten," wiederholte Stephen lächelnd und legte seine Arme um Macs Körper. Er zog ihn zu sich heran und küsste ihn auf den Mund. Mac ging sofort gierig darauf ein und schloss die Augen. Er spürte Stephens warme Lippen und eine Hand, die sich unter sein T-Shirt und über den Rücken schob. Sekunden vergingen. Stephens Atem ging schneller, als Mac ihn noch näher zu sich zog und sie sich weiter küssten. Plötzlich brach Stephen den Kuss ab und sah in die grünen Augen vor sich.

"Wir sollten viel öfter zusammen duschen, meinst du nicht?"

Taylor grinste. "Oh ja, aber jetzt musst du leider erstmal zu mir und meinen Sohn abholen, damit wir endlich frühstücken können ..."

"Okay," sagte der Arzt und klang nicht gerade begeistert. "Meinst du, ob mein Sohn mir schon einen Schluck Kaffee gönnt? Ohne kann ich nicht Auto fahren!"

"Ich glaube schon, ja," sagte der Cop und sie gingen gemeinsam aus dem Wohnzimmer und zurück in die Küche, wo David und Alex sich gegenüber sassen und etwas gelangweilt und genervt auf die Brötchen starrten.

Stephen goss sich eine halbe Tasse ein und trank einen Schluck heißen Kaffee, bevor er sich dann verabschiedete und sich in der Lobby die Schuhe zu band. Ein Griff nach den Wagenschlüsseln und schon war der Chirurg aus dem Haus und in der Garage verschwunden. Nur wenige Sekunden später öffnete sich das Garagentor und der graue 7er BMW fuhr langsam rückwärts über die Einfahrt und auf die Strasse. Dann gab Stephen etwas mehr Gas und rauschte die Jefferson hinunter, um nur fünf Minuten später auf dem Bürgersteig und vor Macs kleinem Haus zu parken.

Schnell stieg er aus, knallte die Fahrertür zu und lief über die kleine Rasenfläche. Im Gehen fingerte er die Schlüssel für das Haus vom Bund und öffnete wenig später die dunkele Haustür. Natürlich hätte er auch klingeln können, aber auch Stephen besaß einen Schlüssel von Mac, den er hier und da benutzte - auch wenn sich sein Verlobter die meiste Zeit bei ihm einquartierte!

Er schloss die Tür hinter sich und klimperte mit den Schlüsseln in seiner Hand. "JASON? Ich bin's!"

"Komme," hörte er von oben die Stimme seines fast Stiefsohnes herunter rufen.

Stephen sah sich in der Lobby um. Doch schon hörte er hastige Schritte und Jason kam die Treppe hinunter gelaufen oder besser - gehumpelt! Die Probleme beim Gehen und besonders bei der Treppe waren für Stephen nicht zu übersehen. Er versuchte sich ein Grinsen zu verkneifen, als Jason die letzte Stufe nahm und in blauer Jeans und dunkelgrünem Pullover vor ihm stand. Die Haare des Teenagers standen etwas wirr ab und er sah wirklich nicht so aus, als ob er diese Nacht einen acht stündigen Schlaf gehabt hätte!

"He," begrüßte Jason ihn und zupfte sich sofort mit den Fingern an der enganliegenden Jeans herum, um sie an seinem wunden Hinterteil etwas zu lockern.

Stephen legte ihm eine Hand an die Schulter und musterte ihn besorgt. "He! Alles in Ordnung mit dir?"

Nicken. Ja, ja! Es ... tut ziemlich weh."

Stephen öffnete den Mund. "Ich meine nicht deinen Hintern, Jason! Dass der weh tut, kann ich mir schn denken! Ich rede von deiner unüberlegten Aktion gestern Abend mit Mac und dass du nicht gut geschlafen hast!" Er nahm seine Hand zurück und wedelte dann wild mit beiden Händen vor dem Teenager herum. "Was zum Teufel sollte das?!"

"Ist ja klar, dass er es dir erzählt hat," sagte der Junge sauer und etwas beleidigt. Er sah von Stephen weg.

"Jay," begann der Arzt leise. Und schon hatte er wieder seine Aufmerksamkeit! "Dein Dad hat sich Sorgen gemacht! Aber er hat deinen Wunsch respektiert, dass du allein sein willst! Wenn ich an Macs Stelle gewesen wäre, dann hätte ich dich ganz sicher nicht allein gelassen, ganz egal ob es dir gefallen hätte oder eben nicht! Das ist der kleine Unterschied zwischen uns! Ärzte machen sich viel mehr Sorgen um die eigenen Kinder und ihre Gesundheit als ... ein Cop das tut!"

Jason grinste jetzt. "Er er hat sich ziemliche Sorgen gemacht, Stephen. Das hab ich gemerkt! Aber ich ... ich konnte dir gestern einfach nicht mehr ins Gesicht sehen, nachdem ich so mit dir geredet habe ... Es tut mir leid, dass ich so ein Arsch war, Sir!"

"Schon okay, ich weiss dass er das mit dir geklärt hat, also ist es vergessen," gab Stephen lächelnd zurück und tätschelte ihm den Rücken. "Du bist kein Arsch, Jason! Okay? Denk nicht so über dich. Das kann ich nicht leiden!"

"Ja, tut mir leid," sagte der Junge leise. "Ich werd mich mit dem Gästezimmer schon irgendwie anfreunden ... irgendwann!"

Stephen grinste und streichelte Jason kurz über das dunkele Haar, bevor er sich dann umdrehte. "Sollen wir?"

"Ja! Danke Stephen!"

"Kein Problem! ... Na komm! Sonst hat dein Vater den ganzen Kaffee ausgetrunken!"

Jason grinste und nahm seine Schlüssel von dem kleinen Tisch in der Lobby. Er war sichtlich erleichtert, dass er das mit Stephen so schnell klären konnte und er würde sicher niemals wieder so barsch und wütend mit ihm sprechen. Jedenfalls hatte er sich das seit der kleinen Diskussion von gestern mit seinem Vater, vorgenommen. Jason zog hinter Stephen die Haustür zu und stieg in den BMW. Stephen startete den V8 Motor und setzte den Blinker. Das Telefon, was im Wohnzimmer klingelte, hörten die beiden schon nicht mehr!

Nur ein paar Minuten später parkte Stephen seinen Wagen wieder in der Einfahrt seines Hauses. Gemeinsam mit Jason stieg er aus, schloss den BMW ab und öffnete dann die weiße Haustür. Sie traten ein und Jason ging sofort in Richtung Küche.

Stephen drückte die Tür zu, legte die Schlüssel auf den dunkelen Sekretär in der Lobby und ging dann dem wohlduftenden Kaffeegeruch nach. Er grinste. Der Rest seiner Familie saß bereits wartend am Tisch und sah ihm gelangweilt entgegen.

Stephen zog seinen Stuhl zurück und warf einen Blick in die Gesichter. "Was?"

Mac klimperte mit dem kleinen Löffel herum, als Jason sich ihm gegenüber auf dem Stuhl nieder ließ und sofort wieder zischend aufsprang und sich seinen schmerzenden Hintern rieb. Der Cop sah Stephen an und zog eine Augenbraue nach oben in die Stirn.

"Warum hat das so lange gedauert? Hat er Ärger gemacht?"

"Nein," erwiderte Jason etwas erstaunt.

Mac sah seinen Sohn an und zeigte dann auf seinen Verlobten. "Ich hab mit ihm geredet!"

"Tschuldigung," gab Jason zurück. "Darf ich mir ein Kissen holen, bitte?"

"Ja," erwiderte sein Vater, während David, der als einziger jetzt noch stand, nacheinander Kaffee in die Tassen füllte und sie wieder abstellte.

Jason ging aus der Küche und ins Wohnzimmer. Als die Tassen gefüllt waren, machte sich David an die Sektgläser und stellte die halb volle Flasche dann wieder mit einem kleinen Löffel im Flaschenhals wieder zurück in den Kühlschrank. Dann setzte auch er sich endlich an den Kopf des Tisches und den Ersatzstuhl, der wenn Besuch kam, aus dem Keller geholt wurde. Die Brötchen wurden herumgereicht und aufgeschnitten. Jason kam mit einem dicken, beigen Kissen zurück und setzte sich dann endlich seinem Dad gegenüber. Es tat immer noch weh, aber mit der Polsterung war es besser auszuhalten!

Stephen, der neben seinem Verlobten sass, wandte sich an Mac. "Um deine Frage zu beantworten: Nein, dein Sohn hat keinen Ärger gemacht! Wir haben nur kurz über gestern geredet, das war's! Und es wird nicht noch einmal zu so einer Situation kommen, richtig Jay?"

Er warf jetzt Jason einen Blick zu, der eine Scheibe Käse auf sein Brötchen fallen ließ und schnell nickte. "Richtig!"

"Sehr gut," sagte Taylor und schmierte sein Brötchen zu Ende.

Stephen lehnte sich zu ihm und gab ihm einen Kuss auf den Mund. Mac legte die freie Hand auf Stephens Oberschenkel ab und streichelte ihn zärtlich, bevor er sich wieder von ihm löste. Die Kinder sahen die beiden Männer grinsend an, doch niemand sagte etwas. Stephen kaute jetzt auch und wandte sich an David.

"Ein wirklich gutes Frühstück, David. Aber ich würde gerne noch ein Rührei haben. Okay?"

David warf ihm einen etwas genervten Blick zu, doch widersprach natürlich nicht. Stattdessen schob er seinen weißen Stuhl zurück und stand auf. "Klar, Dad! Noch jemand eins?"

"Ja," sagte Mac schnell und griff nach seiner schwarzen Kaffeetasse.

Stephens 15-Jähriger ging zum Herd, stellte das Ceranfeld an und warf ein Stückchen Butter in die Pfanne. Danach schlug er vier Eier hinein und verrührte sie mit einem Holzlöffel, um schließlich Salz und Pfeffer hin zu zugeben. Stephen streckte die Hand nach seinem Sektglas aus, wandte sich zu Mac und stieß grinsend mit ihm und den Kindern an, während die Eier vor sich hinbrutzelten.

Nachdem Stephen und Mac ihre Eier bekommen hatten, frühstückten sie in aller Ruhe weiter. Schließlich war ja Sonntag und sie hatten nichts vor. Morgen würde wieder ein ganz normaler Arbeitstag stattfinden, aber bis dahin wollten die beiden Männer die freie Zeit nutzen! Gerade als Stephen sich an seinem Croissant bedienen wollte, klingelte das Telefon im Wohnzimmer.

"Ich geh schon," sagte der Arzt, stand auf und ging schnell in das andere Zimmer, wo er das Telefon von der Ladestation nahm und sich meldete. Mac und die Kinder hörten ihn zwar sprechen, aber niemand konnte sagen, um was es bei dem Telefonat ging.

Nach wenigen Minuten legte Stephen auf und kam zurück in die Küche - sein Gesichtsausdruck war enttäuscht. Er hielt das Telefon in der rechten Hand, ging um den Tisch herum und setzte sich mit einem Seufzen wieder neben Mac. Das Telefon legte er an die Wandseite des Tisches, bevor er nach seiner Tasse Kaffee griff.

Taylor sah ihn fragend an. "Wer war das?"

Connors nahm einen großen Schluck und stellte die Tasse wieder ab, bevor er dem anderen Mann eine Antwort gab. "Ehm, wir haben ein kleines Problem, Schätzchen ..."

Neugierig sah Mac ihn an und legte sein Brötchen wieder auf den Teller zurück. Auch die Jungs sahen jetzt gespannt Stephen an. Der Arzt des Forest-Hills Hospital kratzte sich am Kopf. "Das war Pater Jackson, der eigentlich am Samstag die Zermonie durchführen wollte ..."

"Eigentlich," fragte der Cop erstaunt. "Was heisst hier eigentlich, Steve?"

"Er kann nicht," gab Stephen zurück und erklärte dann weiter. "Er muss Morgen nach Texas fliegen um seiner kranken Mutter beizustehen. Er hat uns abgesagt!"

"Eh, was," fragte Alex verwundert und sah zwischen seinem Dad und Mac hin und her. "Heisst das, alles fällt ins Wasser? Die Hochzeit, die Party ... einfach Alles?"

Bevor Stephen iregendetwas sagen konnte, ergriff Mac das Wort. "So kurzfristig noch jemand anderes zu bekommen, ist sicher sehr ... unwahrscheinlich, Babe? Oder?"

Stephen nahm wieder sein Croissant hoch und biss die Spitze ab, während er kaute, dachte er nach. Nach ein paar Sekunden, sah er wieder Mac an und schluckte den Bissen herunter. Stephen hob einen Finger. "Warte mal ... Ich habe eine Idee, wer uns da weiterhelfen könnte!" Stephen grinste und griff nach dem schwarzen Telefon. Schnell wählte er eine Nummer aus dem Speicher und lächelte Mac an. "Und ich weiss zufällig aus erster Hand, dass er da noch nichts anderes vor hat!"

"Wen meinst du," fragte Jason interessiert und rückte auf dem Kissen herum.

Als am anderen Ende abgenommen wurde, meldete sich Stephen grinsend. "He! Wie geht's dir?"

"He, Brüderchen," erwiderte Colonel Richard Macintosh aus West Virginia seufzend. "Es geht so und bei euch?"

Mac bedachte seinen Verlobten mit einem wissenden Blick. Stephen sprach weiter. "Ja auch ganz gut. Dein Neffe hat uns Frühstück gemacht!"

"Welcher?"

"David," gab Stephen zurück und grinste. "Es war nicht ganz freiwillig, aber eine sehr gute Alternative!"

"Das glaub ich dir aufs Wort," gab Rick zurück. "Warte mal ganz kurz, Stephen ..."

Der praktische Arzt aus New York nahm noch einen Schluck Kaffee und hörte dann wieder die scharfe Stimme seines großen Bruders, der aber nicht ihn meinte, sondern seinen First-Lieutenant, der scheinbar mit im Raum war. "Augen zur Wand, Sully! Verdammt noch mal! Hörst du schwer?"

Ob Sully etwas sagte, konnte Stephen nicht verstehen. Dann galt Ricks Aufmerksamkeit wieder ihm. "Tschuldige, Stephen! Er ... dreht im Moment etwas durch wegen ... du weisst schon! Ich glaube ein Tripp übers Wochenende wird ihm auch ganz gut tun. Mal rauskommen und was anderes sehen meine ich!" Dann flüsterte er. "Was ihn nicht an Django erinnert!"

"Ich versteh das, Rick," gab Stephen leise zurück. "Schöne Grüße von Mac und den Kindern! Die freuen sich schon auf euch!"

"Danke! Also, warum rufst du mich an einem Sonntagmorgen an?"

Connors grinste breit und lachte dann. "Darf ich meinem Bruder nicht mal Hallo sagen?!"

Ricks Stimme war wieder auf einem ruhigen Level. Sully schien sich zu fügen! "Das schon, aber ich glaube trotzdem, dass du etwas vor hast! Ist doch so, oder? Was ist es?"

Stephen seufzte tief und rieb sich über die Stirn. "Okay, du hast recht! Also pass auf! Gerade hat der Pater mich angerufen, der die ganze Sache am Samstag schmeißen soll. Er ... musste mir absagen, weil es einen Krankheitsfall in der Familie gibt und er deswegen für eine gewisse Zeit nach Texas fliegen muss. So kurzfristig kriegen wir leider niemanden mehr, der Zeit hätte und ich wollte dich fragen ob du als hochrangiger Offizier, der du ja nun mal bist ... vielleicht ... am Samstag, wo du ja eh hier bist ... die Zeremonie durchführen kannst und mich mit meiner besseren Hälfte trauen ... würdest, Rick?"

Die Kinder am Tisch warfen sich grinsend Blicke zu. Mac starrte Stephen an. Rick sagte erstmal nichts, was Stephen verunsicherte. "Rick? Bist du noch da oder hab ich dich jetzt so geschockt, dass du das Weite gesucht hast?"

Dann hörte er wieder die Stimme seines großen Bruders. "Eh, nein, nein! Entschuldige, Stephen! Das kam jetzt doch etwas unerwartet für mich. Un- ... SULLY!"

Stephen zuckte zusammen. "Ah, verdammt, Rick! Halt doch das Telefon weg, wenn du ihn anschreist ... Gott!"

"Sorry," gab Rick entschuldigend zurück und griff dann wieder das Thema auf. "Eh, ich ich fühl mich geehrt, Stephen! Wirklich!"

Connors griff wieder nach seinem Sektglas und lächelte Mac an. "Du machst es also?"

"Klar!"

"Super, du bist unser Retter, Rick! Das Ganze ist ja auch nicht offiziell, sondern nur für Mac und mich! Kein Standesamt! Kein Procedere wie sonst und rein symbolisch! Darum bin ich auch auf dich gekommen. Als Offizier kannst du Trauungen doch durchführen oder? So wie ein Captain auf einem Schiff!"

"Ja, das geht," erwiderte der Colonel. "Vielen Dank, dass du mich mit einem Captain auf einem Kahn vergleichst, Stephen! Sehr freundlich ... Ich kann Schiffe nicht ausstehen!"

Connors grinste und stieß dann mit Mac an. "Ich weiss, Rick! Danke, dass du es machst! Soll ich dir irgendeinen Text raussuchen od-"

Der Colonel unterbrach ihn. "Wir sind hier nicht am Ende der Welt! Ich hab hier auch Internet! Ich mach das schon, Stevie, keine Sorge!"

"Klasse," sagte Stephen und trank einen Schluck. "Jetzt hast du mich sehr glücklich gemacht!"

"Wart es mal ab," gab Macintosh zu bedenken. "Vielleicht gefällt dir nicht, was ich sagen werde ..."

"Dann töte ich dich, Bruder ... Mach es gut! Grüß Sully von uns! Er soll die Ohren steif halten. Ich freu mich schon ihn kennen zu lernen! Bis Freitag dann und wenn noch was ist, ich bin erreichbar, Rick! Bye!"

"Bye, Stephen," sagte Rick lächelnd und sie legten auf.

Stephen legte Mac eine Hand in den Nacken und grinste breit. "Er macht es!"

"Das ist super, Schatz," meinte der Cop und drückte Stephen einen liebevollen Kuss auf den Mund. Nach einer halben Ewigkeit lösten sich die beiden Männer wieder voneinander und Mac sah Stephen in die Augen. "Gut, dass du auf Rick gekommen bist! Manchmal bist du richtig schlau!"

Die Kinder lachten und Stephen schlug Mac spielerisch auf die Schulter. "Manchmal?!"

Mac grinste. "War nicht so gemeint, Hase!" Dann wandte sich Mac an die restliche Familie. "Also was habt ihr heute noch vor? Oder sollen wir was zusammen machen? Nachher Picknick im Park? Kino? Heute Abend Essen gehen?" Er warf seinem Verlobten einen Blick zu. "Sucht euch was aus und ich spendiere das!"

"Gut," sagte Stephen und hob dann sein leeres Sektglas hoch. Er sah seinen Sohn an. "David? Kriegen wir noch was?"

David grinste, schob den Stuhl zurück und stand auf. Er ging die zwei Schritte zum Kühlschrank, öffnete und holte die Flasche Sekt heraus, aus der er den Löffel zog und dann seinem Vater, Mac, Alex, Jason und sich selbst eingoß. Da sie heute nicht mehr mit dem Auto unterwegs sein würden, konnten die beiden Männer ruhig etwas trinken, denn ganz egal, wie sich die Jungs entscheiden würden, waren das Kino, der Doughboy Park und die Restaurants alle zu Fuß erreichbar. Es hatte doch seine Vorteile, wenn man nicht mitten in der Stadt wohnte, sondern in einem Vorort, wo es etwas ruhiger und man trotzdem nicht unbedingt auf das Auto angewiesen war.

Tbc ...


AN: David hat seine Sache wirklich gut gemacht :) und Stephen hat ihn gelobt! Das ist doch schön ... Ja und dann hat der Pastor abgesagt, aber Gott sei Dank gibt es ja - mit Rick - einen tollen Ersatz! Rick und Sully können dann jetzt ihre Galauniformen einpacken! Hach, die Hochzeitstage werden super! Mit dem nächsten Kapitel starten wir in einen neuen Plot, der auch wieder sehr aufregend und emotional wird! Danke für eure lieben Reviews - ganz besonders an Vicky und Kat! Bis dann ... eure Vanessa