Disclaimer: Das ist eine Übersetzung. Das Original findet ihr unter Parenting Class von IcyPanther.


Hier ist das neue Kapitel. Wir nähern uns langsam, aber sicher dem Ende. Es sind nur noch fünf Kapitel!

Also habt ihr nur noch fünfmal die Gelegenheit, euren Senf dazu zu geben und mich damit glücklich zu machen! Haltet euch ran! Biiiiiitte!!!^^


Kapitel 34 – Zu kompliziert zum Ausdrücken

Harry war in keiner guten Stimmung. Tatsächlich war er sehr weit davon entfernt. Der Tag hatte übel angefangen und wurde immer schlimmer. Viel schlimmer.

Er konnte nicht wirklich verstehen, warum all dies geschah. Schließlich waren er und Draco sich beide einig gewesen, dass es nicht furchtbarer als der vorherige Tag werden konnte. Doch wie war es möglich, dass der heutige Tag gestern übertraf? Sie waren die Ereignisse durchgegangen und hatten daraus gefolgert, dass Heute viel besser werden würde. Was war also geschehen?

Hatten sie sich selbst verflucht? Nein… das konnte es nicht sein. Draco hatte für sie auf Holz geklopft. „Das Schicksal muss es wirklich auf mich abgesehen haben", dachte Harry unglücklich, während er auf der Couch ausgebreitet lag.

Er hatte es geschafft, Hermine mit einer Hand nach oben und an dem Blutigen Baron vorbei zu schleppen, der sie glücklicherweise nicht bemerkte, was merkwürdig war, da Hermine aus vollem Halse nach Keksen schrie.

Obwohl Harry es nur ungern zugab, hatte sie eine Überzuckerung. Eine sehr starke Überzuckerung. Er wusste, dass er hätte Acht geben müssen, was sie aß… doch er war müde. Außerdem waren ihre Eltern Zahnärzte… da hätte sie doch wissen müssen, was gut für sie war, richtig?

Stimmt, aber er hatte nicht damit gerechnet, dass Hermine dieses nützliche, gesunde Wissen über Bord werfen und nur die Kekse essen würden, die von Zuckerkristallen mit roten Sprenkeln umhüllt waren. Nun also, nach einem erschöpfenden Tag, hatte er ein äußerst hyperaktives fünfjähriges Kind am Hals, das überhaupt nicht daran dachte, ins Bett zu gehen.

„Schlafenszeit, Hermine", sagte er träge in der Hoffnung, dass es funktionierte.

Es funktionierte nicht.

„AberichwillnichtinsBett!"

„Ich weiß", seufzte Harry. „Aber es ist schon fast acht und du sollest ein Bad nehmen."

„Willichabernicht, Harry! WillstdueinSpielmitmirspielen? Bitte,ichschenkdiraucheineZahnbürste?"

„Du brauchst ein Bad", wiederholte Harry.

„Nein!!"

„Du stinkst aber."

„Ichstinkegarnicht! DusolltesteinBadnehmen!"

„Ich nehme eins, wenn du es auch tust."

„Dunimmstzuersteins!"

„Ich nehme meins später", erwiderte Harry ruhig. „Du nimmst zuerst eins und gehst dann ins Bett." Im Inneren dachte er: „Wie ist Draco bloß mit ihr zurecht gekommen?"

„Aberichbinnichtmüde!", protestierte Hermine. Sie hörte auf, auf dem Armsessel herumzuhopsen und sah Harry streng an. „VorherwillicheinSpielspielen!"

Harry stöhnte und massierte sich die Schläfen. „Okay, na schön. Wir spielen ein kurzes Spiel. Dann gehst du baden und dann ins Bett."

Anstelle des beruhigenden Effektes, den Harry sich erhofft hatte, wurde Hermine noch lauter. „Ja! WirspieleneinSpiel!WasfüreinSpielwillstduwpielen?WiewärsmitCowboys?Oh!OderwiewärsmitZaubererundHexe?äge?"

Harry starrte das Kind entgeistert an, den Mund aufgeklappt. „Wie kannst du nur so schnell sprechen?", brachte er hervor, während sein Geist noch versuchte, Hermines Gebrabbel zu entschlüsseln.

Das Mädchen hielt inne und kaute sich auf die Lippe. „Ich weiß nicht", sagte sie langsam. „Wenn ich wirklich aufgeregt bin, rede ich schnell… Mommy sagt, es ist schwer, mich zu verstehen… oder?"

Harry nickte rapide.

„Oh. Soll ich aufhören, so schnell zu reden?"

Wie ruckte Harry heftig mit dem Kopf.

„Aber ich will es gar nicht… ist doch okay, wasmeinstdu?"

„Nein, meine ich nicht."

Hermine streckte ihre Unterlippe hervor, sagte aber: „Na gut. Ich werde normal reden. Also… was willst du spielen?"

Harry zuckte die Achseln. „Keine Ahnung. Aber nichts zu Wildes…"

„Können wir tanzen? Bitte? Ich liebe es, wenn Mommy ihre Musik anmacht und ich dazu singe und tanze!"

„Ich habe einen magischen Musikplayer", gab er zu. „Aber ich glaube nicht, dass meine Musik… angemessen für dich zum Singen ist. Sie ist eher für Jugendliche…"

„Ich habe etwas Musik in meinem Koffer gefunden. Können wir das abspielen?"

Sofort sagte Harry: „Nein."

„Warum nicht?"

Naja, er konnte nicht sagen, dass das die Musik war, die die ältere Hermine hörte… und er wusste nicht, ob sie angemessen für eine Fünfjährige war. Andererseits… es war Hermine, um die es hier ging. Selbst in älterer Form konnte sie doch keine brutale Musik hören, richtig?

„Na gut. Geh etwas suchen, das gut aussieht, und hol es her, okay?"

„Okay!" Hermine raste in ihr Zimmer und kam eine Minute später mit einer CD heraus. „Ich habe auch einen CD- Player da drinnen gefunden… aber er ist zu schwer. Kannst du ihn holen?"

„Welche CD hast du dir ausgesucht?"

„Das Phantom der Oper! Das ist eins von Mommys Lieblingsmusicals! Ich mag es auch!"

„In Ordnung…" Das klingt nicht allzu übel. Tante Petunia hat es sich mit ein paar Freundinnen angesehen… und es schien ihr gefallen zu haben… obwohl ich nicht sicher bin, ob das gut oder schlecht ist. In jedem Fall wird es nichts Unanständiges enthalten.

Eine Weile später hatte Harry Hermines CD- Player geholt und ihn auf den Tisch gestellt. Hermine hüpfte um ihn herum und wartete ungeduldig darauf, dass Harry die CD auflegte. „Geh zu Liednummer fünf", kommandierte sie, sobald Harry auf Play gedrückt hatte. „Das ist mein Lieblingsstück!"

Harry lächelte, als ein gewaltiger Klavierton erklang, doch absolut nicht so laut, dass die Porträts im Korridor draußen sich beschweren würden. Er machte es sich auf der Couch bequem und beobachtete belustigt, wie Hermine eine Rolle Pergament in die Hand nahm und sie wie ein Mikrophon an den Mund hielt. „Bereit, Harry? Du singst den Part vom Phantom!"

„Aber ich weiß nicht, wie er geht!"

Hermine warf ihm die CD- Hülle zu, die den Songtext enthielt, und begann.

Ihre Stimme war einen Tick zu hoch und quietschte an einigen Stellen, doch insgesamt fand Harry sie in Ordnung.

„Er sang, sobald ich schlief, und kam mir nah."

Harry setzte für die nächste Zeile an: „Mir schien, dass er mich rief und mit mir sprach."

„Das ist nicht dein Part!", kreischte Hermine.

Träum ich denn immer noch?"

„Was denn dann?"

Ich fühl es hier"

„Du bist das Phantom! Das ist Christines Part! Sing, wenn der Kerl einsetzt!"

Ganz nah ist das Phantom der Oper da – es lebt in mir."

„Du bist schuld, dass ich meinen Part verpasst habe", jammerte Hermine, während die Musik weiterging. „Dein Part kommt als nächstes. Verpass ihn nicht!", rief sie, als eine Solostimme wieder begann.

„Komm sing mit mir heut Nacht, bei Kerzenschein."

„Du hast das gesamte Tempo vermasselt! Fließ mit der Musik!"

Dann fängt dich meine macht noch stärker ein."

„Ich habe noch nie gehört, wie es geht!", entgegnete Harry. „Wie soll ich es denn singen?"

Und wendest du den Blick auch ab von mir"

„Versuch, es dir vorzustellen!"

„Aber ich habe es noch nie gesehen!"

Ganz nah ist das Phantom der Oper da – es lebt in dir."

„Okay, ich bin dran", sagte Hermine. „Steig mit ein, wenn du das Phantom hörst."

„Wer dein Gesicht je sah, der fürchtet dich… ich dien als Maske dir…"

Doch hört man mich…"

„Du hast das Signal verpasst!"

Dein Geist und mein Gesang …"

„Es ist ein bisschen schwer, wenn ich nicht weiß, wo ich anfangen muss!"

So wirken wir… Ganz nah ist das Phantom der Oper da – es lebt in mir…"

Hermine streckte ihm die Zunge heraus. „Keine Ausreden! Christines Part kommt gleich, also sei still und ich singe."

Das Mädchen fing an, die hohen Vibratos auszustoßen, als das Phantom sagte: „Sing, mein Engel." Harry entspannte sich auf der Couch, bevor er seine Hände über die Ohren schlug. Während die Stimme der echten Sängerin immer höher stieg, grenzte Hermines immer mehr an Kreischen.

Als Hermine mit jeder Note quietschender wurde, bohrte Harry seine Finger tiefer in die Ohren und vergrub seinen Kopf unter den Kissen auf der Couch. In Harrys Zimmer heulte Karamell traurig.

Und dann… ertönte der lauteste, schrillste Schrei, den Harry jemals gehört hatte. Und mit jeder Unze seiner Kraft stieß Harry seine Finger in die Ohren. Und dann… herrschte wonnige Stille.

Er schaute auf und sah, dass das Lied zu Ende war und Hermine den CD- Player ausschaltete. Ihre Lippen bewegten sich, sie lächelte ihn an und machte einen kleinen Knicks. Er warf ihr einen verwirrten Blick zu, während er sich wunderte, warum sie die Worte nur mit den Lippen formte.

„Was versuchst du zu sagen?", fragte er. Seine Augen weiteten sich entgeistert, als er nichts hörte. Sein Mund bewegte sich, aber es kam kein Ton heraus.

Hermine sagte etwas und lachte, doch wieder hörte Harry nichts. „KANNST DU LAUTER SPRECHEN?", brüllte er in der Hoffnung, dass er irgendein Geräusch hören würde.

Nichts.

Hermine rollte das Pergament auseinander, das sie als Mikrofon benutzt hatte, und schrieb: Kannst du mich hören?

„Nein!", schrie Harry.

Du brauchst nicht so laut sprechen… sonst platzt mein Trommelfell noch!

Trommelfell… das war es. Harry steckte einen Finger in sein rechtes Ohr und drehte ihn herum.

Doch nichts geschah. „Ich muss meine Finger zu tief reingesteckt haben, als Hermine gekreischt hat", realisierte er. Entsetzen erschien auf seinem Gesicht. „Ich habe mein Gehör zerstört!" „HERMINE! ICH HABE MEIN GEHÖR ZERSTÖRT!"

Und du wirst meins auch noch zerstören, kritzelte Hermine. Willst du zu dem Krankenhauszimmer? Vielleicht kann die Schwester dir helfen.

„GUTE IDEE!"

Rede leiser! Ich kann dich wunderbar hören!

„Sorry."

Schon besser.

Beide verließen den Gemeinschaftsraum, Hermine über beide Ohren grinsend. Sie war ihr Bad los! Und sie musste noch nicht ins Bett gehen.

Harry auf der anderen Seite stöhnte vor sich hin, obwohl er selbst es nicht hören konnte. Es war schlimmer geworden. Irgendwie war sein Tag entgegen aller Erwartungen noch schlimmer geworden. Jetzt war er taub. Und das war keine gute Sache, wenn er mit Hermine zusammen war.

Auf halbem Weg zum Krankenflügel wurde Harry plötzlich bewusst, dass Hermine hektisch an seinem Umhang zupfte und mit zittriger Hand den Gang hinunterzeigte. Er spähte in die Düsterkeit und zuckte die Achseln, als er nur den Blutigen Baron sah.

Doch während er hinschaute, sagte der Geist etwas und flog dann auf sie zu, die mit silbernem Blut befleckten Hände ausgestreckt. Obwohl Harry keine Ahnung hatte, warum er angegriffen wurde, nahm er Hermine auf seine Arme und rannte los, aus vollem Halse brüllend.

Draco, der bequem in seinem Krankenbett gelegen hatte, fuhr in die Höhe, als er das sehr vertraute Geräusch hörte.

„AAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHHH!"

„Klingt nach Hermine", feixte er und legte das Buch zur Seite, das er gelesen hatte. „Ich frage mich, was Harry so spät am Abend hier draußen mit ihr treibt."

„DU WIRST KREPIEREN, STERBLICHES MÄDCHEN!"

„Und der Blutige Baron ist auch wieder da, wie schön", sagte Draco und schüttelte belustigt den Kopf. „Findest du nicht auch, Pansy?" Die Slytherin antwortete nicht, da der Schlaftrank, den er in ihr Wasserglas geschmuggelt hatte, seine Wirkung vollends entfaltet hatte.

Ein kaltes Grinsen glitt über sein Gesicht. Der Trank hatte eine Nebenwirkung… wenn die arme Pansy aufwachte, würde sie mit riesigen blauen Punkten übersät sein, die sich mit jedem Augenblinzeln von ihr vervielfachen würden. Oh ja… er bekam seine Rache. Sie würde dafür bezahlen, dass sie diese Bilder von ihm ausgehängt hatte. Sie würde es teuer bezahlen.

Doch zurück zur Gegenwart… warum schrie Harry Zeter und Mordio, wenn es fast halb neun war und er Hermine hätte baden oder ihr eine Geschichte hätte vorlesen sollen? Die Tür zum Krankenflügel platzt auf und Harry rauschte herein, bevor er sie zuschlug und verriegelte.

Die anderen Patienten im Raum (eine Zweitklässlerin aus Hufflepuff, die sich die Rippen gebrochen hatte, als sie eine Treppe hinuntergefallen war, und eine Viertklässlerin aus Gryffindor, die von einem Slytherin ein Tierfell aufgehalst bekommen hatte) sahen überrascht auf, drehten sich dann um und versuchten, wieder einzuschlafen.

„DRACO, DU MUSST MIR HELFEN!", rief Harry. „DER BLUTIGE BARON IST HINTER UNS HER! UND ICH KANN NICHTS HÖREN! WO IST MADAM POMFREY?"

„Ich bin hier, Potter. Bitte senken Sie Ihre Stimme, ich habe kranke Patienten hier. Also, was sagen Sie da?"

Hermine hielt Harry ein Stück Papier vor die Nase, auf dem stand: Rede normal! Du brüllst wieder!

„Ich habe mein Gehör verloren… können Sie es beheben?"

„Setzen Sie sich und lassen Sie mich einen Blick darauf werfen."

Harry blieb stehen.

„Er kann Sie nicht hören", sagte Hermine. Sie trat hinter Harry und schob ihn in Richtung eines der Betten. Er taumelte hinüber und setzte sich auf die Bettkante.

Madam Pomfrey beugte sich neben ihn und hielt ihren Zauberstab in sein Ohr. „Es ist nur eine Ohrblase", seufzte sie. „Die sind überhaupt nicht schwer zu beheben."

„Also können Sie ihn heilen?", wollte Hermine wissen.

„Natürlich."

„Mist." Bestürzt von Hermines Wunsch, dass ihr Vormund taub blieb, warf Pomfrey dem Mädchen einen schiefen Blick zu.

„Das meinen Sie sicher nicht ernst."

„Doch, meine ich. Sobald er nämlich sein Gehör zurückbekommt, wird er mich zwingen zu baden." Draco, wieder hinter seinem Buch, gluckste. „Du findest das wohl lustig?", empörte Hermine sich. Sie marschierte zu dem Slytherin hinüber.

„Unglücklicherweise ja."

„KANN ICH GEHEILT WERDEN? WARUM SAGT DENN KEINER WAS? WERDE ICH FÜR IMMER SO BLEIBEN?", fragte Harry, der das Schlimmste befürchtete, da keiner sich an ihn wandte.

„Sie kommen wieder in Ordnung, Potter, solange Sie still sind. Ich hab's… silencio! So ist es besser."

Harry hatte jedoch keine Ahnung, dass er zum Schweigen gebracht worden war und bewegte weiter den Mund.

„Wie ist es passiert?", fragte Draco Hermine, während Pomfrey im Raum herumhuschte und einige Zaubertränke von den Regalen sammelte.

„Wir haben gesungen", sagte sie und nahm am Fußende seines Bettes Platz. „Und dann, als es zu Ende war, habe ich gesehen, wie Harry sich die Ohren zugehalten hat. Danach konnte er mich nicht mehr hören."

„Was habt ihr gehört?"

„Phantom der Oper", grinste Hermine. „Wir haben den Song gesungen, wo das Phantom Christine durch den Spiegel trägt!"

Draco kannte das Musical tatsächlich, über das Hermine da redete. Schließlich war es eines der Lieblingsmusicals seiner Eltern gewesen und es war von ihm verlangt worden, es ebenfalls anzusehen. Es war gar nicht so schlecht gewesen, wenn er jetzt daran zurückdachte… und er konnte sich deutlich an die Szene erinnern, die Hermine meinte.

„Und wer hat Christines Part gesungen?", erkundigte er sich, obwohl er glaubte zu wissen, was Hermine antworten würde…

„Ich!", sagte Hermine glücklich. „Und ich war richtig gut! Harry hat seine ganzen Einsätze verpasst und es verhauen!"

„Und hast du es geschafft, die letzte Note zu treffen?"

„Jaa. Aber Christine klang besser."

Draco brachte es nicht übers Herz, ihr zu sagen, dass ihr Singen daran schuld war, dass Harry sein Gehör verloren hatte. Also sagte er stattdessen: „Dann, schätze ich, hat die Musik Harry nicht gemocht."

„Was meinst du damit?"

„In der Zaubererwelt kann verschiedene Musik entscheiden, ob der Zuhörer sie hören darf. Ich kann nur vermuten, dass das Phantom unzufrieden mit Harrys Gesang war und bewirkt hat, dass er die Musik nicht hören konnte."

„Das macht Sinn", stimmte Hermine zu. „Aber wird das Phantom ihm sein Gehör zurückgeben?"

„Ja… Madam Pomfrey wird ihn in ein paar Minuten in Ordnung gebracht haben. Schau, sie ist schon an der Arbeit." Das war sie in der Tat. Dem armen Harry wurden gerade mehrere Zaubertränke in seinen Mund gezwungen.

„Die sehen nicht so aus, als würden sie besonders gut schmecken", kommentierte Hermine, während sie zusah, wie Harry an einem mintgrünen Trank würgte.

„Das meiste Zeug hier schmeckt nicht."

„Können Sie mich jetzt hören?", fragte Pomfrey und pochte mit ihren Fingerknöcheln gegen Harrys Kopf.

„Ja, kann ich!", rief Harry freudig und umarmte die Schwester.

„Gut", sagte Pomfrey steif und löste Harry von sich. „Jetzt gehen Sie in Ihren Gemeinschaftsraum zurück. Es ist schon nach neun und Sie sollten im Bett sein."

„Aber ich will nicht zurück!", jammerte Hermine. „Dann muss ich ein Bad nehmen!"

„Kann ich mit ihnen zurückgehen?", fragte Draco. „Mein Knöchel fühlt sich jetzt viel besser an." In Wahrheit wollte Draco nur weg, weil Pansy, wenn sie aufwachte, ihn umbringen wollen würde.

Pomfrey hob Dracos Fuß von dem Kissen, auf dem er gelegen hatte. „In Ordnung, gehen Sie mit. Aber gehen Sie es heute und morgen ruhig an. Wenn Sie zurückkommen müssen, kann ich Ihnen garantieren, dass ich es nicht so schnell heilen werde wie heute."

„Verstanden", sagte Draco. Er stieg vorsichtig aus dem Bett und stellte beide Füße auf den Boden, wobei sein linker Knöchel nur leicht schmerzte. „Gute Nacht, Madam Pomfrey."

Harry folgte Draco aus dem Raum und Hermine kletterte huckepack auf Harrys Rücken, nur für den Fall, dass der Blutige Baron vorbeikam. Er würde zuerst Harry erwischen müssen, um an sie heranzukommen.

„Du weißt schon", sagte Harry, während sie den Korridor hinuntergingen, „dass du ein Bad nehmen wirst, wenn wir da sind."

„Muss ich?"

„Ja", antworteten Draco und Harry gleichzeitig.

„Na gut", schmollte Hermine. „Ich werde ein ekliges Bad nehmen." Draco und Harry grinsten triumphierend.

Als das Trio wieder beim Porträt waren, schlief Leviculus tief und fest und Draco musste den armen Narr anstupsen, um ihn aufzuwecken, da ihr Geschrei nichts brachte. „Man piekst einen schlafenden Narren nicht, Bürschchen", schalt Leviculus, nachdem er einen harten Stoß von Dracos Hand an seinen Arm erhalten hatte. „Rein mit euch", gähnte er. „Ihr hättet vor zehn Minuten drin sein sollen!"

Sie kletterten alle hastig hinein. Hermine ging in ihr Zimmer, um einen Pyjama auszusuchen, und verschwand dann im Badezimmer. Harry und Draco ließen sich auf die Couch fallen. Karamell stürzte aus dem Zimmer des Gryffindors und schlabberte Küsse über Harrys ganzes Gesicht.

Weniger als zehn Minuten später rief Hermine nach Dracos Hilfe beim Haarewaschen und der Blondschopf folgte ihrer Bitte. Während Draco fort war, packte Harry den CD- Player zusammen und legte alles wieder in Hermines Zimmer, obwohl er die heftige Versuchung spürte, die CD ins Feuer zu werfen.

Eine kleine Weile später trat Draco aus dem Badezimmer und Hermine kam ein paar Minuten später heraus, ihr Haar in ein Handtuch gewickelt und mit einem süßen rosa Pyjama, auf dem mehrere Disney- Prinzessinnen abgebildet waren.

„Wer sind die Leute auf ihrem Shirt?", wollte Draco wissen.

„Das ist Schneewittchen", sagte Hermine stolz und zeigte auf das Mädchen in Gelb. „Und die in Pink ist Dornröschen! Und die in Blau ist Cinderella! Ich habe keine Jasmin… aber sie ist auf meinem Kissen zu Hause."

Draco nickte, obwohl er immer noch keine Ahnung hatte, wovon Hermine sprach. „Zeit zum Schlafen", verkündete Harry. „Komm schon, Hermine." Widerwillig ging sie in ihr Zimmer und kroch unter die Bettdecke. Sie nahm einen Teddybären vom Nachttisch und drückte ihn an sich.

„Kann ich euch etwas fragen?", erkundigte sie sich, während Draco und Harry sich an das Bettende setzten. „Ich habe vor zwei Tagen zwei Mädchen beim Abendessen darüber reden hören."

„Frag ruhig", sagte Draco und lehnte sich zurück.

„Was ist Sex?"

Draco öffnete eifrig den Mund, bevor Harry hastig seine Hand darüber klappte. „Ich denke, du solltest warten, bis du älter bist, bevor du davon hörst, Hermine", sagte er ruhig.

„Warum? Es ist doch nichts Böses, oder? Die Mädchen haben geklungen, als hätten sie gerne darüber geredet."

„Es ist überhaupt nichts Böses", versicherte Harry ihr. „Zumindest in gewisser Weise."

Draco befreite sich von Harrys Hand. „Sollen wir ihr die jugendfreie Version geben?"

„Ich werde nicht aufhören, euch damit zu nerven, bis ihr es mir verratet. Sonst gehe ich einfach Pansy fragen. Sie weiß es wahrscheinlich."

„Okay, na schön", sagte Harry entnervt. Er warf einen finsteren Blick zu Draco, der Unschuld vorheuchelte. „Sex ist… hat jemand ein Wörterbuch?"

Draco zog eins aus Hermines Bücherregal. „Ich glaube nicht, dass ich die Definition hier drin nenne", sagte er und klappte es zu. „Zu kompliziert. Hör zu, Hermine. Sex ist – "

„ – wenn zwei Menschen einander sehr lieben", fuhr Harry dazwischen. „Sie tun… bestimmte Sachen, die sie glücklich machen."

„Wie naschen?"

„Lass uns es dabei belassen."

„Aber warum wolltet ihr es mir dann nicht erzählen?"

„Es ist ein bisschen… komplizierter als naschen. Es macht sie wirklich, wirklich glücklich. Solange es richtig gemacht wird, schätze ich."

„Wenn was richtig gemacht wird?"

„Das, was sie tun", sagte Harry, sichtlich frustriert.

„Aber was tun sie?"

„Allgemein wird es Miteinander- Schlafen genannt", feixte Draco. „Was wirklich passiert, ist – "

„Oh! Ich verstehe!", rief Hermine lächelnd. „Dann haben Mommy und Daddy jede Nacht Sex!"

„WAS?", kreischte Harry.

„Naja, sie schlafen die ganze Zeit im gleichen Bett." Beide Jungen entspannten sich sichtlich. „Und das ist Sex doch, richtig?"

„Hundertprozentig korrekt", warf Harry ein, bevor Draco etwas anderes sagen konnte, das seine perfekte Erklärung ruinieren würde. „Und das ist auch schon alles, was es damit auf sich hat. Wir wollten es dir nur nicht verraten… du solltest in deinem Alter noch nicht den offiziellen Ausdruck kennen. Versprichst du, dass du es niemandem erzählst?"

„Versprochen", sagte Hermine und kreuzte die Finger über ihrem Herzen. „Ich habe nur eine Frage. Wenn ich zu Mommy und Daddy ins Bett krieche, heißt es dann, dass ich auch Sex habe?"

„Nein! Neinneinneinnein!", sagte Harry hastig. „Es funktioniert nur bei Leuten, die im fast gleichen Alter sind. Du bist zu klein… keine Sorge."

„Oh, okay. Muss ich jetzt ins Bett gehen?"

„Ja, Schlafenszeit. Gute Nacht, Hermine", sagte Harry, dankbar, dass die Unterhaltung zu Ende war.

„Gute Nacht", echote Draco und warf Harry einen finsteren Blick zu. Er hatte Dracos Definition ruiniert. Dummer Gryffindor…

„Kriege ich keinen Gutenachtkuss?"

„Du hast ja vielleicht Ansprüche, was?", bemerkte Draco. Er gab ihr einen Kuss auf die linke Wange und Harry einen auf die rechte. „Jetzt schlaf schön, in Ordnung?"

Innerhalb weniger Minuten schlief Hermine tief und fest und Draco und Harry lagen beide in ihren Betten, Karamell am Fuß von Harrys Bett eingerollt und Glitzer unter Dracos Armen geklemmt. Und dann entschwebten auch sie ins Land der Träume.

*

Hermine erwachte um zwei Uhr morgens mit ausgedörrtem Hals. Sie griff nach dem Wasserglas und hielt es an ihre Lippen, doch es kam kein Wasser heraus. Stirnrunzelnd setzte sie sich auf und schaute hinein. Es strahlte ihr nur klares Kristall entgegen… kein Wasser.

Sie hopste aus dem Bett und ging zum Badezimmer, während sie sich schläfrig die Augen rieb. Sie kletterte auf ihren Hocker und füllte das Glas mit Wasser aus dem Wasserhahn. Sobald es bis zum Rand gefüllt war, sprang Hermine vom Hocker. Doch als sie landete, rutschte ihr das Glas aus der Hand und fiel mit einem Krach zu Boden, worauf Glasscherben und Wasser überallhin spritzten.

Nun hellwach hielt Hermine nach einem Weg Ausschau, das Chaos zu beseitigen. Sie öffnete den Schrank unter dem Waschbecken und tauchte mit Papiertüchern wieder auf, mit denen sie das Glas zu einem Haufen zusammenschob und das Wasser aufwischte. Mit einem kleinen Besen kehrte sie das Kristall zusammen und warf es in den Mülleimer.

Als sie die Papiertücher verstaute, fiel ihr Blick auf zwei Kästen hinten im Schrank. Neugierig zog sie sie hervor. „Wer sollte Aufkleber im Badezimmerschrank aufbewahren?", fragte sie sich, während sie die Kästchen in Augenschein nahm. Einer enthielt „Aufkleber", und der andere längliche Röhrchen.

Sie machte die Aufkleberbox auf und zog einen heraus. Sie wickelte das Plastik herum ab (verzog bei dem lauten Geräusch das Gesicht) und hielt einen weißen Gegenstand in der Hand, der auf der Rückseite klebte.

„Ich könnte den Gemeinschaftsraum damit dekorieren!", kicherte sie. „Nur schade, dass ich nur einen Kasten habe. Mist!" Hermine trat gegen den Kasten neben ihr und brüllte fast alarmiert auf, als etwa dreißig weitere auftauchten und sich in ordentlichen Reihen im Badezimmer stapelten.

Als Kind war es nur eine Frage der Zeit gewesen, wann Hermines versehentliche Magie eintrat. Und nun war es geschehen. Genau wie bei Harry, als er wütend gewesen war, war ihre aufgetaucht, um ihre Meisterin zu beruhigen, indem sie einige Kästen heraufbeschworen hatte.

„Wie heißt ihr überhaupt?", murmelte sie und besah sich die Beschriftung auf dem einen Kasten. „Ich muss Harry und Draco fragen, damit sie noch mehr besorgen… Pads? Komischer Name. Und was ist das hier?" Sie nahm die kleinere Box in die Hand. „Tam… Tampons? Okay. Ich weiß noch nicht, was ich mit euch mache, aber ich finde schon etwas."

Leise vor sich hin summend trat Hermine mit einigen Kästchen ihrer Aufkleber aus dem Badezimmer und begann, die Wände mit ihnen zuzukleben, so weit sie rankam. „Es sieht jetzt viel besser aus", sagte sie mit einem Blick auf ihre Handarbeit lächelnd.

Etwa einen Meter aufwärts an der Wand klebten in ordentlichen Reihen Pads. „Sie sind weich", blubberte sie und piekste einen. „Wenn Harry und Draco gegen die Wand krachen, werden sie sich nicht zu sehr wehtun! Aber ich habe noch eine Tonne übrig… was mache ich nur damit…" Langsam öffnete Hermine Harrys Tür und spürte ein Grinsen über ihr Gesicht huschen.

Sie schlich auf Zehenspitzen näher an den schlafenden Jungen heran, machte ihre Box auf und breitete ihre Aufkleber über Harry aus. Ein leises Knurren zu ihrer Rechten ließ Hermine zusammenfahren und sie drehte sich zu Karamell um. „Ich kann dich doch nicht aus dem ganzen Spaß ausschließen", flüsterte sie und klatschte einen Pad auf die Schnauze des Welpen und dann auf sein goldenes Fell.

Als sie mit Harry fertig war (er ähnelte nun einer Mumie… aber sie hatte eine Stelle über seinem Mund freigelassen, damit er atmen konnte), ging Hermine in Dracos Zimmer, worauf der Slytherin die gleiche Behandlung erfuhr. „Jetzt sind sie alle alle", sagte sie traurig und schaute in ihre leere Box. „Aber ich habe immer noch die Röhrendinger übrig…"

Hermine öffnete einer der Packungen, als ihr plötzlich eine Idee kam. Sie lief mit dem Kästchen in ihr Zimmer und holte ihre Textmarker hervor, um sie anzufärben. „Ihr seht wie kleine U- Boote aus!", sagte sie glücklich und begutachtete ihr kleines Schiff. „Jetzt braucht ihr noch Wasser…"

Sie ging mit drei ihrer kostbaren U- Boote in Dracos Zimmer zurück und ließ sie in den Wasserfall in der Ecke fallen. „Viel besser jetzt", sagte sie.

Plötzlich kam ihr ein Gedanke und Hermine lief ins Badezimmer, wo sie die Wasserhähne vom Waschbecken und von der Badewanne aufdrehte, nachdem sie sie zugestöpselt hatte. Nach ein paar Minuten war das Waschbecken übergelaufen und die Badewanne gut gefüllt. Sie setzte die übrigen U- Boote in Becken und Wanne und kroch wieder in ihr Bett.

Sie konnte es kaum erwarten, ihre Gesichter am nächsten Morgen zu sehen.


Verschau auf das nächste Kapitel:

„Ich möchte etwas verkünden!"

Das brachte alle zum Schweigen. Sie waren das seltsame Kind nun recht gewöhnt und nach dem vorherigen Tag waren sie bereit, allem zu lauschen, das es interessant finden könnte.

„Warum habe ich bloß das Gefühl, dass sie etwas Schlimmes sagen wird?", murmelte Harry.

„Keine Ahnung", sagte Ron achselzuckend. „Vielleicht will sie über die Pyjama- Party reden."

Ron lag falsch und Harry hatte Recht. Denn Hermine sagte:

„ICH HATTE GESTERN NACHT SEX!"


AN: Bitte Review nicht vergessen!!