29. Roommates
Sheldon: All right. Next question. Kirk or Picard?
Leonard: Oh, uh, well, that's tricky. Um, Original Series over Next Generation, but Picard over Kirk.
Sheldon: Correct. You've passed the first Barrier to room-mate-hood. You may enter."
The Big Bang Theory
Gemütlich streckte sie sich auf ihrer Couch. Sie hatte ihren Pyjama angezogen, die hässliche Schnatz-Decke bis zu ihrem Kinn gezogen und blätterte nun selber bei einer Tasse Tee durch ihr Hochzeitsalbum.
Malfoy hatte sie irgendwie darauf gebracht. Ihr Kleid war tatsächlich etwas kurz gewesen, stellte sie fest. Aber es hatte ihr damals so gut gefallen, und diese langen Hochzeitskleider, die Ballkleider waren, hatten ihr noch nie zugesagt. Und ihrem Mann hatte es auch besser gefallen. Ihre Finger fuhren liebevoll über die Bilder von Cedric in seinem schicken Anzug. Er sah so attraktiv aus. Oder das hatte er zumindest getan, dachte sie schwermütig.
Sie seufzte schwer. Wenn doch Alec wenigstens nach Hause kommen würde. Sie wusste, es mochte vielleicht für andere albern klingen, aber sie hatte immer noch das Gefühl, dass er lebte. Und keine Spur von seinem toten Körper war ein gutes Zeichen, sagte sie sich. Denn seinen Körper hätte Harry doch nun schon längst finden müssen!
Liebevoll strich sie über ihren Bauch. „Keine Sorge", murmelte sie. „Du wirst nicht ohne Alec aufwachsen müssen", versprach sie ihrem Bauch. Manchmal fragte sie sich, ob sie ihn in ihrem Kopf perfekter machte, als er war, aber sie glaubte, Alec war einfach perfekt gewesen.
Und es klopfte. Kurz wunderte sie sich. Wer störte sie schon wieder? War es Ginny? War es Ron, der sich endlich entschuldigen wollte? Aber es war nach neun. Sie schwang die Beine von der Couch, wickelte sich die Decke um die Schultern und schlurfte zur Tür. Sie spähte durch den Spion, aber ihr Verandalicht gab nicht wirklich viel preis.
„Wer ist da?", rief sie also durch die geschlossene Tür, aber unterbewusst hatte sie sich schon abgefunden.
„Rate", vernahm sie Malfoys schnarrende Stimme. Sie blinzelte verblüfft. Was tat er wieder hier? Dachte er, er könne nach heute Nachmittag hier ein und aus spazieren?
„Ich… ich habe dich nicht gerufen!", rief sie fast verzweifelt.
„Mach die Tür auf", erwiderte er nur dumpf, und missmutig löste sie die Kette und öffnete die Tür. Sie gab sie allerdings nicht aus der Hand, musterte ihn lediglich. Er hatte eine Papiertüte dabei, von der ein verlockender Duft ausging.
„Hunger?", erkundigte er sich, während die Fliege mittlerweile wieder lose um seinen Hals hing. Sie starrte ihn perplex an. „Irgendwelche verrückten Gelüste? Ich habe Hähnchenflügel, einige asiatische Sachen und Burger aus den Drei Besen dabei", zählte er auf.
„Ich… ich habe keinen Hunger?", murmelte sie ungläubig.
„Dann bleibt mehr für mich", erwiderte er und wollte rein, aber sie rührte sich nicht.
„Warum… warum bist du hier?", entkam es ihr fast verzweifelt.
„Zum einen hatte ich deinen Schnaps heute Nachmittag vergessen", informierte er sie und lüftete sein Jackett, damit sie in seiner Innentasche eine bauchige Flasche mit Mollys Etikett erkennen konnte, „und andererseits dachte ich mir, weihe ich mein neues Zimmer ein", erklärte er achselzuckend. Sie sah ihn fassungslos an.
„Aber… ich…-"
„-Granger, ich hatte ein dreistündiges Katastrophengespräch mit diesen Vollidioten der bekloppten Vereinigung. Außerdem wird mein Vater alles brühwarm meiner Mutter berichtet haben, und ich habe kein Interesse daran, dass sie mein Hotelzimmer belagert", fuhr er ungeduldiger fort. „Bitte, lass mich rein", bat er schließlich, und sie wusste nicht, warum sie denselben Fehler erneut beging. Wahrscheinlich weil er sie mäßig mit seine Anwesenheit überraschte. Sie wich zur Seite, um ihn reinzulassen. Und sie hasste sich dafür. Wirklich. Es war fast… kompulsiv. Sie war absolut erbärmlich, denn fast musste sie annehmen, sie war… neugierig.
Neugierig auf Draco Malfoy, Merlin noch mal! Auf Malfoy, der nicht locker ließ.
Es war so falsch. Sie fand, es war einfach falsch, dass sie Malfoy in ihr Haus ließ. Wieder einmal. Und sie fand es falsch, dass er es darauf anlegte. Und dass sie dieses Spiel anscheinend verlor.
Schwangerschaftshormone. Sie schob es darauf. Damit war sie bestimmt auf der sicheren Seite. Ron wäre begeistert.
Und er betrat ihr Haus schon völlig ohne Skrupel, ohne zu zögern. Es war einfach falsch. Er spähte in sein Zimmer.
Was nicht sein Zimmer war, unterbrach sie ihre Gedanken zornig!
„Etwas klein, aber es wird erst mal gehen", bemerkte er knapp, eh er in ihr Wohnzimmer verschwand. Erst mal? Was zur Hölle meinte er mit erst mal, fragte sie sich panisch, als sie ihm folgte. „Nette Decke, übrigens", bemerkte er spöttisch, nach dem er sich auf ihr Sofa setze. Da, wo sie vorhin gelegen hatte! Er packte die dampfenden, verpackten Speisen aus, und vielleicht hatte sie doch etwas Hunger. Mürrisch setzte sie sich auf ihren Sessel und ließ seinen Kommentar unkommentiert. Die Decke war immerhin flauschig.
Ungefragt griff sie sich einen der verpackten Burger. Er schenkte ihr einen eindeutigen Blick, als hätte er es gewusst.
„Darf ich mir ein Glas von deinem Schnaps nehmen?", fragte er, obwohl sie annahm, dass er es nur aus Höflichkeit tat, denn er war bereits aufgestanden, um sich ein Glas zu holen. Auch wenn sie wusste, dass Höflichkeit nicht wirklich etwas war, über das er Bescheid wusste. Er tat nur so.
„Mh. Wieso fragst du überhaupt? Ansonsten rennst du einfach wieder zu Molly und nutzt deinen nicht vorhandenen Charme, um noch mehr Alkohol zu bekommen", murrte sie, während er sich grinsend setzte, die Flasche entkorkte und sich das Glas vollgoss.
Sie konnte nicht fassen, dass das ihr Leben sein sollte. Draco Malfoy auf ihrer Couch, in ihrem Haus, in ihrem Leben.
War es nicht genau das, was er nicht hatte tun wollen, fragte sie sich dumpf? Weshalb war er hier?
Er schien die Fotoalben bemerkt zu haben, die auf dem Tisch lagen, sagte aber nichts dazu. Sie aßen stumm, und sie konnte nicht fassen, dass sie tatsächlich eine Frage auf den Lippen hatte, die sie ihm stellen wollte.
„Wie… wie ist das Gespräch verlaufen?", wollte sie tatsächlich wissen. Er hob den Blick, um sie anzusehen.
„Schlecht", erwiderte er achselzuckend. „Je nach dem. Es lief ok, wenn man meint, für die Vereinigung zu arbeiten sei gut", bemerkte er bitter. Sie runzelte die Stirn.
„Du bist seltsam", informierte sie ihn fast unbewusst. Er sah sie schließlich an.
„Wieso?", wollte er tatsächlich verblüfft wissen. Merlin, er war wirklich… seltsam. Wieso war er hier? Wieso tat er das alles? Kam es ihm nicht… seltsam vor? Wahrscheinlich dachte er nie über die Dinge nach, die er tat, nahm sie abwesend an. Oder er tat es und war ihr einen Schritt voraus. Sie wusste es noch nicht.
„Du kannst für deinen Vater arbeiten", schloss sie achselzuckend.
„Und das heißt was? Dass ich vor Freude im Dreieck springen sollte?", deutete er ihre Worte mit tiefen Falten auf der sonst glatten Stirn.
„Keine Ahnung", erwidere sie mürrisch. „Ja? Läuft das nicht so bei euch Reinblütern? Funktioniert euer Netzwerk nicht so?", fragte sie ihn bitter, und er lächelte tatsächlich. Sie vergaß kurz zu kauen, während sie seinem Gesicht dabei zusah, wie es… heller wurde, als sich seine Mundwinkel hoben. So kam es ihr seltsamerweise vor. Er strahlte etwas Seltsames aus, wenn er lächelte. Sie wandte leicht den Blick.
„Keine Ahnung, Granger. Ich habe stets versucht, so wenig wie möglich mit diesem ‚Netzwerk' zu tun zu haben", griff er ihre Worte mit besonderer Betonung auf. Sie schüttelte nur den Kopf.
„Du spielst mit Preston Burgh in seinem Club. Ganz so weit entfernt, wie du denkst, bist du von all den Reinblütersachen nicht", bemerkte sie. Er schien kurz amüsiert über ihre Wortwahl zu sein.
„Ich spiele mit Preston?", wiederholte er grinsend. „Das ist ewig her. Mir war langweilig", gab er achselzuckend zu, während er scheinbar immerzu essen konnte, ohne zuzunehmen, ging ihr auf. „Außerdem bist du selber nicht mehr weit von all den Reinblütersachen entfernt", bemerkte er mit Blick auf ihren Bauch. Kurz schockierte sie seine Aussage.
„Er wird ein Halbblut", rechtfertigte sie ihren Sohn, halbwegs überzeugt. Er lächelte bloß daraufhin. Merlin, er machte ihr Angst. Aber das tat er, seitdem er hier aufgetaucht war.
„Was… was erwartest du, was jetzt passiert?", erkundigte sie sich vage bei ihm. Er wischte sich anschließend die Hände an einer Papierserviette aus der Tüte ab.
„Passiert?", wiederholte er verwundert. Sie nickte unwirsch. „Heute Nacht?", vergewisserte er sich, und sie nickte erneut. „Keine Ahnung, Granger. Hast du Pläne?", wollte er spöttisch von ihr wissen, und sie wandte den Blick wieder zur Seite. Gott, er war so blöd. Und sie schien ihre Fallen mittlerweile selber aufzubauen, wurde ihr resignierend bewusst.
„Wie wäre es, wenn du mich hier duschen lässt und ich in mein Gästezimmer verschwinde?", schlug er ihr schließlich diplomatisch vor und erhob sich zufrieden von ihrer Couch. „Dann kannst du dein Glöckchen nach mir läuten, wenn dir irgendein Wunsch auf der Seele brennt." Sie mochte seinen Spott nicht. Wirklich nicht. Fast glaubte sie, er wollte sie provozieren. Aber es klang hervorragend, dass er vorhatte, sich in ihrem Lesezimmer einzuschließen, um sie nicht mehr zu nerven.
Seufzend erhob sie sich also.
„Komm mit, ich zeige dir, wo das Bad ist", murmelte sie kopfschüttelnd. Sie hatte heute Nachmittag den Eindruck gehabt, dass er bereits geduscht hatte, aber nach drei Stunden mit einem der Malfoys würde sie auch noch einmal duschen wollen, dachte sie dumpf. Sie nahm an, er wusste es bereits, hatte er ihr Haus doch zuvor schon durchsucht, wie es seine herrliche Art war, dachte sie bitter. Aber er sagte nichts, folgte ihr die Treppe nach oben, und sie ging in ihr Bad.
„Da hinten sind frische Handtücher, du kannst das Duschgel in der Dusche benutzen, ansonsten… rühr bitte nichts an", ergänzte sie knapp.
„In Ordnung, Wärterin Granger", bemerkte er spöttisch. Sie verdrehte die Augen und verließ ihr Badezimmer wieder. Sie schloss die Tür hinter sich und hörte, wie er sich auszog. Sie ging langsam wieder runter, hörte, wie er das Wasser andrehte, und in ihrem Wohnzimmer lauschte sie der weiteren Person in ihrem Haus.
Er schien keine Scheu oder Hemmungen zu haben, dachte sie unschlüssig. Sie fand es immer etwas einsam, ganz alleine. Und selbst solche winzigen Kleinigkeiten, wie jemanden duschen zu hören, erfüllten sie mit… einer seltsamen Ruhe. Sie legte sich wieder auf ihre Couch, griff sich ihr Fotoalbum und stahl sich einen Hähnchenflügel aus der Box, um diesen genüsslich zu verspeisen. Es gefiel ihr, dass er Essen in ihr Haus brachte.
Ansonsten gefiel ihr nichts an ihm.
Allerdings konnte sie sich nicht wirklich auf ihre Bilder konzentrieren, denn sie lauschte den Geräuschen, die er machte. Irgendwann stellte er das Wasser ab. Sie hörte, wie er wohl aus der Dusche kam, hörte ihn sogar pfeifen, stellte sie mucksmäuschenstill fest.
Dann öffnete er die Tür und eilig vertiefte sie sich in ihr Album. Ihr Blick war starr auf ein Bild ihrer Hochzeitstorte geheftet, als er die knarrenden Stufen hinab kam. Und aus den Augenwinkeln nahm sie seinen Körper war. Er war nackt. Nur ein Handtuch um die Hüften gewickelt. Langsam hob sich ihr Blick als sie von der Couch aus in den Flur blicken konnte und sah, wie er nur mit Handtuch bekleidet barfuß in ihr Lesezimmer ging und die Tür hinter sich schloss.
Ihr Herz schlug minimal schneller. Ok. Es war ein Mann in ihrem Haus, der scheinbar keine Scheu besaß, relativ nackt hier rumzulaufen. Oh, sie wollte nicht hören, was Ron dazu zu sagen hätte!
Sie lauschte den Geräuschen, die aus dem Gästezimmer kamen, und nahm an, er besaß bereits Kleidung in seinem Kleiderschrank. Und es war spannender als ihre Fotos. Sie klappte das Album zu, stützte sich auf der Sofalehnte ab und fixierte die geschlossene Tür.
Sie hörte, wie er seine Langhantel vom Boden aufnahm, hörte die metallischen Geräusche der Gewichte, wann immer er sie absetzte, und sie sah seinen Schatten unter der Türritze. Merlin, ihr Leben war auf einmal verflucht spannend geworden, stellte sie fest.
Sie war wie ein seltsamer Stalker. Irgendwann schien er mit seinem Training fertig zu sein, und sie hörte, wie sein Bett knarzte, als er sich wohl hinlegte.
Dann herrschte Stille.
Und leise schwang sie die Beine von der Couch und schlich aus dem Wohnzimmer in den Flur, um an der Tür zu lauschen. Das Licht brannte noch, und ab und an hörte sie, wie er sich wohl räusperte.
Und langsam hob sie die Hand. Sie war einfach ein Idiot. Das war sie. Sie biss sich auf die Lippe, als sie unschlüssig und zaghaft an die Tür klopfte. Er sagte nichts. Sie wartete einige unangenehme Sekunden, ehe sie sich selber räusperte.
„Malfoy?", fragte sie tatsächlich, und sie hörte seine eindeutig belustigte Stimme.
„Wieso kommst du nicht rein?"
Sie öffnete die Tür. Er lag auf seinem Bett, trug eine schwarze Sporthose und ein helles Shirt, während er wohl eines ihrer Bücher angefangen hatte zu lesen, was noch in einer der Kisten gelegen hatte, die die Elfen nicht weggeräumt haben. Nur nebenbei sah sie, dass es sich tatsächlich um einen der Elternratgeber handelte. Angeberischer Bastard, dachte sie böse.
„Du hast nicht Herein gesagt", rechtfertigte sie sich beleidigt.
„Das ist dein Haus", stellte er mit erhobener Augenbraue fest.
„Na und? Vielleicht… wärst du…- du hättest auch… nackt sein können, Merlin noch mal!", fuhr sie ihn jetzt wütend an. Grinsend legte er das Buch beiseite.
„Wäre dir das lieber?", fragte er sie direkt, und ahrg! Sie hätte nicht klopfen sollen. Sie hätte gar nicht in den Flur gehen sollen, Merlin noch mal. Und wieder kam es ihr so vor, als tat er das mit Absicht. Oder sie wurde langsam ein Experte für Steilvorlagen, die sie ihm selber freiwillig lieferte.
„Vergiss es", sagte sie knapp und wandte sich ab.
„Wolltest du irgendwas Bestimmtes?", hakte er belustigt nach, und im Türrahmen atmete sie energisch aus.
„Ich wollte wissen, wie es morgen weiter geht", erwiderte sie gereizt.
„Wie was weitergeht?", wollte er verständnislos wissen.
„Malfoy, du schläfst jetzt das zweite Mal in Folge in meinem Haus!", sagte sie ungläubig. „Soll das jetzt Gewohnheit werden? Ich verstehe nicht wirklich, was-"
-und er erhob sich vom Bett, und ihr wäre es lieber, wenn er das nicht tun würde, sondern soweit wie möglich von ihr weg bliebe. Vor ihr blieb er stehen. Er roch wieder so unfassbar frisch, trotz seines unpassenden Hanteltrainings. Aber sie erkannte ihr Duschgel an ihm, was sie noch mehr verwirrte.
„Du hast gesagt, ich soll Tag und Nacht auf Abruf stehen. Hast du erwartet, dass ich das nicht tun würde?", erkundigte er sich ein wenig verblüfft, aber ein gewisses Maß an Berechnung klang in seiner Stimme mit, so dass sie ihm seine Verblüffung nicht vollends abkaufte.
„Ich- nein", beschloss sie zu sagen, denn sie wusste nicht, was die richtige Antwort war. Bei ihm war sie vorsichtig. Er war gefährlich. Sie verlor zu schnell ihre Kontenance, warum auch immer. Er lehnte sich in den Türrahmen, und unbewusst wich sie einen Schritt zurück.
„Störe ich dich? Bin ich zu laut?", wollte er dann geduldig wissen, und sie verdrehte die Augen.
„Nein, du bist nicht zu laut, Malfoy", räumte sie gepresst ein. „Aber…"
„Aber?", griff er ihre Worte auf und sah sie herausfordernd an.
Aber sie war es nicht mehr gewöhnt, irgendwen hier zu haben. Alec war nie länger als eine Nacht am Stück geblieben. Und nicht, dass sie Malfoy mit Alec vergleichen wollte! Es war etwas völlig anderes. Dieser Waffenstillstand, der zwischen ihnen herrschte, war etwas, das Hermine nicht vollständig begriff. Denn es kam ihr so vor, als wäre es nur eine Tarnung. Sie nahm an, der nächste Streit lag nur Worte entfernt.
Und besser, sie fragte ihn gar nichts. Besser, sie ignorierte ihn. Besser, sie fand irgendwelche sinnlosen Aufgaben für ihn, die ihn verscheuchen würden.
„Ich gehe jetzt schlafen", informierte sie ihn schließlich, denn sie wollte nicht mehr reden. Das machte alles nur noch schlimmer.
„Ok?", erwidert er mit leiser Belustigung in der Stimme. „Gute Nacht, Granger", verabschiedete er sich.
„Gute Nacht, Malfoy", wiederholte sie seine Worte ebenso spöttisch, und völlig überfordert mit diesem Mann in ihrem Haus wandte sie sich ab und löschte die Lichter im Wohnzimmer, verschloss die Haustür und schlurfte kopfschüttelnd nach oben.
Seine Tür hatte sich wieder geschlossen, und sie wusste schon jetzt, sie würde kein Auge zu tun können.
