Hallo Ihr Lieben. Überraschung! Ich habe den fast drei Jahre alten Staub vom Kapitel gepustet, es zu Ende geschrieben und hier ist es. Die meisten von euch haben wahrscheinlich nicht mehr damit gerechnet. Das Kapitel ist im Vergleich zu den üblichen sehr kurz, aber ich wollte das Update nicht NOCH länger hinauszögern, nur um mir noch was aus den Fingern zu saugen.
Ich hoffe natürlich sehr, dass noch ein paar Leser von euch übrig geblieben sind. Es ist schön, Stammleser zu haben die einem mitteilen wie begeistert sie von deiner Story sind, aber ich muss auch sagen, dass es etwas deprimierend ist so eine doch recht umfangreiche Geschichte für ca. 3 Leute zu schreiben. Wir fanfic-Autoren veröffentlichen unsere Geschichten ja, weil wir sie mit euch teilen wollen. Wir verlangen dafür nichts, freuen uns aber ungemein darüber, wenn ihr, die unsere Gedanken und Gefühle die wir niederschreiben lesen, uns auch sagt was ihr davon haltet, warum ihr Gefallen daran findet usw. In den stats zu sehen wieviele Leute ein neues Kapitel anklicken, und wieviele davon dann aber letztendlich ein feedback geben, kann niederschmetternd sein. Um es mit den Worten der großartigen J.K. Rowling zu sagen: "No story lives unless someone wants to listen."
Also liebe Schwarzleser, gebt euch einen Ruck und schreibt reviews. Sonst fragt man sich als Autorin, ob das hier überhaupt noch Sinn macht. Diese Story liegt mir sehr am Herzen, ich möchte sie deshalb eigentlich sehr gern beenden, und wenn es 10 Jahre dauert ;) Das nächste Update kommt auch nicht erst wieder in 3 Jahren, das verspreche ich. Aber wie schnell es geht, das hängt auch von euch ab. Zur Motivation gibt's einen fiesen Cliffhanger. Nun aber genug geschwafelt.
(Kurzer Rückblick zum letzten chap: Snape und Lucius waren im Puff (najaa, nicht ganz) und Lucius hat Cissa eine wichtige Information zugesteckt. Das Kapitel endete damit, dass Cissa diese Information an Dumbledore herangetragen hat, damit der handeln kann. Snape und Lupin haben sich angezickt, wie immer.)
Ach, nochwas: ich hoffe ihr seid auch so glücklich und zufrieden mit dem letzten Potter-Film. Auch wenn ich traurig bin, dass jetzt alles vorbei ist. Aber ich wette im Herzen eines wahren Potter-Fans werden Harry, Hermine, Ron und Co weiterleben. Always ;)
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„Wie schön, dass nun alle so zahlreich und pünktlich erschienen sind." Dumbledore linste über seine Halbmondbrille hinweg und wartete bis Snape und Lupin im Versammlungsraum Platz genommen hatten.
Narzissa warf dem Zaubertränkemeister einen neugierigen Blick zu, welcher schlecht gelaunt erwidert wurde.
„Von Narzissa und Lucius Malfoy haben wir eine mögliche Information erhalten", fuhr Dumbledore fort. „Ein Pergament mit den Namen bestimmter Drachenarten. Den gefährlichsten unter ihnen. Was es mit diesen Kreaturen auf sich hat können wir nur vermuten. Aber ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass der Dunkle Lord sie unter seinem Befehl gegen uns richten wird."
Minerva McGonagall legte in einer erschrockenen Geste eine Hand an die Brust.
„Charlie Weasley hier", fuhr Dumbledore fort, „kommt direkt aus Rumänien. Charlie, ich hoffe Sie haben gute Nachrichten für uns."
„Ich muss Sie leider enttäuschen, Professor", sagte Charlie. „Sobald ich Ihre Nachricht erhalten hatte, habe ich sämtliche Drachengehege kontrollieren lassen. Die Brutstationen eingeschlossen." Er zögerte. „Einige der Eier sind ... nun ... verschwunden."
Für einige Augenblicke herrschte eine bedrückende Stille.
„Handelt es sich um Eier der Drachen auf der Liste?", stellte Snape die Frage, die sich in Gedanken jeder von ihnen stellte.
Charlie nickte betreten.
„Nun Charlie, das sind in der Tat Neuigkeiten die ich gehofft hatte nicht von Ihnen zu hören", sagte Dumbledore.
„Um ehrlich zu sein, Dumbledore, Sir, ist es mir ein Rätsel wie die Eier so leicht entwendet werden konnten. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden erst vor wenigen Wochen erneuert und verbessert. Ich kann mir nicht erklären wie das geschehen konnte."
„In diesem Fall kommen wohl nur Leute aus der eigenen Reihe in Frage", sagte Snape nüchtern.
Charlie nickte erneut. "Wahrscheinlich. Obwohl ich nicht wüsste wer so etwas tun würde. Die meisten Leute aus dem Reservat kenne ich persönlich und ich wage zu behaupten, dass sie vollkommen vertrauenswürdig sind."
„Habt ihr in letzter Zeit neue Mitarbeiter eingestellt?", fragte Mad-Eye Moody.
„Ja", sagte Charlie. Er schien angestrengt nachzudenken. „Da war eine Frau … groß, schlank, silbernes Haar, um die 60."
„Weißt du ihren Namen?"
„Mrs. Rosier, ihren Vornamen kenne ich nicht."
„Druella." Alle Köpfe drehten sich zu Narzissa. „Druella Rosier, verheiratete Black. Meine Mutter."
Überraschte Blicke wurden ausgetauscht, während Mad-Eye murmelnd ein Pergament auseinander faltete.
„Das ... wusste ich nicht", sagte Charlie. „Sie ist die Letzte, die Zutritt zur Brutstation hatte. Seitdem ... habe ich sie nicht mehr gesehen."
„Ich glaube nicht, dass sie als Verdächtige in Frage kommt", grollte Mad-Eye. Narzissas Blick klammerte sich an den Auror.
„Wieso sind Sie so sicher, Alastor?", fragte Dumbledore.
Mad-Eye zögerte. „Ich habe hier eine Liste aus dem Zaubereiministerium ... eine Liste mit den zuletzt verzeichneten Todesfällen..."
Narzissa erhob sich.
„Druella Rosier, Witwe von Cygnus Black...", fuhr der Auror fort.
Eine bedrückende Stille trat ein. Lupin warf erst einen erschrockenen Blick zu Narzissa und dann zu Snape, welcher mit ausdrucksloser Miene auf die Tischplatte starrte.
„Entschuldigen Sie mich", sagte Narzissa. Sie verließ den Raum.
Es blieb sehr still.
„Severus, Sie können ihr gern hinterher gehen, wenn Sie das möchten", sagte Dumbledore ruhig.
„Danke, nein, nicht nötig", entgegnete Snape ungerührt und wandte sich an Mad-Eye. „Was wissen wir?"
„Sie wurde in ihrem Appartement in Rumänien gefunden. Der Tod wurde durch schwarzmagische Zauber verursacht, genaueres erfahren wir nach der Untersuchung."
„Wurde sie gefoltert?", wollte Snape wissen.
Moody zuckte mit den Schultern. „Äußerlich gab es keine Anzeichen dafür, allerdings sind uns die Methoden der Todesser durchaus bekannt."
Snape knirschte mit den Zähnen. „Dumbledore, Sir, ich kann Ihnen versichern, dass Narzissa Malfoy seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter pflegte und umgekehrt. Eine Mitwissenschaft ist daher absolut ausgeschlossen."
„Das habe ich auch nicht unbedingt in Erwägung gezogen." Dumbledore seufzte. "Zumal Mitwissenschaft das falsche Wort ist. Im Prinzip wissen wir nichts. Wir können höchstens mutmaßen."
„Charlie, können Sie sich ansatzweise vorstellen, dass Druella Black etwas mit dem Verschwinden der Drachenbrut zu tun haben könnte?", fragte McGonagall nachdenklich.
„Das ist schwer zu sagen", antwortete Charlie. „Ich kannte sie kaum, jedoch hat sie auf mich einen aufrichtigen Eindruck gemacht. Wenn ich von meinem reinen Bauchgefühl ausgehe, würde ich sagen sie ist unschuldig, aber es ist natürlich durchaus möglich."
„Für den Fall, dass es tatsächlich Druella Black war, die die Eier entwendet hat", begann Lupin zögernd, „dann ist es ja auch möglich, dass sie versucht hat sie zu schützen. So dass sie nicht in die Hände der Todesser geraten."
Snape kniff die Augen zusammen und blickte ihn an.
„Das ist durchaus möglich, Remus", sagte Dumbledore. „Doch bevor wir nichts genaueres wissen, bringt es nichts uns weiter in Vermutungen zu verstricken." Er erhob sich. „Charlie, reisen Sie so schnell wie möglich nach Rumänien. Wir müssen die Dracheneier finden. Ich schicke Ihnen fünf Auroren mit auf den Weg und hoffe, dass Sie vor den Todessern eintreffen. Seien Sie vorsichtig! Alastor, Minerva, auf ein Wort bitte. Der Rest ist vorerst entlassen. Ich danke Ihnen."
Die betretene Stille wandelte sich in aufgeregtes Murmeln und das Geräusch von rückenden Stühlen.
Snape erhob sich säuerlich und eilte zu Dumbledore. Der blickte ihn überrascht an. „Ja, Severus?"
„Sir, falls Sie mich nicht für den Einsatz in Rumänien vorgesehen haben, dann würde ich mich sehr gern dafür anbieten."
„Das ist sehr aufrichtig Severus, aber ich brauche Sie hier."
„Umso mehr Leute-"
„Ich wäre Ihnen sehr dankbar wenn Sie ein Auge auf Narzissa Malfoy werfen würden."
„Aber Sir-"
„Keine Widerrede Severus. Wenn Sie mich jetzt bitte entschuldigen."
Snape biss die Zähne zusammen und stürmte davon.
„Hast du Tonks gesehen?", rief Lupin als Snape an ihm vorbeirauschte.
„Einfach lächerlich", maulte dieser.
Lupin folgte ihm, hatte aber sichtlich Mühe Schritt zu halten.
„Meine einzige Aufgabe besteht momentan darin den Babysitter zu spielen!", schimpfte der Tränkemeister.
„Willst du nicht mal nach ihr sehen?"
„Nein!"
„Narzissa hat ihre Mutter verloren. Und ich muss dich wahrscheinlich nicht daran erinnern, dass das nur ein weiterer von vielen Schicksalsschlägen ist die sie in letzter Zeit einstecken musste."
„Narzissa hatte keine sonderlich gute Beziehung zu ihrer Mutter, sie wird drüber wegkommen."
Lupin schüttelte den Kopf. „Was ist los mit dir? Du hütest Narzissa doch sonst wie deinen Augapfel!"
„Exakt! Und genau dabei liegt der Punkt. Ich kann nicht immer für sie da sein. Das ist nicht meine Aufgabe. Sie ist stark genug, glaub mir."
Sie waren vor Snapes Büro angekommen und blieben stehen. Lupin seufzte ausgiebig.
„Was ist los?", maulte Snape ungeduldig.
Lupin schüttelte den Kopf. „Ich verstehe dich einfach nicht", sagte er kraftlos.
„Wie oft willst du diese Erkenntnis denn noch haben?"
„Da du dich aus mir unerfindlichen, offen gesagt dämlichen Gründen aus der Affäre ziehst: soll ich mal nach ihr sehen?"
„Mach was du willst, es gibt keinen Grund mich um Erlaubnis zu fragen", nölte Snape.
„Gut, in Ordnung", seufzte Lupin erneut. „Aber vorher suche ich Tonks. Ich habe sie gar nicht weggehen sehen..."
„Ich muss schleunigst Lucius benachrichtigen", murmelte Snape und öffnete sein Büro.
„Woher willst du wissen, dass er nicht beteiligt war?", fragte der Werwolf.
Snape blickte ihn nachdenklich an. „Ich habe gerade eine Fantasie, darin kommen vor: Gewalt, schwarze Magie und du!"
„Geht sie gut aus?", fragte Lupin amüsiert.
„Nicht für dich", entgegnete Snape eisig. „Ich hoffe sehr, dass deine zutiefst blöde Bemerkung eben nicht ernst gemeint war."
„Ich habe mich einfach noch nicht gewöhnt, dass Lucius einer der Guten ist."
„Dann gib dir mehr Mühe! Soeben hast du dich noch so edel für Madame Black eingesetzt und glaub mir, eine überaus angenehme Person war sie nicht."
„Menschen ändern sich", sagte Lupin mit einem Lächeln.
Snape ließ die Mundwinkel hängen. „Du gehst mir auf die Nerven."
„Willst du wirklich nicht mal nach ihr schauen? Narzissa braucht dich."
„Narzissa kommt auch sehr gut ohne mich zu Recht. Sie ist erwachsen und nebenbei bemerkt bin ich nicht für sie verantwortlich – es gibt Gründe warum ich mich dazu entschieden habe niemals zu heiraten oder eine ähnlich geartete Beziehung einzugehen, ganz einfach weil ich für keine Menschenseele verantwortlich sein will-"
„Ah, wir alle haben uns schon gefragt wieso du so ein Eigenbrötler bist, an deiner lebensfrohen und offenen Art kann es ja nicht liegen", bemerkte Lupin trocken. „Merlin, weißt du eigentlich wie lächerlich du dich gerade anhörst?"
„Um das ganze auf den Punkt zu bringen", fuhr Snape fort ohne auf Lupins Bemerkung einzugehen, „ich sollte nicht noch mehr Zeit mit Narzissa verbringen als nötig, ich bin nämlich, und das ist ein entscheidender Fakt, nicht ihr Ehemann!"
Lupin blickte ihn unbeeindruckt an. „Aber du bist ihr Freund!"
Snape seufzte tief und betrat sein Büro. „Ich muss einen Brief schreiben, wenn du mich also entschuldigst."
„In Ordnung, dann suche ich jetzt mal die beiden Black Cousinen und überlege mir auf dem Weg eine Ausrede für dich."
„Das ist nicht nötig. Narzissa kennt mich sehr gut, sie wird es verstehen."
-#-
Was auch immer in der Zaubererwelt passierte, Hogwarts schien sich niemals zu ändern. Das Schloss machte den Eindruck als hätte es schon immer existiert und würde es auch für alle Ewigkeit tun. Narzissa wusste nicht ob sie diesen Gedanken beruhigend finden sollte. Im Moment fühlte sie sich vollkommen leer. Eine Leere, die ihr nach dem ganzen Schmerz der letzten Tage und Wochen beinahe willkommen erschien. Sie runzelte die Stirn über diesen Gedanken. Verlernte sie allmählich zu fühlen? Sie fröstelte, zog ihre Kapuze über den Kopf und schob die Hände unter ihre Knie. Sie spürte die Kälte des Steins auf dem sie saß, aber sie liebte diesen Platz am Brunnen und die Kälte war ihr egal. Sie füllte die Leere in ihr auf angenehme Art. Auch die vollkommene Stille auf dem Hof gefiel ihr, somit war sie im ersten Moment alles andere als angenehm überrascht, als sie ein Räuspern hinter sich hörte. Sie drehte sich um und blickte zu einem lilafarbenen Haarschopf auf. Tonks schenkte ihr ein schiefes Lächeln. Narzissa erwiderte ihr Lächeln nicht, blickte sie stattdessen nachdenklich an und klopfte dann mit der Hand auf den Stein neben sich. Tonks ließ sich zögern neben ihrer Tante auf dem Brunnenrand nieder. Für eine Weile schwiegen sie.
„Ich habe ein Gespräch zwischen dir und Remus belauscht", sagte Narzissa irgendwann. „Ich weiß, dass sich das nicht gehört und es war auch nicht geplant … wie auch immer … Remus wollte von dir wissen, wie es zu dem Bruch zwischen mir und meiner Mutter kam."
Tonks nickte stumm.
„Sie hat nicht getrauert", sagte Narzissa. „Sie hat kein einziges Wort über meinen Vater verloren. Sie hat mich nicht getröstet. Sie war nicht für mich da. Deine Mutter hatte unsere Familie zu diesem Zeitpunkt schon verlassen und ich hatte nur Bellatrix mit der ich über den Tod unseres Vaters sprechen konnte. Aber Bellatrix ... hatte ihre eigene Art damit umzugehen. Ich mache ihr das nicht zum Vorwurf. Meiner Mutter dagegen schon. Ich wollte den Schmerz teilen. Doch sie sie ließ mich damit allein." Narzissa atmete tief durch. „Das war es auch schon. Nicht mehr und nicht weniger. Und jetzt ist sie tot."
„Es tut mir Leid", sagte Tonks leise. „Das alles, meine ich. Ich bin mir trotzdem sicher, dass sie dich geliebt hat. Auch wenn sie es ... vielleicht nicht so zeigen konnte."
Narzissa lächelte ihre Nichte von der Seite an. „Lieb von dir." In einer gedankenverlorenen Geste strich sie Tonks durch ihr violettes Haar. „Erzähl mir von Andromeda."
-#-
Es war schon spät als Narzissa Malfoy Manor betrat. Das Gespräch mit Nymphadora hatte ihr gut getan. Vielleicht bestand eine Chance die Familie, zumindest das was davon übrig war, wieder zusammen zu führen, und Narzissa wunderte sich, wie sehr sie die Aussicht darauf freute. Das unbewusste Lächeln auf ihren Lippen verschwand, als sie das Wohnzimmer betrat und Lucius erblickte. Sie blieb stehen und sagte nichts, doch das war auch nicht nötig, da Lucius sofort ein paar unsichere Schritte auf sie zumachte.
"Ich schwöre dir, dass ich mit dem Tod deiner Mutter nichts zu tun habe!"
"Woher weißt du es dann?"
Lucius hielt einen Brief in die Höhe. "Severus." Daraufhin warf er das Stück Papier ins Feuer. „Druella musste sterben, weil sie versucht hat die Pläne des Dunklen Lords zu vereiteln. Sie sollte die Dracheneier zu ihm bringen, hat sie aber stattdessen versteckt. Wo, dieses Geheimnis hat sie mit ins Grab genommen." Er schüttelte den Kopf. „Es tut mir so Leid, Narzissa. Du musst mir glauben - du weißt, dass ich nichts von alldem wusste."
„Hast du Severus schon darüber informiert?"
„Natürlich."
Narissa nickte. „Ich bin sehr müde."
Lucius folgte ihr schweigend ins Schlafzimmer. Er sah zu wie sich Narzissa auszog und mit dem Rücken zu ihm aufs Bett legte. Er seufzte lautlos, dann legte er sich dicht hinter sie.
„Wer war es?", fragte Narzissa irgendwann.
„Spielt das eine Rolle?"
„Ich würde sehr gern wissen wer die Mörder meiner Mutter sind, wenn ich ihnen das nächste Mal gegenüberstehe."
„Ich bin mir nicht sicher wer es war. Diese Information war für mich erst einmal zweitrangig."
„Du lügst", sagte Narzissa mit einem Lächeln. Lucius schwieg eine Weile.
„Ich muss nach Rumänien", sagte er dann.
„Warum?"
„Um das zu finden, wofür deine Mutter sterben musste."
Narzissa schloss die Augen. „Wann?"
„Sobald du eingeschlafen bist", entgegnete Lucius und küsste ihr Haar.
„Lucius?"
„Ja?"
„Versprich mir, dass du zurückkommst!"
Lucius zog sie fester an sich.
-#-
Severus Snape war verärgert. Seit Tagen bestand seine Beschäftigung im nichts tun. Dumbledore weigerte sich aus unerfindlichen Gründen ihn bei Aufträgen der Auroren einzusetzen, und erteilte ihm auch keine anderen Aufgaben. Er gab ihm schlichtweg das Gefühl unnütz zu sein und wenn Snape etwas hasste, dann war es das Gefühl von Nutzlosigkeit.
Wie ein eingesperrter Panther lief er in seinem Büro auf und ab und überlegte angestrengt was zum Teufel er sinnvolles tun konnte, als mit einem leisen PLOPP ein Hauself neben ihm apparierte. Snape starrte ihn feindselig an.
„Verzeihen Sie, Professor Snape, Sir", piepste das Geschöpf unsicher, „aber Direktor Dumbledore möchte, dass Sie sich augenblicklich in sein Büro begeben, Sir!"
„Hat er gesagt worum es geht?"
„Nein, Sir, verzeihen Sie, Sir, aber es scheint sehr wichtig zu sein, Sir."
Snape verzog mürrisch das Gesicht. Wenn er jetzt noch eine Standpauke über sich ergehen lassen musste, weil er seiner Aufgabe Narzissa im Auge zu behalten nicht ordnungsgemäß nachgekommen war, dann würde sich der Schulleiter was anhören müssen. Mit knirschenden Zähnen marschierte er zum Büro des Direktors. Mad Eye Moody kam ihm aus der Tür entgegen, blieb kurz stehen als er Snape entdeckte, und nickte ihm dann steif zu. Diese fast schon vertraute Geste des Aurors ließ Snape die Stirn runzeln. Nachdenklich betrat er Dumbledores Büro und entdeckte den Schulleiter hinter seinem Schreibtisch. Er erhob sich, als er Snape erblickte, und sah dabei einmal mehr aus wie ein sehr alter Mann. Sein Gesicht zeigte jedoch keinerlei Emotion. Snape runzelte erneut die Stirn, dann fiel sein Blick auf Lupin, der etwas abseits stand und es aus irgendeinem Grund nicht schaffte, Snape in die Augen zu sehen.
„Was ist hier los?", fragte Snape misstrauisch.
„Severus, Sie sollten sich vielleicht setzen", sagte Dumbledore ruhig.
„Ich stehe lieber", entgegnete Snape unwirsch. „Was um alles in der Welt kann denn so wichtiges passiert sein das Ihnen ins Gedächtnis gerufen hat, dass ich unter Umständen nützlich sein könnte?"
Dumbledore schien die spitze Bemerkung nicht zu registrieren. Er wandte sich an Lupin. „Remus", sagte er nur, worauf dieser einen Schritt auf den Schreibtisch zumachte und etwas darauf legte. Zwei Teile eines langen, zerbrochenen Holzstabes. Und noch etwas Kleineres.
Snape hatte keine Mühe den Gegenstand zu identifizieren der nun vor ihm lag. Der silberne Kopf einer Schlange. Es war Lucius' Zauberstab.
