A/N: Hallo Leute,
heute kratzen wir mal ein bissel am Rating. Wenn ihr schwache Nerven habt, dann legt euch fürs Lesen fröhliche Musik auf, dann wird es nur halb so schlimm.


Beweismittel XY6fU, 97 A

Die Erinnerung XY6fU, 97 A zog lange schwarze Schlieren im Becken des Denkatron. Nur langsam verteilte sich die Flüssigkeit auf die 32 Röhren. Doch dann war es so weit und die holografische Projektion begann.

Harry hatte diese düstere Halle in den letzten Jahren öfters in den Erinnerungen von Zeugen gesehen und wusste daher, dass sie sich in Malfoy Manor befanden. Am Kopfende einer langen Tafel stand Voldemort, der in diesem Moment nicht nur die ungeteilte Aufmerksamkeit der sieben anwesenden Todesser besaß, sondern auch die Aufmerksamkeit aller Hexen und Zauberer im Gerichtssaal.

Voldemort sprach kaum vernehmbar: „Wie interessant, eine Einkaufsliste." Er überflog gelangweilt einen Zettel und sah Severus Snape spöttisch an. „Ist das alles, was du an bedeutenden Informationen liefern kannst? Eine Einkaufsliste?"

Snape erhob sich ohne Hast von seinem Stuhl. Seine tiefe Stimme klang ruhig und überlegt, im Grunde nicht anders, als es Harry aus seiner Schulzeit kannte. „Mein Lord, es war nicht zu erwarten, dass der Orden des Phönix mir nach dem Tode Dumbledores noch vertraut", erwiderte er. „Allerdings braucht Sie dieser Fakt nicht übermäßig zu beunruhigen. Nach unseren Erkenntnissen ist das derzeitige Vorgehen des Ordens desorganisiert und kopflos, im wahrsten Sinne des Wortes. Es würde mich nicht wundern, falls überhaupt kein groß angelegter Plan existiert. Ich kann jedenfalls beim besten Willen kein Aufbäumen, keinen nennenswerten Widerstand gegen unsere Aktivitäten ausmachen. Von daher ist es natürlich nicht einfach, überhaupt interessante Informationen zu liefern. Es gibt einfach keine. Ich bin beinahe sicher, dass die bevorstehende Übernahme des Ministeriums ohne Probleme ablaufen wird. Und sobald das Ministerium in unserer Hand ist, wird uns auch Hogwarts zufallen.

Die – Einkaufsliste – wurde mir von der Quelle, die wir gemeinsam besprochen hatten, zugespielt, doch der Handschrift nach zu urteilen, hat Albus Dumbledore sie noch vor seinem Tode geschrieben. Florfliegen, gemahlenes Horn eines Zweihorns, Blutegel, Baumschlangenhaut. Und all das in beachtlichen Quantitäten. Die Zutaten weisen darauf hin, dass eine große Menge an Vielsafttrank gebraut werden soll. Die Mondphase ist zum aktuellen Zeitpunkt günstig für dieses Vorhaben, der Trank kann – von einem erfahrenen Tränkemeister gebraut – in drei Wochen fertig sein. Nach Ablauf dieser Frist müssen wir verstärkt die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass selbst engste Verwandte, Freunde und natürlich auch unsere Verbündeten nicht diejenigen sind, die sie vorzugeben scheinen."

Voldemort studierte Snapes Gesicht und suchte Augenkontakt. Snape wich dem Blick des Dunklen Lords nicht aus und ließ auch sonst mit keiner Regung vermuten, dass ihm der Versuch, seine Gedanken zu lesen Unbehagen bereitete. Vielmehr schien ihm das Interesse des Dunklen Lords an seinen Gedanken völlig zu entgehen.

Mit einem bedauernden Lächeln wandte Voldemort sich ab. „Severus", sagte er gefährlich leise, „ich habe keine engen Verwandten. Und ich traue weder meinen Freunden, noch meinen Verbündeten. Das solltest du mittlerweile wissen. Deine Information ist – wertlos."

Der Dunkle Lord ließ die Liste in seiner Hand in Flammen aufgehen, beobachtete, wie die züngelnden Flammen sich durch das Papier fraßen und dabei seine Finger umspielten. Erst als der Zettel aus kaum mehr als einem schwarzen Fetzten bestand, warf er ihn in den erloschenen Kamin hinter sich, wo der klägliche Rest zu einem Häuflein Asche verbrannte. Bellatrix Lestrange, die zur Rechten ihres Meisters saß, keckerte amüsiert vor sich hin, doch Voldemort beachtete sie nicht.

„Ich will Harry Potter, Severus. Keine Einkaufslisten."

„Sobald Harry Potter einen Fuß nach Hogwarts setzt, gehört er Ihnen."

„Falls Harry Potter nach Hogwarts zurückkehrt. Was zu bezweifeln ist, wenn ich erst den Mörder von Albus Dumbledore zum neuen Direktor der Schule gemacht habe."

„Selbst wenn Potter nicht nach Hogwarts zurückkehrt, kann er sich nicht ewig verstecken. Früher oder später wird er auftauchen, um wieder den Helden zu spielen. Geduld ist nicht seine Stärke. Alles, was wir tun müssen, ist warten."

„Warten." Voldemort schien zu überlegen. „Weißt du, Severus, von Zeit zu Zeit habe ich das Gefühl, dass du nicht mit ganzem Herzen bei der Sache bist. Immer redest du vom Warten, ganz so, als ob dir nicht viel daran liegen würde, dass Harry Potter – stirbt."

Trotz dieser bedrohlichen Unterstellung, ließ Snape sich nicht aus der Fassung bringen. „Ich denke, die Bedeutung des – Auserwählten – wird überbewertet", sagte er kühl. „Harry Potter ist nichts weiter als ein selbstgefälliger, verzogener Schnösel. Seine magischen Fähigkeiten sind bescheiden, sein Intellekt kaum einer Erwähnung wert. Dennoch sehe ich ihn persönlich lieber tot als lebendig. Seine Existenz allein scheint den – zugegebenermaßen bescheidenen – Widerstand einiger unverbesserlicher Zauberer und Hexen am Leben zu erhalten. Je eher wir Potter loswerden, desto besser."

Harry wandte seinen Blick von der holografischen Szene ab, denn ein deutlich vernehmbares Raunen ging durch den Saal. Er bemerkte, dass viele Anwesenden ihn unverhohlen anstarrten und von ihm eine Reaktion auf diese wenig schmeichelhafte Bemerkung erwarteten. Harry wandte sich wieder der Szene im Denkatron zu und bemühte sich um einen neutralen Gesichtsausdruck. Sein ehemaliger Professor für Zaubertränke hatte vielleicht etwas übertrieben, aber Harry wusste nur zu gut, dass Snape mit seiner Einschätzung nicht ganz Unrecht gehabt hatte.

Voldemort schien Snapes Bemerkung jedoch nicht zu genügen. Mit einer verärgerten Handbewegung brachte er Bellatrix, die in diesem Moment geräuschvoll gähnte, zum Schweigen und wandte sich wieder Snape zu. „Ich will es nicht von dir hören, Severus. Ich will es sehen. Sehen! Verstehst du mich? Ich will deine Gedanken, nicht deine Worte!"

Bellatrix Lestrange drehte eine Haarlocke mit ihrem Zauberstab und grinste dabei teuflisch. „Ich wüsste schon, wie ich die Gedanken aus seinem Schädel holen würde."

Voldemort verzog zwar den Mund, aber er schien Bellatrix die Unterbrechung nicht übel zu nehmen. Mit beinahe väterlicher Geduld erklärte er: „Bellatrix, du hattest bereits deinen Spaß mit unserem Tränkemeister. Außerdem sollte dir nicht entgangen sein, dass der Cruciatus nicht bei jedem Opfer die gewünschten Effekte erzielt. Nicht wahr?" Er blickte Snape an.

Bellatrix stand nun auf, wartete kurz die Reaktion des Dunklen Lords ab, und als dieser ihren mutigen Vorstoß tolerierte, ging sie merkwürdig mit den Hüften schwingend um das Kopfende des Tisches herum auf Severus Snape zu, suchte ohne Scheu seine Nähe, bis sie ihn schließlich berührte. „Es gibt andere Mittel. Vielleicht nicht so elegant, vielleicht etwas profaner – sagen wir einfach – fleischlich." Sie hob ihre Hand. Die Klinge eines Dolches blitzte auf. Bellatrix schien sich diebisch über ihre kleine Überraschung zu freuen. Sie küsste die silberne Klinge, deren Spitze an ihrer Unterlippe entlang glitt. Dann fasste sie den Dolchgriff mit zwei Fingern und ließ die Waffe zwischen ihnen hin und her pendeln.

Voldemort nahm ihr den Dolch ab und studierte ihn von allen Seiten. „Der Dolch ist zweifellos alt, doch er besitzt keinerlei magischen Fähigkeiten", stellte er fest und betrachtete seine ergebenste Todesserin prüfend, ja beinahe enttäuscht.

Bellatrix wies breit grinsend auf einen Mann, der an der Längsseite des Tisches etwas weiter hinten Platz genommen hatte.

„Dein Dolch, Lucius?", fragte Voldemort.

Der Angesprochene nickte, ohne vom Tisch aufzublicken. Harry hätte Lucius Malfoy nicht erkannt, auch wenn dieser neben seiner Frau saß. Gezeichnet von seinem Aufenthalt in Askaban wirkte er in Gegenwart des Dunklen Lords wie ein eingeschüchtertes Kind, und keinesfalls wie einer der einflussreichsten Männer der Zauberwelt. Nicht einmal der Anflug von Selbstgefälligkeit war zu erkennen – die rot geränderten Augen und ein dunkler Bartschatten hätten wohl jeden Versuch eines blasierten Gesichtsausdrucks zur Farce verkommen lassen, doch selbst die Arroganz, die Lucius sonst genauso selbstverständlich zur Schau trug wie sein auffällig silberblondes Haar, war nicht mehr auszumachen.

„Wir benutzen ihn hin und wieder als Brieföffner, Mylord. Ich muss vergessen haben, ihn wegzuräumen." Lucius Malfoy wirkte verängstigt, sicherlich auch deswegen, weil der Dunkle Lord nun an seine Seite getreten war.

„Ein Brieföffner", wiederholte Voldemort. „Nun, das ist wirklich eine bemerkenswerte Aufgabe für solch einen gut gearbeiteten Dolch, nicht wahr, doch beinahe zu außergewöhnlich für ein Muggel-Artefakt." Voldemort schaute in die Runde, als hätte er einen Witz gemacht. Bellatrix kicherte ergeben und einem anderen Todesser glückten ein paar hole Lacher, doch die Atmosphäre blieb angespannt. „Ich denke, wir sollten diesem schönen Stück zu neuen Ehren verhelfen." Voldemort bedeutete Malfoy, ihm zu folgen, und ging zurück zum Kopfende der Tafel. „Ich möchte, dass du Severus Snape mit den Eigenschaften der Waffe bekannt machst. Unser Tränkemeister soll – die Schärfe dieser feinen Klinge – zu würdigen lernen." Der Dunkle Lord drückte Malfoy fast beiläufig den Dolch in die Hand und setzte sich dann auf seinen angestammten Platz am Kopf der Tafel.

Die zwei Männer, Lucius Malfoy und Severus Snape, standen sich gegenüber, doch keiner wagte, dem anderen in die Augen zu blicken. Snape rührte sich zuerst und legte seinen Umhang ab, was der Dunkle Lord amüsiert zur Kenntnis nahm. Lucius Malfoy schien zu einem Felsen erstarrt.

Der Dunkle Lord genoss die Szene eine Weile, doch dann wurde er ungeduldig. „Ich bin sicher, dass Crabbe und Goyle diese Aufgabe gern für dich erledigen würden, doch wer weiß, ob sie in ihrem Übereifer Severus nicht vielleicht lebensgefährlich verletzen. Das wäre zugegebenermaßen sehr schade, denn so ausgezeichnete Zaubertränkemeister gibt es nicht allzu oft."

Klaviergeklimper setzte im Gerichtssaal ein, leicht verstimmt, doch ausgesprochen fröhlich flitzte die Melodie die Tonleiter rauf und runter, erinnerte vage an die musikalische Untermalung der Stummfilmklassiker, die früher oft im Fernsehen gelaufen waren. Harry hatte beim Einsetzen der Musik seinen Atem angehalten. Es war wie ein Pawlowscher Reflex, der unbewusst ablief und eigentlich in keinem Zusammenhang zum auslösenden Reiz stand. Doch die fröhlichen Klänge hatten in diesem Saal ihre Unschuld verloren, sie konnten die grauenvolle Vorahnung nicht abwenden, die sich unweigerlich in seinem Kopf einnistete. Am liebsten hätte Harry die unverschämt lustig vibrierenden Klangsäulen mit einem Fluch zum Schweigen gebracht. Diese Art von Musik gehörte nicht nach Malfoy Manor, nicht in den dunklen Saal mit Voldemort und seinen Todessern, nicht zu diesem teuflischen Vorhaben. Sie sollte nur die Leute im Zaubergamot beruhigen, doch es war unübersehbar, dass die Wirkung bei den meisten ausgeblieben war. Ängstlich und blass starrten die Zauberer und Hexen auf die Szene, die ihnen das Denkatron ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten präsentierte:

Malfoy nickte ängstlich. Zögernd griff er nach Snapes Arm und setzte die Dolchspitze auf dem Unterarm ab, dann blickte er sich zu Voldemort um, als ob er eine Bestätigung für die ausgewählte Stelle benötigte.

„Interessante Wahl, Lucius. Hat es etwas zu bedeuten, dass du ein Messer in das Dunkle Mal stoßen möchtest?"

Malfoy zuckte zusammen und zog augenblicklich den Dolch zurück. Voldemort hatte derweil seinen Zauberstab erhoben und richtete ihn auf Malfoys Rücken. Es war, als ob Malfoy die drohende Gefahr gespürt hätte, denn er legte von einer Sekunde zur anderen jeden Skrupel ab. Beinahe routinierte drückte er mit dem Daumen seiner linken Hand tief in Snapes Oberarm, wahrscheinlich um die genaue Position der Knochen festzustellen, dann umfasste er den Arm kurz über dem Ellenbogen. Einen kurzen Moment lang ließ Malfoy die Spitze des Dolches über der Stelle schweben, die er mit seinem Daumen ausgemacht hatte, dann rammte er die Waffe tief ins Gewebe.

Die Aktion kam in dieser Heftigkeit so unerwartet, dass Harry keine Zeit blieb, seinen Blick abzuwenden. Fassungslos starrte er auf den Dolch, der im rechten Winkel aus Snapes Oberarm ragte, dann erst nahm er wahr, wie Snape sich stöhnend krümmte und verzweifelt Halt an der Tischkante suchte. Lucius Malfoy war ein paar Schritte zurückgetreten, als ob er seine Beteiligung an der Szene ungeschehen machen konnte, indem er etwas Abstand zwischen sich und sein Opfer brachte.

„Ich hoffe, die Klinge des – Brieföffners – ist ausreichend scharf, Severus?" Voldemort erwartete von Snape keine Antwort, sondern fügte hinzu: „Und ich hoffe, du möchtest deine Gedanken jetzt bereitwillig mit mir teilen."

Schwer atmend verbeugte Snape sich tief und verharrte für einen Moment in dieser erniedrigenden Position. Nachdem er sich langsam wieder aufgerichtet hatte, warf er mit einer leichten Kopfbewegung sein Haar zurück und sah seinen Herren offen in die Augen.

„Legilimens!"

Kaum hatte Voldemort den Zauberspruch gesprochen, ließ er seinen Zauberstab schon wieder sinken und schüttelte den Kopf. „Ich bin enttäuscht von dir, Severus. Du gibst dir keine Mühe"

„Ich versuche es", sagte Snape keuchend. „Bitte, ich versuche es!"

Voldemort kam Snape so nahe, dass er ihm die Spitze seines Zauberstabs beinahe ins Auge bohrte. Erst sah es so aus, als ob er Snape noch eine Chance geben würde, doch dann zog er mit einem Ruck den Dolch aus dem Arm und hielt die Blut verschmierte Klinge direkt unter Malfoys Nase. „Vielleicht findest du eine interessantere Stelle."

Im Raum war es totenstill, nicht einmal Bellatrix Lestrange schien in diesem Moment mit Lucius Malfoy tauschen zu wollen, der zitternd nach dem Dolch griff und dabei Snape flehend ansah.

Snape hob seinen unversehrten Arm, schloss die Augen „Bitte, ich versuche es. Bitte!" Snape schien sich zu sammeln und als er schließlich seine Augen wieder öffnete, schaute er Voldemort direkt ins Gesicht. „Ich gehöre Ihnen, Mylord, genauso wie meine Gedanken."

Der Dunkle Lord zögerte, dann gab er Lucius ein Zeichen beiseite zu treten. „Legilimens", sagte er eisig und ohne große Überzeugung.

Doch dieses Mal war es anders. Der Atem des Dunklen Lords ging schwer, aber er lächelte. Es war, als ob er die Gedanken Snapes schmecken würde, ihr Bouquet einatmend, ließ er sie um seine zuckende Zungenspitze gleiten, jede Nuance genießend. „Du hasst Harry Potter", wisperte er. „Du sehnst seinen Tod herbei. Ich sehe dein Verlangen, es beherrscht deine Gedanken. Du willst seinen Schädel zertrümmern, ihm das Herz herausreißen, seinen Körper mit Säure übergießen, ihn zerhacken, zerstückeln, zermahlen …" – Voldemort hob die Augenbrauen und sah Snape irritiert an – „Zermahlen … mit einem Mörser?"

„Ich will, dass Harry Potter stirbt", flüsterte Snape. Sein Gesicht war weiß wie eine Kalkwand, Blut tropfte beständig aus der Stichwunde auf den Boden und bildete dort eine rote Lache.

Plötzlich war die Erinnerung zu Ende, das Denkatron schaltete ab, die fröhliche Klaviermusik schallte noch für ein paar Töne durch den Raum, bis für ein paar Sekunden nur noch deren Echo zu hören war, um dann in eine angespannte Stille überzugehen.

In Harrys Kopf rasten die Gedanken um die Wette, so schnell, dass er keinen zu fassen bekam. Irgendetwas würde er nachher zu der eben gesehenen Szene sagen müssen. Er holte den Zettel aus der Tasche und legte ihn vor sich auf das Pult. Es war ein lächerlicher Versuch, Zeit zu gewinnen, denn er wusste, dass ihm nichts, was auf dem Zettel stand, in diesem Augenblick weiterhelfen würde.

Hilflos sah Harry hinauf zu Kingsley Shacklebolts Loge. Wenn der Minister besorgt war, ließ er es sich nicht anmerken. Fortescue, der ein paar Reihen weiter unten im Auditorium saß, sah dagegen genauso hilflos aus, wie Harry sich im Augenblick fühlte. Mafalda Goldstein schaute Harry mit gezückter Feder ratlos an, Minerva McGonagall saß mit durchgedrücktem Rücken regungslos auf ihrem Platz und schien nicht zu bemerken, wie Madame Pince neben ihr beinahe vom Stuhl kippte.

Harry brauchte eine neue Strategie für die Verteidigung. Doch woher sollte sie in diesem Augenblick kommen. Wer konnte ihm jetzt noch helfen? Snape? Harry lugte zu ihm hinüber. Es war das erste Mal an diesem Tag, dass Snape Harry in die Augen schaute. Doch sein Blick war weder genervt, gelangweilt noch zynisch. Snape hatte seine Arme vor der Brust verschränkt und schaute ihn interessiert an. Jetzt fühlte Harry sich wie in einer ZAG-Prüfung. Und er wusste, dass es immer die schlechteste Idee war, während einer Prüfung überhaupt nichts zu sagen.


A/N: Na, wer vertraut Severus Snape? ;)