29 Alles, außer das Mädchen

"I've got everything, but the girl I want. It's sad, but true. And everything but the love I need to see me through." – Darin

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Snape seufzte zufrieden als er Hermines kurze Antwort erhielt. Jetzt hatte er einen Grund ihr wieder zu schreiben – mit den Details über Ms. Kims Besuch. Vielleicht würde sich doch noch alles aufklären. Vielleicht war es vorschnell von ihm gewesen England vor all diesen Monaten zu verlassen. Dennoch, China war eine gute Entscheidung gewesen.

Die Bräuche waren anders, ebenso das Essen. Severus hatte Wochen gebraucht um endlich die Jiaozi zu probieren, ganz zu Schweigen von den Hühnerfüßen. Er war einen Monat in Hong Kong gewesen, dann Beijing, dann Shanghai und an so vielen anderen Orten. Die Zaubererbehörden hatten ihm nicht erlaubt in die abgelegeneren Gegenden (in denen die Armut größer war) zu reisen, aber das machte Severus nichts aus. Er war nicht hier um Menschenrechtsverletzungen aufzudecken – oder worüber diese Muggeltouristen gestern Abend im Hotel lamentiert hatten.

In China hatte Severus wieder Frieden in der Anonymität gefunden. Obwohl Kimmkorns Buch übersetzt worden war, kannte ihn hier niemand wirklich. Sie sahen ihn nur als brillanten Zaubertränkemeister und Kriegshelden, der sein Leben tausende Male aufs Spiel gesetzt hatte. Es gab keine ehemaligen Schüler, die ihn an die Vergangenheit erinnerten. Niemand, der vorgab alles über ihn zu wissen. China hatte keine Orte an denen ihn die Erinnerungen an Sirius, James oder Lily heimsuchten – oder Hermine.

Diese Veränderung, diese Neuigkeit gab ihm eine Freiheit, die er nie zuvor erlebt hatte. Er war frei er selbst zu sein und herauszufinden wer das genau war. Seine Wut hatte sich in diesem neuen Land langsam aufgelöst. Er wurde respektiert, nicht gefürchtet und misstraut. Als Hermines Einladung zur Weihnachtsfeier gekommen war, hatte er gelächelt, seine vorherige Wut vor Monaten vergessen. Die Karte war eine Erinnerung daran, dass sie an ihn dachte; sorgfältig hatte er sie in seiner Brieftasche verstaut. Sie konnte nicht erwarten, dass er tatsächlich auftauchen würde; die Apparationseinschränkungen zwischen den Ländern hätten für eine beschwerliche Reise gesorgt. Dennoch, es war schöner als die goldene Weihnachtskarte von Minerva. Sie hatte einige Male geschrieben seit er fortgegangen war und er fühlte sich angehalten zu antworten. Es war einfacher gewesen als Hermine zu schreiben. Jedes mal wenn er einen solchen Brief begonnen hatte, war dieser verdammt dazu im Mülleimer zu landen.

Snape stand auf und streckte sich. Es war beinahe Zeit für seinen Abendvortrag über den Nutzen von Bezoaren und anderen All-Heilmitteln bei Giften. Es gab keine anderen, die so gut wirkten, aber die Seltenheit von Bezoaren in Betracht gezogen (und das Risiko für ihn als Spion), hatte Snape in den letzten zehn Jahren einige Forschung nach anderen Multi-Gegengiften gemacht. Die Vorträge waren immer gut besucht, obwohl er sich manchmal fragte, ob die Leute kamen um ihn zu sehen oder zu hören was er zu sagen hatte. Berühmte britische Kriegshelden hielten nicht jeden Tag Vorträge in dieser Provinzstadt.

Er würde in wenigen Tagen nach Kalkutta aufbrechen. Es war März und vielleicht würde sich die Sommerhitze ein wenig gehoben haben. Snape bezweifelte es. Dennoch war er neugierig auf die berüchtigten Currys von denen eine der Hexen ihm neulich erzählt hatte. Sie war letztes Jahr in Indien gewesen. Sie hatte die Wimpern aufgeschlagen und angeboten ihn zu begleiten, für den Fall dass er „einsam" wurde. Snape hatte abfällig gegrinst und abgelehnt.

Eines war sicher. Er schien aus der Gewohnheit jede Hexe, die willentlich war, ins Bett zu nehmen herausgewachsen zu sein. Vielleicht wurde er langsam erwachsen. Vielleicht hatte er sich einfach einen Geschmack zugelegt. Oder vielleicht hatten die Augen der Hexe ihn an ein anderes Schokoladenbraunes Paar erinnert.

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10 Monate später…

Es war zu schade, dass er die Weihnachtsfeier schon wieder verpasst hatte; es wäre die perfekte Gelegenheit gewesen, viel besser als dieser feige Brief, den er geschrieben hatte… aber Snape war noch nicht nach England zurückgekehrt, da er das Angebot bekommen hatte für den Winter nach Moskau zu gehen – was bei den derzeitigen bürokratischen Regelungen eine Seltenheit war – weil er in China, Indien und Polen so gut angekommen war. Aber die bittere Januarkälte war zu viel für ihn. November und Dezember reichten ihm völlig und er war mehr als bereit endlich seine zweimonatige Reise durch Italien anzutreten. Dort, so war er sich sicher, würden Februar und März angenehm sein. Aber ganz egal wie sehr er sich bemühte, Severus Gedanken kehrten immer wieder zu seinem letzten Brief an Hermine zurück.

Fünf Tage. Hermine brauchte immer nur fünf Tage um auf seine Briefe zu antworten. Aber es waren zwei Wochen und drei Tage vergangen seit er ihr den letzten geschickt hatte. Verdammt. Es war verdammt kalt. Es ließ ihn einfach nicht geradeaus denken. Ihr einen Liebesbrief zu schreiben! Er musste sich Typhus zugezogen haben (nur dass Severus bezweifelte, dass man es in Russland bekommen konnte und die Symptome sich schon in Indien hätten zeigen müssen). Zu glauben, dass sie immer noch Gefühle für ihn hatte war sogar noch absurder. Und er hatte seine Gefühle auf dem Papier vergossen; für jeden zu lesen, der den Brief vielleicht abfangen könnte, obwohl er einen Geheimhaltungszauber verwendet hatte. Snape stieß ein freudloses Lachen aus. Er nannte sich einen Spion, ein Tripelagent, der den mächtigsten Zauberer aller Zeiten ausgetrickst hatte. Hermine würde ihn auslachen. Sie würde jeglichen Kontakt zu ihm abbrechen.

Außer… er hätten dieser schäbigen Poststelle in Moskau nicht vertrauen sollen. Er hätte es sich zweimal überlegen sollen, als er das Verhalten eines Inhabers erkannte, der so zwielichtig wie Lucius Malfoy war. Snape dagegen war recht zittrig gewesen, wegen dem Mut den es brauchte um solch einen Brief aufzugeben. Seine übliche Beobachtungsgabe war stark beeinträchtig gewesen. Das musste es sein. Sie hatte den Brief gar nicht bekommen. Nun, er würde nicht blöd genug sein, die Geste zu wiederholen. Er würde einen freundschaftlichen Brief schreiben, wenn er sein Hotel in Rom erreichte. Er würde ihr persönlich seine Liebe beichten, wenn er in zwei Monaten nach Großbritannien zurückkehrte, versicherte er sich selbst und vergaß für den Moment seine Überzeugung in ihre Zurückweisung.

Er würde in zwei Stunden nach Italien aufbrechen. Er würde eine Reihe von Vorträgen in Rom, Neapel, Florenz und schließlich Venedig halten. Severus seufzte; es war Zeit heimzukehren. Er hätte keine Pläne für ein weiteres Jahr im Ausland machen sollen, als er China letztes Jahr im März verlassen hatte. Zu der Zeit schien es so eine gute Idee. Er hatte das Reisen genossen und das tat er auch immer noch. Dennoch, nach beinahe zwei Jahren Abwesenheit begann er die kleinen Dinge seines Heimatlandes zu vermissen: Butterscones und Menschen, die sich an ihn erinnerten. Nun, bestimmte Leute zumindest, vor allem eine.

Und was waren schon zwei weitere Monate? Er schrieb Hermine regelmäßig und hatte es seit China. Wenn er zurückkam würde sie auf ihn warten. Sie konnte nicht immer noch Interesse an diesem Weasleyjungen haben. Ermutigt verließ Snape seine Moskauer Wohnung und da die Straßen voller Muggel waren, nahm er die sehr effiziente Straßenbahn zur Haltestelle, die dem Internationalen Apparationszentrum am nächsten war.

Er verpasste Hermines Antwort um fünfzehn Minuten.

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Severus schlüpfte in einen kleinen Laden, der versteckt in den sich windenden Straßen von Venedig in der Nähe des St. Markus Platzes lag. Er sah für die vorübergehenden Touristen, die nach dem „echten Italien" suchten nicht besonders vielversprechend aus. Die Tür war schon seit Jahren nicht mehr gestrichen worden und die Waren drinnen waren nichts Außergewöhnliches. Dennoch, der Zauberer an der Hotelrezeption hatte versichert, dass es der perfekte Ort für Severus war, wenn er etwas Besonderes für seine Freundin finden wollte.

Die Inhaberin war eine ältere Frau, die sich in ihrem Sitz aufrichtete, als sie Snape hereinkommen sah. „Kenne ich Sie, junger Mann?" fragte sie und starrte in durch staubige Gläser an.

„Ich bezweifle es," gab Snape mit gelangweilter Stimme zurück.

„Ah! Ich habe Ihr Bild auf einem Buch gesehen," rief die Frau aus, erfreut, dass sie das Rätsel gelöst hatte. Ohne ein weiteres Wort stand sie auf und winkte ihn in das Hinterzimmer.

Mit etwas Vorahnung folgte Severus ihr. Seinen Zauberstab hatte er für alle Fälle griffbereit. Als er den zweiten Raum betrat war er überrascht. Er war sauber, makellos und modern. Es gab Vitrinen mit Schmuck und Masken und jedem weiteren Souvenir hoher Qualität, das man sich wünschen konnte. Severus erkannte schnell, dass der Vorraum nur eine Tarnung für Muggeltouristen war, die darauf bestanden in jeden Laden zu gehen, den sie finden konnten.

„Was kann ich heute für sie tun, Mr. Snape?" fragte die Hexe mit einem Schwung ihres Zauberstabes, während sie sich hinter de zweiten Tresen stellte.

„Ich suche nach einem Geschenk für… eine Hexe."

„Ist sie Ihre Frau?" Die Hexe schürzte die Lippen als Snape den Kopf schüttelte. „Die Freundin?" Ein weiteres bedrücktes Kopfschütteln. „Jemand, dem sie hoffen nahe zu kommen?" Ein zustimmendes Nicken. „Dann habe ich genau das Richtige für Sie."

Sie öffnete eine Schauvitrine und hob mit einem Schwung ihres Zauberstabes eine Kette aus Venezianischem Glas heraus. Die Perlen aus grünem und bernsteinfarbenem Glas werden ihre Hautfarbe sehr schön betonen, dachte er. Zärtlich betastete er es. „Ja, ich nehme es."

„Aber ich habe Ihnen noch gar nicht gesagt, was es bewirkt!" sagte die Hexe bestürzt. „Diese Halskette wurde von einer Zaubererglasbläserei auf der Insel Murano verzaubert, sodass sie dem Träger Klarheit bringt. Ihre Hexe wird ihre wahren Gefühle verstehen, wenn sie die Kette trägt oder berührt. Es mag nicht das Ergebnis bringen, nach dem Sie verlangen, aber es wird Ihre Ungewissheit stillen."

Fünf Minuten später war Snape der glückliche Besitzer einer Kette von der er sicher glaubte, dass sie Hermine zur seinen machen würde. Er konnte noch immer ihre Reaktion von dem Nachmittag in den Drei Besen vor Augen sehen. Das war echt gewesen. Falls sie noch irgendwelche Zweifel über ihre Gefühle für ihn hatte, würden sie sich auflösen, wenn er ihr diese Kette gab. Außerdem hatte sie etwas Besonderes dafür verdient, dass sie so lange auf ihn gewartet hatte.

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Es tat gut wieder zu Hause zu sein, dachte Severus eine Woche später. Es brauchte nur ein paar Putzzauber und das Haus sah aus wie neu. Er hatte bereits seine Koffer ausgepackt. Die Halskette lag in ihrem Kasten auf der Kommode und wartete auf den Besuch bei Hermine am nächsten Abend. Er war heute Abend zu erschöpft, um sie mit Komplimenten zu überhäufen.

Er lehnte sich in seinen Ledersessel zurück. Die Umbauten waren hervorragend. Alle Räume waren jetzt wohnlich und es war angenehm sich darin aufzuhalten. Er wollte es gar nicht wieder verlassen. Erinnerungen an seine schlimme Kindheit oder die Zeit in der Pettigrew bei ihm gelebt hatte lauerten nicht mehr in jeder Ecke. Er hatte auf seinen Reisen zahlreiche Kontakte geknüpft. Er und Hermine könnten das Haus behalten und er würde nur einen Teil seiner Zeit auf Reisen verbringen.

Dann sprangen plötzlich seine Nerven ein. Er sollte keine Pläne für die Zukunft machen. Alles was er hatte waren ein paar alte Erinnerungen. Vielleicht würde er sie nicht länger begehren. Sie könnten zusammen kommen aber nicht zusammen passen. So etwas passierte doch ständig. Er wurde immer aufgewühlter, als es plötzlich an der Tür klopfte. Minerva ohne Zweifel. Sie konnte vermutlich gar nicht erwarten von Italien zu hören. Gut dass er daran gedacht hatte ihr ein Buch über Italienische Kultur zu besorgen.

Aber zum ersten Mal in seinem Leben hatte Severus Snape die zwei Hexen, die sich um ihn sorgten, verwechselt. Es war Hermine Grangers Gesicht, das ihm schüchtern entgegen lächelte, als er die Tür öffnete. Sie blickte ein wenig bedenklich drein, also sagte er, „Komm rein. Die Aprilwinde sind zu stark als dass du dort einfach so stehen solltest, Hermine."

Sie trat über die Schwelle und sagte, „Ich erinnere mich, dass dein Brief sagte, du würdest gestern zurückkommen. Ich wollte dir ein wenig Zeit geben dich von der Reise zu erholen, aber ich wollte eben auf dem Nachhauseweg vorbeischauen. War die Reise gut?"

„Ja. Aber ich bin erst heute Morgen zurückgekommen. Ein Zauberer brauchte eine Beratung in letzter Minute. Sein Sohn hatte mit einem Dunklen Gegenstand gespielt und das Ergebnis war… unangenehm. Aber es ist jetzt wieder alles in Ordnung. Whiskey?" Se nickte und blickte sich um.

„Wow, du hast renoviert. Es sieht gut aus. Hast du jemanden beauftragt während du fort warst?"

„Sozusagen. Ich habe mit dem Projekt schon begonnen als ich noch in Hogwarts war, aber du weißt ja wie diese Dinge sind. Sie sind nicht fertig geworden, bis ich schon einige Zeit in China war. Sie haben allerdings gute Arbeit geleistet." Er reichte ihr ein Glas Whiskey während er an seinem nippte.

„Danke. Deine Briefe klangen, als würde dir das Ausland gefallen." Sie rutschte nervös in ihrem Sitz auf dem Sofa herum.

„Ja, ziemlich." Severus entschied gleich klaren Tisch zu machen. „Hermine, als ich in Moskau war habe ich dir einen Brief geschrieben und ich wollte dir sagen…"

„Ist schon okay. Ich dachte mir schon, dass du es wohl nicht so gemeint hast," sprudelte Hermine hervor.

„Er ist in der Post verloren—was hast du gesagt?"

„Ich sagte, ich hab mir schon gedacht, dass du es nicht so meintest. Du hast mir nie auf meine Antwort geschrieben also dachte ich du wolltest die ganze…Sache vergessen. Dein Brief aus Italien klang überhaupt nicht als wäre dir das Herz gebrochen." Hermine versuchte in seinen Augen zu lesen, ob ihre Annahme richtig war, aber seine Haare verbargen sie im Dämmerlicht.

„Und warum sollte mein Herz gebrochen sein?" Snapes Stimme nahm einen tödlich ruhigen Tonfall an.

Hermine wurde blass, als verstehe sie erst jetzt die Möglichkeit, dass er ihre Antwort nie erhalten hatte. „Also, dem Brief nach klang es so… als ob du… als ob du mich lieben würdest." Sie musste sich bemühen kein ‚Sir' anzuhängen, da seine furchteinflößende Haltung sie so sehr an ihre Zeit als Schülerin von Hogwarts erinnerte. „Wenn das so wäre," fuhr sie fort, als würde sie eine arithmetische Formel laut lösen, „dann hätte mein Brief, in dem ich dir mitteile, dass ich verlobt bin, irgendeine negative Reaktion mir gegenüber hervorgerufen. Da dein nächster Brief an mich jedoch so fröhlich war, dachte ich, dass es vielleicht irgendein Versehen war, obwohl ich es zu dem Zeitpunkt nicht verstand."

Snape hatte sich von ihr abgewendet und hielt sich am Bücherregal fest. „Und mit wem bist du verlobt? Wann ist das passiert?"

„Eine Woche bevor dein Brief aus Moskau ankam. Mit Ron, Sir." Sie zuckte zusammen, allerdings eher wegen dem ‚Sir' als weil sie seine Antwort fürchtete.

„Weasley? Du bist mit Weasley verlobt? Dem Jungen, der nicht aufmerksam genug war sein Essen zu überprüfen bevor er es zu sich nahm? Ron Weasley der dich im Forest of Dean zurück gelassen hatte, weil du ihm kein köstliches Drei-Gänge-Menü auftischen konntest? Der Junge?" Snape ging bedrohlich auf sie zu.

„Ja, bin ich." Hermine stand auf und ließ ihre Wut aus. „Er ist ein guter Mann. Er hat mich vielleicht mal hängen lassen, aber er ist nicht einfach ohne Erklärung verschwunden oder hat sich monatelang nicht gemeldet. Er ist nicht einfach abgehauen, als die Presse Druckausgeübt hat. Er schämt sich nicht mit mir gesehen zu werden. Er kümmert sich um mich. Er liebt mich. Er hat mich in allem unterstützt. Er hört mir zu, wenn ich über die Arbeit sprechen will."

„Du brauchtest Zeit um erwachsen zu werden. Du warst noch nicht bereit, für das was ich dir geben wollte. Ich habe Gefühle für dich, Hermine. Ich habe dieses Haus für dich renoviert! Ich bin wegen dir nach England zurückgekommen. Glaubst du ich mag das ewige Regenwetter und die Quelle für Gerüchte zu sein? Ich bin für dich zurückgekommen und das ist alles was du zu mir zu sagen hast?" Snapes leise Stimme war von Gift getränkt. Er hielt ihren Blick als seine Hand zu ihrer Wange wanderte. „Ja, Weasley ist ein Heiliger. Er verdient einen Orden, dass er so ein guter Freund ist. Aber was würde er sagen, wenn er wüsste, wie sehr du es magst mit mir zusammen zu sein?" Severus Lippen waren nur wenige Zentimeter von ihren entfernt. Er war befriedigt ihr flaches Atmen zu hören. „Er liebt dich vielleicht, aber du liebst ihn nicht." Um sein Argument zu bestätigen senkte er den Kopf um sich zu küssen—und erhielt eine schallende Ohrfeige.

„Wie kannst du es wagen? Ich liebe Ron. Er weiß bereits Bescheid über dich. Ich habe es ihm erzählt. Ich wollte ehrlich zu ihm sein. Ich könnte keine Ehe auf einer Lüge aufbauen. Und er hat mir vergeben. Hat gesagt, dass er gar nichts zu vergeben hätte. Hat gesagt, dass er sich nur geehrt fühlt, dass ich ihn gewählt habe. Hättest du das sagen können? Wenn die Situation anders herum wäre?"

Sein Schweigen bestätigte ihren Verdacht. Schließlich sagte er, „Weasley ist nicht dumm. Er weiß, dass du das beste bst, dass ihm je passieren konnte, das jedem Zauberer je passieren könnte. Er würde alles sagen um dich zu behalten. Aber glaubst du, dass er es ernst meinte? Glaubst du er würde dir erlauben mich wieder zu sehen? Ist das nicht der Grund, warum du dich heute Abend hier her geschlichen hast?"

„Das ist nicht wahr. Er hat kein Problem damit, dass ich dich treffe. Er vertraut mir. Etwas was du nie verstehen wirst. Wenn du mir vertrauen würdest, wenn du mich lieben würdest, hättest du mich nicht einfach so drei Jahre in Ungewissheit hängen lassen!"

„Du kannst nicht so unaufmerksam gewesen sein! Ich habe dir gezeigt wie ich fühle, als ich…" Severus hatte in seiner Wut alle Logik vergessen und wechselte einfach die Taktik. „Du fühlst dich von mir angezogen, nicht von ihm."

In ihrem Zorn gab Hermine mehr preis, als sie in vernünftigem Zustand je getan hätte. „Und wenn ich mich von dir angezogen fühle? Das ist Jahre her. Ich habe keinen Vertrag unterschrieben. Und weißt du was? Ich liebe es ihn zu küssen und ich liebe es mit ihm zu vögeln und—" Sie konnte ihren Satz nicht beenden, da Snape sie bei den Schultern gefasst hatte und sie schüttelte.

„Was meinst du damit? Du hast ihn dich so anfassen lassen? Wie konntest du nur?"

Hermine riss sich aus seinem festen Griff. „Und das ist der Grund warum ich kein Interesse mehr an dir habe, Severus Snape. Und du nennst Ron einen Jungen! Ich bin heute hierher gekommen um dich zu bitten zu meiner Hochzeit zu kommen, aber jetzt weiß ich nicht einmal mehr, ob ich dich überhaupt dort haben will. Deine Einladung hätte schon vor Wochen ankommen sollen. Du kannst ruhig kommen. Es ist mir so was von egal!" Sie stürmte aus dem Haus ohne sich noch einmal umzusehen.

Severus lief zu seinem Stapel an Briefen und wühlte sich hindurch, bis er die Einladung gefunden hatte. Nachdem er den Umschlag aufgerissen hatte überflog er die Einladung. 30. April. Sie würde in drei Wochen heiraten. An diesem Abend leerte er die ganze Flasche Whiskey während er über all die Dinge nachdachte, die er ihr schon lange hätte sagen sollen.

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