Disclaimer: Die Urheberrechte an Harry Potter gehören JK Rowling, alles was zu Bleach gehört ist geistiges Eigentum von Tite Kubo. Mit Sicherheit sind da noch ein paar Verlage im Spiel, vor allem Bloomsbury Publishing (Harry Potter) und Shueisha (Bleach).
Die Idee zu dieser Geschichte stammt nicht von mir, sondern von Eradona. Das hier ist eine Übersetzung, für die ich ihre Erlaubnis habe. Ihr findet das Original unter "www. fanfiction (.net)/ s/ 7197392/ 1/ Harry-Potter-and-the-Order-of-the-Bleached-Phoenix" (ohne Klammern, Leer- und Anführungszeichen).
Anmerkung zum Textformat:
||Die Charaktere sprechen Japanisch||
Kapitel 36
Am Montag kamen sie zur gleichen Zeit zum Frühstück nach unten, als die Posteulen ankamen. Als die erste vor Harry landete, war er sich sicher, dass dies ein Fehler war und dass die Eule in Beziehung zu der von Ron stand.
"Wen suchst du?" fragte er und nahm seinen Orangensaft aus der Gefahrenzone. Er war überrascht zu sehen, dass sein Name auf dem Umschlag stand. Er war verwirrt, aber ehe er den Brief nehmen konnte, landeten weitere sieben Eulen vor ihm und machten einen Aufstand.
"Was zur Hölle?" Ichigo riss schnell sein Frühstück aus dem Weg während Hermine eine Kreischeule aus der fedrigen Masse zog.
"Öffne diesen zuerst - ich glaube ich weiß, was das zu bedeuten hat!" Sie reichte ihm einen Zylinder, der eine dicht zusammengerollte Ausgabe des Klitterers enthielt. Dort, auf der Titelseite, prangte ein Foto von Harry unter der Schlagzeile: HARRY POTTER PACKT ENDLICH AUS: DIE WAHRHEIT ÜBER IHN, DESSEN NAME NICHT GENANNT WERDEN DARF, UND DIE NACHT, IN DER ICH IHN ZURÜCKKOMMEN SAH.
Luna kam herüber geschwebt. "Magst du es? Ich schon", sagte sie und quetschte sich zwischen Fred und Ron. "Es ist gestern heraus gekommen, und ich habe Dad gebeten, dir eine Ausgabe zu schicken. All dies..." sie deutete auf die wachsende Zahl von Eulen, die sich um die besten Plätze rangelten, "sind wahrscheinlich Briefe von Lesern."
"Das hatte ich mir gedacht", sagte Hermine eifrig. "Harry, können wir..."
"Bedient euch!" drängte er, da er sich von der Masse an Eulen überwältigt fühlte, die rasant anwuchs. Alle fingen damit an, Umschläge aufzureißen; es würde für niemanden Frühstück geben, bis sie die Eulen weggeschafft hatten, und jede Minute kamen mehr an.
"Dieser Typ denkt, dass du völlig durchgedreht bist..." sagte Ron. "Ach, was soll's..."
"Der hier auch", Ichigo warf den Brief zu Uryu hinüber, der sich zu ihnen gesellt hatte als er sah, was vor sich ging, und der versuchte, einen Anflug von Ordnung die wachsende Masse Pergament zu bringen.
"Diese hier empfiehlt eine gute Schockzaubertherapie im St. Mungo..." Hermine enttäuscht finster drein blickend.
"Dieser hier ist okay, sie glaubt dir!" sagte Rukia, mit einem Brief in Harrys Richtung wedelnd.
"Diese hier auch!" Harry überflog einen langen Brief.
"Hier ist einer, der sich nicht entscheiden kann", sagte Fred. "Du klingst nicht, als wärst du verrückt, aber er will nicht glauben, dass Er zurück ist... Grundgütiger, warum hat er sich überhaupt die Mühe gemacht zu schreiben..."
"Hier ist noch einer, den du überzeugt hast!" Ginny wedelte mit einem weiteren.
"Und hier ist noch einer!" Tatsuki fügte ihn dem Stapel hinzu.
Momo fing an, die guten zu sammeln, während Uryu die 'schlechten' übernahm. Mizuiro sammelte die, die schwankten.
"Hier ist noch einer der denkt, dass der Tagesprophet dich unfair behandelt hat", Karin reichte ihren herüber.
"Hier ist noch einer der denkt, dass du übergeschnappt bist", Toshiro schüttelte den Kopf.
"Hier ist eine, die dir glaubt - und sie hat auch ein Foto mitgeschickt - oh, wow... hey, kann ich das behalten?"
"Was geht hier vor?" fragte eine affektiert-süße, mädchenhafte Stimme. Dumbridge stand mit hervorquellenden Augen hinter Fred und Luna. Die gesamte Halle beobachtete sie mit großen Augen. "Warum bekommen Sie all diese Briefe?"
"Ist es jetzt ein Verbrechen, Post zu bekommen?" fragte Fred. "Ich habe nicht bemerkt, dass es einen neuen Ausbildungserlass gibt..."
"Seien Sie vorsichtig, oder ich werde Sie nachsitzen lassen müssen", sagte sie. "Nun, Potter?"
"Die Leute haben mir wegen des Interviews geschrieben, das ich gegeben haben - über das, was letzten Juni passiert ist."
"Ein Interview?" ihre stimme wurde noch höher und dünner als zuvor. "Was - meinen Sie? Was für eine Art Interview?"
"Ein Reporter hat mir Fragen gestellt und ich habe sie beantwortet", erwiderte Harry, der sein bestes tat um sie nicht anzugrinsen. "Hier", er warf ihr die Ausgabe des Klitterers zu und ihr Gesicht nahm eine hässliche, fleckige rot und violette Färbung an, als sie die Zeitung ansah.
Ichigo wollte bei ihrem Anblick lachen. Sie sah mit diesem Gesichtsausdruck jetzt wirklich wie eine gesprenkelte Kröte aus. Er musste sich wegdrehen, oder er wäre geradewegs in Gelächter ausgebrochen. Er bemerkte, dass mehrere andere dasselbe getan hatten.
"Wann haben Sie das getan?"
"Am letzten Hogsmeade-Wochenende."
"Es wird keinen Ausflug nach Hogsmeade mehr für sie geben, Mr. Potter", schnappte sie, mit einer Stimme, die kaum ein Flüstern war. "Wie können Sie es wagen... wie können... ich habe versucht... 50 Punkte Abzug für Gryffindor, und noch eine Woche Nachsitzen."
Niemand in Gryffindor machte es etwas aus, Punkte zu verlieren; der Anblick und das was folgte, machte das mehr als wett, flüstere Neville Harry in Zauberkunst zu. Der nächste so genannte Ausbildungserlass wurde veröffentlicht, ehe der Vormittag vergangen war: "Jeder Schüler, bei dem die Zeitschrift Der Klitterer gefunden wird, wird der Schule verwiesen."
Das ließ Hermine vor Vergnügen strahlen.
"Warum bist du so glücklich?" fragte Ron.
"Weil nichts anderes so dafür garantiert, dass jede einzelne Person in dieser Schule diese Zeitschrift liest", feixte sie glücklich. "Wenn etwas verboten ist, will jeder es tun." Und sie hatte Recht: Bis zum Ende des Tages zitierte jeder einem anderen gegenüber den Artikel, obwohl bei niemandem auch nur ein Exemplar zu sehen war. In der Schlange vor den Unterrichtsräumen, beim Mittagessen, auf der Hinterbank während des Unterrichts und auf den Toiletten - das Interview war das einzige, über das jeder redete. Alle Freunde von Harry wurden über den Artikel mit Fragen bombardiert.
Dumbridge pirschte durch die Schule auf der Suche nach den Heften, aber die Schüler waren zu schlau für sie. Seiten waren leer oder so verzaubert, dass sie etwas völlig anderes anzeigten; Lehrer konnten wegen des vorherigen Erlasses nicht antworten, fanden aber eine Vielzahl anderer Wege, um sich auszudrücken: Zwanzig Punkte dafür, dass eine Gießkanne in Kräuterkunde weitergegeben wurde; eine Schachtel quietschender Zuckermäuse, die Harry heimlich im Korridor zugesteckt wurde; eine tränenreich verkündete Prophezeiung von Professor Trelawney, dass er steinalt werden und zwölf Kinder haben würde.
"Mir tut seine Frau leid, wenn das wahr ist", sagte Momo leise zu Mizuiro. "Ich würde keine zwölf Kinder bekommen wollen!" Und das sollte was heißen, wenn man in Betracht zog, dass sie sich mit Kinderkriegen Jahrhunderte und nicht nur Jahre Zeit lassen konnte.
Und dann war da noch Cho - sie holte ihn auf dem Weg zum Unterricht ein und sagte ihm, dass es ihr leid tat... Und Seamus schickte seiner Mum eine Ausgabe und er glaubte Harry nun und er hatte sich entschuldigt, was den Schlafsaal der Gryffindors wieder zu einem friedlichen Ort machte.
Und dann waren da die Slytherins. Ihre Reaktion war herrlich. Ichigo und die anderen gingen wieder dazu über, ihm den Rücken freizuhalten, aber wie Hermine sagte, konnten sie ihm nicht widersprechen - oder sie riskierten es rausgeworfen zu werden, da es bedeuten würde, dass sie es gelesen hatten. Am Besten war, dass Luna ihm sagte, dass ihr Vater nachdrucken lassen musste: Keine Ausgabe war je schneller ausverkauft gewesen. Also lasen es die Leute - eine Menge Leute. Hermine war so glücklich, dass sie den ganzen Tag lang mit einem Lächeln auf dem Gesicht herumlief.
Das Geheimnis war keines mehr - der Alte Moldy war zurück. Und Harry hatte nur, von Ichigo ermutigt, endlich über alles was passiert war ausgepackt. Es war Ichigos und Uryus Vorschlag gewesen, damals nach dem ersten Nachsitzen, dass sie eine andere, kleinere Zeitung suchen sollten und Harry mit ihnen reden und seine Geschichte erzählen sollte; aber Harry war zu diesem Zeitpunkt noch nicht dazu bereit gewesen, darüber zu reden. Harry musste endlich zugeben, dass die beiden die ganze Zeit lang Recht gehabt hatten.
In dieser Nacht träumte Harry. Ehe er ins Bett ging, schmerzte seine Narbe, genau wie sein gesamter Kopf, er hatte sich krank gefühlt...
"Du bist dir deiner Sache sicher, Rookwood?"
"Ja, mein Lord, ja... ich habe einmal in dieser Abteilung gearbeitet..."
"Avery hat mir gesagt, dass Bode in der Lage sein würde, sie wegzunehmen."
"Er hätte sie nie mitnehmen können. Möglicherweise hat er sich deshalb so heftig gegen den Imperius-Fluch gewehrt, mit dem Malfoy ihn belegt hat - er wusste das."
"Steh auf."
Rookwood war ein pockennarbiger Mann, der gebeugt stand. Er starrte den Sprecher entsetzt an.
"Du hast wohl getan, mir das zu sagen. Es scheint, ich habe Monate an ein fruchtloses Vorhaben verschwendet. Sei dir meiner Dankbarkeit gewiss, Rookwood."
"Mein Lord, ja mein Lord."
"Ich werde alle Hilfe und Informationen benötigen, dir du mir geben kannst."
"Natürlich mein Lord, alles!"
"Du darfst gehen. Aber schicke Avery zu mir herein."
Rookwood hastete fort. Der Sprecher drehte sich zu einem Spiegel um...
"NEIIIIIIIIIIN!"
Harry fing an um sich zu schlagen und verhedderte sich in den Bettvorhängen.
"Harry, hör auf! Wir kriegen dich nicht raus! Hör auf!"
Harry starrte zu Ron im Mondlicht auf, er keuchte, die Hand an den Kopf gepresst.
"Was ist los?" fragte Ron, als er Harry auf die Füße zog und Ichigo die Bettdecken entwirrte. Sie sahen beide aus, als hätten sie sich gerade fürs Bett fertig machen wollten: Ron hatte einen Arm in seinem Umhang und Ichigo hatte nur eine Hose an. Sein Oberkörper war bloß und Harry konnte deutlich die Narben sehen, von denen Ron ihm erzählt hatte. "Wurde noch jemand angegriffen? Dad? War es die Schlange?"
"Nein, allen geht's gut -" keuchte Harry. "Außer Avery..." faselte über das weiter, was er gesehen hatte.
"Wovon redest du?" fragte Ichigo. "Hast du - den Alten Moldy gesehen?"
"Ich war der Alte Moldy", Harry erschauerte bei der Erinnerung. "Er war mit Rookwood zusammen - einem der Ausbrecher. Der hatte Moldy gerade gesagt, dass Bode es gar nicht hätte tun können."
"Was tun können?"
"Irgendwas wegnehmen... und Bode wusste es, deswegen hat er dagegen gekämpft... er stand unter dem Imperius-Fluch..."
"Bode war dieser Typ der umgebracht wurde - der Unsägliche?" fragte Ichigo leise, seine Gedanken rasten. Rookwood... Rookwood... da war etwas mit ihm und Bode... verdammt, warum konnte er sich nicht erinnern?
Es war Hermine die am nächsten Tag das Puzzle zusammensetzte.
"Also darum haben sie Bode umgebracht", sagte sie, während sie in einer geschützten Ecke des Hofes standen. "Er hat versucht zu stehlen, was immer es ist, und was auch an Schutzzaubern darauf lagen, haben etwas mit ihm angestellt. Ihm ging es besser und was es auch war hat zusätzlich den Imperius-Fluch aufgehoben. Sobald er sich erholt hätte, wäre er in der Lage gewesen aufzudecken, was los war. Und es wäre für jemanden wie Malfoy leicht, ihn zu verfluchen, nicht wahr? Schließlich hält er sich ständig im Ministerium auf..."
"Er hat sich mit Sicherheit am Tag meiner Anhörung da herumgetrieben", sagte Harry. "Augenblick mal..." Er starrte sie an. "Er war an diesem Tag in der Nähe des Korridors zur Mysteriumsabteilung! Dein Dad hat gedacht, dass er möglicherweise versucht hat, sich in meine Anhörung zu schleichen..."
"Sturgis Podmore!" rief Hermine plötzlich laut aus und schlug sich mit der Hand vor die Stirn, als ob sie eine plötzliche Erleuchtung gehabt hätte.
"Wie bitte?" Ichigo sah Hermine verdutzt an. Der Name war ihm neu.
"Sturgis Podmore wurde verhaftet, weil er versucht hat durch eine Tür zu kommen. Ich wette um was du willst, dass Malfoy ihn an dem Tag, an dem du ihn gesehen hast, auch erwischt hat. Er hatte Moodys Tarnumhang - was ist, wenn er Wache gestanden hat, Malfoy gehört hat wie er sich bewegt hat, oder einfach nur geraten hat, dass er da war, und dann den Imperius-Fluch ausgesprochen hat, nur aufgrund der Möglichkeit, dass er jemanden treffen könnte? Aber als er versucht hat durch die Tür zu kommen, wurde er geschnappt?"
"Aber jetzt hat dieser feine Herr Rookwood ihm gesagt, wie man es richtig macht", grübelte Ichigo gedankenverloren nickend. "Also werden sie es nicht mehr auf die alte Art tun müssen."
"So hat es geklungen", nickte Harry. "Er hat da mal gearbeitet - Rookwood. Vielleicht werden sie ihn das tun lassen?"
"Hm. Vielleicht." sinnierte Hermine. Dann sah sie Harry streng an. "Aber du hättest das nicht sehen sollen, Harry. Überhaupt nicht."
"Was?"
"Okklumentik. Das solltest du eigentlich lernen. Dadurch sollte sowas blockiert werden", sagte sie fest. "Du solltest dich ein bisschen mehr dabei anstrengen."
Harry zuckte zusammen. Er schaffte es nicht, es zu lernen. Tatsächlich endete er gewöhnlich auf Händen und Knien, schwach und zitternd in Snapes Büro.
So wie jetzt.
"Sie erinnern sich schon, warum wir hier sind, nicht wahr, Potter?" fragte ihn Snape mit leiser und gefährlicher Stimme. "Sie erinnern sich daran, warum ich meine Abende für diese zähe Arbeit opfere?"
"Ja Sir", sagte Harry steif. Snape bestand darauf, mit 'Sir' angeredet zu werden. Nicht einmal Professor - 'Sir'.
"Dann sagen Sie es mir nochmal, Potter."
"Damit ich Okklumentik lernen kann, Sir."
"Richtig, Potter. Und so begriffsstutzig Sie sind -" Harry starrte wütend die Flaschen mit Präparaten im Büro an. Er hasste den Zaubertrank-Meister aus tiefstem Herzen und fragte sich, wie Ichigo es schaffte, mit ihm zurecht zu kommen. "Ich hätte gedacht, dass selbst Sie nach zwei Monaten irgendeine Art Fortschritt gemacht hätten. Jetzt erklären Sie mir diese letzte Erinnerung. Die mit dem knienden Mann... Was war das?"
"Nur - ein Traum den ich hatte. Sir."
"Ein Traum?" Snape starrte ihn wütend an. "Und wie viele andere - Träume - haben Sie gehabt?"
"Nur diesen einen", log Harry.
"Hm." Snape starrte ihn mit leicht verengten Augen an, als würde er ihm nicht glauben. "Vielleicht träumen Sie gern vom Dunklen Lord? Das lässt Sie sich - besonders - fühlen?"
"Nein, tut es nicht!" schoss Harry zurück, die Finger um seinen Zauberstab verkrampft. Er hasste es, wenn sein Kopf schmerzte, seine Narbe schmerzte, er sich krank fühlte... "Ich hasse sie - sie tun weh, sie machen mich krank..."
"Gut, weil Sie nichts besonderes sind, Potter", sagte der Zaubertrank-Meister kalt. "Es ist nicht an Ihnen herauszufinden, was Er zu seinen Todessern sagt."
"Nein - das ist Ihre Aufgabe, nicht wahr? Sir."
Sie starrten einander an und einen Moment lang dachte Harry, dass er zu viel gesagt hatte. Aber in Snapes Stimme lag grimmige Befriedigung, als er endlich antwortete.
"Ja, Potter, das ist meine Aufgabe. Wenn Sie sich nun bereit machen würden -" er hob seinen Zauberstab. "Eins - zwei - drei - Legilimens!"
Einen kurzen Augenblick lang sah Harry, etwas, das wie hunderte Dementoren aussah, die auf ihn herunterstürzen, näher kamen... und näher kamen... während er sein Gesicht vor Konzentration zusammenzog... aber er konnte Snape immer deutlicher durch die Dementoren hindurch sehen... wie er vor sich hin murmelte... immer deutlicher wurde, während die Dementoren verblassten... er hob seinen eigenen Zauberstab, er musste etwas tun, irgendetwas, damit es aufhörte...
"Protego!"
Snape stolperte zurück, sein Zauberstab flog zurück und von Harry weg. Und dann war Harrys Geist gefüllt mit Erinnerungen, die nicht seine eigenen waren - ein Mann mit derselben Nase wie der Zaubertrank-Meister, der eine Frau anschrie, die sich vor ihm zusammenkauerte, während eine kleiner, dunkelhaariger Junge - mit derselben Nase - weinend in einer Ecke saß. Ein Teenager mit fettigen Haaren, wahrscheinlich derselbe Junge, der allein in einem Zimmer saß und mit seinem Zauberstab auf Fliegen schoss. Ein hübsches Mädchen, das wie seine Mutter aussah - die seine Mutter Lily war, Harry erkannte sie von den Fotos, die Ichigo ihm geschenkt hatte - lachte über denselben Jungen, als er versuchte, einen widerspenstigen Besen zu besteigen...
"GENUG!"
Harry fühlte sich, als hätte man ihm gegen die Brust getreten. Er stolperte zurück, traf auf das Regal hinter ihm und hörte etwas zerbrechen. Snape zitterte und hatte ein weißes Gesicht. Harrys Umhang wurde nass von dem, was er zerbrochen hatte, als er dagegen gefallen war.
"Reparo!" murmelte Snape und reparierte das Glas. "Nun, das war mit Sicherheit eine Verbesserung", murmelte er. Er richtete sich auf und versuchte dabei nicht so auszusehen, als würde er sich sammeln. "Ich kann mich nicht erinnern Ihnen gesagt zu haben, dass sie einen Schildzauber benutzen sollen, egal wie effektiv er gewesen sein mag..."
Harry stand einfach da. Er hatte das Gefühl, das alles was er sagen könnte das Falsche wäre, vor allem, da er gerade irgendwie in Snapes eigene Erinnerungen eingebrochen war und Szenen aus seiner Kindheit gesehen hatte. Was sonst hätte es sein können?
"Wollen wir es noch einmal versuchen?" sagte er, während er aus kalten dunklen Augen auf Harry herunter starrte.
Harry schauderte. Er hatte das schreckliche Gefühl, dass Snape ihn gleich dafür zahlen lassen würde, was er gerade unfreiwillig gesehen hatte. Er hatte keine Zeit sich bis drei gezählt war vorzubereiten. Er war nicht in der Lage, seinen Geist zu leeren und im Moment als Snape "Legilimens!" rief, raste Harry den bekannten Korridor in der Mysteriumsabteilung entlang, auf die Tür zu, die er schon so lange gesehen hatte. Vorbei an blanken Steinwänden, vorbei an Fackeln... in einem Augenblick würde er damit zusammenstoßen, weil sie sich nie öffnete...
Aber sie tat es! Er schoss hindurch, in einen kreisrunden Raum mit schwarzen Wänden und Boden, mit Türen rings herum, eine war die richtige, aber welche? Welche Tür?
"POTTER!"
Harry öffnete die Augen, als Snape ihn anbrüllte. Er lag wieder auf dem Boden, oh Freude; schwer keuchend, als wäre er tatsächlich mit hoher Geschwindigkeit geflogen.
"Erklären Sie sich!" der Professor schien wütend auf ihn zu sein.
"Ich... weiß nicht, was passiert ist..." erwiderte Harry ehrlich und gab sich Mühe aufzustehen. Er hatte eine schmerzhafte Beule am Hinterkopf, da wo er bei seinem Fall mit dem Kopf auf den Boden aufgeprallt war. "Ich habe das nie zuvor gesehen - nun, ich habe Ihnen gesagt, dass ich die Tür in einem Traum gesehen habe, aber ich meine ich habe nie gesehen, was auf der anderen Seite ist..."
"Sie arbeiten nicht hart genug!" Wenn es überhaupt möglich war, machte das Snape nur noch zorniger. "Sie sind faul, nachlässig, und es ist kein Wunder, dass der Dunkle Lord..."
Snapes Tirade wurde vom Schrei einer Frau irgendwo außerhalb des Raumes unterbrochen. Sein Kopf schnellte in Richtung des Schreis hoch.
"Was..."
Er und Harry starrten einander an, während sie dem lauschten, was ein gedämpfter Aufruhr zu sein schien, der von der Eingangshalle kam. Snapes finsterer Blick wurde grimmiger.
"Haben Sie auf dem Weg hier herunter etwas Ungewöhnliches gesehen, Potter?" fragte er. Harry schüttelte verblüfft den Kopf. Er hatte keine Ahnung, was es sein könnte. Die Frau schrie wieder. Snape schritt zur Tür seines Büros, den Zauberstab einsatzbereit, und aus dem Raum hinaus. Harry zögerte einen kurzen Moment, ehe er ihm nachlief.
Die Schreie kamen aus der Eingangshalle, wie sie gedacht hatten, und bis Harry dort ankam, platzte sie aus allen Nähten. Schüler kamen aus der Großen Halle geströmt, wo immer noch Abendessen serviert wurde, und andere hatten sich auf den Treppen zusammengedrängt. Harry schob sich durch eine Gruppe Slytherins und sah, dass sie einen Ring gebildet hatten. Einige sahen schockiert aus, andere verängstigt. Er sah Ichigo und Rukia, die neben Momo und Toshiro standen, und er bahnte sich seinen weg zu ihnen hin, da sie die einzigen Freunde waren, die er sehen konnte. Die vier schienen vor allem zornig zu sein. Nicht weit entfernt stand Professor McGonagall und sie sah aus, als würde ihr übel werden.
Professor Trelawney stand in der Mitte der Halle, den Zauberstab in einer Hand, eine leere Sherryflasche in der anderen. Ihr Haar stand, so wie das von Ichigo, in alle Richtungen ab (nur dass seines gepflegter war), ihre Brille hing schief in ihrem Gesicht, Schals und Tücher wehten hinter ihr her. Nicht weit entfernt lagen zwei große Koffer wahllos auf dem Boden, als ob sie die Treppen herunter geworfen worden wären, ohne Rücksicht darauf, ob sie kaputt gehen würden oder nicht. Sie starrte, offensichtlich entsetzt, auf etwas - oder jemanden.
"NEIN!" schrie sie wieder. "NEIN! Das kann nicht sein! Ich weigere mich, das zu akzeptieren!"
"Sie meinen, Sie haben das nicht kommen sehen?" sagte eine mädchenhafte Stimme, die ziemlich amüsiert klang. Als er sich vorbeugte konnte Harry gerade so eben sehen, dass Professor Umbridge dort stand. "Sind Ihre prophetischen Fähigkeiten so bemitleidenswert, dass sie nicht in der Lage waren, ihre eigene Kündigung vorherzusagen?"
"Das können Sie nicht!" heulte Trelawney. "Hier ist mein Zuhause! Sechzehn Jahre!"
"Es war Ihr Zuhause," korrigierte Professor Umbridge, und Harry fühlte sich angewidert von dem Ausdruck der Freude auf ihrem krötenähnlichen Gesicht. "Wenigstens bis der Minister die Anordnung für Ihre Entlassung unterzeichnet hat. Jetzt entfernen Sie sich bitte eiligst; Sie sind für diese Schule nicht mehr als eine Peinlichkeit."
Mehrere Schüler, unter ihnen Lavender Brown und Parvati Patil, weinten leise und Professor McGonagall löste sich von den Zuschauern, marschierte zu Trelawney und klopfte ihr fest auf den Rücken, während sie ihr ein großes Taschentuch reichte.
"Ruhig, ruhig jetzt, Sibyll... na los, putzen Sie sich die Nase... es ist nicht so schlimm wie Sie denken... Sie werden Hogwarts nicht verlassen müssen..."
"Oh wirklich, Professor?" Dumbridge starrte McGonagall mit böser Absicht an. "Und aufgrund wessen Autorität wäre das?"
"Das wäre dann meine, Dolores."
"Ihre, Professor Dumbledore?" Dumbridge ließ ein unangenehme Lachen hören. "Ich befürchte, sie missverstehen die Situation..."
"Oh, ich verstehe die Situation vollkommen, Dolores. Als Großinquisitorin haben Sie jedes Recht meine Lehrer aus jedem fadenscheinigen Grund zu entlassen, aus dem Sie sie entlassen möchten. Das Recht sie aus dem Schloss zu schicken, liegt jedoch beim Schulleiter, und es ist mein Wunsch, dass Professor Trelawney weiterhin in Hogwarts leben möge." Er wandte sich an Professor McGonagall. "Würden Sie Sibyll bitte zurück nach oben begleiten?"
"Natürlich", nickte Professor McGonagall mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck. "Kommen Sie, meine Liebe, stehen Sie auf..."
Die Professoren Sprout und Flitwick eilten aus der Menge um ihr zu helfen. Alle drei starrten Dumbridge wütend an, ehe sie Sibyll Trelawney wieder die Treppen hoch zurück zu ihren Räumen führten.
Dumbridge starrte Dumbledore an, der sie immer noch gütig anstarrte, sein Gesichtsausdruck veränderte sich nicht.
"Und was", sagte sie mit einem Flüstern, das jeder hören konnte, "werden Sie tun, sobald ich einen neuen Lehrer für Wahrsagen finde, der ihre Räume benötigt?"
"Oh, das wird kein Problem sein, Dolores. Ich habe bereits einen gefunden. Und er hätte lieber ein Wohnung im Erdgeschoss."
"Sie -" ihre Stimme stieg zu einem hohen Quietschen an, das in ihren Ohren schmerzte. "Sie haben jemanden gefunden? Darf ich Sie daran erinnern, Dumbledore, dass gemäß Ausb-"
"Ausbildungserlass Nummer Zweiundzwanzig: Das Ministerium hat das Recht, einen passenden Kandidaten zu ernennen falls - und nur falls - der Schulleiter nicht in der Lage ist, einen zu finden", Dumbledore verlor nie seinen angenehmen Tonfall. "Ich kenne all Ihre Erlasse auswendig, Dolores. Und ich bin glücklich zu sagen, dass ich in diesem Fall einen Ersatz gefunden habe. Sogar ziemlich schnell, wenn ich das hinzufügen darf", er lächelte sie gütig an. "Darf ich Sie vorstellen?"
Dumbledore drehte sich wieder den Toren zu, durch die er vor Kurzem getreten war, und durch die sie nun - Hufe? - hörten. Ein schockiertes Murmeln lief durch die Halle als ihr neuer Professor sich ihnen vollständig zu Erkennen gegeben hatte. Es war ein Gesicht, dass Harry schon einmal gesehen hatte. (1) Was er nicht wusste war, dass die vier Leute neben ihm auch erkannten, was er war. Er spürte, dass Ichigo ein Lachen unterdrückte und fragte sich warum.
"Das hier ist Firenze", sagte Dumbledore mit angenehmer Stimme zur sprachlosen Umbridge, als sie den Zentauren anstarrte. "Ich glaube, Sie werden ihn geeignet finden."
Anmerkung der Autorin
(1) Wo Harry Firenze begegnet ist, wird im "Stein der Weisen" erzählt.
