An ihrer Seite

Auch am späten Nachmittag saß Severus noch an Hermines Bett. Vor ihm stand ein Tablett mit Hermines Lieblingsessen. Er hoffte, dass der Duft der Speisen zu ihr drang und sie vielleicht aufwecken würde. Dabei wusste er selbst das dieser Versuch ein Akt der Verzweiflung war.

Er hörte ein leises Geräusch und fragte: „Was gibt es Scampy?"

„Mister Lucius Malfoy wartet im Empfangsraum auf Sie."

„Allein?"

„Ja, Master. Er wünscht Sie zu sprechen."

Severus stand auf.

„Pass auf Miss Hermine auf."

Er ging durchs Haus ohne auf ein Familienmitglied zu treffen und stand dann vor Lucius.

„Was willst Du?"

„Willst Du mir keinem Drink anbieten, Severus?"

Snape lachte auf.

„Nein. Ich habe keine Zeit für Dich. Ich wiederhole, was willst du?"

Die beiden Männer sahen sich abschätzend an.

Schließlich gab der blonde Mann auf.

„Gut."

Er griff in seine Tasche und holte eine Schachtel Zigarren heraus. Er hielt sie Severus entgegen, der ablehnte.

„Gehen wir in den Garten. Ich möchte nicht, dass uns jemand beobachtet. Dann rauche ich auch gern eine Zigarre."

Lucius lächelte.

„Narzissa lässt mich nie im Schloss rauchen. Ich sehe, dass es in deiner Familie ähnlich ist."

„Du machst was Narzissa Dir sagt?"

„Man macht Kompromisse, wenn man verheiratet ist. Du wirst schon sehen."

„Ich habe nicht vor zu heiraten, Lucius."

Die beiden setzten sich auf eine Parkbank.

„Der Dunkle Lord ist nicht glücklich mit der Situation. Er hat Morgen einen Gefallen tun wollen und nun ist Bellatrix tot. Ihr Begräbnis war heute."

„So schnell?"

„Ja, er ist in merkwürdiger Stimmung. Du solltest ihn sehen. Niemand durfte bei der Planung der Zeremonie helfen, niemand. Er hat alles selbst gemacht, als ob er ihr Ehemann wäre."

„Kein Wunder, dass du mich besucht hast."

Lucius musste lächeln. Sein alter Freund hatte Recht.

„Nicht nur. Seine Lordschaft hat eine Botschaft für dich. Er sagt, dass du vorbereitet sein solltest. Seine Zeit ist nahe."

Ein kalter Schauer ergriff Severus. Die Freude an der Zigarre war vergangen. Er lies sie neben einem Rosenbusch fallen. Unbewusst nahm er die Schönheit der Blumen war, etwas was ihm sonst nie passierte. Er fragte sich, was ihn in diese Stimmung versetzt hatte.

„Severus?"

„Ja. Was gibt es noch?"

„Darf ich vielleicht noch aufrauchen oder wirfst Du mich sofort raus?"

„Nein, Du kannst solange bleiben wie Du willst. Aber mich musst Du entschuldigen."

Ohne auf eine Antwort zu warten, drehte er sich um und ging zurück ins Haus.

„Nun ich werde diese Zigarre nicht verschwenden." Niemand hörte Lucius Malfoy zu als er weiter durch den Garten spazierte und mit sich selbst sprach.

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Leise betrat Severus den Raum in dem Hermine schlief.

Er sah Scampy an.

„Gibt es eine Veränderung?"

„Nein, Master. Sie hat sich nicht bewegt."

„Danke Scampy, du kannst gehen. Ich werde Miss Granger ihre Medizin geben."

Die Hauselfe nickte und verschwand.

Severus zog sich Robe und Schuhe aus und setzte sich zu Hermine aufs Bett. Er nahm sie in den Arm und begann ihr vorsichtig den Trank einzuflössen, denn Madam Pomfrey zubereitet hatte.

„Es wird langsam Zeit, dass Du aufwachst. Dann kannst du deine Medizin selbst nehmen und ich muss mich nicht auch noch darum kümmern."

Langsam lief die Medizin durch ihre Kehle und Severus nahm sich die Zeit sie genauer anzusehen.

Im Licht der Lampe nahm er Dinge wahr, die er zuvor noch nie bemerkt hatte.

Ihr Harr war nicht einfach nur braun, nein es flimmerte in so vielen Tönen, die er nicht zählen konnte. Er vergrub sein Gesicht in ihren Haaren und atmete den Duft tief ein. Das war der Duft seiner Hermine. Und die wollte er wiederhaben.

Zärtlich legte er die junge Frau zurück in die Kissen. Er küsste sie leicht und legte sich dann neben sie.

Dort gehörte er hin war sein letzter Gedanke bevor er endlich einschlief.

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