Kapitel 36

Alles auf Anfang

Harry war erschöpft, er kriegte es kaum mit, wie die anderen ihn zum Hauptquartier geschafft haben. Er wollte fragen, ob alles in Ordnung war, ob jemand verletzt oder gar tot war, aber er war sich nicht sicher, ob seine Stimme laut genug war. Irgendwann hörte er auf zu kämpfen und schlief ein. Er hatte keine Träume, weder über Voldemort, noch über etwas anderes. Als er aufwachte war es dunkel, immer noch oder vielleicht auch schon wieder.

Er fand sich in einem der oberen Zimmern wieder, in der Dunkelheit leuchteten die bunten Steine an der Wand in grellen Farben. Auf dem Nachttisch ertastete er seine Brille und setzte sie auf. Unten waren Stimmen zu hören. Er ging langsam nach unten, auf halben wer traf er auf Aro.

„Na endlich, ich wollte dich schon wecken", sagte dieser.

„Ähm, wie geht es allen?"

Aro wurde für einen Augenblick finster.

„Leonadr ist tot, Jacob wurde schwer verletzt, aber es geht ihm mittlerweile gut. Es gab andere tote, aber wir haben den Sieg davongetragen… Das ist die Hauptsache. Und jetzt komm nach unten, die anderen warten auf uns."

Sie kamen nach unten, wo Harry begeistert empfangen wurde. Jacob saß in einem Sessel nahe am Feuer, er sah blass aus und sein linker Arm lag in einer Schlinge, aber er lächelte, wie die anderen.

„Hallo", sagte Harry schüchtern, jemand drückte ihn ein Glas in die Hand.

„Trink mit uns auf den Sieg, Harry", sagte Jacob, „auf die Gefallenen und auf die Lebenden."

Harry nickte, ein Kloß im Hals machte das Sprechen unmöglich. Er trank die goldene Flüssigkeit in einem Zug aus – Feuerwhisky.

„Was geschieht jetzt?", fragte er, als er endlich zu Atem kam, „wie geht dass jetzt weiter?"

Die anderen sahen sich gegenseitig an und zuckten mit den Schultern.

„Voldemord ist besiegt, dass ist mal sicher", sagte Karin, „aber einige seiner Anhängern, sind immer noch dort draußen, um die werden wir uns kümmern müssen."

Aro nickte zustimmend.

„Das Ministerium sichert uns in dieser Sache Unterstützung zu, sie haben mitgekriegt, was Voldemort war und sie sind froh, dass er weg ist."

„Und die Muggel? Was wird aus denen?"

Scorpius, der bei seinen Kindern stand sah ratlos aus.

„Was soll mit ihnen denn sein? Sie haben nichts mitbekommen, seit dem Skandal in deiner Zeit, wurden sie Tarnzauber verdreifacht…"

„Ein Freund von mir sagte mir, dass die Muggel in seiner Zeit ausgerottet wurden…. Er kam auch aus der Zukunft."

Scorpiuis sah die Anwesenden an dann seufzte er und sagte:

„Das, was ich sage, muss unbedingt hier bleiben, verstanden? Es ist noch ein großes Geheimnis und ich darf es nur erzählen, weil ich an dem Projekt direkt beteiligt bin…. Wenn es aber dieses Haus frühzeitig verlässt, ist alles hin."

„Raus mit der Sprache", drängte Aro.

„Das Ministerium plant die Zauberwelt den Muggeln zu offenbaren."

Es wurde so still, dass das Rescheln von Odins Federn unnatürlich laut klang.

„Was?", fragte Jacob, „was sagst du da?"

„Es wird nicht so schnell geschehen", beruhigte ihn Scorpuis, „es wird ganz langsam geschehen, im Laufe von mehreren Jahrzehnten, 80 vielleicht 90 Jahre. Die Zauberer können nicht für ewig unter sich bleiben… Dann ist ja besser beide Seiten darauf vorzubereiten, beiden die Zeit geben sich an die neuen Umstände zu gewöhnen… Es werden Verträge geschlossen, um die Interessen beider Parteien wahren… Wir haben vor drei Monaten angefangen daran zu arbeiten…"

„Wahnsinn", murmelten einige.

„Tolle Idee", gab Harry zu, „stamm sie von dir?"

Die Wangen des ältesten Malfoy wurden rot.

„Ähm, ehrlich gesagt nicht… um ganz ehrlich zu sein, diese Idee stamte in gewisser maßen von dir?"

„Von mir!". Harry Stimme klang schrill.

„Na ja nicht von dir allein, aber du hat an einigen Ideen mitgewirkt."

„In einer der Bibliotheken meines Hauses fand ich ein Notizbuch, von meinem Urur… und so weiter, kurz um, von Draco Malfoy. Es beschrieb ein Projekt, der „Versöhnung" genannt wurde. Die Kernidee stammte von Hermine und Ginny Weasley und einige Feinheiten wurden von dir, Ronald Weasley oder meiner Ururur….Großmuter Julia oder von Draco beigesteuert", erklärte Scorpius, an Harry gewand.

„Ich fass es nicht", stammelte Harry.

Als sein Blick auf die Schachtel mit dem Zeitunkehrer fiel, blieb setzte sein Herz aus. Er konnte zurück! Er konnte zurück in sein Leben, zu Ginny und den Weasleys, und hoffentlich auch Hogwarts.

Aro verfolgte seinen Blick.

„Du willst bestimmt wieder zurück, nicht war?"

Harry nickte.

„Willst du nicht noch ein wenig bleiben", fragte Karin, „wir können dir etwas von diener Zukunft erzählen…"

„Nein, das lieber nicht, ich liebe, wenn es spannend wird."

Alle lachten.

„Es ist auch besser so", meinte Jacob", aber mach dir keine sorgen, es wird alles gut." Er erhob sich.

„Kann ich dich sprechen, Harry?", fragte er.

„Natürlich. Jetzt?"

„Komm ich begleite dich nach oben, damit du deine Sachen sammeln kannst."

Der junge Mann humpelte leicht aber er stützte sich nicht am Geländer ab.

„Um was geht es?", fragte Harry.

„Es geht um… meinen Vorfahren, denjenigen in deiner Zeit."

Harry wusste nicht Recht worum genauer es gehen sollte.

„Ich kenne meine Familiengeschichte Harry, ich weis, dass Severus Snape dir kein guter Freund war."

„Woher weist du dass?"

„Er hat eine kleines Familienarchiv hinterlassen, denn man erst kurz vor der Geburt meines Vaters gefunden hat."

„Was hat dass mit deiner Biete zu tun?"

"Wäre es anmaßend von mir dich zu bieten auf seinen Sohn aufzupassen?"

„Auf seinen Sohn? Ach ja, richtig du hast gesagt, er sei bei den Muggeln aufgewachsen ist."

„Ja, so ist es. Er und auch viele Generationen nach ihm wussten nichts von Severus Snape und bisweilen auch nicht von der Welt der Zauberer … Es war schwer für sie in die Zauberwelt zu finden…. Schwer für uns alle… Erst mein Vater hat es geschafft den Familiennamen wiederherzustellen."

„Aber wie finde ich ihn?"

Jacob drückte Harry ein Papier in die Hand.

„Dort steht die Adresse, ich denke du wirst ihn dort finden. Könntest du ein Auge auf ihn werfen?"

Harry nickte.

"Das werde ich."

Jacob drückte seine Hand.

„Danke dir."

Harry hatte nicht viel zu packen, sein Rucksack, stand so gut wie unangerührt da. Allein seine Kleidung musste er wechseln. Als er nach unten kam, standen schon alle bereit. Aro reichte ihm den Zeitumkehrer.

„Mach' s gut. Ich hoffe du hast viel Spaß in deinem Leben."

Karin drückte ihn herzlich.

„Pass auf unsere Vorfahren auf und natürlich auf dich auch."

Odin segelte auf Jacobs Schulter, er hatte nicht vor diese Zeit zu verlassen. Jacob drückte nochmals Harrys Hand.

Scorpius lächelte.

„Könntest du Ronald sagen, er möge etwas klarer schreiben? Seine handschrift ist zuweilen einfach fürchterlich, es war sehr schwer seine Aufzeichnungen zu lesen."

Harry lachte.

„Ja, ich werde es ihn sagen und Sie, geben Sie ihr Vorhaben bloß nicht auf. Ich halte es für eine großartige Idee."

Ungeduldig faltete Harry den Zettel mit dem Spruch. Mit zitternder Stimme sprach er die Worte und drehte dann an dem winzigen Stundenglass. Dieses mal wurde er von den Füßen gerissen und die Welt um ihn herum machte einen scheppernden, polternden Satz, etwas klirrte, jemand schriee auf und Harry fiel hin.

„Harry, Harry! Im Namen von Merlins Bart, hörst du mich?!"

Ginny. Ginny!

„Ginny?"
"Komt, hilf ihn auf den Sofa zu heben!", rief sie und jemand hob ihn hoch. Er hörte wie Hermine etwas murmelte und dann konnte er wieder sehen, seine Brille war kaputtgegangen.

Dei Freunde waren um ihn versammelt.

„Man du siehst übel aus", meinte Ron, „und der Zeitumkehrer ist voll der Schrott, es ist in Einzelteile zerfallen!"

„Neville hat ihn noch nicht gebaut"; murmelte Harry und setzte sich auf.

Die anderen sahen einander fragend an.

„Neville? Was hat er denn damit zu schaffen?", fragte Hermine erstaunt.

„Na ja, James hat doch erklärt.."

„Wer ist James?", fragten Draco und Ron gemeinsam. Hermine und Ron sahen Harx besorgt an.

„Wer ist….?", aber dann begriff Harry. James war nie in die Vergangenheit gereist, weil seine Zukunft jetzt eine andere war… Es gab keinen Voldemort darin, also war es auch nicht nötig die gefährliche Reise zu machen.

„Vergisst es…", meinte er schließlich, „ist nicht mehr wichtig."

Ginny sah bleich aus.

„Was ist denn los? Warum siehst du so betrübt aus?", fragte er uns Ginny lächelte endlich, sie strahlte und warf sich um seinen Hals.

„Wow!", machte ron, „Schön langsam, kleine Schwester."

„Ich dachte du wärst für immer fort, dass du dort bleibst…. Das ich dich nie wieder sehen werde"; sie sprach schnell und ohne Luft zu hohlen.

„Hattest du Erfolg?", fragte Julia, vorsichtig.

„Wart mal, sagt erst, wie ich abgereist bin und warum?"

Wieder sahen sich die anderen sich an.

„Du weist es nicht mehr?"

„Ich weis nicht, was genau geschehen ist, wenn ihr James nicht kennt, dann habe ich eine etwas andere Geschichte zu erzählen."

„Los, raus damit", forderte Draco und machte sich neben Julia gemütlich.

Harry begann zu erzählen, von der ersten Begegnung mit James, in dem Zimmer in Legusterweg, übers seine schreckliche Geschichte… über die Zeitreise, über Voldemorts Pläne… über die Zeit ohne Hogwarts, über James Zusicherung einen Weiteren Zeitzumkehrer bereitzuhaben und schließlich auch über die Zukunft…

„Voll krass!", meinte Ron, „echt, Mann, voll krass!"

„Es ist nicht viel anders gelaufen", meinte Hermine, „abgesehen von ein paar Kleinigkeiten."
"Du hast etwa eine Woche lang gegrübelt, wohin er verschwunden sein konnte", sagte Ginny, „dann war auf einmal Dumbledores Geist aufgetaucht. Er hat uns dann die ganze Geschichte erzählt und du hast dann wieder ein paar Wochen gegrübelt. Und dann hast du mit Kingsleys Hilfe einen Zeitumkehrer besorgt."
Sie schluchzte und versteckte ihr Gesicht auf seiner Brust.

„Wir wussten nicht, ob du zurückkommen kannst", sagte Draco ruhig, aber Harry merkte, dass die Ruhe nur äußerlich war, „Granger… ähmm, sorry, ich meine Hermine, hat ausgerechnet, dass du eine zweite Reise wahrscheinlich nicht machen kannst."

Etwas sagte Harry, dass es nicht lange dauern würde bis er James vergessen würde und diese Zeitlinie endgültig seine wird. Irgendwo rief Mrs. Weasley nach ihnen.

„Sie wird Augen machen", sagte Ron genüsslich, „sie war so sehr dagegen, dass du gehst…. Wart mal ab…"

Harry holte tief Luft, er war glücklich, er war zu Hause und bei seiner Familie, bei seinen Freunden. Die Welt um ihn herum war wunderbar ruhig und friedlich. Die Zukunft kann kommen!