Disclaimer: Nichts gehört mir; Übersetzung aus dem Englischen (Original von coffeeonthepatio).

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Präsuppositionen:

Das Projektionsproblem ist das Problem, welches die Präsuppositionen komplexer Sätze in einer kompositionellen Weise von den Präsuppositionen ihrer Teile vorhersagt. Eine einfache Illustration wird durch die drei folgenden Sätze gegeben:

(1) Der König hat einen Sohn.

(2) Der Sohn des Königs ist kahl.

(3) Wenn der König einen Sohn hat, ist der Sohn des Königs kahl.

Indem wir unsere Aufmerksamkeit auf bestehende Präsuppositionen, die aus definitiven Beschreibungen resultieren, richten, beobachten wir, dass (3) die Präsupposition erbt, dass es einen König gibt, was beide ihrer Konstituenten tragen, doch dass sie nicht die Präsupposition erbt, dass der König einen Sohn hat, was ihre rechte Konstituente trägt.

(nach Heim, 1995)

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Eleanor umarmte ihre Enkelin und ihren, nun ja, Mitbewohner, und beäugte das junge Mädchen, das mit ihnen reingekommen war, neugierig. Hermine Granger – Aideen hatte sie erwähnt, hatte gesagt, sie würde sie mitbringen, und hatte am Telefon erklärt, dass das Mädchen keine Eltern hatte (sie lebten irgendwo anders) und dass sie gerade erst ihr Abitur hinter sich gebracht und niemanden hatte, mit dem sie es feiern konnte. Nicht dass Eleanor irgendeine Absicht hatte, mit dem Mädchen zu feiern – doch niemand sollte nach Prüfungen alleine sein.

Severus hatte an diesem Tag ebenfalls seine letzte Prüfung gehabt und er würde zum Abendessen herüberkommen. Wenn das Mädchen – Hermine – dann noch da sein würde, würde er einfach damit klarkommen müssen. Und sie würde damit klarkommen müssen. Eleanor bezweifelte dies jedoch. Die jungen Leute würden wahrscheinlich irgendwohin gehen wollen und es würde ihnen gut tun. Solange Draco um elf Uhr und ohne Aideen zurück war. Zwölf, wenn er gut war.

Sie musste es sich jedoch eingestehen, diese beiden benahmen sich besser als die üblichen jugendlichen, ungehobelten Heiden, die sie auf der Straße sah. Nie zeigten sie etwas Anstand und befummelten einander, mit so wenig Kleidung an wie möglich, wenn es zu den Mädchen kam, und mit so schlabbriger Kleidung wie möglich, wenn es zu den Jungen kam.

„Mrs Callaghan," das Mädchen, das bei näherem Hinsehen schon beinahe eine junge Frau war, hob ihren Arm und bot ihr ihre Hand zum Schütteln an. Eleanor, überrascht von solch guten Manieren bei diesem Treffen, schüttelte ihre fortlaufend.

„Miss Granger, wenn ich mich recht erinnere?" sagte sie höflich.

„Ja," nickte sie und lächelte. „Geht es Ihrem Rücken besser?"

„Mein Rücken?" Eleanor runzelte die Stirn. „Was wissen Sie von meinem Rücken? Draco? Aideen?"

„Nein, es ist einfach nur… Ich habe das letzte Mal, als ich hier war gesehen, dass Sie Schmerzen hatten, und ich dachte…"

„Meinem Rücken geht es besser, danke," diese junge Frau war ziemlich scharfsichtig. Eleanor war beinahe beeindruckt. Sie war jedoch noch nicht ganz dort.

„Oh Omi, deine Wäsche hängt draußen," rief Aideen. „Draco und ich bringen sie herein."

Wirklich, seufzte Eleanor innerlich, diese jungen Leute dachten, dass sie von gestern war – doch ja, sie konnte sehen, dass diese zwei verliebt waren und nicht, absolut nichts Unanständiges konnte zwischen ihnen im Garten vorfallen. Nun ja, sie könnten sich küssen und Eleanor glaubte, dass sie dies auch würden, doch Severus war immer noch fort, hatte ihr gesagt, dass er etwas länger bleiben, dann zur Bücherei fahren würde, um einige Bücher für den Sommer auszuwählen, und das Haus auf der anderen Seite war leer, sodass niemand da war, der sie sehen konnte, wenn sie sich küssten. Nicht dass es ihr gefiel, doch sie konnte nichts machen. Darauf aufpassen, was sie taten, Aideen erklären, dass sie derzeit noch kein weiteres Enkelkind wollte und – sie grinste innerlich – Draco war ziemlich blass geworden, als sie ihm erzählt hatte, dass gutes Benehmen Pflicht war und dass ansonsten die alte Schneiderschere immer noch ziemlich scharf war und mit ihr nicht nur Stoff geschnitten werden konnte. Das hatte, dachte sie, die Botschaft rübergebracht.

Sie warf den beiden einen kurzen Blick zu und grinste Draco dann spöttisch an. „Schneiderei, Draco," sagte sie, gerade laut genug, dass er sie hörte, und der Junge erblasste erneut leicht und nickte, bevor er seine Hand auf Aideens Rücken legte und ihr nach Draußen folgte.

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„Tut mir Leid, Severus," sagte die Frau auf einmal, nachdem sie sich an einen ruhigen Tisch in der Ecke gesetzt und ihn förmlich ebenfalls dorthin gezerrt, auf einen Stuhl gedrückt hatte. Sie atmete tief durch und lächelte. „Normalerweise bin ich nicht so albern, ich habe einfach… ich dachte, Sie würden nicht kommen."

Er sagte nichts. Was konnte er schon sagen? Es gab nichts zu sagen. Sie war also nicht der ziehende Typ? Sie war nicht der quietschende Typ? Nein. Momentan klang ihre Stimme beinahe angenehm ruhig. Und sie lächelte ruhig. Nicht dieses breite Grinsen, das sie zuvor auf den Lippen gehabt hatte.

„Wirklich, es tut mir Leid. Ich… ich meine, Sie waren immer so steif in den E-Mails und ich dachte, sogar nachdem Sie ja gesagt hatten, dass Sie sich vielleicht umentschieden hatten. Egal, ich rede schon wieder zu viel," ihr Lächeln weitete sich beinahe wieder zu dem Grinsen aus. „Wie war die Prüfung?"

Severus räusperte sich. Das hier war viel zu verwirrend. Sie schien aufrichtig interessiert. Ernsthaft interessiert an dem, was er getan hatte. Eleanor hörte ihm zu, ja, sie stellte ihm Fragen über die Universität, seine Kurse, Aideen fragte, ob er klarkam, Draco von Zeit zu Zeit, doch das war anders.

„Es ist gut gelaufen, denke ich," sagte er langsam.

Sie gluckste sanft, ihre Stimme leise und ihre Finger auf der Tischplatte gespreizt. „Ich habe nie etwas erwartet. Sie sind… eine Art, sagen wir, Rätsel für uns alle."

Seine Augen weiteten sich. „Wie bitte?"

Dr Deveney räusperte sich, dann unterbrach die Kellnerin sie.

„Für mich einen Cappucchino," sagte sie, „Severus?"

„Tee," antwortete er und starrte seine Dozentin an, wollte sie dazu bringen zu antworten. Ein Rätsel? Er? Natürlich war er ein verdammtes Rätsel. Wäre er kein Rätsel gewesen, hätte er seinen Job nicht ausführen können. Wäre er kein Rätsel gewesen, wäre er jetzt nicht am Leben. Nicht dass das viel damit zu tun hatte, dass er ein Rätsel war, sondern vielmehr damit, dass er stets für alles vorbereitet gewesen war. Doch nun? Er war nur einer dieser reifen Studenten, der sein bestes in den Kursen gab, die er belegte. Und dem das, was er machte, zu einem gewissen Ausmaß Spaß machte. Das war kein Geheimnis.

„Was wollten Sie sagen?" fragte er, beinahe ein wenig verärgert, nach einer Minute des Schweigens.

„Ah, das Rätsel, ja. Sie sind offensichtlich erfahrener als die üblichen Studierenden…"

„Ich sollte denken, dass das offensichtlich ist," unterbrach er.

„Nein," kicherte sie, „ich meinte, die meisten Spätstudierenden, die wir bekommen… sie möchten alle sehr gerne studieren, doch wenn man ihre Essays liest, merkt man meistens, dass ihre Schulzeit lange zurückliegt. Ihre Essays sind immer perfekt strukturiert. Sie haben eine ungewöhnliche Wortwahl und diese Essays sind immer gut recherchiert und enthalten Material, welches wir nicht behandelt haben. Ich weiß, Sie haben bestimmt viel zur Einarbeitung gelesen, das machen viele meiner älteren Studierenden… aber wie soll ich sagen? Es… haben Sie einen akademischen Hintergrund?"

Er schluckte. Er hatte nicht so offensichtlich sein wollen. Er hatte seine Wörter in den Essays einfach gehalten. Er hatte nicht… waren die Anforderungen so niedrig? Akademischer Hintergrund? Nein, er hatte lediglich Aufsätze von Schwachköpfen korrigiert, länger als er sich erinnern wollte. Und dafür musste er wissen, wie man sie strukturierte, welche Art von Literatur man dafür benutzte. Doch ein akademischer Hintergrund? Nein. Sein Vater hatte in der Fabrik gearbeitet. Gewiss kein akademischer Hintergrund. Und seine Mutter… sie hatte nicht viel nach Hogwarts getan, oder? Er war sich nicht einmal sicher, was seine Mutter getan hatte, bevor sie seine Mutter geworden war. Akademischer Hintergrund? Gewiss nicht.

„Nein," sagte er und schüttelte sicherheitshalber den Kopf.

„Und Felix sagte mir…" sie stoppte sich, als die Kellnerin kam und ihre Getränke vor ihnen abstellte. „Welche Kurse belegen Sie nächstes Semester?"

Severus musste sich davon abhalten, seine Stirn zu runzeln. Worauf war sie aus? Akademischer Hintergrund? Welche Kurse als nächstes? Wie war die Prüfung? Warum kümmerte sie das? Und was hatte Dr Smith ihr gesagt?

„Einen weiteren Syntaxkurs, Morphologie und Phonologie."

„Was halten Sie davon, es etwas zu beschleunigen? Belegen Sie einen weiteren bei mir, ich biete einen Chomsky Kurs an; ich denke, der würde Ihnen gefallen," lächelte sie. „Und, um ehrlich zu sein, scheint es gut zu sein, Sie im Raum zu haben," kicherte sie und ihre Augen nahmen einen verschmitzten Ausdruck an.

„Was meinen Sie?"

„Felix und ich sind uns einig… es gibt… einen weiteren Teil des Mysteriums, nehme ich an, irgendetwas an Ihnen, dass die Aufmerksamkeit von jedem abverlangt. Haben Sie es nicht bemerkt? Jeder ist still, wenn Sie sprechen oder sich umschauen. Sie haben eine Art… Präsenz, welche den gesamten Kurs dazu zwingt, ruhig zu sein. Nicht nur meinen, sondern auch den von Felix, sagte er. Offen gesagt genieße ich diese Ruhe. Habe schon seit Jahren keinen Kurs gehabt, der sich so gut benommen hat. Normalerweise stört es mich nicht, sie können machen, was sie wollen, doch dieses Semester hatte ich weniger Probleme mit meinem Hals. Dank Ihnen, denke ich."

Dieses Mal runzelte er wirklich die Stirn.

„Schauen Sie nicht so, Severus, es ist wahr. Die meisten Mädchen scheinen Ihre Stimme zu mögen und Sie haben den armen Deepak Chaudhry während unserer zweiten Sitzung auf so eine Weise angestarrt, als er mit seinem Nachbarn redete, dass es ihn dazu gebracht hat, den Mund zu halten. Er hat es nicht vergessen und ich denke, der Rest ebenfalls nicht."

Er konnte sich nicht daran erinnern, jemanden böse angestarrt zu haben. Oder finster dreingeblickt zu haben. Oder auch nur jemanden angeguckt zu haben. Oder sich an jemanden namens Deepak Chaudhry zu erinnern. Hastig trank er auf einmal seinen Tee, ihm gefiel es nicht, in welche Richtung sich dieses ganze Treffen entwickelt hatte. Er war verwirrt und fühlte sich, als erreichte nur die Hälfte der Luft, die er brauchte, seine Lungen. Es war eine schlechte Idee gewesen, sich mit dieser Person zu treffen. Zu hören, dass er ein Mysterium und irgendwie ein Gesprächsthema der Dozierenden war. Er wollte unauffällig sein. Er wollte nicht beachtet werden.

Er legte einige Münzen auf den Tisch und sah Dr Deveney an. „Ich muss gehen," sagte er.

„Habe ich etwas Falsches gesagt?" fragte die Frau sofort, Sorge zeichnete sich auf ihren Gesichtszügen ab.

„Nein," er schüttelte den Kopf. „Ich muss einfach nur los. Ich habe vergessen, dass ich noch… irgendwohin muss."

„Äh," sie sah zu ihm hoch, stand dann auf. „Abendessen? Irgendwann?"

Er schüttelte seinen Kopf. „Ich muss wirklich gehen."

„Ich werde Ihnen…, ähm, Ihre Hausarbeit per E-Mail zusenden, nehme ich an," sagte sie, machte ein langes Gesicht, und sie sah – völlig enttäuscht aus. Warum sollte sie enttäuscht aussehen? Das konnte nicht sein. Musste sowieso das Licht sein.

„Danke," sagte er und drehte sich Richtung Ausgang. „Auf Wiedersehen."

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Die alte Frau sah sie streng an. „Was meinen Sie?"

„Ich koche nicht," lächelte Hermine schwach. „Ich musste es nie."

„Aber Sie sind eine Frau. Sie können kochen, oder etwa nicht?" fragte Mrs Callaghan nachdrücklich.

„Ich nehme an, dass… ich ziemlich gut in…, ähm, Chemie war. In der Schule," lächelte sie.

Die alte Frau hob ihre Brauen und ein Grinsen begann, sich in ihren Mundwinkeln zu bilden. „Chemie?" fragte sie ein wenig spöttisch.

„Ja," antwortete Hermine bestimmt. Diese Frau konnte nichts von Magie wissen. Oder doch? Da war ein Funkeln in ihrem Auge und sie lebte mit Draco zusammen. Snape war ihr Nachbar.

„Zaubertränke?" wisperte die Frau grinsend.

„Ähm," Hermine errötete. „Wissen Sie…"

Mrs Callaghan seufzte. „Natürlich tue ich das. Aideen nicht und es ist wahrscheinlich besser so, doch ich weiß es. Chemie. Wirklich. Konnten Sie sich nichts Besseres ausdenken?"

„Naja, sie sind sich ähnlich," antwortete sie fast hitzig. „Man hat diese Zutaten, die miteinander reagieren und etwas völlig Neues erschaffen. Die Magie liegt in der Art, wie die Zutaten sind und auf andere Zutaten reagieren oder sogar auf das Material des Kessels und den Rührer…"

„Und man muss magisch sein, um sie zu brauen," gluckste Mrs Callaghan, „ich weiß. Und das erstaunt mich, wissen Sie. Severus konnte ebenfalls nicht kochen… und so, wie ihr beide es beschrieben habt… Für mich hört es sich fast wie Kochen an."

„Oh," murmelte Hermine. „Nicht ganz. Es gibt, ich meine, es sollte ähnlich sein, ja, aber sehen Sie, bei Zaubertränken kommt es nicht darauf an, wonach es schmeckt, und man kann, soweit ich mich recht erinnern kann, wie es bei meiner Mutter war, die richtigen Zutaten für ein Gericht haben und dann schmeckt es trotzdem nach nichts und ich habe nie wirklich darüber nachgedacht, also, ich habe es schon, doch dann habe ich versucht zu kochen, als wir… naja, Campen waren und es war völlig fade und verbrannt und schmeckte nicht gut. Doch wenn ich vielleicht Suppe gemacht hätte, wie einen Zaubertrank, in einem Kessel und vielleicht mit Kräutern und so, wäre es vielleicht besser gewesen. Doch die Jungs hätten Suppe nicht gemocht, ich denke nicht. Und hätte ich darüber nachgedacht und wie… Ich meine, es kann nicht so schwierig sein, ein Kochbuch zu benutzen, oder? Es ist wie ein Zaubertranktext und wenn ich mich an die Anleitung halte, sollte ich in der Lage sein…"

Mrs Callaghan hob ihren Finger. „Hören Sie auf, sich herauszureden. Sie sind offensichtlich ein Mädchen, dessen Mund ihm hin und wieder mal davonläuft. Sagen Sie einfach, dass Sie nicht kochen können und das ist in Ordnung. Wenn Sie es lernen möchten, habe ich hier Kartoffeln, die geschält werden müssen. Wir werden Eintopf und Klöße machen und Sie werden sehen, wie einfach es ist," lächelte sie warm und Hermines Gesicht leuchtete auf.

„Ich werde helfen," sagte sie eifrig und setzte sich auf ihrem Stuhl gerader hin, erhaschte aus ihren Augenwinkeln einen Blick auf Draco und Aideen, die sich küssten und umarmten, und irgendwie lächelte sie noch ein wenig mehr. Wunderlich war das alles. Das Reinblut küsste einen Muggel und Hermine Granger, die immer dachte, dass sie als eine modern denkende Frau nicht kochen können musste, schälte Kartoffeln mit einer lächelnden, vor sich hin summenden, wunderbaren älteren Frau. Die einzige Sache, die jetzt noch in dieser vollkommenen Bizarrerie noch fehlte, war – nun ja – Snape, der das Haus betrat und mithalf. Doch das schien noch wunderlicher als Draco, der einen Muggel küsste.

Sie lächelte Mrs Callaghan an und fing mit großem Enthusiasmus an, Kartoffeln zu schälen.

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