Kapitel 28: A Moment of Peace
Selbst Shizuo war überrascht, als Izaya, kaum das sie das Gebäude verlassen hatte, ihm buchstäblich in die Arme gefallen war.
All die Zeit, die er so stark getan hatte, war also wirklich nur Fassade gewesen. Wenn man all die Ereignisse bedachte, die sie in den letzten Stunden durchgemachten hatten, war es nicht verwunderlich, dass er irgendwann daran zusammenbrechen würde. Izaya war halt doch nur ein schwacher Mensch, auch wenn er seinen Mitmenschen gern das Gegenteil beweisen will.
„Gegen mich kommst du halt nicht an. Scheint als hätte ich wirklich mal gegen dich gewonnen."
Er nahm den Informanten huckepack und machte sich auf den Weg zu seinem Apartment.
Zu Hause angekommen, verfrachtete er den Informanten in sein Bett. Er war immer noch nicht aufgewacht und Shizuo hatte nicht vor, dies so schnell zu ändern. Izaya brauchte seine Ruhe und Shizuo musste zugeben, dass es ihm auch mal gut tat, wenn er nicht die ganze Zeit zugequatscht wurde, auch wenn er sich inzwischen schon fast daran gewöhnt hatte.
Für den Moment jedoch wollte er es genießen, schließlich würde es bald sicher wieder anders aussehen. Jetzt, wo sie diese verdammten Terroristen endlich ausgeschaltet hatten.
Trotzdem wollte ihn das Gefühl nicht loslassen, dass diese Sache immer noch nicht vollkommen zu Ende war...
„Shizu-chan?"
Das ging jetzt doch ein wenig zu schnell.
„Geh wieder ins Bett. Ich habe keine Lust, dich noch durch die halbe Stadt zu schleppen, nur weil du dich überanstrengt und plötzlich einen Arzt brauchst..."
„Deine Sorgen sind unbegründet. Siehst du? Mir geht es schon wieder richtig gut."
Er drehte zum Spaß eine Piruette und landete elegant neben ihm auf der Couch.
„Wer´s glaubt..." knurrte Shizuo nur. Warum konnte dieser Typ nicht einmal machen, was man ihm sagte?
„Weißt du, es ist wirklich süß von dir, wie du dich um mich sorgst. Heißt das, du hasst mich doch nicht so sehr, wie du immer behauptest?"
„Das könnte sich jeden Moment ändern, wenn du nicht sofort wieder zurück ins Bett gehst..." knurrte dieser nur.
Er war zwar erleichtert, dass er keine bleibenden Schäden davon getragen hatte, aber er war momentan wirklich nicht in Laune, schon wieder so zu tun, als ob die letzten Tage nicht passiert waren.
Ein Finger bohrte sich in seinen Oberschenkel und holte ihn ins hier und jetzt zurück
„Das ist aber langweilig..."
„Du sollst dich auch erholen und dort keine Party feiern."
„Aber da bin ich ganz allein. Und dein Schlafzimmer ist ziemlich gruselig mit all diesen geschmacklosen Möbeln..."
„Wenn du meine Gesellschaft willst, solltest du aufhören meine Inneneinrichtung zu beileidigen. Und vielleicht auch mal was gegen deinen unausstehligen Charakter machen, kein Wunder, dass dich jeder umbringen will."
„Und trotz alledem, verdanke ich dir mein Leben," grinste Izaya und rückte noch ein Stückchen näher heran. Es fehlte nicht mehr viel und er würde auf Shizuo´s Schoß sitzen.
„Ich muss ein größerer Idiot sein, als ich dachte. Jeder andere hätte sicherlich in einem günstigen Moment die Kurve gekratzt..."
„Was deine Idiotie betrifft, möchte ich dir nicht widersprechen, aber ich bin froh, dass du nicht jeder andere bist. Und ich denke es wird endlich an die Zeit, dass ich dir meine Dankbarkeit zeige..."
Shizuo wurde von dem Informanten hinuntergezogen, jedoch überraschte ihn diese Aktion diesmal nicht, schließlich hatte er es ihm versprochen.
Ja, auch wenn man es an seinen Worten vielleicht nicht sofort erkennen konnte, er würde sein Wort halten und es mit Izaya probieren, selbst wenn ihn das vielleicht den letzten Nerv rauben wird.
„Ich habe dir gesagt, dass ich unseren ersten richtigen Kuss niemals vergessen werde und das habe ich auch genauso gemeint. Aber ich möchte es nicht dabei belassen.
Das mag jetzt kitschig klingen, aber ich möchte noch viel mehr schöne Erinnerungen mit dir teilen."
