Täuschungen 29

Wie gesagt, Albus erstaunliche Informationen mussten erst gründlich bedacht werden und so verteilte Severus lediglich einige Arbeitsaufträge an die unterschiedlichsten Personen, bevor er die Zusammenkunft wenig später schloss.

Alle machten sich nach und nach auf den Heimweg, nur Jean blieb noch. Nachdenklich saßen die drei anschließend vor dem Kamin und selbst der hervorragende Wein, den Severus für seine Schwiegermutter und für sich geöffnet hatte, konnte die Stimmung nicht sonderlich heben.

„Was ist das denn jetzt für ein Plan, den Du austüfteln wolltest?", fragte Jean irgendwann und zog Hermines zweite Decke enger um ihre Schultern.

„Ach,…", genau, da war ja noch die Sache mit dem Plan, „Ich hatte daran gedacht Slide und die anderen vier mit einer geschickten Finte in eine Falle locken, dann alles was wir noch wissen sollten aus ihnen grausam rausquetschen, um ihnen anschließend langsam und genüsslich ein qualvolles Ende zu bereiten."

„Severus Snape! Du wirst Dir auf keinen Fall an diesen Kreaturen die Finger schmutzig machen!", stellte Hermine sofort energisch klar, „wir lassen uns doch nicht auf die gleiche primitive Stufe wie sie bringen, nur wegen so etwas Dummem wie Rache!"

„Ich finde Rache ganz und gar nicht dumm!", war Severus völlig anderer Ansicht und verschränkte seine Arme vor der Brust, „ich finde sie unglaublich befriedigend und je langsamer und qualvoller um so befriedigender!"

„Vergeltung macht kein geschehenes Unrecht wieder gut", war auch Jean der gleichen Meinung wie ihre Tochter, setzte aber hintergründig grinsend hinzu, „was aber nicht heißt, dass diese Verbrecher nicht bestraft werden sollten!"

Severus schaute in Hermines warme braune Augen und musste resigniert seufzen, „Da ich schon mit Eurer üblichen Großherzigkeit gerechnet habe, sieht mein Plan auch eigentlich vor, lediglich alle nach Askaban zu bringen, wo sie dann bis an ihr Lebensende vor sich hinfaulen können!"

„Schon besser, mein Lieber!", nickte seine Frau und lehnte ihren Kopf an seine Schulter an, bevor sie leidvoll seufzte, „allerdings werden wir sie wohl kaum dafür ins Gefängnis bringen können, dass sie das Geheimnis der verwunschenen Berge gelöst haben."

„Du hast das Geheimnis gelöst, nicht diese Stümper!", schnaubte Severus und legte zwecks größerer Bequemlichkeit seinen Arm um die Schulter seiner Frau, was ihr augenscheinlich gut gefiel, „Dein Spruch war wahrlich meisterlich!", lobte er noch brummelnd, was ihr ein sehr zufriedenes Lächeln auf die Lippen zauberte und sie sich noch enger an ihn heranschmiegen ließ.

Sehr, sehr angenehm. In der Tat.

Doch Jean machte die ganze entspannte Stimmung, die sich gerade ein wenig einstellen wollte zunichte, denn sie spann Hermine Faden weiter, „Vielleicht kann man sie nicht per Gesetz daran hindern ein Volk auszurauben oder sich zu bereichern, aber Hide und die drei anderen kann man sicher wegen Misshandlung, Vergewaltigung und Folter anklagen!", sie sah ihre Tochter bekümmert an, „Dann müsstest Du aber die ganze Geschichte aufdecken, Hermine."

„Darüber habe ich lange nachgedacht", erwiderte Hermine und löste sich aus Severus Umarmung, „und ich würde es auch sofort tun, aber dann kommt garantiert heraus, dass das Kind, das ich trage, von Harry ist und wir alle werden wochen- und monatelang durch die Presse gezerrt und das will ich auf keinen Fall, nicht für meine Familie und auch nicht für die der Potters. Alle haben schon genug gelitten, wegen all dem. Tut mir leid!"

„Ich stimme Hermine zu", Severus rieb sich über die Augen, „ich will nicht, dass ein Rest Unsicherheit in den Köpfen der Leute hängen bleibt, ob meine Frau nicht doch eine freiwillige Affäre mit ihrem besten Freund hatte."

„Aber wie willst Du denn dann diesen Slide und die anderen hinter Gitter bringen?", verstand Jean nicht, „Professor Ambros Carters Vergiftung können wir ihnen auch nicht nachweisen!"

„Wohl kaum!", meinte Hermine sarkastisch, „nachher bleibt noch ein Rest Unsicherheit in den Köpfen der Leute, ob ich nicht doch willentlich meinen Vorgesetzten vergiftet habe!"

„Wir müssen etwas anderes finden!", war sich auch Severus sicher und stand auf, um einige Schritte zu tun, „nur was?"

„Wir müssen suchen! Es gibt sicherlich etwas! Jemand wie Slide, Hide und die anderen, entwickeln nicht mal eben eine solch unglaubliche kriminelle Energie!", überlegte Jean, „Auch so etwas muss man üben!"

„Es hat ihnen Spaß gemacht", flüsterte Hermine und schnappte sich ihr Kissen um es fest an sich zu drücken.

„Ja, das hat es und man sah ihren Gesichtern an, dass sie es nicht zum ersten Mal getan haben!", erinnerte sich auch Severus und blieb mit auf die Hüften gestemmten Händen vor seiner Frau stehen, „Wir müssen noch stärker in ihrer Vergangenheit wühlen und ihre Geschäfte gründlicher unter die Lupe nehmen."

„Du hast doch schon alle Akten gesichtet, gab es da nichts, was Dir aufgefallen ist?", fragte Jean hoffnungsvoll.

„Das mit den meldepflichtigen Zutaten in diesen 0/8/15 Tränken ist so eine Sache, da würde es sich sicherlich auch lohnen genauer hinzuschauen", meinte Hermine und schaute ihren Mann von unten mit müden Augen an.

„Ja, das könnte…" er wurde durch ein Klopfen an der Türe unterbrochen. Erstaunt sah er seine Frau an, die ebenfalls überrascht auf ihre Armbanduhr sah, es war schon nach elf, wer mochte das sein. Es klopfte wieder und er begab sich ärgerlich über diese Störung zur Kerkertüre, um sie mit bösem Blick aufzureißen. Wehe das war einer seiner Slytherins, die mal wieder eine Dummheit nicht in den Griff bekamen.

Doch vor der Türe stand kein Slytherin. Es war überhaupt kein Schüler oder Schülerin. Es war einer der seltsamsten Personen, die Severus je gesehen hatte und das wollte schon was heißen!

„Wer sind Sie?", fragte er blinzelnd.

Vor ihm stand eine sehr alte Frau mit pechschwarzer, glänzender Haut, nur mit einem fremdartigen, aber farbenprächtigen Tuch umhüllt, das ihre dünnen Arme freiließ und die vielen goldenen Muster auf ihrer Haut sichtbar machte.

„Aha! Der Mann!", murmelte sie mit tiefer, singender Stimme und ein kleines Grinsen umspielte ihre Lippen. Sie war sehr klein und stütze sich auf einen reich verzierten Stab.

„Allerdings!", antwortete Severus langsam und er überlegte gerade krampfhaft, ob er nicht sicherheitshalber seinen Zauberstab zücken sollte, da wurde das Grinsen der Alten noch breiter und sie entblößte eine löchrige Zahnreihe. Zudem sah sie ihn wissend an und schüttelte langsam ihren Kopf. Verflucht! War er so leicht zu durchschauen oder konnte sie etwa Gedankenlesen?

Severus zog seine Augenbraue noch enger zusammen, „Aber Sie haben mir noch immer nicht meine Frage beantwortete: Wer sind Sie und was wollen Sie hier?"

„Ich Mbaba, Älteste!", antwortete sie, „Ich will zur weißen Löwenfrau, die sich Hermine nennt!"

„Die Älteste von was?", fragte Jean aufgeregt und spähte unter Severus langen Armen auf den seltsamen Gast.

„Mkemeko Älteste", antworte die Alte stolz.

Severus und Jean rissen die Augen auf und Jean murmelte fasziniert, „Grundgütiger!"

Die Alte, die sich Mbaba nannte, nickte wieder und verbeugte sich vor Jean, „Ja, man sieht! Mutter!"

Dann wurden ihre Augen ebenfalls groß, denn auch Hermine konnte ihre Neugierde nicht mehr im Zaum halten und musste selbst sehen, wer da behauptete aus Afrika nach Schottland gekommen zu sein, um mit ihr zu reden und die alte Frau verbeugte sich fast bis zur Erde, wobei sie einen Schwall unverständlicher Dinge murmelte, bevor sie sich wieder aufrichtete und zufrieden nickte, „Weiße Löwenfrau! Sei gegrüßt!"

„Ähm, seien Sie ebenfalls gegrüßt", antwortete Hermine unsicher und verbeugte sich sicherheitshalber auch mal, dann bat sie nach einem kurzen Blickwechsel mit ihrem Mann, „Bitte treten Sie ein und nehmen Sie Platz!"

„Vielen Dank!", freute sich Mbaba und schlurfte in die Wohnung, dabei ließ sie Hermine keine Sekunde aus den Augen.

„Was… was wollen Sie von mir?", stotterte Hermine argwöhnisch, als alle am Kamin standen und Mbaba keine Anstalten machte sich auf Sessel oder Sofa zu setzen.

„Du hast gerufen!", antwortete die Älteste und legte den Kopf schief.

„Gerufen?", verstand Hermine nicht.

„Aber ja!", nickte Mbaba und ließ sich auf den Teppich nieder, was zu noch irritierteren Blicken der drei führte.

„Durch Öffnungsspruch", ergänzte sie und legte ihre Kleidung in ordnungsgemäße Falten.

„Das wusste ich nicht!", murmelte seine Frau und starrte die dicht beschriebene Tafel mit den vielen Notizen und mit dem Spruch darauf an.

„Aber Du brauchst mich doch, oder?", strahlte die alte Frau und stampfte mit ihrem Stab auf, woraufhin sich Sofa und Sessel in weiche Sitzkissen, der Couchtisch aber in ein schön gearbeitetes Tablett verwandelte, „Setzt Euch und dann wir sprechen."

Hermine tauschte mit ihrem Mann einen langen Blick, dann ließ sie sich auf das Kissen gegenüber Mbaba nieder und auch Jean setzte sich auf ihren Platz.

„Dürfen wir Ihnen etwas zu trinken anbieten oder etwas zu essen?", erkundigte sich Jean höflich, ihre Tochter und ihr Schwiegersohn sahen gerade nicht so aus, als wenn sie an Artigkeiten denken könnten.

„Nein, danke", schüttelte Mbaba ihr graues Haupt, „ich kann nichts trinken nichts essen, ich nur Abbild."

„Sie sind nicht real?", wunderte sich Severus und beugte sich ungläubig vor, die Afrikanerin sah unglaublich echt aus.

„Nein, nicht nötig, viel bequemer und ungefährlicher zu schicken Saomi."

„Ist Saomi ihr Abbild?", forschte Jean.

„Richtig. Ich es aus mir herauslösen, dafür man muss meditieren und speziellen Trank trinken", erklärte Mbaba freundlich, doch dann winkte sie ab, „aber wir nicht hier, um zu reden über mein Saomi, sondern über Sorgen Deiner Tochter."

„Wenn Ihnen schon bewusst ist, dass meine Frau den Spruch kennt und Sie auch sonst noch so Einiges zu wissen scheinen, dann müssten wir jetzt wohl eher über Ihre Sorgen reden!", befand Severus und sah die Älteste herausfordernd an.

„Meine Sorgen?", wunderte sich die Mkemeko.

„Ja! Mbaba", seufzte Hermine und zog nachdrücklich an Severus Robenärmel damit er sich ebenfalls setzte, „Ihr Volk ist in großer Gefahr!"

„So?", die alte Dame hob erstaunt eine Augenbraue, „Das neu, welche Gefahr?"

„Die Gefahr durch einige aus dieser Forschungsgruppe, der ich angehörte, Hide, Broomberry und die anderen, sie kennen den Öffnungsspruch und sie werden kommen, um Ihr Wissen zu stehlen und sie werden nicht davor zurückschrecken Sie, wenn nötig, umzubringen!", erläuterte Hermine und raufte sich die Haare.

„Ach, die!", wischte Mbaba Hermines Befürchtungen weg, „Solche Kreaturen machen keine Sorge, wir schützen Land schon viele tausend Jahre gegen Räuber und Verbrecher."

„Aber sie gehen über Leichen und sind schlau und gerissen!", versuchte es Hermine nochmals eindringlich vor der drohenden Gefahr durch Slide, Hide und seine Leute zu warnen.

„Keine Sorge, Löwenfrau, nur besondere, mächtige Frau kann treten in das Land der Zwölf, wir schlau und machtvoll wie Du, wir sehen und lachen!"

Die Grangerfrauen und Severus starrten sich einen Augenblick verwundert an, dann überrollte Severus plötzlich eine unglaubliche Welle des Zornes.

„So, Sie lachen! Na, ausgezeichnet!", er sprang von seinem Kissen, auf das er sich erst vor einer halben Minute gesetzt hatte, auf „Wie ungemein beruhigend, dass wir uns darum keine Sorgen mehr zu machen brauchen, weil Sie ja alles im Griff haben und sich und Ihr Volk anscheinend vor diesem Pack schützen können! Sie schauen ja zu und amüsieren sich auch noch!", ihn packte die blanke Wut, „Warum zum Teufel war es Ihnen denn dann nicht möglich meine Frau vor ihnen zu beschützen?"

„Severus!", mahnte Hermine beschwichtigend, denn er war wirklich laut geworden.

„Was? Verdammt!" explodierte ihr Mann mit zitternder Stimme, „Ich finde, das ist eine sehr berechtigte Frage. Wenn es ach so einfach ist, ein täuschend echtes Hologramm viele tausend Meilen weit zu schicken und über diese Illusion derart realistisch zu agieren, wenn es absolut kein Problem darstellt, dass eine Gruppe Krimineller schon einen Fuß in ihrem so sorgsam gehüteten Reich hat und wenn es innerhalb weniger Minuten möglich ist, zur Stelle zu sein, wenn Dich Sorgen plagen, dann frage ich mich doch wirklich, warum sie es lachend zuließen, dass man Dir Gewalt antat, Dir unerträgliche Schmerzen zugefügt hat, Dich benutzt, ausgenutzt und geschändet hat?", schrie er und funkelte die Älteste der Mkemeko hasserfüllt an.

„Du hast recht, wütender Mann!", seufzte die alte Frau und sah sogleich noch einige Jahre älter aus, „Wir versagt!"

„Ach wirklich?", höhnte Severus mit bleichem Gesicht, er war noch lange, lange nicht fertig, denn all die Wut, der Zorn und die Verzweiflung der letzten Wochen hatten endlich ein greifbares, schuldiges Gegenüber, und so entlud sich seine Klage auf das graue Haupt dieses Trugbildes, „Bei Merlin! Und wie Ihr versagt habt! Verdammt! Es hätte nicht viel gefehlt und diese machtgeilen Sadisten hätten sie umgebracht! Es hat wahrlich nicht viel gefehlt und Ihr verfluchtes Land, mit all seiner sagenumwobenen Weisheit und Macht hätte unsere Familie zerstört und die von den Potters gleich mit!", er ballte seine Hände zu Fäusten und versuchte seine wütenden Tränen unter Kontrolle zu halten, „Sie haben es einfach zugelassen, dass an ihrem Gedächtnis großflächig herumgefuscht wurde und damit Angstzustände und Albträume heraufbeschworen! Auch war es Ihnen scheinbar völlig egal, dass sie sie gezwungen haben, wieder und wieder mit ihrem besten Freund zu schlafen und dass wir noch unglaublich dankbar sein dürfen, dass das Kind, das sie trägt nicht von einem dieser Vergewaltiger ist, sondern nur von Harry Potter!", er wischte sich fahrige über seine Augen, „Meiner Meinung nach haben Sie wirklich unglaublich jämmerlich versagt und fragen Sie mich lieber nicht, was ich am liebsten mit Ihnen und ihrem weisen Volk anstellen würde!"

Hermine hatte sich schon am Anfang seiner zornigen Anklage erhoben und zog ihn jetzt fest in ihre Arme, küsste ihn unter leisen Beruhigungen zärtlich und streichelte ihm übers seine Wange. Widerwillig, aber immerhin, gab er schließlich ihren Kosungen nach und als er sich ein wenig beruhigt hatte, machte er sich von ihr los und schöpfte tief Atem, bevor er die eigentliche Frage der Ältesten mit versteinertem Gesicht beantwortete, „Sie wollen wissen, was uns Sorge macht?", er fasste nach Hermines Hand, „es ist genau das, was Sie so gelassen bleiben lässt: Man kommt nur mit der weisen und mächtigen Frau in dieses Land und genau das wissen diese Verbrecher auch und sie werden alles daran setzen meine Frau wieder in ihre Gewalt zu bekommen, um doch noch an ihr Ziel zu gelangen", er schloss einen Augenblick seine Augen, bevor er sehr leise hinzufügte, „und egal ob es ihnen gelingen wird oder nicht, ich würde wetten, anschließend werden sie sie mit Genuss töten."

Die Älteste des geheimen Volkes hatte Severus Anklage mit gesenkten Augen über sich ergehen lassen, doch jetzt hob sie ihren Kopf und wischte die glänzende Tränenspur von ihren runzeligen Wangen, „Man kann Auserwählte in den Bergen von Sorilana nicht töten!", murmelte Mbaba leise, „darum sie lebt", sie richtete sich auf, „Große, mächtige Zauber schützen, schützen auch vor schlimmen Vagusfluch."

Aha, das war also der Zauber, den Hide auf Hermine gelegt hatte „Das hat sich aber anders angesehen!", schnaubte Severus und dachte an die Bilder seiner sich in Qualen windenden Frau und auch Hermine ergänzte leise, „und sich auch ganz anders angefühlt!"

„Ja, wir wissen", nickte Mbaba bekümmert, „doch wir zu lange halten ab großen Palaver, was zu tun!"

„Was ist Palaver?", fragte Jean.

„Beratung", antwortete Mbaba.

„Was gibt es denn da verdammt noch mal zu beraten, wenn direkt vor meiner Haustüre Unrecht geschieht?", verstand Severus nicht und er merkte seine gerade mühsam heruntergeschluckte Wut wieder hochkommen.

„Einige meinen, Schicksal ist tabu, weil macht stark", versuchte Mbaba die Problematik deutlich zu machen, „andere meinen, nur gutes Schicksal macht stark."

„Und über diese Grundsatzfrage haben Sie sich so lange gestritten, bis alles zu spät war?", Severus sah schon wieder rot.

„Nein, wir erzielten Einigung nach wenige Tage und schützen Löwenfrau vor Lebensschaden."

„Unglaublich! Was verstehen Sie denn unter Lebensschaden?", er war sehr nahe daran dieser Person einen nachhaltigen Lebensschaden zu verpassen.

„Wir tun viel! Sagen Verbrecher durch leichte Zeichen, dass Zeitfluch nötig, damit sie gehen heim! Wir verhindern Kind von Verbrecher und schützen Kind in Bauch!", zählte die alte Afrikanerin auf.

„Na ausgezeichnet!", höhnte Severus und raufte sich die Haare.

„Das ist ja alles recht gut, Mbaba", befand auch Jean, „aber bei allem Respekt, das war ein wirklich schlechter Kompromiss!"

„Ja, ich auch finde!", nickte die Älteste, „Darum ich Volk befragt und nun ich bin hier!", sie sah alle drei ernst an, „Sagt, was wir sollen tun!"

„Na was schon!", brüllte Severus, „machen Sie diesen Menschen ein Ende, lassen Sie sie qualvoll verrecken und dann will ich nie wieder etwas von Ihnen und Ihrem verfluchten Land hören und sehen!"

Mbaba starrte ihn mit großem Unverständnis an.

„Was mein Mann damit sagen will, Mbaba", versuchte Hermine zu übersetzen, „ist, dass solch kriminelle Menschen bestraft werden müssen, sonst tun sie noch viel mehr Unrecht!"

„Wir ein friedliches Volk, wütender Mann", stellte Mbaba klar, „wir finden Rache dumm, weil Rache nur beschwört Rache", aber sie nickte Hermine mit einem feinen Lächeln zu, „Aber wir nie halten Verbrecher auf, die fallen in Gier und machen Fehler."

„Meinen Sie solche Fehler, wie Misses Slide sie vor ein paar Jahren gemacht hat und als goldene Statue wiederkam?", erkundigte sich Jean.

„Sehr gut! Mutter von Löwenfrau auch sehr klug!", lachte Mbaba und strahlte Severus froh an, „Du großes Glück, dunkler Mann!"

„Ich weiß!", grollte der abwesend.

Auch Hermine schien nicht so begeistert zu sein, denn sie sah Mbaba angstvoll an, „Heißt das, dass ich doch wieder mit diesen Menschen nach Afrika muss?"

„Ja, wahrscheinlich", stimmte Mbaba gut gelaunt zu, „bald sie kommen und wollen Ernten!"

„Was? Oh, nein, das erlaube ich nicht!", widersprach Severus panisch und auch Jean wurde blass.

„Du nicht die Macht zu erlauben!", erwiderte Mbaba mit zusammengezogenen Augenbrauen und deutete auf Hermine, „Löwenfrau weiß, was richtig!"

Als sie aber Severus Angst sah und auch die Blicke der beiden Grangerfrauen wahrnahm, ergänzte sie, „Keine Angst, dunkler Mann, Löwenfrau wird nichts geschehen, wir schützen gut!"

Severus lagen schon einige unhöfliche Entgegnungen auf der Zunge, aber die zitternde Hand seine Frau, die sich leicht wie der Frühlingswind auf seine legte, hielten ihn zurück.

„Wann?", fragte sie tonlos.

„Wir sagen schlechten Menschen, wenn dritter Mond sich zeigt, dann Land wird sich auch zeigen!"

„Das wäre Mitte Oktober?", rechnete Jean schnell nach und Mbaba nickte, „Ja, wir noch haben Zeit."

„Aber Hide will den Bericht am Mittwoch abholen", fiel Severus ein, „was ist, wenn sie Hermine dann schon mitnehmen wollen?"

„Nein", schüttelte Mbaba überzeugt den Kopf, „aber er wird Plan weiterschmieden."

„Und Sie meinen, wir sollen darauf eingehen?", fragte Jean.

„Aber ja! Löwenfrau will Frieden."

„Schon, aber ich bin nicht gut im schauspielern", bemerkte Hermine zweifelnd und das war mehr als wahr!

„Dann brauen Trank und lassen das andere tun", Mbaba schaute erst zu Jean, die aber abwinkte, „Ich bin keine Hexe, das könnten sie merken", dann zu Severus, der schon Sorge hatte, dass er das übernehmen müsste, doch Mbaba meinte zuversichtlich, „Ihr findet gute Lösung, ich sicher!"

„Ginny", murmelte Hermine nachdenklich, „sie kann so was!"

Das Summen erklang wieder und Mbaba erhob sich schwerfällig, „Muss gehen! Ruf mich Löwenfrau, wenn Not, ich komme!"

Dann verneigte sie sich wieder vor Hermine und auch vor Jean und schenkte Severus im Hinausgehen ein sehr tiefgründiges Lächeln.