Sooo, hier kommt dann mal das nächste Kapitelchen. Vielen, leiben Dank für die letzten Reviews- Neue Reviews fänd ich supertoll:-))) Und ...viel Spaß.

Familienbande

„Na da schau an, Draco Malfoy höchst persönlich. Ich dachte du wärst lieber zu Hause und versteckst dich unter Mummy's Bett." Tränen lachend über seine eigene sarkastische Bemerkung schlug sich McNair auf die Schenkel.

„Ist er da drin?", fragte der Junge gleichgültig, ohne Notiz von dieser Beleidigung zu nehmen.

McNairs Lachen brach schlagartig ab. „Wer?"

„Wer wohl. Der Dunkle Lord."

„Will er dich sehen?"

Draco nickte. McNair war noch nie ein Denker gewesen. Das wusste Draco. Mit erhobenem Kinn ging er durch die geöffnete Türe.

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„Besuch für mich.", flötete SEINE Stimme hinter seinem Sessel. Schon am Tonfall hätte jeder erfahrene Todesser gehört, dass ER in Mordlust war. Aber Draco war das auch.

„Was hast du mit meiner Mutter gemacht?", brüllte der Junge los nachdem McNair die Türe von außen geschlossen hatte.

Der Sessel drehte sich um, sodass Draco dem ‚Menschen', der das Leben seiner Mutter zerstört hatte ins Gesicht sehen konnte.

Voldemorts dünne Lippen wurden von einem breiten Lächeln auseinander gezogen. „Eine wahrlich heldenhafte Person deine Mutter. Tut das alles nur um dich und deinen nutzlosen Vater zu retten."

Draco zog seinen Zauberstab.

„Draco, NICHT!"

Verdutzt starrten beide, Draco und Voldemort zur Türe. Lucius und Rodolphus hatten McNair einen Schockzauber aufgehalst und kamen nun durch den Saal auf die Beiden zugelaufen.

Ein irres Grinsen trat auf das unmenschliche Gesicht des Hausherren. „Lucius, Rodolphus, schön, dass ihr zwei kommt. Wir wollten gerade damit anfangen uns zu überlegen, was wir für den mutigen Draco FÜR EINE BESTRAFUNG FINDEN KÖNNEN, WEIL ER VERSUCHEN WOLLTE SEINEN HERREN ANZUGREIFEN."

Lucius stellte sich vor seinen Sohn. „Vergebt ihm, Herr. Er ist nur verwirrt. Wegen seiner Mutter, ihr geht es im Moment nicht-"

„Es interessiert mich nicht im Geringsten, wie es deiner Frau geht, Lucius.", unterbrach Voldemort ihn scharf.

Die Hände des blonden Mannes ballten sich zu Fäusten. „Das sollte es aber, denn schließlich habt Ihr, ihr ganzes Leben zerstört.", presste Lucius hervor.

Voldemort sah seinen einst treuesten Diener nachdenklich an.

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„Severus?"

Der schwarzhaarige Mann schreckte aus seinem Halbschlaf.

„Was ist los, Narcissa?", fragte er und rieb sich verschlafen die Augen. Er stellte beruhigt fest, dass es ihr nicht schlechter zu gehen schien, als vor ein paar Stunden.

„Ich wollte nur fragen- Sag, dass die Beiden wieder zurückkommen, Severus."

Severus warf einen nervösen Blick auf die Standuhr. Seit vier Stunden war Lucius jetzt schon weg.

Hoffentlich hatte er den Jungen gefunden bevor der irgendeinen Unsinn hatte anstellen können.

Er wollte sich gar nicht erst vorstellen, was mit Narcissa passieren würde, wenn nur einer der Beiden oder keiner zurückkommen würde.

Langsam legte er seine Hände auf ihre blassen zittrigen Finger.

„Sie kommen wieder, ganz bestimmt."

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„Nun gut. Draco! Komm nach Vorne. Wenn dein Vater nicht im Stande ist dir beizubringen, was Anstand ist, dann werde ich das tun."

Voldemort hatte seinen Zauberstab genommen und sich aufrecht in seinen Sessel gesetzt.

„Tut meinem Sohn nichts, bitte. Ich stehe dafür gerade. Aber tut meinem Sohn nichts."

Draco sah seinen Vater mit großen Augen an. Mit allem hatte er gerechnet, aber damit nicht.

Er hatte seinen Vater immer geliebt, ja. Manchmal auch gehasst, wenn er mal wieder besonders schlimm mit seiner Mutter umgesprungen war, aber diese Gefühle waren nie von Lucius erwidert worden.

Jetzt hatte der Vater seinen Sohn hinter sich geschoben und sah den Dunklen Lord abwartend an.

Voldemort begann zu lachen. „Lucius, der Familienvater…Das steht dir, zugegeben. Aber wie soll der Junge lernen, was richtig und was falsch ist, wenn es ihm niemand beibringt?"

Er bedeutete Lucius mit einer Geste seiner Hand, auf Seite zu gehen. Der blonde Mann rührte sich keinen Zentimeter.

Draco spürte, wie sich die Nägel seines Vaters in seinen Arm krallten.

„Ihr wollt doch, dass dieses verfluchte Kind zur Welt kommt, oder nicht? Wenn dem Jungen etwas passiert…Das bringt meine Frau um. Sie- ich meine wir… Das ist unser Sohn wir-"

Voldemort schien ernsthaft über Lucius' Worte nachzudenken. Einen Moment sagte er nichts, dann deutete er mit seinem Finger auf Rodolphus, der gerade den Mund geöffnet hatte, um etwas zu sagen.

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Narcissa wurde durch einen lauten Aufschrei geweckt.

Severus lag tief und fest schlafend neben ihrem Bett.

Die Frau sammelte all ihre Kräfte und schleppte sich zur Türe über den Flur. Ein zweiter Schrei.

Sie stieß die Türe zu dem Gästezimmer auf, in dem früher immer Lucius Mutter geschlafen hatte wenn sie zu Besuch gewesen war.

„Drück ihn runter, Draco. Wenn er sich zu viel bewegt verliert er noch mehr Blut." Lucius hatte sich tief über den, vor Schmerz schreienden dunkelhaarigen, Mann gebeugt und versuchte das klaffende Loch in der Bauchdecke zu heilen.

„Bei Salazar, das blutet ja wie die Hölle." Lucius presste seine Hände auf die Wunde, als er die Blutung auch mit dem fünften Zauber nicht stoppen konnte.

„Rodolphus, um Himmels Willen, was ist passiert?"

Die Männer schraken auf, als Narcissa plötzlich neben dem Bett erschien.

„Cissa. Darling. Geh zurück ins Bett, wir machen das schon."

„Geh Severus holen, Draco. Er schläft in unserem Schlafzimmer. Beeil dich!"

Lucius schüttelte den Kopf. „Jemand muss ihn festhalten sonst springt er vom Bett."

„Geh schon, Draco!"

Hin und hergerissen zwischen Gehen und Nichtgehen blieb der junge Mann verwirrt am Bett stehen.

„Nun mach schon, Draco. Oder willst du, dass deine Tante dich vierteilt, wenn sie erfährt, dass ihr Ehemann auf unserem Bett gestorben ist, nur weil du-"

Mehr musste sie nicht sagen. Der Junge rannte aus dem Zimmer auf den Gang.

Seine Mutter beugte sich derweil über den aschfahlen Onkel. Sie wusste, dass sie ihn nicht einmal unter anderen Umständen hätte festhalten können, also nahm sie nur seine blutigen Hände und drückte sie, so fest wie sie konnte.

„Beruhig dich Rodolphus. Severus kommt gleich. Der Schmerz hört gleich auf."

Es tat ihr unheimlich gut, dass sie das mal zu jemand anderem sagen konnte. Der panische Blick des Verletzten wanderte zu ihrem Gesicht herauf.

„Ich bin's. Narcissa. Wir sind alle hier", sie sprach mit ihm, wie mit einem kleinen Kind, aber anscheinend schien ihn das zu beruhigen, denn sein Körper begann sich etwas zu entspannen.

„Du wirst wieder gesund, glaub mir.", sanft fuhr sie mit ihrer rechten Hand über seine verschwitzte Stirn.

Sein Atem verlangsamte sich schlagartig. Seine Augen- fixiert auf ihr Gesicht. Er fühlte ihre weiche Haut, ihren Puls…

Dann wurde sie von ihm weggedrängt und an die Stelle, wo vorher das Gesicht eines Engels gewesen war trat nun das verschlafene Gesicht von Severus Snape.

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Als Rodolphus wieder zu sich kam war Narcissa verschwunden. Zu seiner allergrößten Verwunderung saß sein Schwager, höchstpersönlich, neben seinem Bett und starrte aus dem Fenster auf die dunklen Ländereien.

„Rodolphus?"

Der Mann schrak zusammen. Er hatte nicht gedacht, dass Lucius registriert hatte, dass er zu sich gekommen war.

„J-ja."

„Warum hast du das getan?", fragte der Hausherr und sah weiterhin aus dem Fenster.

„Was?"

„Warum hast du dich für mich bestrafen lassen?"

Lucius wandte sich dem Schwager zu und nagelte ihn mit seinem durchdringenden Blick fest.

„W-weil der Dunkle Lord-" er hielt sich den Bauch, als er versuchte sich aufzurichten. Lucius stützte seinen Rücken und schüttelte das Kissen auf.

„-es so wollte."

Lucius drückte ihn vorsichtig in die Kissen und schüttelte den Kopf. „Ein Wort von dir und er hätte mich gefoltert-"

„Du bedeutest ihr so viel, Lucius. Sie würde es nicht verkraften, wenn er dir etwas antun würde. Sie liebt dich!"

„Du hast meine Frage nicht beantwortet.", erwiderte Lucius kalt und drehte sich wieder zum Fenster.

„Ja, Lucius.", platzte es aus Rodolphus heraus.

Der blonde Mann hob seine feinen Brauen und sah ihn fragend an.

„Du weißt genau, was ich meine, Lucius-

Ja! Ich liebe sie."