Burden of impurity

Kapitel 29

Enthüllungen

Die aufgekommene Stille, die über den durch den Angriff der Todesser gebeutelten Schlossgründen lag, hatte etwas Befreiendes an sich. Nach all dem Lärm und den traurigen Erfahrungen, die die Kämpfenden erleben mussten, schien nun hoch über ihnen am Himmel die Sonne und tauchte die Umgebung in ein geheimnisvolles Licht. Selbst Staub und Schmutz bekamen dadurch ein freundlicheres Gesicht.

Hermine löste sich langsam und mit deutlich gemischten Gefühlen von Harry los. Sie wollte nicht noch länger damit warten, etwas über den Verbleib ihres Professors herauszufinden. „Ich glaube, ich sollte dann mal langsam gehen", murmelte sie abwesend vor sich hin. „Es gibt noch viel zu tun. Außerdem sollte ich mich von Ron und den Weasleys verabschieden, wenn ich los will. Ich kann nicht glauben, dass Fred tot sein soll. Er hat mich immer zum Lachen gebracht ..."

Harry blinzelte sie verunsichert an. „Was? Wo willst du hin?"

Sie stockte. Dieselbe Frage hatte sie sich auch schon gestellt, schließlich war unklar, was nach dem Tod ihrer Eltern von ihrem Zuhause noch zu retten war. Doch um sich Sorgen über ein Dach über dem Kopf zu machen, war jetzt keine Zeit. „Ich muss herausfinden, was mit ihm passiert ist", erklärte sie knapp. „Ich muss einfach, Harry. Bitte versuch, das zu verstehen."

Sichtlich ergriffen von dem traurigen Anblick, den sie ihm bot, schüttelte er den Kopf. „Warte, Hermine! Es gibt da noch einige Dinge über ihn, die ich dir sagen sollte. Ich habe keine Ahnung, wie ich das tun soll. Ich weiß auch nicht, wie viel er dir von alldem erzählt hat. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass ich es tun muss. Du verdienst es, die Wahrheit zu erfahren."

Mit bebendem Brustkorb ließ sie auf sich einwirken was er gesagt hatte, wobei sie hin- und hergerissen war, ihn einfach stehen zu lassen. „Die Wahrheit? Wie sehr ich mir das immer gewünscht habe. Aber ich glaube nicht, dass das der richtige Zeitpunkt ist, um jetzt damit anzufangen, Harry ..."

Er hob die Hand und fiel ihr ins Wort. „Ich – ich weiß, dass ich alles getan habe, um ihm was anzuhängen. Aber das war nicht richtig. Ich hätte mehr auf dich hören sollen, Hermine."

Schlagartig war es vorbei mit der vermeintlichen Ruhe in ihrem Inneren und eine unbändige Wut brach aus Hermine hervor. „Was soll das, Harry?", fragte sie hart. „Ausgerechnet jetzt willst du mir erzählen, dass ich Recht hatte? Ich weiß selbst nicht, was mit mir los ist, denn wenn es um ihn geht, ist einfach alles ein einziges Rätsel. Und deshalb muss ich jetzt gehen. Ich muss versuchen, ihn zu finden."

Harry zuckte hilflos mit den Schultern. „Aber du hast ihm die ganze Zeit über vertraut, nicht wahr? Anders als alle anderen."

„Das stimmt. Aber ich hätte mich ebenso gut in ihm täuschen können. Liebe macht ja bekanntlich blind."

Er schüttelte den Kopf. „Nicht in diesem Fall." Hermine aber hörte kaum zu.

„Vielleicht hatte er es ja beabsichtigt, mich in diesem Tümpel im Wald ertrinken zu lassen ..."

„Das glaube ich kaum, Hermine. Das Schwert musste mit Heldenmut ergriffen werden. So ist das eben. Daher war es sehr riskant, dass er sich zu erkennen gegeben hat, als er dich aus dem Wasser gezogen hat, denn wenn sie dich in Malfoy Manor mit Veritaserum zum Sprechen gebracht hätten, hätte alles schief gehen können." Er seufzte theatralisch. „Weißt du, im Denkarium habe ich viel gesehen, das mir gezeigt hat, dass ich es war, der blind war ... Ich will damit nicht sagen, dass ich ihn leiden kann. Ganz bestimmt nicht. Aber in einem Punkt hattest du Recht: wenn er nicht gewesen wäre, wäre ich vielleicht schon längst nicht mehr hier. Er hat uns in den vergangenen Jahren verdammt oft aus der Klemme geholfen."

Hermine schlang fröstelnd die Arme um den Leib. „Ich weiß nicht, was er im Schilde geführt hat, Harry. Und genau das gefällt mir ganz und gar nicht. Es war nicht gerade klug, sich lediglich auf Gefühle zu verlassen. Doch so sehr ich auch versucht habe, etwas aus ihm herauszubekommen, er hat nichts gesagt. Ich weiß nur, dass Dumbledore hinter allem steckte. Severus hätte alles für ihn getan."

Harry seufzte. „Na ja, das ist nur die halbe Geschichte. Es gab noch einen anderen Grund, warum er so gehandelt hat."

Sie schielte vorsichtig zu ihm rüber. „Und welcher sollte das sein?"

Harry räusperte sich, ehe er mit belegter Stimme antwortete: „Meine Mutter."

Plötzlich regte sich etwas in ihr. Völlig entgeistert starrte sie ihn an. „Was?"

Er nickte. „Ja. Er hat sie geliebt. Und alles, was er seit ihrem Tod getan hat, hat er ihretwegen getan."

„Das – das ist jetzt ein Scherz, oder? Du willst mir sagen, dass Lily die Frau war, an der er all die Jahre festgehalten hat?"

Sichtlich irritiert runzelte er die Stirn. „Du wusstest davon?"

Hermine rang nach Worten. Alleine der Gedanke, dass mehr zwischen Severus und Harrys Mutter stattgefunden haben könnte, hatte etwas Surreales an sich. Vor allem, da sie mit ihm geschlafen hatte.

„Nicht direkt", murmelte sie betroffen. „Er hat mir zwar von einer Frau erzählt, aber ich hatte keine Ahnung, dass es sich dabei um sie gehandelt hat." Sie stöhnte auf. „Oh Gott! Dabei lag die Antwort zum Greifen nah ..."

Harry senkte den Blick auf seine Schuhe. „Ich weiß selbst nicht, was ich davon halten soll. Aber irgendwie ergibt es einen Sinn. Was er gesagt hat, was er getan hat … Schon damals, als ich in meinem fünften Schuljahr im Denkarium auf seine Erinnerungen gestoßen bin, ist mir aufgefallen, dass er irgendwie mit ihr in Verbindung stand. Mein Dad, meine Mom, Snape, sie alle kannten sich, schließlich gingen sie zur selben Zeit hier zur Schule. Aber irgendwie wollte ich es wohl nicht wahrhaben. Es hat mich mitgenommen, wie mein Vater mit ihm umgegangen ist. Aber Sirius meinte, dass Snape nicht gerade wehrlos gewesen sei, also habe ich irgendwann aufgehört, weiter darüber nachzudenken. Doch jetzt – jetzt ist alles sonnenklar!"

Hermine legte den Kopf schief. „Ich glaube nicht, dass ich dir ganz folgen kann, Harry."

Er lachte bitter auf. „War es bei all diesen Erlebnissen, die er machen musste, wirklich ein Wunder, dass er mich so gehasst hat? Sie waren Kinder, Hermine, als er anfing, etwas für sie zu empfinden. Das ist eigenartig, nicht wahr? Aber du hättest sehen sollen, wie er meine Mutter angesehen hat. Er war von Anfang an verrückt nach ihr. Er war stolz darauf, dass er ihr etwas über Hogwarts erzählen konnte, fast so, als würde er es nicht erwarten können, endlich dorthin zu gelangen. Und sie hat ihn mit Fragen über das Zaubern gelöchert. Doch dann, als es soweit war, wurde sie in Gryffindor gesteckt und er kam nach Slytherin. Eine Weile haben sie sich wohl noch getroffen und sich miteinander ausgetauscht. Aber als sie dann älter wurden, hat sich alles geändert. Es wurde komplizierter. Sie haben sich beide voneinander entfernt. Und dann kam mein Vater ins Spiel. Zuerst konnte Lily James nicht leiden. Irgendwann aber fingen beide an, sich füreinander zu interessieren. Und damit ging der Schlamassel für Snape erst so richtig los. Ich meine, immerhin hat mein Vater die Frau bekommen, die Snape immerzu haben wollte. Und dann haben sie auch noch mich bekommen. Das war wie ein doppelter Schlag ins Gesicht für ihn."

Hermine sprang auf die Beine und rannte unruhig vor ihm auf und ab. Für eine Weile sagte keiner von beiden mehr ein Wort, ehe sie aufgebracht drauflos plapperte: „Warum musste er immerzu so verschlossen sein? Warum hat er mir nicht einfach die Wahrheit über alles erzählt? Er hat gesagt, dass er mich liebt, Harry. Und ich war so blöd und habe ihm auch noch geglaubt ..."

„Hermine, warte! Ich hab das nicht so gemeint!"

„Ach ja?", zischte sie ihn an. „In Wahrheit hat er mich vielleicht gar nicht geliebt, sondern nur nach einem Ersatz für deine Mutter gesucht. Es soll ja Männer geben, die bevorzugt auf einen bestimmten Typ stehen, wenn es um Frauen geht."

Er schluckte. „Das glaube ich nicht. Snape hat sich nichts aus Frauen gemacht, Hermine. Das ist einfach zu absurd."

Sie gaffte ihn unvermittelt mit einer Mischung aus blankem Entsetzen und eiskalter Wut im Blick an, sodass er seine Worte schnell noch einmal überdachte.

„Ich meine, er war kein Weiberheld, verstehst du? Er hatte andere Prioritäten in seinem Leben. Und dazu gehörte, dass er sich verpflichtet gefühlt hat, Dumbledore zu dienen. Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass er dich nur benutzt hat. Nicht nach allem, was ich im Denkarium gesehen habe."

Wenig überzeugt starrte sie ihn an, begierig darauf, endlich eine Erklärung für alles zu erhalten. „Was soll das nun wieder heißen? Würdest du mir bitte einfach nur sagen, was du herausgefunden hast?"

„Dass er Dumbledore sein Wort gegeben hat, alles für ihn zu tun, wenn er im Gegenzug mich und meine Eltern beschützen würde. Das war, nachdem er erfahren hat, dass Voldemort die Prophezeiung auf meine Familie bezog. Snape war bereit, zu tun, was Dumbledore von ihm verlangte, ganz gleich, was auch immer das sein sollte."

„Du meinst also, dass er sich selbst an ihn verkauft hat?"

„Irgendwie schon. Jedenfalls hat er sein Wort gehalten, Hermine. Nur leider hat Pettigrew das nicht getan und meine Eltern verraten."

„Wie kommt es, dass du dir plötzlich solche Gedanken über ihn machst?", fragte Hermine erregt. „Du hast ihn immerzu gehasst, Harry!"

„Ja, das habe ich. Aber jetzt weiß ich, dass er es bereut hat, die Prophezeiung an seinen Herrn weitergegeben zu haben. Dumbledore selbst wollte es mir damals klar machen, als ich von Trelawney erfuhr, dass Snape sie belauscht hatte. Das ist zwar keine Entschuldigung für sein Handeln, aber er konnte nicht ahnen, dass Voldemort glauben würde, ich sei der Junge, um den es ging. Ich war ohnehin zu wütend auf Snape, um es zu verstehen, also hab ich Dumbledore nicht mal richtig zugehört. Doch im Denkarium konnte ich es deutlich sehen. Ich glaube, ich habe immer versucht, Snape wie Voldemort zu betrachten, damit ich ihn hassen konnte. Aber er war anders. Er war nicht wie Voldemort, denn jemand wie er konnte keine Reue zeigen. Snape hingegen war aufgrund seiner Liebe zu meiner Mutter bereit, alles zu tun, um mich zu beschützen. Und dazu gehörte auch, Dumbledore zu töten, um ihm ein qualvolles Ende zu ersparen und Voldemort zu täuschen."

Hermine stemmte die Hände in die Hüften. „Das war also der Plan? Das war es, was er mir nicht sagen konnte?"

Harry nickte. „Ja. Du hattest Recht mit deiner Vermutung. Es erstaunt mich nur, dass niemand misstrauisch geworden ist, schließlich wussten wir alle mehr oder weniger, dass mit seiner Hand was nicht stimmte."

„Ha!", stieß sie unbeeindruckt von allem aus. „Wenn also Draco nicht so jämmerlich versagt hätte, wäre alles ganz anders gekommen? Ist doch so, Harry?"

Er wippte nachdenklich mit dem Kopf. „Ich schätze schon."

Hermine wischte sich mit dem Ärmel die Tränen aus den Augen, die sich dort erneut formieren wollten. „Dass ich das nicht gesehen habe! Wie konnte ich nur so blöd sein?"

„Nein, das warst du nicht!", warf er energisch ein. „Du warst die Einzige, die erkannt hat, dass mehr dahinterstecken musste. Nicht einmal Voldemort hat etwas geahnt."

„Das hilft mir jetzt auch nicht weiter! Ich weiß ja nicht einmal, ob das stimmt, was Severus mir die ganze Zeit über erzählt hat. Angeblich war es Dumbledores Wunsch, dass er mir das Nachsitzen aufgebrummt hat. Um mich auf den Krieg vorzubereiten, verstehst du? Aber wofür, wenn jetzt alles umsonst war und ich ihn nicht wiedersehen werde? Immerzu hatte ich gehofft, dass er mir irgendwann alles sagen würde."

„Es war nicht umsonst, Hermine. Wir haben es geschafft. Voldemort ist tot. Und du lebst. Und du weißt, dass Snape nicht mit Absicht unseren Schulleiter ermordet hat, wie alle dachten, sondern nur, um Voldemort zu täuschen. Es war ein total verrückter, absolut irrsinniger Plan. Aber er hat funktioniert."

„Ja, bis zu dem Moment, in dem Voldemort ihn töten wollte, weil der Elderstab nicht so funktionierte, wie er es erwartet hatte. Das ist doch absurd, Harry! Ich war dabei. Ich hab gesehen, wie er seine Schlange auf ihn losgelassen hat ..."

„Natürlich ist es absurd! Voldemort war eine Übermacht. Ich will damit nicht sagen, dass ich Dumbledores Pläne gutheißen kann. Aber es war unsere einzige Möglichkeit, diesen Krieg zu beenden."

„Indem er Severus geopfert hat?"

„Sag das nicht so. Dumbledore hat es als einzigen Ausweg gesehen, sonst hätte er bestimmt anders gehandelt."

Hermine rollte übertrieben mit den Augen. „Bestimmt!"

„Komm schon! Außerdem wusste Snape, was ihn erwarten würde, schließlich hat er sich dazu entschlossen, ein Todesser zu werden. Und dann, nach dem Trimagischen Turnier war ich selbst dabei, als Dumbledore ihn gebeten hat, sich ein weiteres Mal als Spion gegen Voldemort aufzumachen. Nur leider wusste ich damals nicht, dass man Snape trauen konnte."

„Er war noch so jung, als er sich ihm angeschlossen hat, Harry", schluchzte sie leise. „Und ich weiß, dass er es bereut hat. Wenn er nur irgendjemanden gehabt hätte, wenn er nur nicht so einsam gewesen wäre ..."

„Ich weiß, was du sagen willst, Hermine. Genauso wie wir auch, nicht wahr? Wir waren jung. Und wir waren auf uns allein gestellt. Aber immerhin hatten wir uns. Du hast zu mir gehalten, als sogar Ron abgehauen ist."

Sie funkelte ihn ungläubig an. „Und jetzt? Soll ich ihm verzeihen, dass er mir diese Dinge vorenthalten hat? Ich weiß nicht, was ich tun soll! Ich weiß ja nicht einmal, ob er noch lebt."

„Das darfst du nicht denken, Hermine. Es sieht dir gar nicht ähnlich ..."

„Ach nein? Es war schon schwer, damit klarzukommen, was Ron angerichtet hat, als er uns allein gelassen hat. Aber das hier … das übertrifft alles!"

„Du kannst sie nicht miteinander vergleichen. Ron hatte andere Motive als Snape."

„Ja, er wollte nach Hause zu seiner Familie. Er wollte sich vergewissern, dass es allen gut ging. Severus hingegen wollte weg von seinen Eltern. Er hat sein Zuhause gehasst. Er wollte Anerkennung und hat sich dabei an die falschen Typen gehängt, die sein Leben zerstört haben. Es hat ihn sogar soweit getrieben, dass er mir die Wahrheit vorenthalten hat."

Harry schüttelte abwesend den Kopf. „Vermutlich, Hermine. Aber das war noch längst nicht alles. Es gibt noch so viel mehr, das ich gesehen habe."

„Was denn noch, Harry?"

„Er hat George das Leben gerettet, als ein anderer Todesser es auf ihn abgesehen hatte. Wir alle dachten damals, dass er ihn töten wollte. Aber so war es nicht. Sein Zauberspruch ging gehörig daneben, aber nur so konnte George am Ende überleben."

Angestrengt rieb sie sich die Schläfen. „Das ist doch verrückt!"

„Ja, das ist es. Doch du hast damals nicht gezögert, nach Gründen zu suchen, die die Umstände erklären sollten. Immer wieder hast du ihn verteidigt. Mir war nur nicht klar, warum. Aber so langsam begreife ich es. Warum willst du also jetzt aufgeben?"

Hermine seufzte, ohne darauf einzugehen. „Was hast du noch erfahren?"

Kaum merklich zuckte er mit den Schultern. „Jede Menge. Zum Beispiel, dass er anscheinend schon immer eine Abneigung gegenüber Muggelgeborenen hatte. Aber das kam wohl daher, weil seine Eltern immerzu gestritten haben. Sein Vater war zwar mit einer Hexe verheiratet, mochte aber keine Zauberei. Snape hat meine Mutter einmal Schlammblut genannt. Er hat sie angefleht, ihm zu vergeben. Doch sie hat es nicht getan."

„Wundert dich das, Harry? Es ist abscheulich, so etwas in den Mund zu nehmen. Denk mal darüber nach, was Bellatrix Lestrange mir angetan hat!"

Er nickte. „Ich weiß selbst nicht, was ich davon halten soll, Hermine. Aber ich hatte den Eindruck, als wäre meine Mutter damals ziemlich hochnäsig gewesen, so wie sie mit ihm gesprochen hat."

„Das können wir nicht mit Sicherheit sagen. Alle haben immer behauptet, sie sei eine tolle Frau gewesen."

„Dasselbe haben sie mir über meinen Vater erzählt. Doch dann musste ich anhand von Snapes Erinnerungen feststellen, dass dem nicht so war. Nicht ihm gegenüber. Es war falsch, wie er ihn zusammen mit Sirius und Lupin fertiggemacht hat."

„Wie dem auch sei, Severus hätte wissen müssen, dass es Lily verletzen würde, wenn er so etwas zu ihr sagt."

„Ja, hätte er. Er wusste es nur vielleicht nicht besser, weil er nichts anderes kannte. Ich habe gesehen, wie er unter seiner Herkunft gelitten hat. Es war ihm unangenehm."

„Deshalb war er auch so versessen darauf, all das hinter sich zu lassen, dass er sich dafür sogar auf die Seite Voldemorts und der Todesser begeben hat."

„Das lässt sich nicht abstreiten, Hermine. Niemand der noch lebt, kennt ihn so gut wie du."

„Aber genau das scheint mir unmöglich zu sein! Er hat uns allen nur was vorgespielt. Woher soll ich also wissen, was er ernst gemeint hat und was nicht?"

„Du hast ihm schon mal vertraut, wenn du dich erinnerst. Du hast ihn als Einzige verteidigt. Jetzt, wo der Krieg vorbei ist, musst du herausfinden, ob du es ein weiteres Mal tun kannst. Ich jedenfalls weiß, dass es verdammt mutig von ihm war, diesen Plan für Dumbledore auf sich zu nehmen. Er wusste, was ihn erwarten würde, wenn er den Schulleiter von Hogwarts töten würde. Er hat dabei in Kauf genommen, von der ganzen Welt gehasst zu werden, um dabei zu helfen, Voldemort zu besiegen. Das tut niemand, der von Grund auf böse ist. Er hat es aus Liebe getan. Mehr kann ich dir nicht sagen."