Kapitel 28

Little Johns Morgen war trüb, wie das Wetter. Er fühlte sich elendig, obwohl die Vernunft ihm sagte, dass er richtig gehandelt hatte. Sie hatten sich gegen die Dunkelheit geschlagen gegeben, hatten für einen Moment kapituliert, aber der Hüne war nicht willens, das ganze Unterfangen aufzugeben. Ganz im Gegenteil, immerhin ging es um seinen Boss und ältesten und besten Freund. John würde nicht eher Ruhe geben bis er Robin und Gin aus den Fängen der Hexe gerettet hätte.

Ich sollte nach Bailey schicken lassen. Sie kennt sich ein wenig mit Hexerei aus

Überlegte er, während er am Feuer saß und in die Flammen starrte. Die Männer waren müde von den Anstrengungen der vergangenen Nacht. Viele schliefen noch, doch diejenigen, denen es wie John erging, saßen still um das Feuer und hingen ihren eigenen Gedanken nach.
Das, was keiner der Männer abstreiten konnte, war das bittere Gefühl, als sie Roland mitteilen musste, dass sein Vater und Gin vorerst nicht zurückkommen würden. Der kleine Junge hatte versucht tapfer zu bleiben, hatte sogar versucht die Tränen zu kaschieren, indem er immer wieder zu Boden schaute, doch als er sich an Eddies Hand klammerte und ihm wortlos mitteilte, dass er zurück zum Fluss und somit zurück zum Nachtlager seines Vaters wollte, wusste jeder Mann, dass Roland litt.

Der Hüne war froh über die zwei Idioten, die sich um Roland kümmerten. Eddy und Jeff machten sich das erste Mal wirklich nützlich, indem sie den Jungen so gut es ging ablenkten oder seine Trauer erduldeten und mit ihm stundenlang in dem Zelt saßen, welches der kleine Junge nicht mehr verlassen wollte bis sein Vater oder Gin zurückkehrten.

Stanley setzte sich neben John und hielt ihm eine Flasche Selbstgebrannten hin.

„Hier, den habe ich für schlechte Zeiten aufgehoben und ich könnte mich irren John, aber das sind gerade ganz beschissene Zeiten."

Der Riese von einem Mann nickte nur und nahm die Flasche mit einem dankbaren Ausdruck in den Augen an. Bevor er etwas erwiderte, gönnte er sich einen kräftigen Schluck und begrüßte das Brennen in seiner Mundhöhle, das langsam durch seine Speiseröhre glitt und schlussendlich warm in seinem Magen verendete.

„Das kannst du laut sagen, Stanley. Und ich verspreche dir eins. Wenn wir Robin da lebend rausbekommen, dann werde ich ihn umbringen."

Der selbsternannte Koch lachte verbittert auf bei den Worten seines Kumpanen, ehe er die Frage stellte, die schon seit der letzten Nacht auf aller Zunge brannte.

„Glaubst du, dass er noch lebt? Oder Gin?"

John zuckte mit den Schultern, genehmigte sich einen weiteren kräftigen Schluck und seufzte tief.

„Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass Robin selbst dem Dunklen schon entkommen konnte, als wir alle dachte, dass es aus mit ihm wäre. Und Gin. Nun, ich glaube die hat schon ganz anderes überwunden, als diese Hexe."

John erlaubte sich ein angedeutetes Grinsen, welches Stanley mit einem echten Lächeln erwiderte. Der alte Mann erinnerte sich, wie oft Robin schon einkassiert wurde, erinnerte sich daran, wie oft sie des Nachts in Gedenken an ihn, auf sein Wohl getrunken haben, nur um dann seine Visage noch vor dem ersten Morgenrot, grinsend wieder zu sehen.

„Stimmt. Er ist zwar der reinste Idiot, wenn es um Gin geht und auch sonst ganz schön närrisch, aber er weiß wie er seinen Kopf aus der Schlinge ziehen kann" bestätigte der Zahnlose und nahm John die Flasche weg, bevor dieser sie leeren konnte.

Roland hatte sich wieder in die Decken und Felle gekuschelt, die zum Nachtlager seines Vater gehörten. Er hatte Jeff und Eddy immer wieder befragt, wann die beiden zurückkehrten, doch die Antwort seiner beiden Spielgefährten, machte ihn traurig.

„Komm Roland, lass uns ein bisschen Karten spielen", schlug Jeff vor, doch Robins Sohn schüttelte seinen Kopf.

„Wir können auch ein wenig reiten gehen. Das magst du doch so gern", schlug Eddy vor, doch wieder wollte der kleine Junge nicht.

Roland bewahrte das Stück Stoff von Reginas Kleid, welches sie ihm bei ihrer ersten Begegnung gegeben hatte, stets unter seinem Kopfkissen auf, immer gut darauf bedacht, dass niemand es sah, damit es ihm niemand wegnehmen konnte.

„Nein, ich bleib hier und warte. Wenn wir reiten gehen, verpasse ich sie", erklärte Roland mit kindlicher Naivität und drückte das Stück Stoff in seiner Hand fest an seine Brust. Es war die selbe Angst, die den Jungen befiel, wie die vor Pans Schatten. Seit er gehört hatte, dass sein Vater von einer Hexe gefangen gehalten wurde, malte er sich in den dunkelsten Farben aus, was dies zu bedeuten hatte. Sein kindlicher Verstand beschwor Geister herauf, die ihm die Ruhe raubten. Innerlich wünschte er sich den kleinen Prinzen aus Reginas Geschichten in seine Nähe. Wünschte sich diesen Helden, der so viel Abenteuer beschritt und die Königin schon einmal gerettet hatte.

„Okay Roland wir bleiben hier, aber zum Abendessen, gehen wir zu den anderen."

Roland nickte nur, auch wenn es eine Lüge war. Er würde nirgendwo hingehen. Nicht solange sein Papa und Gin von einer Hexe gefangen gehalten wurden.

Eddy und Jeff setzten sich vor das Hilfszelt und fingen ein Kartenspiel an. Die beiden Jungen wären lieber zurück ins Lager gegangen, um herauszufinden was die nächsten Pläne wären. Wären gerne zurückgegangen und hätten sich bewiesen, doch John hatte ihnen unmissverständlich erklärt, dass er sie nicht in der Nähe der Burg haben wollte. Er würde nicht auch noch Babysitter spielen wollen, während er gegen den Bann einer Hexe anzukämpfen hatte.

Eddy gab gerade zum zweiten Mal die Karten aus, als ein Geräusch seine Aufmerksamkeit forderte. Er hielt in der Bewegung inne und lauschte einen Moment.
„Was ist? Ich will heute noch spielen", beschwerte sich Jeff, doch Eddy schüttelte nur seinen Kopf und legte seinen Indexfinger an die Lippen.

„Was soll der Scheiß, Eddy" echauffierte sich der andere, was den Rothaarigen ein wütendes Seufzen entlockte.

„Klappe!", zischte er und erhob sich. Im Schutz der Bäume bewegte er sich langsam in Richtung des Flusses. Der andere Junge schien jetzt endlich zu begreifen und folgte seinem Freund leise. Sie kamen dem Fluss immer näher. Der Duft des Wassers stieg in ihre Nase und vermischte sich mit dem Duft von Pferden.

„Wer ist das?", fragte Jeff debil, doch bevor Eddy zur Antwort ansetzen konnte, erklang es laut.

„HEY, IHR DA!"


Henry und der Rest der Rest der Truppe gelangten zu einem Fluss, an dem sie kurz eine Rast einlegten, um sich etwas zu erfrischen. Tinker Bell freute sich über den Fund des Flusses so sehr, dass sie Henry ansteckte. Der Junge wusste nicht sofort warum die ehemalige Fee darüber so erfreut war bis sie es ihm erklärte.
„Das bedeutet, dass wir das Lager bald finden. Wenn ein Fluss in der Nähe ist, bleiben sie auch in dessen Nähe. Also müssen wir dem Fluss nur folgen und das Beste, hier am Ufer stehen die Bäume nicht so dicht, so dass wir schneller und besser vorankommen."

Das Strahlen auf Tinks Gesicht sprang auf Henrys über, so dass er voller Begeisterung zu Emma sprach.

„Hast du das gehört Emma? Wir sind schon ganz nah"

„Ja, aber fang jetzt nicht wieder an zu quengeln, dass du sofort los reiten willst. Mein Hintern ist nur den sanften Wellengang unter meinem Schiff gewohnt, also gönn ihm eine Verschnaufpause", übernahm Hook das Reden, bevor Emma auch nur ein Wort formulieren konnte. Die blonde Retterin grinste bei Hooks Einwand, doch ließ dieses Grinsen sogleich wieder fallen, als sie ihren Sohn betrachtete.

„Ein paar Minuten werden wir uns noch ausruhen können."

Denn meinem Hintern gefällt diese Reiterei auch überhaupt nicht

Henrys Gesicht spiegelte die Unzufriedenheit wieder, doch er verbalisierte diese nicht. Stattdessen hing er sich an Tinker Bell und unterhielt sich weiterhin mit ihr über seinen neuen Helden, dem er bald begegnen würde. Nach einiger Zeit saßen alle vier wieder auf ihren Reittieren auf und ritten den Fluss entlang. Es verging nicht viel Zeit, als sie etwas zwischen den Bäumen erkennen konnten. Emma übernahm nun die Führung, auch wenn sie sich noch immer nicht wirklich sicher auf dem Gaul fühlte. Sie gab dem Pferd die stumme Anweisung näher heran zu treten bis sie zwei junge Burschen erkennen konnte. Noch ehe die beiden wegrennen konnten, rief sie.

„HEY, IHR DA!"

Tink schloss sofort auf, als sie Personen erkennen konnte. Sie musste zwei Mal hinschauen und in ihrer Erinnerung herumkramen bis sie die beiden Gesichter erkannte. Sie waren größer geworden, doch die Jugend war noch frisch.
„EDDY, JEFF", schrie sie, als die beiden Jungen ein Stück in den Wald liefen. Die ehemalige Fee sprang von ihrem Pferd und setzte ihnen nach. Sie verfolgte sie bis zu dem Hilfszelt und hielt inne, als sie mitansah, wie der Rothaarige einen kleinen Jung aus dieses herauszerrte und weiter laufen wollte.
„Roland?", machte sie überrascht, als sie den Dunkelhaarigen sah und schenkte ihm ein Lächeln. Jeff, Eddy und Roland standen wie erstarrt da und schauten mit Skepsis auf die Blonde, die ihre Hände nach oben nahm, um zu zeigen, dass sie nicht bewaffnet war. Es war Robins Sohn, der als erstes den Mut aufbrachte zu fragen.
„Wer bist du und warum kennst du mich?"

Tinker Bell lächelte und erklärte sich.
„Du warst viel kleiner, als ich dich das letzte Mal gesehen habe. Und ihr auch Jungs", sie wandte sich an die beiden anderen. Jeff verengte seine Augen und musterte die fremde Frau bis seine Miene sich erhellte „Ti...Tink?"

Die einstige Fee nickte eifrig, lief auf die drei Jungs zu und schloss den erst Besten in die Arme. „Endlich haben wir euch gefunden. Seit Tagen reisen wir euch hinterher. Bringt mich zu Robin, es ist wichtig"

Währenddessen hatten Hook, Henry und Emma aufgeholt und blieben etwas Abseits stehen, um die Szenerie im Auge behalten zu können.

Kaum hatte die Blonde nach Robin gefragt, verzogen sich Eddy und Jeffs Mundwinkel gen Boden und Roland begann zu schniefen.

„Die Hexe hat ihn gefangen" wimmerte der kleine Junge und zog seine Nase geräuschvoll hoch. Die vier Neuankömmlinge tauschten fragende Blicke aus, worauf Eddy sich als Sprecher betätigte und Bericht erstattete.
„Er wollte Gin befreien und dabei hat sie ihn gefangen genommen."

Tinker Bell erinnerte sich an die Geschichten in den Dörfern, konnte aber immer noch nicht alles verstehen, was das zu bedeuten hatte. Also hakte sie nach.

„Wie? Gin befreien? Gefangen genommen? Hexe?"

Wieder war es Eddy, der antwortete.

„Robin ist den Deal eingegangen, Gin der Hexe auszuliefern. Er wollte es nicht, sah aber keine andere Möglichkeit, also haben die Männer beschlossen, sie auszuliefern und nachts wieder zu stehlen. Leider ist alles schief gegangen..."

Aus Rolands Augen quollen dicke Tränen, als er der Erklärung lauschte. Henry blickte mitfühlend auf den kleinen Jungen, der anscheinend seinen Vater verloren hatte. Tief in seinem Herzen verstand er den Schmerz des Jungen und wollte schon auf ihn zugehen und ihm freundschaftlich eine Hand auf die Schulter legen. Wollte ihm sagen, dass Emma dieser Hexe in den Hintern treten würde und seinen Papa und Gin befreien würde, doch da traf ihn die Erkenntnis wie ein Schlag.

„Welche Hexe Jungs?, hakte Tinker Bell nach und hoffte inständig, dass sie die Antwort nicht kennen würde

„Die aus der schwarzen Burg"

Die einstige Fee und Emma schlossen gleichzeitig ihre Augen, als sie verstanden, wer für dieses Unglück verantwortlich war.

Okay, ich werde dieses dumme Ding den Hals umdrehen. Nimmt ihn gefangen und weiß wahrscheinlich nicht einmal, wer er ist und macht abermals alles kaputt...tut mir Leid Henry aber ich werde deiner Mutter so was von in den Hintern treten, dass die sich nie wieder davon erholt

Regte sich Tink innerlich auf und konnte die Wut nur mit Mühe im Zaun halten.
„Das klingt nicht gut Jungs und war auch nicht das, was ich erhofft habe. Ist John in der Nähe? Vielleicht kann er uns weiterhelfen"

Eddy nickte und zeigte in Richtung des Lagers.

„Dann kommt, es wird Zeit, dass wir endlich Hilfe finden"

Die Jungs und der neu dazu gestoßene Trupp setzten sich in Bewegung. Nur Henry blieb zurück. Ein flaues Gefühl breitete sich in seinem Magen aus und nährte eine Flut von Gedanken, die ihn gefangen nahmen

Das ist alles meine Schuld. Ich will zu ihr. Auf mich wird sie hören. Für mich wird sie damit aufhören, dass hat sie immer getan...

Emma bemerkte, dass Henry zurückblieb und ging einige Schritte zurück. Sie schenkte ihm einen warmen, mitfühlenden Ausdruck und legte ihre Hand auf seine Schulter, um diese ermutigend zu drücken. Für einen kurzen Moment erlaubte er diese Berührung, doch dann löste er ihre Hand und setzte sich schweigend in Bewegung.


John besprach sich mit Stanley und einigen der alteingesessenen Männern, als er die Fremden in seinem Lager erblickte. Noch bevor sie das Feuer erreichen konnte, waren verschiedene Waffen auf die Neuankömmlinge gerichtet. Emma, Hook, Tinker Bell und Henry hoben die Hände, als Zeichen des Friedens, während Jeff zu einer Erklärung ansetzen wollte.

„Wir haben sie am Fluss gefunden..."

Ehe er weiter reden konnte, erklang Tinks Stimme

„Nimm die Waffen runter, du riesiges Rindvieh und begrüße eine alte Kameradin, wie es sich gehört"

John hielt ein Schwert in Richtung der Fremden. Sein Gesicht war hart und grimmig, doch als die einstige Fee das Wort ergriff und er die vertraute Stimme vernahm, erhellte es sich soweit, dass er grinste

„Kann ich meinen alten Augen trauen oder hat mich Baileys Selbstgebrannter schlussendlich doch noch das Augenlicht gekostet."

Er nahm die Waffe herunter und trat einen Schritt auf die Blonde zu, ehe er sie in seine Arme schloss

„Tinker Bell. Wie lange ist das her?"

Die ehemalige Fee erwiderte die Umarmung, klopfte ihm auf den Rücken und antwortete

„Ich weiß es nicht, aber Roland konnte noch keine ganze Sätze formulieren"

Lachen drang aus beider Kehlen, während die anderen Männer ihre Waffen ebenfalls ablegten und die ehemalige Fee zu erkennen schienen. Emma und die anderen erlaubten es sich zu entspannen und nahmen die Hände hinunter.

John bot den Fremden Platz am Feuer an und befahl einigen der herumstehenden Männer, Getränke und etwas zu Essen zu holen.

Emma blickte Little John von oben bis unten an. Ihr Kopf legte sich in den Nacken, damit sie den Hünen bis zum Scheitel gucken konnte. Debil fragte sie nach.

„John? Wie in Little John?"

Der Geächtete schaute zur Retterin, schenkte ihr ein breites Grinsen und nickte

„Ja! Warum schaust du so schockiert, Süße?! Nomen est Omen ist für'n Arsch"

Emmas Mund öffnete sich, als er sie ansprach und schloss sich wieder, ohne dass ein Laut herauskam. Sie schüttelte ihren Kopf, blickte leicht verwirrt drein und antwortet dann.

„Dann lass lieber das Süße weg, Little"

„Warum? Wie soll ich dich sonst nennen? Mädchen? Schätzchen?"

„Emma! Emma reicht" erwiderte sie prompt und schenkte ihm einen Seitenblick von dem John nicht wusste ob sie erzürnt oder belustigt war.

Die Männer kamen dem Befehl nach und ehe sie sich versahen, saßen sie alle beisammen.

Henry rührte nichts von dem Essen an. Sein Appetit war ihm vergangen. So sehr er sich auch gefreut hatte auf Robin Hood und seine Geächteten zu treffen, so sehr war die Freude verschwunden und machte Platz für ein schäbiges Gefühl, welches ihn quälte. Mitanzuhören, wie John nun über die Geschehnisse Berichtete, schnürte ihm die Kehle ein, während gleichzeitig etwas in ihm zu brodeln begann. Er wollte nicht mehr zuhören, wollte dass John endlich seinen Mund hielt, doch er konnte sich dem nicht entziehen. Der Geschichtenerzähler war in seinem Element.

„Wir haben die ganze Nacht versucht zur Burg zu kommen, aber wir hatten keine Chance. Die Bäume bewegen sich und die Burg selber ist vollkommen mit Dornenranken versehen. Die Dunkelheit, die Nachts dort herrscht ist nicht natürlich"

Die Neuankömmlinge nickten nur wohlwissend, während John mit seiner Erzählung Fortfuhr.

„Das Miststück hat sich sofort Gin gekrallt und Robin und ich sind raus, aber dieser Narr hat es einfach nicht über sein Herz gebracht sie alleine mit dieser Sabberhexe zu lassen. Irgendwie kann ich ihn sogar verstehen."

In dem Hünen wallte Wut auf, die sich darin zeigte, dass seine Stimme immer ungehaltener wurde und seine Gestiken sich beinahe überschlugen.

„Ich hab ihm gesagt, dass wir den Deal brechen sollen, aber uns waren die Hände gebunden. Konnte doch keiner Ahnen, dass auf uns diese Sabberhexe wartet. Und wie die sich aufgeführt hat, ich sag es euch, die ist Irre. Verrückt. Wahnsinnig. Hat nicht alle Tassen im Schrank", Johns Atmung beschleunigte sich. Seine Hände ballten sich zu Fäusten, mit denen er wild herum gestikulierte, während er sich immer weiter in Rage redete.

Und wegen diesem Miststück verliere ich meinen besten Freund und Roland verliert das bisschen Familie, das ihm geblieben war.

Er verscheuchte seine Gedanken, da er sich vorgenommen hatte, noch nicht vom Schlimmsten auszugehen. Stattdessen verbalisierte er seinen Unmut weiterhin.

„Diese Sabberhexe soll der Blitz treffen, während sie..."
„HÖR AUF!", entwich es aufgebracht aus Henry, der sich vom Boden erhob und John und die anderen wütend anfunkelte.
„Hör auf so von ihr zu reden! Sie ist kein Miststück. Sie ist meine Mom", schrie er, während es in seinen Augen verräterisch glitzerte. Sofort sprang Emma auf und wollte ihren Arm um den Jungen legen, doch Henry wandte sich ab und stürzte in Richtung des Flusses. Die Retterin wollte nachsetzen, als sie Stanleys Hand auf ihrer Schulter spüren konnte.
„Lass ihn, Mädchen. Ich kenne das Alter, lass ihn sich beruhigen."

Emma atmete tief durch und seufzte geräuschvoll. Fragend ging ihr Blick zu den anderen ihrer Truppe. Tinker Bell und Hook nickten in Zustimmung des alten Mannes, was Emma sich wieder hinsetzen ließ. Little John schüttelte nur ungläubig seinen Kopf und schaute dann die Blonde mit ebenso ungläubigen Ausdruck auf seinem Gesicht an.
„Seine Mom?"

Emma nickte nur, woraufhin der Hüne einen Pfiff zwischen seine Zähne ausstieß und abermals seinen Kopf schüttelte.

„Da sag ich nur, mein herzliches Beileid an den Jungen. Mit dem möchte ich nicht tauschen."

Den hat sie aber spät bekommen...Ich will gar nicht darüber nachdenken, was sie mit dem kleinen Jungen macht, wenn sie ihre Tochter schon so behandelt hat