Oijoi! So, dieses Kapitel ist etwas länger geworden, was eigentlich nicht so gedacht war. Das Ende wurde nur länger als gedacht. Ohne das hätte dem Kapitel aber was wichtigem gefehlt und das andere wollte ich nicht kürzen, wenn ich es schon mal geschrieben habe. Dachte mir, wenn ihr es nicht lesen wollt, könnt ihr das ja überspringen ^^ Mir fällt es nur schwer etwas zu kürzen, womit ich eigentlich zufrieden bin. Insofern, ist hier mal ein etwas längeres Kapitel als die letzten Male. Baba!
Review:
Mannequin: Heyho =)
Ich hatte jetzt die letzten Tage nen richtig üblen Migräneanfall und mir war davon so übel, dass ich mich sogar übergeben wollte. Joggen half zwar ganz gut dagegen, aber sobald ich nicht mehr joggte, kam das wieder zurück. Kommt das auch von der Pollenallergie? - Neugierig bin – Obwohl, ich glaub, im Winter hatte ich das schon auch mal und da waren es ja garantiert keine Pollen... Hatte glaub ich nur irgendwo mal gelesen, dass das auch von einer Pollenallergie stammen kann.
Hm, ja, das über Voldemort's Tochter in Cursed Child hat mir ein Freund erzählt. Ich habs ja mehr nur durchgeswitcht als wirklich gelesen. Für mich klingt es auch komisch, weil Dumbledore doch meinte, dass Voldemort nicht dazu fähig ist, zu lieben und er das verachtet. Sex hat ja irgendwo schon was mit Liebe zu tun. Die Andeutungen im Buch sah ich irgendwie als ne Art Verehrung von Bellatrix Seite an. Also Groupiemäßig und sie ihn eben abgrundtief begehrte. Ist so schwer vorstellbar für mich, dass da groß Liebe im Spiel war. Glaub nämlich auch, dass Voldemort nie jemand anderen, auch nicht Bellatrix, als jemand gleichberechtigten angesehen hat, aber wohl schon als jemand, der ihm wichtiger als seine normalen anderen Todesser wie z.B. Pettigrew war. Ne Beziehung zwischen den beiden mit einem Kind klingt dennoch echt merkwürdig Öö
Yap, Anna hatte dies sicherlich schon länger im Hinterkopf für den Fall, dass es raus kommen würde. Sie hat in CofX auch schon mal gesagt, dass sie mit so etwas nicht einfach so aufkommt, sondern sich schon länger darüber Gedanken macht, um vorbereitet zu sein. Remus will Jilli am Ende nur beschützen, hat zu ihr durch seine Erziehertätigkeiten als Patenonkel eine bereits sehr enge Verbindung. Nun, ich habe mir fest vorgenommen, was immer in der HP Fortsetzung auch passiert, ich möchte auf keinen Fall, dass die Storyline wie erwartet schlecht abläuft. Es gibt ja so Dinge, wenn man sie liest, wo man teilweise genau ahnt, so wird es ablaufen, weil es immer so abläuft und das wäre richtig schlecht, weil es eben immer so abläuft und dann tut es das leider tatsächlich genauso, wie man es eben eigentlich nicht will, aber eben geahnt hat. (Langer verzwickter Satz Öö) Den unverzeihlichen Ponester einzuführen und dann nicht zu benutzen wäre schon etwas komisch XD Insofern wird er wohl auf jeden Fall auftauchen, nur wie, da hoff ich, dass es zum gegebenen Zeitpunkt auch gut ist. Ob sie nun Harry damit vergiften kann, der ja die Magie Gryffindor's hat, das lass ich mal als Frage stehen. In der Erinnerung hatte Jilli ja auch nur Lilli vergiften und nicht James.
Schon. Allan White, auch wenn ich ihn sehr übel in allen drei FF's schreibe, hatte durchaus ein Herz, was seine Liebe zu Inga White zeigt. Aber wenn man wie er über etwas nicht hinweg kommt und sich davon auffressen lässt, dann wird eben ein solcher Mensch draus, wie er schließlich geworden ist.
Jiah XD Ich hab das mit Todesser Lilli damals in CofX gesagt, dass die Erklärung bald käme, aber die Lhayphsas Kapitel haben mich dann irgendwie abgelenkt und ich hatte das total vergessen zu schreiben. Da wo wir jetzt in CofX stehen wäre es merkwürdig noch unterzubringen und fand es daher passender alles hier zu erklären, statt es noch mal krampfhaft in CofX aufzugreifen.
Thx fürs liebe Review =) Liebe Grüßle
Chapter 36 – The suspicion
Der März hätte nicht noch stressiger für Harry beginnen können. Seine UTZ-Fächer verschlangen fast seine gesamte Zeit und ohne Hermine's Hilfe hätte er schnell alles aufgeben können das je wieder aufzuholen. Sie half wo sie nur konnte und stellte ihm gute Zusammenfassungen zur Seite, so dass er weniger Zeit dafür aufbrachte als Ron, Ginny und die anderen rein stecken mussten.
Er wollte sich eigentlich direkt am Tag nach dem Gespräch mit White wieder an die Horkrux Suche setzen, aber Hermine's rügender Blick, weil er schon wieder im Stoff nach hing, machte ihm ein so großes schlechtes Gewissen, dass er sich zuerst wieder an die Bücher setzte. Eine Balance zwischen dem Alltag der Schule und seinem Tun die Zaubererwelt vor Voldemort's Herrschaft zu bewahren zu finden war alles andere als einfach.
Brian war ohnehin noch nicht bei ihm aufgetaucht und White hatte ihm schließlich gesagt, dass der Freund ihm bei der Suche unterstützen würde. Etwas, was Harry erleichterte, denn er hielt sehr viel von dem Freund.
Jilli hatte er nach dem Abend nicht mehr zu Gesicht bekommen, obgleich er durch die Karte zumindest sicher ging, dass sie sich immer noch auf dem Schulgelände befand. Harry nahm einfach an, dass das Training mit White sie sehr beanspruchte und er sie deswegen nicht zu Gesicht bekam.
Genauso wenig traf er noch auf die Schulleiterin, aber damit hatte er bereits gerechnet, nachdem sie von ihm verlangte eigenständig zu trainieren.
Nun, verlangen und tun waren zwei verschiedene Dinge. Harry hatte so überhaupt keine Zeit sich in Ruhe eine Erinnerung anzusehen und seine Emotionen dabei zu kontrollieren. Hatte er mal fünf Minuten Verschnaufpause, so fand er sich nicht alleine vor und um in den Raum der Wünsche dafür zu gehen reichte die Zeit nicht. So lagen die Erinnerungen und die Kerze mehr oder weniger ohne angerührt worden zu sein in seiner Schublade verdeckt von Socken und Shirts.
„Bist du gar nicht neugierig, Mann?" fragte Ron bei einer eingelegten Pause zwischen zwei Stunden, welche die Freunde auf den Ländereien verbrachten. Sie genossen die Frühlingssonne und es war leichter an der frischen Luft zu lernen als in der muffigen Bibliothek.
„Doch," sagte Harry und setzte die Feder wieder ab. „Aber White sagte, ich solle sichergehen auch die Zeit für die Erinnerung zu haben, denn es gibt kein Stopp Knopf, falls etwas dazwischen kommt. Zeit ist etwas, dass ich gerade gar nicht habe."
„Die Erinnerungen laufen doch nicht davon," sagte Hermine streng und gab beide einen rügenden Blick. „Wir haben nur noch knapp 3 Monate bis zu den UTZ Prüfungen und Harry hängt im Stoff stark hinterher. Er muss jetzt jede Minute dafür aufbringen, um es wieder aufzuholen und gut abzuschneiden. Hast du dich eigentlich schon bei einem Auror um eine Ausbildung beworben?"
„Err -"
„Dacht ich mir schon," sagte Hermine und holte einige Papiere aus ihrer Schultasche heraus. „Das sind offizielle Anträge, die du alle ausfüllen musst. Lebenslauf, ZAG Noten und so weiter. Und du musst ein Essay schreiben, warum du Auror werden willst und das sollte mindestens zwei Seiten lang sein. Ich hab mir die Liste der noch freien Ausbilder angesehen und mit Kingsley gesprochen. Er ist der Meinung, dass für dich zwei Ausbilder in Frage kämen. Tria Mailabourni und Joe Baydon."
„Tria und Joe? Die beiden, gegen die ich duelliert habe?"
Hermine nickte.
„Glaub schon. Hab sie ja nicht gesehen, aber Kingsley meinte wohl, dass sie begeistert von dir waren und laut ihm sind die beiden sehr gute, vor allen Dingen aber erfahrene Auroren. Also, ich schlage vor, du setzt dich heute Abend hin und schreibst das Essay. Ich lese es dann durch und gebe es dir mit Verbesserungen wieder zurück. Vergiss aber nicht den Nebeltrank für Professor Slughorn fertig zu brauen! Es ist ja nicht mehr viel. Nur noch -"
„Schon klar!" sagte Harry und rollte mit den Augen.
„Atme mal wieder durch, Hermine," grinste Ginny amüsiert, welche die Absichten ihres Freundes sehr wohl verstand. Sie meinte es nur gut, das wussten sie auch alle, aber Harry hatte einfach andere Prioritäten, was Ginny mehr als alle anderen verstand.
„Ich mein doch nur," erklärte sich die junge Hexe ruhig. „Auch wenn sehr viel auf dem Spiel steht, aber wir sollten nicht nur um Voldemort herum leben. Das sagt auch Professor White."
„Wann hast du mit Professor White gesprochen?!" fragte Harry misstrauisch. Hermine aber zuckte unschuldig die Schultern.
„Erst am Anfang der Woche. Aber das mit dem nicht um Voldemort herum leben hat sie schon früher gesagt."
„Wieso warst du am Anfang der Woche bei ihr?!" fragte Harry immer noch misstrauisch. Wie kam es, dass er gar nicht mehr mit White sprach, Hermine aber schon?!
„Ich war nicht bei ihr. Ich war bei Remus, weil ich noch Probleme in Verteidigung gegen die dunklen Künste habe und sie war zufällig auch da. Sie war total nett. Hat mir gezeigt, was ich falsch mache und gut zugeredet, dass ich nicht so verbissen ran gehen solle. Das gilt auch für dich -" Und damit hatte sie ihn sehr eindringlich und rügend angesehen. „Du darfst dich nicht eine Sache verbeißen, sondern musst das Gesamtbild betrachten. Natürlich ist es wichtig was du tust, aber es wird dir besser gelingen und womöglich auch leichter fallen, wenn du die Schule ernster nimmst und das Werkzeug, was dir hier mitgegeben wird, auch benutzt statt in eine Schublade zu stecken, wo es vor sich hinrostet."
„Ist gut," wiederholte Harry sanfter. „Ich schreib das Essay noch und werd auch den Trank fertig brauen."
„Damit du Voldemort das Essay und den Trank vor die Füße schmeißen kannst?" fragte eine bekannte Stimme, die auf die Freunde zuschritt.
„Brian!" rief Hermine erfreut und auch die anderen sahen den Freud überrascht an als er sich zu ihnen auf die Wiese gesellte.
„Ich glaube zwar dass ein Fluch effektiver ist, aber da auch Voldemort dazu tendiert immer mit Worten zu beginnen wäre es auf jeden Fall ein Überraschungseffekt, wenn Harry ihm ne Rolle Pergament und nen Trank hinschmeißt. Sprachlos wäre er bestimmt für ne Sekunde."
„Witzig," sagte Harry und zuckte lediglich mit dem Mundwinkel, auch wenn der Freund noch so amüsiert grinste.
„Ich bin eigentlich hier, um dir mit den -" Er pausierte kurz, zog eine schiefe Grimasse, da sich um sie herum relativ viele andere Schüler befanden und nicht wenige beobachteten die kleine Gruppe neugierig. Ein paar Slytherins hatten sich sehr verdächtig in ihrer Nähe befunden und immer wieder auffällige Blicke hergeworfen. „Schrumpfmatzen zu helfen."
Ron prustete aus Versehen ungewollt los während Harry und Hermine den Freund verwirrt ansahen. Ginny kicherte, packte dann aber ihre Sachen und erhob sich.
„Ich sollte wirklich lernen und geh in die Bibliothek. Harry, viel Glück mit den Schrumpfmatzen. Angel dir nen Braven. Brian, wir sehen uns – und wehe du treibst ihm irgendwelche Flausen in den Kopf."
„Würd mir nicht im Traum einfallen," entgegnete dieser und blitzte Harry scharf an.
Sie gab ihrem Freund einen Kuss und verschwand dann schwunghaft zurück Richtung Schloss. Harry, der immer noch irritiert war, wandte sich mit fragenden Blick dem Freund zu.
„Oh-kay." sagte er, wenn auch sichtlich nach Worten ringend.
„Aber da Hermine's Argumente sehr einleuchtend sind, werde ich ihr kein Grund geben mir den Kopf abzureißen, sondern direkt sagen, dass ich nicht hier bin, um Harry von seinen Schulpflichten zu entführen."
Er gab der Schulsprecherin einen charmanten Blick und Harry sah verwundert, dass Hermine rot wurde und zu strahlen begann. Ron rollte indes mit den Augen und sein finsterer Blick brachte Brian dazu sich sofort abzuwenden und Harry zuzudrehen.
„Ich bin an den Schrumpfmatzen dran," begann er nach einem kurzen Räuspern. „Oder an dem einen Schrumpfmatz, dessen Identität noch fehlt. Konzentrier du dich also auf die UTZe und ich kümmere mich um den Schrumpfmatz."
Harry nickte zwar, aber sein Gesicht sprach offenbar Bände, denn Brian gluckste amüsiert.
„Ich hab ein Plan. Hättest du vielleicht gemacht, wenn du die Zeit und die Kontakte dazu hättest. Glück für uns alle: Ich hab die Zeit und die Kontakte dazu. Bin nah dran. Glaub ich jedenfalls. Ich meld mich, sobald ich was Handfestes hab."
„Okay, danke."
Harry vertraute Brian und glaubte auch daran, dass der Freund es hinbekam herausfinden, was das noch fehlende Horkrux ist, aber eine Frage beschäftigte ihn in dem Punkt dennoch tief und er sprach es auch ohne groß nachzudenken heraus. Gerade weil er Brian vertraute und als guten Freund sah, scheute er sich nicht davor es laut auszusprechen.
„Du wusstest vorher noch nichts von den Ho – uhm – Schrumpfmatzen, meinte ich, nicht wahr?"
„Nope, wusste nichts."
„Wieso nicht?"
„Mir hat keiner was davon gesagt?!" fragte Brian mit dem Anflug eines amüsierten Grinsens. Für ihn lag die Antwort irgendwie auf der Hand, aber Harry sah ihn dämlich an.
„Ich meine, warum hat Dumbledore dir nichts davon erzählt? Du hättest alles, wofür ich Monate brauchte bestimmt in viel kürzere Zeit hingekriegt."
Brian gluckste heiter und begann mit dem Zauberstab kleine Luftbläschen zu erzeugen, die um sie herum zerplatzten und die Aufmerksamkeit der anderen Schüler ablenkten.
„Du meinst, weil ich seine Intelligenz geerbt habe, hätte er mir das eigentlich eher zutrauen sollen?"
„Uhm -" machte Harry leicht unangenehm. Das war wohl so ungefähr das, was er sich dachte.
Ron und Hermine tauschten besorgte Blicke als klar wurde, dass dies eine Tatsache war, die den älteren Freund wohl eher schwer auf dem Herzen lag.
„Die Erinnerung, die du gesehen hast – wo Dumbledore und Ich uns trafen und er mich bat zurück nach England zu kommen, unser Gespräch ist nicht sehr gut zu Ende gegangen. Ich wusste, was seine verbrannte Hand zu bedeuten hatte. Bin schließlich ausgebildeter Heiler. Ich hab ihm gesagt, was ihn erwartet, aber er ahnte das bereits. Oder vielleicht hat ihm das auch ein anderer Heiler bereits mitgeteilt.
Bevor er sich verabschiedet hat an dem Tag, gestand er mir noch, dass er Anna vor 15 Jahren nicht hat friedlich einschlafen lassen, wie er Sirius, Remus und allen anderen erzählt hatte."
Harry, Ron und Hermine tauschten erneut tief besorgte Blicke, kam dieses Geständnis doch sehr überraschend für sie alle. Entsprechend ihrer Verwunderung wussten sie auch nicht wie sie am besten reagieren sollten. Brian lächelte milde.
„Ich hab ihn gefragt, warum er mir das ausgerechnet jetzt beichtet. Ich weiß nicht, ob ihr wisst, wie jemand nach dem Kuss des Dementors noch existiert? Ich weiß mehr, weil ich mich durch mein Studium tiefer damit beschäftigt habe und kann mit Berechtigung sagen, dass der Tod barmherziger
gewesen wäre. Ich hab ihm vorgeworfen selbstsüchtig zu handeln und nur sein Gewissen zu erleichtern. Hab ihn nicht ausreden lassen, weil ich Panik vor dem hatte, was er sagen könnte. Wusste ja, was seine Hand zu bedeuten hatte und der Gedanke, dass er mich bittet das für ihn bei meiner biologischen Mutter zu beenden war nichts, worauf ich heiß war. Bin also einfach abgehauen. Nachdem ich auf seinem Wunsch zurück nach England zog, hatten wir nicht wirklich ein engeres Gespräch mehr miteinander.
Ich hab Aufträge erledigt, war hier und da bei Besprechungen. Das war's. Im Nachhinein weiß ich natürlich, dass das idiotisch von mir war. Hätte ich ihn ausreden lassen, hätte ich früher erfahren, dass Anna da draußen ist und lebt. Wahrscheinlich hat er es mir erzählt, weil er hoffte, dass ich mit ihr in Kontakt trete und sie ihn dann anhört, aber nach dem Gespräch hat er die Idee wohl wieder verworfen."
Harry nickte verstehend, auch wenn ihn das Gehörte bedrückte. Er war stets so voller Wut auf Voldemort gewesen, weil er ihm seine Eltern nahm, ihm wurde erst jetzt bewusst, dass Dumbledore all die Jahre eine noch viel größere Wut auf diesen gehabt haben muss, weil er ihm seine Familie zerstört hatte. Nie hatte Dumbledore es Harry gegenüber auch nur mit einem Wort erwähnt... oder doch? Hatte er Andeutungen gemacht und ihm war es nur nie aufgefallen? Harry erlebte Dumbledore immer als fröhlichen Zauberer, nie hätte er geglaubt, dass dieser eine solche Vergangenheit mit sich trug.
Brian runzelte die Stirn als er die Stimmung bemerkte und gluckste auf einmal vergnügt.
„Leute, das ist nichts, was euch jetzt noch beschäftigen sollte. Es ist vorbei. Bringt nichts jetzt noch groß Trübsal zu blasen. Man kann die Vergangenheit nicht ändern."
Er wandte sich zurück an Harry.
„Hast du Jilli in den letzten Tagen eigentlich gesehen? Sie macht sich ziemlich rar."
„Uhm – Gesehen nicht. Aber sie in Hogwarts."
„Sicher?"
„Ja," antwortete Harry, denn die Karte der Marauder log schließlich nicht und laut der befand sich Jilli heil und sicher in ihrem Flur.
„Gut, dann geht sie offenbar nur mir aus dem Weg," stellte Brian schmunzelnd fest. „Seitdem ich was mit Kaylar habe, ist sie außergewöhnlich wortkarg geworden."
„Was soll sie denn auch groß sagen?" warf Ron belustigt ein. „Tolle Freundin? War ich dir nicht alt genug?"
Hermine stieß Ron dafür den Ellenbogen in die Seite und Harry sah ihn dämlich an. Echt jetzt?! Brian verzog lediglich die rechte Augenbraue und beäugte den Freund kritisch. Ron schraubte schließlich sein anfängliches Grinsen ab und entschuldigte sich.
„Ist nur – jetzt mal echt, Brian. Ist Steward nicht über 1000 Jahre alt?! Wie ist es so mit jemanden zu gehen, der tausend Mal älter ist als man selbst?"
„Reif," kommentierte dieser simpel, schlug dem Freund freundschaftlich auf die Schulter und sprang auf.
„Harry, ich halte mich die nächsten Tage noch im Schloss in einem Gästezimmer auf. Komm vorbei, wenn du Fragen hast."
Brian ging seines Weges zurück ins Schloss und nun war es Ron, der verdutzt die Stirn runzelte.
„Reif?!" fragte er irritiert. Harry schüttelte nur den Kopf und vergrub sich wieder in sein Buch so wie es auch Hermine getan hatte.
Als Harry Jilli auch den Rest der Woche nicht zu Gesicht bekam und Remus und Sirius ihm mehr oder weniger zu verstehen gaben, dass auch sie die junge Hexe seit längerem nicht mehr begegnet waren, sich aber keine Sorgen machten und er solle das auch nicht, und er Professor White nie auf der Karte sah, wenn er rauf blickte, beschloss er entgegen dem Ratschlag der anderen seine Schwester einfach direkt im Schloss abzupassen, wenn er sie wieder auf der Karte fand.
Das ging besser bei den Rundgängen am Abend und so schlich er mit Hermine im Flur der Gästezimmer umher.
„Du solltest das wirklich sein lassen," flüsterte sie während beide um eine Ecke lugten, weil laut Karte jeden Moment Jilli dort auftauchen sollte. „Wenn deine Schwester sich zurückzieht, gibt es bestimmt Gründe. Vielleicht will sie einfach nur alleine sein?!"
„Ja ja," machte Harry genauso leise. „Ich will auch nur sichergehen, dass wirklich nichts ist."
„Harry!" zischte sie als er sie aus dem Flur heraus riss in der Erwartung gleich unauffällig seiner Schwester zu begegnen. Das war nicht der Fall und niemand trat aus dem Seitengang heraus. Ein Blick zurück auf die Karte verriet, Jilli hatte kehrt gemacht. Harry verengte unzufrieden die Augen.
„Lass uns zurück gehen," riet Hermine leise, aber er dachte gar nicht daran aufzugeben. Stattdessen schlichen sich die beiden wieder in einen anderen Seitengang, hüpften von der Treppe noch bevor diese sich in eine andere Richtung bewegte und tappsten so leise wie es ging den langen Gang entlang.
„Harry!" zischte Hermine erneut, doch er schlich zielgerade an der Wand entlang ohne die Freundin zu beachten, die Karte stets in den Händen, um sicherzugehen, dass sie nicht noch mal einfach so die Richtung wechselte.
„Das ist so was von kindisch von dir!"
„Wenn du nach 17 Jahren plötzlich eine Schwester an deiner Seite hast, von der du Jahrelang nichts wusstest aber weißt, dass sie gerade eine schwere Zeit durchmacht, würdest du dich auch kindisch verhalten, um sicherzugehen, dass es ihr gut geht," zischte er jedoch genervt zurück. Damit hatte er den Nagel auf den Kopf getroffen, denn außer einem Augenrollen kam keine Wiederworte von Hermine mehr.
Jeden Moment würde es soweit sein. Sie ging den Gang entlang! Er musste nur heraus schreiten, wenn sie vorbei ging. Gleich. Gleich. Gleich.
„Harry!" zischte Hermine so leise wie es ging, da laut Karte Jilli so gut wie bei ihnen war. Da! In der Erwartung seine Schwester vorbei schreiten zu sehen, starrten beide die Luft vor sich an. Verdutzt blickte Harry wieder auf die Karte, aber da stand eindeutig Jilli Potter und sie schlenderte eindeutig den Gang entlang. Harry trat heraus und versuchte genauer hinzusehen. Nein, auch kein Leuchtkäfer weit und breit.
„Jilli?!" fragte er einfach mal so in die Leere hinein.
„Harry?!" kam es tatsächlich zurück. Harry und Hermine waren sofort stocksteif vor Schreck.
„Jilli?!" fragte Hermine vorsichtig und fasste vorsichtig mit der Hand in die Leere. Ihre Hand hielt an als sie auf Widerstand stieß. „Bist du unsichtbar?!"
Ein Moment herrschte knisternde Stille, dann jammerte Jilli verzweifelt.
„JA!"
Sie wimmerte während Harry und Hermine einander unangenehm ansahen. Gut, das erklärte natürlich warum sie in der letzten Zeit keiner mehr gesehen hatte.
„Was ist passiert?" fragte er vorsichtig und hoffte, dass er zumindest in die richtige Richtung blickte. Er und Hermine konnten ihre Stelle zumindest erahnen, weil sie kontinuierlich schniefte.
„Ich versteh das auch nicht so genau -" Schnief. „Das lief alles nicht so, wie es laufen soll -" Schnief. „Ich dachte, ich wüsste was ich tue." Schnief. „Anna hat es mir doch auch sehr genau und gut erklärt und als sie da war hat es bei mir auch gut geklappt." Schnief. „Aber dann musste sie weg und ich wollte es alleine üben." Schnief. „Und plötzlich war ich unsichtbar." Schnief. Schnief. Schniiiiiiiiiiiiiiiiiiii -
„Okay, okay, okay," sagte Harry und hob beruhigend die Hände hoch. Er hoffte, dass sie sich tatsächlich da befand, wo er seine Hand nun ausstreckte, um sie tröstend zu streicheln. Gut, das war nicht wie gehofft ihre Schulter oder Arm, sondern ihr haariger Kopf, was also bedeutete, dass sie nicht mehr stand, sondern auf dem Flur saß, aber zumindest stimmte die Richtung. Hermine sah ihn mitfühlend an.
„Weiß Professor White davon?" fragte sie vorsichtig.
„Nein -" Schnief. „Ich hab mich nicht getraut ihr etwas davon zu beichten." Schnief. „Ich hab gelogen als sie mich aufsuchte und gemeint, ich sei erkältet -" Schniiiiief. „Dann hat sie das Schloss verlassen und ich dachte, dachte, dachte -" Schniiiiiiiiiiiief. Hermine's und Harry's Gesichter wurden immer mitfühlender und unangenehmer. Sie hatten absolut keine Ahnung, wie sie mit der Situation umgehen sollten, um die junge Hexe zu beruhigen.
„D-Dachte, dass ich das schon alleine hinkriege." Schnief. „Aber ich bin immer noch unsichtbar." Schnief.
Da Harry nun wusste, dass sie auf dem Boden saß und nicht stand, kniete auch er sich zu ihr hinab, hoffend, dass wenn er mit ihr auf Augenhöhe sprach, sie das besser tröstete. Hermine tat dasselbe und beide blickten sie die junge Hexe Mutmachend an.
„Du könntest doch jetzt noch zu Professor White gehen und sie um Hilfe bitten?" schlug Hermine vorsichtig vor. Es kam keine Antwort, dafür ein erneutes sehr langes Schniefen.
„Okay, offenbar nicht," murmelte sie verlegen.
„Vielleicht finden wir ja gemeinsam ein Weg, um dich wieder sichtbar zu machen?!" schlug Harry vor und warf einen kurzen Blick zu Hermine, welche jedoch mit großen Augen signalisierte, dass sie davon keine Ahnung hatte.
„Glaubst du?!" fragte Jilli leise und endlich schniefte sie nicht mehr. Harry nickte entschlossen.
„Wir könnten Sirius fragen?"
„Er kennt sich damit nicht aus. Ich war schon bei ihm."
„Remus? Tonks?"
„Dasselbe. Sagen, dass sie keine Heiler sind."
„Brian ist hier. Er ist doch ausgebildeter Heiler?! Er kann bestimmt helfen."
„Vorher wird er sich totlachen," murmelte seine Schwester schmollend.
„Ach was," sagte Harry jedoch. Dass er sich irrte, hätte schließlich jeder erkannt. Brian lachte und wie er lachte. Er lachte sich nicht tot, er lachte sich krumm und schief und krachte dabei förmlich von der Tischplatte, auf der er saß. Hermine wurde verlegen, Harry hingegen vergrub sein Gesicht hinter der Hand und ein Schnauben neben sich verriet ihm, was seine Schwester davon hielt.
Es dauerte wie es Harry vorkam eine halbe Ewigkeit, dass Brian seinen Lachanfall wieder in den Griff bekam. Das breite Grinsen hatte sein Gesicht jedoch nicht verloren und selbst wenn Jilli nicht unsichtbar gewesen wäre, jeder konnte sich vorstellen, dass sie mit verschränkten Armen und giftigem Blick dem Freund am liebsten eine verpasst hätte.
„Weißt du Ji, nimm das jetzt nicht persönlich, aber als ich dich kennenlernte, war mein erster Gedanke – Das Mädchen ist echt komisch. Das heute beweist wiedermal, dass ich mit meinem ersten Eindruck recht hatte."
Brian hatte sein Regal nach einem Buch abgesucht, da traf ihn etwas hartes am Hinterkopf. Als er sich umdrehte und sich die Stelle mit der Hand rieb, sah er Harry und Hermine mit unangenehmen Blick auf dem Bett sitzen. Zwischen ihnen war eine große Lücke, wo wohl Jilli saß und dass die Zahnpastatube auf dem Boden von ihr geschmissen wurde stand außer Frage.
„Wie soll ich das nicht persönlich nehmen?!" schnaubte sie giftig.
„In dem du es nicht persönlich nimmst?!" sagte er sehr langsam als ob er tatsächlich nicht verstand, warum sie so beleidigt reagierte.
„Das war aber persönlich!" blaffte sie böse.
„Okay, was tun wir jetzt?" fragte Harry, bevor Brian noch mal etwas zurückwerfen konnte. „Ist das das gesuchte Buch?" Er deutete auf das in Brian's Hand, welcher er gerade rausgeholt hatte als er unsanft von der Tube an seinem Schädel daran erinnert wurde, dass er besser nicht immer das aussprechen sollte, was ihm gerade in den Sinn kam.
„Yop," sagte er und blätterte es nach der gesuchten Seite durch. „Ji's Unsichtbarkeit rührt aus einem Ungleichgewicht im Prozess der Magieumwandlung her. Sprich, wenn sie auf einmal zu viel Magie umwandelt. Das hat eine Kollision zur Folge und, während Zauberer und Hexen dadurch normal nur umkippen und für einige Tage außer Gefecht sind, verlieren Ponester offenbar ihre feste Gestalt."
„Kannst du das rückgängig machen?" fragte Harry, da Jilli leider beschlossen hatte den Freund mit Schweigen zu bestrafen. (Was seiner Meinung nach wenig Sinn machte, denn schließlich war doch sie diejenige, die seine Hilfe brauchte und nicht umgekehrt.)
„Wenn nicht müsste Jilli einfach nur 3 Monate warten, damit es vergeht."
„3 MONATE?!" sagte sie entsetzt. Brian lachte erneut aus Versehen los und während Harry und Hermine begriffen, dass dies ein Scherz war, traf den Freund zum zweiten Mal etwas hartes. Diesmal war es eine volle Getränkedose, die ihn mitten auf die Brust traf, geschmissen natürlich von Jilli.
„Das ist nicht witzig!" blaffte sie erzürnt. Brian verkniff sich sein Lachen nur sehr hart, das Schmunzeln hingegen blieb.
„Ich find es zum schreien," kommentierte er breit grinsend. „Ich brau den Trank ja schon, Ji. Wobei – Du bist die Trankmischerin hier?"
Und so saßen die vier um 11 Uhr Nachts im Kerker für Zaubertränke zu viert an einem Tisch um einen brodelnden Krug, schnitten Zutaten zurecht und schwiegen. Harry warf immer wieder mal Blicke zu Brian, der das Schmunzeln einfach nicht unterlassen konnte, und dann wieder zur anderen Richtung, wo die unsichtbare Jilli sitzen musste und womöglich mit giftigem Blick Feuer spie.
„Wisst ihr, woran mich das erinnert?" warf Brian irgendwann in der Stille ein. Hermine und Harry hatten gleichfalls nicht gewagt zu sprechen.
„Jilli's und mein's erster gemeinsamer Auftrag für den Orden des Phönix."
Hermine und Harry sahen neugierig auf.
„Das war kurz nach der Wiedereinberufung des Orden vor 2 ½ Jahren. Der Hauptauftrag war ein Buch von befreundeten Zauberern aus einem kleinen Vorort in Frankreich zu beschaffen. Engländer, die dorthin gezogen waren. Ein Nebenauftrag, den jedes Mitglied immer hatte war es, andere davon zu überzeugen, dass Voldemort tatsächlich wieder zurück war. Jilli nahm die Nebenaufgabe ein klein wenig sehr viel wichtiger als die Hauptaufgabe."
Vor 2 ½ Jahren
„Kennst ihr die beiden, mit denen wir uns treffen sollen?" fragte Jilli während sie mit Brian und Kila am helllichtem Tag einen Pfad zu einem kleinen Dorf entlang schritt.
„Nö," antwortete Kila.
„Ich hatte mal kurz etwas mit ihnen zu tun. Hab ein Fluch gebrochen, der auf einem ihrer Anwesen lag," sagte Brian. „Sind schon okay, aber vielleicht auch etwas – sagen wir überheblich."
„Etwas überheblich?" wiederholte sie und beäugte ihn mit kritischem Blick. Brian zuckte kurz mit dem Mundwinkel.
„Na ja, wer Geld hat – du weißt schon."
„Tu ich das?!" entgegnete sie und runzelte finster die Stirn. Brian blickte sie daraufhin verwirrt an. Verstand sie das etwa wirklich nicht?
„Wer Geld hat glaubt, er könne sich alles erlauben und ist dann auch entsprechend überheblicher in seinen Äußerungen," erklärte er schließlich, doch das machte es offenbar nicht besser.
„Das sind grauenhafte Vorurteile!" sagte sie entrüstet. „Mir hat jedenfalls noch keiner gesagt, dass ich überheblich wäre."
„Du bist auch nicht stinkreich?!" entgegnete er amüsiert. „Fleur hat mir erzählt, dass du in einer einfachen Hütte mit deinem Adoptivvater lebst."
Jilli schmollte unverständlicherweise, denn Brian hatte nicht das Gefühl, als ob er irgendetwas falsches gesagt hätte. Kila hingegen grinste leise.
„Ich kenne aber Leute, die nicht unbedingt arm sind und sie sind alles andere als überheblich!" setzte sie erneut an. Brian schmunzelte kopfschüttelnd.
„Deswegen heißt es Vorurteil und nicht Tatsache. Aber, du wirst gleich sehen, was ich meine. Nach dir, Jimá."
Er deutete ihr höflich an vor ihm das Gelände zu betreten und das tat sie nach einem unzufriedenem Blick auch.
„Wen kennst du denn, der reich ist?" fragte er neugierdehalber. „Kila? Du bist doch nicht stinkreich?"
„Err – nein bin ich."
„Also meintest du nicht Kila?"
„Ich hab nicht reich gesagt," warf sie bissig zurück. „Nur nicht arm. Nur weil man sich ein gutes und großes Haus leisten kann heißt es nicht, dass man reich und überheblich ist."
Die drei stoppten vor der großen Tür der wirklich sehr großen Villa und klingelten. Ein Hauself öffnete und sah alle drei erwartungsvoll und durchaus herablassend an. Ein Seitenblick von Brian an Jilli reichte, damit sie die Augen rollte.
„Hauselfen zu haben heißt nicht, dass man stinkreich und arrogant ist," zischte sie ihm leise zu und wandte sich mit sehr freundlicher Miene an den Hauself.
„Guten Tag. Wir haben ein Termin mit Mr und Mrs Nelson?"
Der Hauself beäugte die drei weiterhin mit herablassenden Blick.
„Haben Sie das?!" fragte er skeptisch und wieder gab Brian Jilli ein vielsagenden, rechthaberischen Blick. Es dauerte etwas, aber am Ende saßen sie zu dritt im Wohnzimmer vor den beiden Hauseigentümern. Jilli gab es nicht zu, aber die Einrichtung war tatsächlich sehr nobel und schrie förmlich danach, dass die Eigentümer sehr viel Geld besaßen.
„Vielen Dank für das Buch," sagte Jilli als Mr Nelson ihnen das übergab.
„Aber gerne doch," sagte er höflich und auch sehr freundlich, was wiederum Jilli dazu veranlasste Brian einen rechthaberischen Blick zuzuwerfen.
„Wir helfen Professor Dumbledore doch immer gerne," sagte seine Frau genauso höflich und nippte ein wenig an ihrer Tasse Tee. „Ich meine, man kennt sich schon sehr lange und ist gut befreundet. Damals hat er uns das Buch übergeben, weil wir es brauchten. Da ist es selbstverständlich, dass wir es zurückgeben, wenn er es benötigt. Allerdings frage ich mich, ob er wirklich langsam senil wird."
„Senil?" fragte Jilli verwirrt. Kila blieb ruhig während Brian genauso die Stirn runzelte wie auch Jilli. Mrs Nelson legte ihre Tasse nieder und sah alle drei sehr vielsagend an als ob sie bei ihnen eine Bestätigung suchte für ihren Verdacht.
„Na, was ich so aus dem Propheten lese. Ich mein, Der-Dessen-Name-Nicht-Genannt-Werden-Darf soll wieder zurück sein?! Nach 13 Jahren Frieden? Ich ahnte schon immer, dass mit dem jungen Harry Potter etwas nicht stimmt, denn wie sollte jemand noch normal bleiben, wenn er eine Narbe in Form eines Blitzes auf der Stirn trägt, aber dass sich jemand wie Dumbledore davon anstecken lässt."
„Anstecken?!" wiederholte Jilli und ihr Stirnrunzeln hatte sich längst zu einem finsteren Blick gewandelt.
„Man sollte heutzutage nicht alles glauben, was in einer Zeitung wie dem Propheten steht," sagte Brian diplomatisch und lächelte freundlich. „Auch die wollen nur ihre Auflagen verkaufen."
„Da haben sie nicht ganz unrecht, junger Mann, aber ich stehe auch in Kontakt mit vielen Freunden in England. Viele von ihnen arbeiten im Zaubereiministerium und ich weiß aus erster Hand, dass auch dort niemand an diese verrückte Geschichte glaubt. Es heißt viel eher, dass der junge Harry Potter sich im Labyrinth des Trimagischen Turniers verirrt hat und es nur einem dunklen Zauber zu verdanken hatte, dass er es doch noch heraus schaffte.
Dass es das Leben des anderen Jungen gekostet hat, hat er wohl nicht verwunden. Schrecklich. Da überlebte er den Mord an seinen Eltern nur um 14 Jahre später durch einen Fluch der dunklen Künste verrückt zu werden."
„ER IST NICHT VERRÜCKT!" donnerte Jilli wütend. Brian räusperte sich auffällig, da das Nelson Ehepaar sichtlich verwundert, wenn nicht gar schockiert von der herben Reaktion der Hexe war.
„Uhm," versuchte er die Sache schnell herunter zu spielen. „Jeder hat darüber wohl eine eigene Meinung. Nun, ich kann ihnen versichern, Professor Dumbledore ist nicht senil. Er vertritt nur eine andere Meinung, was aber auch nachvollziehbar ist. Wir wissen schließlich alle, wie außergewöhnlich er für die Zaubererwelt ist."
„Auch das ist wahr," stimmte Mr Nelson angenehm zu. Mrs Nelson hingegen gab ein verächtliches Geräusch von sich, was Jilli noch mehr zum kochen brachte.
„Wieso glauben sie dreckigen Lügen aber nicht einem Freund?" fragte sie aufgebracht.
„Junge Dame," sagte Mrs Nelson ernst. „Soll das heißen, sie glauben tatsächlich, dass Der-Dessen-"
„Voldemort," sagte sie fest noch bevor die alte Dame den Satz beenden konnte. „Ja! Ich glaube, dass er wieder zurück ist."
Kila zuckte entsetzt auf da Mr und Mrs Nelson feuerrot im Gesicht wurden. Brian hingegen versteckte sein Gesicht hinter der Hand und stöhnte.
„Wir sollten jetzt gehen," sagte er sofort, da das Ehepaar bereits am schnauben war, Jilli sich aber fest und entschlossen aufbäumte.
„Nur weil man eine Gefahr nicht sieht, heißt es nicht, dass es sie nicht gibt," sprach die junge Hexe jedoch weiter. „Sie lebten doch zu der Zeit bereits als Voldemort an die Macht kam. Wollen sie wirklich, dass es wieder so wird?! Es ignorieren und so tun als ob es nicht da wäre, wird genau das hervorrufen. Und Harry Potter ist nicht verrückt. Die Narbe macht ihn nicht zu einem kranken Menschen! Er - "
„OKAY!" sagte Brian laut und zog Jilli mit sich auf die Beine. „Vielen Dank für ihre Gastfreundschaft. Wir gehen besser. Einen schönen Tag noch. Mr Nelson. Mrs Nelson. Alles gute. Danke für das Buch."
Kila war ebenfalls sofort aufgestanden und folgte Brian's auffordernden Blicken zur Tür rüber ohne mit der Wimper zu zucken. Jilli wurde von ihm hastig mitgezogen und zwar so schnell, sie konnte sich weder wehren noch richtig protestieren, so schnell waren sie aus dem Haus geflüchtet.
„Was sollte das, Tonks?!" fauchte sie verärgert als sie weit genug wieder aus dem Anwesen draußen waren.
„Was sollte das?!" wiederholte er mit verrückter Stimme. „Was sollte das, was du getrieben hast?!"
„Ich hab nur versucht den Auftrag auszuführen! Sie davon überzeugen, dass Voldemort wieder zurück ist."
„Wir sollen sie überzeugen, nicht dazu bringen uns einen dunklen Fluch aufzuhalsen, was Mrs Nelson drauf und dran war, wenn wir nicht schleunigst abgehauen wären. Ganz zu Schweigen von dem Hauselfen, der uns fast mit Gewalt hinausbefördert hätte."
„Das stimmt doch gar nicht," sagte sie entrüstet aber Kila räusperte sich sanft.
„Der Zauberstab lag gefährlich nah bei ihr," sagte die Freundin vorsichtig. „Und wenn sie es nicht getan hätte, dann wohl der Hauself und ich weiß nicht, von wem der Fluch böser gewesen wäre."
„Wir sollen überzeugen, wen man überzeugen kann," sagte Brian, da Jilli noch immer unzufrieden und verärgert da stand. „Und die Familie kann man nicht überzeugen. Die werden ihre Meinung erst ändern, wenn Voldemort direkt vor ihrer Tür steht. Man kann nichts erzwingen, Jimá. So was kann nur nach hinten los gehen."
„Aber das ist doch bescheuert!" entgegnete sie immer noch aufgebracht. „Ich mein, sie sind mit Dumbledore befreundet. Und nun sagen sie, dass Harry verrückt ist? Gestern war er noch der Junge, der überlebt hat und heute ist er verrückt?!"
„Jiah," machte Brian mit musternder Miene. „Du bist erst ausgeflippt als Mrs Nelson das über Harry gesagt hat."
„Ich bin nicht ausgeflippt!" sagte sie entrüstet.
„Kann es sein, dass du in einer besonderen Beziehung zu Harry Potter stehst?"
„W-Was?!" stotterte sie überrumpelt und war nun weniger feurig. Brian gluckste amüsiert.
„Er ist dir auf jeden Fall wichtig, sonst wärst du nicht zur Furie geworden. Und wichtiger als Dumbledore, denn du konntest dich noch kontrollieren als Mrs Nelson ihn beleidigt hat. Diplomatie ist etwas anderes."
„Sie war überheblich!" konterte Jilli, um sich zu verteidigen und prompt blitzte Brian sie triumphierend an.
„Aha!"
Jilli, die begriff woher sein überlegener Ausdruck rührte, rümpfte sich die Nase und schmollte schließlich.
„Gut, die waren überheblich," murmelte sie widerwillig. Kila kicherte, schlang ihren Arm um Jilli ihren und führte sie mit sich vom Haus weg während Brian neben ihnen her schlenderte. „Aber nicht jeder ist so, nur weil man Geld hat. Das Vorurteil ist schlecht und sollte gar nicht sein."
Brian lachte bellend auf.
„Lass mich raten – Deine biologischen Eltern waren stinkreich?"
„Sie waren nicht stinkreich," sagte Jilli empört.
„Hatten sie Hauselfen?!"
„Das macht sie nicht stinkreich!"
Brian grinste breit und schlenderte pfeifend weiter. Jilli sah Kila entrüstet an aber die Freundin lächelte sanft. Natürlich hätte Brian fragen können, warum Jilli bei ihrem Patenonkel in einer Hütte aufwuchs, wenn ihre biologischen Eltern, die wohl nicht mehr lebten, so viel Geld hatten, dass sie mit ihm in einer Villa hätten zusammen leben können. Er ahnte aber, dass dies womöglich etwas war, worüber sie nicht reden wollte, also fragte er gar nicht erst danach.
„Wie auch immer," sagte er schließlich, um nicht noch länger darüber zu diskutieren. „Sehr diplomatisch war das Gespräch gerade jedenfalls nicht."
„Ich hab's versucht," sagte Jilli nachdrücklich. „Die hielten Dumbledore für senil, obwohl man seit Jahren befreundet ist. Die glauben Zeitungen mehr als dem Wort eines Freundes."
„Du bist erst ausgeflippt als sie Harry für verrückt erklärten."
„Ich bin nicht ausgeflippt!"
Brian warf Kila einen vielsagenden Blick zu, aber sie winkte beschwichtigend ab.
„Zieh mich da nicht mit rein. Ich hab Jimá zu gern, um ihr zu sagen, dass sie überreagiert hat."
„Danke," grinste Brian und wandte sich mit überlegenem Grinsen wieder an die andere junge Hexe. Jilli rollte mit den Augen, verweilte jedoch in Stille statt ein Kommentar von sich zu geben.
„Bist du ne Art Harry Potter Groupie?!" fragte Brian schmunzelnd und schon hatte er sie wieder aus der Reserve gelockt, denn prompt war sie wieder Feuer und Flamme sich über sein Unverständnis aufzuregen.
Heute
Der Trank brodelte ruhig vor sich hin während Hermine und Harry verwirrt dem breit schmunzelnden Brian ansahen. Es dauerte ein winzig kleinen Moment, dann flog dem jungen Zauberer die Zwiebel an den Kopf.
„Idiot!" zischte Jilli und obwohl sie unsichtbar war, ahnte Harry, dass sie noch immer Feuer spie.
„Und wieso erinnert dich das hier und jetzt an damals?!" fragte Hermine unangenehm. Brian sah aus als ob er erneut von einer Zwiebel getroffen worden wäre, räusperte sich jedoch und füllte die Flüssigkeit in einen kleinen Becher ab.
„Weil du das heute genauso witzig findest wie damals?!" sagte Harry und das breite Grinsen des Freundes gab ihm recht.
„Schön, dass du mich verstehst," sagte Brian mit einem Augenzwinkern, dann reichte er die kleine Tasse an die unsichtbare Stelle. „Zum Wohl, Ji."
Die drei beobachteten wie sich die Tasse bewegte und warteten gebannt darauf, dass Jilli wieder ihre richtige Form annahm.
„Das schmeckte richtig bitter," würgte sie hervor,
„Medizin schmeckt niemals angenehm," entgegnete Brian.
Harry und Hermine warteten immer noch gebannt und gerade als sie einen irritierten Blick miteinander austauschen wollten, wurde alles schwarz. Gerade noch sah Harry den Kerker und seine Freunde um einen Tisch mit einem brodelnden Krug in der Mitte und im nächsten Moment war es weg und nichts als komplette Dunkelheit um ihn herum.
„Hallo?!" versuchte Harry zu sprechen, aber seine Stimme gab kein Laut von sich. „Jilli? Hermine? Brian?" Keine Antwort. Dafür verging die Dunkelheit und Harry sah Jilli und Dumbledore. Sie waren nicht mehr im Kerker, sie waren in einem sehr warm eingerichtetem Zimmer.
„Jimá," sagte Dumbledore bestimmend. Dies musste irgendwann während Harry's fünftem Schuljahr gewesen sein, denn die Hand des Zauberers war noch nicht verbrannt und Jilli unterschied sich auch nicht viel von der jetzigen Jilli, die er kannte. „Du kannst hier nicht einfach so auftauchen."
„Weißt du überhaupt, was die Leute da draußen über dich sagen?" entgegnete die junge Hexe jedoch ohne auf die Aufforderung ihres Gegenübers eingegangen zu sein.
„Die sagen, du bist senil und Harry sei verrückt."
„Jimá," wiederholte Dumbledore sanft, aber erneut wurde er einfach übergangen.
„Die stellen ihn hin als wäre er ausgeflippt und total krank im Hirn. Das sind keine Mitschüler, die Gerüchte verbreiten. Das ist der Tagesprophet! Das Zaubereiministerium! Das mit den Dementoren... Es geht ihm nicht gut. Das spüre ich."
„Du spürst das?" fragte Dumbledore mit kritischer Miene. Jilli verstummte und schluckte hart. Der Blick des Schulleiters hatte sich verhärtet. „Warst du bei ihm?!"
„N-Nein," stotterte sie unsicher, schluckte aber erneut hart. Ihr Gesicht sagte genau das Gegenteil aus und je länger der Zauberer sie so streng ansah, desto kleiner wurde sie. „Nicht bei ihm," setzte sie sehr leise hinzu. „Nur in seiner Nähe."
Dumbledore schüttelte frustriert den Kopf und hatte sie bestimmend angesehen.
„Jimá, du kannst das nicht tun. Du bist noch nicht soweit. Dass du seine Gefühle so stark spürst in ein weiterer Beweis dafür, wie schädlich die Stärke eurer Verbindung ist. Noch spürt Harry nichts davon, aber auch nur, weil du eine bessere Kontrolle über deine Fähigkeiten hast. In einem unkontrollierbaren Moment könnte genau das eintreffen, was wir all die Jahre zu verhindern versuchten."
„Ich weiß," sagte sie, klang jedoch wenig einsichtig und mehr als ob sie drauf und dran war wieder zu bocken.
„Du kannst das, was der Tagesprophet schreibt oder was andere über deinen Bruder sagen, nicht auf die Waagschale legen. Deine Gefühle zu kontrollieren ist das wichtigste, um die Kontrolle über deine Fähigkeiten zu stärken."
„Ich leg es auf keine Waagschale," widersprach sie fest. „Ich reagiere normal. Er ist mein Bruder. Und er weiß nicht mal, dass es mich gibt!"
„Was nur zu eurer beiden Schutz beiträgt."
„So wie Sirius, der nicht weiß, dass Brian sein Sohn ist?!"
Dumbledore schüttelte erneut betrübt den Kopf, seine Stimme hatte er im Gegensatz zu der Hexe nicht erhoben und klang auch wesentlich milder als er sprach.
„Sirius muss sich erst noch an vieles gewöhnen. Seine Zeit in Askaban war lang und hat viele Schäden hinterlassen. Er muss erst mit sich selbst ins Reine kommen. Dass wir ihm die Wahrheit noch nicht mitteilen, war nicht meine Entscheidung allein. Brian wollte ihn auch erst kennenlernen, bevor er sich ihm als seinen Sohn zu erkennen gibt."
„Weil ihr beide Angst davor habt, wie er reagiert. Genauso wie ich im Bezug auf Harry. Je länger er mich nicht kennt, umso eher -"
Sie brach ab. Dumbledore wusste sehr wohl, worauf sie hinaus wollte.
„Er wird dich akzeptieren, Jimá."
„Das weißt du nicht," fuhr sie gekränkt fort. „Gerade jetzt, wo all diese Lügen über ihn verbreitet werden... Ich spüre, dass er sich alleine und unverstanden fühlt. Und ich kann nichts dagegen tun! Ich möchte zu ihm gehen und sagen, dass ich hinter ihm stehe, dass er mich hat. Aber stattdessen kann ich nichts dergleichen tun und muss tatenlos mitansehen, wie es ihm immer schlechter geht.
Sirius und Remus sagen die ganze Zeit, dass alles okay ist aber nichts ist okay! Ich weiß, dass ihr mich alle belügt, weil ich es spüren kann. Ich spüre, dass er nicht okay ist."
„Du darfst es aber nicht spüren," sagte Dumbledore nach wie vor mild.
„Ich kann es aber nicht einfach abstellen!" sagte sie aufgebracht und unbeabsichtigt auch nachdrücklicher als sie ahnte, denn diese Welle, die sie damit ausstieß, die spürte sie sogar selbst. Dumbledore sank in sich zusammen und wäre fast zu Boden gesunken, wenn Jilli nicht rechtzeitig reagiert hätte. Sie stürmte auf den Zauberer zu und stützte ihn.
„Es tut mir leid," sagte sie sofort. „Es tut mir leid. Albus, ich wollte nicht... Es tut mir leid."
Dumbledore atmete schwer ein und ließ sich von der Hexe auf das Sofa führen, wo er sich hinsetzte und langsam seine Fassung zurückgewann. Jilli hatte ihm die Magie gezogen und das nicht zu knapp. Sie wollte es nicht, es war einfach passiert.
„Es tut mir leid," wiederholte sie leise. Sie musterte ihn mit banger Miene, aber Dumbledore nickte ihr schließlich beruhigend zu. „Ich... Ich sollte zurück nach Frankreich gehen..."
Sie sah traurig zu Boden und blickte erst wieder auf als sie die Hand des Schulleiters auf ihrer Schulter spürte. Sein Ausdruck war warmherzig und mitfühlend.
„Dränge dich nicht, Jimá. Eines Tages, wenn du bereit dazu bist, wird Harry es auch sein."
„Und wenn ich niemals bereit dazu bin?" murmelte sie traurig. „Ich streng mich nun schon solange an, aber es ist nie genug."
„Du wirst einen Weg finden. Da bin ich mir sicher. Bis dahin, passe ich auf ihn auf und du passt gut auf dich selbst auf."
Das Bild verschwamm und ein Vogelzwitschtern und ein weiterer vertrauter Geruch weckte Harry schließlich aus dieser Situation. Als er seine Augen aufschlug verstand er auch, warum ihm der Geruch so vertraut war, denn er befand sich nicht mehr im Kerker – Er befand sich in seinem eigenen Bett im Jungenschlafsaal. Ron schnarchte auf seinem Bett daneben tief und fest und auch Seamus, Neville und Dean schliefen seelenruhig. Harry blinzelte irritiert, schnappte sich seine Brille und musterte alles um ihn herum. Er trug auch nicht mehr seine Sachen, sondern sein Schlafanzug. Er griff nach seinen Sachen, hoffend, dass die Karte noch immer in seiner Tasche war, was zum Glück der Fall war. Er öffnete sie, um nachzusehen, wo die anderen waren. Hermine befand sich im Mädchenschlafsaal, Brian und Jilli hingegen – Ah, gefunden. Im Büro von Professor White mit Professor White darin.
Harry wartete nicht, sondern zog sich schnell seine Sachen über und rannte so schnell er konnte ebenfalls zum Büro der Schulleiterin. Er war gerade um die Ecke gebogen, da sprang der Wasserspeier zur Seite und Brian kam ihm entgegen.
„H-Hey," sagte Harry überrascht. Der Freund blieb mit kritischem Blick vor ihm stehen.
„Hey," entgegnete dieser gleichfalls. Harry sah an ihm vorbei aber Jilli folgte nicht aus dem Büro heraus und so sah er Brian auffordernd an. „Wo ist Jilli?! Was ist gestern Abend passiert?!"
„Hier," sagte seine Schwester. Harry zuckte zusammen, kam die Stimme doch direkt von vorne, wo eindeutig niemand stand. Harry verzog das Gesicht zu einer Fratze.
„Es hat nicht geklappt?!"
„Nein," grummelte sie brummig. „Sorry, stattdessen hab ich dir und Hermine gestern Abend aus Versehen Magie geraubt."
„Schon gut," sagte Harry sofort. „Leben noch..." setzte er mit dem Anflug eines Lächelns hinzu, da er sehr wohl ahnte, wie schuldig sich seine Schwester gerade fühlen musste. Nach dem Traum, von dem er sehr wohl glaubte, dass es wieder eine unabsichtlich gezeigte Erinnerung von ihr war, erst recht. „Und was jetzt?! Was hat Professor White gesagt?"
Brian hatte wieder sein bekanntes Schmunzeln im Gesicht also ahnte Harry bereits, dass er es witzig fand, seine Schwester womöglich weniger. Es stellte sich heraus, dass die Unsichtbarkeit eine Nebenwirkung von Jilli's Training war. Weil sie es so übermäßig wollte, hatte sich etwas in ihrem Körper verändert, was ihre Fähigkeit eine Form anzunehmen beeinflusste. Brian's Trank, der helfen sollte, hätte es auch getan – wenn es sich bei Jilli nicht zufälligerweise um einen Ponester gehandelt hätte, das nur überlebt hatte, weil es sich an Gryffindor's Magie gebunden hatte.
Nachdem gestern Abend Jilli ihm und Hermine Magie entzogen hatte und beide dadurch in den Schlaf versetzte, brachten sie sie zurück in ihre Schlafsäle, damit sie sich ausruhen konnten. Brian und Jilli hingegen schickten Anna eine Nachricht, woraufhin sie sofort zurückkehrte und beiden erst mal den Kopf in ihrem Büro abriss.
Erst dann teilte sie ihnen mit, woher die Unsichtbarkeit herrührte und warum es keinen Grund zur Besorgnis gab. Alles was Jilli tun konnte war warten bis es vorüber ging.
„Also bleibt sie jetzt erst mal unsichtbar?" fragte Ron verwundert während die Freunde durch den Korridor auf dem Weg zu Fortgeschrittene Verteidigung gegen die dunklen Künste gingen.
„Ja, tut sie," antwortete die Person, von der alle am wenigsten erwartet hatten, dass sie auch nur in ihrer Nähe war.
„Jilli?!" fragte Ginny vorsichtig.
„Ja," sagte sie kleinlaut. „Mir war langweilig. Ich hab Remus nie als Lehrer erlebt und der Unterricht Verteidigung gegen die dunklen Künste war in Beauxbatons nie sonderlich interessant. Was dagegen, wenn ich euch Gesellschaft leiste?!"
Harry grinste als sie ins Klassenzimmer schritten, er sich auf seinen Platz setzte und Ron wie immer daneben platz nehmen wollte, jedoch ohne Umschweife hart zur Seite gedrückt wurde. Er sah Harry überrascht an, aber der lachte aus Versehen lauter als beabsichtigt. Ron setzte sich daraufhin neben Neville. Lupin, der das ein wenig misstrauisch beobachtete, verzog schließlich die Augenbraue. Harry aber lächelte unschuldig.
In dieser Stunde erlernten sie einen Luftzauber, der es ihnen ermöglichen sollte, bei einem Angriff Schutz hinter einem Luftstrudel zu finden. Die einen bekamen den Strudel nicht hin und setzten stattdessen ein Sog in Kraft (So Dean Thomas, dessen Wirbel nicht nur ihn, sondern gleich auch noch Neville und die Patil Schwestern gegen die Wand stieß.), andere wiederum schafften einen kleinen, netten Strudel (So Hermine und Ginny, was Remus mit einem freundlichen Lächeln bedachte.) und andere wiederum entfachten einen großen Sturm, der am Ende sämtliche Schüler gegen die Wand knallte – so wie Harry.
„Ups," gluckste er und verkniff sich das Lachen nur sehr hart. Es war nämlich nicht nur sein Strudel, sondern auch der von Jilli, welches sich zusammenmischte und alles und jeden im Raum von ihnen wegfegte. „Sorry."
Die Stunde war daraufhin früher beendet, weil einige von ihnen dringend den Krankenflügel aufsuchen mussten. Auf Lupin's rügenden Blick hin, machte sich Harry klein, duckte sich, grinste verlegen und war dabei das Klassenzimmer zu verlassen, da stoppte Lupin's Stimme ihn direkt an der Tür.
„Haaaaaaaaaaaaalt."
Er blieb kerzengerade stehen.
„Wieder zurück ihr beide."
Und Harry tat wie gefordert.
„Beide?" fragte er möglichst unschuldig.
„Jilli?!"
Nichts.
„Ich kann dich spüren," sagte Lupin mit strengem Blick und verschränkte seine Arme.
„Sorry," murmelte sie leise.
„Das ist der Grund, warum Ponester, die ihre Fähigkeiten nicht unter Kontrolle haben, nicht in einem Klassenzimmer voller anderer Schüler zaubern."
„Verstanden..."
„War das ein Streich?"
„Nein," sagte sie wahrheitsgemäß. „Mir war nur langweilig und ich wollte Harry Gesellschaft leisten."
„Als Anna sagte, deine Unsichtbarkeit würde mit der Zeit wieder vergehen, hat sie da irgendetwas davon gesagt, dass du ruhig dein Unwesen im Schloss treiben sollst?"
„Nein... Sie hat es aber auch nicht untersagt?"
Remus schüttelte mit einem milden Lächen den Kopf.
„Jilli?"
„Okay," sagte sie noch bevor er die Predigt anfangen konnte. „Schon verstanden... Ich halt mich von eurem Unterricht fern..."
„Danke," entgegnete Remus mit sehr ernstem Blick.
Wen sie mit eurem meinte legte die junge Hexe aber offenbar neu aus. Harry fragte sie, ob sie wirklich sicher sei mit ihm in Zaubertränke sitzen zu wollen und Jilli antwortete ohne Umschweife: „Sicher".
Sie half den Vier beim Zaubertrank obgleich Hermine eindeutig aussah, als ob sie die Tipps wider besseren Wissens annahm und jedes Mal einen Seitenblick zu Slughorn warf aus Angst, er könnte das als Betrügen ansehen. Sie hatte jedoch keine andere Wahl, denn Jilli half erst, als die Gruppe tatsächlich nicht mehr weiterkam und auch Hermine keine Ahnung hatte, wie sie die richtige Farbe herbekamen oder warum der Trank plötzlich Blasen warf. Dank Jilli sah er am Ende genauso aus wie er sollte.
„Oho!" sagte der Professor begeistert als er ihren Trank am Ende der Stunde begutachtete. „Sehr schön gemacht! Ich habe keinerlei Bedenken wegen der Prüfungen mehr bei ihnen allen. Wirklich sehr schön. Harry! Sie kommen wirklich nach ihrer Mutter!"
Ron, Ginny und Harry lachten in sich hinein, aber Hermine hatte immer noch ein unentschlossenes Gesicht. Am Abend half ihnen auch da Jilli beim Lernen und Hermine hatte auch kein schlechtes Gewissen mehr, weil das, worüber sie sich die ganze Zeit sonst so den Kopf zerbrach, weil sie etwas nicht verstand, Jilli ihr ganz einfach erklären konnte. Endlich!
Nach etlichen Stunden in der Bibliothek, nachdem sie immer wieder mal in lautes Lachen verfielen und ihnen auch bewusst war, dass sie mit der unsichtbaren Jilli in der Runde aussahen als ob man manchmal Selbstgespräche führte, trennten sie sich schließlich am Abend. Hermine und Harry drehten noch ihre Runden mit Jilli, Ginny und Ron gingen zu Bett.
Am Ende ihrer Runden hatte sich Hermine vorher verabschiedet, um Harry und Jilli noch etwas Zeit für sich zu geben und sie entschwand zurück in den Gemeinschaftsraum.
„Das war witzig heute," sagte sie und Harry lachte.
„Ja, das war es wirklich."
„Wir hätten uns gut verstanden, wenn ich nach Hogwarts gegangen wäre. Eigentlich wollte ich nach Hogwarts gehen, aber Dumbledore hat mich nach Beauxbatons geschickt. Wir hätten viel Spaß gehabt hier."
Harry lachte erneut und nickte. Das glaubte er auch. An sich war er in vielen Dingen Jilli's Meinung, weshalb er ihr auch das sagen musste, was ihm ebenfalls den ganzen Tag schon auf der Zunge lag.
„Ich hab übrigens wieder deine Gedanken in meinen Träumen gesehen..."
„Oh..." machte sie betrübt. „Tut mir leid..."
„Nein, ich – uhm – wollts nur gesagt haben, nachdem was letztes Mal passiert ist als ich es für mich behalten habe. Ich wollte auch nur sagen, dass ich nicht glaube, dass ich anders reagiert hätte, wenn du erst Jahre später aufgetaucht wärst. Und dass ich es verstehe, dass du erst jetzt hier bist. Hauptsache, du bist hier und wir kennen uns jetzt. Nicht wahr?"
Er sah zwar nicht ihr Gesicht, war sich aber sicher, dass sie lächelte.
„Danke," sagte sie stattdessen. Harry wollte sich gerade verabschieden, um den anderen in den Gemeinschaftsraum zu folgen, da hörten sie eine vertraute Stimme rufen. Er wandte sich zur Seite und sah Brian, der auf sie zukam. Seine Miene war ernst, hatte nichts von dem heiteren und gutgelaunten, was er sonst immer mit sich trug. Im Gegenteil, Harry ahnte schlimmes.
„Ich muss mit dir unter vier Augen sprechen," sagte Brian eindringlich. „Jilli? Bist du immer noch hier?"
„Ja?" sagte sie unsicher.
„Ich muss mit Harry unter vier Augen sprechen. Es ist nicht für deine Ohren bestimmt also bitte – geh und versuche nicht zu lauschen. Vertrau uns hierbei. Okay?"
Harry war sich sicher, dass auch Jilli gemerkt hatte, wie verändert der Freund gerade war und deswegen auch keine Wiederworte gab.
„Okay..." sagte sie vorsichtig und erst nachdem man deutlich ihre Schritte hörte, als sie von ihnen weg trat, deutete Brian Harry an ihm zu folgen.
„Glaubst du, Jilli hält sich dran?" fragte er nachdem sie um eine Ecke bogen und weiter den Korridor entlang schritten.
„Uhm -" machte Harry ehrlich. In dem Punkt konnte er keine richtige Antwort geben, denn wenn er es wäre, er würde alles tun um zu lauschen und Jilli hatte viel mehr Möglichkeiten, um das zu tun.
„Wie auch immer -"
Er zog Harry in den Raum der Wünsche, hob seinen Zauberstab und hatte ohne ein Wort ausgesprochen zu haben eine Luftblase um die beiden herum erzeugt.
„Alles was wir sprechen bleibt hier drin und dringt nicht nach außen," erklärte der Freund, sah sich jedoch vorsichtig um. „Also noch hab ich kein beleidigtes schnauben oder stampfen bemerkt."
Harry zuckte leicht den Mundwinkel. Dann konnte sich Jilli offenbar besser beherrschen als er gedacht hatte.
„Also? Worum geht's?"
Brian sah wieder zurück zu Harry und wieder hatte er den finsteren, grimmigen Ausdruck aufgelegt, den man von ihm nicht gewohnt war, welchen man aber durchaus fürchtete.
„Ich hab Nachforschungen angestellt zum gesuchten Horkrux. Bin die Morde durchgegangen, die in der Zeit passiert sind zwischen dem ersten und dem letzten Horkrux. Voldemort hat besondere Morde gewählt, um seine Horkruxe zu erschaffen, was nicht unbedingt die Morde waren, die er begangen hat, um an die Gegenstände zu kommen. Der Zauber, den er benutzten musste, brauchte Vorbereitung."
„Du weißt, wie man einen Horkrux erstellt?!" fragte Harry entsetzt. Brian nickte mit finsterem Blick.
„Es ist nicht mit einem Mord allein getan. Man braucht den nötigen Zauber dazu und der braucht Vorbereitung. Mit viel Nachdenken kann man Anzeichen sehen, die entstehen, wenn er den Zauber ausführt. Ausgehend davon bin ich mir ziemlich sicher – das Tagebuch hat er durch den Mord an der Maulenden Myrte erschaffen. Allerdings war er damals noch ein Schüler und es war sein erster Horkrux. Er wollte wahrscheinlich erst probieren, ob es wirklich funktionierte. Die Morde danach waren wichtiger. Sein eigener Großvater, um den Ring seiner Familie zu einem Horkrux zu machen, welcher ja ein Nachfahre Salazar Slytherins war. Der Trinkpokal und das Medaillon – Den damaligen Zaubereiminister und einen seiner damaligen größten Widersacher... Dein Großvater, Nachfahren von Godric Gryffindor. Er griff dazu extra das Zaubereiministerium an."
Harry nickte, wenn auch sehr nachdenklich.
„Dann die Schlange Nagini."
„Dumbledore glaubt, dass Nagini erst erschaffen wurde, nachdem Voldemort wieder zurück kam, weil er diese eigentlich durch mein Tod zu einem Horkrux machen wollte."
„Und ausgehend davon muss der noch fehlende Horkrux zwischen dem Abend seines Angriffs auf dich und dem Angriff auf das Zaubereiministerium entstanden sein. Ich kenne nur einen, dessen Tod Voldemort noch so hoch schätzte, dass er ihn eigenhändig tötete und zur Erstellung eines Horkrux nutzen könnte und auch tat."
„Wen?"
„James Potter."
Harry's Ausdruck hatte sich sofort verfinstert. Er verstand nun, warum Brian mit ihm unter vier Augen sprechen wollte. Jilli war im Bezug auf ihre Eltern ohnehin nah am Wasser gebaut und dieses Wissen hätte sie womöglich noch mal aus der Bahn geworfen, wo sie dies im Moment in ihrer Verfassung als Letztes gebrauchen konnte.
„Das bedeutet, den Horkrux trug er an jenem Abend mit sich als sein Todesfluch nach hinten los ging und ihn selbst traf. Ich hab Sirius und Hagrid um die Erinnerung an dem Abend gebeten, da sie die Einzigen waren, die früh genug vor Ort waren nachdem es passierte. Hab mir die Gegend angesehen, um zu erkennen, ob irgend ein Gegenstand nicht dahin gehörte oder nach etwas Besonderem aussah. Aufgefallen war mir lange Zeit nichts – Und dann stach es mir ins Auge. Denn das gehörte nicht dorthin. Ein Alexandrit lag auf dem Tisch neben deinem toten Vater. Ein sehr kostbarer Stein mit sehr viel Magie. Nicht groß und wenn man ihn nicht kennt auch übersehbar und unwichtig."
„Moment," sagte Harry auf einmal. „Irgendetwas sagt mir das... Professor White hat ihn erwähnt."
„Er ist ein Stein, geschaffen von der Phowlyris. Sehr mächtig und es war Voldemort wichtig genug, um den Stein an sich zu bringen. Es ergab kein Sinn, warum dieser Stein auf dem Wohnzimmertisch deiner Elter lag. Von Kaylar weiß ich nämlich, dass der Stein in Voldemort's Hände fiel und er ihn zu dem Zeitpunkt besaß. Ich glaube, der Stein ist der gesuchte Horkrux und mit dem Tod deines Vaters erstellt worden."
Harry nickte grimmig. Er erlebte die letzten Momente seiner Eltern, wenn die Dementoren in seine Nähe kamen, aber seine Mutter hatte ihn nach Voldemort's Auftauchen mit ins Zimmer genommen und sich dort eingesperrt weshalb er nicht mitbekam wie sein Vater wirklich starb. Er dachte, es wäre der Todesfluch gewesen und schnell gegangen, aber sicher war er sich nicht. Brian's Theorie konnte also durchaus der Wahrheit entsprechen.
„Und wo ist der Stein jetzt?"
„Ich habe keine Ahnung," sagte Brian finster. „Hagrid und Sirius haben ihn nicht. Hab schon gefragt. Dumbledore sagt gleichfalls, dass er ihn nicht mitgenommen hat und schwört, dass der Stein nicht mehr da war als er eintraf, um mit anderen deine toten Eltern wegzubringen. Ihm wäre es bestimmt aufgefallen, wenn ein Phowlyris Stein auf dem Tisch gelegen hätte. Könnte also durchaus sein, dass jemand zwischen Hagrid's Abgang mit dir und Dumbledore's Eintreffen dort war und den Stein mitnahm. Dieser Jemand musste auch von der Wichtigkeit des Steines wissen, wieso hätte er oder Sie ihn sonst einstecken sollen. Wer immer ihn auch hat – wir müssen ihn wiederfinden, bevor Voldemort es tut. Bisher hatte dieser auf all seinen Horkruxen seine eigenen Flüche gelegt. Ich will mir nicht ausmalen, was er mit diesem Horkrux gemacht hat."
Harry nickte erneut grimmig.
„Um festzustellen, ob ich mit meiner Theorie richtig liege, würde ich gerne die Erinnerung an den Tod deiner Eltern aus deinen Gedanken extrahieren."
„Wie jetzt?" fragte Harry schockiert. „Ich kann mich doch gar nicht daran erinnern?"
„Nicht willentlich. Aber die Magie in dir schon. Das ist der Grund, warum du ihre letzten Momente mitbekommst, wenn die Dementoren dir nahe kommen."
„Ich versteh nicht? Heißt das, ich hab die Erinnerung in mir drin?"
Brian nickte umsichtig.
„Woher weißt du das?"
„Ich bin auch ein Heiler," war die einfache Antwort. „Wenn du erlaubst, extrahiere ich die Erinnerung als Faden und dann kann ich mir den Mord an deinen Vater im Denkarium ansehen."
„Aber -" Er stockte. „Die Erinnerung – Ich war nicht mal im selben Raum? Wenn die Dementoren näher kommen höre ich Voldemort eintreffen, mein Vater schickt meine Mum mit mir in Sicherheit und sie verschließt sich in einem anderen Zimmer. Ich bekomm gar nicht mit, was Voldemort mit ihm draußen macht."
„Das macht nichts," sagte der Freund sehr zu Harry's Verwunderung. „Das ist das gute an einem Denkarium. Wenn ich die Erinnerung habe, öffne ich die Tür zurück ins Wohnzimmer und kann so dabei zusehen."
„Das geht?!"
Brian nickte sanft, sein Blick aber war mitfühlend. Er wusste wohl, wie schwer das war, was er von Harry verlangte.
„Werde ich... werde ich es sehen, wenn du die Erinnerung nimmst?" fragte er zögernd.
„Nein," antwortete Brian ehrlich. „Ich hab das in meiner Ausbildung zum Heiler gelernt. Du wirst die Erinnerung nicht sehen, musst mich aber extrahieren lassen."
„Und wenn ich sie sehen will?"
Harry wusste nicht, ob er das wirklich wollte, aber irgendetwas in ihm wollte sichergehen, dass er die Möglichkeit dazu besaß.
„Ist keine so gute Idee, Harry. Du und Jilli hängt sehr an euren Eltern und würdet euch das schwer zu Herzen nehmen. Ich kannte James Potter nicht mal also wird es für mich leichter neutral zu bleiben. Vertrau mir in dieser Hinsicht einfach, okay?"
Harry nickte zögerlich. Brian nahm seinen Zauberstab heraus und lehnte die Spitze an Harry's Stirn an. Er formte mit den Lippen einen Zauberspruch ohne die Worte laut auszusprechen und als er mit dem Zauberstab weg fuhr sah Harry aus dem Seitenwinkel, dass ein silbergrauer Faden an der Spitze baumelte. Sein Freund hatte den Faden in eine kleine Phiole gelegt und mit einem Korken verschlossen. Er nickte ihm mit einem milden Lächeln zu.
„Ich bleib weiter dran," sagte Brian entschlossen, wurde dann aber erneut todernst, so dass Harry ihn nun misstrauisch ansah. „Hör zu, Harry. Ich hab Sirius und Hagrid gegenüber nicht erwähnt, was mit dem Alexandrit ist. Dumbledore hatte damals nur dir davon erzählt, weil er wusste, wie gefährlich es ist, wenn andere davon wissen. Hermine und Ron einzuweihen und später Ginny war bereits gefährlich. Voldemort ist sehr gut in der Legilimentik. Anna weiß alles, was ihr wusstet, noch bevor du es ihr gesagt hast, weil sie genauso gut darin ist anderer Leute Gefühle und Gedanken zu deuten. Sie steht auf deiner Seite, weswegen das gut war und sie dir so ohne dass du es gemerkt hast auch helfen konnte. Das ist aber genauso gefährlich, denn wenn Voldemort das raus kriegt, könnte er dich genauso manipulieren. Nur würdest du es nicht mitkriegen."
„Wieso das?"
„Du willst mir ernsthaft sagen, dass du wusstest, dass Anna dir eigentlich half und nicht dachtest, dass es nur ein toller Zufall war?!"
„Err – Punkt für dich."
„Ich bin nicht gut in Legilimentik. Ich bin auch nicht gut in der Okklumentik. Genauso wenig ist es Jilli oder Remus. Uns einzuweihen war bereits riskant. Das Wissen über den Alexandrit, das sollten wir unter uns behalten. Wenn Voldemort herausbekommt, dass wir von seinen Horkruxen wissen, uns aber das Wissen des einen noch fehlt, könnte ihn das weniger aufschrecken, als wenn er weiß, dass wir von allen Horkruxen wissen. Da er es besonders auf Jilli aufgrund ihrer Ponesterabstammung abgesehen hat, sollten wir es erst recht vor ihr geheim halten."
Harry sah nicht sehr glücklich darüber aus und doch verstand er Brian in dieser Hinsicht. Auch wenn er es nicht gern tat, er nickte. Der Freund hatte recht. Es war besser, wenn dies erst mal unter ihnen beiden blieb.
„Was ist mit Professor White? Wirst du sie einweihen?"
„Anna hat im Moment mit anderen Dingen zu tun."
„Mit was?!"
Brian lächelte mild.
„Anderem, aber genauso Wichtigem," war die einfache Antwort.
