Renesmees POV: Gemetzel

Ich klappte das Buch zu und sah auf meine Uhr, zwölf Uhr achtundfünfzig. Mir fiel auf wie schnell ich das Buch verschlungen hatte. Und ich fand es erstaunlich, dass die Zeit so gepasst hatte. Ich ließ das Buch liegen und rannte nach unten. Zwölf Uhr neunundfünfzig, ich sah auf mein Handy. Ich verfolgte die Sekunden.

Noch zehn. Und zu mir haben sie gesagt ich soll pünktlich sein.

Noch neun. Sie hatte doch gesagt eins, oder?

Noch acht. Hatte ich mich vielleicht in der Zeit geirrt?

Noch sieben. Verdammt wo blieben die?

Noch sechs. So viel zu Pünktlichkeit.

Noch fünf. Vielleicht waren sie schon früher gegangen?

Noch vier. Vielleicht wollten sie mich gar nicht dabei haben!

Noch drei. Sicherlich hatte sie mich getäuscht.

Noch zwei. Wahrscheinlich waren sie gerade dabei den Auftrag allein auszufüllen.

Noch eine. Doch wieso sollten sie mich täuschen? Dachten sie vielleicht ich würde das nicht schaffen?...Ich würde es nicht schaffen Menschen umzubringen...

Ein Uhr ,,Gut du bist da! Können wir los?", ich hatte gar nicht bemerkt, dass Jane hinter mir aufgetaucht ist. ,,Können wir dann Renesmee?", Alec stand neben ihr. Beide hatten schwarze Umhänge an. Das hatte irgendwie Stil. Naja, ich glaube, dass ist der falsche Zeitpunkt um sich über das Aussehen Gedanken zu machen.

Ich nickte verblüfft. Beide lächelten, als sie meinen Gesichtsausdruck sahen und liefen dann Richtung Ausgang. Ich schüttelte meinen Kopf, als ob ich meinen Gesichtausdruck dadurch wieder verschwinden lassen könnte und lief den beiden hinterher.

Wir rannten in Vampirgeschwindigkeit. Wir liefen durch Wälder und ich wusste nicht, wie viele Städte wir schon durchquert hatten, als wir plötzlich stehen blieben. ,,Wir sind da.", Jane sah nach vorn. ,,Wo befinden wir uns?" ,,Italien.", Jane grinste. ,,Ich meine, welche Stadt?" ,,Wir befinden uns in Lucca, genauer gesagt, in Fabbriche di Vallico.", okkkkkk...noch nie davon gehört. Aber ich hatte mich auch noch nie sonderlich für Italien interessiert. ,,Da müssen wir hin!", Alec zeigte geradeaus. ,,Wäre es nicht einfacher gewesen, sie abends zu töten? Ich meine...da ist es unauffälliger." ,,Tun wir ja auch.", da Jane keine Anstalten machte weiter zu erzählen, erklärte mir Alec was sie gemeint hatte. ,,Wir warten bis es dunkel wird. Wir müssen nur noch sicher gehen, dass sie es nicht weitererzählt haben." ,,Und was wenn doch?" ,,Dann müssen wir die Gemeinde auslöschen.", für Jane war das alles selbstverständlich. Mir drehte sich der Magen um, ich versuchte zwar meine früheren Ansichten hinter mir zu lassen, aber das ging natürlich nicht ganz so einfach. Ich wollte nicht darüber nachdenken, doch trotzdem fragte ich mich: Was würde meine Familie wohl dazu sagen? Was würde Jasper dazu sagen? Ich musste schlucken. Alec bemerkte das und fragte: ,,Willst du einen Rückzieher machen?", ich wusste das ging nicht. Das wäre eine weitere eingerissene grenze gewesen. ,,Nein.", das meinte ich ernst, jedoch zitterte meine Stimme. ,,Gut für dich...", Jane starrte auf das Haus, der nichts ahnenden Familie. ,,Wie groß ist die Familie?" ,,Drei Kinder, ein Mann, eine Frau, ein Hund" „Wie alt sind die Kinder?" ,,Würde sich etwas dadurch ändern, wenn du es wüstest?", Jane schien ein wenig abwesend mit ihren Gedanken. ,,Nein...ich...denke nicht." ,,Eins der Kinder ist vierzehn, die anderen sind sechs Jahre alt."

Noch nie hatte ich einen Mensch getötet, noch nie...Und jetzt, jetzt würde ich damit anfangen. Und meine ersten Opfer würden Kinder sein. Gewissensbisse nagte an mir. Doch ich wollte meine Entscheidung nicht ändern, ich durfte es nicht.

Ich versank in meinen Gedanken, in denen ich meine Entscheidung abwog. Ich wusste jedoch, dass selbst wenn, die Argumente gegen meine Entscheiden stehen würde, ich sie nicht mehr änderte.

,,Es ist soweit, wir können beginnen!", Jane stand auf. Es war bereits dunkel geworden, dass hatte ich gar nicht realisiert. Wir standen auf und näherten uns dem Haus. Alec öffnete die Tür und wir traten ein. Jane erklärte den überraschten Menschen, weshalb wir hier waren, wer wir sind und weshalb sie jetzt sterben mussten.

Alec brach dem Hund das Genick, auch wenn er keine Bedrohung darstellte. Jane sagte: ,,Renesmee du kümmerst dich um die Kinder, die zwei kleinen Mädchen. Alec du nimmst dir die Mutter vor. Und ich nehme den Mann und den Sohn. Los!".

Die Mutter bettelte um das Leben ihrer Kinder und um das ihres Mannes. Er tat das Selbe. Jane verdreht die Augen, sie schien das schon oft gehört zu haben.

Ich wand mich an das erste Mädchen. Sie hatte braune Haare und braune Augen, sie ähnelte...Mom, als sie noch klein war. Dad hatte mich mit ihren Fotos überhäuft. Sie flehte, sie betete. Aber was sollte beten bringen, wenn der Teufel persönlich vor einem steht? Ich hockte mich zu ihr runter und biss ihr in den Hals. Ich holte vorher noch mal tief Luft. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie das Blut eines Menschen schmeckte. Ich saugte den ersten Tropfen ein. Und...WOW, ich wollte nie wieder etwas anderes essen. Ich zog das Mädchen weiter an mich heran. Ein Schrei ertönte, aber es war nicht die Kleine, sie war bereits bewusstlos. Es war die Mutter die gesehen, hatte wir alle ihre Kinder starben. Ziemlich grausam, aber es belustigte mich ihr das anzutun. Jane ließ sich Zeit bei aussaugen, ich wusste nicht wie sie das konnte, bei diesem unwiderstehlichen Geschmack. Ich ließ die blutleere Hülle des Mädchens fallen. Und sah rüber zu dem anderen. Es die Zwillingsschwester des toten Mädchens. Es saß verängstigt in der Ecke, mit weit aufgerissenen Augen und zitterte. Ich streckte die Hand aus. Es zögerte doch ergriff sie doch. Ich zog sie zu mir ran. Ich schloss sie in meine Arme, sie entspannte sich ein wenig.

Ich glaube sie dachte, dass ich ihr nichts tun würde. Aber genau das hatte ich vor, ich spielte mit ihr. ,,Beende es endlich!" Jane und Alec waren bereits fertig. Ich schlug meine Zähne in die Halsschlagader des Mädchens und leerte sie in wenigen Sekunde.

Leise schlichen wir aus dem Haus und ließen die Leichen zurück. Sie würden am nächsten Tag entdeckt werden. Mich dürstete es nach mehr. Doch ich wusste, dass es genug gewesen wahr und musste versuchen mich damit zu begnügen.

Wir liefen in den Wald und dann, zurück nach Volterra. Ich dachte darüber nach, wie skrupellos ich gewesen war. Die Schuldgefühle waren vollends abgeklungen. Ich hatte ein Lächeln auf meinen Lippen, Alec musste das bemerkt haben. ,,Und wie war das erste Mal. Sie schmecken gut, oder?", ich musste wieder schmunzeln. ,,Ja, es ist ziemlich schmackhaft. Ich hätte es schon früher probieren sollen!". ,,Ja...das hättest du.".

Die Zeit verflog und wir erreichten das Schloss. Ich ging nach oben. Aro sah mir hinterher und lachte. Er hätte also auch nicht gedacht, dass ich das tun würde. Ich öffnete die Tür meines Zimmers, ging ins Badezimmer, duschte und legte mich in ein Handtuch gewickelt auf das Bett. Ich sah rüber zum Foto: ,,Sorry, Jazz!". Jetzt kamen die Schuldgefühle wieder. Ich musste an sein makelloses Gesicht denken, an seinen unwiderstehlichen Duft, an seine traumhaften, goldenen Haare. Mir lief eine Träne über die Wange. Wie machte er das? Ein Bild von ihm reichte aus um meine Gefühle zum wanken zu bringen. Ich ging zu Kleiderschrank, einen Schlafanzug rausholen. Ich entschied mich, für ein T-Shirt von Jasper. Es duftete noch nach ihm und ich sog den Duft ein. Ich liebte ihn so sehr. Ich dachte gegen meinen Willen zurück an ihn. Ich würde ihn vielleicht nie mehr wiedersehen. Ich würde ihn wahrscheinlich nie mehr wiedersehen. Mein Herz zersprang. Ich sehnte mich nach ihm, doch ich kämpfte dagegen. Es fühlte sich an als würde meine Welt zerbrechen, mein Atem setzte kurz aus und mein Herzschlag wurde schneller, als ich abermals seinen Duft einsog. Es fühlte sich an als würde sich mein Leben dem Ende neigen.

Doch es war nicht das Ende meines Lebens, es war der Anfang, der Anfang eines neuen Lebens, meines neuen Lebens...

Bitte reviewen! (: