Hey, hier bin ich wieder mit einem - leider - verspäteten Ostergeschenk. Ich entschuldige mich auch für Schreibfehler, die vielleicht noch in diesem Text stecken. Es ist mittlerweile Nacht und ich - dass muss ich zugeben - habe leider keine Lust, dass alels noch einmal auf Fehler zu untersuchen, wollte euch aber auch nicht länger warten lassen.
Dieses Chap behinhaltet SEHR viel Rose/Scorpius und ich muss sagen, dass ich die beiden echt ins Herz geschlossen habe. Ich hoffe euch geht es genauso :-D Nun, ich kann euch verraten, das Scorpius und Rose nun endlich das Geheimnis von Pansy lüften. Nur wie werden sie sie aufhalten können?
Ich bedanke mich bei allen, die mich unter ihre Favouriten gelegt haben. Danke :-)
Franzi: Hey, danke, wirklich, für dein review. Hab mich echt gefreut. Ich hoffe, dir gefällt dieses Chap genauso. Viel Spaß ;-)
Eine gefährliche Mischung
An diesem Abend hörte Hermine ein Klopfen und vergrub grummelnd ihr Gesicht in ihrem Kissen. Sie war müde und überhaupt nicht in der Laune jetzt noch aufzustehen und wer auch immer vor ihren Räumen stand, die Türe zu öffnen. Sie fühlte sich elend und noch immer hatte Blaise nichts genaues herausgefunden. Das hieß, er wusste eigentlich schon Bescheid, nur wollte er auch hundert Prozentig sicher sein, bevor er Hermine etwas sagte. Und Draco hatte sie seit dem Abendessen nicht mehr gesehen. War vielleicht auch besser so. Sie wusste nicht, wie sie reagieren würde, wenn sie ihn sah. Es war sehr wahrscheinlich, dass er mit Pansy geschlafen hatte und es brachte sie fast zum erbrechen. Sie wollte gar nicht wissen, was Pansy dabei alles mit ihm machte und… andersrum.
Wieder ein Klopfen und ihre Hände wanderten zu ihren Ohren. Sie wollte niemanden sehen oder hören. Sollten doch alle wegbleiben. Sie wollte zum ersten Mal im Liebeskummer versinken.
Das Klopfen wurde stärker, bis sie schließlich entnervt aufsprang, nach ihrem Morgenmantel griff und ihn sich überzog, bevor sie zur Türe stampfte. Na warte. Wer auch immer davor stand, würde jetzt eine Ladung von herminischem Temperament zu spüren bekommen.
Wütend griff sie zum Türknopf und riss die Türe auf. „Himmel noch mal, was-" Doch sie unterbrach sich selbst, als sie in das besorgte Gesicht Dracos sah. Er sah schrecklich aus. Unter seinen Augen malten sich große Ringe ab, sein Haar stand zu allen Richtungen und in seinen Augen stand eine merkwürdige Form von Angst.
„Draco?", entkam es Hermine erschrocken und alle Wut war vergessen.
Er hob lachend eine Hand, um sich durchs Haar zu streichen und Hermine erkannte erschrocken, dass sie zitterte. Und nicht ein einfaches leichtes Zittern. Es war beängstigend stark. Es waren schnelle, starke Bewegungen. Ihr Herz öffnete sich erneut für ihn und sofort nahm sie diese Hand in ihre und ihre andere legte sich auf seine Wange.
„Draco, was ist los?", wollte sie wissen und zwang ihn sie anzusehen. Es war schrecklich. Diese Angst in seinen Augen, war kaum auszuhalten.
„Ich…", begann er und seine Augen glänzten gefährlich. Als… als… würde er weinen.
Erschrocken zog Hermine ihn in ihre Zimmer und schloss die Türe, bevor sie ihn auf das Sofa setzte. „Draco?"
„Ich…", begann er erneut und seine Stimme war so heiser und gebrochen. Wütend und verzweifelt legte er sein Gesicht in seine Hände und schüttelte den Kopf. Gott, warum sagte er ihr nicht, was los war? Wieso machte er ihr eine solche Angst und sprach nicht mit ihr?
„Sprich bitte mit mir."; flüsterte sie sanft und strich ihm durchs Haar. Es war unmöglich von ihm fern zu bleiben.
„Ich… habe alles … zerstört, nicht?", wollte er heiser wissen und sah endlich wieder zu ihr auf. Nun komplett erschrocken und hilflos sah sie zu, wie Tränen seine Wangen hinunter liefen. Das war das erste Mal, dass Hermine Granger Draco Malfoy weinen sah. „Mit uns, meine ich.", hauchte er und lächelte traurig.
Verstört schüttelte sie den Kopf. Wie konnte er das denken? Sicher, sie war sauer auf ihn gewesen, aber sie wusste, er konnte nichts dafür. Und Merlin, alleine, dass er hier saß und weinte. Um sie beide weinte, weil er Angst hatte, sie würde Schluss machen… Diese Tränen sagten ihr mehr als tausend Worte, dass er sie liebte. Jede einzelne Träne die er vergoss… „Nein…", hauchte sie und legte sich nach vorne um ihn zu küssen. Sie spürte, wie er sich unter ihren Lippen versteifte und entfernte sich von ihm. „Draco?" Wollte er etwa nicht mehr?
„W-Wieso?", hauchte er. „Ich bin mit Pansy gegangen. Du…"
„Du kannst nichts dafür, Draco. Ich weiß, dass du das nicht wolltest. Ich habe herausgefunden, dass Pansy dir etwas in dein Getränk gemischt hat. Blaise versucht herauszufinden, was genau das ist.", erklärte sie und strich ihm durchs Haar. „Ich liebe dich."
Und dann brach ein strahlendes Lächeln auf seine Lippen aus. Die Traurigkeit und die Angst in seinen Augen verschwand und bevor sie sich versah küsste er sie. „Merlin, Hermine.", hauchte er unter ihren Lippen und zog sie näher. „Ich liebe dich."
„Gut.", hauchte sie und lachte, als sie sich ein wenig von ihm entfernte. „Weil ich dich nicht mehr los lassen werden. Zumindest nicht, ohne einen richtigen Kampf."
„Feurig.", hauchte er und küsst sie dann wieder. „Und ich mag es." Doch dann wurde er wieder ernst.
„Ich hoffe, du weißt, worauf du dich einlässt."
„Nah, ich habe Bellatrix duelliert. Pansy ist dagegen ein zahmes Kätzchen.", lachte sie und Draco drückte sie in die Couch. Vorsichtig kniete er sich über sie und sah auf sie hinunter.
Hermines Hand fand ihren Weg zu seinem Gesicht und strich jede Kontur nach.
„Hättest du das gedacht?"; wollte er leise wissen und strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht.
„Hättest du gedacht, dass wir so sind?"
Sie schüttelte nur den Kopf. Wollte nichts sagen aus Angst, den Moment zu zerstören. Viel lieber sah sie zu ihm auf und lauschte seiner wunderschönen Stimme. „Bereust du es?", fragte sie dann schließlich doch und als Antwort beugte er sich hinunter und beschlagnahmte erneut ihre Lippen.
XxX
„Hey, wie ist es gelaufen?", wollte Rose am nächsten Morgen von ihm wissen. Erschrocken sah er auf, bevor er leicht lächelte und nickte.
„Ganz gut. Ich konnte die beiden noch stoppen.", erzählte er und sein Blick verfinsterte sich. Rose, die sich bereits dachte, was er sagen wollte unterbrach ihn mit ihren eigenen Erlebnissen, nachdem Draco Pansy an diesem Abend gefolgt war. Erstaunt hörte Scorpius zu, bis sie endete und er mit einer Faust auf den Tisch haute. So heftig, dass die nächsten zwanzig Schüler in seiner Nähe, eingeschlossen sie, erschrocken zusammen zuckten. „Ich wusste, dass mein Vater unschuldig ist!"
Rose nickte und strich sich durchs Haar. „Ich hab… unsere Eltern heute Morgen gesehen.", hauchte sie so, damit niemand anderes etwas mitbekam.
„Na und?", wollte Scorp wissen und hob die Schultern.
„Sie… nun sie lagen verschlungen auf unserer Couch.", sagte sie und schaute sich um, ob auch niemand etwas mitbekam.
Scorpius, der gerade ein Bissen seiner Cornflakes genommen hatte, verschluckte sich und schlug sich hustend auf die Brust, bevor er sie mit tränenden Augen ansah. „Wirklich? Denkst du…?"
Schnell schüttelte sie den Kopf. „Nein, danach sah es nicht aus. Ich habe auch keine Ahnung, wann er bei uns aufgetaucht ist…", sagte sie und ihr Blick schweifte ab. Sie war am Morgen nichts ahnend aus ihrem Zimmer getreten hatte die beiden auf der Couch entdeckt. Ihre Mutter hatte halb auf Draco gelegen, als ihre Beine ineinander verschlungen waren und Draco sie festhielt. Beide waren in einem tiefen Schlaf und es hatte nicht so ausgesehen, als würden sie beide jeden Augenblick aufwachen. Rose, die ihre Mutter eigentlich fast jeden Morgen weckte, hatte sich heute zurückgehalten und die beiden schlafen lassen. Was sie aber am meisten verstörte war die Tatsache, dass es ihr nichts ausmachte. Es machte ihr nichts aus, ihre Mutter in den Armen eines anderen Mannes zu sehen und diese beiden morgens so eng aneinander auf der Couch vorfand. Es machte ihr nichts aus, dass es sich hierbei nicht um ihren Vater handelte. Vielleicht lag es aber auch an dem Lächeln, dass ihre Mutter auch im Schlaf auf den Lippen getragen hatte. Es war ein Zeichen dafür, dass Hermine wirklich glücklich war und sie war die letzte, die ihr das nehmen wollte.
„Mein Vater war gestern Abend wirklich fertig.", hauchte Scorp und holte Rose somit aus ihren Gedanken. „Auch wenn er nicht mit meiner Mutter geschlafen hat und es nicht mal Schuld wäre, wenn er es denn getan hätte… hat er sich gefühlt, als wenn er Hermine betrogen hätte. Er hat gedacht, er hätte alles kaputt gemacht.", erzählte er. „Irgendwann war ich es leid und hab ihn zu ihr geschickt. Ich fand es war besser mit ihr zu reden und festzustellen, was sie wirklich denkt."
„Das war es auch.", sagte Rose und lächelte ihn an.
"Scorpius?"
Der Blonde wandte sich um und schaute direkt in Blaise Gesicht. "Hallo, Professor Zabini.", sagte er und Rose sah beide mit großen Augen an. Da war etwas zwischen den beiden, dass sie noch nie zuvor bemerkt hatte und das sie nicht ganz deuten konnte. Irgendetwas vertrautes. Auch, wenn sie sich so förmlich verhielten.
"Ich muss mit Ihnen reden.", sagte Blaise erneut und Scorpius nickte. "Gut, dann kommen Sie bitte mit." Blaise drehte sich bereits um, um vorzugehen, doch Scorp hielt ihn zurück.
"Professor, wäre es möglich, dass Rose mitkommt?"
Erschrocken sah sie auf. Sie? Mitkommen? Um ehrlich zu sein, hatte sie gar nicht daran gedacht. Sie war viel zu beschäftigt damit, das merkwürdige Verhalten der beiden zu identifizieren. Warum war ihr dies noch nie zuvor aufgefallen? Blaise Augen fielen auf sie.
"Miss Weasley?", fragte er.
"Bitte, Sir.", sagte Scorp und griff nach ihrer Hand.
"Mr Malfoy, es geht hier nicht um Sie, sondern um Ihren Vater!", sagte Blaise hart und nagelte ihn mit seinem Blick fest. Es war, als wollte er ihm alleine durch diesen Blick etwas sagen. Etwas, dass Rose nicht verstehen konnte. Sie hatte diese Art von Kommunikation bereits bei ihrer Mutter gesehen, wenn sie mit Ginny oder Harry sprach. Aber hatte ihre Mutter nicht immer gesagt, dass es nur dann funktioniert, wenn man sich gegenseitig so gut kennt, wie einer sich selbst? Wenn es keine Geheimnisse zwischen den beiden Parteien gab? Also lag sie richtig in der Annahme, dass es eine Beziehung zwischen ihrem Professor und Scorp gab. Nur von welcher Art? Sie schienen merkwürdig vertraut. Als würden sie sich von Beginn an kennen.
"Das ist mir bereits bewusst.", sagte Scorp und riss sie somit wieder aus ihren Gedanken. Die Härte, die in seiner Stimme lag, war kaum zu überhören. Welcher Schüler, der keine private Beziehung zu Professor Zabini hatte, würde sich trauen, so mit ihm zu reden. Himmel noch mal! "Aber glauben Sie mir, dass auch mein Vater nichts dagegen haben wird."
Noch einmal blitzte Professor Zabini sie an, bevor er seufzte und schließlich nickte. Dann drehte er sich um und verschwand mit Scorp und Rose auf den Fersen aus der Großen Halle.
Ihr war es mulmig zu Mutter. Dieses ganze Spiel, was Scorps Mutter spielte, machte ihr wirklich Angst. Wer ging denn so mit seinem eigenen Mann und Sohn um? Sie sollte diese Menschen lieben und nicht verachten und behandeln wie Dreck. Doch genau das war es, was Pansy Malfoy die ganze Zeit tat. Und es schüttelte sie, als ihr Unterbewusstsein ihr eine Antwort gab. Jemand Verrücktes! Jemand ohne Herz. Jemand, wie ihr eigener Vater! Sie konnte sich kaum vorstellen, dass sie einmal anders gewesen sein sollte. Aber Draco war ein so guter Mensch und so ein großartiger Vater und Freund. Er hätte sie doch niemals freiwillig geheiratet, wenn sie vorher schon so ein Bies gewesen war. Freiwillig... Ob er... gezwungen worden war? Sie wusste von ihrer Mutter her, dass gewisse reinblütigen Familien stark darauf achteten die Linie weiter so rein zu halten. Völliger Schwachsinn, wenn man sie fragte. Wie sollte man denn bitteschön steuern können, in wen man sich verliebte. Ob es Reinblüter, Halbblüter oder gar Muggelgeborene waren. Es war doch alles egal. Merlin... Sie schloss die Augen und griff nach Scorps Hand.
"Rose?", hörte sie ihn fragen, doch als Antwort bekam er nur ein Kopfschütteln.
Sie erreichten die Treppe des Kerkers. Auch, wenn sie wusste, dass keine Gefahr mehr von ihm ausging, trieb er ihr eine Gänsehaut über den Rücken.
"Dein Vater hat gestern Abend von seinem Kelch getrunken, nicht wahr?", fragte ihr Professor und Scorp nickte. "Und dann ist er wieder mit Pansy verschwunden?" Wieder ein Nicken.
"Es passiert aber öfter.", sagte der Blonde zu ihrer Linken. Ihr Professor blieb schlagartig stehen.
"Wie meinst du das?"
"Ich weiß, dass mein Vater meine Mutter nicht besonders mag - nicht mehr zumindest. Aber jedes Mal, wenn sie auftaucht ist es, als wäre er ein ganz anderer Mensch. Als hätte er alles vergessen, was er noch zuvor über sie gedacht und wie er sie gehasst hat. Ich weiß, dass er Hermine liebt und ich bin auch froh darüber, weil ich weiß, sie würde meinen Vater nie so verletzen, wie es meine Mutter getan hat, aber... Jedes Mal, wenn meine Mutter auftaucht benimmt er sich wie bei Hermine und-" Er unterbrach sich selbst und schüttelte den Kopf. Der Griff um Roses Hand verstärkte sich, als er versuchte diese grauenhaften Bilder aus seinem Kopf zu vertreiben. "Ich muss ihn immer wieder aus seiner komischen Trance holen.", erklärte er weiter und begann sie schließlich zu zittern. "Es macht mir Angst, Blaise." In diesem Moment ließ er alle Masken und Mauern fallen.
In diesem Moment erkannte der Erwachsene vor ihm, dass Scorpius wirklich noch ein kleiner Junge war und nicht derjenige, der er immer vorgab zu sein. In diesem Moment, erkannte er wieder den Jungen, dem er vor so langer Zeit geschworen hatte, immer bei ihm zu sein und ihm zu helfen, wo er nur konnte. Es brach ihm fast das Herz, als er den Jungen - das Ebenbild seines besten Freundes - so gebrochen vor ihm stehen sah. Und keiner von den beiden bemerkte den Fehler, den Scorpius begangen hatte, als er seinen Professor beim Vornamen genannt hatte.
Nur Rose bemerkte es, die beim Namen ihres Professors die Augen weit aufgerissen hatte. Blaise! Er hatte ihn gerade wirklich Blaise genannt? Was...? Sie musste ein Geräusch gemacht haben, denn ihr Professor schien sich endlich wieder daran zu erinnern, dass sie ebenfalls da war und seine Augen huschten für einen kurzen Moment zu ihr und dann wieder zurück zu Scorp, bevor er seine Augen schloss und ihn in eine feste Umarmung zog. Sie beobachtete, wie sich Scorps Finger in den Umhang des Professors krallten und er sein Gesicht an dessen Brust vergrub. Aus ein Mal erschien er ihr, wie jeder andere Junge. Und nicht der starke, furchtlose Rawenclaw den sie immer zu sehen vermocht hatte. Er war genauso gebrochen, verzweifel und verängstigt wie sie. Schuldig biss sie sich auf die Lippe, als ihr klar wurde, was für eine schlechte Freundin sie ihm gewesen war. Immer hatte sie sich von ihm aufmuntern und trösten lassen. Und nie war ihr auch nur einmal richtig in den Sinn gekommen, dass Scorp es genauso brauchte wie sie. Merlin... Sie hatte sich immer wieder auf ihn abgestützt und hatte noch zusätzliche Last auf seine Schultern gelegt. Wie dumm sie war! Tränen traten ihr in die Augen, als ihr all das klar wurde.
"Ich verspreche dir, dass ab jetzt alles besser wird, okay?", versprach Professor Zabini ihm, als er sich von dem Jungen entfernte. Er tätschelte ihm noch einmal aufs Haar, bevor er weiter ging.
Scorp blieb für noch einige Sekunden an dem Platz stehen, während er dem Erwachsenen hinterher sah und Rose ihn musterte."Scorp?", fragte sie schließlich und einen Moment huschten seine Augen zu ihr, bevor sie sich wieder an den Rücken des Professors klammerten. Sie senkte den Kopf und biss sich erneut auf die Lippen. Sie hatte das Gefühl, als wollte er nicht reden. Sie konnte ihn verstehen, vor allem nach dem sie endlich geschnallt hatte, was sie ihm angetan hatte.
"Du musst mir etwas versprechen, Rose.", hauchte er dann doch und seine Augen fanden endlich ihre.
Ihr Kopf ruckte hoch und sie nickte, bevor sie es sich überlegen konnte. "Egal, was es ist."
"Du darfst niemandem sagen, was du gerade gesehen hast.", sagte er hart und sie zuckte zusammen. Er hatte noch nie zuvor so mit ihr gesprochen.
"A-Aber...", stammelte sie und biss sich schon wieder auf die Lippe. Himmel noch Mal, sie dummes Huhn.
Scorps Blick verschärfte sich und er presste sie gegen die nächste Wand. Erschrocken riss sie die Augen auf und sah verängstigt zu ihm auf. Was machte er? "Du musst es mir versprechen, Rose. Ich hätte so etwas niemals tun dürfen. Es darf niemand wissen.", sagte er und nicht nur er bemerkte das leichte flehen in seiner Stimme. Ihre großen Bambi-Augen sahen zu ihm auf und er seufzte, bevor er seinen Kopf auf ihre Schulter fallen ließ. Er holte tief Luft und vergrub sein Gesicht in ihrem langen, seidenen Haar. "Merlin, Rose..."
Sie Angst verschwand in diesem Moment, in dem die Anspannung von ihm Abfiel und er sich gegen sie legte, sein Gesicht in ihrem Haar vergrub. Sie verstand, dass er zum ersten Mal eine Schulter zum Anlegen bei ihr suchte und sie war mehr als willig ihm diese zu geben. Als er die Worte in ihr Ohr flüsterte, schloss sie die Augen und hob ihre Hände. Den einen Arm legte sie sanft um seinen Rücken, wenn sie die andere Hand in sein Haar vergrub und es leicht streichelte. Sie verstand in diesem Moment, dass er sie genauso brauchte wie sie ihn. Und es war leicht, ihm das zu versprechen, was er von ihr wollte. "Ich werde es niemandem sagen, Scorp. Ich verspreche es. Was auch immer es ist.", sagte sie leise.
Und in diesem Moment fiel Scorp komplett in ihre Arme. Alle Anspannung aus seinem Körper verschwunden. "Danke.", hauchte er und seine Hände legten sich für einen ganz kurzen Moment auf ihre Hüften, bevor er sich fast schwerfällig von ihr entfernte. In Roses Armen war der einzige Platz, wo er wusste, dass ihm nichts passierte und in dem er, er selbst sein konnte.
"Wirst du es mir irgendwann erzählen?", wollte sie leise wissen und ließ ihre Hand von seinem Haar auf seine Wange gleiten. Merlin, was war das...? Seine sturmgrauen Augen sahen so tief in ihre... Sie war doch erst elf. Konnte sie schon... Konnte sie bereits so empfinden?
"Mr Malfoy! Miss Weasley!", bellte Professor Zabini vom Ende des Ganges und Scorps Blick entfernte sich von ihrem, bevor er nach ihrer Hand griff und sie langsam mit sich zog.
"Ich werde es dir sagen. Aber nicht jetzt.", sagte er und schenkte ihr ein kurzes Lächeln, bevor sein Blick wieder ernst wurde. Rose beobachtete ihn, bis sie ihren Professor eingeholt hatten und wandte sich dann dem Älteren zu.
Eine Weile gingen sie in schweigen, bevor er wieder das Wort erhob. "Eine Schande das mit ihren Eltern, Mister Malfoy.", sagte er und wagte einen kurzen Blick zu dem Blonden.
Rose tat es ihm gleich und war nicht allzu überrascht, als sie den verletzten Blick von Scorp sah. Sie wusste es tat ihm weh, mehr als er zugeben wollte und er hasste es, darüber zu sprechen. Sie drückte seine Hand, versicherte ihm, dass sie da war und ihn nicht alleine lassen würde. Scorps schluckte und schenkte ihr einen Blick, bevor er sie in den Klassenraum für Zaubertränke zog.
"Sie kennen die beiden, Professor?", wollte Rose wissen und biss sich direkt danach auf die Lippe, als sie spürte, wie Scorp sich anspannte. Sie hatte Angst etwas falsches gefragt zu haben und machte sich auf ein Tantrum ihres Professors bereit, doch es kam nie. Sie hatte ihn noch nie richtig einschätzen können. Obwohl er so lieb war, hatte er eine merkwürdige Aura. Ständig schien er so gefährlich und sie vermutete, er konnte es auch sein, wenn er wollte. Aber dann, so sagte sie sich, dass lag bestimmt an den Kerkern. Sie konnte es sich einfach nicht vorstellen alleine und freiwillig hier unten zu sein. Glaubte sie den Dingen, die ihre Eltern ihr erzählt hatten und Draco, dann war dieser damals von Todessern bewohn gewesen. Sie schauderte und stellte sich reflexartig näher an Scorpius. Auch wenn sie wusste, dass er ihr bei einer Bedrohung dieser Monster - sie wusste es gab noch welche, irgendwo da draußen - nicht helfen konnte. Aber es gab ihr für einen Moment das Gefühl, des Nicht-allein-sein. Sie wusste, er würde sie nicht alleine lassen.
"Draco und Pansy... wir sind zusammen hier zur Schule gegangen. Wir waren alle zusammen in Slytherin.", antwortete Blaise überraschend freundlich. "Obwohl Slytherin nicht mehr das ist, was es einmal war. Und glaubt mir, ich bin froh darüber. Draco und ich... wir würden wohl nicht mehr hinein kommen, wäre es genauso wie zur unseren Zeit. Doch die Zeit und der Krieg haben und beide stark verändert. Genauso wie deine Eltern, Miss Weasley. Aber Pansy... Draco meint zwar oft, dass sie sich verändert hat, aber alles was sie ist, ist nur eine Verstärkung von dem, was sie damals war. Sie hat anscheinend nicht mitbekommen, dass wir alle weitergegangen und nicht mehr in den 90ern leben." Während er sprach hatte er verschiedene Fläschen aus einem abgeschlossenen Schrank geholt und sie auf einen der Tische gestellt. "Was mich zu dem bringt, warum ich euch hier her gebeten habe."
Scorp trat langsam und zaghaft an den Tisch heran, als er vorsichtig die kleinen Flaschen musterte. Rose folgte ihm leise, immer noch seine Hand haltend.
Scorps Blick hob sich zu dem Erwachsenen unter ihnen und Blaise seufzte. "Pansy hat deinem Vater eine Mischung verschiedener Tränke in den Kelch gekippt. Eine gefährliche Mischung."
"Eine gefährliche Mischung?", fragte Scorp verwirrt. "Soll das heißen, mein Vater hätte sterben können?"
Rose Kopf schoss hoch und ihre Augen sahen erschrocken zu ihm auf. Große, verängstigte Augen sahen dann flehend zu ihrem Professor. Baten ihm, Scorps Vermutung zu verneinen und sie etwas in Sicherheit zu wiegen.
Doch anstatt auf die Frage des Blonden zu achten oder auf die flehenden Augen seiner Freundin fuhr er fort, als wäre nichts gewesen. "Eine Mischung zwischen einem sehr starken Liebestrank und einen, den ich nicht ganz identifizieren konnte. Ich konnte allerdings ausmachen, dass dieser Trank deinen Geis verklärt und sich irrational handeln lässt. Es ist, als wärst du vollkommen betrunken. Du könntest dich mehr klar denken und weißt nicht, was du tust. Deswegen kann dein Vater sich auch an nicht erinnern." Er hob den Blick und schaute in die entsetzten Augen Scorpius, die dem seines Vaters so ähnlich waren. Und Blaise konnte sich genau an einem Moment erinnern, an dem auch Draco dieses entsetzen in seinen Augen hatte. In dieser einen Nacht. In der Nacht der letzten Schlacht, hier in Hogwarts. Er hatte gerade noch Rücken an Rücken mit Draco gekämpft, als sie beide einen Schrei hörten. Er hatte seinen besten Freund noch nie so erschrocken und entsetzt gesehen, als in dem Moment, indem er Hermine fast leblos auf dem Boden liegen gesehen hatte. Und es hatte etwas in ihnen beiden bewegt. Aber er hatte nie gewusst, dass Draco sie gerettet hatte. Er war nur wenige Sekunden später von seinem Freund getrennt worden.
Ein erschrockenes Keuchen riss ihn aus seinen Gedanken und die kleine Weasley sah mit aufgerissenen Augen und einer Hand vor ihrem Mund zu ihm auf. Er lächelte gezwungen. Sie machte ihrer Mutter wirklich jegliche Konkurrenz. "Das bedeutet...", begann sie schließlich und stützte sich mit beiden Händen auf dem Tisch ab, als könnten ihre Beine ihr Gewicht nicht länger alleine halten.
"Was? Rose? Blaise?", fragte Scorpius fast verzweifelt und sah zwischen den beiden hin und her. "Soll diese Mischung meinen Vater umbringen?"
Rose schüttelte ihren Kopf, wagte es aber nicht, Scorp in die Augen zusehen. Wenn er nur wüsste... Wenn er nur wüsste, wie viel grausamer seine Mutter in Wirklichkeit war. So viel grausamer, als sie alle gedacht hätten.
"So wie ich erkenne, hat deine kleine Freundin die Bedeutung bereits herausgefunden.", sagte Blaise und schaute zu dem Jungen, den er von Geburt an kannte.
"Würdest du dann so nett sein, und es mir sagen? Immerhin bin ich sein Sohn. Ich habe ein Recht darauf!", zischte er und ballte die Hände.
"Scorpius.", sagte Rose sanft und griff nach seinen Händen. Sein Augen trafen ihre und sie erschrak bei diesem Blick. Er sah so gejagt und gleichzeitig erstarrt aus. Wie ein Reh im Scheinwerferlicht eines Autos. Und sie wollte nichts mehr, als ihn in ihre Arme zu nehmen. Doch sie wusste genauso, dass er es nicht zulassen würde. Nicht jetzt. Er war emotional viel zu aufgewühlt und sie wusste es machte ihn rasend, nicht zu wissen, was vor sich ging. Sie suchte hilfesuchend den Blick ihres Professors, doch er starrte nur genauso zurück. Sei die Freundin, die er braucht und sag du es ihm. Du wirst es ihm besser beibringen können, als ich. Er braucht dich., schienen seine Augen ihr sagen zu wollen und sie zog die Augenbrauen zusammen. Wieso schien sie plötzlich zu wissen, was er dachte? Und wieso musste sie Scorpius diese Nachrichten überbringen? Es war einfach nicht fair. Sie wollte ihn trösten und nicht noch mehr Schmerzen zufügen.
"Rose?", drang Scorps besiegte Stimme nun an ihr Ohr und sie wandte sich wieder ihm zu. Seine Schultern hingen besiegt nach vorne, seine Augen hatten das Feuer verloren, dass noch kurz zuvor dort gebrannt hatte und er sah nach müder aus, als er es die ganze Zeit über getan hatte. Sie öffnete den Mund, um etwas zu sagen, brachte es aber nicht fertig und schloss ihn wieder.
"Bitte...", hauchte er und... waren das tatsächlich Tränen in seinen Augen. Merlin...
Professor Zabini trat hinter ihn und legte ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter. Scorp wandte seinen Kopf zu ihm um und sah ihn bittend an. "Ich bin in meinem Büro. Ich bin mir sicher, sie wird dir alles erklären können. Sie wird es besser können, als ich. Es tut mir leid." Mit diesen Worten sah er zu, wie Blaise hinter einer Tür verschwand. Er konnte nicht genau sagen, was er gerade fühlte. Wenn er überhaupt etwas fühlte. Was ging nur vor sich? Wieso wollte ihm niemand etwas sagen?
"Scorp?", hörte sie seine Stimme wieder und er wandte sich erneut zu ihr. Ihre großen Augen sahen zu ihm auf und langsam kam sie auf ihn zu, bevor sie ihre Arme um ihn legten, wie kurz zuvor im Gang vor dem Klassenraum. Ihre Hand fand genauso ihren Weg zu ihrem Haar und streichelten ihn beruhigend. Und zu seinem entsetzen funktionierte es. Er wollte sie anschreien, sie fragen was das sollte, warum sie ihn gerade beruhigte, wo er doch so besorgt um seinen Vater war. Und dann... so erschien es ihm, war es das Beste, was sie tun konnte. Es tat gut und erneut entspannte er sich in ihren Armen.
"Komm mit mir.", flüsterte sie in sein Ohr, entfernte sich von ihm und sah ihm noch einmal in die Augen, bevor sie seine Hand ergriff und ihn aus dem Zimmer führte. Eine Zeitlang führte sie ihn durch die Gänge und dann die Treppe hinauf, ohne das eine etwas sagte. Doch die ganze Zeit über, hielt er ihre Hand. Er brauchte den Kontakt jetzt und er war froh, dass Rose es ihm gewährte.
"Wo gehen wir hin?", fragte er, als sie ihn zu den großen Eichentüren des Eingangs führte.
"An einen schöneren Ort, an dem man besser reden kann, Scorp.", sagte sie nur und öffnete eine der Türen und führte ihn hinaus auf die Ländereien. Sie konnte ihm die Schlussfolgerungen nicht sagen, während sie in einem dunklen, depressiven und kalten Kekerraum saßen. Sie wusste, er brauchte die Sonne und das Licht, das sie mit sich brachte, genauso sehr wie sie. Und vor allem jetzt.
Sie spazierten den langen Weg hinunter bis zum See. Einer ihrer Lieblingsplätze und setzten sich unter der riesigen Trauerweide die direkt am Fuße des Schwarzen Sees stand. Es war ein wundervoller Ort - so empfand sie zumindest. Ruhig und friedlich.
"Wann sagst du es mir?", wollte er schließlich leise wissen und sie sah vorsichtig zu ihm rüber. Der Wind spielte mit seinem Haar und wehte er immer wieder in seine Stirn. Und Rose gestand sich nicht zum ersten Mal ein, dass er schön war. Wunderschön. Seine sturmgrauen Augen wandten sich plötzlich zu ihr und sie spürte die verräterische Röte, die ihre Wangen hinaufschoss. Sie senkte den Blick und schaute dann wieder hinaus auf den See.
"Ich wünschte ich müsste es dir nicht sagen.", sagte sie leise und strich sich ihr Haar hinters Ohr.
""Was, dass mein Vater sterben wird?", wollte er leise wissen und sie wäre erschrocken gewesen, wie gleichgültig er darüber sprach, wäre da nicht diese Bitternis, Verletzlichkeit und Trauer in seiner Stimme gewesen. Er versuchte nur er erneut der Starke vor ihr zu spielen.
"Tu das nicht, Scorp.", sagte sie leise und legte ihre Hand auf seine Schulter. Wütend schlug er diese fort.
"Was? Wütend darauf zu sein, dass mir niemand sagen will, was mit meinem Vater los ist? Mir Sorgen machen?", sagte er wütend und ballte seine Hände wieder zu Fäusten. Das Leben war so ungerecht, wieso verstand niemand?
"Nein.", sagte Rose dann und nahm eine seiner Fäuste in ihre Hände und öffnete sie. "Du sollst nur nicht immer der Starke, den Held spielen, wenn du so klar verletzt bist.", sagte sie leise und sah dann wieder zu ihm auf. Der Wind wehte ihr das Haar ins Gesicht, doch es kümmerte sie nicht.
Scorps Blick traf erneut ihren und einen Moment sagte keiner etwas, sie sahen sich nur schweigend an, bis Scorp endlich nachgab und seinen Kopf auf ihre Schulter legte.
"So ist es besser.", sagte Rose und strich ihm wieder sanft durchs Haar. Erneut wartete sie einige Minuten, bevor sie tief Luft holte. Irgendwann musste sie es ihm schließlich sagen. "Die Mischung der Tränke, die deine Mutter benutzt hat, wird auf Dauer gefährlich. Ich weiß nicht wie lange deine Mutter diese Dinge bereits macht, aber Fakt ist, dass es immer gefährlicher wird, desto öfters sie es macht oder wie lange sie es bereits getan hat. " Sie spürte, wie Scorpius sich unter ihrer Hand anspannte und sich entfernen wollte, doch sie ließ ihn nicht. "Nicht."
"Aber-"
"Sch... Nicht. Bleib hier.", sagte sie leise. "Ich hab dich. Ich lasse dich nicht los. Hörst du?" Und Scorp entspannte sich wieder ein wenig. So wenig, wie man sich halt in seiner Situation entspannen konnte und ließ sich erneut gegen sie fallen. "Der Liebestrank - und noch ein so starker wie dieser - schafft es, dann dein Vater wirklich, in dem Moment, indem er deine Mutter sieht, solche Gefühle für sie zu empfinden. Aber... Du weißt doch bestimmt, was dieser Trank mit einem macht, wenn man ihn immer wieder einnimmt?", sagte sie leise und Scorpius nickte an ihrer Schulter, als er sein Gesicht weiter in ihren Haar vergrub.
Die Nähe von ihr, schien Wunder zu wirken. Auf diese Weise schaffte er es, ruhig zu bleiben und nicht direkt auf zu springen, seine Mutter zu suchen und sie eigenhändig umzubringen. Wie konnte sie es auch nur wagen, mit den Gefühlen seines Vaters so zu spielen? Als wäre es nichts weiter als ein dreckiges Spiel. Als wäre es nicht wichtig. Er hob seine Arme und krallte sich verzweifelt in den Umhang seiner Freundin. Merlin, sie war das einzige, was sie ihn jetzt noch hielt. "Es macht ihn mit und mit verrückt...", flüsterte er als Antwort. Er spürte sie nicken.
"Also denke ich mal, dass deine Mutter-"
"Sie ist nicht meine Mutter!", unterbrach er sie barsch und entfernte sich dann doch von ihr. Alleine der Gedanke, dass diese Frau... Dass sie eine große Rolle darin spielte, dass er existierte... Dass er halb von ihr abstammte... Es machte ihn krank. Er empfand keinerlei Gefühle für sie, die auch nur etwas liebe für die Frau beinhalteten, die er seine Mutter nennen sollte. Stattdessen hasste er sie, er verabscheute sie und empfand sie mehr als ein Monster, eine Tyrannin, die sein Leben und das seines Vaters zerstörte.
"Scorp-"
"Nein! Sag du mir nicht, ich sollte nicht so denken. Du, die dasselbe vor wenigen Tagen über ihren eigenen Vater gesagt hat. Du weißt genau, wie ich mich fühle! Und warum tust du dann, als wäre es nicht so? Warum versuchst du, mir die Dinge auszureden, die du selbst getan oder empfunden hast?"
Rose sah ihn mit großen Augen an, bevor sie beschämt den Blick senkte und ihre Hand zu einer einsamen Blume auf der Wiese bewegte. Sie streichelte vorsichtig über deren Blüten und schien nachzudenken, bis sie schließlich aufsah. "Ich denke, weil ich will, dass du nicht so eine Enttäuschung empfindest wie ich. Denn, wenn du so etwas sagst - es ihr sagst - und sie wirklich geht, egal worauf du dich vorbereitet hast, es wird trotzdem weh tun. Von dem eigenen Vater oder der eigenen Mutter verlassen zu werden ist kein schönes Gefühl.", erklärte sie.
"Meine Mutter hat mir und meinem Vater mein Leben lang weh getan. Was denkst du, soll ich tun? Ihr um den Hals fallen?", fragte er sarkastisch und warf die Arme in die Luft.
"Nein. Tut mir leid.", hauchte sie und seufzte.
"Ist schon in Ordnung.", sagte er dann wieder gefasster und sah hinaus auf den See. Lange war es still zwischen ihnen, bis er irgendwann wieder vorsichtig seinen Kopf auf ihre Schulter legte und die Augen schloss. "Erklär es mir weiter. Bitte."
Rose erlaubte sich einen Blick in seine Richtung und schloss die Augen. Sie wusste nicht, ob das eine gute Idee war. Dass sie ihm das sagte. "Der zweite Trank, von dem Professor Zabini gesprochen hat. ich weiß nicht viel über solche Tränke, aber ich weiß, dass, wenn du sie zu oft einnimmst, sie dich wirklich so benebelt lassen. Es... Es ist schwer zu erklären. Ich weiß nicht viel darüber, aber... Ich weiß, dass wenn man beide einnimmt - gleichzeitig - es einen großen Schade anrichten kann. Im Gehirn, meine ich. So blöd das jetzt auch klingt. Das heißt, sollte dein Vater weiterhin diese Dinge trinken, dann würde er irgendwann verrückt und mental so unstabil, dass... das es schlimmer als der Tod wäre, Scorp." Zum Ende hin wurde sie immer leiserer.
Scorpius hatte sich währenddessen versteift und versuchte sich dazu zu zwingen, Rose zu glauben. Sie würde nie, nie über solche Dinge scherzen. Nicht sie. "Also soll das heißen, dass meine Mutter dabei ist, meinen Vater zu einem mentalen, willenlosen Krüppel zu machen?"
"Ich würde es nicht so ausdrücken, wie du, aber ja.", hauchte sie.
Und dann legte sich eine erdrückende Stille über die beiden, als Scorp seine Augen schloss und sich nicht zum ersten Mal wünschte, dass sein ganzes Leben anders aussah. Er hasste es. Das einzig Gute was er hatte, war sein Vater und Rose. Und beide litten genauso wie er. Wieso, wieso war das Leben so unfair? Hatte er in seinem letzten Leben irgendetwas falsch gemacht? Wenn ja, dann bat er Gott - oder wer auch immer existierte und seine Gebete erhörte - sein Leiden endlich ein Ende zu setzten. Er hatte genug.
"Es tut mir leid, Scorp.", hauchte Rose und tat das, was keiner von den beiden erwartet hätte. Sie wandte ihren Kopf zu ihm und drückte ihm einen sanften, leichten Kuss auf die Wange, bevor sie ihr Gesicht in seinem Haar vergrub.
Fast schon reflexartig hob er seine Arme und zog sie an sich. Er würde sie nie los lassen. Nicht, solange er ein Wort mitzureden hatte.
