Boomshaker41: .! :D …lach… Ich stelle mir gerade vor, wie du den „nächstbesten" Kadaver vollreierst… und frage mich, was dieser unglaublich unglaubliche Ansporn sein könnte… vielleicht Muffins?! Allerdings würde ich es vermeiden, Sev mit Stauffenberg zu vergleichen – denn seien wir ehrlich, der Einäugige war einfach ein verdammter Offizier, der nicht das Wohl des Volkes, sondern seine eigenen Interessen im Blick hatte…

Queen Jane: so, ich verspreche aber hoch und heilig, das war jetzt der letzte Cliffhanger… den Winzwolf liebe ich, auch wenn er dieses Mal eine nicht allzu große Rolle inne hat, aber ich kann es mir nur selten verkneifen, ihn einzubauen…

goldenangel85: na ja… ich hatte mir unter Inferi immer so alle möglichen Tote in diversen Verwesungszuständen vorgestellt, nicht eine Armee Gollums, wie sie im Halbblutprinzen (Film) auftauchten… ich versichere dir, er scheint sich nicht zu offenbaren, er offenbart sich…

Simba: …pat… ist doch schon vorbei, so lange musstest du doch gar nicht warten… und wenn du so zitterst, ist es ja nur gut, dass ich dort Schluss gemacht habe, damit du dich wieder beruhigen kannst… :D (ja, ich bin gemein, aber dafür liebst du mich doch, oder?!)

Nik: irgendwas mit Hörnern finde ich erstmal gut, das erinnert mich an Aberforth, und den fand ich immer irgendwie cool… Soundtrack zur ff? Soll ich den selbst komponieren oder fragst du gerade, was ich beim Schreiben immer so höre? ;D Keine Angst, die Kavallerie kommt gleich – aber wer um alles in der Welt ist Harry?

Leoka: es freut mich, wenn ich doch für ein bisschen Spannung sorgen konnte und hoffe, auch dieses chap ist nicht zu langweilig…

Babyfisch: oh, gern geschehen, dafür bin ich schließlich dein Lieblingswolf, oder? Na ja… Sev ist schon ein wenig zwiegespalten, weißt du? Einerseits wollte er sie gern aus der Gefahrenzone bringen, andererseits eben auch nicht… so ist das eben, wenn man jemanden so ein bisschen leiden kann… :D

Schanin: yup, ich bin gemein, gemein, gemein… lol… nun ja, die Reaktionen der verschiedenen Leute fallen auch recht unterschiedlich aus, obwohl niemand groß Zeit hat, sich damit zu befassen…

Try: hurra, du bist wieder aus dem Urlaub zurück! …hopst Try auf den Rücken und knuddelt sie zu Boden… Und, wie war's?! Ich finde es jedenfalls toll (wahrscheinlich im Gegensatz zu dir!), dass du wieder da bist! Obwohl ich dir jetzt sagen musst, dass du ausnahmsweise mal nicht recht in der Annahme gehst, dass sich unsere beiden Helden allein raushauen müssen…

lufa: nein, ich bin nicht schuld, du weißt ja warum… ;D Und wenn du nicht gerade Urlaub am Nordpol machst, kannst du bestimmt mal irgendwo an einen Rechner… obwohl ich dir versichere, das letzte chap ist toooooooooootal langweilig und unwichtig… :D Lusches? Grööööööl….

Lynya77: ein Haus, welches einem zufällt, nicht schlecht… oder ist es dir sogar zugelaufen? :D Okay, Horrorfilme mag ich eigentlich auch nicht (ich fürchte mich im Dunkeln, muaha!), aber Geisterbahnen mag ich sehr… dass „fies" einer meiner vielen Vornamen ist, weißt du aber schon… ?! Autsch… ich glaube, du hast auf meiner Festplatte herumgeschnüffelt und du wirst auch gleich sehen, warum… schaut interessiert Silvia an, die komisch herüberstarrt

Majin Micha: okay, ich geb's auf… Na klar, die Kuh war's! :D :D :D Hermione hat nicht viel Zeit, darauf zu reagieren und außerdem marschieren sämtliche Gefühle erst einmal die Verwirrscala hoch und runter… der kleine Teddy kriegt gleich unerwartete Unterstützung…

sveti: oh, ich versichere dir, gerade Malfoy ist not amused… verneigt sich geschmeichelt vor sveti… Großes Kino, großer Wolf? Das geht runter wie Öl…

Kleine: oh, du hast deine Tischkante wieder aktiviert – ist denn die Kauleiste noch in Ordnung? :D Dass Hermione ziemlich dämlich aus der Wäsche guckt, ist amtlich, aber da ist sie nicht die einzige… zum Glück ist Malfoy so freundlich, ihr Sev in seiner wahren Gestalt zu zeigen… Ist denn meine Express-Eule mit Sevs Beruhigungsmitteln angekommen?

Cura: ok, ich gebe zu, Chemie ist nicht gerade ein larifari Fach zum Studieren… (ich habe einen Freund, der hat sechs Jahre dafür gebraucht, obwohl… der hat schon ab und zu Partys gemacht :D)… ach ja, die Auroren… na ja, wäre doch langweilig, wenn die so schnell reagieren würden, oder? Einschließlich des heutigen chaps werde ich dich nur noch zweimal ablenken, aber dann wird wieder fleißig gelernt, hopp, hopp… :D

ll: ge-nau! Natürlich gibt es kein perfekteres Team als die beiden und ich verstehe auch nicht, wie Miss Killer-Rowling das nicht erkennen konnte… :D Aber auf die geschockten Gesichter darfst du natürlich gespannt sein…

Metadin: lol… du hast Recht, im Prinzip ist die Katze ja bereits im Sack… kann ja auch nicht mehr viel passieren, schließlich ist es das vorletzte chap, oder?!

helga: herzlichen Dank, dein Lob geht runter wie Öl… besser als irgendwer zu sein hört sich jedenfalls immer gut an… :D

Kerish: ich muss sagen, ich habe es gar nicht bemerkt, dass da tatsächlich als letztes update der 25. Juli steht, aber ich versichere dir, dass ich immer jeden zweiten Tag update und somit auch am Montag… komische Sache das. Grundsätzlich stelle ich nämlich nur Sachen ein, die bereits beendet sind, damit mir nur Cliff- aber keine Writerhanger dazwischen kommen…

Das Mittwochskapitel widme ich lufa!

SSHGSSHG

Nichts ist leichter als Selbstbetrug, denn was ein Mensch wahr haben möchte, hält er auch für wahr. Demosthenes

29. Kapitel

Hermione wusste, dass sie einen Schock erlitten hatte. Und das lag nicht daran, dass sie soeben einem Höllenstrudel und Inferis entkommen war; vielmehr war es die Tatsache, dass sie aus dem Munde des Iren die Stimme eines Toten gehört hatte, eines Mannes, den sie selbst hatte sterben sehen. Severus Snape, Tränkemeister, Spion und offensichtlich in der Lage, aufzuerstehen wie ein Phönix. Severus Snape, mit dem sie geredet hatte wie mit einem Freund, dem sie sich anvertraut hatte, dem sie sogar Dinge über ihn selbst erzählt hatte. Sie hatte von ihm gesprochen, an ihn gedacht, von ihm geträumt, ja sogar Ref mit ihm verglichen und die ganze Zeit war die schlaueste Hexe ihres Jahrganges nicht auf die Idee gekommen, dass er es selbst hätte sein können.

All die kleinen Puzzleteile fielen in eben jenem Moment an ihren Platz. Das Gefühl, dass er ihr vertraut vorkam, Dannys Bemerkung über den „schwarzen Ref", seine oft harschen Bemerkungen, ihre Annahme, seine Haar- oder Augenfarbe wirkten manchmal dunkler, der Geruch seiner Sachen nach Heilpflanzen, selbst die Narbe an seinem Hals ergab einen Sinn, genauso wie seine Schlangenphobie, die Tatsache, dass er Krummbeins Namen wusste, obwohl sie sich nicht erinnern konnte, ihn genannt zu haben, seine Bemerkung, dass Snape Legilimens beherrschte. Seine vielen Andeutungen, die sie schon teilweise mit der Nase auf ihn gestoßen hatten…

Und das einzige, woran sie gedacht hatte, war, wie sehr Ref manchmal dem Tränkemeister ähnelte, und sie hatte es als puren Zufall abgehakt. Wie absolut verrannt konnte man sein? Selbst jetzt noch, als sie neben ihm stand, seine Stimme vernahm, die vertrauten Gesten wieder sofort zuordnen konnte, selbst jetzt noch wisperte ein kleiner Teil in ihr: Aber er ist tot…

Doch er – Severus Snape, schrie sie innerlich auf - fuhr mit eben jener Stimme fort, ohne ihr Zeit zu geben, sich zu erholen. „Was ist denn, Luc? Hast du an einem Tag gleich zwei Geister auf einmal gesehen?"

Malfoys Lippen formten Worte, doch er brachte keinen Ton heraus. Seine Augen wanderten zwischen Hermione und … Snape hin und her, als glaubte er nicht, was er sah. Doch dann riss ihn Yaxley wieder aus seiner Trance. „Was, beim Hippogreifen, geht hier vor?"

„Finite Incantatem!", zischte Malfoy. Hermione starrte den Mann neben sich an. Es kam ihr vor, als sei der Blendzauber so stark, dass er nur widerwillig nachgab. Zuerst änderten sich die Haare. Die wilde, zerstruppelte, dunkelblonde Mähne wurde glatt und fiel locker herunter, schwarz wie die Nacht, im Moment verschwitzt und um einiges kürzer, als es Hermione aus ihrer Schulzeit in Erinnerung hatte. Die tiefen Falten wurden kleiner und lösten sich schließlich auf, als hätte sie jemand wegradiert, die Haut zog sich zurück und wurde blasser, wenn auch nicht so bleich wie früher. Die Augen, obwohl jetzt verengt, hatten die tiefschwarze Farbe angenommen, die so unergründlich und kalt wirken konnte.

Malfoy zuckte zusammen, trat mehrere Schritte zurück und hielt seinen Zauberstab unbeirrt auf den Tränkemeister gerichtet. „Du bist es wirklich, Snape!", sagte er leise. „Wie konntest du überleben, wenn ER von Potters Hand fiel?"

Ich hatte mich ja nicht mit Potter angelegt", höhnte Snape. „Und er war wohl doch nicht so großartig, wenn er es nicht einmal wagte, mich mit eigener Hand zu töten. Er hat sein Haustier auf mich gehetzt, euer großartiger Lord, und es scheiterte genauso wie er." Fast unbemerkt bewegte er sich ein wenig, so dass er vor Hermione und Teddy stand. „Jetzt ist es jedenfalls zu spät – zu spät, um wieder zu morden, zu brandschatzen, zu zerstören und zu spät, um einen neuen Dunklen Lord auferstehen zu lassen. Ich habe eben den letzten Horkrux zerstört und der Zauberstab von Slytherin ist kaum das Holz wert, welches dafür verwendet wurde, alter Freund!"

Der Adlige verlor jede Farbe. „Du dreckiger, halbblütiger Verräter", keuchte er. „Wir hätten dich erledigen sollen, sobald du das erste Mal deinen Fuß nach Hogwarts gesetzt hattest!" Er holte tief Luft und betrachtete die Todesser, sah denjenigen, die sich ihrer Maske entledigt hatten, ins Gesicht. „Aber es spielt keine Rolle", sagte er laut. „Wir brauchen keinen Horkrux, das Blut des Werwolfjungen in Verbindung mit der Magie der Insel wird uns genug Macht verleihen, um wieder zu alter Größe zu erstarken!"

„Aber du hast gesagt…" Yaxley klang aufsässig, während er hasserfüllt zu Snape sah.

„Es ist nichts, was sich nicht wieder ausbügeln ließe. Holt den Bengel zurück und schlitzt ihn auf! Ich werde mich unserer unerwarteten Gäste annehmen." Mehrere Todesser eilten von hinten auf Hermione zu und versuchten, ihr Teddy zu entreißen, der sich an sie geklammert hatte und zu weinen anfing. Sie dachte gar nicht daran, ihn herzugeben. Es war auch nicht mehr nötig. Von allen Seiten zuckten blaue und grüne Blitze durch die anbrechende Dämmerung, streckten die maskierten Leute nieder. Malfoy fiel wie ein Stein zu Boden.

Ein Dutzend oder mehr dunkel gekleidete Gestalten lösten sich aus dem Schatten ihrer Verstecke, umringten den Versammlungsplatz, legten den bewusstlosen Todessern magische Handschellen an. „Sir?" Blaise hastete auf den Tränkemeister zu. „Sind Sie verletzt?"

„Warum, bei Merlins Sackhaaren, habt ihr so lange gewartet?", zischte Snape. Er sah wütend aus. „Wir hätten bereits tot sein können!"

„Wir hatten alles unter Kontrolle", versicherte der Unsägliche und sah zu Hermione. „Bist du okay?"

Sie stand noch immer wie angewurzelt an derselben Stelle, hielt Teddy fest umschlungen und ließ ihren Blick abwechselnd zwischen Snape und Blaise hin- und herwandern. „Du hast es also gewusst", bemerkte sie mit unnatürlicher Ruhe. „Wer noch? Kingsley, das gesamte Ministerium, die ganze Welt? Nur ich nicht?"

Ref, nein, Snape, fuhr sich mit der Hand über das Gesicht, und hätte sie es nicht besser gewusst, hätte sie gemeint, er sei nervös. Andererseits, was wusste sie schon? Nichts, überhaupt nichts…

Sie hatte sich verliebt. Nicht in einen Iren. Nicht einmal in irgendeinen Fremden, nein. Es musste ausgerechnet ihr ehemaliger Lehrer sein. Teddy drückte sein Gesicht an ihren Hals und weinte leise. Sie strich ihm durch die Haare und beobachtete wie im Traum die Auroren bei ihrer Arbeit. „Ich kann nicht glauben, dass ihr tatsächlich den Jungen als Lockvogel eingesetzt habt", fuhr sie fort.

Blaise hatte zumindest den Anstand, unbehaglich zu schauen. „Wir hatten ihn unter Beobachtung, Süße", murmelte er. „Während ich auf See aufgepasst habe, waren immer drei Leute allein nur für Teddy da. Wir hätten ihn jederzeit befreien können, aber versteh doch – wir brauchten dieses Mal handfeste Beweise. Und aus Kindesentführung winden die sich nicht raus, diesmal nicht! Wir bringen ihn jetzt auch sofort nach Hause!"

„Nein, das mache ich", wehrte Hermione ab. „Alles ist gut, Teddy", murmelte sie in das dunkelbraune Haar des Kleinen. „Gleich ist es vorbei." Er drängte sich nur noch enger an sie heran. Sie richtete sich auf und sah Snape entschlossen an. Er erwiderte ihren Blick ruhig. Hermione öffnete ihren Mund, schloss ihn wieder, öffnete ihn wieder. Ihr war klar, dass sie sich lächerlich machte, aber in ihr war so vieles, was an die Oberfläche drängte, so viele Fragen, Gedanken, Gefühle, Wünsche… „Du bist ein Held, Severus Snape!", sagte sie langsam.

Seine Augenbraue schoss nach oben. Er hatte offensichtlich mit allem gerechnet, nur nicht damit. „Was?!"

„Als ich noch glaubte, ich würde mit einem irischen Muggel reden, habe ich einmal gesagt, ich konnte dir nie sagen, dass du ein Held bist. Jetzt kann ich es." Sie sah ihn unentwegt an, konnte ihren Blick nicht lösen, konnte sich nicht dazu bringen, auch nur eine Sekunde lang ihre Augen von ihm abzuwenden aus der kindischen Angst heraus, er würde sich dann auflösen, verschwinden, wie ein Geist in Rauch aufgehen. Und dann würde sie ihn endgültig verlieren. Sie würde niemals wieder diese schwarzen Augen ansehen, das schmale Gesicht betrachten können, den Schwung der hohen Wangenknochen verfolgen. Er würde endgültig fort sein.

„Hermione…" Offensichtlich rang er genauso um Worte wie sie.

Sie trat einen Schritt zurück und schloss die Augen, um sich selbst zu beweisen, dass alles wirklich war. „Es ist alles ein bisschen viel auf einmal", sagte sie, als sie sich so weit gefasst hatte, dass sie ihn wieder ansehen konnte. „Aber…"

„Hermione!", schrie Blaise und sie wirbelte automatisch herum, aber es war zu spät. Ein Arm legte sich um ihren Hals, ein Zauberstab drückte sich schmerzhaft in ihre Rippen.

„Ich unterbreche euer freudiges Wiedersehen nur ungern, Severus", keuchte Malfoy hinter ihr und benutzte sie als menschlichen Schutzschild. „Aber ich gedenke nicht, mich wieder einsperren zu lassen. Runter mit den Zauberstäben, alle! Oder eure kostbare Miss Granger und der Wolfsbastard sind Geschichte!" Hermione rang nach Luft, der Todesser übte so starken Druck aus, dass ihr schwindlig wurde.

Aus den Augenwinkeln konnte sie sehen, dass Snape und Blaise sofort ihre Zauberstäbe wegwarfen und die Arme hoben. „Lassen Sie sie gehen", sagte der Unsägliche ruhig, betont. „Sie machen es nur schlimmer. Sie können nirgends mehr hin fliehen, ob mit einer Geisel oder ohne. Wir haben eine Apparationssperre errichtet!"

„Ich denke, da habe ich andere Ansichten, Junge! Ihr werdet sie halt einfach wieder lösen müssen!", zischte Malfoy und zog seinen Arm noch weiter an. Hermione krallte sich an ihm fest und versuchte, rasselnd Sauerstoff in ihre Lungen zu pumpen.

Ihr schien, Snape war der erste, der die Nerven verlor. „Fass! Sie! Nicht! An!", brüllte er.

Nichts bereitete Hermione darauf vor. Ein heftiger Ruck erschütterte sie, durchzuckte sie, so gewaltig, dass sie das Gefühl hatte, ihr Rückgrat bräche entzwei, als jemand von hinten gegen Malfoy prallte, und dann stürzten sie zu Boden. Sämtliche noch verbliebene Luft wurde aus ihren Lungen getrieben und nur wie aus weiter Ferne, durch einen Nebel aus drohender Bewusstlosigkeit, hörte sie ein entfesseltes Knurren und die lauten Schreie Malfoys, der um sich schlug und versuchte, eine rasende, schwarze Bestie von seiner Kehle zu lösen. Sie versuchte, Teddy zu umschlingen und zu schützen.

„Toby, aus! Es ist gut!" Doch für Toby war gar nichts gut. Der Hund, den Hermione nie anders als gutmütig und freundlich kennengelernt hatte, fuhr immer wieder auf den Adligen los, biss wieder und wieder zu, riss, fetzte, bis ihn Snape schließlich am Halsband packte und mit aller Kraft fortzerrte. Hermione kroch mühsam zur Seite und drehte sich herum, um durch einen Schleier verwischter Sicht einen Blick zu riskieren. Malfoy rührte sich nicht mehr. Blut strömte aus unzähligen Wunden an Kopf, Hals und Oberkörper, und noch immer wehrte sich Toby gegen die Hand seines Herrn, der ihn von dem Todesser abhielt.

„Blaise!", sagte Snape, der mit dem tobenden Hund kämpfte. „Schau nach Hermione!" In seiner Stimme lag ein drängender Unterton.

„Bist du okay, Süße?", fragte der Unsägliche, als er sich neben ihr hinkniete.

„Sobald du irgendwann aufhörst, mich Süße zu nennen, bestimmt!", murmelte sie und versuchte, auf die Füße zu kommen. Er half ihr hoch und stützte sie. Beide sahen auf einen Auroren, der sich neben Malfoy hockte und einen Diagnosezauber über ihn laufen ließ.

„Wir haben jetzt wirklich alle sicher und können die Apparationssperre aufheben", bemerkte der Auror. „Zumal der Kerl hier dringend einen Heiler braucht, oder wir können uns die Verhandlung sparen."

„Sehr gut", antwortete Blaise, zog eine Münze aus der Tasche und rieb sie. Die Luft flimmerte kurz, der Wind setzte für einen Moment aus, dann war alles wieder normal. „Schafft sie fort", wies Blaise die Auroren an, und ein anschwellendes Ploppen von mehreren Apparationen verkündete, dass seiner Aufforderung Folge geleistet wurde.

Der kleine Junge lief auf Hermione zu und sie wollte ihn umarmen, doch er entwand sich ihr wieder und stürzte geradewegs zu Toby, warf seine Arme um den Hals des knurrenden Hundes und drückte sein Gesicht an dessen Kopf. Hermione blieb die Luft weg, so sehr erschrak sie. Toby war außer Kontrolle, gleich würde er zubeißen und auch Teddy zerfetzen. Snape wurde bleich wie frisch gefallener Schnee und zerrte an Tobys Halsband, doch es war zu spät.

Toby knurrte noch lauter und seine Schnauze schoss herum. Plötzlich winselte er, jaulte und fiepte, sein Schwanz klopfte auf den Boden, seine Zunge schoss heraus und fuhr dem Jungen über das Gesicht, wieder und wieder. Teddy steckte seinen Kopf in das Fell des großen Hundes, murmelte etwas und kicherte dann, als sich Toby auf den Rücken fallen ließ und jappste.

Hermione stürzte auf Kind und Hund zu und umarmte beide. Sie konnte nicht aufhören, albernes Zeug zu plappern, versicherte Toby, welch tapferer Kerl er war und Teddy, dass alles in bester Ordnung sei, dabei fühlte sie sich selbst gerade, als hätte man sie umgestülpt, ausgeleert und weggeworfen. Und dann spürte sie, dass sich Ref, nein Snape, verdammt, der Mistkerl, in den sie sich verliebt hatte, neben ihr niederkniete und sie in seine Arme zog. Sie verbarg ihr Gesicht in seiner Halsgrube und klammerte sich an ihn, als sei er ihr letzter Anker auf dieser Welt. Sie bekam keine Luft mehr, aber Atmen wurde sowieso überbewertet, fand sie.

„Hass mich nicht!" Es war kaum der Hauch eines Wisperns, das in ihre Ohren drang. „Verdammt, Hermione, hass mich nicht!", wiederholte er, geringfügig lauter und sie erinnerte sich an die andere Gelegenheit, als er genau diese Worte wählte.

In ihr tobten so viele unterschiedliche Emotionen, die sie kaum einordnen konnte. Sie war schrecklich wütend auf ihn und sie versuchte, sich von ihm zu lösen und ihn anzuschreien, doch er – Severus Snape! – hielt sie fest an sich gedrückt und sie bemerkte entsetzt, dass er zitterte. Und er zitterte bestimmt nicht vor Kälte. Sein Griff um ihren Körper war so fest, dass es schmerzte und sie war sich sicher, dass sie blaue Flecken bekommen würde, doch gleichzeitig fand sie etwas äußerst faszinierendes heraus.

Sein Puls klopfte unter ihrem Mund, den sie an seinen Hals gepresst hatte. Ein Marathonläufer, der soeben die letzten Meter bis ins Ziel gesprintet war, konnte kaum einen höheren Puls haben als dieser Mann, den sie in all der Zeit, in der sie ihn kannte – sei es als Mistkerl Snape oder als Ire Ref – nie anders als kaltblütig und gelassen erlebt hatte. Vielleicht bildete sie es sich nur ein, doch für Hermione bedeutete das nur, dass er Angst hatte.

Ein Mann, der jahrelang mit einem verrückten Welteroberer Katz und Maus gespielt hatte, den Angriff einer riesigen Schlange überlebt und dann wieder als Spion tätig gewesen war, hatte Angst. Vor ihr. Vor ihrer Reaktion. Oh, sie war sich sicher, dass er keine Angst davor hatte, dass sie ihn verhexen oder physisch schaden würde. Er fürchtete ganz andere Dinge.

Ich habe Angst vor Körperkontakt, Angst davor, dass mich jemand verletzen könnte. Aber das werden Sie nicht, oder, Miss England?

Es war nicht der Körperkontakt, den er fürchtete, es war die Angst, ihn zu verlieren. Sie zu verlieren!

Hermione hob den Kopf und sah ihm geradewegs in die Augen. „Warum hast du es mir nicht gesagt?", fragte sie heiser.

„Das habe ich – viele Male", antwortete er leise und ließ sie los. Seine Arme fielen an seinen Seiten herab, als wären sie tote Gegenstände. Sein Gesicht wurde so unbewegt wie ein Stein, nur die Augen brannten in dem blassen Gesicht und Blut tropfte ihm von einer Stirnwunde ins Gesicht wie deplatzierte Tränen.

Sie starrte ihn an. Er hatte Recht. Er hatte es ihr viele Male gesagt. Er hatte ihr von ihr selbst erzählt, von seiner Kindheit, seinem schrecklichen Benehmen in Hogwarts, von seinem toten Freund in Hogwarts… Er hatte sich ihr wieder und wieder offenbart, doch ihr Rationalismus hatte immer neue Ausreden gefunden, um all die Ähnlichkeiten zu erklären. Sie war diejenige, die nie zugehört hatte.

„Aber warum?", fragte sie hilflos, dann wurde ihr klar, dass das keine verständliche Frage war. Sie setzte an, sich zu verdeutlichen, aber er hatte sie bereits verstanden.

„Hätte ich dir gezeigt, wer ich bin, wärest du fortgegangen und niemals wiedergekommen", flüsterte er rau und seine Augen schienen ein Feuer in ihre Seele zu brennen.

„Und hätte das etwas bedeutet?"

Ein Nerv zuckte in seiner Wange. „Mir schon", bekannte er. „Ich fand es einfacher, dich in dem Glauben zu lassen, ich sei Ref. Ref konntest du akzeptieren, im Gegensatz zu einem Mann, den du bewundert, gefürchtet und gehasst hast."

Hermione streckte die Hand aus und fuhr die Konturen seines Gesichts nach. Scharf, schmal, hart. Eine Nase wie ein Adlerschnabel, hohe Wangenknochen, über die sich die Haut spannte. Ref… Severus… rührte sich nicht. Er atmete nicht einmal, schien es ihr.

„Ich habe keine Ahnung, wer du bist", murmelte sie.

„Genau der, den du kennengelernt hast", antwortete er. „Nur mit einem hübscheren Gesicht."

Die Absurdität dieser Aussage ließ sie wie irre grinsen und den Kopf schütteln, schließlich legte sie den Kopf in den Nacken und brach in hysterisches Gelächter aus. Sie kam wieder zu sich, als ihr bereits die Tränen aus den Augen liefen und sie spürte, dass sie angestarrt wurde. Teddy und Toby saßen nebeneinander auf dem Boden und schienen denselben verblüfften Gesichtsausdruck zu tragen, wenn man das von einem kleinen Jungen und einem Hund sagen konnte. Snape wirkte verwirrt und Blaise kratzte sich am Kopf. Ansonsten waren sie allein. Nichts erinnerte mehr daran, dass an dieser Stelle der Beginn einer neuen Weltordnung hatte stattfinden sollen.

„Merkt ihr das? Die schwarze Magie ist fort", sagte sie plötzlich. Snape nickte nur und betrachtete sie mit einer Vorsicht, die er früher immer nur gefährlichen Tränken und/oder Neville Longbottom hatte zukommen lassen. Hermione riss sich zusammen. „Ich bringe jetzt Teddy nach Hause!", sagte sie entschlossen.

„Aber…", warf Blaise ein.

Sie wirbelte zu ihm herum. „Kein Aber, Blaise! Du hast jedes Recht verloren, gegen irgendetwas Einspruch zu erheben." Ihr Blick kehrte zu Snape zurück, der noch immer regungslos dastand. Sie biss sich auf die Lippen. „Irgendwelche Einwände, wenn ich noch einmal zurückkomme?", presste sie hervor. „Ich würde gern… ein paar Dinge klären!?"

Ein Ruck ging durch seinen langen Körper, als würde er zur selben Zeit eine schwere Last verlieren und sich dennoch anspannen. „Ich hatte gehofft, dass du das sagen würdest", antwortete er langsam.