Hallo ihr Lieben,

Ja, es hat wieder ne ganze Weile gedauert, aber es gibt einfahc unheimlich viele wichtige Dinge zu erledigen. Aber dafür ist es ein langes Kapitel geworden :)

Viel Spaß beim Lesen. Hinterlasst mir ein paar Reviews als Anspron :)

LG Lucia


Gefecht

Vier Monate. Vier endlos lange Monate lag sie nun schon auf diesem Sofa. Direkt im 3.Monat hatte es Komplikationen gegeben und man hatte Narcissa angewiesen, so viel wie möglich zu liegen und sich zu schonen.

Genervt schlug sie das Buch zu.

Immer nur lesen. Langsam wurde ihr schon übel, wenn sie nur die Buchstaben auf dem Tagespropheten sah.

Was nicht nur daran lag, dass sie die Nase voll von lesen hatte, sie wusste ja ohnehin schon, was drinstehen würde: Vermisstenmeldungen, Mordanschläge auf Muggel und Zauberer gleichermaßen und an allem waren nur die Todesser Schuld.

Lucius war seit einigen Monaten so eingespannt in seine Arbeit als Spion im Ministerium und als bester Mann des Dunklen Lords, dass er nur noch zum Essen und Schlafen nach Hause kam- wenn überhaupt.

Narcissa wusste, dass er deshalb ein schrecklich schlechtes Gewissen hatte, und empfing jeden Tag ein Entschuldigungsgeschenk von ihm, aber ihr ohnehin schon gereiztes Gemüt, beruhigte sich dadurch nur in geringen Maßen.

Vorsichtig erhob sie sich von der Couch und ging, eine Hand schützend auf ihren kleinen Bauch gelegt, zum Fenster.

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„Weißt du Bellatrix langsam entwickelst du dich zu einer richtigen Fanatikerin. Kannst du nicht ein Mal vorher über die möglichen Konsequenzen nachdenken?"

„Ach, jetzt bin ich Schuld, dass wir hier festsitzen, ja?", zischte seine Schwägerin zurück. Lucius lachte spöttisch auf. „Wer denn sonst?! Wie kann man nur so blöd sein, und vor einer ganzen Schar von Auroren seine Maske herunterziehen?" Nachdem er sich versichert hatte, dass niemand außer ihnen in dieser verfallenen Muggelfabrik aufhielt, legte er den bewusstlosen Rodolphus vorsichtig auf den staubigen Boden.

„Denkst du auch mal nicht nur an dich.", zischte er weiter und öffnete Rodolphus' Hemd. „Was soll jetzt noch schief gehen, Lucius? Der Dunkle Lord ist so mächtig…er…wir haben bald unser Ziel erreicht. Ich bin stolz darauf ihm dienen zu dürfen und alle sollen es wissen. Ich…" „Schweig!", fuhr er sie an, während sie sich weiter in Ekstase zu reden schien. „Noch ist es nicht geschafft Bellatrix.", sagte er und versuchte die große Fleischwunde am linken Rippenbogen seines Freundes notdürftig zu heilen.

Bellatrix war mit gezücktem Zauberstab zu einem großen Loch in dem alten Gemäuer gegangen, das an den Seiten von großen Efeuranken umrahmt war.

Das Mondlicht, das hindurch fiel, brachte ihre weiße Haut zum Strahlen. Einen Moment betrachtete Lucius fasziniert Bellatrix blasse Haut im Kontrast zu den mächtigen schwarzen Locken.

Er konnte verstehen, was sein Freund an Narcissas älterer Schwester fand… Dann wanderte sein Blick zu ihren Augen und er erschauderte.

Früher hatte er immer etwas Verschlagenes, Biestiges in ihnen gesehen. Jetzt glomm purer Fanatismus in ihnen, ein Wahn und eine Unberechenbarkeit, die Lucius sehr unbehaglich fand.

Sie alle hatten sich während der letzten Jahre mit dem Dunklen Lord verändert, aber Bellatrix schien sich selbst und alles, was sie früher ausgezeichnet hatte, vergessen zu haben, um sich ganz ihrem Herrn hinzugeben.

Ein leises Stöhnen von Rodolphus riss ihn aus seinen Gedanken und er konzentrierte sich wieder auf seinen Freund.

„Diese miesen…Bastarde.", murmelte Rodolphus und sog die Luft scharf durch die Zähne ein, als Lucius Finger die blutige und verätzte Wunde berührten. „Das wird wieder. Ich kümmere mich darum.", sagte Lucius und riss ein Stück seines sauberen Unterhemdes ab, um es auf die Wunde zu legen.

„Na großartig. Das heißt, ich sollte schon mal jemanden beauftragen die Grabrede für mich zu halten, richtig?", sagte er und bemühte sich Lucius anzugrinsen. „Gut zu wissen, wie wenig Vertrauen du in meine Heilkünste hast.", gab Lucius zurück und legte das Stück Stoff vorsichtig auf die nässende Wunde.

Rodolphus schrie auf. „Falsch, Lucius.", keuchte er. „Ich habe gar kein Vertrauen in deine Heilkünste." Wieder grinste er seinen Freund durch zusammengebissene Zähne an. „Wie geht es meiner Frau? Wo ist sie?", fragte er und sah sich um. Lucius schmunzelte. Seit die beiden verheiratet waren, sprach Rodolphus nur noch von ‚seiner Frau'. Den Namen ‚Bellatrix' gebrauchte er kaum noch, als wolle er der ganzen Welt auf die Nase binden, dass sie jetzt für immer zusammengehörten.

„Deine Frau", betonte Lucius grinsend. „steht da drüben und hält Wache." „Aber ihr geht es gut, ja?" Lucius seufzte. „Abgesehen davon, dass sie wahnsinnig geworden ist, ja."

So behutsam wie nur möglich fixierte er den Verband mit einem Zauberspruch. „Geht es einigermaßen?", fragte er und betrachte den laienhaften Verband. Rodolphus grinste ihn an. „Kaum von Severus zu unterscheiden.", scherzte er. Lucius sah bitter zu Bellatrix herüber. Sie hatte sich nicht nach ihrem Mann erkundigt. Sie machte sich nicht einmal Sorgen. Dieses Biest verdiente ihn gar nicht.

„Sie ist wunderschön, nicht wahr?", flüsterte Rodolphus, als wollte er Bellatrix nicht aus ihren Gedanken reißen. „Wie eine Veela." Lucius lachte auf. „Diese Veela ist Schuld an diesem ganzen Schlamassel und Schuld daran, dass ihr beiden euch jetzt bis der Dunkle Lord endgültig an der Macht ist, verstecken müsst."

„Wenn das ihre Entscheidung war…", sagte Rodolphus und schloss die Augen. Am liebsten hätte Lucius ihn geschlagen. ‚Wenn das ihre Entscheidung war.' Liebeskranker Trottel. Die Frau würde sie noch allesamt nach Askaban bringen und Rodolphus würde ihr wahrscheinlich noch dafür danken. Idiot.

„Da kommt jemand.", zischte Bellatrix. Lucius trat neben sie und sah durch das Loch herunter auf das verwilderte Industriegelände. „5…Nein 6 von diesen Dreckskerlen. Und mein reizender Cousin mittendrin. Verräter." Lucius bekam eine Gänsehaut, als er den puren Hass in ihrer Stimme spürte. „Die anderen…" „Potter. Das sind die Potters.", flüsterte Lucius. „Mad Eye und…der Werwolfwelpen." Lucius grinste.

Remus Lupin. Ein Werwolf, doch gegen Fenrir Greyback wohl nur ein Wölfchen. Im Dunklen Orden nannten sie ihn nur ‚den Welpen'.

„Den letzten erkenne ich nicht.", sagte Bellatrix und kniff die Augen zusammen. Lucius sah ebenfalls herunter. „Ist das nicht, Arthur Weasley?" Bellatrix zögerte einen Moment, dann nickte sie.

Ein Wimmern ließ Lucius zusammenschrecken. Rodolphus warf unruhig den Kopf von der einen auf die andere Seite und zitterte. „Verdammt.", schimpfte Lucius und kniete sich wieder neben seinen Freund. „Pass auf, Rod. Sobald die anderen hier sind, bringen wir dich in Sicherheit und behandeln dich...richtig."

„Sie kommen her!", flüsterte Bellatrix. Lucius nahm seinen Umhang und wickelte ihn um seinen Freund, um ihn warm zu halten. Dann nahm er seinen Zauberstab auf.

„Hier steckt ihr!"

Lucius wirbelte herum, den Zauberstab gezückt. Er atmete auf. „Severus! Merlin sei Dank!" Der junge Mann grinste ihn viel sagend an. „Ja, ich freue mich auch sehr dich zu sehen, Lucius.", spöttelte er.

„Papperlapapp. Du musst dich um Rodolphus kümmern, den hat's voll erwischt." Rodolphus hatte die Augen geöffnet und sah Severus mit der größten Erleichterung an.

„Und warum machst du es dann nicht selbst?", höhnte Severus anscheinend gelassen, musterte Rodolphus aber mit fachkundlichem Blick.

„Du weißt genau, dass ich das nicht kann!", zischte Lucius leise. Ein zufriedenes Grinsen trat auf Severus Lippen und er sah Lucius mit einem aufmüpfigen Glimmen in den Augen an. „Sag erst lieb ‚Bitte lieber Severus'!". Die drei vermummten Todesser hinter Severus grunzten.

Er sah zu Bellatrix herüber.

Er ist doch auch dein Mann. Bellatrix sah ihn abwartend und kalt an. Rodolphus begann stark zu husten. Lucius drehte sich zu seinem Freund um, der langsam wieder in die Bewusstlosigkeit abdriftete.

„Na schön. Bitte Se-"

Moment mal! War er nicht Hauptverantwortlicher für diese Mission? War er nicht wichtigster Mann unter dem Dunklen Lord?

„Beweg deinen dreckigen, hässlichen Arsch sofort da rüber und mach ihn gesund!", fuhr Lucius ihn an.

Severus zuckte zusammen. Oh Mann. Tut mir Leid, Severus.

Die drei anderen hörten auf zu lachen.

Severus nickte rasch und ließ sich neben Rodolphus nieder. „Sind wir wieder komplett?", fragte Lucius in die Runde.

Bellatrix nickte.

„Das kann ich hier nicht heilen, Lucius. Wir müssen ihn zurückbringen.", rief Severus von Hinten. Lucius warf einen raschen Blick über die Schulter. „In Ordnung. Dann verschwinden wir und kommen später noch mal wieder. Kann er in seinem Zustand disapparieren?" Mit raschen Schritten ging er herüber zu Severus und Rodolphus.

Severus schüttelte den Kopf. „Du musst ihn mitnehmen." Gemeinsam hoben sie Rodolphus auf die Beine. „Ich hab dich.", raunte Lucius ihm beruhigend ins Ohr.

Der Mann mit den dunkelbraunen Locken legte seinen kopf an Lucius Schulter. „Das wird wieder.", beruhigend strich er ihm kurz über den Rücken, dann drehte er sich zu den anderen um. „In Ordnung. Weg hier-"

„Das denke ich nicht!"

Verdammt!

Sie waren eingekesselt von den 6 Zauberern aus Dumbledores ‚geheimer' Gegenbewegung.

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Narcissa legte die Wärmflasche auf ihren Bauch. 3 Uhr morgens. Sie drehte sich schwerfällig zur Seite.

Wo steckte er? Bis jetzt hatte Lucius sich immer gemeldet, wenn er später oder gar nicht heimkam.

Sie war hundemüde konnte aber nicht einschlafen. Ein kleiner Fuß trat sie heftig gegen die Bauchdecke.

Narcissa lachte unter Tränen und strich mit ihren Fingern über die Rundung. Wieso konnte sie kein normales Leben führen? Wieso musste alles immer schief laufen? Schlagartig schlug ihre wehmütige Stimmung in Zorn um.

Zorn auf den Dunklen Lord, auf das Ministerium und ,ja, auch auf Lucius. Wieso meldete er sich nicht? War es zuviel verlangt, eine kurze Nachricht zu schicken?

Lucius sah sich um. Arthur Weasley hatte irgendein Fluch niedergestreckt. Es stand nur noch 6 zu 5. Zahlenmäßig waren sie überlegen, mal abgesehen davon, dass er den ohnmächtigen Rodolphus mit sich schleppte.

Bellatrix hatte Mad Eye Moody ordentlich unter Beschuss. Sie war keine schlechte Duellantin, das musste Lucius ihr lassen.

Im Moment sah es recht gut aus für sie.

„Expelliarmus."

Scheiße. Mit Rodolphus im Arm war es recht schwer beweglich genug zu sein, um Sirius Blacks Flüchen auszuweichen. Jetzt lag Lucius Zauberstab irgendwo hinter ihm auf dem Boden und an seinem Finger bildete sich eine hässliche Brandblase.

Black grinste ihn triumphierend an. Lucius hörte mehrere ‚Plöpps'. Er wirbelte herum. Alle verschwunden- bis auf Severus , der sich noch ein äußerst unschönes Duell mit Remus Lupin lieferte.

Dieses Miststück. Lässt mich hier alleine mit ihrem Ehemann. Na warte, Bellatrix.

Plötzlich riss ihn etwas von den Füßen. Lucius stolperte rückwärts und schlug auf dem schmutzigen Boden auf. Rodolphus landete auf ihm und presste Lucius den letzten Rest Luft aus seinen Lungen.

Einen Moment wurde ihm schwarz vor Augen. Er schnappte nach Luft und sein Blick klarte sich wieder.

Lucius tastete nach seinem Zauberstab. Irgendwo hier musste er sein… Vor ihm baute sich die Gestalt von Sirius Black auf. Lucius seufzte. Da war er! Er schloss seine Finger dankbar um das vertraute Stück Holz.

Sirius richtete seinen Zauberstab genau auf sein Gesicht.

Oh bitte nicht. Nicht solange das Kind nicht sicher auf der Welt ist., flehte Lucius stumm. „Ein wenig unfair, findest du nicht?", fragte Lucius und versuchte Rodolphus so zu schieben, dass er richtig atmen konnte.

„Welcher von euch Schweinen hat meinen kleinen Bruder ermordet?", zischte er Lucius an und trat auf die Hand, mit der Lucius gerade seinen Zauberstab gefasst hatte. Lucius schrie auf.

„Niemand von uns…Es war der Dunkle Lord selbst- Regulus wollte aussteigen. Aber einmal Todesser- Immer Todesser!" Sirius verpasste ihm einen Schlag ins Gesicht. „In Ordnung, Black. Prügel mich zu Tode, wie es ein mieser Muggel tun würde. Dann kannst du dir schon mal den Beerdigungstermin von deiner jüngsten Cousine und ihrem ungeborenen Kind eintragen."

Sirius hielt inne. „Ja richtig, Black. Sie ist wieder schwanger. Wir bekommen einen gesunden kleinen Jungen…"

Sein Schwager starrte ihn voller Verachtung an. „Du verdienst sie nicht, Malfoy." Er verpasste ihm einen weiteren Schlag.

„Sirius? Brauchst du Hilfe da hinten?"

Ihre Blicke trafen sich. Kaltes Grau auf Warmes Braun. Sirius wandte den Blick ab. „Verschwinde schon", zischte er und gab Lucius seinen Zauberstab zurück. Dann zog er ihn und Rodolphus auf die Beine. „Mach schon, bevor ich es mir anders überlege!"

Lucius fasste Rodolphus wieder unter den Armen. „Gleich geschafft.", flüsterte er seinem Freund ins Ohr. Er sammelte seine ganze Kraft und disapparierte.

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„Wo warst du solange?", fragte sie vorwurfsvoll. „Narcissa. Darling. Es ist 5 Uhr morgens. Du solltest schlafen." Sie lachte hysterisch auf. „Wie soll man bitte schlafen, wenn der eigene Mann die ganze Nacht verschollen ist."

Lucius sah ihre geröteten Augen. „Hast du geweint?" „Ob ich geweint habe? Natürlich habe ich geweint! Ich hatte Angst um dich!"

Lucius lächelte. Ganz anders, als ihre Schwester. Zum Glück.

Er schloss sie in die Arme. „Wie geht es unserem kleinen Prinzen?", fragte er sanft und küsste ihre Stirn. „Zu gut.", murrte sie. „Wenn wir nicht aufpassen wird er glatt zum Tänzer werden. Ganz seiner Beinarbeit nach zu urteilen."

Lucius legte einen Arm um sie und begleitete sie zurück ins Schlafzimmer. Ein Glück, dass es noch dunkel war und sie somit die Feilchen in seinem Gesicht nicht sehen konnte.

„Du hast dir also Sorgen gemacht, ja?", fragte er, als er sich neben sie legte. „Allerdings!" Lucius rutschte näher an sie heran.

Ganz anders, als ihre Schwester. Wirklich!