A.N. Sooo, vielen Dank für die lieben Reviews! Ich kann mich wirklich nicht genug freuen!

Zum Kapitel: Also, ich widme es JULiiNA, da sie mir eine ganz tolle Idee verraten habe, die ich auch umgesetzt habe. Dankeschön! 

Okay, genug gelabert!

Viel Spaß,

eure Steph

Missverständnis

Bella

Als ich mal wieder hochrot die Treppe hinuntergerannt kam, öffnete sich blitzschnell eine Tür und ich wurde ins Zimmer gezogen. Überrascht blickte ich in Alice' Gesicht, und wie sie mir ein Grinsen zuwarf.

„Hey, was soll das?", fragte ich gespielt entsetzt. Zuerst schwieg und konzentrierte sie sich – wahrscheinlich lauschte sie gerade, ob ein unerwünschter Zuhörer sich hier irgendwo herumtrieb. Dann schaute sie mich wieder mit einem Lächeln im an, worauf ich ihren Blick nur fragend erwidern konnte.

„Nun ja, ich wollte dich fragen, ob du schon ein Geschenk hast." Auch wenn sie nicht Edwards Namen nannte, verstand ich genau worum es ging. Enttäuscht schüttelte ich den Kopf. Alice seufzte und drehte sich um und fing an, in einer Schublade herum zu kramen.

„Hast du vielleicht eine Idee?", fragte ich sie hoffnungsvoll, doch sie schüttelte den Kopf. „Aber du kannst doch in die Zukunft sehen!", meinte ich daraufhin.

„Ja schon", gab sie zu, ohne sich umzudrehen. „Aber da du ja nicht genau weißt was du ihm schenken willst, und du so immer deine Meinung änderst, ist das schwer zu sagen." Das klang simpel. Ich setzte mich auf Alice' Sofa und grübelte angestrengt nach. Nach einer Weile des Schweigens kam Alice nachdenklich auf mich zugeschlendert.

„Sag mal Bella, hast du hier vielleicht eine leere CD Hülle gesehen?", fragte sie mich, als sie mir eine Linkin Park CD hinhielt, die vor meiner Nase hin und her schwebte.

(A.N.: Ich liebe diese Band!)

Und da kam mir auch schon die Idee! Breit grinsend schauten Alice und ich uns in die Augen – in ihren war ein richtiges Funkeln zu erkennen.

„Oh Mann Alice, du bist ein Genie! Danke!", rief ich laut und küsste sie auf die Stirn.

„Na ja, wenn du meinst", murmelte sie verlegen. „Brauchst du denn meine Hilfe?"

„Nein, nein. Das will ich dieses Mal ganz allein hinkriegen." Sie verstand sofort. „Und wag es nicht, in meine Zukunft zu sehen, es soll eine Überraschung werden!" Alice nickte, dann schob sie mich zur Tür.

„Du wirst das schon hinkriegen, Bella. Mach ihn glücklich." Sie zwinkerte, und schloss die Tür wieder. Ein Lächeln kam auf meinem Gesicht zum Vorschein. Ich hatte nämlich vor, Edward eine CD zu seinem Geburtstag zu schenken und zwar nicht irgendeine – ich nahm seine Lieblingslieder für ihn auf, die ich für ihn singen würde. Bis jetzt war er der Einzige, der mich jemals singen gehört hatte. Nur vor ihm hatte ich den Mut, meine Stimme erklingen zu lassen. Er wollte mich so gern noch einmal singen hören, also würde ich seinen Wunsch erfüllen.

Heute war Freitag und morgen und übermorgen müsste ich wieder zur Uni, da in der nächsten Woche mehrere Lehrerkonferenzen waren und wir Studenten deshalb frei hätten. Das wäre doch eine perfekte Gelegenheit jemanden zu finden, der mir bei der Vorbereitung für Edwards Geschenk behilflich sein könnte.

Ich sollte mir jetzt nicht so den Kopf darüber zerbrechen – Edward würde es doch nur merken. Ich setzte mich vors Klavier und begann zu spielen. Ich schloss meine Augen, und als ich kurze Zeit später seinen Atem auf meinem Nacken spürte, öffnete ich sie wieder.

„Hab ich dir eigentlich schon gesagt, dass du wunderschön spielst?" Seine Stimme, so samt wie Honig, verführte meine Sinne immer und immer wieder. Edward schaffte es, mich andauernd aus der Fassung zu bringen.

„Ja, das hast du", wisperte ich zurück. Seine Hand legte sich um meine Taille und zog mich näher zu sich heran. Schweigend hielt er inne und hörte zu, wie die Musik den Raum erfüllte. Seine freie Hand hob er an, und legte sie auf die Tastatur. Anschließend begann er, die Töne zu spielen, die zu meiner Melodie passten. Hohe und tiefe Töne; mal romantisch, mal dramatisch, dann traurig, waren mit in dieser Melodie verflochten. Sie passte mal zu mir, mal zu Edward. Sie erzählte praktisch unsere Geschichte. Ein Anfang existierte, doch ein Ende war einfach nicht in Sicht. Es lag wohl daran, dass die Zeit unbegrenzt lange für uns zur Verfügung stand.

Edward beugte sich zu mir hinunter und küsste mich tief und leidenschaftlich, als ich die letzte Note ausklingen ließ.

„Das hier ist unsere gemeinsame Melodie. Sie handelt nur von dir und mir. Und ich weiß es; einer von uns wird den letzten passenden Teil dazu ergänzen." Was auch immer damit meinte, ich ignorierte es und nickte lächelnd.

„So soll es sein."

Edward verabschiedete sich in der Hofpause am nächsten Tag, da er im Computerraum sein Referat zu Ende bearbeiten wollte. Ich nutzte die Gelegenheit und setzte mich an einem ruhigen Ort am Campus, wo ich angestrengt nachdachte, was Edwards Geschenk betraf. Die Liederliste hatte ich bereits rausgesucht, die Lyrics ausgedruckt. Jedes Lied kannte ich persönlich, und ich mochte sie genauso wie er es tat. Nur ich brauchte noch ein Tonstudio, wo ich die Lieder aufnehmen konnte. Doch wer hatte überhaupt eins? Auf Alice' Hilfe konnte ich doch glatt verzichten – wenn sie ein Studio kaufen würde, wäre doch bestimmt alles aufgeflogen. Nein, ich machte das lieber auf eigener Faust.

„Hey!" Erschrocken zuckte ich zusammen. „Was machst du denn hier allein?" Ich drehte mich um und erblickte Harry Brown, der zwei Kaffeebecher in den Händen hielt. „Auch einen?" Er hielt mir einen der Becher hin und ich nahm dankend an. Bei Harry hatte ich mein Herz ausgeschüttet, als Edward von Lucia kontrolliert wurde. Er tat mir leid, was mit seiner Verlobten Margo passiert war. Dann hatte er mir seine Freundschaft angeboten, die ich natürlich nicht ablehnte. Er hatte mir bei Vielem geholfen und ich war ihm sehr dankbar. Er und Edward waren die besten Kumpels, und sie gingen öfters zusammen mit irgendwelchen anderen Jungs zu irgendwelchen Sportsveranstaltungen, während ich mit Alice und Rosalie shoppen ging.

„Wo ist denn Edward?", fragte er mich. Er hatte immer ein kleines Lächeln auf den Lippen, seitdem er ein Mädchen kennengelernt hatte, die zu seiner neuen Freundin wurde. Er freute sich sehr für mich und meiner Beziehung zu Edward – Harry war mein persönlicher Kummerkasten.

„Er arbeitet im Computerraum an seinem Referat." Er nickte. Ihm war wohl aufgefallen, dass ich mich äußerlich verändert hatte, schließlich war es doch allem aufgefallen, doch er war der Einzige, der das nicht ansprach, mit Ausnahme von Charlie, natürlich. „Und, wie geht es dir?", fragte ich ihn.

„Gut", antwortete er grinsend. „Aber ist mir dir alles okay? Du siehst ein wenig besorgt aus." Mich überraschte es, was für ein gutes Gespür er doch hatte.

„Ja, das ist wahr. Edward hat in vier Tagen Geburtstag …"

„… und du brauchst ein Geschenk für ihn", beendete er meinen Satz.

„So ganz falsch liegst du nicht", gab ich zu. „Ich habe schon eine passende Idee, nur ich brauche jemanden, der mir dabei hilft und besonders sekret damit umgeht, sodass Edward nichts davon mitbekommt."

„Ich verstehe. Was genau hast du denn geplant?", fragte er interessiert.

Ich lächelte. „Ich hatte vor, eine CD für ihn aufzunehmen, die all seine Lieblingslieder enthält." Harrys Mundwinkel verzog sich zu einem selbstsicheren Grinsen.

„Und du brauchst ein Studio." Ich nickte. „Alles klar, ich kann dir dabei helfen." Überrascht weiteten sich meine Augen.

„Wirklich?!"

„Ja. Ich habe ein Tonstudio bei mir Zuhause. Ich müsste nur noch meinen Vater um Erlaubnis fragen, aber ich bin mir sicher, dass er nichts dagegen hat." Das gab's doch nicht!

Edward

Ich hatte noch den letzten Teil meines Referates abgespeichert und war nun auf dem Weg zu Bella, die ich draußen zu sehen glaubte. Vor voller Vorfreude bei ihr zu sein, beschleunigte ich meine Schritte. Plötzlich sah ich noch jemanden neben ihr – Harry. Das legte meine Laune ein wenig, aber ich freute mich, auch ihn zu sehen. Jetzt war ich nicht mehr weit entfernt und ich war in der Lage, zu hören was sie sagten. Mich wunderte es bloß nur, dass Bella mich nicht wahrnahm.

„Oh mein Gott! Das ist ja abgefahren! Können wir noch heute damit anfangen?", rief Bella aufgeregt und ein ganz eigenartiges Funkeln lag in ihren Augen. Was war hier los?

„Ich denke schon", antwortete Harry lächelnd.

Bella fiel ihm um den Hals. „Danke!" Ich verspürte einen leichten Stich bei dem Anblick, als ich meine Schritte lauter werden ließ. Schließlich drehte sich Bella zu mir um; sie sah ein wenig erschrocken aus.

„O-Oh Edward!", rief sie etwas perplex. Mein Blick wanderte misstrauisch zwischen ihr und Harry hin und her.

Edward, ist gibt keinen Grund, eifersüchtig zu sein. Das, was du gesehen hast, hat nichts zu bedeuten.

Aber was sollte Bellas Reaktion?

„Hey Alter!" Harry stand auf und wir begrüßten uns mit einem lässigen Handschlag. „Schön dich zu sehen. Alles klar?" Ich nickte und setzte mich neben Bella. „Entschuldigt mich Leute, ich muss gehen. Die Pflicht ruft!", sagte Harry. Er warf Bella noch einen letzten Blick zu, dann drehte er sich um und ging davon.

„Was war das?", fragte ich sie. Sie bemühte sich, mir in die Augen zu schauen. Mir war klar, dass irgendetwas hier im Gange war.

„Was war was?", fragte sie zurück und hob eine Augenbraue. Ihre Lippen zitterten ein wenig. „Was soll denn schon sein?"

„Die Aktion gerade eben – was sollte das?" Sie wurde rot vor Aufregung und wich meinem Blick aus. „Bella", murmelte ich, und ich konnte nicht verhindern, dass es etwas bedrohlich klang. Ich hob ihr Gesicht an und zwang sie, mir in die Augen zu schauen. „Sag es mir. Was geht hier vor?"

„Edward, es ist nichts!", rief sie. In ihrer Stimme lag Unsicherheit. Ich wollte ihr nur zu gerne glauben, doch ihre Reaktion von vorhin machte mir einen Strich durch die Rechnung – ich konnte nicht.

„Schön", erwiderte ich und stand auf.

„Edward!" Mit schnellen Schritten lief ich davon. „Edward, warte!" Wieder ignorierte ich ihren Ruf. Warum, wusste ich noch nicht. Aber warum fiel es mir dann so schwer, ihr zu glauben?

Bella

Verflucht! Edward hatte es vollkommen in den falschen Hals bekommen! Schnell rannte ich ihm hinterher und passte mich seinen Schritten mit Leichtigkeit an.

„E-Edward, es ist nicht so, wie du denkst!", rief ich verzweifelt und versuchte die Situation zu retten.

„Wie denke ich denn?" Es klang herausfordernd. Ich packte ihm am Arm und zwang ihn stehen zu bleiben.

„Hör zu, du verstehst das vollkommen falsch!" Seine Augen wurden schwarz vor Zorn und Eifersucht. Er ballte seine Hand zur Faust.

„Wieso hast du ihn dann umarmt?", rief er. „Und was sollen die Worte Können wir noch heute damit anfangen? Ihr wollt euch doch heute

verabreden!" Er war völlig außer sich. Und er war verletzt.

„Edward." Ich legte meine Hand auf seine Wange. Unter dieser sanften Berührung schien er sich zu beruhigen. „Bitte, glaube mir. Es ist nichts. Harry hat mir nur angeboten, dass er mir bei meinem Referat helfen könnte. Ich wollte noch etwas vorbereiten, und sein Vater hat bei sich Zuhause den ganzen Kram, den ich dafür brauche. Ich würde sonst ziemlich in der Scheiße stecken, ich muss doch meine Note in Physik aufbessern!" Edward sah erleichtert aus; seine Augen färbten sich wieder zu flüssigem Gold. Ihm ging eindeutig ein Stein vom Herzen, und ich musste gestehen, dass ich mich im Lügen radikal verbessert hatte.

„Warum hast du mich nicht gefragt? Ich hätte dir genauso behilflich sein können!" Jetzt tat er auf beleidigt. Bei seinem süßen Schmollmund musste ich laut auflachen.

„Mir ist das erst heute in der Pause aufgefallen, er hat mich dann gefragt und ich habe sein Angebot angenommen. Und es wäre doch unhöflich, jetzt abzusagen, wo er das doch alles schon organisiert hat!" Wahrhaftig. Ich hatte mich wirklich verbessert. Edward schien mir zu glauben.

„Dann bin ich ja beruhigt. Oh Bella, es tut mir so leid, dass ich dir nicht geglaubt habe!" Ich stellte mich auf die Zehenspitzen und drückte meine Lippen auf seine.

„Ist schon gut", beschwichtigte ich ihn. „Alles halb so wild." Er erwiderte sofort meinen Kuss, und drückte mich dabei an die kalte Mauer. Meine Hände wühlten in seinen Haaren, seine wanderten an meinem Rücken auf und ab. Ganz sachte schob er seine Hand unter meinem Pullover, wo er sanft meinen Bauch streichelte. Ich seufzte wohlig und ließ mich von ihm ab um nach Luft zu schnappen.

„Eigentlich könnten wir uns öfters streiten. Gegen solch einer Versöhnung habe ich nichts", murmelte Edward in mein Ohr, und ich spürte, wie sich sein Mund zu einem Lächeln verzog.

„Ich auch nicht", erwiderte ich und legte meinen Kopf auf seine Schulter.

Das ging gerade nochmal gut …