A/N: We're baaaack!!! Hey ihr Lieben da draußen! Ja, wir leben noch.
Es tut uns wahnsinnig leid, dass ihr so lange warten musstet. Real Life und eine ‚leichte' Schreibblockade haben uns ein wenig zu schaffen gemacht. Aber so langsam kommen wir wieder rein in die Story. ;) Hier ist also endlich ein neues Kapitel! ^^
Ein riesiges Dankeschön an alle da draußen, die nach wie vor unser Geschreibsel lesen, als Favorite markieren und/oder sogar ein Review hinterlassen! Ohne euch alle würde das hier nur halb so viel Spaß machen!
Okay, und nun genug geredet. Viel Spaß beim Lesen und Reviews sind wie immer eine wahnsinnige Motivation für unsere Muse! ;)
Previously: Deans Blick fiel zum ersten Mal auf den kleinen Gegenstand in der Hand des Demons – eine Spritze, die mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt war.
Der ältere Winchester versuchte sich erneut von seinen Fesseln zu befreien, doch sie gaben kaum einen Zentimeter nach. Sein Kopf und seine Seite pulsierten zu dem Takt seines schnell schlagenden Herzens.
Lisas und Bens Rufe wurden immer lauter und panischer, aber Dean konnte seinen Blick nicht von dem bösen Funkeln in Green Eyes Augen abwenden, während dieser immer dichter auf ihn zu kam.
Kapitel 29
Als Sam wieder aufwachte, waren weitere zwei Stunden vergangen. Es war bereits Nachmittag und Sam machte sich Sorgen wegen seiner Visionen. Was er sah, das geschah tatsächlich und noch dazu recht schnell; und allein der Gedanke an seinen bewusstlosen Bruder machte ihn nervös. Über Lucy wollte er erst gar nicht nachdenken, sonst würde er Bobby aus dem Fahrersitz schieben müssen, um das Gaspedal selbst bis zum Anschlag durchzudrücken.
Er musste so schnell wie möglich zu diesem Militärstützpunkt, um das Leben seiner liebsten Menschen zu retten. Selbst wenn sie nicht zur Familie gehörten, Sam wusste, dass Ben für Dean wie sein eigener Sohn war. Das hieß für Sam, dass er seinen quasi-Neffen, ebenso wie dessen Mutter und Lucy nicht als Demonfutter enden sehen wollte.
Wenn Sam ehrlich war und seinen Visionen Glauben schenken konnte – und das war so gut wie immer der Fall – dann wusste er, dass es für Lucy vermutlich schon zu spät war. Das hieß aber noch lange nicht, dass er jetzt einfach aufgeben würde! Niemals!
Ein Winchester gibt sich nicht kampflos geschlagen!
Natürlich überlebten nicht immer alle, doch er würde es trotzdem versuchen!
Bobby hing demselben Gedanken nach. Auch ihm war bewusst, dass sie Lucy vermutlich schon verloren hatten, aber für Dean, Lisa und Ben mochten sie noch pünktlich kommen. Anders als Sam blickte er allerdings auch mit viel mehr Lebenserfahrung auf die Dinge. Er wusste, dass sie niemandem eine Hilfe waren, wenn sie sich um einen Baum gewickelt hatten, deshalb fuhr er nicht übermäßig schnell, aber konstant. Sie durften ja bei all der Sorge um ihre liebsten Menschen nicht vergessen, dass sie weiterhin unter dem Radar des FBI fliegen mussten.
Wo war eigentlich das Problem, wenn Henriksen die Fährte aufnahm? Klar, vielleicht würde es ihm sein Leben kosten, doch zumindest ginge er mit der Erkenntnis, dass Sam und Dean ihn nicht belogen hatten und es weitaus Gefährlicheres gab als ein paar Gesetzesbrecher. Auf der anderen Seite war Bobby verantwortungsbewusst genug, um nicht noch mehr Leben unschuldiger Menschen aufs Spiel zu setzen.
„Sam? Alles okay?", fragte Bobby mit einem besorgten Seitenblick zum jungen Winchester.
Ja, er hatte wieder eine Vision.
„Ja, alles okay...", wisperte Sam und es war ihm anzuhören, dass absolut nicht alles in Ordnung war.
„Was war's diesmal?"
„Das selbe wie letztes Mal."
„Bitte? Das hab ich ja noch nie bei dir erlebt..."
„Ich auch nicht, Bobby."
Der alte Hunter dachte nach. „Und was hat das zu bedeuten?"
„Gute Frage. Entweder passiert es schon wieder – oder wir kommen der Sache einfach nur näher..." Sam rieb sich die schmerzende Stirn.
„Wird Zeit, dass wir da endlich hinkommen und das Schlimmste verhindern!"
Sam lachte mit von Sarkasmus geschwängerter Stimme. „Bobby, weißt du wie weit wir noch weg sind? Sicherlich 10 Stunden! Dean wird diese verdammte Spritze abbekommen. Und Lucy? Lass mich erst gar nicht damit anfangen..."
Bobby nickte kurz mit zur Straßen gewandtem Blick. In die Vergangenheit müsste man reisen können... und diesen verdammten Idioten von Winchester aufhalten, Alleingänge zu starten!
Sam lächelte. Ob er wohl wusste, was Bobby dachte?!
Henriksen war sich sicher, dass die Winchesters nicht mehr weit weg sein konnten. Die Luft knisterte und die Spannung stieg in ihm. Warum war er noch mal hinter ihnen her?! Mittlerweile dachte er kaum noch über den eigentlichen Grund nach. Er wollte einfach endlich diese beiden Störenfriede aus dem Weg geräumt haben, tot oder lebendig. Sie waren ihm ohnehin ein Dorn im Auge, daran bestand kein Zweifel. Wie aber wollte er sie denn loswerden? So oft wie sie ihm um Haaresbreite entwischt waren, hätte er doch eigentlich schon die Schnauze voll von dieser Jagd haben müssen. Aber gerade das reizte ihn! Diese Jagd nach der schweren Beute war für ihn so viel interessanter als irgendein simpler, tollpatschiger Ladendieb. Als Special Agent des FBI musste er sich zwar eh nicht mit solch lächerlichen Fällen herumschlagen, aber allein schon der Gedanke daran ließ ihn Gähnen. Vielleicht war das aber auch die Müdigkeit, die aus ihm sprach. Nach mehreren Stunden auf dem Highway war es schon sehr schwer, sich gegen das lauernde Verlangen, einfach die Augen zu schließen, zu wehren. Aber Victor wäre nicht er selbst gewesen, wenn er seinen Hauptverdächtigen nun noch mehr Chance und Zeit zur Flucht gelassen hätte.
Die kleinen Adrenalinschübe, die mit jedem Anruf seiner Kollegen kamen, hielten aber leider auch nur für eine gewisse Zeit. Und so gähnte Henriksen erneut und passierte Waterloo.
Lisas Rufe versiegten nicht. Weiter schrie sie nach Dean, ihrem Dean, der der Gefahr im wahrsten Sinn ins Gesicht schaute.
Sein geschundener Körper und der pochende Schmerz in seinem Kopf brachte Dean so weit, dass er nicht im Stande war, sich in irgendeiner Weise zu wehren. Sogar sein sarkastisches Schmunzeln blieb aus. Alles, was blieb, war die pure Panik vor dem, was Green Eyes in dieser Spritze hatte, die zweifellos für ihn bestimmt war. Dean atmete schwer, doch sein Kampf gegen die unsichtbaren Fesseln war ein schwacher.
Green Eyes kam unerbitterlich auf ihn zu, die Spritze in seinen Händen bereit, Lisas Schreie zwecklos. Ben schmiss mit Schimpfworten um sich, die er in seinem Alter noch gar nicht hätte kennen sollen. Seine anfängliche Zurückhaltung und Angst war durch die Gefahr, in der Dean schwebte, restlos verschwunde.
Der Grüne ergriff Deans Arm, rammte die Nadel der Spritze erbarmungslos in seinen Oberarm und entleerte diese vollkommen. Die unsichtbaren Fesseln ließen Dean los, er sackte in sich zusammen, kniete keuchend am Boden. Was auch immer man ihm da verabreicht hatte, es schwächte seinen Körper zusehends.
Lisa und Ben stürmten auf Dean zu, als auch ihre Fesseln sich gelöst hatten und fingen Dean noch eben auf, bevor er sich langgelegt hätte.
Green Eye lachte höhnisch, entfernte sich aus dem Geschehen und verabschiedete sich mit einem „Gute Nacht, Dean. Und süße Träume.", gefolgt von einem weiteren, viel zu gut gelauntem Lachen. Er wusste nur zu gut, dass Lisa und Ben ohne Dean doppelt so hilflos sein würden und das würde er früher oder später sicherlich noch schamlos ausnutzen wollen. Im Moment ging es ihm aber nur darum, Dean außer Gefecht zu setzen, um Sam und den anderen Hunter nicht zu viele Chancen zu geben, sobald sie eingetroffen sein würden. Oh ja, Green Eyes wusste, dass sie auf dem Weg zu ihm waren und er erwartete sie bereits mit Spannung.
„Dean? Dean, sag doch was!", flehte Lisa. Sie hatte Dean auf den Rücken gedreht und stützte seinen Oberkörper so gut es ging in ihren Armen. „Wach doch auf, Dean..."
Ben griff nach Deans Handgelenk. „Sein Puls ist schwach, aber gut fühlbar. Er... ‚schläft'..." Ben malte Anführungsstriche in die Luft. Als Lisa ihn aber weiterhin verdutzt anguckte, fügte er hinzu: „Das habe ich im Erste-Hilfe-Kurs in der Schule gelernt."
Lisa nickte und war froh, dass sie einen so aufmerksamen Sohn hatte. Ihre Angst hatte sie überhaupt nicht so weit denken lassen, Deans Puls zu checken.
Ben, der bisher überwiegend ängstlich hinter seiner Mutter gekauert hatte, blühte nun richtig auf.
„Mom, lass ihn uns an die Wand ziehen. Da kannst du ihn besser stützen und wir können gleichzeitig ein Auge auf Lucy haben."
Ja, Lucy gab es auch noch. Sie gab zwar nur noch selten ein Zeichen von sich, aber sie war noch da und sie würde sich auch nicht einfach verabschieden, solange sie ihren Sam nicht noch einmal gesehen haben würde!
Lisa zerrte Dean also mit Bens Hilfe an die Wand, an der sie die meiste Zeit, die sie nun schon hier eingesperrt waren, gelehnt hatten. Dean lag ganz entspannt da, atmete gleichmäßig – fast als wäre er in Lisas Armen eingeschlafen. Doch Lisa wusste es besser.
„Was denkst du, hat der Kerl ihm gegeben, Mom?", fragte Ben, besorgt um seinen Helden.
„Irgendein Beruhigungsmittel... und zwar ein ziemlich starkes, würde ich sagen."
„Klar, so schnell, wie Dean zusammengesackt ist..."
„Mach dir keine Sorgen, mein Schatz. Der grünäugige Kerl hätte Dean mit einem Fingerschnippen umbringen können, aber er hat es nicht getan. Er hat noch irgendetwas mit uns allen vor, also wird das, was er Dean gespritzt hat, auch nicht tödlich sein."
„Ich hoffe du hast Recht, Mom..." Ben rutschte an der Wand runter, setzte sich zwischen seine Mutter und Lucy, hielt die Hand der Sterbenden. Diese Situation zwang ihn, schlagartig und ohne Eingewöhnungszeit, erwachsen zu werden. Er stellte sich vor, wie sein Leben wohl verlaufen wäre, wenn Dean schon eher aufgetaucht wäre, doch der Gedanke schreckte ihn ab. Er war gerne ein Kind und genoss seine Freiheiten. Diese Kleinkatastrophen vermisste er wirklich nicht. Dass er nun aber in Lebensgefahr war und dies nur als ‚Kleinkatastrophe' bezeichnete, verwunderte ihn dennoch.
Die Zeit wollte beim besten Willen nicht vergehen! Wie oft hatte Sam sich in der Vergangenheit gewünscht, Dean nicht an seiner Seite haben zu müssen? Wie oft wünschte er sich sein altes Leben und seine Jessica zurück? Oder wenn nicht Jessica, dann wenigstens Lucy... aber nein, so wie sein Leben immer spielte, bekam er nun weder Jess, noch Lucy und auch nur mit Glück seinen Bruder.
Was wollte Sam auch mit seinem alten Leben? Als hätte er wirklich Jura studiert... damit wäre er überhaupt nicht glücklich geworden. Er hätte nur versucht zu verdrängen, was er wirklich war: Ein Hunter, und noch dazu kein schlechter.
Sein Bruder war für ihn nur ein kleines Übel. Natürlich nervte ihn Deans Art zur Genüge und seine fünf Kassetten kannte er auswendig und hätte sie sogar rückwärts gespult mitsingen können, aber wenn er ehrlich war, gefiel ihm das doch. Was wäre Samuel Winchester ohne Dean, ohne Led Zeppelin, Motörhead und Co.; und vor allem ohne den Impala? Sam wäre der Mann, der sich immer noch vor seiner Berufung drücken würde. Und ob er mit dieser Berufung nun den Familienauftrag oder seine mentalen Fähigkeiten meinte, da war er sich zu diesem Zeitpunkt selbst gar nicht mal so sicher.
Vonwegen Fähigkeiten... warum kann ich die Dinger eigentlich nicht steuern?
„Sam, was immer du denkst: Vergiss es!", unterbrach Bobby ihn.
„Aber...woher...?!"
„Dein Gesichtsausdruck! Junge, nimm dich zusammen!"
„Ist ja okay, Bobby...", entgegnete Sam leicht genervt, verschränkte die Arme und sank zurück in den Sitz.
Zehn Minuten lang fuhren sie schweigend über den Highway, beide hatten eisern geschwiegen, doch nun hielt Sam es nicht länger aus.
„Bobby, lass mich mal fahren."
„Träum weiter, Junge! Mir liegt was an meinem Leben und ich möchte nicht aufgrund einer deiner Visionen, die du mitten während der Fahrt haben könntest, draufgehen!"
„Robert Singer, stell dich nicht so an. Ich fahr uns schon nicht vor einen Baum. Wenn ich was sehe, bremse ich!"
Anstelle seiner bremste nun Bobby und brachte den Wagen am Straßenrand zum Stehen. Er fixierte Sam mit erzürntem Blick.
„Wie hast du mich gerufen, Sa-mu-el?" Bobby betonte jede Silbe besonders stark.
„Robert. Hast du einen Problem mit deinem eigenen Namen?"
„Nein, aber du hast gleich ein Problem mit dem Fahrer!"
„Ach ja? Was willst du tun?"
„Hach, ich weiß auch nicht so genau... wie wäre es mit... DICH HOCHKANT RAUSSCHMEISSEN?"
„Ja? Was hältst du davon, wenn du jetzt den Motor wieder startest und dieses Vehikel nach Wyoming steuerst?" ... Sams Worte wurden von einem merkwürdigen Hallen begleitet.
Bobby drehte sich zurück, drehte den Zündschlüssel um und fuhr los. Er biss die Zähne zusammen, denn er hätte am liebsten vor Wut geschrien, doch irgendetwas hinderte ihn daran.
Sam wusste, was es war. Und Bobby ahnte nichts Gutes.
TBC…
Vielen Dank fürs Lesen!
*Schale mit Merci für alle bereitstell, die ein Review hinterlassen* ;)
