-Deeks-
Oh Gott, ich hab's getan!
Ich hab sie geküsst. Absolut, zweifellos hab ich meine beste Freundin gerade geküsst. Einfach so.
Ich hässlicher Vollpfosten hab gerade die erste und einfachste Regel für Freundschaft zwischen Mann und Frau gesprengt.
Ich meine... ich konnte nicht anders... sie stand einfach so da und... und hat vom Leben oder so gesprochen und alles, was ich denken konnte, war: "Küss dieses Mädchen! Tu es jetzt oder schreib sie ab."
Also... eigentlich hat sie mich ja quasi dazu ermutigt, so von wegen "das Falsche tun" und "leb doch einmal, Deeks!" und so...
Ich bereue nichts, gar nichts!
Dieser Kuss war der Beste den ich je... Kensi ist das beste, unglaublichste, vollkommenste Mädchen, dass ich je kennen lernen durfte, küssen durfte.
Und jetzt war sie hier, neben mir. Wir gingen nebeneinander und sprachen kein Wort.
Nachdenklich sah ich Kensi von der Seite aus an. Ihre Wangen glühten und ihre Lippen glimmten, rot vom Küssen. Alles in mir schrie danach sie wieder an mich zu ziehen und das Lächeln zurück auf ihr Gesicht zu küssen.
Doch etwas hielt mich zurück, da war diese bedrückende Stille zwischen uns. Die Luft war voller Verwirrung und Hilflosigkeit und obwohl mein siegestrunkenes Herz meine Lippen wieder auf den ihren wissen wollte, hatte mein Verstand die Kontrolle über meinen Körper zurückgewonnen und schimpfte mich einen schwanzgesteuerten Trottel, dafür, dass ich diese jahrelange Freundschaft für einen Moment aufs Spiel gesetzt hatte.
Ich sah wie Kensi mich aus den Augenwinkeln heraus betrachtete, als unsere Blicke sich trafen, stieg Hitze in mein Gesicht und wir sahen beide schnell zur Seite.
Was immer hier gerade falsch lief, wir mussten es schnell unter Kontrolle bekommen. Zaghaft streckte ich meine Finger nach Kensis aus um ihre Aufmerksamkeit zurück zu gewinnen.
Ihre Hand wand sich in meine und einen Moment bewunderten wir nur unsere ineinander verschränkten Finger und das ungewohnte Gefühl, das nur bewies, in was für einer Scheiße wir jetzt steckten.
Unsere Schritte hatten sich verlangsamt, nach Hogsmeade zu kommen war jetzt nebensächlich. Schließlich hob ich den Blick und sah Kensi in die Augen, meiner Kensi. Ihr Blick fand meinen und ein vorsichtiges Lächeln stahl sich auf ihre Lippen.
Stolz stieg in meiner Brust auf, als diese Idee in meinem Kopf Gestalt annahm, sie konnte meine Kensi sein, ich meine... offiziell. Ich müsste mir keine Sorgen mehr um andere Kerle machen, wir könnten ein Paar werden, wir könnten das versuchen.
Versuchen, das war das Wort, das sich gleich wie ein kalter Dolch in mein Inneres bohrte und das Lächeln von meinem Gesicht wischte.
Was wäre, wenn es nicht funktionieren würde? Nichts hält ewig, wie könnten wir weitermachen, wenn das zwischen uns auseinander brechen würde? Wie könnten wir einander in die Augen sehen, wenn schließlich ein Trennungsschmerz zwischen uns stehen würde?
War es da nicht besser, das Desaster aufzuhalten und es im Keim zu ersticken?
Ich sah in Kensis Gesicht und las in ihren Augen dieselbe Bitte um Antwort auf dieselbe Frage ab.
Schließlich taten sich vor uns die windschiefen Häuser und Gässchen von Hogsmeade auf, Zauberer und Hexen tummelten sich auf dem Markt und Schüler tigerten von einem Lädchen zum anderen.
Wir waren stehen geblieben, überfordert von der plötzlichen Geschäftigkeit. Irgendwo im Getümmel meinte ich, bekannte Gesichter erkannt zu haben.
Ein letzter Blick auf unsere Hände, ein trauriges Nicken, dann rissen wir sie hastig zurück und Kensi ging ihres Weges.
Nach ein paar eiligen Schritten drehte sie sich nochmal um und setzte an, etwas zu sagen, aber das brauchte sie nicht, es war besser so, das wussten wir beide.
Sie schlang ihre Arme um ihren Oberkörper, warf mir einen unglücklichen, bedauernden Blick zu, dann seufzte sie und sagte: "Machs gut, Deeks..."
Ich nickte, steckte die Fäuste in die Jackentaschen und schlug den Weg in Richtung Drei-Besen ein. Mit etwas Glück waren meine Leute da und mit noch etwas mehr Glück, würde ich dort weder Kensi noch Scott über den Weg laufen.
Mir war jetzt nach... anderer Gesellschaft.
"Say Something" - A Great Big World Say something, I'm giving up on you And I will stumble and fall Say something, I'm giving up on you And I will swallow my pride Say something, I'm giving up on you
I'll be the one, if you want me to
Anywhere, I would've followed you
Say something, I'm giving up on you
I'm still learning to love
Just starting to crawl
I'm sorry that I couldn't get to you
Anywhere, I would've followed you
Say something, I'm giving up on you
You're the one that I love
And I'm saying goodbye
And I'm sorry that I couldn't get to you
And anywhere, I would have followed you
Say something...
