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Kapitel 29
Langsam öffnete Sookie die Augen und sah sich um. Die Abendsonne schien hellrot durchs Fenster und zeichnete tanzende Schatten auf die gegenüberliegende Wand.
Die junge Frau stand auf und streckte sich. Neben ihrem Bett lag ein feinsäuberlich gefalteter Stapel Kleidung: Ein Set Spitzenunterwäsche, eine bequeme, wie angegossen sitzende Jeans, ein hübsches Top mit Rüschen und ein dazu passendes leichtes Jäckchen.
Aufmerksam sah sie sich um und suchte nach Merkmalen, die ihr verraten könnten, wo sie war. Die Raumausstattung sah etwas ältlich aus, als hätte sie eine Person am Ende des mittleren Alters ausgesucht und aufgestellt. Ihre Lagerstatt war eine breite Luftmatratze, bezogen Satinbettwäsche die mit Leopardenmustern verziert war.
Nichts davon kam ihr bekannt vor. Sookie zuckte mit den Schultern und ging zur Tür, sie war nicht verschlossen. Vorsichtig trat sie auf den Gang hinaus. Niemand hielt sie auf, überhaupt schien außer ihr niemand in dem kleinen Haus zu sein.
Die nächste Tür, die sie öffnete, war die zur Küche, sie blieb stehen und warf einen Blick in den Kühlschrank. Ihr Magen grummelte. Im hinteren Teil fand sie einen Joghurt, der noch gut zu sein schien (Welches Datum sie wohl momentan hatte?), sonst war nichts Essbares drin, wenn man mal von Zitronen und Limonen absah. Vermutlich passend zu den Tequliaflaschen auf dem Regal an der Wand…
Auch Cornflakes und Müsli zum Joghurt suchte sie vergebens.
Also… wenn das hier ihr Haus war, dann sollte sie dringend einkaufen und etwas mehr zu Essen daheim haben. Dafür hatte sie sich offenbar eine ziemlich moderne Kaffeemaschine angeschafft…
Mit einer dampfenden Tasse in der Hand erkundete sie kurz darauf das Haus weiter. Das Wohnzimmer war ähnlich altmodisch eingerichtet wie das Zimmer, in dem sie erwacht war, inklusive einer Häkeldecke wie zu Omas Zeiten… An der Wand hing so etwas wie ein Schrein mit afrikanischen Figuren neben Ikonen und Heiligenbildern. Für einen kurzen Moment fragte sich Sookie woran sie wohl glaubte, dann verschob sie diese Frage auf später, wenn sie etwas mehr Informationen gesammelt hatte.
Im Gang war noch eine andere Tür gewesen, die sie nun untersuchte. Sie führte zu einem fensterlosen Raum, der sich als das Badezimmer herausstellte, nachdem sie endlich den Lichtschalter gefunden hatte.
Es war hübsch dekoriert, mit einigen Pflanzen, einer schönen blauen Lampe die ein herrliches Licht machte, und jede Menge Regale die bis oben hin voll waren mit Kosmetik- und Pflegeprodukten.
Anscheinend schien sie wenn schon nicht auf einen gefüllten Kühlschrank wenigstens auf ein reiches Pflegesortiment wert zu legen…
Kurzerhand zog sie ihre Kleidung wieder aus und ließ sich ein heißes Bad ein. Sie konnte sich nicht zwischen den wohlriechenden Badezusätzen entscheiden, also kippte sie einfach von jedem ein bisschen etwas rein. Das Resultat war ein riesiger Schaumberg der das Zimmer mit einer wilden Duftmischung erfüllte und in den sie sich gelöst sinken ließ.
Im warmen Wasser spürte sie, wie ihre verkrampften Muskeln sich wieder entspannten, offensichtlich hatte sie in den letzten Tagen einiges mitgemacht.
Langsam strich sie mit einem Luffaschwamm über ihre Beine, das Kratzen peelte abgestorbene Hautzellen ab und tat sehr gut. Gründlich arbeitete sie sich vor, bis sie an ihrem Hals ankam. Das Wasser war nun einige Nuancen dunkler und Sookie hatte das Gefühl um einige Altlasten leichter zu sein.
Genießerisch roch sie danach an jedem erreichbaren Duschgel, schließlich entschied sie sich für eins, das nach wilden Blumen duftete. Es regte ihre Phantasie an und als sie sich gründlich einseifte konnte sie die Blüten fast sehen.
Nachdem sich Sookie gründlich die Haare gewaschen hatte, mit zwei verschiedenen Shampoosorten und diversen Pflegekuren, und sich jedes überflüssige Haar am Körper pedantisch mit einem Rasierer entfernt hatte, stieg sie aus der Wanne und hüllte sich in ein großes weiches Handtuch.
Dann besah sie sich die Cremes genauer, was Pflegeprodukte anging schien sie einen ziemlich luxuriösen Geschmack zu haben…
Zwanzig Minuten und ebenso viele unterschiedliche Cremes, Wässerchen, Tinkturen und Gele später verließ sie das Bad wieder, tiefenentspannt und wohlig duftend. Und da ihr das ja anscheinend wichtig genug war, dass sie fast ein ganzes Zimmer damit füllte, hatte Sookie noch etwas Mascara und Lidschatten, perfekt passend zum Oberteil natürlich, aufgelegt und ihre Haare mit einigen, ebenfalls farblich entsprechenden, Klämmerchen in Form gebracht.
Wieder im Wohnzimmer setzte sie sich auf die Couch und sah sich um, unschlüssig was sie nun mit sich anfangen sollte. Gerade als sie überlegte ein bisschen die Gegend zu erkunden, klopfte es an der Tür.
Erfreut über die Ablenkung öffnete Sookie sie.
Vor ihr stand ein hochgewachsener Mann in den Dreißigern, die blonden Haare nachlässig nach hinten gegeelt. Er trug einen legeren schwarzen Anzug, nur halb zugeknöpft, so dass sie erstens sein eng sitzendes hellblaues Hemd und zweitens die Muskeln darunter sehen konnte. So wie der Anzug saß musste er Maßarbeit sein, stellte Sookie in einem Nebengedanken fest.
Um seinen Hals hing ein dünnes Lederband mit einem in Kupfer gestanzten Symbol das sie nicht kannte.
„Guten Tag." Sagte sie wohlerzogen, wie es ihr ihre Großmutter beigebracht hatte. (Oder war es jemand anders gewesen? Sookie war sich nicht sicher und fragte sich, was sie noch alles im Moment nicht wusste…)
„Guten Abend." Seine Stimme jagte ihr einen Schauer über den Rücken, sie klang warm und mysteriös und auf seltsame Art vertraut.
„Entschuldigen Sie bitte, aber wer sind Sie?" Das klang etwas unfreundlicher als sie beabsichtigt hatte, dieser Mann faszinierte sie und brachte sie irgendwie etwas aus dem Konzept, Sookie wusste, dass an ihm etwas anders war, aber was genau konnte sie nicht sagen, auf jeden Fall zogen sie seine blauen Augen wie magnetisch an.
„Oh, verzeihen Sie bitte, natürlich, ich sollte mich vorstellen. Mein Name ist Eric Northman." Er verbeugte sich formvollendet. „Guten Abend, , mein Name ist Sookie Stackhouse, ich bin erfreut Sie kennenzulernen." Also, im Moment war das mehr als nur eine Floskel, sie freute sich wirklich, dieser Mann war nicht nur sehr gutaussehend sondern auch interessant. Sie deutete einen Knicks an.
„Es ist mir eine Ehre." Er ging einen Schritt beiseite, damit sie ebenfalls auf die Veranda treten konnte. „Ich wollte gerade einen Spaziergang machen, wollen Sie mich begleiten?" fragte sie nach einigen Augenblicken, in denen sie sich nur angesehen hatten. „Auch das wäre mir eine Ehre."
Dieser Mann hatte Blicke drauf… Und ein Lächeln… Sookie wurde kurz nach einander erst kalt, dann heiß, dann wieder kalt und dann wieder sehr, sehr heiß. Sie holte schnell noch eine dickere Jacke, dann ließen sie das kleine Häuschen hinter sich.
Sie gingen einige Meter schweigend, bis es ihr zu blöd wurde.
„Nun, , was machen Sie beruflich?"
Er brauchte einige Sekunden, bis er antwortete: „Ich habe einen Club in Shreveport, eine Bar. Außerdem bekleide ich eine administrative Aufgabe in einer Organisation, mit der mir die Aufsicht über bestimmte Individuen in Renard Parish und deren geschäftliche Tätigkeiten übertragen wurde." Redegewandt war er also auch noch.
Sookie hörte ihm neugierig zu. „Das klingt interessant, bitte erzählen Sie mir mehr."
Er zuckte mit den Schultern. „Eigentlich gibt es da nicht viel zu erzählen, was erfreulicher oder kurzweiliger Natur wäre, ich befürchte, ich würde Sie damit nur langweilen." Sie schüttelte den Kopf. „Ich glaube nicht, dass Sie mich mit irgendetwas langweilen könnten!" das meinte sie auch genau so, es war etwas in seiner Stimme, dass sie selbst dann gespannt hätte lauschen lassen, wenn er ihr aus dem Telefonbuch vorgelesen hätte.
„Nun, dann formuliere ich es mal so, wahrscheinlich würden Sie meine Arbeitsgeschichten eher erschrecken, als unterhalten. Leider habe ich keine Job, über den man gerne berichtet."
„Das ist wirklich sehr schade, warum machen sie ihn dann?" er sah sie überrascht an und suchte nach Worten. „Insgesamt mache ich ihn durchaus gerne, ich verdiene viel Geld und kann mir meine Arbeit selbst einteilen." „Sie verdienen viel Geld? Na, wie viel haben Sie denn?" das war eigentlich neckend gemeint, aber sein Blick zeigte ihr, dass er das nicht als Spaß gemeint hatte.
„Genug, dass ich Sie gerne zum Essen einladen würde." In einiger Entfernung tauchte die Reklame einer Gaststätte auf. sah sie erwartungsvoll an. „Natürlich nur wenn ich darf…" Die Aussicht mit ihm noch etwas mehr Zeit diesen Abend verbringen zu können, gefiel ihr, also nickte sie. „Natürlich, gerne."
Er bot ihr seinen Arm an und Sookie hakte sich mit kribbelndem Bauch bei ihm ein.
Das Restaurant war größer als es von außen erwarten ließ, aber dennoch nicht zu groß. Es gab einige Tische die frei standen, aber auch welche mit aneinanderhängenden Bänken die so ein kleines eigenes Abteil formten, was den innen Sitzenden etwas Privatsphäre ermöglichte.
Ihr Begleiter führte sie zu einem Abteil ganz hinten in der Ecke.
Sookie studierte die Karte und bestellte bei der Kellnerin, die ihr seltsame Blicke zuwarf, einen großen Hamburger mit Salat und Westernkartoffeln. „Blutig nehme ich an?" fragte die Bedienung etwas zickig. Die Fee sah sie verwirrt an. „Nein, durchgebraten bitte. Ich kann Blut nicht leiden."
ihr gegenüber sah so aus als würde er ein Grinsen unterdrücken.
„Und was wollen Sie?" Wieder so zickig, also diese Frau verstand definitiv nichts von ihrem Beruf. „Ein Tru:Blood bitte. Ich nehme an, Sie haben sowieso nur eine Sorte…" Sie sagte nichts mehr sondern wirbelte nur herum und rauschte ab.
„Was für eine unfreundliche Person." Kommentierte Sookie und der Blonde nickte. „Was meinen Sie, sieht die Dame nicht etwas schwanger aus?" „Ziemlich schwanger. Ich würde sagen im fünften Monat." Er sah sie abschätzend an und irgendwie mochte es Sookie nicht, dass er eine andere Frau so intensiv betrachtete.
Dieser Mann hatte etwas an sich, das ihre Eingeweide in einen Haufen wild flatternder Schmetterlinge verwandelte, und das nur in dem er sie ansah, er musste noch nicht einmal etwas sagen…
„Was ist ein Tru:Blood?" fragte sie schließlich nach, gottseidank klang ihre Stimme nicht halb so zittrig, wie sie sich gerade fühlte.
„Natürlich, das sollte ich erklären…" murmelte er kurz leise und sah sie dann wieder aufmerksam an. „Ich kann keine Nahrung zu mir nehmen, so wie Sie." Er legte seine Hand auf ihre, sie war irritierend kühl. „Ich bin ein Vampir."
Wow, was für eine Erklärung.
Sookie musste ein paar Mal tief durchatmen, zog ihre Hand aber nicht weg. „So ein richtiger Vampir? Sie saugen Blut und verbrennen im Sonnenlicht?"
nickte.
„Und wollen Sie auch mein Blut?" Nun nahm er ihre Hand in beide Hände und sah sie ernst an, was sie anging hätte er jetzt gar nichts mehr sagen müssen, sie war sowieso völlig in seinen Augen verloren. „Wenn du es nicht willst, dann werde ich mich nie von dir nähren, Sookie. Ich werde nichts ohne deine Erlaubnis tun."
Die Sache mit dem Bauchkribbeln war Vergangenheit. Die Schmetterlinge waren auch verschwunden. Alles war wie weggeblasen, Sookie wollte nur noch eins:
Diesen Mann.
Koste es, was es wolle. In seiner Stimme lag eine Ernsthaftigkeit, die sie jedes Misstrauen vergessen ließ. Bei ihm fühlte sie sich sicher und sie wusste, dass ihr nichts etwas anhaben konnte, solange er an ihrer Seite war…
In diesem Moment kam das Essen und riss sie Beide aus dieser eigenen kleinen Welt, in die sie sich gerade zurückgezogen hatten.
Sie ‚aßen' schweigend; also Sookie futterte ihren Hamburger und nippte immer wieder an seinem Tru:Blood.
Schließlich bezahlte er (und gab der Kellnerin ein großzügiges Trinkgeld, Sookie wäre nicht so nachsichtig gewesen) und führte sie wieder nach draußen. „Nun, , was möchten Sie nun weiter tun?" Insgesamt wäre ihr so einiges eingefallen, das sie gerne mit diesem Herrn gemacht hätte, aber soo leicht war sie auch wieder nicht zu haben. Zumindest im Moment nicht. Fröstelnd rieb sie sich die Arme, trotz mehr oder weingJacke war es empfindlich kalt.
Der Vampir zog sein Jackett aus und legte es ihr um die Schultern. „Hier, ich will nicht, dass Sie sich erkälten." ‚Naja, wenn du mich dann pflegst…'
„Am liebsten würde ich noch etwas mit Ihnen spazieren gehen…" murmelte Sookie abwesend, der Duft, der aus seiner Jacke hochstieg vernebelte ihr gerade etwas die Sinne.
„Einen Moment." Kurz darauf war er schon wieder da, mit einer Thermoskanne voll süßem Kräutertee. „Damit Sie mir hier nicht erfrieren…"
Also konnte sie noch einige Stunden mehr mit ihm verbringen… Sookie bekam weiche Knie.
Sie liefen in dieser kleinen Stadt umher, mal erzählte er was, mal sie (wobei sie wesentlich weniger zu sagen hatte, sie erinnerte sich immer noch an nicht viel) und mal schwiegen sie einfach. Wobei seine Hand, die die ihre in einem kurzen Waldstück fand, mehr sagte, als ein ganzer Sermon ihr hätte offenbaren können.
Sookies Hand kribbelte und fühlte sich an, als ob sie gleich in Flammen aufgehen würde.
„Wie alt sind Sie eigentlich?" Sie setzte sich auf eine Parkbank und ließ sich neben ihr nieder, sein Knie berührte ihres. Er sah ihr zu wie sie sich einen heißen Tee eingoss und antwortete erst später. „Ich bin seit etwas mehr als eintausend Jahre ein Vampir." Sookie verschluckte sich. „Bitte was?" Er klopfte ihr vorsichtig auf den Rücken, bis das Husten abklang und ließ seine Hand zu ihrer Freude darauf liegen. „Ich wurde vor eintausend Jahren zum Vampir gemacht." „Und wie alt waren Sie vorher?"
Gespannt setzte sie sich auf und sah ihn aufmerksam an. „Meine Verwandlung geschah etwa zwei Monate vor meinem siebenundzwanzigsten Geburtstag." „Sie sehen älter aus."
Bei dieser Feststellung warf ihr einen amüsierten Blick zu und Sookie grinste. „So hab ich das nicht gemeint. Sie sehen eher wie… dreißig oder so aus." „Das Leben damals war wesentlich härter."
Seine Augen verdüsterten sich für den Bruchteil einer Sekunde und Sookie fragte sich, was ihm wohl damals zugestoßen war. Einige Augenblicke war sie versucht zu fragen, doch sie wollte den schönen Abend nicht zerstören."
„Wenn Sie schon so alt sind… dann haben Sie doch sicher auch Elvis mal gesehen…" Er erwiderte ihr Lächeln. „Oh ja, mehrmals sogar. Gerade erst letzte Woche haben wir über Politik gesprochen." Ihr fiel der leere Teebecher aus der Hand, mit blitzschnellen Reflexen fischte er ihn aus der Luft. „Elvis ist ein Vampir?"
Er lachte und Sookie begriff, dass er sich über sie lustig machte. Spielerisch schlug sie ihm auf den Arm. „, das ist nicht nett!"
Galant fing er ihre Hand auf und sah ihr tief in die Augen. „Nennen sie mich doch Eric."
Sie waren so tief und blau, selbst in diesem schwachen Licht leuchteten sie immer noch wie zwei Kerzen am Fenster, die dem Reisenden den Heimweg wiesen (Wo zum Geier kam denn dieser Vergleich auf einmal her? Auch wenn sie sich bei ihm ziemlich zu Hause fühlte, das war noch lange kein Grund für derart poetische Metaphern!) Irritiert wendete sie sich ab und blinzelte.
„Wollen wir weiter?"
Schließlich erreichten sie wieder das Haus, in dem sie am Anfang des Abends aufgewacht war, offenbar schlief sie hier, immerhin hatte , Eric, ihr erklärt, dass es einem gemeinsamen Freund gehörte, der sie hier wohnen ließ bis ihr eigenes vollständig saniert war.
Sie standen lange auf der Veranda und sahen sich an.
Sookies Augen brannten, eigentlich wollte sie auf schnellstem Weg wieder ins Bett, aber sie hatte auch Angst, dass sie sich nach dem Aufstehen wieder an nichts mehr erinnern würde können.
Als Eric zum Abschied wieder ihre Hand fasste flüsterte sie: „Werde ich morgen noch wissen, wer du bist?" „Ich hoffe sehr, dass du jetzt weißt, wer ich bin…" war seine Antwort, auf ihren Blick hin setzte er noch hinzu: „Ja, Sookie, du wirst dich morgen noch an alles erinnern."
Die Art, wie er ihren Namen aussprach… sie wollte, das er das für immer tat. Jeden Morgen wollte sie von diesem Klang geweckt werden und jeden Abend dazu einschlafen.
„Schlaf gut, Sookie." Sagte er leise, er stand so nah bei ihr, langsam hob sie den Kopf und sah ihm tief in diese blauen, so blauen Augen. „Gute Nacht, Eric…"
Langsam hob er seine Hand zu ihrem Gesicht und strich ihr sanft mit seinen kühlen Fingern über die Wange. „Auf Wiedersehen…" hauchte sie. „Schlaf gut…" wiederholte er.
Sie beide wollten sich nicht aus dieser Situation lösen; was Sookie anging: sie war gar nicht in der Lage dazu. Wie lange sie so dagestanden und sich nur angesehen hatten konnte sie später nicht mehr sagen, endlich endlich überbrückte er den immer noch viel zu große Distanz zwischen ihnen und beugte sich quälend langsam zu ihr hinab.
Dieser Kuss war süß und rein, unschuldig, das Bekenntnis einer jungen, aufkeimenden Liebe… und ließ Sookie beinahe die Knie einsacken.
Gleichzeitig versprach er eine Leidenschaft, die sie mit einer Hitze erfüllte als ob es nicht dunkelste Nacht im tiefsten Herbst sondern höchster Mittag am heißesten Sommertag des Jahres wäre und sie ein einer Sauna in der prallen Sonne saß. (schon wieder so ein komischer Vergleich, dieser Mann war auf mehr als eine, die offensichtliche Art, stimulierend…)
Bevor all diese Empfindungen sie völlig überfluten und alle ihre Vorsätze (Entschuldige, Oma) hinweg wischen konnten, löste sich Eric auch schon wieder von ihr.
„Gute Nacht, Sookie." Sagte er mit rauer Stimme und machte einige Schritte rückwärts.
„Bis bald…" mehr brachte sie nicht mehr heraus, es hatte ihr definitiv die Sprache verschlagen, langsam ging sie nach hinten, bis sie die Tür in ihrem Rücken spürte (Verdammt, da wollte sie gerade eigentlich etwas anderes haben!). Fieberhaft suchte sie nach der Klinke und fummelte so lange daran herum, bis sie sie endlich aufbekam.
Als sie die Tür hinter… naja, eher vor sich, schloss, stand Eric immer noch auf der Veranda und sah ihr nach, Sookie wusste nicht, wie sie schlafen sollte, mit dem Wissen, dass er da stand und ins Haus sah…
Doch da…
Er zwinkerte ihr noch einmal zu und war dann verschwunden.
Mit einem tiefen Seufzen ging Sookie in ihre Zimmer… nun ja, wenigstens zu ihrem Bett zurück und ließ sich darauf fallen. „Himmel…"
Ja, genau von da kam sie gerade, aus dem Himmel… Aus dem Himmel mit einem Vampir.
