36. Der hohe Preis der Liebe

Mit klopfendem Herzen stand Severus vor der großen Holztür, die zu den Zimmern der Regentin führte. Wie lange er hier schon stand, wusste er nicht. Er wusste nur, dass er es nicht schaffte, einfach gegen diese Tür zu klopfen.

Da war eine innere Barriere in ihm. Eine Barriere aus Angst. Angst davor zurückgestoßen zu werden. Doch er wollte sie sehen, er musste sie sehen. Jede Faser seines Körpers sehnte sich nach dieser Frau. Seine Hände wollten sie spüren, seine Augen tief in ihren versinken, seine Lippen ihre schmecken.

Er hob seine Hand und mit einem entschlossenen Ausdruck im Gesicht klopfte er gegen die schwere Tür. Mehrere Sekunden lang passierte gar nichts. Doch schließlich öffnete sich die Tür leise und ließ den Tränkemeister eintreten.

„Hallo Severus." Begrüßte ihn die Regentin mit leiser Stimme.

„Hallo." Erwiderte er nur und trat nun gänzlich in den Raum hinein.

Eine Welle der Erleichterung durchströmte Severus, als er sie erblickte. Denn sie sah gut aus. Ihre Wangen trugen heute einen rosigen Schimmer und ihre Augen waren nicht mehr von dunklen Schatten umrundet.

„Wie geht es dir?" fragte er dennoch. Und er konnte die Besorgnis aus seiner Stimme nicht verbannen.

Lange sah sie ihn mit glänzenden Augen an. In ihnen lag ein Blick, den er nicht kannte, den er nicht deuten konnte.

„Mir geht es gut." Antwortete sie ihm schließlich und kam auf ihn zu. Ihr langes weißes gewand, welches sie trug, schwebte hinter ihren grazilen Körper her und verlieh ihr abermals etwas Elfenartiges.

Dicht vor ihm hielt sie inne, die braunen Augen auf den Tränkemeister gerichtet. Und das so intensiv, dass er schlucken musste. Warum blickte sie ihn so an? Er hatte das Gefühl, dass sie in diesen Moment in seine Seele schauen konnte – und er war unfähig, irgendetwas dagegen zu tun.

„Ich möchte nicht, dass du dir Sorgen um mich machst." Sprach sie schließlich mit milder, aber leiser Stimme.

„Ich mache mir aber Sorgen." Erwiderte er sofort. Er wunderte sich, warum ihm diese letzten Worte so schnell über die Lippen gekommen waren. Doch ihr weicher Blick, der ihn nun beinahe gerührt anstrahlte, verhinderte, dass er diesen Gedanken zu Ende führte.

Doch so schnell dieser warme Glanz eben in ihren sanften Augen erschienen war, so schnell erlosch er plötzlich. Ihre Augen trugen nun einen Ausdruck, der kaum zu beschreiben war. Es war irgendetwas zwischen tiefer Trauer und bitterer Ernsthaftigkeit.

„Das ist nicht richtig Severus." Meinte sie schließlich und wollte sich von ihm abwenden, doch er hielt sie auf, indem er ihre Hand erfasste.

„Was ist nicht richtig?" fragte er mit ruhiger dunkler Stimme, ihren Blick mit seinem gefangen haltend.

„Du bist nicht dazu bestimmt, dir Sorgen um mich zu machen."

Severus runzelte seine Stirn. Das konnte er nun wirklich nicht nachvollziehen, warum das so sein sollte. „Ist es nicht normal, dass man sich um die Menschen sorgt, die einem nahe stehen?" Seine Stimme war unsicher, als er diese Worte sprach.

Noch nie in seinem Leben hatte er solch ein Gespräch geführt. Und warum er es ausgerechnet jetzt bei ihr tun musste, war ihm schleierhaft. Doch Severus wollte, dass sie wusste, was er fühlte.

„Severus." Hauchte sie nur und er hatte das Gefühl, dass dieses Gespräch ihr Kraft kostete. Viel zu viel Kraft. „Es ist nicht gut, was zwischen uns passiert ist." Sprach sie nun wieder mit gefasster Stimme weiter.

Sie sah ihn ernst an und löste sich aus der Verbindung ihrer Hände.

Severus hatte bemerkt, wie er sich nach ihren letzten Worten versteift hatte. Irgendwas lief hier gerade mächtig falsch. Doch er hatte nicht vor, so schnell aufzugeben. Lange hatte er nicht so etwas für eine Frau empfunden. Die Regentin hatte etwas in ihm wachgerüttelt, was lange tief in seinem Herzen verschollen gewesen war. Und er hatte nicht vor, dieses Gefühl, diese Verbindung, von welcher Art sie auch immer war, aufzugeben.

„Du kannst nicht leugnen, dass uns etwas… Wertvolles verbindet." Seine Augen suchten die ihrigen, doch die Regentin wich ihnen aus. „Ich… ich fühle etwas, was ich schon so lange nicht mehr gespürt habe. Du hast etwas in mir berührt, was…"

„Severus hör auf!" forderte die Regentin mit tiefen Augen und einer Ernsthaftigkeit in der Stimme, die ihn sofort innehalten ließ.

„Diese Gefühle bringen alles durcheinander." Fuhr sie nun traurig fort. „Du solltest diese Gefühle nicht für mich empfinden."

„Aber ich tue es nun mal!" Verteidigte sich der Tränkemeister nun mit lauterer Stimme.

Langsam schüttelte Hermines älteres Ich ihren Kopf. Die langen dunklen Haare wallten majestätisch auf und bildeten für einige Sekunden einen Teppich aus feinster Seide. „Ich habe euch hierher geholt, damit ihr die Chance auf eine bessere Zukunft habt."

Offen blickte sie ihn an und er konnte in ihren Augen, in ihrer Mimik lesen, wie ernst sie diese Worte meinte. „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass du eine so starke Wirkung auf mich hast." Fuhr sie mit monotoner Stimme fort. „Ich hatte meine Liebe unterschätzt und so bin ich dir abermals verfallen."

Severus schluckte, als er ihre Worte vernahm.

„Doch es hat mich kaputt gemacht Severus." Sprach sie nach einer kurzen Pause weiter. „Ich kann das nicht mehr. Ich habe das Gefühl, dass ich dich nur ausnutze, denn ich liebe einen Mann, der tot ist. Und diese Gefühle auf dich zu übertragen, war falsch."

Beschämt senkte sie ihren Kopf nach unten, die Augen halbgeschlossen.

Lange blickte er sie an, ließ sich die Worte, die sie ihm eben offenbart hatte, durch den Kopf gehen. Doch ein wirklicher Sinn wollte sich dadurch auch nicht einstellen. Er verstand das Problem nicht. War er so begriffsstutzig?

„Du hast mich nicht ausgenutzt." Sprach er. Wahrscheinlich auch nur, um sich selbst davon zu überzeugen. Denn wenn er diese Tatsache an sich heranlassen würde, würde sie Narben hinterlassen. Tiefe, schmerzhafte Narben.

Abermals schüttelte sie ihren Kopf, doch sie blieb stumm.

„Hermine." Sprach er abermals. „Sieh mich an."

Die Regentin zögerte, doch schließlich hob sie tatsächlich ihren Kopf. Ihre Augen hatten einen glasigen Ausdruck angenommen. Er wusste, dass sie kurz davor war, zu weinen.

„Gib das nicht einfach auf." Hauchte er. Und er hoffte. Er wollte so sehr, dass sie an sie beide glaubte, dass sie ihnen eine Chance gab. Wie die aussehen sollte, wusste er selbst nicht. Aber das war egal. Hauptsache sie würde ihn nicht von sich stoßen.

Er sah sie an. Viele Sekunden lang. Sein Herz pochte ununterbrochen hart und unbarmherzig. Seine Hände wurden vor Aufregung nass.

„Ich kann nicht." Hauchte sie ihm schließlich zu. „Du bist nicht der Mann, den ich geheiratet habe."

„Ich versteh dein Problem nicht." Meinte Snape beinahe verzweifelt.

Kurz sah sie ihn an. Ihr Ausdruck wirkte gequält. „Du bist nicht der Mann, den ich liebe." Beantwortete sie schließlich seine Frage.

Ihre Worte waren nur ein Flüstern gewesen, aber dennoch rauschten sie wie ein gewaltiger Donnerschall durch Severus´ Ohren. In diesem Augenblick hatte die Regentin etwas in ihm zerstört. Etwas Großes und Kostbares. Etwas, das er lange wie einen Schatz in sich getragen hatte, aus Angst es würde zerstört werden.

Und nun war es passiert. Er hatte sich getraut, diesen Schatz hervorzuholen. Und nun hatte sie ihn zerstört. Mit ein paar Worten, mit einem verletzten Blick.

„Gut zu wissen." Murmelte er ihr nur entgegen und wandte sich von ihr ab. Er wollte gehen, weg von hier. Es hielt ihn nichts mehr bei dieser Frau. Mit großen Schritten eilte er aus dem Zimmer, ließ die Tür heftig hinter sich ins Schloss krachen.

Zurück blieb eine Frau, die drohte in sich zusammen zu brechen. Man konnte den Schmerz in ihren Augen sehen. Den Schmerz darüber, dass sie zum zweiten Mal den Mann hatte gehen lassen müssen, den sie liebte.

Doch Severus gehörte nicht in diese Zeit und vor allem gehörte er nicht zu ihr. Ihre Zeit war abgelaufen. Sie würde nicht mehr lange zu leben haben. Doch es blieb die Hoffnung. Die Hoffnung, dass Severus doch noch etwas in Hermine sehen würde, was auch ihr Mann vor mehr als 14 Jahren in ihr entdeckt hatte. Etwas Besonderes.

Und wenn dies passierte, dann würde sie ihren geliebten Severus wieder sehen. In naher oder ferner Zukunft. Das war ganz egal.

*****

Rasend vor Wut und Enttäuschung lief Severus in seinem Zimmer auf und ab. Sein Körper zitterte vor Zorn und er hatte keine Ahnung wohin damit. Er raufte sich die Haare, bedeckte sein Gesicht mit den Händen, schleuderte einige Vasen gegen eine Wand. Doch diese unglaubliche tiefe Wut wollte nicht abklingen.

Wie konnte man auch nur so dumm sein? Blaffte er sich in seinen Gedanken selbst an. Wie hatte er glauben können, dass sich eine Frau tatsächlich in ihn verlieben könnte? Wie hatte er nur so furchtbar dumm sein können und ihr offenbaren können, was er für sie empfand.

Er hatte es bis jetzt nur ein einziges Mal in seinem Leben getan. Und auch dieses Geständnis hatte in einer unerfüllten Liebe geendet. Sollte sich das jetzt tatsächlich wiederholen? Sollte er all diese schlaflosen Nächte noch einmal durchmachen müssen?

Er schnaubte laut auf. Er dachte nicht daran. Diese Frau würde ihn nicht brechen. Schon einmal war sein Herz gebrochen wurden. Doch die Regentin würde das nicht schaffen. Nicht noch einmal!

Wütend fuhr er herum und fegte zahlreiche Bücher von einem kleinen Beistelltisch, die mit einem dumpfen Geräusch auf den Boden aufschlugen.

Ein Klopfen an der Tür ließ ihn erneut wild herumwirbeln. Mit abgrundtief schwarzen und wütenden Augen starrte er auf die Tür. Er wollte keinen Besuch, jetzt nicht.

Doch es klopfte erneut. Er stürmte zur Tür, riss diese auf und schrie die Person, die vor ihm stand, ohne Rücksicht auf Verluste an. „Was ist!"

Erschrocken über die heftige Reaktion ihres Lehrers fuhr Hermine einen Schritt zurück. „Entschuldige, ich… ich wollte dich nicht stören."

Er starrte Hermine an, hatte bereits die Worte Das tust du aber! auf der Zunge, doch schließlich schluckte er diese hinunter. Stattdessen ging er zurück in seinen Raum, ließ die Tür aber offen, um der Gryffindor zu bedeuten, dass sie eintreten konnte. Langsam und noch etwas unsicher folgte sie ihm, schloss die Tür und stellte sich neben Severus.

„Ist alles in Ordnung?" fragte sie vorsichtig nach, auch wenn es offensichtlich war, dass nichts in Ordnung war.

Sein Gesicht schnellte zu ihr, seine dunklen Augen schienen sie umbringen zu wollen, so gefährlich blickte er sie an. „Alles bestens Miss Neunmalklug!"

Hermine wusste gar nicht, wie ihr geschah. Sie war schlichtweg sprachlos über seine neu aufgekeimte ruppige Art.

„Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir endlich mitteilen würden, was Sie von mir wollen. Denn Sie vergeuden meine kostbare Zeit." Donnerte er gnadenlos weiter.

Hermine musste schlucken. Ihr Herz zog sich zusammen. Er siezte sie wieder. Warum? Was war nur geschehen?

„Severus." Setzte sie an, doch sie wurde sogleich von seiner dunklen viel mächtigeren Stimme unterbrochen.

„Wagen Sie es noch einmal mich beim Vornamen zu nennen und Sie werden es bereuen!"

Ohne es kontrollieren zu können, stiegen der jungen Frau Tränen in die Augen. Eine explosive Mischung aus Trauer, Verletztheit und einer plötzlichen Wut, die sein Verhalten in ihr geschürt hatte.

„Ich denke nicht daran, die Anrede zu wechseln, nur weil du aus einer Laune heraus darauf bestehst!" zischte sie nun zurück. Doch ein leichtes Zittern in der Stimme vermochte sie nicht zu unterdrücken.

Severus glaubte sich verhört zu haben. Was glaubte dieses Gör, wer sie war!? „Sie vergessen gerade, wen Sie vor sich haben." Raunte er ihr mit drohender Stimme entgegen, sodass Hermine ganz flau im Magen wurde.

„Ich habe gerade einen verbitterten Mann vor mir, der irgendwelche Probleme hat und sie an mir auslässt!"

„Ich lasse es an Ihnen aus, weil SIE mein Problem sind!" schrie er zurück, die Hände zu Fäusten geballt, die Muskeln vor Aufregung zitternd.

Hermine hatte genug von diesem Spielchen. Es verletzte sie, er hieb unerbittlich wie ein Dolch immer und immer wieder auf ihr Herz ein. Sie konnte das nicht länger ertragen. „Verdammt noch mal, sag mir endlich, was ich getan habe Severus!" Sie schrie ihn an, aus größter Verzweiflung. Ihre Augen sahen ihn an, Tränen rannen ihr übers Gesicht.

Severus wusste in diesem Moment nicht, ob er hassen oder lieben sollte. Er war mit seinen eigenen Gefühlen überfordert. Diese glühende Wut drohte ihn zu vernichten. Er wollte sich von ihr befreien und er sah in diesem Augenblick nur eine Möglichkeit.

Blitzschnell erfasst er Hermine an den Schultern. Hart packte er zu, zog die junge Frau unsanft zu sich und blickte sie an. Mehrere Sekunden lang. Und das mit einer Intensität, die Hermine im höchsten Maße beunruhigte.

Dann merkte sie nur noch, wie er ihren Kopf packte, ihn zu sich zog und seine Lippen hart auf ihre presste, dass es beinahe schmerzte. Fassungslos weiteten sich ihre Augen.

Ihr Verstand schrie sie an, diesen Kuss sofort zu beenden. Hermines Körper versteifte sich, war kurz davor, Severus von sich zu stoßen, ihn anzuschreien, warum er ihr das antat.

Doch sie konnte nicht. Und auf eine gewisse Weise wollte sie das auch nicht. Und so hing sie beinahe verloren an seinen Lippen und ließ sich von Severus auf eine Weise küssen, die irgendwo zwischen prickelnder Erotik und grausamer Kälte lag.

Hermine erschauderte und erschrak zutiefst vor dem Gefühl, welches der Kuss in ihr auslöste. Sie hatte Angst. Panische Angst, wie noch nie in ihrem Leben. Aber dennoch spürte sie eine gewaltige Hitze in sich aufsteigen, der sie nicht gewachsen war.

Sie fühlte, wie ihre Beine weich wurden. Sie drohten nachzugeben, sie zu Boden zu reißen. Ihr war heiß und kalt, sie zitterte. Und sie wusste nicht, ob vor Erregung oder Angst.

Sie spürte seine rauen Lippen auf ihren und die feuchte Spitze seiner Zunge, die ihren Mund mit einer atemberaubenden Intensität erkundete. Jeden Zentimeter ihres Mundes schien sie einzunehmen.

Hermine konnte nicht anders, als ihre Lippen zu öffnen und ihm Einlass zu gewähren. Die Lust hatte die Kontrolle über ihren Körper übernommen und somit war sie verloren. In einem erbärmlichen Strudel aus purer Leidenschaft und kalter Angst.

Ohne es kontrollieren zu können, ließ sie sich von Severus unsanft auf das Bett werfen. Er presste seinen Körper gegen ihren, der nun schwer auf ihr lastete. Abermals eroberte er ihre Lippen und küsste sie wild und ohne Rücksicht auf Verluste. Und Hermine hatte dem nichts entgegenzusetzen. Denn ihr Körper stand mittlerweile in Flammen.

Severus spürte eine Raserei in sich, die er nicht stillen konnte. Selbst dieser Kuss verschaffte ihn kaum Abhilfe. Er presste sich enger an die Gryffindor heran, spürte das Brennen und das Ziehen des Verlangens in all seinen Körperteilen. Er konnte es nicht kontrollieren, nicht mehr.

Keine Sekunde lang dachte er an das, was er hier gerade tat und an die Konsequenzen. Sein Körper hatte nur noch ein Ziel: die Wut sexuell an der jungen Frau unter ihm auszuleben.

Und als er glaubte, die brennende, ziehende Leidenschaft könnte nicht mehr größer werden, fühlte er, wie Hermine mit einem Mal ihre Hände fest an seinen Rücken presste und ihn somit noch enger an ihren zarten Körper drückte.

Hungrig stöhnte er in ihren Mund ohne aufzuhören ihn weiterhin in einem atemberaubenden Tempo zu erobern. Er wand sich unter den zarten Händen der Gryffindor, doch es reichte ihm nicht. Diese Berührungen reichten noch lange nicht, um das Monster zu besiegen, was seit ein paar Stunden in seiner Brust tobte.

Tief in seinem Unterbewusstsein erkannte er, dass es nicht richtig war, wie er handelte, dass es beinahe zu spät war, um diese Wut überhaupt noch zu bändigen. Doch die Lust trieb ihn weiter. Unerbittlich und sich nicht davon abbringen lassend.

Hastig glitt eine Hand zwischen Hermines Beine. Schnell und ohne sich mit überflüssigen Streicheleinheiten aufzuhalten, riss er ihr den Rock und das Höschen vom Leib. Beinahe zeitgleich nestelte er an seiner eigenen Hose herum, die unerträglich eng geworden war.

Hastig positionierte er Hermine unter sich, drückte ihre Schenkel grob auseinander und stieß mit einem heftigen Hieb in sie hinein, sodass Hermine kurz aufzuckte. Severus bemerke dies nicht. Unerbittlich stieß er in sie hinein. Heftig und hart.

Hermine versuchte sich an seiner Schulter festzukrallen, irgendwie Halt zu finden. Sie wurde durch seine Stöße, durch das, was er gerade mit ihr tat, in einen emotionalen Ausnahmezustand gerissen, der ihr die Tränen in die Augen jagte.

Er tat ihr nicht weh. Nicht körperlich. Doch auf emotionaler Ebene folterte er sie gerade auf bestialischste Weise. Sie fühlte sich wie ein Tier. Benutzt und wertlos. Die Art wie er sie ansah – voller Kälte und Wut – schnürte ihr die Luft zum Atmen ab.

Dabei wünschte sich ihr Herz nichts sehnlicher, als von ihm sanft geliebt zu werden. Doch das hier war alles andere als romantisch und sanft.

Aber dennoch nahm eine Erregung von ihr Besitz, die sie sich nicht erklären konnte. Und eben diese Erregung verband sich mit ihren inneren Qualen zu einem explosiven Gemisch.

Mit jedem Stoß fühlte sie sich kleiner und bedeutungsloser. Aber jeder Stoß sandte auch Wellen der Lust durch ihren gesamten Körper, die sie schüttelten und beinahe um den Verstand brachten. Hermine war in einen Strudel der Gefühle geraten, wo sie Angst hatte, nie wieder herauszukommen.

Severus bekam von den Empfindungen der jungen Frau nichts mit. Seine rasende Wut leitete ihn unerbittlich, ließ ihn immer härter in sie hinein stechen. Er schloss die Augen, sah die Regentin vor sich, wie sie ihn anblickte, mit diesen trügerisch sanften Augen. Er sah, wie sie ihm sagte, dass sie nicht ihn liebte, dass sie ihn ausgenutzt hatte.

Und all das stachelte ihn nur noch mehr an. Seine Hand erfasste Hermines Becken, zog es noch näher zu sich heran, was ihn ermöglichte noch tiefer in sie einzudringen. Und nur mit Mühe schaffte es Severus nicht laut aufzuschreien, als die Lust ihn durch die Intensität ihrer Enge überrollte.

Der Orgasmus schüttelte ihn heftig, aber dennoch stieß er immer wieder in sie ein, um diesen unersättlichen Hunger, diese Gier nach mehr, länger aufrechtzuerhalten. Er zuckte stark unter der Entladung seiner Lust, gemischt mit dem heißen Zorn, zusammen. Severus konnte kaum atmen, nahm Hermines Mund gierig in Besitz und riss die junge Frau letztendlich mit in diese gnadenlose Erlösung, die ihr dieses Mal nur Leid bescherte.