Bury my heart

Kapitel 29

Liebe geben und Liebe machen

Sie standen dort für eine ganze Weile und hielten sich in einer innigen Umarmung, während die Zeit um sie herum still zu stehen schien.

Hermine wusste nicht, was sie getan hätte, wenn er nicht auf sie zugegangen wäre, um sie an sich zu drücken, doch sie wollte auch nicht darüber nachdenken. Die Vorstellung, ihn ziehen zu lassen, war zu beängstigend.

„Du weißt, dass es nicht leicht für mich ist, mit so etwas umzugehen", raspelte er leise.

Sie nickte. „Sie haben es mir gesagt."

„Ich möchte dir nicht weh tun."

„Ebenso wenig wie ich Ihnen weh tun möchte."

Er schluckte und schob sie sanft von sich, so dass er ihr in die Augen sehen konnte. „Verzeihst du mir?"

„Ja. Alles. Aber das heißt nicht, dass Sie mir keine Angst damit eingejagt haben, Snape."

Seine Augen schlossen sich und die tiefe Furche zwischen seinen Brauen pochte angespannt. Der traurige Ausdruck auf seinem Gesicht ließ Hermine beinahe dahinschmelzen. Sie ahnte, dass er unsicher war und nicht so recht wusste, was er tun sollte. Es schmerzte sie, ihn so zu sehen und sie hob ihren Arm und umfasste seine Wange mit der Hand. Er hatte sich rasiert.

„Sie sind unwiderstehlich, Snape", sagte sie sanft und seine Augen sprangen auf und sahen sie mit einer Mischung aus Verwirrung und Erstaunen an.

„Ich kann nicht ändern, wer oder was ich bin", erklärte er kaum hörbar und schnaubte. „Sogar mit Albus habe ich heute schon darüber gesprochen."

Sie wippte verständnisvoll mit dem Kopf. „Ich möchte nicht, dass Sie sich ändern. Aber ich möchte, dass Sie sich benehmen, Snape."

Er lachte beinahe, als er sie ansah. „Du hast jedes Recht der Welt, auf mich wütend zu sein."

„Ja, das habe ich", stimmte sie zu und schlug ihm spielerisch mit der Hand auf die Schulter.

Er stöhnte amüsiert auf. Dann senkte er seinen Kopf zu ihrem Gesicht hinab. Seine langen Strähnen fielen ihm über die Augen und Hermine verspürte den Drang, ihn zu berühren. Sie wusste, dass er einen verführerischen Effekt auf sie hatte, wenn er sie so voller plötzlich entflammter Begierde und Leidenschaft ansah, dass sie dachte, ihre Knie würden weich werden und einknicken. Bevor es jedoch dazu kommen konnte, setzte er zu sprechen an.

„Und, erzähl mir, was ich tun kann, um dich davon zu überzeugen, dass es mir ernst ist."

Sie schüttelte sich, als sie seine tiefe Stimme in ihr Ohr dringen hörte. Es würde nicht mehr lange dauern und ihre Beine würden tatsächlich nachgeben.

Schwer atmend schluckte sie. „Ich will Ihre Hände auf meinem Körper spüren, so wie zuvor. Und Sie sollten mich küssen, Snape."

Seine Augen leuchteten voller Lust auf und er lehnte sich nach vorne, bis sie seine dünnen, warmen Lippen hauchzart auf ihren fühlen konnte.

„Gut so, Miss Granger?", fragte er heiser.

Sie nickte und sog seinen Atem in sich auf, der in ihren Mund strömte und nach Tee und seinem typischen, zutiefst männlichen Aroma schmeckte. Dann fühlte sie, wie er seine Finger auf ihren Rücken legte und langsam nach unten gleiten ließ.

Mit einem Ruck hob er sie zu sich hoch und Hermine hielt vor Schreck die Luft an. Snape presste sie an seinen Körper und instinktiv schlang sie die Beine um ihn, während sie sich zugleich mit den Armen an seinem Nacken festklammerte.

Kaum hatte sie sich auf ihm positioniert, drückte er sie fester zu sich heran und sie fühlte seine steinharte Erregung gegen ihren Unterleib stoßen. Einen Moment lang dachte sie, sie wäre unfähig zu atmen. Sein harter Körper, der so innig gegen ihren gepresst war, ließ sie aus den Tiefen ihres Seins aufstöhnen.

Snape reagierte auf dieselbe Weise und bald erfüllte ein tiefes, kehliges Stöhnen den Raum.

Hermine wollte sich auf ihm bewegen, selbst durch all die Kleidung hindurch, die zwischen ihren Körpern lag und sie davon abhielt, sich miteinander zu vereinigen. Und das tat sie auch und er schien eng und fest mit ihr zu verschmelzen.

Sie wollte seinen nackten Körper sehen und fühlen, doch zugleich wusste sie, dass es nicht der richtige Zeitpunkt dafür war. Nicht hier und nicht jetzt. Immerhin hatte sie in den letzten Tagen genug Zeit damit verbracht, sich darüber Gedanken zu machen, wie ihr Erstes Mal sein sollte und etwas mehr Romantik war definitiv dabei gewesen.

Trotz allem wollte sie ihn spüren, ihn hören und ihn kommen sehen, während er sich gehen ließ. Sie wollte nicht, dass er damit aufhörte, sie in Wallung zu versetzen und es dauerte nicht lange, bis ihr ganzer Körper sich nach ihm sehnte und sich in schmerzhafter und zugleich vergnüglicher Weise nach ihm verzehrte, bis ihr bewusst wurde, dass sie beide nicht lange so durchhalten würden. Selbst dann, wenn sie verhältnismäßig unerfahren war, so verstand sie doch, dass er sich ihr bald hingeben würde.

Sie hatte es nicht vergessen. Seine Bewegungen, sein Stöhnen, einfach alles, das ihr besagte, was geschehen würde, wenn er sich dem Höhepunkt näherte.

Noch immer klammerte sie sich voller Erwartung an ihn, bis seine Stimme zu ihr durchdrang. „Hermine", raspelte er. „Lass mich das nicht tun ..."

Er klang, als wäre er am Ende seiner Beherrschung. Schweiß hatte sich an seinen Schläfen gesammelt und bahnte sich einen Weg nach unten.

Sie umfing bestimmend sein Gesicht mit ihren Fingern, als sie antwortete. „Sehen Sie mir in die Augen und kommen Sie für mich, Snape."

Er atmete hörbar aus und drückte die Finger seiner einen Hand in ihre Hüfte, während seine andere Hand ihren Po hielt. Seine Augen schlossen sich kurz vor Ekstase und sie wusste, dass sein Orgasmus bevorstand.

Mit wenigen, harten Stößen gegen ihren Körper kam er zitternd und laut aufstöhnend. Er ließ sich fallen und presste all den Schmerz aus sich hinaus, der in ihm steckte, bis sich dieser mit Lust mischte und zu unbändigem Vergnügen wurde.

Hermine wusste, dass er es nicht vergessen hatte, dafür war er zu konzentriert. Dennoch konnte sie seinen Wunsch nach Erlösung spüren. Er schien sich nach Vergebung zu sehnen, die nur sie ihm geben konnte. Vergebung für die Dinge, die in der Zelle zwischen ihnen geschehen waren und die er nicht hatte ändern können.

In diesem Moment überstiegen ihre Gefühle für ihn alles, was sie je zuvor gekannt hatte. Es war pures Wollen und zugleich Bewunderung, die sie für ihn empfand und so versenkte sie ihre Finger in seinen Schultern und zog ihn so fest zu sich, wie sie nur konnte. Sie wollte weinen und hörte ihn tief und laut die Wellen seines Höhepunkts auskosten.

Leicht wankend stand er mit ihr im Raum und erst jetzt realisierte sie, wie stark er sein musste, sie die ganze Zeit so zu halten. Alles um sie herum schien sich zu drehen, als er sich mit ihr auf seinen Armen durch das Labor bewegte und sie auf die kalte Marmorplatte des Arbeitstisches absetzte, ohne von ihr abzulassen.

Seine Hände schossen nach oben und er drückte sie an seine Brust, während sein Atem noch immer schwer ging.

„Sie sind wunderbar, Snape", flüsterte sie leise und strich ihm in langen Bahnen seine verklebten Haare aus dem Gesicht.

Erst jetzt hob er den Kopf und sah sie an. „Ich kann es nicht glauben", keuchte er leise. „Du hast mich kommen lassen."

Sie blickte zu ihm auf und erkannte all die Emotionen, die in den Tiefen seiner Augen verborgen waren. „Sie sind für mich gekommen."

Auf seinem Gesicht zeigte sich eine Erleichterung, die sie so zuvor noch nicht gesehen hatte. Es war eigenartig, dass sie das mit ihm getan hatte, doch sie wusste, dass er es so sehr gebraucht hatte, ohne erneut vor ihr und dem, was in Malfoy Manor zwischen ihnen geschehen war, zurückzuschrecken.

Wieder einmal hatte sie einen Schritt auf dem Weg zu seinem Inneren getan. Nach all der Demütigung, die er in der Zelle erdulden musste, fanden sie zusammen und waren dabei fähig, einander zu geben und zu nehmen, was sie konnten. Sie steckten voller Hingabe, Lust und Bewunderung füreinander und selbst dann, wenn Hermine nur Bruchteile seines Leidens kannte, so würde sie doch alles tun, um ihm ins Leben zurück zu helfen.

Ein Leben, das hoffentlich mit ihr stattfinden würde.