Disclaimer: Die handelnden Personen und die Orte an denen die Geschichte spielt, sind das geistiges Eigentum von Joanne K. Rowling. Ich beabsichtige nicht, mit dieser Geschichte Geld zu verdienen, sie dient lediglich der Unterhaltung. Mir gehören nur Jane Baker, Nicole Smith, Sarah Black, Sophie Evans, Lucy Potter, Samantha Lestrange, Debbie Grant und Josh Black, sowie einige unbedeutende Nebencharaktere.


Die Rebellion des Phönixorden

Kapitel 28

Zwischen Leben und Tod


14. März 1997 Fuchsbau

„Wie, falsche Informationen?" fragte Sam und starrte James an.

„Na ja, wurdest du runter gestuft oder warum kriegen wir von dir den Informationsstand, auf dem seine mittleren Kreise sein sollten?"

„Keine Ahnung, ich meine die Informationen kamen von..." sie erstarrte einen Moment. „Ich war bei dem eigentlichen Treffen nicht dabei, weil ich jemanden fest nehmen sollte."

„Wen?"

„Familie mit Kindern in Hogwarts. Guck mich nicht so an, ich hatte keine Chance euch rechtzeitig zu informieren, du weißt dass ich manchmal gegen Leute und für mich entscheiden muss. Wenn dir das nicht gefällt, dann opfere halt deine beste Spionin."

„Merlin bist du gereizt heute. Ich weiß das, okay und auch wenn es hart ist, es ist nicht deine Schuld. Aber zurück zu dem Hinterhalt," sagte James unwirsch.

„Lucius hat mir später davon erzählt, dass er eine zehnköpfige Truppe hat, mit der er eine Razzia durchführen muss."

„Aber Malfoy wusste, dass es einen Hinterhalt geben würde, zumindest nach dem, was MacKenzie gesagt hat," sagte Sirius, „warum sollte er dir nur unvollständige Informationen geben, du warst an dem Angriff ja nicht einmal direkt beteiligt. Das macht überhaupt keinen Sinn."

„Außer Malfoy verdächtigt dich," warf James ein.

„Aber dazu gibt es keinen Anlass," erwiderte Sam, „ich hab mich einwandfrei verhalten."

„Abgesehen davon, dass du sie ausspionierst," erinnerte sie Sirius mit einem schiefen Grinsen.

„Selbst wenn Lucius mich verdächtigt, was bezweckt er mit so einer Aktion? Voldemort vertraut mir mehr als ihm, sofern man das Vertrauen nennen kann. Wenn Voldemort erfährt, dass Lucius mich mit falschen Informationen füttert, dann wird er nur noch wütender auf ihn sein."

„Aber dass die Malfoys sich noch immer im inneren Kreis befinden, nach Dracos Verrat und dem Diebstahl des Horkruxes zeigt, dass Voldemort ihnen ungewöhnlich positiv gegenübersteht. Und nachdem wir mit sechzehn Leuten da angerückt sind, wird Voldemort auch nicht mehr davon ausgehen, dass sie die Spione sind, sondern irgendwer aus der mittleren Ebene," überlegte Sirius.

„Womit ich auch aus dem Schneider bin."

„Für Voldemort. Nicht für Malfoy," entgegnete James, „scheiße."

„Lucius kann das nicht als Indiz gegen mich verwenden, außer er will zugeben, dass er mir falsche Informationen zukommen lassen hat. Was nicht gut für ihn wäre."

„Aber er könnte, wenn er weitere Beweise findet, die eindeutiger sind," meinte James.

„Aber das wird er nicht," erwiderte Sam mit fester Stimme, „ich bin nicht so dumm. Ich hinterlasse keine Spuren. Bisher ließ sich nie irgendetwas auf mich zurück führen."

„Ja, bis jetzt. Sei vorsichtig Sam. Sei verdammt vorsichtig, sobald du mit Malfoy zu tun hast."


16. März 1997 Malfoy Manor

„Auf ein Wort, Lucius," sagte Sam.

Sie lehnte in der Tür zu seinem Büro und durchbohrte ihn mit Blicken.

„Samantha, meine liebe Nichte, was kann ich für dich tun?" fragte er und schenkte ihr ein Lächeln, das man als charmant hätte bezeichnen können.

Sie lächelte zuckersüß zurück.

„Zuerst, lieber Onkel, würde mich interessieren, warum du mir falsche Informationen zukommen lassen hast, im Bezug auf die Winkelgassen Razzia."

Lucius Lächeln flackerte nicht einmal.

„Ah, das. Ein unglückliches Missverständnis."

„Ein Missverständnis, tatsächlich Lucius?"

„Was sollte es sonst sein? Hast du einen Grund anzunehmen, ich hätte das absichtlich getan?"

„Ich denke, dass du ein Problem mit deinem Machtverlust hast Lucius. Deine eigene Nichte steht höher als du und das muss einen Mann wie dich wirklich in den Wahnsinn treiben, oder?"

Sein Lächeln verschwand, Wut zuckte über sein Gesicht, ehe er es wieder unter Kontrolle hatte und es zu einer ausdruckslosen Maske erstarren ließ.

„Wie du weißt bin ich nicht glücklich mit den Entwicklungen des letzten Jahres, ich habe keinen Grund, das zu sein. Aber obwohl du in der Hierarchie unseres Meisters höher stehen magst als ich, im Moment, lasse ich mir von einem Mädchen wie dir nicht vorwerfen..."

„Einem Mädchen wie mir? Treib deine Spiele nicht zu weit Lucius. Ich habe dem Dunklen Lord nichts von den falschen Informationen gesagt, weil ich mich immer noch familiär mit dir verbunden fühle. Aber ich warne dich, treib es nicht zu weit."

Damit drehte sie sich um und schritt rasch davon. Sie war vor zwei Tagen in dem Gespräch mit James, Sirius und dem später hinzu stoßenden Charlie zu dem Schluss gekommen, dass keine Reaktion auf die nun offensichtlich falschen Informationen ebenso verräterisch waren, wie eine falsche Reaktion.

Sie hatten also eine ganze Weile überlegt, wie sie reagieren sollte ohne dass Voldemort erfuhr, dass sie die gleiche Information gehabt hatte, wie sein Kreis potentieller Verdächtiger. Die Lösung ihrer gemeinsamen Überlegungen war jene, die Samantha gerade ausgeführt hatte.

Blieb nur zu hoffen, dass sie die Wirkung nicht verfehlen würde. Sie beschleunigte ihre Schritte noch ein wenig, bis sie die Eingangshalle erreichte, von der aus sie disapparieren konnte, sie war noch mit Sirius und James verabredet, die versprochen hatten, ihr mit einer weiteren Idee zu helfen.


Der Phönixprophet, Dienstag, 15. April 1997

Weitere Familien entführt

Seitdem im Januar Hogwartsschüler die Köpfe ihrer Eltern zu geschickt bekamen, befand sich wohl jede Familie, die ein Kind in Hogwarts hat in höchster Alarmbereitschaft. Manche zogen die Flucht vor und setzten sich ins Ausland ab, andere beschlossen zu bleiben und versahen ihre Häuser verstärkt mit Schutzzaubern und Bannen. Doch offensichtlich verspricht weder das eine noch das andere langfristigen Schutz, wenn Todesser jemanden wirklich finden wollen.

Thomas und Christine Grant, die in Großbritannien geblieben waren und deren beiden älteste Kinder nach Hogwarts gehen, sind verschwunden. Ihr elfjähriger Sohn Jonas wurde offenbar gefoltert und dann in ihrem Haus zurückgelassen, offenbar in der Annahme, er sei tot. Er wurde nach Hogwarts gebracht und wird dort zur Zeit behandelt. Thomas Grant arbeitete als Anwalt für das Zaubereiministerium, ehe dieses von den Todessern übernommen wurde. Er war unter anderem Ankläger in der legendären Abraxas Malfoy Verhandlung, in der er eine lebenslange Haft im Hochsicherheitstrakt von Askaban erwirkte. Seine Frau ist eine Muggel was die beiden wohl zusätzlich zu der Tatsache dass ihre beiden ältesten Kinder nach Hogwarts gehen, ein Anreiz für die Todesser war, sie zu finden.

Fabian und Megan Collins, die einen Sohn in Hogwarts haben, waren nach Südfrankreich geflohen und waren dabei, unter falschem Namen eine Muggelexistenz aufzubauen, konnten dennoch von Todessern gefunden werden. Zur Zeit ist noch nicht geklärt, ob dies eher auf die Bemühungen der Todesser oder die politische Einstellung der französischen Regierung zurück zu führen ist, über die in dieser Zeitung schon ausführlich berichtet wurde.

Ebenfalls ist nicht bekannt, was weiterhin mit den Verschwundenen geschehen ist und ob Voldemort mit ihnen ähnlich verfahren wird, wie mit den Opfern aus Hogsmeade.

Unser Mitgefühl gilt den Kindern der Verschwundenen und der bisherigen Opfer. So wenig hilfreich es ihnen im Moment vielleicht auch erscheinen mag.


17. April 1997 Hogwarts

Debbie weinte. Sie hatte sehr viel geweint, in den letzten drei Tagen. Natürlich hatte es jeder gewusst, als McGonagall sie und Dean gebeten hatte ihr zu folgen. Sie selbst hatte es auch gewusst, aber nicht glauben wollen. Nicht ehe McGonagall es gesagt hatte und auch danach eigentlich nicht.

Ihr Blick richtete sich auf Jonas, der seit drei Tagen nicht aufgewacht war. Den die Todesser für Tod gehalten hatten, oder zumindest zum Sterben zurück gelassen hatten. Und sie war unendlich froh, dass sie das getan hatten. Dass sie ihn nicht mitgenommen hatten. Sie hatte Lucy schreien hören nachts und wusste, was Todesser Menschen antaten und die Vorstellung ihr kleiner Bruder... Aber Mum und Dad!

Der Schmerz war noch so frisch und noch mehr Tränen liefen über ihre Wangen und sie schluchzte laut auf. Dean, der neben ihr saß zog sie in eine Umarmung und sie vergrub dankbar ihr Gesicht in seiner Schuluniform. Er weinte nicht, nicht mehr.

Es gibt keinen Weg, es irgendwie zu beschönigen, deswegen..." McGonagall atmete zitternd ein, „Ihre Eltern wurden von Todesser entführt."

NEIN!" schrie sie, laut und wütend.

Und Jonas?" Hatte Dean gefragt.

Ihr Bruder ist im Krankenflügel. Er ist schwer verletzt, aber Madam Pomfrey wird ihn heilen können."

„Es liegt mehr an den Anti-Schmerztränken, als an seinen Verletzungen, dass er noch nicht aufgewacht ist," sagte Madame Pomfrey, die sich gerade um einen anderen Patienten kümmerte.

Einen Zweitklässler, mit so was banalem wie einem Schnupfen, musste der dafür wirklich in den Krankenflügel und Pomfrey von Jonas ablenken? Der Gedanke war egoistisch und eigentlich musste Pomfrey sich sowieso nicht mehr um Jonas kümmern. Seine Verletzungen waren geheilt und jetzt würde es nur noch ein wenig dauern, bis die Wirkung der Anti-Schmerztränke nachließ und er bereit war aufzuwachen. Trotzdem konnte Debbie nicht anders, als den Jungen wütend anzustarren, während Madame Pomfrey ihm einen Trank gegen seinen Schnupfen gab.

„Denkst du sie werden sterben?" fragte Debbie später, als der Junge fort war und sie allein war mit ihren Brüdern, von denen der eine immer noch nicht erwacht war.

„Ich..." Dean schluckte hart, „Ja."

Neue Tränen liefen über ihre Wangen. Natürlich würden sie. Voldemort hatte keinen Grund, sie leben zu lassen, oder? Ihr Mutter war eine Muggel und ihr Vater war zwar seit der Machtübernahme im Orden gewesen, aber sie waren letzten Endes nicht wichtig. Sie wussten nichts, was Voldemort nutzen konnte.

„Hätten wir nicht zurück kommen sollen?" fragte Debbie.

„Das hätte Dad nicht erlaubt," erwiderte Dean, „er wollte, dass wir zurück gehen. Dass wir sicher sind."

Sicherheit. Was nützte die eigene Sicherheit, wenn die Menschen, die man liebt fort gingen. Sie konnte sich selbst nicht dazu bringen zu denken, dass sie tot sind, noch nicht. Sie würden es sein, später, aber noch nicht jetzt. Noch nicht jetzt.


Der Phönixprophet, Dienstag, 7. Mai 1997

Jahrestag, ein Grund zum feiern

Der gestrige Tag, war der erste Jahrestag der Todesser-Terrorherrschaft und wurde von vielen Todessern entsprechend gefeiert. Nun, mit dem was sie unter feiern verstehen, denn Todesser haben davon ganz offensichtlich eine andere Vorstellung als normale Menschen, wie der gestrige Tag unter Beweis stellte.

Keine Dinnergala, kein Ball und keine private Feier konnte offenbar die Freude der Todesser über ihre einjährige Herrschaft ausreichend zum Ausdruck bringen.

Stattdessen versammelten sie sich in kleineren und größeren Gruppen und schlachteten überall in Großbritannien auf grausame Weise Muggel ab. Eine in ihren Augen offenbar wahrhaft angenehme Beschäftigung.

Phönixkrieger hatten sich bereits auf verstärkte Grausamkeit gegenüber Muggeln an diesem Tag eingestellt, doch ihre Anzahl ist weiterhin viel zu niedrig, um sich in jeder Ecke Großbritanniens Todessern entgegen stellen zu können.

Es tut weh, verstehen Sie," sagt James Potter, der in dieser Nacht eine Müdigkeit und Erschöpfung ausstrahlt, die weder durch Schlafmangel noch durch die Anstrengungen eines Kampfes zu erklären sind.

Wir hatten dreiundzwanzig ausgebildete Kämpfer und dreißig weitere Amateure. Das macht dreiundfünfzig Leute.Und die Todesser warenzu ein paar Hunderten in ganz Großbritannien verteilt. Mit der Entscheidung gegen die Gruppen in London, Glasgow, York, Aberdeen und Inverness vorzugehen, verurteilt man in Edinburgh, Newcastle, Manchester und Merlin weiß, wo noch, Muggel zum Tode."

Widerwärtig und Krank. Das sind die Worte die mir zu dieser Art des ‚Feierns' einfallen. Und oft stellt sich mir die Frage, warum es scheinbar nur so wenigen Anderen genau so geht wie mir.


7. Mai 1997 Godrics Hollow

James hatte den Großteil des Vormittags verschlafen und fühlte sich trotzdem noch nicht wach. Eine Dusche und ein starker Kaffee sollten das Problem beheben, doch danach fühlte er sich immer noch ausgelaugt.

Auf dem Küchentisch lagen sowohl eine Ausgabe des Tagespropheten als auch des Phönixpropheten. Er sah sein eigenes Zitat. Er schloss die Augen und seine Kiefer pressten sich fest aufeinander. Das Zitat beschrieb nicht annähernd, wie es sich anfühlte. Es tut weh, nicht annähernd eine Beschreibung für die eisige Kälte die in seinem Herzen saß.

Er war derjenige, der die Entscheidungen traf, weil er nun mal der Chef war (es sah ihn immer noch jeder als Chef, obwohl er vor einem Jahr, als er darauf ankam versagt hatte. Und noch mehr seit Januar, seit Albus tot war und da niemand anderes mehr da war, der die Entscheidungen treffen konnte oder wollte.)

Und auch da wo sie eingegriffen hatten, waren sie manchmal zu spät, oder nicht schnell genug. Und jedes Mal wenn er die Augen schloss sah er Leichen vor sich und wenn es schon in London so schlimm gewesen war und trotz ihres Eingreifen dreißig Tote, von denen sie sicher wussten, dass es die Todesser gewesen waren – wer wusste schon wie hoch die Dunkelziffer war, wie viele ihnen einfach nur über den Weg gelaufen waren und dann mit einem simplen Fluch getötet wurden, so wie er vielleicht eine Fliege erschlagen hätte – wie sah es dann in Newcastle oder Manchester aus, wo niemand gewesen war.

Und er hatte die Entscheidung getroffen.

Er hatte gesagt fünf Gruppen und London, Glasgow, York, Aberdeen, Inverness. Er hätte natürlich mehr Gruppen bilden können, aus den fünfzig Leuten, aber das wäre praktisch Selbstmord gewesen, was er nicht verantworten konnte. Niemandem war geholfen, wenn die wenigen die kämpften, starben. Aber keiner der anderen hatte mit der Entscheidung zu kämpfen, der Entscheidung wer sterben musste und wer die Chance auf Rettung bekam.

Ihm war schlecht und der starke, schwarze Kaffee, den er auf nüchternen Magen getrunken hatte, weil er ohnehin nichts herunter bekommen hätte, brannte jetzt und er hatte das dringende Bedürfnis sich zu übergeben. Zum Glück war die Toilette nicht weit entfernt. Er würgte und spuckte Kaffee und Magensäure bis wirklich nichts mehr übrig war, spritzte sich kaltes Wasser ins Gesicht und putzte sich die Zähne und dann sah er in den Spiegel. Wann war alles so geworden? Er so alt und verzweifelt und so müde.

„James?"

Das war Lily. Sie hatte im Wohnzimmer gesessen und sicherlich gehört, wie er aus der Küche gelaufen war.

„James?"

Sie öffnete die Tür und sah ihn an. Er nahm ihr Gesicht in beide Hände und küsste sie, weil er alles vergessen konnte wenn er sie küsste. Und einige glückliche Augenblicke lang war er wieder 19 und frisch verlobt und glaubte daran, dass die Welt gut werden würde, wenn man nur hart genug dafür kämpfte.

Sie beendete den Kuss, weil sie merkte, dass er es nicht tun würde und weil sie wollte, dass er darüber redete, das hatte er in ihren Augen gesehen und in ihrer Stimme gehört, als sie nach ihm gerufen hatte. Er wollte nicht reden. Zum reden musste man sich erinnern. Er wollte vergessen. Sie zog ihn aus dem Bad heraus und mit sich ins Wohnzimmer.

„James, hör auf mit den Selbstvorwürfen," sagte sie.

„Und warum das?" fragte er mit schärferer Stimme als er es beabsichtigt hatte.

„Weil du dich damit kaputt machst!"

Er sah Angst in ihren Augen aufblitzen.

„Und was soll ich deiner Meinung nach machen? Ich hab ein paar hundert Menschen gestern zum Tode verurteilt, aber hey, was soll's, nicht weiter tragisch."

„Es ist nicht deine..."

„Nein, weil es ja nie meine beschissene Schuld ist, oder? Ich gebe die falschen Befehle, aber dass dadurch Leute sterben ist nicht meine Schuld. Ich entscheide in welche Städte wir gehen und dass die in den anderen Städten sterben ist ebenfalls nicht meine Schuld!" brüllte er.

Er war es so satt, ständig zu hören es sei nicht seine Schuld, wenn es sich verdammt noch mal so anfühlte als wäre es seine Schuld. Statt vor ihm zurück zu weichen trat sie näher zu ihm und umarmte ihn. Ihre Hände strichen über seinen Rücken und seine Haare und er hatte keine Kraft ihr zu sagen, dass er kein Mitleid brauchte.

Und dann waren da die Tränen und er hatte keine Ahnung, woher die gekommen sein mochten. Und er weinte um die Muggel die gestern gestorben waren und um seine Kollegen und Freunde und die anderen Ordensmitglieder, die rechts und links von ihm ständig starben und die Eltern, die gestorben waren, weil ihre Kinder in Hogwarts waren. Und um Albus.

Wann hatte er zuletzt um einen Toten geweint? Er konnte sich nicht daran erinnern. Als seine Tränen irgendwann verebbten – wie lange hatte das gedauert? Er hatte keine Ahnung – saß er auf dem Sofa und Lily hielt ihn noch immer fest. Er sah, dass auch über ihr Gesicht Tränen gelaufen waren, doch bei weitem nicht so viele wie über seines. Worum hatte sie geweint? Ebenfalls um die Toten? Oder seinetwegen, weil sie Angst um ihn hatte? Aber vielleicht auch aus beiden Gründen.


Dienstag, 10. Juni 1997 Hogwarts

Thomas Grant war tot. Debbie weinte wieder und Lucy und Ginny saßen neben ihr und hielten sie fest aber es fühlte sich an als hätten sie genauso gut gar nichts machen können. Seine Leiche war in Hogsmeade abgelegt worden. Das war die neue Vorgehensweise, starb jemand an den Folgen der Folter, wurde die Leiche im immer noch ausgestorbenen Hogsmeade deponiert, wo sie gefunden wurde.

Fast drei Monate in den Händen der Todesser, bis er gestorben war. Drei Monate und sie hatte über zwei Wochen geklagt. Wie lächerlich. Niemand hatte Dean gesehen, seit man den drei Geschwistern gesagt hatte, dass ihr Vater tot war. Doch McGonagall, die Dumbledores Schulleiterposten übernommen hatte, versicherte, dass er noch auf dem Gelände war.

Debbie hatte unter Tränen berichtet, dass er gebeten hatte, die Leiche sehen zu dürfen, doch die Auroren hatten das verweigert. Lucy konnte sich nur vorstellen, wie eine Leiche aussah, wenn jemand nach drei Monaten in der Hand der Todesser starb. Vermutlich war es richtig, sie den dreien nicht zu zeigen. Gleichzeitig dachte sie, dass sie es auch hätte sehen wollen. Wissen was genau...

Debbie hatte seit drei Monaten mit dem Tod ihrer Eltern gerechnet. Hatte gesagt, dass sie wusste, ihre Eltern würden sterben und dass der Zeitpunkt jetzt auch keine Rolle mehr spielte. Das war drei Wochen nachdem sie verschwunden waren gewesen. Als sie es geschafft hatte, ihrem Verstand die Oberhand zu lassen. Aber jetzt wo es soweit war, wo sie wusste, dass ihr Vater tot war, unwiederbringlich, übernahm das Herz wieder die Kontrolle und auch wenn der Kopf es besser wusste, hörte das Herz doch nicht auf zu hoffen, bis ganz zum Schluss.

Das war der Schluss, zumindest für ihren Vater. Wie lange würde Debbies Mutter noch durchhalten? Lucy hasste es, nichts tun zu können, außer da zu sitzen, Debbie zu umarmen und ihrem Schluchzen zu lauschen. Debbies eigene Arme waren um ihren jüngeren Bruder geschlungen, den sie ganz offensichtlich nicht loslassen wollte und der ebenfalls unaufhörlich schluchzte.

Lucy und Ginny gingen, als Dean wieder auftauchte und ließen die drei Geschwister allein. Wie zu erwarten waren die anderen im Raum der Wünsche, inklusive Draco, der mit Ron Schach spielte. Für Ron musste das eine echt angenehme Abwechslung sein mit Draco zu spielen, denn im Gegensatz zu allen anderen beherrschte er das Spiel und Rons Sieg war nicht vorhersehbar.

„Und?" fragte Neville.

„Was soll schon sein? Sie ist völlig fertig. Dean ist zurückgekommen, sie sind alle in eurem Schlafsaal und da solltet ihr sie vielleicht eine Weile nicht stören," sagte Ginny.

Sie setzte sich auf Harrys Schoss, der die Arme um sie legte.

„Schach Matt," sagte Ron ohne den Enthusiasmus den er sonst an den Tag legte, wenn er jemanden besiegte, der ihm im Schach Ebenbürtig war.

Sie alle litten mit Debbie, jeder auf seine Art. Das Problem war nur, dass sie ihr damit auch nicht wirklich helfen konnten.


Der Tagesprophet, Montag, 1. September 1997

Recht und Ordnung scheinen endlich zu gewinnen!

Von Henry Davis

Die Verbrechensstatistiken von Juli und August sprechen für sich, die Rebellentätigkeiten gehen zurück und die Politik des Ministeriums scheint sich endlich durchzusetzen. Man kann wieder Passanten in der Winkelgasse beobachten und mancher traut sich endlich wieder, abends etwas im Tropfenden Kessel zu trinken.

Hogsmeade freilich bleibt ein Geisterdorf, nachdem Rebellen im Januar die Dorfbewohner entführt und getötet haben. Die Regierung hält es zum jetzigen Zeitpunkt nicht für angebracht, eine Wiederbesiedelung zu versuchen.

Verschiedenes spricht dagegen," erklärt Zaubereiminister Rodolphus Lestrange, „zum einen sind die Erinnerungen an die Grausamkeiten, die dort geschehen sind noch sehr frisch, zum anderen befindet sich Hogsmeade in unmittelbarer Nähe zur Hogwartsschule. Gerade am heutigen 1. September wird uns natürlich allen schmerzlich bewusst, dass diese ehrenwerte Schule nicht mehr der Kontrolle der Regierung unterliegt, sondern weiterhin in der Hand der Rebellen ist. Hogsmeade jetzt neu zu besiedeln, wäre nahezu sträflicher Leichtsinn, denn man könnte nie wissen, ob die Rebellen erneut zuschlagen und ebenso viele Menschen töten wie im Januar."

Diese Gründe sind nachvollziehbar, doch bleibt die Frage, wie viel Angst vor den Rebellen noch berechtigt ist, nachdem sich diese seit Mitte Juni so ruhig verhalten haben. Viele führen diese Ruhe jedoch nur auf den Tod James Potters zurück, der nach Albus Dumbledore die zweite Führungsperson der Rebellen war, die sie innerhalb kurzer Zeit verloren. Potter war im so genannten Newcastle-Hinterhalt in die Falle von Regierungstruppen geraten. Versuche ihn lebend zu verhaften schlugen fehl, weiteren Rebellen gelang es jedoch seine Leiche mitzunehmen.

Es bleibt nun also zu hoffen, dass die Rebellen sich von diesem zweiten Schlag nicht erneut erholen und es uns endlich erlaubt wird, in einer friedlichen Gesellschaft zu leben.


Mittwoch, 10. September 1997 Voldemorts Residenz

„Ich will Harry Potter."

Keiner wagte zu sprechen, während Voldemort auf und ab ging. Voldemort war wütend, was für die sieben anderen im Raum nichts gutes bedeuten konnte. Sam beobachtete mit neutraler Miene das auf- und abschreiten des Dunklen Lords. Seine roten Augen funkelten zornig und er schien Lust zu haben, jemanden zu töten. Idealerweise Harry Potter, aber der stand ja leider nicht zur Verfügung. Merlin sei Dank.

Sämtliche Anstrengungen, die Schutzzauber Hogwarts zu durchbrechen schlugen natürlich fehl. Dumbledore hatte vor seinem Tod gute Arbeit geleistet und abgesehen davon war keiner der Lehrer in Hogwarts unfähig, was bedeutete, dass sie die Zauber regelmäßig kontrollierten und verstärkten, falls sie es für nötig hielten. Und natürlich konnte Sam ihnen meistens sagen, wann und wo der nächste Durchbruchsversuch geplant war und wer sich daran beteiligte.

„Der Orden verhält sich zu ruhig," fuhr Voldemort mit seinen Überlegungen weiter fort, „sie bleiben in ihrer Deckung. Das bedeutet, wir kommen nicht an sie heran."

„Mein Lord," begann Lucius vorsichtig.

„Sprich."

„Vielleicht erholen sie sich wirklich von Potters Tod."

„Wir wissen nicht ob Potter Tod ist, denn wir haben keine Leiche," zischte Voldemort wütend.

„MacKenzie schwört..."

„Ich weiß was MacKenzie schwört, Lucius, ich brauche dich nicht um mir das mitzuteilen," zischte Voldemort drohend.

Jeder wusste was Jason MacKenzie schwor, er schwor, dass es sein Todesfluch gewesen war, der James Potter getroffen und getötet hatte. Er rühmte sich damit und viele der Augenzeugen hatten gesagt, dass der Fluch ganz sicher getroffen und James getötet hatte. Sam selbst gehörte nicht zu diesen Augenzeugen und konnte daher nicht beurteilen, wie berechtigt oder unberechtigt die Aussagen waren. Sie wusste allerdings, dass nicht der Todesfluch verantwortlich gewesen war, denn James Tod...

„Wie also locken wir Harry Potter aus Hogwarts?" unterbrach Voldemort ihre weiteren Gedankengänge zu diesem Thema.

„Wären die Initiatoren dieses Hinterhalts ein wenig fähiger gewesen, hätten wir jetzt keine Diskussion darüber, ob James Potter lebt oder tot ist, sondern eine hervorragende Geisel," sagte Bellatrix und warf bei diesen Worten einen viel sagenden Blick auf Lucius.

„Potter war so verletzt, dass er nicht mehr hätte fliehen können, hätte der Verlobte deiner Tochter nicht übereifrig Todesflüche geschossen, dann wäre Potter nicht tot."

„Nun, Jason zeigt sich wenigstens entscheidungsfähig und mit ihm wird Samantha in der Lage sein, unsere Familienwerte weiter zu tragen. Welchen Erben hast du über den man das behaupten kann?"

Sam unterdrückte ein Grummeln. Sie wollte Jason nicht heiraten aber leider hatte dieser Mistkerl sie während einer Feier im Ministerium gefragt und sie hatte unmöglich ablehnen können und nun suchte sie verzweifelt nach einer Möglichkeit sich aus dieser Sache raus zu winden. Bisher ohne Erfolg.

„Ruhe," zischte Voldemort zornig.

„Beseitigt euren Familienzwist andernorts."

Gesenkte Köpfe und entschuldigendes Murmeln waren die Antwort.

„Bellatrix, ich will, dass du morgen mit einem Team noch einmal versuchst mögliche, ungenutzte Geheimgänge zu finden, die nicht von den Zaubern erfasst werden. Samantha, Fortschritte in der Gefängnissuche?"

Ah ja, das. Wie täuschte man vor, erfolglos einen Ort zu suchen, von dem man wusste wo er lag? Am besten gar nicht.

„Ich bin mir sehr sicher, dass ich das Gefängnis gefunden habe, im Moment versuche ich mit meinem Team die Verschleierungs- und Abwehrzauber zu brechen."

„Sehr gut."

„Danke Mein Lord."

„Narcissa, welche Fortschritte machst du mit den neuen Zaubern?"


Freitag, 12. September 1997 Godrics Hollow

Lily schreckte auf. Automatisch tastete ihr Arm die andere Hälfte des Bettes ab, sie war leer. Sie spürte wie ihr eiskalt wurde und Tränen in ihre Augen schossen. James. Er war nicht da. Wieder nicht. Sie wischte die Tränen weg, die über ihr Gesicht liefen. Doch die Tränen ließen sich nicht aufhalten. Wie immer, wenn sie aufwachte und ihn neben sich erwartete und er einfach nicht da war. So wie es schon seit Juni gewesen war.

Die Tränen liefen noch schneller, als sie sich an Juni erinnerte, an den Newcastle-Hinterhalt und alles was danach gekommen war. Zehn Tage, in denen sie nicht gewusst hatte ob er leben oder sterben würde, zehn Tage. Sirius hatte sie gezwungen nach Hause zu gehen. In ihrem eigenen Bett zu schlafen.

Er braucht mich!"

Er braucht nicht, dass du dich selbst kaputt machst indem du nicht schläfst und nichts isst. Und er wird mich schlagen, wenn ich das zulasse."

Zehn Nächte, die sie alleine verbracht hatte, ohne ihn und in denen sie so oft aufgewacht war und erwartet hatte er läge neben ihr. So wie jetzt. Wenn sie in diesen Tagen bei ihm gewesen wäre... Die Tür knarrte.

„Warum weinst du?" Sie sah ihn an und schaffte es zu lächeln, „da bist du ja."

„Ja, wo sollte ich auch sonst sein?"

James lächelte ebenfalls leicht, als er sich neben sie legte und ihre Tränen weg wischte.

„Ich bin nur so furchtbar erschrocken, als ich aufgewacht bin und du warst nicht da. Geh nie wieder einfach so weg."

„Lily, ich kann dich nicht jedes mal wecken wenn ich nachts aufstehe, glaub mir, das würde dir echt auf die Nerven gehen."

Er küsste die letzten Tränen weg und ließ seine Lippen dann von ihren Wangen zu ihrem Mund wandern. Sie schloss die Augen, während sie seine Liebkosungen genoss. Es tat so gut ihn bei sich zu haben. So präsent mit seinen Lippen, seiner Zunge, seinen Händen die sie berührten und ihr immer wieder leises, zustimmendes Stöhnen entlockte.

Natürlich revanchierte sie sich später für alles. Und dann, noch ein wenig später, lag sie mit dem Kopf auf seiner nackten Brust, lauschte seinem Herzschlag und seinen gleichmäßigen Atemzügen, die langsamer wurden und verrieten, dass er in den Schlaf davon driftete.

So bescheuert es auch klingen mochte, James hatte seine jüngste Nah-Tod Erfahrung gut getan. Nach seinem Zusammenbruch Anfang Mai, war er chronisch erschöpft, launisch, zu oft unkonzentriert und viel zu oft betrunken gewesen, die beiden letzteren Dinge so wie es Lily vorgekommen war, immer dann, wenn er nicht im Kampf war und Adrenalin durch seinen Körper gepumpt wurde.

Dann war der im Nachhinein so genannte Newcastle-Hinterhalt gekommen und James war so gut wie tot gewesen. Zehn Tage Bewusstlosigkeit und vierzehn weitere Tage Bettruhe (erst unter Janes, dann unter Lilys strengen Augen) hatten ihn gezwungen zur Ruhe zu kommen. Am Ende der zwei Wochen war er wieder mehr er selbst. Ruhiger, konzentrierter, sein Humor kam zurück und seine Hoffnung, zumindest ein wenig davon.

So ironisch das klingen mochte, der Newcastle Hinterhalt hatte am Ende mehr Nutzen als Schaden gehabt, abgesehen natürlich von ihrer Panik, wenn sie aufwachte und die andere Betthälfte leer war. Aber damit konnte sie umgehen, solange sie ihren Mann wieder hatte.


Samstag, 20. September 1997 verlassenes Muggelgefängnis außerhalb von London

Sirius rollte sich auf die Seite um einem Todesfluch zu entgehen und schoss noch im Liegen einen Reductorfluch in die Richtung des Todessers. Leider traf der Fluch anders als geplant nicht dessen Schulter sondern seinen Kopf. Blut, Knochen und Gehirn spritzten. Mist.

Ein wirklich schlecht gezielter Todesfluch riss links von ihm einen Krater in den Boden. Er verdrehte innerlich die Augen. Sam hatte offenbar sehr wenig vertrauen in seine Fähigkeit Flüchen auszuweichen. Er kam wieder auf die Beine und stellte fest, dass mit Sam nur noch vier von ehemals acht Gegnern übrig waren. Zwei weitere konnten sie also guten Gewissens noch außer Gefecht setzen.

Er schockte einen weiteren Todesser, der von Bill abgelenkt wurde von hinten und brach dann Sams Bein mit einem gut gezielten „Fractura!"

Sie schrie vor Schmerz auf und es tat ihm ein wenig Leid, aber hey, das hier war mehr oder weniger ihre Idee gewesen, da sollte sie sich nicht beschweren. Sirius hätte eigentlich gerne einen weiteren Todesser erledigt doch Sam gab den Befehl zum Rückzug. Tat ihr gebrochenes Bein so weh?

„Lief doch alles nach Plan, oder?" fragte Bill.

Sirius nickte.

„Sammelt die Bewusstlosen auf und dann weg hier," befahl er.

Die neun Auroren nickten und taten, was er gesagt hatte. Dann disapparierten sie zu dem wirklichen Gefängnis. Nachdem die vier neuen Gefangenen sicher untergebracht waren, kochte Sirius sich einen Kaffee im Pausenraum und bereitete sich auf eine furchtbar langweilige Wachschicht zusammen mit Charlie und Dora vor.

Letztere hatte sich nach Rebeccas Geburt nicht mehr lange in Godrics Hollow halten lassen. („Ich hab mich neun Monate lang versteckt und wenn ich Rebecca ansehe, weiß ich, dass es das wert war. Aber ich werd nicht noch länger zu Hause rum sitzen, wo ich nichts Sinnvolles tun kann.")

Was sollte man da machen?

„Karten?" fragte Charlie und wedelte mit einem Päckchen.

Sirius nickte und setzte sich mit den beiden an den Tisch.

„Alles glatt gelaufen?" fragte Charlie besorgt während er austeilte.

Sirius war augenblicklich klar, dass es eine sehr gute Idee gewesen war ihn nicht mit zu dem vorherigen Kampf zu nehmen.

„Alles nach Plan. Ich fürchte, ich musste ihr Bein brechen, aber das war ursprünglich ihre Idee."

„Wie viele konnten mit ihr fliehen?"

„Zwei. Wird also keinen Verdacht erregen, dass sie entkommen konnte."

Charlie nickte, offenbar einigermaßen beruhigt.

Der Plan war ziemlich gut gewesen, fand Sirius. Und James und Sam hatten ihn zusammen entwickelt und das gelang den beiden eher selten. Meistens waren beide von den Plänen des jeweils anderen wenig angetan. Sam hatte natürlich unter Druck gestanden, weil Voldemort Ergebnisse in der Suche nach dem Gefängnis wollte. Sam lieferte ihm Ergebnisse, nur leider nicht ganz die, die er wollte.

Nachdem die Auroren den ersten Angriff auf ihr Gefängnis abgewehrt hatten, würde natürlich eine größere Truppe Todesser kommen um sich der Sache anzunehmen. Die würden allerdings nur ein überstürzt verlassenes Gefängnis vorfinden. In dem dortigen Pausenraum stand sogar eine Kanne kalter Kaffee. Blieb zu hoffen, dass Voldemort nicht zu wütend auf Sam wurde, aber sie war der Meinung gewesen, sein Zorn würde nicht zu heftig werden. Blieb also weiterhin zu hoffen, dass sie recht behielt.

James war natürlich genervt gewesen, weil Sirius ihn nicht mit zu dem Kampf nehmen wollte.

Je länger die denken du bist tot, umso besser für uns."

Ich bin maskiert."

Todesser neigen dazu dich trotzdem zu erkennen."

Dich erkennen sie auch."

Ich bin auch nicht tot."

Ich bin dein Chef."

Denkst du, das hält mich davon ab, dich zu schocken und zu einem schönen Mittagsschlaf in dein Bett zu legen, bis alles vorbei ist?"

Hmph."

Er lachte bei der Erinnerung. Es tat so gut, den richtigen James zurück zu haben. Nicht diesen Mann von vor drei Monaten, der nicht mehr lachte, nicht mit sich reden ließ, der sich für alles die Schuld gab und fast jeden Abend Feuerwhiskey trank um einschlafen zu können. Merlin sei Dank hatten Harry und Lucy ihn so nicht zu Gesicht bekommen.


Donnerstag, 16. Oktober 1997 Exeter, Grundschule High Street

„Stupor!"

„Protego!"

Harry wich dem zurückprallenden Fluch aus und duckte sich um einem weiteren zu entgehen.

„Avada Kedavra!"

Nur Millimeter an ihm vorbei.

„Confringo!"

Die Explosion und die hoch spritzende Erde schirmten ihn vor zwei der Angreifer ab.

„Stupor! Expelliarmus! Petrificus Totalus!"

Der Entwaffnungszauber traf. Harry fing den Zauberstab des Todessers auf und schob ihn in seine Umhangtasche, noch während er einen weiteren Schockzauber nachsetzte, den der Todesser nicht mehr blocken konnte. Doch die Erde, die die anderen beiden fern gehalten hatte, war inzwischen wieder zu Boden gerieselt. Immerhin hatte einer der beiden eine üble Platzwunde am Kopf.

„Stupor!"

Zwei Todesflüche rasten auf ihn zu. Er warf sich zu Boden und hörte wie die beiden Flüche in die Steinmauer hinter ihm krachten und Löcher hinein rissen. Er kam schnell wieder auf die Beine brüllte „Fractura!" und zielte auf den Zauberstabarm, des unverletzten Todessers.

Der wich aus.

„Reductio!"

Der Fluch war für Harrys Kopf bestimmt, durchschlug jedoch wie die Todesflüche nur die Wand hinter ihm.

„Pulso!"

Der Todesser mit der Platzwunde wurde weg geschleudert was Harry für den Moment mit nur einem Gegner zurückließ. Wenn er schnell...

„Avada Kedavra!"

Ein Hechtsprung zur Seite rettete sein Leben und beförderte ihn abermals auf den schlammigen Boden. Er rollte sich auf den Rücken, ein weiterer Fluch schlug neben seinem Kopf ein. Er riss seinen Zauberstab hoch schrie „Fractura!" und brach dieses Mal immerhin ein paar Rippen.

Zurück auf den Beinen setzte er einen weiteren Schockzauber nach der den Todesser verfehlte. Der mit der Platzwunde war zurück und mit ihm zwei andere. Oh Scheiße... Vier Gegner, das war übel. Und wo in drei Merlins Namen –

„Reductio!"

„Protego!"

„Avada Kedavra!"

Wegducken.

„Stupor!"

Der Fluch traf nicht.

„Pulso!"

Der Stoßfluch schleuderte ihn nach hinten. Sein Rücken und sein Kopf krachte gegen die Steinmauer. Sämtliche Luft wurde aus seinen Lungen gepresst und er glaubte Rippen brechen zu hören und zu fühlen. Ihm wurde einen Moment lang schwarz vor Augen, dann klärte sich sein Blick wieder und er konnte die Schmerzen in Kopf und Oberkörper spüren. Scheiße, das tat weh.

„Avada..."

„Nicht!"

„Und warum?"

„Ich glaube es ist Potter."

Das war nicht gut, dass war gar nicht gut. Und wo war sein Zauberstab.

„Potter ist tot, ich hab ihn umgebracht."

Oh, der Potter dachten sie. Seine Finger schlossen sich um den Holzstab.

„Crucio!"

Der Fluch traf ihn ehe er seinen eigenen Arm heben konnte. Er schrie, während sein Körper vor Schmerzen zuckte und krampfte. Die Rippen, die zuvor nur angebrochen waren, brachen nun vollständig, als sein Körper von den Krämpfen auf und ab geschleudert wurde und dabei hart auf dem Boden aufkam. Er versuchte durch den Schmerz hindurch sich auf die Zauberstabhand zu konzentrieren um nicht wieder den Stab fallen zu lassen.

Ihn selbst überraschte wohl am meisten, dass es funktionierte. Als der Todesser den Fluch aufhob keuchte Harry. Er konnte sich kaum bewegen. Warum hatte niemand ihn gewarnt wie verflucht weh gebrochene Rippen taten.

„Bist du James Potter, Mistkerl?" fragte der Todesser, der den anderen zuvor davon abgehalten hatte ihn zu töten. Was sollte er darauf antworten? Der Todesser trat gegen seinen Oberkörper. Harry schrie.

„Bist du James Potter?"

„Ich hab doch schon gesagt, ich hab Potter..."

„Halt die Klappe Jason."

Der Todesser wandte seinen Blick einen Moment von Harry ab um den anderen wütend anzustarren, das reichte.

„Stupor!"

Der Schockzauber riss den Todesser nach hinten wo er bewusstlos liegen blieb. Die übrigen drei waren für den Bruchteil einer Sekunde so Perplex, dass ein weiterer Schockzauber einen von ihnen traf. Leben kam zurück in die beiden anderen, von denen einer behauptet hatte seinen Vater getötet zu haben.

„Expeliarmus!"

Der Entwaffnungszauber erwischte ihn kalt und schleuderte seinen Zauberstab irgendwohin, wo er ihn im Moment nicht erreichen konnte. Er versuchte verzweifelt, sich auf die Beine zu kämpfen. Im stehen hatte er vielleicht eine Chance, irgendwie – Erneut traf ein Fuß seine ohnehin gebrochenen Rippen.

„Aah... Scheiße..."

Schwärze vernebelte erneut seine Sicht, doch der Schmerz eines weiteren Tritts holte ihn wieder zurück.

„Also, wer bist du Bastard?" fragte der Todesser – Jason? – und beugte sich zu ihm hinunter um die Maske von seinem Gesicht zu reißen. Dann hob er den Zauberstab und beendete auch den Verschleierungszauber. Beide Todesser erstarrten.

„Bei Salazar!"

Der, der Jason hieß, strich ihm Haare aus der Stirn um ganz sicher zu sein.

Harry Potter," keuchte der andere.

„Ich bring ihn sofort zum Dunklen -" Harry hörte das Sirren des Todesfluchs.

Der Todesser brach über ihm zusammen und fiel mit seinem volle Körpergewicht auf seinen ohnehin schon stark lädierten Oberkörper. Harry stöhnte. Der andere Todesser wirbelte herum um sich einem weiteren maskierten Kämpfer des Ordens gegenüber zu finden. Irgendwie gelang es Harry derweil den Toten wieder von sich runter zu hieven.

Er zog seine Maske wieder an. Dann stemmte er sich hoch. Erneut flackerte Schwärze vor seinen Augen, doch er drängte sie fort. Bewusstlosigkeit war nichts, was er sich im Moment erlauben konnte. Erst jetzt fiel ihm der Zauberstab wieder ein, der noch immer in seiner Umhangtasche steckte. Er zog ihn hervor und holte seinen eigenen mit einem Aufrufzauber zurück. Jede Bewegung seines Oberkörpers tat höllisch weh, doch davon konnte er sich jetzt nicht aufhalten lassen.

Er hob seinen Arm und schoss dem Todesser einen Schockzauber in den Rücken.

„Danke, sehr rücksichtsvoll!" rief Sirius.

Dann schien ihm aufzufallen, in welchem Zustand Harry war.

„Oh, fuck."

Sirius war mit zwei großen Schritten bei ihm.

„Rippen?"

Harry nickte.

„Das ist nicht gut."

„Ach wirklich," keuchte Harry.

„Und wir haben keine Möglichkeit, dich schnell und sicher von hier weg zu kriegen."

„Der Notfallportschlüssel?"

„Alles gegen magische Transportmittel abgeschirmt, verfluchte scheiße."

Ein Fluch schoss an ihnen vorbei. Sirius wirbelte herum und hatte den zugehörigen Todesser schneller mit einem Fluch niedergestreckt, als dieser blinzeln konnte.

„Zieh deinen Umhang aus."

„Was?"

„Mach einfach."

Er ließ den Umhang zu Boden gleiten.

„Shirt hoch."

Harry fragte nicht weiter.

„Ferula!"

Bandagen wickelten sich um seinen Oberkörper und stabilisierten ihn.

„Mehr kann ich im Moment nicht machen, Rippen sind beschissen zu heilen. Aber das sollte reichen, damit sich nichts verschiebt. Fehlt noch, das eine der gebrochene Rippen deine Lunge punktiert."

Das fand Harry auch. Dann stieß Sirius ihn hart zu Boden und das trat trotz der Bandagen beschissen weh. Er keuchte auf. Er spürte Sirius Hand auf seinem Rücken die ihn unten hielt, während um sie herum Steine und Erde in die Luft geschleudert wurden. Sirius hatte eine magische Kuppel um sie beschworen, die dafür sorgte, dass sie nicht getroffen wurden.

„Verfluchte Scheiße," murmelte Sirius, „diese elenden Bastarde."

Die Explosion war um ein vielfaches gewaltiger, als die, die Harry vorhin beschworen hatte. Weder er noch Sirius konnten in dem Moment sehen, was außerhalb ihrer kleinen Kuppel geschah, doch die Grauen erfüllten Schreie sprachen ihre eigene Sprache.

„Was haben die gemacht?"

„Eine gewaltige Explosion. Offenbar haben sie keine Lust mehr, sich mit uns rum zu ärgern, also töten sie mit der Explosion noch mal möglichst viele Muggel und vielleicht auch ein paar Zauberer die sich nicht schnell genug abschirmen, oder zu nah dran waren."

Sie warteten bis sich der Explosionsstaub gelegt hatte, ehe Sirius die Kuppel löste und Harry auf die Beine zog.

„Na komm, suchen wir James."

Harry spürte Übelkeit in sich aufsteigen, als er so schnell aufstand. Toll auch noch eine Gehirnerschütterung. Er strauchelte, doch Sirius fing ihn auf, ehe er zu Boden fallen konnte und stützte ihn, während sie weitergingen. Sirius schien Recht zu haben, die Todesser waren tatsächlich verschwunden. Doch was sie zurückgelassen hatten, würde Harry in seinem ganzen Leben nicht mehr vergessen.

Tote Kinder lagen auf dem Boden. Ihre Leichen von der Explosion oder vorangegangener Folter entstellt. Fürchterliche, offene Wunden, Blut und weg gesprengte Glieder.

Das war zu viel, Harry spürte seine Beine weg knicken und dann übergab er sich. Er hörte Sirius Stimme, verstand jedoch die Worte nicht. Nachdem er seinen gesamten Magen auf dem schlammigen Feld, das noch vor ein paar Stunden ein Sportplatz gewesen war ausgeleert hatte, wurde ihm endgültig schwarz vor Augen.


Als Harry wieder aufwachte, lag er in einem Bett im Krankenflügel.

„Und was genau hast du gemacht, während Harrys Oberkörper zertrümmert wurde?" fauchte Lily.

„Ich war damit beschäftigt nicht umgebracht zu werden," erwiderte Sirius ärgerlich, „und es ist schließlich nichts, was Madame Pomfrey nicht schnell wieder hinkriegen könnte."

Harry blinzelte. Er konnte nicht klar sehen, weil er seine Brille nicht trug. Sein Oberkörper fühlte sich gut an, die Schmerzen waren verschwunden. Die verschwommene Gestalt Madame Pomfreys beugte sich über ihn.

„Bleiben sie ruhig liegen Mr. Potter."

Sie reichte ihm seine Brille, dann wandte sie sich ab.

„Er ist wach. Und wenn Sie beide nicht aufhören zu streiten, dann gehen Sie. Das hier ist ein Krankensaal."

Lily, James und Sirius beugten sich über ihn.

„Geht's dir gut?"

„Glaub schon. Was ist passiert?"

„Du bist ohnmächtig geworden."

„Ja, das hab ich mir irgendwie gedacht."

„Ja, und nachdem endlich die Appariersperre gebrochen war, dachte ich, es wäre netter dich erst aufzuwecken, wenn sich jemand um deine Rippen gekümmert hat," erklärte Sirius.

„Und um die Gehirnerschütterung," fügte Lily säuerlich hinzu, „und wie genau ist das mit deinen Rippen eigentlich passiert?"

Harry erzählte und Lily murmelte als er endete etwas das nach „Vier... alleine" und „nichtsnutziger Köter" klang.

Er ergriff Partei für Sirius und erinnerte sie daran, dass er jetzt wahrscheinlich in Voldemorts Gewalt wäre, wenn Sirius nicht rechtzeitig gekommen wäre, was seine Mutter nur unzureichend besänftigte.

„Was ist sonst noch passiert?" fragte er.

„Wir konnten ein paar festnehmen, die meisten sind nach der Explosion aber geflohen. Aber sie haben damit verdammt viele von den Kindern getötet. Alle Überlebenden wurden evakuiert und werden versorgt," erklärte James.

„Viele Tote?"

„Vor allem Kinder. Fünf von unseren Leuten. Weiß nicht wie es mit den Todessern aussieht."

„Wer?"

„Ich glaub nicht, dass du sie kanntest. Zwei Auroren Doris Jacobs und Ian Carter. Und drei von den Ordenskämpfern, Hestia Jones, Sturgis Podmore und Amelia Bones."

Die meisten Namen sagten Harry tatsächlich nichts, aber er wusste, dass Amelia Bones früher die Chefin seines Vaters gewesen war und dass sie anders als Mad-Eye Moody letztes Jahr im Ministerium den Kampf mit Lord Voldemort überlebt hatte. Jetzt war sie tot. Er schluckte.

„Was ist mit den anderen?"

„Ron, Hermine und Neville und allen anderen von euch Schülern die wir mitgenommen haben, geht es gut. Nur ein paar leichte Verletzungen, dich hat es am übelsten erwischt."

Am Ende des Satzes warf Lily Sirius einen weiteren strafenden Blick zu.

„Verzeih, dass ich mein eigenes Leben verteidigt habe," erwiderte der.

James grinste, während die beiden weiter zankten. Harry schloss die Augen und blendete sie aus. Seine Rippen mochten geheilt sein, aber er war furchtbar müde. Es war der zweite Kampf gewesen, an dem die Schüler tatsächlich beteiligt worden waren. Allerdings nur diejenigen die siebzehn waren und auch von denen war sorgfältig ausgewählt worden, wer schon soweit war.

Überflüssig zu sagen, dass Ginny, Lucy und Debbie nicht glücklich darüber waren. Seit Debbies Eltern tot waren (ihre Mutter war kurz nach ihrem Vater gestorben) brannte sie darauf endlich gegen Todesser kämpfen zu können. Doch James war in diesem Punkte sehr resolut.

Beim ersten Kampf an dem man sie beteiligt hatte, hatte sich herausgestellt, dass James und Sirius beide nicht gut darin waren, an der Seite ihres eigenen Kindes zu kämpfen. Kurzerhand hatten sie getauscht, so dass Harry fortan immer an Sirius und Hermine an James Seite kämpfen würde.

Harry fand, dass er und Sirius ein gutes Team waren. Immerhin lebten sie beide noch. Allerdings wären beim nächsten Mal weniger gebrochene Rippen auch ganz nett.


Samstag, 13. Dezember 1997 Fuchsbau

„Und ihr wollt tatsächlich heiraten?" fragte Molly und blickte kritisch.

Bill nickte.

„Ihr seid erst seit einem Jahr zusammen!"

„Na und? Das war ein verdammt langes Jahr," erwiderte Bill.

„Charlie und Sam sind seit sechs Jahren zusammen und haben noch nicht geheiratet," erwiderte Molly.

„Ja, weil Sam umgebracht wird, wenn sie auf einmal Weasley heißt," erwiderte Bill leicht genervt.

Immerhin hatte seine Mutter den Anstand gehabt, dieses Gespräch nicht in Fleurs Anwesenheit zu führen, aber alles andere hätte er ihr auch verdammt übel genommen.

„Mum, ich weiß wirklich nicht, warum du sie so wenig magst."

„Ich mag sie, ich finde nur ihr solltet das nicht überstürzen."

Er seufzte. „Ich liebe Fleur."

„Ich weiß Liebling, aber das kannst du auch ohne sie gleich zu heiraten, nicht wahr?"

Sicher konnte er. Aber er war siebenundzwanzig und ein Auror. Und von fünfundzwanzig Auroren, die letztes Jahr um diese Zeit gelebt hatten, waren heute neun tot. Er wollte nicht warten, bis es zu spät war. Er war sich sicher, dass sich an seiner Liebe zu Fleur nichts ändern würde, egal ob er noch ein oder zehn Jahre wartete. Wie lange er überleben würde stand wiederum unter einem anderen Stern.

„Ich will nicht warten Mum. Ich weiß, du willst das nicht hören, aber ich könnte jeden Tag sterben."

Das hätte er nicht sagen sollen, wie ihm nur Sekunden später klar wurde. Die Augen seiner Mutter füllten sich mit Tränen und sie schüttelte vehement den Kopf.

„Mum..."

„Sag das nie wieder Bill!" Tränen liefen weiterhin über ihr Wangen, „nie wieder, hörst du?"

Er wusste nicht recht, was er tun sollte.

„Mum," versuchte er es schließlich noch einmal, „ich wollte nicht... ich meine, ich hab nicht vor zu sterben. Es ist nur, ich könnte."

„Nein, Bill, nein. Ich habe einen Sohn verloren, ich kann nicht, nicht noch einen..."

Er schloss sie in die Arme.

„Schon gut Mum," murmelte er, nicht wissend, was er sonst sagen könnte.

„Und du und Charlie bei den Auroren... Und jetzt auch noch die Zwillinge und Ron..."

Sie schluchzte immer noch zwischen den einzelnen Worten.

„Ich weiß," murmelte er.

Er selbst hatte sich auch noch nicht an den Gedanken gewöhnt, dass Ron und die Zwillinge jetzt Teil des Kampfes waren. Obwohl er sie kämpfen gesehen hatte und verdammt, sie waren gut. Aber sie waren doch Kinder, oder nicht? Wie musste es sich für seine Mutter anfühlen, wenn sie alle ihr Leben riskierten. Selbst Ginny.

„Ich will, dass du Fleur heiratest," sagte sie plötzlich unvermittelt.

Sie befreite sich aus seiner Umarmung und wischte entschieden ihre Tränen weg.

„Eine Hochzeit ist schließlich ein Grund zur Freude. Ich weiß wirklich nicht, warum ich je etwas dagegen gesagt habe."

Ihre Augen waren noch immer gerötet und sie musste sich geräuschvoll die Nase putzen, während Bill zu perplex war um etwas zu erwidern.

„Wirklich, Fleur ist ein sehr nettes Mädchen. Es tut mir sehr leid, dass ich versucht habe dir die Hochzeit auszureden. Ich weiß wirklich nicht warum..."

Er grinste schief, „Mir würde da ein Grund einfallen. Die halb französischen Babys."

Er war sehr froh, dass es ihm gelang ihr damit ein kleines Lächeln zu entlocken.


Mittwoch, 24. Dezember 1997 Godrics Hollow

„Weihnachten, mh?" fragte Ron, als er sich neben Hermine auf's Sofa fallen ließ.

„Weihnachten."

Was auch immer das noch bedeuten mochte. Es war spät, alle anderen Bewohner des Hauses schienen bereits zu schlafen. Lucy und Ginny waren schon vor einer Ewigkeit ins Bett gegangen, was Hermine dazu bewogen hatte, sich mit ihrem Buch ins Wohnzimmer zurück zu ziehen.

Obwohl, jetzt wo Ron auch hier unten war, fragte sie sich, ob Ginny nicht vielleicht ein anderes Bett aufsuchte, als ihr eigenes.

„Wurdest du vertrieben?" fragte sie, mit einem schiefen Lächeln.

„Quasi, ich hab gesehen wie Ginny rein gegangen ist und manchmal ist es einfach besser für alle Beteiligten, so zu tun als würden bestimmte Dinge nicht passieren."

„Sehr erwachsen von dir, Ronald."

Er grinste schief, „ich bemühe mich."

„Und, was wünscht sich jemand so erwachsenes wie du vom Weihnachtsmann?"

„Du meinst vom Weihnachtselfen, oder?"

„Ja richtig. Ich vergess das manchmal."

„Haben..." ein winziges zögern, „haben deine Eltern dir vom Weihnachtsmann erzählt?"

„Ja."

Sie starrte in die prasselnden Flammen des Kaminfeuers und sah es ganz deutlich vor sich. Eine der wenigen glücklichen Erinnerungen, die sie an die Zeit mit ihren Eltern hatte, das letzte Weihnachten mit ihnen.

Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und streckte ihre Arme in die Höhe um an den Strumpf über dem Kamin zu kommen.

Naa, naa Hermine," hörte sie die Stimme ihres Vaters, in der deutliche Belustigung mitschwingt.

Hilf mir, Daddy!"

Er trug seinen Pyjama und seine Haare standen unordentlich ab.

Es ist drei Uhr Nachts, Hermine. Deswegen hängt der Weihnachtsmann die Strümpfe so hoch, damit kleine freche Mädchen sie nicht schon Nachts plündern."

Er kam zu ihr und kniff sie in die Nase.

Aber vielleicht, wenn wir es niemandem erzählen..."

Er steckte seine Hand in den Strumpf und zog einen kleinen Schokoladenweihnachtsmann heraus, den er ihr gab.

Und jetzt ab ins Bett mit dir, bevor deine Mum bemerkt, dass wir wach sind."

Sie nickte, mit strahlenden Augen und flitzte dann davon. Ihren schmunzelnden Vater zurück lassend.

„Hermine?"

Rons Stimme holte sie zurück ins hier und jetzt. Wo sie nicht mehr fünf war und der Weihnachtmann längst nicht mehr existierte.

„Sorry, ich war nur..."

„Erinnerungen, schon klar."

Er sah sie nicht an sondern starrte selbst ins Feuer. Das Licht des Kaminfeuers erhellte sein Gesicht, während seine Haare aussahen, als stünden sie in Flammen.

„Woran denkst du?"

Er lächelte „An Weihnachten."

Sie drängte ihn nicht weiter, beobachtete nur den Tanz des Feuerscheins in seinem Gesicht.

„Als Percy acht war, bekam er ein Schachspiel zu Weihnachten. Er wollte es unbedingt ausprobieren und flehte jeden an mit ihm zu spielen. Aber Mum war mit dem Essen beschäftigt und Dad mit irgendeiner Muggelbastelei. Bill und Charlie machten sich nicht mal die Mühe vorzugeben, sie hätten etwas besseres zu tun, sondern sagten ihm gleich, dass sie keine Lust hatten. Mit den Zwillingen zu spielen kam auch nicht in Fragen, also kam er zu mir. Ich war erst vier und kannte die Regeln überhaupt nicht. Aber ich hab mich wahnsinnig gefreut, dass er mit mir spielen wollte. Er hat es mir erklärt und natürlich habe ich es nicht verstanden. Er musste mir dauernd sagen, dass ich falsche Züge mache. Aber ich fand das Spiel toll. Von da an musste er es mir immer und immer wieder erklären, bis ich es irgendwann verstanden habe. Zwei Jahre später oder so..."

Er lächelte schwach. Hermine lächelte ebenfalls. Sie stellte sich einen vierjährigen Ron vor, der verzweifelt versuchte die Regeln und den Sinn von Schach zu verstehen. Sie war fünf gewesen, damals, als sie das letzte Mal Weihnachten mit ihren Eltern verbrachte. Der Gedanke ließ sie innehalten.

„Es war das gleiche Weihnachten," flüsterte sie.

„Was?"

„Das gleiche Weihnachten, an das wir gedacht haben. Ich... vorhin da habe ich an das letzte Weihnachten mit meinen Eltern gedacht. Das war 1984 und wenn du vier warst, dann war es auch 1984, als Percy dir Schach beigebracht hat."

Er starrte sie einen Moment lang verwirrt an, ehe er nickte, „Unsere wichtigsten Weihnachtserinnerungen haben wir an das gleiche Weihnachten."

„Und an Menschen die tot sind. Ich an meine Eltern, du an deinen Bruder."

Sie schwiegen erneut, die Augen auf das Feuer gerichtet.

„Du bist die ganze Nacht bei mir geblieben."

Sie musste nicht fragen, von welcher Nacht er sprach, das war nur zu offensichtlich.

„Ich wollte nicht... ich dachte wenn du aufwachst und niemand ist da, dass du dann... keine Ahnung, was ich dachte, ich wusste nur ich darf nicht weg von dir."

„Danke Hermine, wenn ich damals im Dunkeln allein gewesen wäre, wäre ich wahrscheinlich durchgedreht."

„Ich wäre immer wieder für dich da, weißt du?"

„Ich auch für dich, falls du mich irgendwann brauchst."

„Danke Ron."

Einige weitere Minuten starrten sie ins Feuer. Das gleiche Weihnachten, dachte Hermine, mit den wichtigsten Erinnerungen. Er hatte nicht die besten gesagt und sie hatte das Gefühl, dass es Absicht gewesen war. Es hatte strahlender und schönere Momente zu Weihnachten gegeben, wahrscheinlich für sie beide.

Aber das letzte Weihnachten mit ihren eigenen Eltern und sein toter große Bruder, der ihm das Spiel beibrachte, dass er liebte, das hatte eine Bedeutung, die ein strahlend schöner Moment nicht überbieten konnte. Sie bemerkte, dass er aufstand und sah überrascht zu ihm hoch.

„Ich geh schlafen, vielleicht haben Neville und Draco noch einen Platz für mich. Es kann schließlich nicht sein, dass ich kein Auge zu tue, nur weil mein so genannter bester Freund mit meiner Schwester schlafen will, oder?"

Er war schon an der Tür, als sie ihn endlich aufhielt.

„Ron!"

Er drehte sich noch einmal um.

„Was ist denn?"

„Du hast doch gesagt, du bist bei mir wenn ich dich brauche, oder?"

Er nickte.

„Was wenn ich dich jetzt brauche?"

Er kam zögernd zu ihr zurück, bis er direkt vor ihr stand und auf sie hinab sah.

„In dem Fall kann ich unmöglich gehen."

Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.

„Gut," murmelte sie, während sie sich auf die Zehenspitzen stellte und ihr Gesicht seinem entgegen bewegte.

Er überwand die letzte Distanz und seine Lippen drückten sich warm und fest auf ihre. Keiner von ihnen intensivierte die Berührung in dem Moment. Trotzdem kam der Kuss Hermine intensiver vor als alles, was sie je zuvor erlebt hatte. Vielleicht lag es an seine Augen, mit denen er die ganze Zeit den Blickkontakt aufrecht erhielt und ihr das Gefühl gaben, sie würde in den Tiefen eines Ozeans versinken.

Der Lippenkontakt brach irgendwann, doch sie beide wandten den Blick keine Sekunde vom anderen ab.

„Wir hätten das schon vor einer Ewigkeit tun sollen," flüsterte Ron, „anstatt unsere Zeit mit Lavender und Anthony zu verschwenden."

„Dann lass uns jetzt nicht mehr warten."

Der zweite Kuss war keine unschuldige Berührung ihrer Lippen mehr. Es war wie brennendes Feuer. Zuerst seine Lippen auf ihren und dann seine Zunge, die ihre liebkoste. Sie stolperte nach hinten, ihn mit sich ziehend, bis sie das Sofa spürte und sich darauf fallen ließ. Ron kniete über ihr, seine Lippen hatten ihre verlassen und hinterließen feurige Spuren auf ihrem Hals.

Sie spürte ihre Lieder flattern und zufallen, während Ron ihren Pullover nach oben schob. Seine Finger auf ihrer Haut hinterließen ebenso brennende Spuren wie seine Lippen. Ihr Pullover landete auf dem Boden, seiner folgte nicht viel später. Sie spürte sein Zögern, als seine Hände über ihren Rücken wanderten und den Verschluss des BHs fanden. Sie richtet sich auf, schlang die Arme um seinen Nacken und küsste ihn.

„Nicht mehr warten."


Sonntag, 18. Januar 1998 Hogwarts

Sie konnte das Schloss unter sich sehen, weit unter sich. Die Ländereien, die schneebedeckt waren und den See, der zu einer spiegelglatten Eisfläche geworden war. Ein Flügelschlag brachte sie noch ein wenig höher, ehe sie wieder in einen Gleitflug überging, der sie in einer weiten Spirale nach unten führte.

Der große schwarze Hund bellte begeistert, als sie nur Zentimeter über seinen Kopf hinweg flog, dann sprang er ihr nach und schnappte nach ihr. Mit einem Flügelschlag brachte sie sich aus seiner Reichweite, dann stieß sie wieder ein wenig herab um ihn zu ärgern.

Der Hirsch beobachtete das Spiel der beiden, ehe er zu ihnen trabte. Er senkte sein Geweih und forderte damit den Hund heraus, der keine Sekunde zögerte, auf dieses kleine Kräftemessen einzugehen. Sie schwang sich wieder ein wenig höher und ließ sich auf dem Ast eines nahen Baumes nieder. Sie beobachtete die beiden Tiere, dann grinste sie innerlich. Sie hatte es geschafft.


Der Phönixprophet, Montag, 26. Januar 1998

Wir gedenken den Opfern von Hogsmeade

Mögen sie in unseren Herzen weiter leben

Möge ihre Opfer uns daran erinnern,

was wir verloren haben

und was uns zu gewinnen bleibt

Wir werden nicht vergessen,

welchen Preis zu zahlen sie bereit waren

um zu erkaufen wonach wir alle uns sehnen.

Für Freiheit und Frieden


Der Tagesprophet, Donnerstag, 19. März 1998

Ein weiterer Schritt

von Jimmy McMillian

Seit im November letzten Jahres klar wurde, dass James Potter nicht, wie über mehrere Monate angenommen, tot ist, war die Alarmbereitschaft in der Zauberergemeinschaft wieder stark gestiegen, denn Potters erneutes Auftreten brachte eine neue Welle Brutalität mit sich.

Nun jedoch ist etwas gelungen, dass manche einer den Regierungstruppen nicht mehr zugetraut hatte: Frank Longbottom, ein enger Vertrauter James Potters konnte gefangen genommen werden.

Jedem ist natürlich klar, welchen Wert ein so hochgestelltes Mitglied der Rebellen für das weitere Vorgehen gegen den Phönixorden hat. Vielleicht ist dies der entscheidende Schritt, der zum Zusammenbruch des Phönixorden führt. Hoffen wir also, dass die Regierung Mittel und Wege hat, einen Gefangenen zum Reden zu bringen. Denn Sie werden mir sicher zustimmen, dass in manchen Fällen der Zweck die Mittel heiligt.


Freitag, 20. März Voldemorts Residenz

Frank hatte im Dunkeln gelegen, seit er erwacht war. Er war sich sicher, dass eine nicht unerhebliche Anzahl seiner Knochen gebrochen war, außerdem hatte er einige brennende Wunden und sicherlich einiges Blut verloren. Doch das waren nur die übliche Kampfverletzungen.

Seit er hier war, war er offensichtlich nicht weiter verletzt worden. Allerdings gab er sich keinen Illusionen hin, dass sich das nicht noch ändern würde. Er gab sich auch nicht der Illusion hin, dass die Chance bestand, ihn zu befreien. Wo immer er war, er würde hier sterben.

Die Frage war nur, wie viel Voldemort vorher von ihm erfahren würde. Er selbst würde es vorziehen, wenn die Antwort auf diese Frage gar nichts war. Doch wie sicher konnte er sein, dass er nicht reden würde, wenn sie Veritaserum und Folter benutzten. Das Serum war es, was ihm wirklich Angst machte. Es gab Wege, dagegen zu kämpfen. Lügen war unmöglich, aber schweigen war durchaus machbar, er hatte es ein paar Mal ausprobiert, im Training. Das schien eine Millionen Jahre her zu sein. Wie lange würde er schweigen können, wenn seine Abwehr durch Folter geschwächt war.

Dunkle Verzweiflung drängte auf ihn ein. Er wusste zu viel. Im Grunde alles. Prophezeiung... Horkruxe... Sam... fast jeder, der im Orden war... er war der Geheimniswahrer von seinem und Alice Haus. Merlin, hoffentlich war sie clever genug fort zu gehen, zu James und Lily. Hoffentlich taten sie alle nichts Dummes um ihn zu retten.

Nein, das würden sie nicht. Er allein war das nicht wert und soweit sie wussten, war jeder andere der im Laufe der letzten Jahre gefangen worden war inzwischen tot. Er schauderte, als er die eisige Kälte spürte, die von Dementoren ausging. Er sah einen ausgebrannten Zug und verkohlte Leichen und ihm wurde schlagartig schlecht, als ihm der Geruch in die Nase stieg. NEIN! Er musste in der Realität bleiben.

„Frank Longbottom."

Realität.

Rote Augen durchbohrten ihn und er wagte nicht, den Blick direkt zu erwidern, zu sehr fürchtete er seine Legilimentikfähigkeiten.

„Tom Riddle."

„Es ist eine Weile her, oder?"

„Ich kann nicht sagen, dass mir das leid tut."

„Nun, ich jedenfalls bedaure, dass unser letztes Treffen so lange zurück liegt Frank. Aber immerhin scheinst du dieses Mal gesprächiger zu sein, als beim letzten Mal."

„Du weißt doch, James ist mein Chef, es wäre unhöflich gewesen, ihm das Reden abzunehmen."

„Natürlich. Aber wo dich heute kein Bennimmkodex davon abhält, willst du mir vielleicht einige Dinge erzählen?"

„Ich fürchte nicht."

„Wie bedauerlich," erwiderte Voldemort, „ich hatte gehofft, wir könnten uns diesen Teil sparen. Crucio!"

Er hatte auf den Fluch gewartet, seit er Voldemorts Stimme gehört und die roten Augen in der Dunkelheit gesehen hatte. Das minderte nicht den Schmerz, als der Fluch ihn traf und seinen Körper krampfen und zucken ließ. Aber es gab ihm das Gefühl, Kontrolle über die Situation zu haben. Er hatte gewusst was kommen würde und es sogar provoziert. Sein Hals fühlte sich rau an, als der Fluch schließlich aufgehoben wurde und er aufhörte zu schreien.

„Das war nur ein kleiner Vorgeschmack. Aber ich habe jetzt keine Zeit, mich mit dir zu befassen. Das überlasse ich anderen."

Bellatrix Lestrange trat aus den Schatten. Sie hatte ein zufriedenes Lächeln im Gesicht und ihren Zauberstab in der Hand.

„Informiere mich, wenn es soweit ist, Bellatrix," sagte er leise.

Dann schritt er davon. Stunden vergingen in denen Bellatrix ihn folterte, manchmal alleine, manchmal mit Unterstützung. Sie gaben ihm Veritaserum und belegten ihn gleichzeitig mit dem Imperius-Fluch. Er schaffte es, nichts zu sagen, aber es kostete ihn jedes bisschen Konzentration und wie lange würde er noch die Kraft haben sich zu konzentrieren?

Als er wieder allein im Dunkeln war, drohte Verzweiflung ihn zu ertränken, wenn es ihm nach ein paar Stunden schon so schwer fiel wie würde es dann nach ein paar Tagen aussehen.

In diesem Moment entdeckte er den silbernen Dolch, der auf dem Boden lag.

Er würde hier sterben.

Die Frage war nur, wie viel Voldemort vorher von ihm erfahren würde. Er selbst würde es vorziehen, wenn die Antwort auf diese Frage ‚gar nichts' war.

Seine Finger schlossen sich um den Dolch.


AN: Wieder so ein Monsterkapitel. Ursprünglich hatte ich mal geplant, dass Kapitel 27 und 28 eins sein sollten, na ja, soviel dazu...

Was sagt ihr zu diesem Kapitel? Welche Eindrücke hattet ihr beim Lesen? Ich bin wie immer sehr gespannt, auf eure Meinung, also geizt nicht mit Reviews.

Ab dem nächsten Kapitel richtet sich der Fokus wieder mehr auf Harry&Co, was sicherlich einige von euch freut und manche wiederum weniger ;-)

Bis dahin

lg Sanny

PS: Ich weiß nicht ob euch das geänderte Rating aufgefallen ist, aber ich hatte den Eindruck, dass in den letzten Kapiteln durchaus die ein oder andere Gewaltszene war, die M rechtfertigt. Am grundsätzlichen Stil der Story wird sich auf jeden Fall nichts ändern. Ich bin nur ein bisschen paranoid und möchte nicht, dass die Story gesperrt wird, weil ich einen Kopf zu viel explodieren lassen habe.