Und weil ihr so lüüb seits, noch mal ein Chap +g+

Chap 29: Nightmare on Fullmoon

Lilli lag auf ihrem Bett und blickte zum Fenster raus. Es war Vollmondnacht und auch Anna hatte noch nicht geschlafen. Taylor und Alice waren die einzigen beiden in dem Zimmer, die von den Sorgen, der beiden nichts mitbekamen. Anna stand auf und setzte sich vorsichtig zu Lili aufs Bett.

"Vollmond..." flüsterte sie leise. Lili nickte.

"Glaubst du, James ist mitgegangen?"

"Nun ja, so wie ich Sirius kenne, wird er ihn zurückhalten wollen und so wie ich James kenne, könnten ihn keine 10 Drachen davon abhalten heut Abend mitzumachen. Für James, waren seine Eltern und die Marauder immer das wichtigste in seinem Leben... und du natürlich."

Lilli versuchte zu lächeln, aber es fiel ihr schwer. Tatsache war, dass er es ihr nicht zeigte, wenn dem wirklich so wahr.

"Kopf hoch, er wird bald wieder der alte sein, da bin ich mir sicher."

Glaubte sie das selber, was sie da von sich gab? Wohl kaum, nachdem sie seinen Blick in VgddK gesehen hatte. Es war so leer und gar nicht er selber, viel zu abweisend und in sich eingesunken.

"Ich mach mir Sorgen, Anna... Was ist, wenn er nie... wenn er nie wieder so wird wie früher? Wenn er nie mit dem Geschehnissen fertig wird? Wenn... er mir nie verzeiht."

"Dir verzeihen? Lils, ich glaub nicht, dass er wirklich böse auf dich ist. Er muss das ganze einfach selber erst mal verarbeiten."

"Ich will ihn nicht verlieren. Ich liebe ihn doch..."

"Und er liebt dich. Mensch, Lils, du hast nie gehört, wie er über dich gesprochen hat. Wenn er dich im Unterricht sah, dann bekam er ein Leuchten in den Augen, das er noch nie vorher bei irgendjemand anderem zeigte. Ich weiß noch wie wir mal alle beisamen standen und du mit Alice an uns vorbeigegangen bist. Mich hast du angelächelt und James nur einen ignoranten Blick zugeworfen. Er sah dir aber trotzdem sehnsuchtsvoll hinterher und Sirius sprach, Ich zitiere: Ey, Prongs, was findest du eigentlich an der alten Schrulle."

"Danke," sagte Lilli beleidigt.

"Und weißt du was James ihm geantwortet hatte? Ich zitiere wieder: Ich liebe es wie sie ihr Haar bewegt, wenn sie sich umdreht, ich liebe ihre smaragdgrünen Augen, wenn sie mich nur ansehen und ich liebe ihre Art mit Freunden und Feinden umzugehen. Ich liebe einfach SIE."

Lilli schien besänftigt und auf ihrem Gesicht bildete sich wieder ein wunderschönes Lächeln. Das was Anna so sehr an ihrer Freundinn vermisst hatte.

"Ich wußte, das dich das aufmuntert. Er liebt dich und ich bin mir sicher, ihr beide werdet das schon hinkriegen..."

"Ja... ich jetzt auch..." sagte sie leise.

"Ich glaub... ich kann nicht schlafen," bemerkte Anna nach einer Weile und sah sehnsuchtsvoll hinaus. Sie hatte es zu Hause immer geliebt, am Abend noch spazieren zu gehen. Wenn sie ehrlich war, dann beneidete sie die Jungs im Moment darum, draußen sein zu können.

"Ich würd auch lieber frische Luft schnappen gehen," sagte Lilli gedankenversunken zum Vollmond rausschauend.

"Aber heut ist Vollmond."

"Und?" sagte Anna.

"James und Sirius haben Remus doch unter Kontrolle. Sie sind fest in der Heulenden Hütte oder im Verbotenen Wald und wir gehen doch nur auf den Ländereien spazieren hier BEI Hogwarts."

Lilli strahlte auf und beide sahen einander vielsagend an "Aber moment mal," stoppte Lilli abrupt.

"Filch streunert ja durch die Gänge..."

"Uhh, ich kenn nen Weg hinaus, den haben Sirius und James sonst immer benutzt, wenn sie ihre Karte nicht dabei hatten. Den kontrolliert Filch nie..."

"Worauf warten wir dann noch..."

Lilli stieg begeistert aus dem Bett und zog sich etwas anderes an. Anschließend gingen die beiden Mädchen auf den Korridor hinaus und nachdem beide sicher gegangen waren, dass alles frei war, rannten sie zum Geheimgang.

Als die Marauder bei Remus ankamen hatte sich dieser schon in einen Werwolf verwandelt. Er knurrte unheilvoll auf als der Hirsch, der Hund und die Ratte das Zimmer betraten. Sirius bellte laut auf, damit der Werwolf nicht auf falsche Gedanken kam. Dann umkreisten ihn die drei und der Hirsch kam etwas näher heran. Der Werwolf begann an ihm zu schnüffeln, als ob er etwas bestimmtes erriechen wollte. Seine grauen Augen blickten giftig drein und er fletschte seine Zähne. Er jaulte auf, doch der Hirsch blieb vor ihm stehen, stolz und aufrecht. Eine Weile verging und der Werwolf schien sich den Freunden anschließen zu wollen. Dann lief der Hund zur Tür und öffnete sie mit seiner Pfote. Die 4 Marauder rannten hinaus und auf den Verbotenen Wald zu. Es war bis zu einem gewissen Zeitpunkt angenehm gewesen, die frische Winterbrise einzuatmen und durch den Schnee hindurch zu stampfen. Leise rieselte der Schnee auf sie hinab und bedeckte ihre Fußspuren im Schnee wieder zu. Sie rannten weiter in den verbotenen Wald hinein, doch der Hirsch blieb plötzlich stehen.

James, versprich mir in Hogwarts zu bleiben

'Mum' schoss es James plötzlich in den Sinn.

'Ich hab ihr doch mein Wort gegeben. Was tue ich hier?'

Und bevor James verstand was los war, jaulte der Werwolf auf und lief auf ihn zu. Der Hund bellte warnend laut auf, einerseits um James zu warnen, andererseits um Remus von einer Dummheit abzuhalten, doch zu spät. Remus sprang auf den Hirsch und versenkte seine Krallen in das Fleisch. Der Hirsch schrie auf und versuchte sich zu wehren, doch der Werwolf hatte ihn zu Boden gedrückt und zugebissen. Blut spritze heraus als sich die scharfen Zähne in das Fleisch gruben und bekleckerten den weißen Schnee mit seiner roten Farbe.

James hätte wie am Spieß geschrien, wenn er nicht in seiner Animagusgestalt dagelegen wäre. Der Hund kam sofort angerannt und stieß Remus von James runter. Der Werwolf fiel zur Seite, richtete sich jedoch augenblicklich wieder auf, bereit, wieder zurückzukommen. Der Hund bellte erneut laut auf und richtete sich schützend vor dem ... Sirius bemerkte schockiert, dass sich James zurück verwandelt hatte und seinen rechten Arm hielt, von dem Blut herausfloss.

"Ouch..." stieß dieser aus.

Nun hatte sich auch Sirius zurück in seine Menschengestalt verwandelt und Peter tat es ihnen nach. Die beiden Marauder richteten ihre Zauberstäbe auf den Werwolf.

"Sorry, Moony, altes Haus, Stupor."

Der Werwolf fiel zu Boden und blieb regungslos liegen. Peter hatte sich zu James hinabgekniet um ihn zu helfen. Sirius der zuerst sicher gehen mußte, dass Remus erst mal außer Gefecht war, begab sich anschließend gleichfalls zu James um sich die Wunde anzusehen.

"Sieht ziemlich übel aus," bemerkte er als James seine Hand weg nahm.

"Ach ne?" sagte dieser mit einer Spur Sarkasmus in der Stimme. Sirius nahm den Verband aus seiner Tasche und wickelte es um die Wunde herum, damit das Blut aufhörte zu fließen.

"Besser?" fragte er besorgt.

"Sicher," murmelte James zähneknirschend, auch wenn sein Gesicht das genaue gegenteil aussagte.

"Was war denn los?" quieckte Peter leise.

"Ich weiß nicht... Ich... hab irgendwie an etwas anderes gedacht. Remus muß meine menschliche Seite wohl gerochen haben..."

"Willst du es nicht besser uns die Nacht überlassen und zurück gehen?"

"Nein, ich schaff das schon," protestierte James entrüstet. Er würde sich jetzt wie ein Feigling vorkommen, wenn er seine Freunde im Stich ließ.

"Hey, Prongs..."

"Nein, Padfoot. Ich mach weiter. Moony wird mich schon nicht um-...scheiße, wo ist er hin?"

Sirius und Peter stellten entsetzt fest, dass James recht behalten hatte. Der Werwolf war spurlos verschwunden und der Platz an dem er eben noch gelegen hatte war leer.

"Die Karte," sagte Sirius und holte sie heraus.

"Ich schwöre das ich ein Tunichgut bin."

Alle drei suchten auf der Karte nach dem Wort Remus...

"Ohoh," stieß Sirius aus als er ihn gefunden hatte.

"Das ist nicht gut.. Wieso sind Anna und Lilli auf den Ländereien?... Moony ist ganz in ihrer Nähe."

Mit der Karte in der Hand machten sie sich so schnell sie konnten auf den Weg Richtung Hogwartsschloss. Der Karte nach zu Urteilen kam Moony mit rasender Geschwindigkeit auf seine Freundinn und Lilli zu und die beiden wußten nicht mal, dass er diesmal außer Kontrolle war.

Es tat Anna und Lilli richtig gut, frische Luft zu schnappen. Sie hatten in der letzten Zeit kaum Gelegenheit dazu gefunden durch die ganzen Geschehnisse. Sie wollten ja immer bei James bleiben und dieser verkroch sich meistens irgendwo in Hogwarts ein.

"Ich bin früher oft mit Han am Abend spazieren gegangen," begann Anna nachdem sie sich bei Lilli eingehackt hatte und beide um den See herum gingen. Auf der Wasseroberfläche konnte man das schwache Licht des Vollmondes wiederspiegeln sehen.

"Er erzählte mir immer Gruselgeschichten um mich zu erschrecken. Er sah es gerne wenn ich Panikattacken bekam... und mich dann noch nächste lang weiter fürchtete... Irgendwie schade... das das nie wieder passieren wird..."

Die Mädchen setzten sich an das Ufer hinab und beobachten das Treiben der Wellen, denn auf eine gewisse Art und Weise war es sehr beruhigend und brachte einem tiefer zum nachdenken.

"Schon ne Spur von dieser Dolores?" fragte Lilli leise. Anna schüttelte den Kopf.

"Nein, sie ist... spurlos verschwunden und weißt du was noch viel krasser ist oder auch bescheuerter? Liebe macht echt blind. Han war ein guter Auror und er wußte immer, wen er vertrauen konnte und wen nicht. Er hat sich in diese Frau verliebt und promt schaltete er all seine Sinne ab. Dolores Haferman hat niemals existiert... Es gibt keine Haferman. Das macht es dem Ministerium so schwer sie zu finden... Die Kosten für die Hochzeit hatte auch Han übernommen... Er war so ein Idiot was Frauen anbetraf..."

"Das tut mir alles so leid, Anna..."

"Das muß es nicht," sagte sie und lächelte Lilli ehrlich an.

"Han ist tot... damit werd ich leben müssen. Ganz gleich wie leid es dir tut oder irgendjemand anderem. Es bringt ihn mir nicht wieder. Aber vielleicht... hab ich es ja verdient, dass es so kommen mußte."

"Was redest du denn da? Anna, du hast doch gar nichts get-"

Lilli stoppte. Sie hatte das Gefühl als ob etwas auf sie zu lief... ein Tier...

"Ja, ich hörs auch," sagte Anna stutzig und beide standen auf. Sie zogen ihre Zauberstäbe, und taxierten damit ins nichts hinein, bereit einen Fluch loszulassen, wenn dieses etwas auf sie zukam.

"Das kann nicht sein, der verbotene Wald ist viel zu weit weg," sagte Anna nachdenklich, aber die Schritte hörten sie jetzt ganz deutlich. Der Werwolf sprang aus dem Nichts heraus. Er hatte sich auf Anna gestürzt und sie zu Boden gerissen, während er Lilli zur Seite gestossen hatte. Anna schrie schmerzvoll auf als sie seine Krallen in ihrem Fleisch spürte.

"Stupor," brüllte Lilli, ihren Zauberstab auf den Werwolf gerichtet, denn es promt zur Seite riss. Sie rannte sofort zu ihr hin um ihr aufzuhelfen.

"Ist das Remus?" fragte Anna verschreckt. Blut sickerte aus den Stellen heraus, wo der Werwolf vorher seine Krallen versenkt hatte und ihre Hand, mit der sie den Zauberstab hielt, zitterte unkontrolliert vor Angst.

"Ich... Ich weiß nicht," sagte Lilli und starrte ab und zu den daliegenden Werwolf und dann die Wunden ihrer Freundinn an.

Es dauerte nicht lange, da regte sich der Werwolf wieder... er zuckte zuerst nur leicht und dann... hatte er sich wieder aufgerichtet und laut aufgejault.

"Das ist nicht gut," bemerkte Anna schockiert.

"LAAAAUF..."

Beide Mädels liefen so schnell sie konnten in Richtung des Waldes hinein, in der Hoffnung, dass sie sich irgendwo verstecken könnten, damit der Werwolf sie nicht finden würde. Fehlanzeige, er war so schnell gelaufen, dass er sie noch vor der nächsten Gabelung eingeholt hatte und sich zähnefletschend vor ihnen in den Weg stellte.

"Remus? Bist du das?" fragte Anna verunsichert, in de Hoffnung, ihr Freund würde sie hören. Ihr wurde schnell klar, dass das schwachsinning war. Sobald er sich in einen Werwolf verwandelt hatte, war er nicht mehr Herr seiner Sinne. Wieder sprang er auf sie zu, doch diesmal stieß er Anna hart beiseite und riss Lilli unter sich hinab. Seine Krallen bohrten sich nun auch in ihre Arme und Lilli schrie schmerzvoll auf.

"Lilli..." rief James besorgt, als sie nah genug waren um die Mädchen schreien zu hören. Anna hatte sich wieder aufgerichtet und ihren Zauberstab auf den Werwolf gerichtet.

"Impedimenta."

Der Fluch stieß den Werwolf von Lilli runter, doch mehr Schaden hatte er nicht angerichtet. Der Werwolf jaulte auf und sprang nun wieder auf Anna zu. Diese drehte sich um und rannte so schnell sie konnte tiefer in den Wald hinein. Lilli konnte nichts tun um das zu verhindern. Ihr Zauberstab war ihr beim Sturz aus den Händen geflogen und ihre Arme schmerzten.

"Lilli..."

James, Sirius und Peter waren endlich da und er hatte sich zu ihr hinabgekniet.

"Bist du verletzt... Merlin... Nein..."

Er hatte das Blut an ihren Armen gesehen und wie sie feststellte, erging es ihm nicht besser. Die bandagierte Wunde am rechten Arm hatte sich mit Blut vollgesaugt und tröpfelte jetzt sogar noch hinab.

"Anna..." sagte sie erschrocken.

"Der Werwolf... Remus ist hinter ihr her..."

Sirius und Peter nickten ihnen verstehend zu und rannten los, während James bei Lilli blieb.

Anna rannte unterdessen wie wild immer tiefer in den Wald hinein. Sie konnte hören, dass der Werwolf immer näher kam . Sie drehte sich um und sah wie er zum Sprung ansetzte. Reflexartig duckte sie sich nieder und der Werwolf sprang über sie hinweg. Sie wollte wieder zurücklaufen, als sie über die Wurzeln der Bäume stolperte und auf den Boden fiel. Das Tier hatte keine Sekunde gezögert sich auf sie zu stürzen und hatte die Krallen diesmal tief in ihr rechtes Bein gekrallt. Wieder schrie Anna auf. Tränen standen ihr in den Augen, während sie versuchte sich zu befreien. Der Schmerz brannte fast unerträglich. Ihre Wunden hatten sich mit dem Schmutz der Erde vermischt und in diesem Moment, wo sie die fletschenden Zähne des Tieres hörte und er auch noch laut aufheulte überkam sie eine riesige Angst, wie sie vorher noch nie da war. Angst vor dem Tot, Angst vor der Qual bis es soweit war, Angst vor IHM.

"Remus... bitte... du tust mir weh..." schrie sie auf als der Werwolf sich aufbäumte und wieder mit seinen Krallen zustach. Er fletschte aufs neue unheilvoll seine Zähne und in dem Moment wußte sie was kommen würde. Er würde sie beißen, wahrscheinlich sogar töten...

„Remus!" schrie sie flehend.

"Stupor..."

Der Werwolf wurde von ihr heruntergerissen und blieb wieder regungslos liegen. Diesmal schien der Spruch wirkungsvoller zu sein. Sirius war sofort zu ihr hergekommen und hatte sich zu dem Mädchen hinabgekniet während Peter den Zauberstab weiterhin auf den Werwolf hielt, falls dieser doch wieder schneller als erwartet zu sich kommen würde.

"Anna..." sagte er besorgt und half ihr sich ein wenig aufzurichten. Sie war schluchzend in seine Arme gefallen und hatte begonnen zu weinen. Sie zitterte noch immer am ganzen Körper und Tränen kullerten unentweg auf ihre Umhänge hinab.

"Es ist alles gut..." flüsterte Sirius, während er den Griff um sie verstärkte. "Ich bin hier. Ich lass nicht zu, dass dir etwas passiert..."

Sie hatte solche Angst gehabt, dass die Erleichterung als sie Sirius sah, sie einfach überwältigt hatte. Sie hatte sich so fest an ihn gehalten und noch fester zugedrückt, obgleich es ihm vielleicht weh tun könnte. Nie wieder wollte sie ihn loslassen, denn... sie fühlte sich bei ihm geborgen, wohl... endlich wieder sicher.

James sah Lilli an und versuchte mit einigen Tüchern ihre Wunde zu bandagieren. Ab und zu gab sie ein leises Geräusch des Schmerzes von sich, doch nach wenigen Sekunden war es verklungen. Nachdem James fertig war, setzte er sich neben sie auf den Boden und begann den Vollmond anzustarren. Der Schnee war eiskalt, aber in gewisser Weise betäubte er den Schmerz, den sie fühlten.

"Tut mir leid... Moony hats nicht so gemeint... Ich hab nicht aufgepasst und ihn deswegen irgendwie provoziert..." begann er leise, doch er hatte sie nicht angesehen.

Lilli nickte verstehend. Sie wollte sich so gern an ihn lehnen, in umarmen oder in seine Arme fallen um ihn zu spüren... aber sie konnte es nicht. Irgendetwas hielt sie zurück, das Gefühl, dass es falsch wäre oder auch, die Angst, dass er es nicht wollte und sie von sich stoßen würde.

"James..." begann sie nach einer Weile der Stille zu flüstern.

Er sah sie an, vielleicht das erste mal seit ihrer Gefangenschaft, dass er ihr aufrichtig und tief in die Augen blickte. Sie schreckte zusammen und blickte schnell weg als sich ihre Blicke trafen. Das war nicht er. Seine Augen, diese hasselnussbraunen Augen, die sonst immer ein vertrautes Glänzen in sich trug... es war weg... Sie sah ihn matte, leere Augen, die nichts aussagten als Enttäuschung und Schmerz.

"Es tut mir leid..." flüsterte sie schließlich.

"Was... tut dir leid?" flüsterte er genau so leise zurück. Beide Stimmen hatten etwas brüchiges angenommen, als ob sie nicht wirklich sprechen konnten. Bevor Lilli antworten konnte, tauchte Sirius mit Anna in seinen Armen und Peter neben sich auf, während der Körper des Werwolfes ihnen durch einen Zauber folgte.

"Alles okay bei euch beiden?" fragte Sirius besorgt.

Lilli und James nickten, doch dann fiel James Blick auf Anna, die wie nach ner durchzechten Nacht mit Sirius aussah.

"Anna..."

Er stand auf und war zu ihr hingegangen.

"Alles okay mit dir?"

Sie nickte stumm und wischte sich nochmal die kleinen Tränen weg, die sich irgendwie wieder in ihren Augen gebildet hatten.

"Und euch?" fragte sie zurück.

James nickte, wandte sich dann wieder Lilli zu, die ihn jedoch nicht mehr ansehen konnte. Er senkte seinen Blick und wieder herrschte Stille zwischen ihnen. Anna ließ Sirius los und ging zu ihrer Freundinn rüber. Sie gingen danach alle zusammen wieder zurück. James, Sirius und Peter führten Remus in die Heulende Hütte und blieben dann bis zum Morgengrauen bei ihm und Anna und Lilli kehrten in den Mädchenschlafsaal zurück. An jenem Abend konnte wohl keiner der beiden Mädchen richtig schlafen. Lilli mußte immer an James denken, an seine Augen, die ihr jetzt so fremd schienen.

'Was tue ich nur, wenn er nie wieder der alte sein wird? Ich liebe ihn doch. Ich kann ihn nicht verloren haben, Gott, bitte hilf mir. Gib ihn mir wieder zurück. Ich brauche ihn so sehr...'

Und auch Anna konnte nicht schlafen. Sie lag auf ihrem Bett und ließ ihren Tränen freien Lauf. Sie war vielleicht wirklich die einzige, die lautlos weinen konnte, ohne das es jemand bemerkte. Sie liebte Remus nicht, da war sie sich inzwischen sicher... aber... Sirius... er liebte sie nicht.

'Anna ist ein super guter Kumpel' erinnerte sie sich an seine Worte, die sie bei einem Gespräch zwischen ihm und James mitgehört hatte. Er wußte damals nicht, dass sie alles mitbekam.

'Mit ihr kann man allen möglichen Quatsch anstellen und so weiter, aber... mal ehrlich, mein Geschmack ist sie ja nicht. Ich glaub, wir würden uns zu oft in die Wolle kriegen. Sie ist zu dominant und zickig und was weiß ich... halt echt net mein Typ... Aber Moony scheint auf sie zu stehen.'

Ja, genau das waren damals seine Worte gewesen. Die Worte, die sie so hart verletzt hatten. Der Grund, warum sie ihn aufgegeben hatte, sich Remus zuwandte und dabei... wohl sich selbst aufgegeben hatte.