Hier ist er wieder, der beliebte Jung-Auror Neville Longbottom!

Und diesmal werden seine Fans nicht nur mit einem Drabble abgespeist, also holt die Sektflaschen raus!

Oder gibt es hier gar keine Fans von Neville außer mir?????

Wirklich nicht?

Was ist mit Narzissa? Sagt jetzt nicht, die könnt Ihr ja auch nicht leiden, weil sie immer so arrogant war bei Frau Rowling. Wer weiß, ob die gute J.K. nicht nur eifersüchtig war. Wegen Lucius. Oder der schönen blonden Haare (im BUCH, nicht das komische Perückenteil im Film). Oder der Orchideen-Sammlung.

Uups, das kommt ja erst noch.

Jedenfalls vielen Dank unseren treuen reviewerinnen Lufa und Miss Perenelle!

Ich seh grad, Neville steht bereits vor der Tür von Malfoy Mansion und hat schon den magischen Türklopfer betätigt. Also Schluss mit meinem Geschwätz, sonst verpassen wir ja noch die Hälfte…….

Legi

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29. Kapitel 02.11.2005 20.00 Uhr

Als die dunkle Mahagonitür geöffnet wurde, blickte Neville überrascht auf die Hauselfe. Es war nicht die kopfeinziehende Kreatur vom letzten Besuch, sondern ein weibliches Exemplar, das mit piepsiger Stimme fragte: „Sie wünschen, Sir?"

Er räusperte sich. „Mein Name ist Longbottom, ich möchte zu Mrs. Malfoy."

„Die Herrin ist im Gewächshaus, Sir, Fidelity wird Sie hinführen."

Da Neville das Glasgebäude im Garten bereits aufgefallen war, meinte er „Nicht nötig, ich finde es selbst."

Er drehte sich zackig um und marschierte den Kiesweg mit entschlossenen Schritten entlang.

In seinem Inneren sah es allerdings etwas weniger selbstbewusst aus:

Wie oft bin ich schon als Assistent bei einer Befragung dabei gewesen und selbst da war ich manchmal aufgeregt! Aber nun, Merlin!, hier bin ICH der Verantwortliche!

Und wenn ich einen Fehler mache? Einen Hinweis nicht beachte? Die falschen Schlüsse ziehe? Der Malfoy-Clan ist schließlich nicht irgendwer.

Bin eigentlich ganz froh, dass ich Lucius nicht am Hals habe…

Viel zu schnell war er bei der Glastüre angekommen und betrat das Gewächshaus. Innen empfing ihn feuchte Wärme.

Ich kann doch jetzt nicht mein Sakko ausziehen und der Hausherrin im schwarzen Shirt gegenübertreten!

Narzissa stand am anderen Ende des langen Ganges und hatte offensichtlich sein Eintreten nicht bemerkt. Mit einer langsamen Bewegung beugte sie sich über eine niedrige Orchidee und roch an deren dunkelroten Blüten. Ihre langen Haare fielen auf der nicht hochgesteckten Seite nach unten und berührten die obersten Blätter.

Sie wirkte so in sich versunken und ruhig, dass er sich überwinden musste, sie anzusprechen. „Mrs. Malfoy, entschuldigen Sie die Störung."

Was rede ich nur, das ist mein JOB! Ich muss mich endlich zusammenreißen, ich bin schließlich Auror!

Er zog die Schultern gerade und ging eilig auf sie zu. Im Eifer des Gefechts blieb er allerdings mit der Schuhspitze an einem Tischbein hängen, sodass die darauf stehende Pflanze ins Wanken geriet. Er schaffte es gerade noch rechtzeitig, sie aufzufangen und wieder zurückzustellen, musste aber aufgrund des Blütenstaubnebels laut niesen.

Peinlich!

war allem Anschein nach höflich genug, so zu tun, als hätte sie sein Stolpern übersehen. Sie kam auf ihn zu, zog elegant die Handschuhe aus und gab ihm die Hand. „! Darf ich?"

Sie fegte mit zwei Fingern etwas Blütenstaub von seinem Kragen. „Ich nehme an, Sie haben noch ein paar Fragen?"

Er nickte und ließ den Blick über die opulente Blütenpracht schweifen. „Das ist eine erstaunliche Orchideen-Sammlung, die Sie hier haben. Wenn ich richtig informiert bin, gibt es sogar eine Triflorifer susussanta bei Ihnen?"

Das Lächeln auf ihrem Gesicht gefror.

Doch nach einer Sekunde hatte sie sich offenbar wieder im Griff. „Mir scheint, Sie sind ebenfalls ein Pflanzenliebhaber?"

Er antwortete knapp. „Ja. Ist sie hier?"

Nicht ablenken lassen!

Narzissa schüttelte den Kopf. „Nein."

Sie zupfte zwei verblühte Orchideen-Blätter ab.

Neville atmete tief durch. „Mrs. Malfoy, ich muss darauf bestehen, diese Pflanze zu sehen!"

Sein entschlossener Ton führte offensichtlich dazu, dass sie überrascht zu ihm aufblickte.

Seltsam. Bei früheren Begegnungen in Hogwarts war sie mir immer recht groß vorgekommen. Aber nun, ohne High-Heels und so direkt vor mir, wirkt sie eher zart.

Ihre Stimme allerdings war nun kräftig: „Sie ist im Haus. Ich dünge noch die Papillea-Picassa, dann zeige ich Sie Ihnen selbstverständlich."

Er folgte ihr, als sie zu einem Regal neben der Eingangstüre ging und ein Fläschchen herausnahm.

Kein Wunder, dass die Orchideen hier so gut gedeihen! Ideales Klima, nur der teuerste Dünger, alles exklusiv!

Neville nahm den Blick von den zahlreichen Schachteln im Regal und beobachtete die Hausherrin, welche vorsichtig die prächtig bunte Papillea-Pflanze goss.

Schließlich drehte sich Narzissa zu ihm um. „Folgen Sie mir bitte."

Kurz darauf stand der Auror im Arbeitszimmer von Lucius Malfoy. Dunkles, schimmerndes Holz, großflächige Gemälde, Prunkmöbel und ein Teppich, der jedes Geräusch zu verschlucken schien. Eine Pflanze war allerdings weit und breit nicht zu sehen.

Narzissa trat einen Schritt vor und zog ihren Zauberstab aus einer wohl eigens dafür genähten Innentasche ihres hellen Kleides: „Discluso!"

Neben dem Fenster öffnete sich eine Tür und offenbarte eine lichtdurchflutete Nische. Mitten darinnen schwebte ein gläserner Würfel. Durch die Lichtreflektionen konnte Neville den Inhalt nur unscharf erkennen.

Aber ein unverwechselbarer mehrstimmiger Ton durchdrang bereits den ganzen Raum.

Hier bewahrt er also die Triflorifer auf!

Narzissa blieb weiterhin vor dem wuchtigen Schreibtisch stehen. „Gehen Sie nur hinein und bewundern sie eines seiner spektakulären Geschenke für mich!"

Langsam trat Neville näher an den Glastresor heran. Ihr bitterer Ton war ihm allerdings nicht entgangen. „Als Ihr Geschenk sollte sie doch besser im Orchideenhaus stehen! Oder sind Sie oft hier im Arbeitszimmer.

Er stand direkt vor der Triflorifer, als er ihre Antwort aus dem Nebenzimmer hörte: „Nie! Aber hier kann er seine Geschäftsfreunde damit beeindrucken, darum ging es doch immer."

So ein tiefes Blau habe ich noch nie bei einer Pflanze gesehen! Wunderschöne Blüten!

Alle BEIDE.

„?" Er ging ein paar Schritte zurück, weil er ihre Reaktion sehen wollte. „Wo ist die dritte Blüte?"

Einen Moment lang entglitten ihr ihre Gesichtszüge und sie zeigte Überraschung. Doch schon schien sie sich wieder im Griff zu haben.

Immer Haltung bewahren – das ist ihr sicher von Kindesbeinen an antrainiert worden!

Sie machte sich offenbar nicht die Mühe, den Glastresor selbst in Augenschein zu nehmen, sondern sah den Auror direkt an: „Ich nehme an, Sie haben die fehlende Blüte gefunden, sonst wären Sie nicht hergekommen und hätten so direkt danach gefragt. Bei dem toten Mädchen?"

„Ja, in der Wohnung von Doktor Weasley."

Sie schien kurz zusammenzuzucken, dann bemühte sie sich offensichtlich um eine gefasste Miene. „Diese romantische Geste von Lucius für seine Mätresse war auch noch sparsam! Er musste sie für ihre Liebesdienste nicht einmal aus seinem Privatvermögen bezahlen, sondern nahm einfach diese – meine! – wertvolle Blüte."

Mit einem bitteren Ausdruck blickte sie durch die Fensterfront nach draußen.

Neville verspürte einen plötzlichen Impuls, ihr seine Hand tröstend auf die Schulter zu legen.

Hör auf, du bist Auror! Professionelle Distanz!

Das laute Klingeln der Haustür ließ beide aufschrecken.

Kurz darauf verkündete die Hauselfe: „Die drei Damen aus dem Vorstand des Country Clubs sind da, Herrin."

„Natürlich! Die Spenden-Gala. Mr. Longbottom, können wir später….?"

„Ich komme morgen nochmals vorbei."

Er nickte ihr zum Abschied freundlich zu und verließ Malfoy Mansion.

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(legilimens)