Kapitel XVII
Wie immer mit einen hundeelenden Gefühl in der Magengrube stolperte Harry aus dem Kamin und sah sich erstmal vorsichtig um. Er war schon aus so vielen falschen Kaminen gefallen, so dass er mittlerweile erst einmal doppelte Vorsicht walten ließ.
Aber diesmal war es gutgegangen. Er war definitiv daheim – in Hogwarts, seiner Schule, seinem Zuhause. Hermine und Ron warteten bereits auf ihn und gemeinsam kletterten sie die Stufen hinauf. Sichtlich heilfroh wieder in Hogwarts zu sein anstatt in einer kleinen Zelle zu hocken, waren Hermine und Ron mitteilsamer als im Ministerium. Haarklein erzählten sie ihm, wie sie von Lumos tiefer und tiefer in den Wald gelockt worden waren und wie sie dort unter den Imperatus Fluch gebracht wurden. Von hinten. Jemand hatte sich in einem Gebüsch versteckt... sie hatten noch nicht einmal mitbekommen wer sie eigentlich verflucht hatte.
An das, was danach kam, erinnerten sie sich schemenhaft – als Kampf gegen sich selbst. Hermine berichtete, dass es ihr nach einer Weile vorgekommen sei, als würde sie sich selbst von außen betrachten und ihre Handlungen zwar nicht gutheißen würde, jedoch nichts dagegen tun konnte.
„Ich habe mich noch nie so hilflos gefühlt.."
Übermannt von der Erinnerung kullerte eine einsame Träne ihre Wange herunter.
„Ach Mine, jetzt lass doch... ist doch alles gut ausgangen." Sie nickte. Ron hatte ja recht..
Aber Harry
war sich da nicht ganz so sicher. Immerhin – sie waren wieder
gesund und munter im Schloss angekommen. Wenn Snape nicht gewesen
wäre..
Voldemort hätte diesmal gewonnen. Aber wie hatte
das überhaupt passieren können? Wann war diese Verwandlung
geschehen?
Es musste passiert sein, als Lumos verschwunden gewesen war. Aber war er denn verschwunden gewesen? Seine Freunde hatten gesagt, er habe sich das eingebildet. Er war sich doch so sicher gewesen...
Konnte man sich in diesen Zeiten überhaupt noch wegen irgendetwas sicher sein? Immerhin war auch eine seiner unverrückbaren Wahrheiten – die vom elenden Bastard Snape – geplatzt wie ein Luftballon, der mit einer Stecknadel kuschelt..
Müde seufzte er.
Man konnte sich aber auch auf gar nichts mehr verlassen.
Im Gemeinschaftsraum angekommen kuschelte er sich in einen der Sessel vor dem Kaminfeuer und wurde einsilbig. Seine Freunde nahmen es als Reaktion auf die vergangene Nacht hin, und ließen ihn – nach um so engagierteren Aufmunterungsversuchen und nachdem er ihnen ausführlich seine Perspektive der Geschichte erzählt hatte – in Ruhe.
Gemeinsam gingen sie zum Abendessen, sprachen aber nur wenig. Harry aß fast nichts, Hermine und Ron dafür um so mehr.
„Das Essen im Knast war wüüüüüüüüürg" , wie Ron es ausdrückte, worauf Hermine erst die Stirn runzelte, sich dann aber geschlagen gab und nickte.
Bald nach dem Nachtisch verabschiedete Harry sich um noch ein wenig durchs Schloss zu wandern bevor offiziell Nachtruhe wurde. Auf Nervenkitzel und Flucht vor den Lehrern mit einem Tarnumhang hatte er heute keine Lust – und keine Nerven.
Snape war noch nicht nach Hogwarts zurückgekehrt.
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Wieder extrem kurz, aber auch nur eine Überleitung. Hoffentlich hab ich bald wieder Zeit zum weiterschreiben..
Wieder einmal bedanke ich mich bei allen, die sich noch an mich erinnern und bei meiner zauberhaften Beta Brirdy, die sich immer tapfer durch meinen Fehlerdschungel schlägt.
Es grüßt,
S.Fayet am 19 Oktober des Jahres 2005
