Seit dem letzten Post ist wieder mal eine ganze Weile vergangen... Aber zur Zeit komme ich nicht viel zum Schreiben.
Hoffentlich ändert sich das in den Ferien wieder ;)
An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an selina, kristin und derxteversuch
Eure reviews haben mir den Nötigen Anreiz gegeben, endlich weiter zu schreiben
Viel Spaß beim neuen Chapi ... Bella platzt endlich mal der Kragen und Edward verhält sich zur Abwechlung mal ganz gantlemanlike ... so viel sei gesagt...
Ob er bei Bella Heldenbonus bekommt? ;)
"Wie lange sitzt du da schon?", fragte ich mit zusammengekniffenen Augen. Sie versuchte sich geräuschlos zu räuspern. "Ehrlich gesagt schon die ganze Zeit. Du spielst toll." Ich nahm das Kompliment mit einem Nicken hin, doch ich freute mich darüber, was wohl schlicht und ergreifend daran lag, dass es von Bella kam.
"Warum komponierst du nicht mehr?", fragte sie und sah mich aufmerksam an. Ich starrte sie an. Ihre Frage brachte mich vollkommen aus dem Konzept. Bella war die letzte, mit der ich darüber sprechen wollte. Ich beschloss einfach eine Gegenfrage zu stellen al la Bella, sie wich mir schließlich auch ständig aus. "Hat dir das Alice erzählt?" Bellas Augen weiteten sich und sie schien plötzlich besorgt. "Ja, hat sie. Aber du musst mir das nicht sagen, wenn du nicht willst" Dem Gegenüber das Gefühl zu geben, die freie Wahl zu haben, obwohl man auf eine Antwort spekulierte, nach dem Motto, du kannst mir vertrauen, war ein guter, psychologischer Schachzug. "Ich will dir nicht zu nahe treten."
"Schon okay. Seit Esme gestorben ist, kann ich es nicht mehr. Irgendwie fällt mir nichts mehr ein. Sonst habe ich oft irgendwelche Melodien in meinem Kopf gehört, ich musste sie nur spielen." Warum hatte ich das jetzt gesagt? Warum ausgerechnet zu ihr? Ich hatte ihr gar nichts sagen wollen, und doch war es passiert. Inzwischen befürchtete ich, dass ich die Gabe des Komponierens verloren hatte. Egal wie häufig ich es versuchte, dass Ergebnis stellte mich nicht zufrieden.
"Du hast so viel Talent, ich bin mir sicher, dass es zurückkommt. Wahrscheinlich versuchst du es zu verbissen", sagte Bella ernst. Ich erwiderte nichts und es entstand ein unangenehmes Schweigen. "Spielst du noch was?" Ich sah aufgrund Bellas bittendem Tonfall auf. "Was willst du denn hören?", fragte ich ergeben und fuhr mir mit der Hand durch die Haare. "Egal, Hauptsache du spielst."
Bella
Der Anblick von einem Klavier spielenden Edward hatte etwas ergreifendes, fesselndes, irgendwie unglaubwürdiges an sich. Ich musste ihn einfach darum bitten weiterzuspielen. Ich hätte ihm so ein Talent nie zugetraut, hatte ihn auf Oberflächlichkeit und sein Aussehen reduziert. Er wirkte vollkommen konzentriert, wie er da an dem imposanten schwarz glänzenden Flügel saß, in sich gekehrt. Sein Gesichtsausdruck war entspannt und friedlich, wie ich ihn nie zuvor an ihm gesehen hatte. Seine Finger huschten über die Tasten und entlockte dem Instrument komplexe, fast unerträglich schöne Klänge. Ich schloss die Augen, ließ die Musik durch meinen Körper rieseln, mich wärmen wie eine heiße Schokolade an einem kalten Wintertag. Hätte mich die Schönheit Musik nicht so sehr gefangen genommen, hätte ich die Augen nicht geschlossen um Edward beobachten zu können. Man musste nichts von Musik verstehen, um zu erkennen, dass er den Flügel beherrschte, ihn nicht nur auf körperlicher sonder auch auf mentaler Ebene spielte.
Ich schien Edward nicht so gut zu kennen, wie ich dachte.
Vielleicht hatte er wirklich recht gehabt, als er sagte, wir seien uns ähnlich. Vielleicht war es die Musik, die uns verband. Im Augenblick fühlte ich mich Edward jedenfalls näher, als jemals zuvor. Die letzten Takte eines klassischen Stücks erklangen und ich öffnete mit einem Seufzen die Augen. "Wer hätte das gedacht?", murmelte ich vollkommen überwältigt. "Wer hätte was gedacht?", hakte Edward nach und sah mich neugierig an. "Das du so gut bist." Ich konnte nicht verhindern, dass mir die Röte in die Wangen stieg. Edward lachte.
"Das ist nicht unbedingt, dass was man erwartet, wenn man mich sieht, oder?" Ich schluckte."Nicht wirklich... Ich meine, damit will ich nicht sagen, dass ich gut aussehenden Menschen keine positiven Talente zutraue, ganz und gar nicht. Ich meine, also was ich damit sagen will...", stammelte ich und machte mich dabei zum Volldeppen. "Du hältst mich also für gut aussehend?", unterbrach mich Edward amüsiert. In seinen Augen glitzerte der Schalk. Ich wandte mich peinlich berührt ab. Mist. Meine Wangen brannten. Ich brachte es nicht zustande, eine Unterhaltung mit ihm zu führen, ohne mich total zu blamieren. "Es gibt keinen Grund zu Erröten. Das ist nichts neues für mich", sagte er strotzend von Selbstbewusstsein, doch der Schalk blieb. Mit dem Anflug von Missmut fielen mir wieder seine Worte von vorher ein und mit ihnen die Tatsache, dass ich eigentlich sauer auf ihn war. "Dein Ego ist echt größer als dein Verstand." Edwards Augenbrauen zogen sich fragend zusammen. Ich biss mir nachträglich auf die Zunge. Wie kam ich dazu, so etwas zu ihm zu sagen? Seit wann hatte ich den Mumm dazu, andern zu sagen, was ich dachte? Am liebsten hätte ich die Worte wieder zurückgenommen, doch jetzt war es zu spät. "Willst du mich beleidigen?", fragte er, nach wie vor heiter. "Ich wollte..." Tja, was wollte ich? "...damit sagen, dass die anderen nicht so blöd sind, wie du vielleicht glaubst", schloss ich zögernd. "Warum sollte ich so etwas denken?" Er schien nicht recht zu wissen, was er von meinem zusammenhanglosen Gestammel halten sollte, entschied sich aber anscheinend dafür, es mit Humor aufzunehmen. Bis vor kurzem war ich mir nicht mal mehr sicher gewesen, ob er überhaupt welchen hatte. "Du hast gern die... Kontrolle über andere und versuchst sie deshalb, zu manipulieren, damit sie dich anbeten. Das macht man nicht." Anbeten? War mir kein weniger dramatisches Wort eingefallen. Edwards Mundwinkel senkten sich und ein Teil der Kälte kehrte in seine Augen zurück. Anscheinend lag ich richtig. "Spielst du gerne den Hobby-Psychologen?", fragte er wirsch und verschränkte abwährend die Arme vor der Brust. Wut loderte in mir auf und die folgenden Worte verließen meinen Mund ohne einen konkreten Befehl erhalten zu haben. "Nein. Ich werde nur nicht gerne verarscht." Seine Gesichtsausdruck schwankte zwischen Verwunderung und offenkundiger Gereiztheit. "Was?"
"Wenn ich etwas will, bekomme ich es auch, ich muss nur ein bisschen nett sein. Klingelt es da bei dir?" Ich stemmte wütend die Arme in die Hüften. Edward dachte einen Augenblick nach, als könnte er sich nicht mehr daran erinnern. "Stimmt, das habe ich gesagt, aber was hat das mir dir zu tun?" Ich schwieg, kochend vor Wut. Er machte sich über mich lustig, indem er den Begriffsstutzigen spielte. Erkenntnis huschte über sein Gesicht. "Ach du denkst, das wäre auf unser Gespräch gestern bezogen?", fragte er mit aufrichtig wirkendem Erstaunen. "Ich denke es nicht, ich weiß es." Edward besaß die unglaubliche Unverschämtheit in Gelächter auszubrechen. "Gar nichts weißt du. Es ging um etwas ganz anderes, glaub mir."
"Und das wäre?"
Er schmunzelte. "Alice und ich hatten in Bio eine kleine Unterhaltung darüber, wie ich auf alles weibliche wirke, und wie lächerlich Mikes Versuche, ein Mädchen zu umgarnen doch sind."
Ich wusste nicht warum, vor allem weil seine Antwort glaubwürdig schien, doch seine Arroganz brachte mich fast zum Explodieren. "Das Leben besteht nicht nur aus gutem Aussehen, Edward. Aber ich glaube deine Chancen stehen relativ schlecht."
"Für was?"
"Um es irgendwann einzusehen"
Kochend vor Wut riss ich die Türe auf und stieg eilig die Treppenstufen hinab nach draußen. Egal wo hin, Hauptsache weg von Edward und das möglichst schnell. Wie kam ich bloß dazu, so auf ihn zu reagieren? Wenn ich genauer über unseren Wortwechsel nachdachte, hatte ich eigentlich gar keinen Grund, wütend zu sein. Aber warum war ich es dann? Ich übersprang die letzte Treppenstufe und geriet kurz aus dem Gleichgewicht. Ich wollte in Richtung Wald stürmen, doch plötzlich wurde ich von hinten am Arm gepackt. Ich geriet in Panik, riss mich los und wirbelte herum. Edward stand vor mir und sah mich an, als hätte ich den Verstand verloren. Wer weiß, vielleicht hatte ich das ja wirklich. "Wehe du schleichst dich noch einmal an mich ran", fauchte ich. Was tat ich hier gerade? Ich war kein Mensch, den man leicht in Rage bringen konnte, doch Edward gelang es jedes mal. "Was ist dein verdammtes Problem, Bella?" Edward Augen funkelten zornig und seine ganze Körperhaltung drückte Ablehnung aus. Seine Wut war um einiges eindrucksvoller als die meine. Dummerweise wusste ich selbst nicht, was mein Problem war. Das versuche ich gerade herauszufinden. "Lass mich einfach in Ruhe", murmelte ich und stapfte auf den nahen Waldrand zu. Ich wusste nicht wohin ich ging, durch den Schleier meiner Tränen verschwamm die Umgebung zu unförmigen, grünen Schlieren. Was war mein Problem? Edward kratze an meiner Eisschicht, die mich vor meinem Erlebnis schütze. Das war nicht gut. Ich musste vorsichtiger sein, musste diese bescheuerte Schwäche für ihn schleunigst ablegen. Hier ging es nicht nur um baldige Enttäuschungen, sondern um mögliche Enthüllungen. Es durfte niemand erfahren. Wenn ich es aussprach würde meine mehr oder weniger geordnete Welt in die Luft fliegen und ich mit ihr. Selbstschutz musste das einzige sein, an das ich einen Gedanken verschwendete. Alles andere war unwichtig. Während ich lief fühlte ich erneut den pochenden Kopfschmerz. Wahrscheinlich war es mehr als leichtsinnig, nach einem Ohnmachtsanfall alleine spazieren zu gehen, doch ich brauchte die ruhige Umgebung, um meinen Kopf klar zu bekommen. Ich konnte nicht denken, wenn Edward mir so nahe war. Meine Wut verwandelte sich in Niedergeschlagenheit und Selbsthass. Er musste mich für vollkommen bekloppt halten. Er hatte mir doch bereits gesagt, dass er nicht mich gemeint hatte, und selbst wenn ich seinen Worten glauben schenken sollte, blieb immer noch die Frage, warum es überhaupt eine Rolle spielte. Es sollte keine Rolle spielen.
Ich wusste nicht, wie lange ich gelaufen war, doch mit der Zeit verlangsamten sich meine Schritte und schließlich trat ich tatsächlich auf die Lichtung, auf der ich Edward begegnet war. Heute war ich blind für die unverhohlene Schönheit der Wiesenblumen. Ich setzte mich ins Gras und barg den Kopf auf den Knien, wünschte mich zurück nach Phoenix, wo nicht alles einfach gewesen war, aber bei weitem nichts so kompliziert wie in Forks. Wer hätte gedacht, dass eine mickrige Kleinstadt irgendwo in Washington solche Überraschungen bereithielt. Dass Überraschungen nicht unbedingt positiv sein mussten, sollte ich vielleicht ebenfalls erwähnen. Als die ersten Tropfen fielen; es verging kein Tag, an dem es nicht regnete; hatte ich mich nicht vom Fleck gerührt und jegliches Zeitgefühl verloren. Ich konnte unmöglich sagen, wie lange ich hier schon saß. In der Hoffnung es würde sich nur um einen kurzen Nieselregen handeln, blieb ich einfach sitzen, doch nach ein paar Minuten war mein Oberteil klitschnass und das Haar klebte an meinem Kopf. Der Regen prasselte auf mich nieder und starke Windböen fuhren grob durch die Bäume und schüttelte ihre Äste. Ich war geradewegs in einen Wolkenbruch, geraten, der dazu neigte in ein Gewitter überzugehen. In der Ferne hörte ich den Donner grollen. Das Geräusch hallte zwischen den umliegenden Bergen wieder. Ich rappelte mich auf und versuchte durch den Regen etwas zu erkennen, doch die Landschaft verschwamm zu eintönigem Grau. Als der erste Blitz über den Himmel zuckte und den dämmrigen Wald taghell erleuchtete, wurde mir mulmig zu Mute. Ich zählte die Sekunden zwischen dem nächsten Donnern und einem weiteren Blitz. Das Gewitter war ein paar Meilen von hier entfernt, nicht direkt über mir. Durfte ich im Wald Schutz suchen oder sollte ich abwarten, bis es vorbei war? "Bella?" Ich riss den Kopf in die Höhe und versuchte die dunkle Gestalt zu erkennen, die sich auf mich zu bewegte. Sobald ich sein Gesicht, überschattet von der Kapuze, durch den Regen ausgemacht hatte, fiel jegliche Furcht von mir ab. Ich hatte mich nie so sehr gefreut, Edward zu sehen. Er trug eine schwarze Regenjacke und hatte die Kapuze weit ins Gesicht gezogen. "Auf dich aufzupassen ist echt ein Vollzeitjob", glaubte ich ihn sagen zu hören, doch als ich nachfragte winkte er ab. Ein weiteres Donnergrollen hallte in den Bergen wieder und ließ mich erneut zusammen zucken. Edward zog sich rasche die Regenjacke aus und half mir hinein, bevor ich widersprechen konnte. Sie war mir viel zu groß, bot aber Schutz vor dem Regen. Das Futter war noch körperwarm. Bevor ich wusste, wie mir geschah, zog mich Edward unsanft mit sich in den Wald hinein. "Wohin gehen wir?", versuchte ich das Prasseln des Regens zu übertönen doch ein weiteres Donnern ließ meine Worte untergehen. Ein weit verästelter Blitz erhellte den Wald. In den wenigen Sekunden, konnte ich eine schemenhafte Blockhütte zwischen den Bäumen ausmachen. Edward öffnete hastig die Türe und schubst mich ins Innere. Hinter uns knallte er sie wieder zu und schob den Riegel vor.
Das wars schon wieder :) Hoffe euch hat das chapi gefallen
Ich bemühe mich, demnächst wieder zu posten also vllt so am Wochenende aber versprechen kann ich natürlich nichts
Hier gibts jetzt aber noch eine kleine Vorschau aus Edwards Sicht fürs nächste chapi:
"Ich bin nun Mal ein Mann und Männer wollen immer das Sagen haben. Ist dir das noch nie aufgefallen?"
Sie stieß verächtlich die Luft aus. "Ist dir schon mal aufgefallen, dass das eine typische Neandertaler-Ansicht ist?", gab sie mit vor Sarkasmus triefender Stimme zurück. Ich lachte. "Ich kenne die Frauen gut. Glaubst du ich würde sonst jedes Mädchen haben können, wenn ich nicht genau wüsste, wie sie ticken? Frauen wollen von so genannten Neandertalern herumkommandiert werden. Sie wollen jemanden, der das Sagen hat, eine Starke Persönlichkeit " Ich beobachtete sie, während ihr Gesicht erneut einen bockigen Zug annahm. "Ich nicht."
Ganz liebe Grüße und drei einigermasen erträgliche Tage bevor die Ferien los gehen (Falls ihr welche habt) , wünsch ich euch und hoffe ich habe euch aufs neue Chapi neugierig gemacht ;)
