Danke an alle die ein Review geschrieben haben, wir haben uns riesig darüber gefreut!
Das das Update so spät kommt liegt leider daran, das das hochladen aus mir unverständlichen Gründen nicht funktionieren wollte.
Dieses Mal haben nicht nur weitere Charaktere ihren ersten Auftritt, sondern auch eine unserer fleißigsten Schreiberinnen Imobilus, welche die Rumtreiber schreibt und die auch eigene Geschichten hier auf ffnet geuppt hat und die ich jedem nur empfehlen kann. :)

Und weil es diesmal etwas länger gedauert hat mit dem Update, bekommt ihr auch ein längeres Kapitel zum Ausgleich zum lesen.

Gerade wegen den obigen Gründen sind wir dieses Mal ganz besonders auf eure Meinungen gespannt!

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Morti

Kapitel 28 - Treffen

Remus Lupin stieß als letzter, aber immer noch pünktlich zu einer eilig einberufenen Sitzung des Orden des Phönix. Er hatte sich erst selbst ein Bild machen wollen von dem Massaker, das die Todesser angerichtet hatten und er hatte wissen wollen, ob seine Ordensfreunde auch alles gefunden hatten. Gut, James Potter und Alastor Moody waren Auroren, dafür ausgebildet, alles zu finden, was es zu finden gab und auch die anderen Mitglieder wussten, was sie taten. Aber er war nun mal ein Werwolf und hatte sich erst gestern das letzte Mal gewandelt. Seine Sinne waren immer noch Messerscharf und damit sehr viel empfindlicher. Doch auch er hatte nichts mehr gefunden. Rein gar nichts mehr, außer dem scharfen Geruch von Blut und verbranntem Fleisch.

Sich zwischen James Potter und Peter Pettigrew, zwei seiner besten Freunde aus der Schule, auf seinem obligatorischen Platz fallen lassend, schüttelte er auf James fragenden Blick den Kopf.

James Potter, oder Krone, wie seine Freunde ihn oft nannten, nickte nur leicht. Er wusste, dass Remus am überfallenen Nebenquartier gewesen war, um sich selbst zu überzeugen, dass sie alles entdeckt hatten. Immerhin waren Remus (Moony) und Celine Dumont gute, sehr gute Freunde und ausgerechnet sie gehörte zu einer der drei entführten.

Insgeheim hatte James gehofft, dass aus seinem Freund und der sehr attraktiven Frau Mal etwas werden würde, mit einer der Gründe warum er dafür gesorgt hatte, dass sie ihn in den Orden und dessen Tätigkeiten einführte. Und zumindest waren die beiden schon mal sehr gute Freunde, was es nur all zu verständlich machte, dass Remus den Ort des Geschehens selbst auch in Augenschein hatte nehmen wollen.

Da nun alle eingetroffen waren, konnte Albus Dumbledore mit dem Bericht über die Erkenntnisse, die sie nach dem Überfall auf ihr Ausweichquartier gesammelt hatten, beginnen:

"Nachdem alle Fakten zusammengetragen wurden, können wir nun mit Sicherheit sagen, dass nicht nur Celine, sondern auch noch zwei weitere von uns entführt wurden. Genauso wie ihr möchte ich, dass unsere drei Mitstreiter befreit werden. Doch wissen wir alle, wie die Chancen stehen, sie ... in einem Zustand wieder zu finden, der ..."

Der Ordensleiter schwieg abrupt, was einer der seltenen Fälle war, wo er schlichtweg um Worte verlegen war. Schließlich raffte er sich auf und fragte mit vor Müdigkeit und Erschöpfung der letzten Tage gezeichneter Stimme: "Gibt es Vorschläge, die Suche über unsere üblichen Quellen hinaus zu gestalten?"

Remus wartete erst gar nicht bis irgendjemand anders etwas sagen konnte. "Die Werwölfe in der Nokturngasse. Sie sind leicht zu beeinflussen. Es dürfte nicht schwer sein, dort jemanden zu finden, der Voldemort folgt und dumm genug ist, mit anderen darüber zu reden. Ich finde sicher einen Weg ihn auszuquetschen über das, was er weiß", erklärte er.

"Bist du verrückt? Allein in die Nokturngasse?", zischte James leise, der darüber ziemlich entsetzt war. "Das ist gefährlich."

"Ich werde schon auf mich aufpassen, James. So schnell passiert mir da nichts. Schon gar nicht unter meines gleichen", konterte Remus.

Auch Albus erster Gedanke war es, diesem Vorschlag zu widersprechen, doch nicht aus Sorge um die Sicherheit von Remus Lupin innerhalb der Nokturngasse, sondern weil er es gar nicht gerne sah, wenn dieser sich mit Seinesgleichen mehr als unbedingt notwendig abgab.

"James hat recht Remus", mischte er sich daher ein, "es wäre viel zu gefährlich."

Remus sah den Mann verdutzt an. "Wie sollen wir denn sonst an Ergebnisse kommen? Bei Lucius Malfoy an die Tür klopfen, ihn bitten das Versteck von Voldemort zu verraten? Glauben sie, auch nur einer der höherrangigen Todesser ist so bescheuert und sagt ein Wort über irgendwas, was mit diesem Angriff zu tun hat? Sicher nicht.
Aber die Werwölfe bekommen häufig mehr mit, als man ihnen zutraut. Und die richtigen zu finden, dürfte nicht all zu schwer werden. Ich weiß, wo ich suchen muss", konterte er dann, während Peter neben ihm leicht zusammenzuckte. James dagegen seufzte nur. Er wusste, dass sein Freund Recht hatte und das stank ihm gewaltig. Er sah seine Freunde nicht gern in Gefahr.

'Genau das bereitet mir ja Sorgen ...', dachte sich Albus, sagte jedoch laut: "Es könnte funktionieren, aber ebenso gut ist es möglich, dass wir dann statt der drei, vier verschleppte Ordensmitglieder haben."

"Ich würde eher sterben, als mich diesem Monster anzuschließen, egal was sie mit mir machen.", knurrte Remus und fragte sich ernsthaft, was das sollte. "Wenn es Ihnen nicht passt, dass ich einen Vorschlag habe, wie man die Verschwundenen finden kann, dann sagen Sie es gleich und ich halte meinen Mund.", setzte er noch dazu.

James legte Remus kurz seine Hand auf die Schulter, um ihn wieder zu beruhigen. "Professor, so gefährlich es auch sein mag, es ist eine Chance. Eine reelle Chance, wenn nicht sogar die einzige, die wir haben. Ich hab auch hier und da ein paar Kontakte, die ich natürlich drauf ansetzen werde, etwas herauszufinden und ich werde Lily bitten, sich mal bei Celines Kollegen umzuhören. Vielleicht hat sie da ja was gesagt, warum sie weg musste. Oder irgendwer hat was bemerkt. Aber Remus' Idee ist auch eine viel versprechende Möglichkeit, die wir nicht außer Acht lassen sollten, auch wenn sie riskant ist", erklärte er dann dem Ordensleiter.

"Sicher ist die Idee gut, aber ganz ohne Rückendeckung einfach zu gefährlich. Ich habe genug Leute diesen Monat verloren - wir alle haben schon zu viel verloren, als das wir uns einen weiteren Verlust leisten könnten.", entgegnete Albus Dumbledore bestimmt.

Einen Moment lang ehrte es Remus, dass Dumbledore von einem Verlust sprach, wenn ihm etwas passierte, aber auch nur für einen Moment. "Wenn sie mir einen Babysitter mitschicken, brauch ich erst gar nicht zu gehen. Dann bin nicht nur ich sondern auch mein angeblicher Beschützer tot. Außerdem bilde ich mir ein, sehr gut allein auf mich aufpassen zu können", zischte er. "Und ich werde gehen und versuchen etwas herauszufinden, ob Ihnen das in den Kram passt oder nicht."

Peter musterte seinen Freund entsetzt. Er wusste, dass Remus um Vollmond immer etwas gereizt war, aber meist äußerte sich das nur in Sarkasmus, nur sehr selten wurde er aggressiv und gegenüber einem Mann wie Dumbledore war das ganz sicher keine gute Idee.

James dagegen nickte. "So gefährlich Remus' Idee auch sein mag, er hat recht. Von uns können sich nur wenige in der Nokturngasse bewegen ohne Aufsehen zu erregen und nicht jeder von diesen wenigen ist bereit, dort freiwillig hinzugehen. Und die, die es könnten und die Remus vertrauen, gehören leider nicht zum Orden, was ich einfach nicht begreife, da Sie wissen müssten auf welcher Seite sie stehen." Dass James damit indirekt Sirius und Lily meinte, würde Albus schon verstehen. Vor allem Lily hatte schon mal eine erstaunliche Wandlungsfähigkeit an den Tag gelegt und sich von einer liebreizenden Schönheit in eine Frau verwandelt, deren Anblick allein schon sagte, Finger weg oder es gibt Ärger.

Albus' Augen verengten sich leicht, als er die aggressive Antwort des jungen Mannes hörte. Doch wusste er, dass dies zum einen an dem eben erst zurückliegenden Vollmondnächten lag und zum anderen, dass besonders eine der Verschleppten dem Werwolf ganz besonders am Herzen lag.

Celine Dumont ... eine ihrer Begabtesten, wenn auch manchmal etwas zu Entschlossensten Mitglieder, die er direkt nach dem Ende ihrer Aurorenausbildung für den Orden rekrutiert hatte.

Auch worauf James Potter da gerade anspielte, war ihm nur zu bewusst. Dass dieser für seinen Freund Sirius Black eintrat, ehrte ihn zwar, doch hatte er seine Gründe diesen nicht im Orden aufzunehmen.

James konnte die Wut in Dumbledores Augen lesen und wunderte sich, dass Dumbledore ihn nicht gleich in die Schranken wies. Vielleicht tut er das nur, um ihn irgendwann doch bei den Werwölfen unter zu bringen, dachte er und verschloss sofort seinen Geist.

"Also", begann Benji Fenwick, "Ich kann nicht sagen, dass es wirklich klug ist, was Remus da vor hat, aber mehr als unsere Kontakte ausquetschen und sie bitten sich umzuhören und uns Bescheid zu geben, können wir nicht. Und wenn Remus sich das zutraut,... ich mein... er ist ein Werwolf, er ist einer von ihnen... irgendwo zumindest und je mehr Zeit verstreicht, umso gefährlicher wird es für die Entführten."

"Professor Dumbledore,", begann Remus wieder etwas ruhiger, "es ehrt mich, dass Sie in mir mehr sehen, als eine mordende Bestie, die nicht all zu großen Wert hat, aber ich bin der festen Überzeugung, dass ich etwas erreichen kann. Oder haben Sie Celine und die anderen schon aufgegeben?"

'Nein nicht aufgegeben . .das niemals .. aber der Realität bereits zu oft ins Auge geblickt.', dachte der alte Zauberer und seufzte schließlich leise: "Also gut ... um Merlins Willen geh. aber gib auf dich acht."

"Ich pass schon mein ganzes Leben lang auf mich auf", erklärte Remus und lehnte sich zurück, verbiss sich aber ein zufriedenes Lächeln. Immerhin hatte er sich gegen Dumbledore durchgesetzt. Aber seine Gedanken waren bei Celine. Bei Celine und der Frage was sie alles erdulden musste, ob sie überhaupt noch lebte. Und was in Merlins Namen sie überhaupt dort zu suchen gehabt hatte.

"Noch weitere ... Vorschläge?", erkundigte sich Dumbledore bei den anderen anwesenden Ordensmitgliedern.

Zumindest bei denen, die noch verblieben waren.

"James hat es schon gesagt", meinte Benji. "Unsere Kontakte aushorchen und ihnen sagen die Ohren offen zu halten. Was tut das Ministerium?" Dabei sah der junge Mann Alastor Moody als den ältesten der Auroren an.

Alastor, der eine solche Frage bereits erwartet hatte, schüttelte nur frustriert den Kopf: "Natürlich tun die Beamten alles, was bei einem Überfall von Todessern üblich ist, aber da wir ja nicht offen sagen können, um was für ein Gebäude es sich gehandelt hat, oder welchen Status die Verschleppten für uns haben .., wird es beim Üblichen bleiben."

James grummelte tief in sich hinein. Das Übliche. Spuren sichern, eine Akte schreiben, drei vier Tage etwas schnüffeln und dann sagen der Fall sei, wie leider so viele in letzter Zeit, unlösbar. Manchmal war sein Job echt zum Kotzen. Die tollen Zeiten, in denen die Beamten auf den Putz hauten und jeden Fall knackten, waren vorbei. Lange. Seit Voldemort begonnen hatte, die Welt zu tyrannisieren. Nun, er für seinen Teil würde versuchen mehr als das Übliche zu tun. Hier ging es immerhin um eine Freundin. Zwischen ihnen mochte keine so enge Beziehung bestehen wie zwischen Remus und Celine, aber sie waren befreundet und das machte die Sache für ihn noch wichtiger. .

"Ich denke, wir sind uns alle darüber einig, dass jeder Einzelne von uns mehr tun wird, als ... nun ... das Übliche.", versuchte Dumbledore die sichtlich gedrückter gewordene Stimmung ein wenig zu heben.

Alastor konnte dem nur zustimmen: "Natürlich werde ich so viel internen Druck machen, wie mir möglich. Aber solange ich nichts genaueres ..."

"Du kennst die Gründe, Alastor!", fiel Albus dem Auror ins Wort, der daraufhin nur verärgert, aber ebenso frustriert die Hände in die Luft warf, aber schlussendlich dennoch nur nicken konnte.

Nachdem keiner mehr etwas hinzuzufügen hatte und sowieso alle wussten, was nun ihre Aufgaben waren, beendete Albus Dumbledore das Treffen mit den Worten, dass sie jede Möglichkeit ausschöpfen sollten, aber wenn irgend möglich, ohne weitere Verluste hinnehmen zu müssen.

Kurz bevor James und Remus den Versammlungsort verließen, bedeutete Albus ihnen, mit einer leichten Geste noch ein wenig zu bleiben.

Alastor, der dies sehr wohl bemerkte, runzelte kurz die Stirn, sagte jedoch nichts. Er hatte jetzt mehr als genug im Ministerium zu tun.

Erst als sie alleine waren, begann der Ordensleiter mit ungewohnt ernster Miene: "Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, wie ihr vielleicht ein wenig ... mehr herausfinden könnt, wo am besten mit der Suche, oder den Fragen beginnen."

Die beiden Freunde sahen sich verwundert an und James ergriff das Wort. "Und die wäre?"

Remus hielt sich zurück. Er hatte für seinen Teil heute schon genug Ausfälle gehabt. Nicht, dass er sich dafür schämte und entschuldigen würde er sich schon gar nicht.

Albus zögerte kurz, ehe er sich erst mit einem Zauber versicherte, dass sie nicht belauscht werden konnten. Auch nicht innerhalb ihrer eigenen Reihen. Erst dann ging er auf die Frage von James Potter ein: "Nicht nur wir haben bei dem Überfall Verluste erlitten ..."

James wurde langsam ungeduldig. Warum konnte dieser alte Kauz nicht mal zum Punkt kommen? "Das war mir irgendwie klar, denn wir haben auch einige fähige Kämpfer in unseren Reihen", meinte er aber nur.

Der weißhaarige Zauberer lächelte daraufhin nur flüchtig: "Dessen bin ich mir mehr als bewusst."

Wieder zögerte er, entschied sich dann jedoch dazu, nicht länger um den heißen Brei herumzureden, wie ein Muggelsprichwort lautete.

"Remus, wie wäre es, wenn du James einmal zeigst, wo du den ein oder anderen Vollmond hier verbringst? Ich bin mir sicher, dass ... die daraus folgenden Erkenntnisse bei eurer Suche helfen könnten."

Nun runzelte Remus die Stirn doch recht tief. James wusste, wo er die Nächte verbrachte. Er selbst sperrte ihn dort unten ein, oder ließ ihn raus und auch der Gesichtsausdruck von James sagte, dass er das Gleiche dachte.

Kurz sahen sie sich in die Augen und James nickte. Sie würden runter gehen und nachsehen. Warum auch immer. Dumbledore zu sagen, er sollte einfach sagen, was los war, würde er beim nächsten Mal. So stiegen die beiden also in den Keller und warfen dort einen Blick in den für Remus vorbereiteten Keller.

"Das glaub ich nicht", brummte James, als der die beiden Gestalten sah. Einer saß auf dem Boden, die andere lag auf Remus Pritsche. Beide trugen sie Todesserroben, die nicht mehr ganz so frisch waren.

Remus konnte es ebenfalls nicht fassen. Und das Blut, das er roch, ließ ihn leicht erschaudern. Und der Werwolf, der immer noch recht aktiv war, auch wenn der Vollmond vorüber war, riss an seinen Ketten, wollte Blut lecken.

Die beiden Freunde traten ein und James versiegelte die Tür hinter sich. Dann ließ er das Licht aufflammen. Einer der beiden sah gar nicht gut aus, wie er fand, aber das konnte unter Umständen vielleicht seine Zunge lockern.

"Eure Namen", fragte er ruhig, den Todesser, der auf dem Boden saß und etwas orientierungslos umher sah, ansehend.

"Odgen.", murmelte der Angesprochene, ohne darüber nachzudenken. Wer der andere war, wusste er nicht wirklich. "Wo bin ich?", fragte er die beiden Fremden, die da in die umgebende Dunkelheit getreten waren und endlich Licht hierher gebracht hatten.

Remus trat an den Mann auf der, wie er selbst nur zu gut wusste, doch recht unbequemen Pritsche und zog dessen Umhang bei Seite. "Nett. Das tut weh", meinte er den Mann ansehend. "Und ihr Name?", fragte er dann. Es fiel ihm nicht leicht ruhig zu bleiben und er hoffte inständig, dass die Kerle keine Mätzchen machten und redeten. Ansonsten hatte James ein anderes Problem, als zwei Todesser zu verhören.

Es brauchte eine Weile bis Terry nicht mehr nur damit beschäftigt war, zu realisieren, dass es plötzlich hell geworden war, sondern auch, dass man ihn etwas gefragt hatte.

Wenn es ihm nur nicht so schwer fallen würde, sich zu konzentrieren.

Langsam blinzelte er zu dem braunhaarigen Mann hoch, der gerade seinen Umhang beiseite gezogen hatte und ... ja genau ... er hatte gesagt, dass das bestimmt sehr unangenehm war. Wie sehr dieser damit Recht hatte, brauchte er ihm ja nicht unbedingt bestätigen.

Das noch eine weitere Frage gestellt worden war, hatte er nicht wirklich mitbekommen.

Remus besah sich den Mann noch mal etwas genauer und entdeckte auch eine große Platzwunde am Kopf, die man ebenfalls nur notdürftig versorgt hatte. Kurz wühlte er in seinen Taschen. Lily hatte ihm doch erst heute Morgen noch einen Trank zugesteckt. Etwas gegen die Schmerzen der Wunden, die er sich während der letzten Verwandlungsnacht selbst zugefügt hatte. Aber der Junge hier würde das besser brauchen können, vor allem würde er so besser antworten können. Außerdem war es harmlos. es war ein Standardtrank den jeder bei einer Verletzung bekam. "Trink das", meinte er, ihm die Phiole an die Lippen haltend. „Das wird die Schmerzen lindern."

James unterdessen behielt den anderen Todesser genau im Auge. "Wo du bist, hat dich nicht zu interessieren. Was sollte der Angriff?", fragte er.

Während Terry versuchte mitzubekommen, was da nicht weit von ihm geschah und er gerade zu begreifen glaubte, dass sein Mitgefangener gerade seinen Namen verraten hatte, wurde seine Aufmerksamkeit wieder auf den Braunhaarigen vor ihm gelenkt, der ihm nun eine Phiole hinhielt und meinte, dass diese gegen die Schmerzen helfen würde.

Terry überlegte nur kurz, dass es ein Trick sein konnte. Dass es Gift oder eine Droge oder etwas gänzlich Anderes sein könnte, dass man ihm da verabreichen wollte. Doch dann überlegte er, dass - wer immer diese Männer waren - sie ihm sicherlich auch den Trank verabreichen konnten, ob er nun wollte oder nicht und wenn es sich dabei wirklich um das Genannte handelte, dann waren seine Chancen zu verschwinden weit größer, wenn er in einer besseren Verfassung als der jetzigen wäre.

So öffnete er schließlich seine Lippen und ließ sich das bitter schmeckende Mittel einflößen, das er sowohl vom Geruch, als auch vom Geschmack her als normales Schmerzmittel erkannte. Eines das die Eigenschaft hatte, recht schnell zu wirken und so dauerte es nicht lange, bis seine Kopfschmerzen auf ein erträgliches Maß gesunken waren und sich auch sein Blick langsam zu klären begann.

Sich umsehend erkannte er, dass sie offensichtlich Gefangene waren und die zwei Männer - wovon einer einen Aurorenumhang trug - nun wohl geschickt worden waren, um sie zu verhören.

Terry hätte lautstark geflucht, wäre er alleine gewesen. Das war ganz und gar nicht so verlaufen, wie er es sich vorgestellt hatte und dabei hatte er so sehr gehofft, sich bei diesem Auftrag durch etwas hervorzutun, das seinen Aufstieg innerhalb der unteren Reihen von Seinen Dienern ein wenig beschleunigen könnte.

Doch hatte er wohl das genaue Gegenteil erreicht.

"Angriff?", murmelte Odgen und sah nun zum ersten Mal richtig auf. Der Mann vor ihm hatte schwarze Haare und braune Augen funkelten hinter im Licht blitzenden Brillengläsern. Als er tiefer blickte, entdeckte er das Aurorenabzeichen und stockte.
"Ich...weiß nicht.", setzte er deswegen hinzu.

Remus' Blick fuhr zu dem Mann an der Wand rüber. "Hören Sie auf, sich dumm zu stellen!", knurrte er. "Sie wissen genau, wovon wir reden. Also, packen Sie aus. Was habt ihr mit diesem Angriff bezweckt?"

James beobachtete das gelassen. Remus hatte sich sicher voll unter Kontrolle und wenn nicht... nun vielleicht würde das die Jungen ja zum Reden bringen.

Odgen drehte den Kopf und musterte nun den zweiten Mann. Braune Haare, irgendwie sehr helle, seltsame braune Augen und abgetragene Kleidung.
"Sehe ich so aus, als würde der Dunkle Lord sich die Mühe machen, mir irgendetwas zu sagen?", erwiderte er schließlich. "Ich bekomme einen Ort genannt und erscheine... und tu, was man mir sagt."

James nickte nur und wandte sich erstmal an den anderen Mann. "Und wie ist Ihr Name?"

Terry konnte sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen. Ja ... genau so sah der übliche Ablauf es vor. Er kannte Odgen zwar nicht, aber dieser schien wohl denselben Höhen und Tiefen ausgeliefert zu sein wie er selbst.

Auf die Frage des Auroren jedoch hatte er nur einen verächtlichen und dank des Schmerzmittels nun auch wieder etwas klareren Blick über.

James zögerte noch etwas und trat dann näher. "Raus damit! Ihren Namen", sagte er etwas strenger und auch Remus spannte sich an.

"Seh ich aus, als wär ich so dumm, euch meine Familie in die Hände zu spielen? Nie und nimmer!", schnaubte der Todesser fast schon angewidert ob so viel vor ihm stehender Dummheit.

James rollte nur mit den Augen. "Hätte ja sein können, dass du mir ne Menge Papierkram ersparen willst, so wie dein Kumpel, aber gut", sagte er und fragte dann: "Aber vielleicht seid ihr ja so klug und packt aus, wer euch gesagt hat, wo ihr hin sollt und was ihr tun sollt. Könnte euch ein paar Jährchen Kerker ersparen."

Odgen fing an zu lachen. "Ach ja? Es würde uns nur den sicheren Tod bringen.", meinte er und musterte den Mann nur.

Terry konnte der Äußerung von Odgen nur voll und ganz beipflichten. So sah er auch keinerlei Notwendigkeit überhaupt auf diese Frage einzugehen.

"Nun, das klingt doch ganz danach, dass unsere zwei Freunde hier weitaus mehr wissen, als sie zugeben, oder Moony?", fragte James und Remus nickte. "Auf jeden Fall. Und da niemand von ihnen weiß, haben wir Zeit genug, es aus ihnen rauszuquetschen." Dann sah er die beiden nacheinander an. "Also, packt besser jetzt aus, denn wir haben alle Zeit der Welt."

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendetwas, was ein Auror tun kann, schlimmer ist, als ein paar Nächte im Kerker des Dunklen Lords.", murmelte Odgen nur und zuckte mit den Schultern. Er war schon einige Male bestraft worden und das war jeweils eine kleine Hölle gewesen.

Terry der sich ein wenig weiter aufrichtete und seinen Rücken gegen die kalte Wand der Zelle lehnte, lächelte nur höhnisch, ehe er meinte: "Leere Worte - nichts weiter. Ihr seid Auroren und an eure ach so tollen Ministeriumsgesetze gebunden."

Remus lächelte süffisant, ehe er aufstand und Odgen am Umhang auf die Füße zog und dann gegen die Wand drückte. "Ich bin kein Auror und an irgendwelche Gesetze gebunden", erklärte er noch freundlich, ehe er einen recht düsteren Gesichtsausdruck auflegte, der ihm beim Gedanken an Celine nicht mal schwer fiel. "Und ich an eurer Stelle würde ganz schnell anfangen auszupacken, es sei denn ihr seid scharf darauf euch mit mir anzulegen." Bewusst ließ Remus die beiden spüren, dass er kein Schwächling war.

James war ebenfalls etwas näher getreten, aber nur um den anderen Todesser im Notfall davon abzuhalten, Remus hinterrücks anzugreifen. Dass er das guthieß, was sein Freund da tat, konnte er nicht unbedingt behaupten, aber vielleicht half es ja, die Zungen der beiden etwas zu lockern.

Odgens Augen flackerten kurz zu dem Auror hinüber, ehe er in die seltsamen Augen des Mannes direkt vor sich sah.
"Nichts, was du tust, wird etwas ändern. Ihr tötet uns oder sperrt uns ein...wenn wir reden, sind wir in jedem Fall tot. Und eure Leute werdet ihr doch nicht wieder sehen... darum geht es doch, oder?"

Terry wurde nun doch etwas hellhörig. Natürlich konnte er davon ausgehen, dass es Gefangene gegeben hatte - auf beiden Seiten, wie er missmutig feststellte - aber das hatte er nicht wirklich mehr mitbekommen, da er bereits ziemlich zu Beginn des Kampfes gegen die Wand geflogen war und daraufhin das Bewusstsein verloren hatte.

"Was soll das hießen?", fauchte Remus wütend, sehr wohl den Blick von James in seinem Rücken spürend. Aber er hatte nicht vor, diesem Ekel wirklich eine Rein zu hauen. So weit hatte er sich noch unter Kontrolle.

"Ist sie deine Freundin?", wollte Odgen fies grinsend wissen, als der Kerl derart ungehalten wurde.

Ziemlich zu Anfang hatte er gesehen, wie einer aus dem Inneren Kreis eine bewusstlose Frau aus dem Haus geschleppt hatte. Er hatte zwar keine Ahnung, weswegen es gerade diese gewesen war, aber das ging ihn ja auch nichts an.

Terry schüttelte nur seinen Kopf. "Es bedeutet genau das, was Odgen gesagt hat ... und ihr solltet froh darum sein.", fügte er am Schluss noch ein wenig leiser sprechend hinzu.

Remus' Augen verengten sich zu Schlitzen. Dass seine Augen dabei einen zunehmend gelben Stich bekamen, ahnte er nicht einmal. "Was habt ihr mit ihr gemacht? Wer hat sie mitgenommen?", fragte er bedrohlich knurrend.

"Remus! Ruhig", bat James, der es schon kommen sah, dass sein Freund die Beherrschung verlor.

"Also doch Freund.", meinte Odgen amüsiert. "Aber sie hat bestimmt schon viele neue Freunde... sie braucht dich sicher nicht mehr. Der Innere wird sich mit Freuden um sie kümmern... wie schade, dass ich hier bin. Sonst hätte ich vielleicht auch mal eine Belohung bekommen."

Terry konnte einfach nicht anders, sondern lachte bei Odgens Worten schallend los. Oh ja, dieser Gedanke war sogar die ein, oder andere Unannehmlichkeit wert.

In Remus brodelte es gewaltig und sein Blick schnellte zu dem Todesser rum, der ihn hier auslachte.

James brauchte Remus nur eine Sekunde lang in die Augen zu sehen, um den anderen mit einem Schweigezauber zur Ruhe zu bringen, ehe Remus wirklich ausrastete. "Ich an Ihrer Stelle würde auspacken, was ich weiß Odgen. Mein Freund kann mehr als ungemütlich werden und Vollmond war erst vorgestern. Und ich wage zu behaupten, dass das weitaus unangenehmer werden kann, als ein paar Nächte in den Kerkern Voldemorts."

Terry schoss dem Auroren einen wütenden Blick zu. Sagen brachte nichts mit dem Zauber, der über ihn gesprochen worden war und so begnügte er sich damit, diesen finster anzustarren.

"Vollmond?", erwiderte Odgen verblüfft, sodass er gar nicht mitbekam, dass der Name seines Herrn ausgesprochen worden war, und konnte nun auch die jetzt eher gelb aus hellbraun wirkenden Augen zuordnen. "Ein Werwolf, der gegen den Dunklen Lord arbeitet? Dreckiger Verräter."

"Lieber ein Dreckiger Verräter als ein arrogantes Arschloch, dass in einem Kerker in Askaban sitzt", knurrte Remus dunkel. "Und nun rück raus, was du weißt, oder ich werde dafür sorgen, dass alles, was meiner Freundin passiert, dir auch widerfahren wird." Und wie er das würde. Totschlagen würde er diesen Bastard, wenn er nicht endlich auspackte.

Terry war froh, dass er bereits gegen eine Wand gelehnt war, sonst hätte man gesehen wie er vor Schreck zurückgewichen wäre. Oh wie er diese Halbwesen verabscheute! Er hatte noch nie verstanden, wieso der Dunkle Lord diese derart bei sich halten konnte. Allen voran diesen Greyback.

Das einzig Gute an ihnen war, dass sie alle für denselben Meister arbeiteten. Jedenfalls hatte Terry dies bisher immer angenommen.

Aber dass dieser spezielle Werwolf hier dann auch noch die Frechheit besaß, gegen ihren Herrn tätig zu sein, das schlug dem Fass echt den Boden aus.

"Ich hab doch gesagt, dass ich nichts weiß!", zischte Odgen und versuchte den Werwolf wegzudrücken. "Der Lord sagte, dass wir das Haus angreifen, sobald er die Sicherungen ausgeschaltet hat... und das war es auch schon. Mehr weiß ich nicht! Deine Freundin wurde bewusstlos an mir vorbei weggebracht und kurz darauf, wurde ich geschockt."

Remus packte den Mann noch etwas fester. "Namen!", knurrte er, während James von dem zweiten den Schweigezauber wieder aufhob. "Richtig. Namen. Ihr kennt bestimmt welche. Und es wäre besser, ihr sagt sie jetzt. damit erspart ihr euch eine Menge Unannehmlichkeiten."

"Ich kenne keine Namen! Ich weiß ja nicht einmal wer er ist!", keuchte Odgen, was im Prinzip auch stimmte. Den einzigen Namen, den er noch kannte, konnte er unmöglich nennen. Immerhin war das sein Vorgesetzter aus dem Inneren Kreis. Den zu verraten würde ihm den Tod bringen, egal, was diese beiden mit ihm machten.

Terry der spürte, dass der Fluch von ihm genommen worden war, presste seine Lippen so fest zusammen, dass sie nur noch einen dünnen blassen Strich bildeten.

"Na kommt schon. Erspart euch die Tortour bei den Verhörspezialisten", meinte James. "Redet jetzt. Nennt uns ein paar Namen und ich werde einen netten kleinen Bericht schreiben. Der andere Weg ist der sehr viel härtete."

Remus schnaubte nur. "Ihr spuckt beide jetzt die Namen aus, die ihr habt. Vor allem will ich einen Namen, der mit dem Überfall zu tun hatte", knurrte er und sah dabei besonders den Todesser an der auf der Pritsche saß. Der Geruch der von ihm ausging, zeigte dem Werwolf deutlich, dass er etwas gegen seinesgleichen hatte.

"Ihr seid wirklich Narren, wenn ihr glaubt, wir würden etwas sagen!", spie Terry dem Werwolf und dem Auror verächtlich entgegen, "nur weil ihr ein wenig mit Folter droht! Nichts was einer eurer Knechte tun kann, käme auch nur annähernd daran heran, was mit deiner Freundin bereits geschehen ist und wohl auch gerade jetzt", ein dreckiges Grinsen zeigt sich auf seinem Gesicht, "geschieht."

Remus fuhr blitzschnell herum und schlug ohne Vorwarnung dem Mann mitten ins Gesicht, so dass seine Nase gefährlich knackte. Die Bemerkung vorhin hatte ihn schon an den Rand der Kontrolle gebracht.

James schaffte es erst zuzupacken, als Remus bereits zugeschlagen hatte. Von hinten griff er ihn an beiden Ellenbogen und zog ihn ein Stück weg. "Beruhig dich. Wenn du ihn totschlägst, bringt das auch nichts", zischte er ihm zu und da Remus sich entspannte, ließ er ihn auch wieder los, aber nicht aus den Augen.

Schmerz explodierte in Terrys Nase und für einen Augenblick konnte er nichts außer tanzende dunkle Flecken vor den Augen sehen. Nur mühsam beherrschte er sich soweit, sich nicht an die, wie er wusste, nun wohl gebrochene Nase zu fassen und so vergruben sich seine Hände in den dunklen, nun verschmutzten Roben.

Dennoch kehrte, als der erste Schmerz erfolgreich ausgeblendet war, was man zwangsläufig in Seinen Diensten und denen Seiner oberen Todesser, die allesamt über einem standen, lernte, kehrte das zuvor den Werwolf erst zu diesem Angriff verleitet hebende Grinsen auf Terrys Gesicht zurück.

Wenn es ihm gelang diesen so sehr zu reizen, dass er ihn umbrachte, lief er wenigstens nicht mehr Gefahr, etwas von dem wenigen, was er wusste, auszuplaudern und schon gar nicht, den einzig wichtigen Namen zu verraten, den er kannte. Nämlich den seines Vorgesetzten und des vom Auror in Schach gehaltenen Kollegen neben ihm.

Außerdem wäre jeder Tod, den er durch den Werwolf erleiden müsste, all dem vorzuziehen, was ihn erwartete, würde er zu singen anfangen. So fügte er mit nun deutlich nasal klingender Stimme noch hinzu: "Und ich bin mir sicher, sie wird es genießen ... es ist eine ganz eigene ekstatische Erfahrung gefoltert und genommen zu werden, bis man das eine nicht mehr vom anderen unterscheiden kann."

James packte noch etwas fester zu und zog Remus von dem Todesser weg, da sein Freund versuchte sich loszureißen. Er drückte ihn gegen die Wand und sah ihm fest in die Augen, die zu seinem leichten Schrecken mehr gelb als braun waren. "Nun komm runter Moony. Beruhig dich. Ausflippen bringt gar nichts und ihn halb totschlagen auch nicht. Denn kann er nämlich nicht mehr reden."

Remus knurrte missmutig. In ihm schrie alles danach, diesem Lackaffen jeden Knochen einzeln zu brechen, aber er musste James auch Recht geben und so langsam fing sein Verstand auch wieder an zu arbeiten. Kurz sah er James an und nickte.

James ließ auf dieses Zeichen Remus los, aber keinesfalls aus den Augen, denn dass der mit einem gezogenen Stab auf den Todesser zuging, schmeckte ihm nicht. Allerdings schien Remus nur die Nase zu heilen.

"Nun hört mal ihr zwei. Ihr seid noch jung, habt euer Leben noch vor euch. Wollt doch sicher heiraten und eine Familie gründen. Ich könnte ein gutes Wort für euch einlegen, wenn ihr mir ein paar Namen nennt. Namen, die mich weiter bringen, diesen Angriff aufzuklären. Es würde sich durchaus strafmildernd auswirken", schlug James vor.

Nachdem man seine Nase tatsächlich wieder geheilt hatte, murmelte Terry nur ein leises "Schwächling ..." in Richtung Werwolf, ehe er der kleinen Ansprache des Auroren lauschte. Glaubte dieser tatsächlich, sie würden auf ein derart offenkundig unwahrscheinliches Angebot eingehen?

Nicht nur, dass das Ministerium dem wohl kaum zustimmen würde, hatten sie doch mal die Chance, zwei Todesser als gefasst und verurteilt der Zaubererwelt zu melden, nein sie würden ihre Freiheit auch nicht lange genießen können. Wäre der Dunkle Lord doch alles andere als bereit, welcher Lüge auch immer zu glauben, die sie erzählen könnten, dass sie früher frei gelassen worden wären.

So hielt er es nicht einmal für nötig etwas darauf zu erwidern.

Auch Odgen sagte nichts weiter dazu, während er den Auroren und den Werwolf musterte. Die zwei schienen ziemlich verzweifelt nach Antworten zu suchen, für das es wahrscheinlich nur eine Antwort gab: Der Dunkle Lord hatte einfach Lust gehabt, diesem dämlichen Orden eins auszuwischen.

Remus war innerlich am Verzweifeln. Das Ganze brachte doch nichts. Nicht mal im Entferntesten. Es wäre sinnvoller, die beiden hier verrotten zu lassen und nach Hause zu gehen, um sich für eine lange Nacht auszuruhen. Doch James schien anderer Meinung zu sein.

"Kein Interesse?", fragte James spöttisch. Nicht dass er etwas anderes erwartet hätte. Selbst bei den Todessern musste inzwischen angekommen sein, dass solche Zusagen nur sehr schwer einzuhalten waren. Aber er hatte noch eine andere Idee. "Weißt du, Remus... ich würde gern mal sehen wie diese beiden Kanallien mit einem Werwolf fertig werden."

Remus sah sich zu seinem Freund um, der ihn kurz eindringlich ansah. Sein Blick brüllte grade zu danach, er sollte mitmachen. Wie oft hatte er in der Schule diesen Blick gesehen, wenn es darum ging, sich aus einem Streich herauszureden. Und nie hatten die Lehrer diesen Blick durchschaut. Er war immer viel zu kurz gehalten. Man musste James schon sehr genau kennen. O.k. mein Freund. Ich vertrau dir., dachte Remus und setzte ein leichtes Grinsen auf. "Dürfte interessant werden. Hatte schon lange kein Spielzeug mehr."

"Deswegen", ging James auf Remus Bemerkung ein, froh dass diese wortlose Kommunikation immer noch so gut klappte. "Und wenn das nicht reicht, seine Adresse bekommen wir schon irgendwie raus. Dann kannst du auch mal wieder auf die Jagd gehen."

Davon war Remus für einen Moment überrascht und fragte sich, ob das wirklich der richtige Weg war. Einen Versuch ist es wert, schloss er dann und sah die beiden an. "Ihr wisst sicher, dass ein Werwolf seine Beute niemals mit Absicht tötet. Ein Werwolf ist nur drauf aus zu verletzten. Blut zu schmecken. Sicher gehen oft genug Leute dabei drauf, weil der Werwolf die ein oder andere Arterie verletzt, aber meine Freunde haben ihre Mittel und Wege zu verhindern, das ihr euer Leben lasst."

War Terry anfangs noch relativ gefasst gewesen, wurde er bei der Erwähnung, dass sie seine Adresse schon herauskriegen würden, kalkweiß und ehe er es sich versah fauchte er mühsam aufspringend, was ob seiner Verletzungen nicht wirklich einfach war: "Wage es ja nicht meine Familie anzurühren!"

Odgen wurde mehr als bleich. Immerhin war er schon so neben sich gewesen, seinen Namen zu nennen, auch wenn es noch mehr davon gab. Aber jeder mit dem Namen Odgen war immerhin irgendwie mit ihm verwandt. Sie waren reinblütig und dass er noch keine eigene Familie hatte, war dabei irrelevant. Seine Mutter und seine Brüder waren immerhin auch Familie.

Er machte sich so klein neben der Pritsche wie möglich, in der blödsinnigen Hoffnung, dass sie ihn nicht mehr beachteten. Dass er sich dabei einen tiefen Holzsplitter einzog, merkte er nicht wirklich.

James husche ein Lächeln übers Gesicht. Hatte er also doch den richtigen Riecher gehabt. Dem Todesser bedeutete seine Familie genau so viel, wie ihm Lily bedeutete. Und Remus schien das auch zu wittern, so wie er jetzt drein schaute.

Der Geruch von Angst war all gegenwärtig und reizte den Werwolf in ihm. Odgen vorerst aus den Augen lassend richtete er seinen Blick auf den aufgestanden, aber nicht wirklich sicher stehenden zweiten Todesser. "Darüber ließe sich nachdenken, wenn du mir das gibst, was ich will."

James dagegen behielt diesen Odgen im Auge. "Das gleiche gilt auch für dich. Eine Zelle im Ministerium weit weg von einem Werwolf, im Tausch für ein paar Namen, die uns helfen den Übergriff zu klären."

"Was mit mir passiert, ist mir so was von egal.", knurrte Odgen mit leicht bebender Stimme. "Ich will, dass dieser Hurensohn meine Familie in Ruhe lässt!"

Seine Brüder waren zum Teil noch klein und völlig wehrlos. Deutlich sichtbar kämpfte Odgen mit sich und sah dabei auch zu dem anderen Todesser auf, dessen Namen er nicht kannte.

Es kostete Terry wirklich alle Kraft auf den Beinen zu bleiben und er wusste, dass man ihm das auch ansah, aber er dachte nicht einmal daran sich wieder hinzusetzen, solange er auch nur ein klein wenig stehen konnte: "Bastarde!", zischte er voller deutlich hörbarem Hass in seiner Stimme, "nicht einmal Er würde eine solche Bestie", ein hasserfüllter Blick zum Werwolf folgte, "auf die Familien seiner Anhänger hetzen!" 'Zumindest nicht ohne Grund ...', fügte er in Gedanken hinzu.

"Nun, wir sind nicht Voldemort, wie ihr wohl unschwer erkennen könnt", erklärte James. "Und wenn ihr endlich mit Namen rausrückt, werde ich dafür sorgen, dass mein Freund hier, den Vollmond sicher eingeschlossen verbringt, weit weg von euren Familien. Solltet ihr aber weiter schweigen... Er war wirklich lang nicht mehr draußen."

Remus schwieg dazu, und begnügte sich damit, die Beiden finster anzusehen, um James Worten etwas mehr Wahrheitsgehalt zu verleihen.

Bei der Nennung des Namens des Dunklen Lords zuckte Odgen zusammen, als wäre er geschlagen worden. Er zitterte am ganzen Körper. Ich werde sterben. bei nächster Gelegenheit bringt der Meister mich um... aber lieber ich, als Mortimer und Cyril...
"Avery.", hauchte er kaum hörbar.

"Avery?", fragte Remus noch mal nach, um sicher zu gehen, dass ihm sein Gehör keinen Streich gespielt hatte.

"Vorname wäre auch hilfreich", meinte James, der sich mental schon mal auf ein Verhör mit Mr. Avery vorbereitete, den er aus der Flohnetzwerkaufsicht kannte, wenn auch nur flüchtig.

"Ich... bin nicht sicher... Giles... glaub ich.", kam es von dem Mann, der gerade mit seinem Leben abschloss. Odgen hatte die Beine angezogen, die Arme um seine Knie geschlungen und versteckte sein Gesicht dazwischen.

Terry, der glaubte nicht richtig gehört zu haben, starrte den anderen Todesser für einen Augenblick nur schockiert an, ehe er sich mit einem Wutschrei auf diesen stürzte, oder dies zumindest versuchte.

Der noch immer zusammen gekrümmt am Boden sitzende Mann tat nichts, um den Angriff abzuwehren.
"Lieber lass ich den Meister mich und meine Familie auslöschen, als meine Brüder... diesem Monster zu überlassen.", wisperte er und funkelte zu dem Werwolf hinüber.

Sofort stürzten sich Remus und James auf den Todesser, um ihn wegzuziehen, was James schließlich gelang. "Also so gern ich auch zusehen würde, wie ihr zwei euch gegenseitig umbringt, kann ich das doch nicht erlauben", stellte James fest und sprach dann einen Fesselzauber über den noch immer namenlosen, während Remus dem anderen ebenfalls einen verachtenden Blick zuwarf. Von einem Todesser als Monster bezeichnet zu werden, war wirklich absurd.

"Was ist mit dir? Keine Namen um deine Familie zu schützen, vor einer Werwolfsattacke?", fragte James dann.

Sich gegen den Fesselzauber wehrend, auch wenn er wusste, dass es sinnlos war, fauchte Terry wutentbrannt: "Wüsste der Dunkle Lord, dass ich einen Verrat beging um meine Familie zu schützen, würde er sie tausendmal mehr leiden lassen, als es dein Freund hier zustande brächte!"

"Aber sie würden sterben... und nicht als Monster weiter leben.", wisperte Odgen leise. Er wehrte sich nicht gegen die Fesseln. Sie würden sowieso bald sterben.

"Monster? Kehr erstmal vor deiner eigenen Tür. Ihr seid doch nicht besser. Vergreift euch an Muggeln, die euch nichts getan haben", zischte Remus ungehalten und musste sich ernsthaft zusammennehmen. Vor zwei Wochen hatte der Orden eine kleine Familie ermordet aufgefunden. Zwei sechs Wochen alte Säuglinge getötet, nur weil die Eltern mit einem alten Zaubererehepaar befreundet waren, die sich offen gegen Voldemort stellten und seine Taten verurteilten.

Terry schnaubte fast schon: "Muggel!", spuckte er regelrecht aus, "sind doch sowieso nur gut, um sich ein wenig mit ihnen zu amüsieren! Zu was sonst sollten diese Dinger schon nutze sein?"

"Bringen wir sie ins Ministerium, ehe ich einen Aussetzer habe", knurrte James und verband den beiden Männern mit einem weiteren Spruch die Augen. Dann führte er sie aus dem Keller ins Freie, um von dort mit ihnen ins Ministerium zu apparieren. "Wir treffen uns im Eden", meinte er zu Remus, ehe er mit den beiden Verschwand.

Remus, leicht verwundert darüber, was das werden sollte, apparierte zu dem genannten Lokal und hielt dort einen Platz frei.

TBC