Kapitel 29 (Gewonnen und Verloren)

„Harry?" fragte eine besorgte Stimme und Harry gelang es endlich, sich aus dem Schlaf empor zu kämpfen. Das, was durch den Gang auf ihn zugekommen war und so bedrohlich auf ihn gewirkt hatte, hielt inne. Noch halb im Schlaf gefangen, hoffte er für einen Moment, dass es Draco war, der ihn hier gefunden hatte. Als er jedoch die Augen aufschlug, war es Ron, der sich besorgt über ihn beugte. „Harry, was ist mit dir? Fühlst du dich nicht gut? Du hast die letzte Schulstunde verschlafen. Hast du Fieber?"

Ron legte ihm prüfend eine Hand auf die Stirn und Harry schloss die Augen wieder. Rons Fürsorge tat gut. Es erinnerte ihn daran, wie Ron früher immer für ihn da gewesen war, wenn er in Schwierigkeiten geriet. Rons Hand fühlte sich angenehm kühl an und fehlte ihm, als sie von seiner Stirn verschwand.

„Ich glaube nicht", Harry streckte sich ein wenig und setzte seine Brille auf, die er noch immer in der Hand hielt. „War Flitwick wütend?"

Ron schüttelte den Kopf. „Wir haben ihm gesagt, dass du noch eine Besprechung mit Professor Lupin hast." Er setzte sich neben Harry auf die breite Fensterbank. „Du hast doch mit ihm geredet, oder?"

„Ja."

„Und? Was ist passiert? Es ist doch nichts mit Sirius, oder?"

„Sirius hat sich von ihm getrennt." Harry fuhr sich mit den Händen über das Gesicht und versuchte die Benommenheit abzuschütteln, die ihn gefangen hielt. Er fühlte sich noch immer müde, wenn auch dem Schlaf nicht mehr so bedrohlich nahe, wie eben noch.

„Er hat was!?" Ron sah ihn verständnislos an. „Aber . . . gerade haben sie doch auf dem Ball dafür gesorgt, dass die ganze Schule Bescheid weiß!"

„Ich weiß, Ron. Ich verstehe es ja auch nicht. Anscheinend hat Sirius gemerkt, dass er doch keine Gefühle mehr für Remus hat." Harry nagte an seiner Unterlippe. Wenn er es Ron gegenüber wiederholte, klang es noch mehr nach einer schalen Ausrede.

„Das ist doch Blödsinn", sagte Ron überzeugt und sprach damit Harrys Gedanken aus. „Sowas merkt man doch nicht von einem Tag auf den anderen."

Harry hob die Schultern. Er fühlte sich jetzt nicht danach, das Ganze noch genauer zu analysieren. Vor allem, weil sie sich dabei wahrscheinlich genauso im Kreis drehen würden, wie er es sowieso schon in seinen Gedanken tat. Sirius Handlung war eben einfach nicht nachvollziehbar.

Ron runzelte die Stirn und sah ihn prüfend an. „Ist das schlimm für dich?" fragte er, ungewohnt einfühlsam.

Harry sah ihn überrascht an. „Sicherlich nicht so schlimm, wie für Professor Lupin."

„Das kann sein. Aber die beiden waren schließlich so etwas wie eine Familie für dich, oder?"

Harry musste schlucken. „Naja, sie verschwinden ja nicht aus meinem Leben, nur weil sie sich getrennt haben. Außerdem sind sie nicht meine Eltern oder so was. Es ist also nicht wirklich schlimm für mich." Auch das klang wie eine Ausrede in seinen Ohren, aber er konnte im Moment nicht mit Ron darüber reden, wie nahe es ihm wirklich ging.

„Es ist aber trotzdem okay, wenn du traurig darüber bist." Ron sah ihn etwas unsicher an und Harry fühlte plötzlich, dass Ron unbedingt freundlich zu ihm sein wollte, ohne wirklich zu wissen, wie er es anstellen sollte.

„Danke Ron", sagte er und sah aus dem Fenster. Es war eine seltsame Situation. Er verstand nicht Recht, was Ron von ihm wollte. In der letzten Zeit waren sie sich zwar nicht wirklich aus dem Weg gegangen, aber sie hatten möglichst wenig miteinander geredet und hatten sich gegenseitig relativ kühl behandelt. Jetzt war Ron plötzlich anders und Harry hatte nicht das Gefühl, dass er diese Veränderung wirklich so schnell mitmachen konnte.

„Weißt du worüber ich in letzter Zeit nachgedacht habe?" fragte Ron und sah Harry unsicher an.

„Über was?" fragte Harry.

Ron holte tief Luft. „Darüber, wie wenig wir Hermione im ersten Schuljahr mochten. Weißt du noch, wie unangenehm wir sie fanden? Immer wusste sie alles besser, hat uns in alles hereingeredet und uns von oben herab behandelt, als wäre sie uns haushoch überlegen."

Harry grinste leicht, ohne wirklich zu wissen, warum Ron plötzlich mit diesem Thema anfing. „Natürlich weiß ich das noch. Sie hat sich wie eine Streberin benommen."

„Ja", Ron lächelte. „Bis zu der Sache mit dem Troll hätte ich niemals gedacht, dass ich sie mögen könnte. Geschweige denn . . . dass ich mich in sie verlieben könnte. Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass wir vier Jahre später ein Paar werden würden, hätte ich ihm einen Vogel gezeigt. Ich habe sie regelrecht verabscheut damals."

„Ja . . ." Harry glaubte so langsam zu verstehen, worauf Ron hinauswollte und wandte seinen Blick ihm zu.

„Ich glaube ich fand sie damals nicht sehr viel angenehmer als Draco Malfoy." Ron sah auf die Fensterbank, Harrys Blick ausweichend.

„Tatsächlich?" Harry sah ihn gespannt an. Konnte es sein, dass Ron tatsächlich gerade versuchte, die Dinge zwischen ihnen wieder in Ordnung zu bringen?

„Ja. Und da ist mir auch der Gedanke gekommen, dass es dir mit Draco vielleicht ähnlich geht." Es klang so, als würde es Ron einiges an Mühe bereiten, das auszusprechen. „Und ich kann das akzeptieren, Harry. Schließlich heißt es, dass das Gegenteil von Liebe nicht Hass ist, sondern Gleichgültigkeit. Und gleichgültig war Draco dir noch nie. Und du ihm auch nicht."

„Ron? Hat Hermione dich dazu gebracht, darüber mit mir zu reden?" fragte Harry, der fand, dass das Ganze wenig nach dem Ron klang, den er kannte. Es klang sehr viel mehr nach Hermione.

Ron schüttelte den Kopf. „Natürlich versucht sie schon seit Ewigkeiten mich dazu zu bringen mich mit dir auszusprechen. Ohne nennenswerte Erfolge allerdings. Nein, ich wollte selber mit dir reden. Und zwar, weil ich das Gefühl habe, dass diese Sache immer mehr zwischen uns steht." Er legte eine Hand auf Harrys Arm und die Berührung fühlte sich in diesem Moment unheimlich gut und tröstlich an.

„Das Gefühl habe ich auch", sagte Harry leise.

„Du denkst, dass ich Draco nicht ausstehen kann und deshalb nicht will, dass du mit ihm zusammen bist, oder?"

Harry hob etwas hilflos die Schulter und sah ihn fragend an. „Ist es nicht so?"

Ron schüttelte den Kopf. „Ich finde immer noch, dass er ein arrogantes Großmaul ist. Aber damit könnte ich leben. Ich habe dir schließlich schon damals im Herz der Dunkelheit gesagt, dass ich es akzeptiere, dass du dich in ihn verliebt hast, oder?"

„Ja."

„Womit ich nicht klar komme ist, wie er dich behandelt." Ron biss die Zähne aufeinander und sah mit gerunzelter Stirn aus dem Fenster, bevor er Harry wieder durchdringend anblickte. „Das hast du einfach nicht verdient, Harry. Du hast jemanden verdient, der dich auf Händen trägt, nach allem was du schon erlebt hast. Jemanden, der versucht dir dein Leben schöner zu machen. Der dich nicht quält und beleidigt. Einen Partner der zu dir hält, ganz egal was passiert!" Ron hatte sich in Rage geredet und sah Harry eindringlich an, eine Hand an seiner Schulter. „Du brauchst jemanden, der dir nicht noch Steine in den Weg legt, sondern jemanden der zu dir steht, Harry! Jemanden, der bereit ist, für dich zu sterben."

„Ron . . ."

„Nein, hör mir dieses Mal wirklich zu. Ich habe mir überlegt, dass du dich vielleicht so schlecht von ihm behandeln lässt, weil du es nicht anders gewohnt bist von deinen Verwandten. Die haben dich schließlich behandelt, wie den letzten Dreck, seit du ein Jahr alt warst. Und vielleicht bist du deswegen wieder in so etwas hineingerutscht. Hermione hat erzählt, dass die Muggel so eine Art Wissenschaft haben, die sie Psychonomie nennen . . ."

„Du meinst Psychologie", unterbrach ihn Harry, der sich ein Lächeln verkneifen musste. Rons Sorge rührte ihn, aber ein klein wenig war er auch amüsiert.

„Dann eben Psychologie. Jedenfalls sagt diese Psychologie, dass Menschen, die als Kinder misshandelt werden sich oft später Partner suchen, die sie ebenfalls misshandeln." Er sah Harry mit einem fast zärtlichen Blick an. „Und es könnte doch sein, dass es dir auch so geht."

Harry zögerte einen Moment. Das hier war vielleicht die letzte Chance, die er bekam, um ihre Freundschaft noch zu retten, um Ron endlich dazu zu bringen, dass er verstand. Andererseits müsste er dafür sein Versprechen gegenüber Draco brechen, dass er niemanden einweihen würde. Trotzdem entschied er sich in diesem Moment dafür. Ron war der beste Freund, den er jemals gehabt hatte. Er brauchte ihn und es war unfair, ihn so sehr im Ungewissen zu lassen. Draco würde das irgendwie verstehen.

„Draco behandelt mich nicht schlecht", sagte er.

Ron schnaubte leise.

„Ich weiß, dass es so aussieht, weil er nie in der Öffentlichkeit freundlich zu mir ist. Aber das ist, weil er sich Sorgen um mich macht. Er hat das Gefühl, dass er beobachtet wird. Dass die Todesser ihn als Köder benutzen könnten, um an mich heranzukommen."

Ron runzelte die Stirn, offenbar alles andere als überzeugt von Harrys Worten. „Ist dir schon mal der Gedanke gekommen, dass sie genau das tatsächlich tun könnten? Dass Draco dich ködern soll?"

„Dann würde Draco doch niemals mit mir darüber sprechen." Harry schüttelte den Kopf über Rons Misstrauen. „Ron, am Morgen nach dem Ball hat er mir gesagt, dass er am liebsten mit mir aus Hogwarts verschwinden würde. Dass er mit mir abhauen würde, wenn er könnte."

„Ich hoffe so einen Blödsinn wirst du niemals mitmachen!" Rons Griff an Harrys Schulter wurde fester. „Ich will ja nicht behaupten, dass er tatsächlich irgendetwas Schlimmes mit dir vorhat, aber hier bist du eindeutig am sichersten."

Harry seufzte. Es war wirklich nicht einfach, Rons Zweifel zu zerstreuen. Er musste schwere Geschütze auffahren. „Ron! Er hat mir gesagt, dass er mich liebt!" Er wusste, dass Draco wahrscheinlich Wochen lang kein Wort mehr mit ihm reden würde, wenn er wüsste, dass er Ron davon erzählt hatte, aber er wollte jetzt unbedingt, dass Ron einsah, dass seine Beziehung zu Draco sehr viele gute Seiten hatte.

„Das hat er wirklich gesagt?" fragte Ron, jetzt offenbar ein wenig aus der Fassung gebracht. „Draco Malfoy?"

„Ja." Harry nickte und entschuldigte sich in Gedanken noch einmal bei Draco. Er schluckte. „Nach dem Ball haben wir uns getroffen und er . . . er hat das gesamte Zimmer für mich geschmückt. Mit Teppichen und fliegenden Kerzen."

„Bei Merlin", flüsterte Ron und sah ihn mit großen Augen an. „Habt ihr etwa . . .?"

Harry fühlte, dass er rot wurde. Das ging eindeutig zu weit. Darüber konnte er mit Ron nicht reden. Auch der merkte jetzt, dass er einen Schritt zu weit gegangen war. „Das geht mich natürlich nichts an. Aber wenn es so ist . . ."

„Er ist wirklich unglaublich lieb zu mir, wenn wir alleine sind"; sagte Harry lächelnd. „Und er macht mein Leben schöner, glaub mir, Ron."

„Aber warum in aller Welt hast du mich dann in dem Glauben gelassen, dass er dich behandelt wie den letzten Dreck?"

„Draco hatte mich darum gebeten es geheim zu halten, dass wir noch immer zusammen sind. Wie gesagt, er wollte nicht, dass jemand ihn als Köder für mich benutzt. Vielleicht ist das paranoid, aber er macht sich wirklich Sorgen."

„Und du bist dir ganz sicher, dass er dir das nicht nur sagt, weil er sich nicht traut zu dir zu stehen?"

„Sicher kann ich mir natürlich nicht sein, aber ich vertraue ihm."

„Und warum hast du jetzt doch plötzlich mit mir darüber geredet?" Ron runzelte die Stirn und sah ihn nachdenklich an. „Das ist ihm doch bestimmt noch immer nicht Recht, oder?"

„Nein, aber ich wollte auch nicht mehr, dass diese Sache zwischen uns steht. Ich hatte Angst, dass ich dich als Freund verliere, Ron."

Ron nickt langsam. „Du hast Recht. Ich hätte es wirklich fast so weit kommen lassen." Er schlug betreten die Augen nieder. „Aber als du heute nach der zweiten Stunde plötzlich nicht mehr wiedergekommen bist, habe ich gemerkt, wie viel du mir bedeutest. Ich hätte mich viel früher mit dir aussprechen sollen."

„Ist schon okay, Ron", sagte Harry, dem es plötzlich wieder viel leichter ums Herz war, trotz der Sache mit Sirius. „Du hast dir schließlich nur Sorgen gemacht." Er sah Ron an. „Du hast mir gefehlt."

„Du hast mir auch gefehlt, Harry", sagte Ron und im nächsten Moment zog er ihn in eine feste Umarmung. Harry lehnte sich an seinen Freund, dankbar für die Wärme und Geborgenheit, die diese Nähe ihm gab.

Ron lachte plötzlich, ihn immer noch umarmend. „Ich kann nicht glauben, dass Draco dir wirklich gesagt hat, dass er dich liebt. Und fliegende Kerzen! Meine Güte!"

Harry lächelte, doch dann hörte er plötzlich einen leisen erstickten Laut. Erschrocken sahen sie beide auf. Keiner von ihnen hatte gemerkt, dass Draco lautlos um die Ecke gekommen war und jetzt nur wenige Meter von ihnen entfernt am Ende des schmalen Ganges stand und sie fassungslos ansah.

Harry machte sich sofort von Ron los und sprang auf, aber Draco war bereits um die Ecke verschwunden. Harry stolperte in seiner Eile und schlug lang auf dem Steinboden hin. Ohne auf die Schmerzen in seinem Knie zu achten rappelte er sich auf und humpelte weiter, aber als er am Ende des Ganges ankam, war Draco bereits verschwunden.

„Verdammt!"

„Das war wohl die denkbar schlechteste Zeitwahl", sagte Ron, der jetzt neben ihm aufgetaucht war, zerknirscht. „Tut mir leid, Harry."

„Ich muss ihm das sofort erklären!" Harry rieb sich sein Knie. „Das verzeiht er mir nie."

„Meinst du er hat dich gesucht, weil du nicht beim Mittagessen warst?" fragte Ron.

„Natürlich hat er mich gesucht. Was soll er denn sonst hier oben wollen?"

„Ja", sagte Ron nachdenklich. „Anscheinend macht er sich wirklich Sorgen um dich."

„Wahrscheinlich macht er sich die bald nicht mehr, wenn ich ihm nicht schnellstens erkläre, warum ich dir Details unserer Beziehung erzähle, die niemanden etwas angehen."

„Wie willst du denn zu ihm kommen?"

„Ich nehme den Tarnumhang." Harry war fest entschlossen.

„Aber er ist jetzt vermutlich längst im Slytherin-Gemeinschaftsraum."

„Ich weiß. Aber er hat mir das Passwort verraten."

„Wirklich?" Ron sah ihn entgeistert an. „Guz, das ist der Beweis. Er ist wirklich in dich verliebt."
Harry konnte sich nicht wirklich darüber freuen, dass Ron ihm endlich glaubte. Er wollte nur noch so schnell wie möglich wieder in Ordnung bringen, was eben passiert war.

Ron war sogar so hilfsbereit ihm die Türen aufzuhalten, damit er mit dem Tarnumhang unauffällig aus dem Gryffindor-Turm verschwinden konnte.

Als Harry jedoch vorm Eingang von Slytherin stand musste er feststellen, dass das Passwort offenbar geändert worden war. Er kam nicht hinein. Zwar wartete er lange darauf, dass jemand hinaus kam, damit er hineinschlüpfen konnte, aber es gelang ihm nicht, bevor das Portrait sich wieder schloss. Unglücklich lehnte er sich an die Wand des Ganges. Eigentlich hätte er damit rechnen sollen, dass Draco nach ihm suchte. Schließlich hatte er ihn auch gesucht, als er im Verbotenen Wald gewesen war. Und Draco hatte schon immer ein verdammt gutes Gespür dafür gehabt, wo er sich aufhielt. Schon im ersten Schuljahr, als es ihm immer gelungen war, sie irgendwo aufzuspüren und ihnen damit den letzten Nerv zu rauben.

Auf jeden Fall würde Draco empfindlich in seinem Stolz gekränkt sein, weil er Ron von den Kerzen erzählt hatte und dieser auch noch darüber gelacht hatte. Draco war wahrscheinlich rasend vor Wut und dieses Mal konnte Harry ihn sogar verstehen. Harry war sich sicher, dass er nicht eher wieder Ruhe finden würde, bevor er es Draco erklärt hatte. Nachdem er noch ein weiteres Mal vergeblich versucht hatte, in den Gemeinschaftsraum zu kommen, machte er sich geknickt auf den Rückweg.

Er musste Draco unbedingt sofort mitteilen, dass es ein Missverständnis gewesen war und sich entschuldigen. Immer noch unter seinem Umhang verborgen, verließ er seinen Posten in den Gängen und lief zum Gryffindor-Gemeinschaftsraum zurück. Den Umhang ließ er unter seinem Pullover verschwinden, bevor er den Gemeinschaftsraum betrat.

Unter Rons besorgtem Blick machte er sich daran, einen Brief zu schreiben. Die ersten drei Versionen zerriss er, aber dann war er endlich zufrieden. Er schickte Hedwig mit der Nachricht an Draco los. In diesem Moment war es ihm sogar vollkommen egal, was die anderen Slytherin denken würden, wenn Draco einen Brief von Hedwig bekam. Vermutlich würden sie sowieso vermuten, dass er irgendeine Beleidigung oder Herausforderung enthielt.

Bis spät in die Nacht wartete er auf eine Nachricht und sah bei jedem Geräusch zum Fenster, aber Draco ließ nichts von sich hören.