Twinkle, twinkle, little cat

How do you know I'm mad

Up above the branch so high

Like a grin in the sky

Twinkle, twinkle, little cat

How do you know you're mad

„Und jetzt?"
„Ich werde nicht da reingehen."

Sie seufzte. „Wir müssen aber irgendwann."
„Das geht die doch eh nichts an. Ich habe noch nie verstanden, wieso so viele so einen Wert darauf legen."
„Malfoy!"

Weaslette!", äffte er ihren Tonfall nach.

„Bitte, Malfoy. Wenn wir das nicht machen, habe ich Monate lang irgendwelche Mädchen am Hals, die mich fragen, ob ich etwas mit dir habe. Und ich will sie weder anlügen, noch es jeder einzeln erklären müssen. Also entweder ziehen wir das hier durch oder …" Bedrohlich funkelte sie zu dem Slytherin hoch.

„Können wir nicht auch … morgen?"
„Nein."
„Heute Abend?"
„Nein."
„Beim Mittagessen!"

„Mal-foy!" Sie hob bereits die Fäuste, um sich auf ihn zu stürzen.

„Ist ja gut, ist ja gut!" Schnell hob auch er die Arme und trat einen Schritt zurück. „Wir machen's ja. Schon gut. Lass es uns tun."
Ginny nickte und drehte sich wieder zum Portal. Doch sie konnte ihn verstehen. Sie hatte genauso große Angst, diese bescheuerte Türklinke runterzudrücken, wie er. Aber, wie sie eben gesagt hatte, alles andere wäre keine Alternative. Nicht, bei einer Familie wie der ihren, und einem Brüder, wie dem ihren, der rein gar nichts kapierte, wenn man es ihm nicht vor die Nase hielt. Also …

„Also …", murmelte Malfoy.
„Lass uns … reingehen."
„Lass uns reingehen."
Und sie standen immer noch wie erstarrt. Zweifelnd sah sie wieder zu ihm hoch, er blickte grimmig zurück. Seine Augen sagten deutlich: Deine Schuld.
Ein erneutes Seufzen, eine Hand auf die Türklinke legen, ein tiefes Ausatmen. Sie wollte die Klinke schon runterdrücken, da hielt er sie noch einmal auf.
„Warte." Er griff nach ihrer Hand und verflocht ihre Finger mit seinen. Langsam hob er ihre Hände an und betrachtete sie. „So ist es besser."
Ginny merkte, wie ihr eine verlegene Röte den Hals hinaufkroch, also wandte sie sich lieber schnell ab und, ohne sich die Gelegenheit zu geben, weiter nachzudenken, stieß sie die Tür auf. Nur ein Knarzen, dann schwang sie auf. Und Malfoy und Ginny standen im Eingang zur Großen Halle.

Und hatten sie erwartet, dass die Schülerschaft sie angaffen, Ron einen Schreikrampf kriegen und Snape der Löffel in den Haferbrei fallen würde, so hatten sie sich geirrt. Die Aufmerksamkeit der gesamten Halle lag nämlich schon auf einem anderen Objekt – vielmehr zwei Objekten.

Es waren Astoria und Blaise. Und sie …

„Streiten die beiden gerade oder bin ich blöd?"

„Ich fürchte, du siehst richtig, Weasley", antwortete Malfoy, der ein fettes Grinsen im Gesicht hatte. Sie warf ihm einen spöttischen Blick zu. Dieser Feigling, also echt. Jetzt war er auch noch erleichtert …

„Du weißt doch gar nicht, was das ist!", schleuderte Astoria ihrem Gegenüber in genau diesem Augenblick entgegen.

„Ach, aber du?", schoss Blaise zurück. „Bitte, Astoria, als ob du je eine Beziehung gehabt hättest!"

„Stimmt – an welchem Vollidiot das wohl liegt?!" Nicht mehr ganz so amüsiert bemerkte Ginny, dass ihrer Freundin Tränen in den Augen standen.

„Was meinst du denn jetzt bitte damit? Ich bin doch nicht schuld daran, dass du zu wählerisch bist!"
Ich bin wählerisch? Dir ist doch keine gut genug!"

Ginny beugte sich zu Malfoy und flüsterte: „Wieso greift McGonagall denn nicht ein?"
„Ich glaube, die findet das selbst viel zu interessant …", murmelte er mit einem Seitenblick zum Lehrertisch. Und es stimmte: Keiner schien sich noch für sein Essen, geschweigedenn für Ginny und Malfoy zu interessieren.

„Und wo ist jetzt das Problem, wenn mir dann doch mal eine gut genug ist?!", brüllte Blaise ungeduldig. „Wo ist dein verdammtes Problem, he?"

„Du … bist so bescheuert!", schrie sie zurück und stampfte mit dem Fuß auf. „Du merkst gar nichts! Gar nichts, Blaise Zabini!"

„Ich merke nichts?"

„Ja!", fauchte sie.

„Was bitte merke ich denn nicht?!"
„Einfach alles! Du hast doch gar keine Ahnung! Du bist einfach so egoistisch und von dir eingenommen, du würdest ja nicht einmal bemerken, wenn ein verdammter Blumentopf auf meinen Kopf fallen würde!" An der Stelle wirbelte Astoria auf dem Absatz herum, um davonzustürmen.

„Astoria …!", rief Blaise überrascht und packte sie gerade so noch am Arm. Mit zusammengepressten Lippen wandte sie sich um und starrte ihm trotzig entgegen.

Einem Moment war es totenstill.

„Ich … halte das nicht aus", sagte Blaise schließlich abgehackt, die Stimme ganz rau.

„Was meinst du …"

Doch da zog er sie schon an sich und verschloss ihren Mund mit seinem. Mit der gesamten Halle hielt Ginny den Atem an und man sah förmlich, wie Astoria unter dem Kuss zu einem Eisblock gefror. Blaise zog sich schon zurück, da erwachte sie aus ihrer Starre und zerrte ihn zu sich.

Es war, als ginge ein Seufzen durch die Menge, dann brach das Getöse aus. Klatschen, Johlen, einige sprangen auch auf und ein ziemlich zerknirschter Ravenclaw warf mit einem Brathähnchen nach Blaise' Kopf. Doch die beiden ließen sich durch nichts stören.

„Ja, also … ich würde sagen …", Ginny lächelte, „wir kommen später wieder."
„Genau das wollte ich auch gerade vorschlagen."

Damit nahm Malfoy sie an der Hand und zog sie hinter sich her aus der Halle. In irgendeine Ecke, aus der sie den restlichen Tag nicht mehr herauskamen. Sie hatten immerhin noch das ganze Schuljahr Zeit, ihre Beziehung öffentlich zu machen. Wer würde sich da schon beeilen?

„Übrigens … Wäre es nicht langsam an der Zeit, das mit den Nachnamen zu lassen?"

„Jedem das seine. Und jetzt halt mal die Klappe, ich will meine Freundin küssen."
„Draco!"
„Klingt gut. Noch etwas, was du dem hinzufügen willst?"

„Ich-"
„War rhetorisch gemeint, Weaslette."

ooooo

„Hey, Richard scheint ja immer noch sauer zu sein …"

Ginny drehte sich zu Draco um, der stehengeblieben war und quer über den Bahnsteig zu Malcom Richard hinübersah, der die beiden aus zu Schlitzen verengten Augen anstarrte. Die Gryffindor zuckte nur gleichgültig mit den Achseln.

„Ist er doch schon das ganze Jahr über."
Draco zuckte zustimmend mit den Mundwinkeln. „Wenigstens redet Richard nicht, da hat er deinem Bruder einen ungemeinen Vorteil gegenüber."
„Oder Muriel."

Ihr Freund lachte. Das tat er immer, wenn er an die Frühjahrsferien dachte, in denen die beiden über ein paar Tage zum Fuchsbau gereist waren.

Ron, Harry und Hermine hatten ja eh schon davon gewusst und Charlie hatte sie geschrieben. Fleur und Bill hatten es durch Fred und George erfahren, die es wiederum von Luna Lovegood erfahren hatten – wie sich herausstellte ihre zuverlässige 'geheime Quelle'.

Die anderen, denen sie nicht schreiben musste, da sie sie eh zu Hause treffen würde, hatten überrascht reagiert. Ihre Eltern waren mit Percy und Muriel – die aus irgendwelchen Gründen immer noch Quartier bei ihnen bezog – als Einzige im Fuchsbau gewesen. Percy hatte nur die Augenbrauen hochgezogen und irgendetwas vor sich hin genuschelt, während ihre Eltern etwas überrascht gewirkt hatten. Aber sie hatten sich daran gewöhnt.

Und hatte Ginny von den Reaktionen der anderen gehört, so war keine so gewesen, wie die von Muriel. Diese hatte ihnen nämlich gegenüber auf einem Sofa gesessen und sie skeptisch angesehen. Dann, nach kurzem Schweigen, hatte sie sich vorgebeugt und sie mit der Hand vorgewunken. Also hatten die beiden sich ebenfalls vorgelehnt und sich von Muriel erst einmal mustern lassen. Nach einigen Minuten – wahrscheinlich nur Sekunden – wandte sie sich an Draco und deutete grob auf Ginny.

„Und du bist dir sicher, dass du dir das antun willst?"

Und das war auch ihr einziger Kommentar zu der Angelegenheit gewesen.

„Ich glaube, ich sehe Blaise und Astoria", unterbrach Draco ihre Gedanken, der sie an der Hand durch die Menge zog.

Ginny hob den Arm und winkte ihren Freunden, die sie ebenfalls entdeckt hatten. Sie hatte Hermine vorhin beim Frühstück gesagt, dass sie wahrscheinlich mit den Slytherins fahren würde – aber das war auch kein Wunder mehr gewesen.

„So, da wären wir also", meinte Blaise und stopfte die Hände in die Hosentaschen. „Fühlt ihr euch auch so komisch, wie ich?"

„Nein, weil wir im Gegensatz zu dir gestern nicht so tief ins Glas geschaut haben", spottete Astoria, die wieder mal Grobian in seinem Glas in den Armen hielt, ihn jetzt aber auf einem Gepäckwagen abstellte.

Blaise rollte mit den Augen. „Das meinte ich doch auch nicht. Ich meinte", er deutete zum Schloss, „deswegen."
Die drei seufzten einvernehmlich, bis auf Draco, der nur lässig wie eh und je da stand. Allerdings wusste Ginny ganz genau, dass es ihn genauso schmerzte, Hogwarts hinter sich zu lassen, wie sie alle. Und zwar ganz einfach deshalb, weil er gestern nicht halb so viele idiotische Kommentare über die Leute gemacht hatte, wie sonst. Nicht mal über die Deko hatte er etwas gesagt, und das hieß was.

„Na ja, es ist halt vorbei, nicht wahr? Ich fürchte, damit müssen wir uns abfinden", sagte Ginny und ließ ihre Augen auf dem Schloss ruhen, das jahrelang ihr aller Zuhause gewesen war.

„Wir kommen wieder", sagte Draco leise. „Das tun wir immer."

Sie lächelte. „Ich weiß."

„Du hast wirklich unverschämtes Glück, Draco …", bemerkte Blaise plötzlich. „Du hast nicht einmal mit Richard und Nott gewettet und trotzdem gewonnen."

„Ah, wir wären wieder bei dieser total bescheuerten Wette." Ginny warf ihrem Freund einen frostigen Blick zu.

„Ich bin ein Malfoy." Wie ganz selbstverständlich ignorierte er sie.

„Ja, und ein Volltrottel."

„Das-"
„Da das jetzt geklärt ist", schnitt ihm Astoria das Wort ab: „Wie wäre es mit Kofferholen?"

Blaise nickte zustimmend. „Guter Vorschlag. Uh, siehst du das auch? Ein Erstklässler hat sich Grobian geschnappt …"
„Was?!" Astoria wirbelte herum. „Oh, nicht schon wieder! … Moment, das ist doch derselbe, wie … Wenn ich den erwische, diesen- argh!" Damit jagte sie dem armen Erstklässler hinterher, Blaise folgte ihr gemächlich.

„Wir sehen uns im Abteil …!", rief er noch gelangweilt über die Schulter.

Ginny schmunzelte nur belustigt und drehte sich wieder Hogwarts zu. Es waren noch ein paar Minuten bis zur Abfahrt, sie wollte sich noch nicht von dem Schloss lösen. Außerdem erwartete sie am Ende dieser Reise Dracos Mutter – ohne einen Blick zum Zug zu werfen, konnte sie das ganz gut verdrängen. Draco hatte ihr zwar geschrieben, doch das hatte ihnen nicht die Tage erspart, die Narzissa sie eingeladen hatte, bei ihnen zu verbringen. Aber sie würden das schon schaffen. Sie waren zwar nicht gerade das gewöhnlichste Paar, aber sie waren inzwischen in ziemlich gutes Team. Vor allem beim Streiten.

„Es wird jetzt alles anders", seufzte sie schließlich. Nicht, dass sie das am gestrigen Abend auf der Party nicht bereits tausendmal gesagt und gesagt bekommen hätte.
„Ja, ich weiß."
„Draco?"

„Hm?"
Diese Frage beschäftigte sie schon die ganze Zeit. „Sag mal … wieso ausgerechnet Weaslette?"

Draco sah in ihr Gesicht hinunter und suchte verwundert ihre Augen ab, als er zu verstehen schien. „Ich wollte damals eigentlich etwas anderes sagen", sagte er irgendwann, „aber nun, ich schätze … Vielleicht weil jede andere Weasley nie darauf eingegangen wäre."

Ginny legte den Kopf in den Nacken und überflog den Himmel. „Ja, stimmt wohl."
„Aber das ist auch egal", meinte Draco und beugte sich zu ihrem Ohr hinab, wie er es sich zur Angewohnheit gemacht hatte, „ich finde sowieso, dass Weasley ein völlig langweiliger Name ist." Er grinste und strich ihre Haare gespielt nebensächlich zur Seite. „Du solltest dir überlegen, mich zu heiraten."

Ginny starrte ihn fassungslos an. „Du … Geh einfach deinen Koffer holen, Malfoy."

Damit gingen sie kabbelnd zum Zug. Ein letztes Mal drehte sie sich noch um, bevor sie einstieg. Das Schloss lag ganz friedlich da, die Sonne ließ die Fenster und das Wasser im See in hellem Licht erstrahlen. Augenblicklich entspannte sie sich. Das war ein Bild, das wohl noch in Ewigkeiten unverändert bleiben würde. Ein Bild, das alle folgenden Generationen genau wie sie irgendwann ansehen und sich erinnern würden. An alles, was gewesen war.

Ginny wusste nicht, wie die Zukunft aussehen würde. Aber sie konnte sagen, dass die Vergangenheit gut gelaufen war.

„Weaslette, jetzt komm endlich."

Sie riss sich los und nickte. Dann stieg sie in den Zug.

~ ENDE ~

… Oder doch nicht! Ich hatte noch einige Extras versprochen, die euch im nächsten „Kapitel" begegnen werden.

Die anderen verabschiede ich bereits hier. Es war eine wunderbare Zeit! Ich danke euch allen und hoffe, die Geschichte hat euch genauso gefallen, zu lesen, wie mir, sie zu schreiben. Und ich hoffe, meine Ginny, mein Draco, meine Astoria, mein Blaise, meine Weasleys und all die anderen sind euch ebenso ans Herz gewachsen. Die Story hat mich Dinge gelehrt, die ich noch nicht wusste – dafür und für so vieles mehr bin ich dankbar. Aber vor allem euch! Lasst uns noch tausendmal nach Hogwarts zurückkehren!

Eure Grim ^-^