35. Das Ende von Dumbledores Armee


Dracos Behauptung Dumbledores Armee würde inzwischen aus sämtlichen Freunden und Bekannten von Harriet sowie dem gesamten Gryffindor-Haus bestehen war natürlich eine Übertreibung, aber als Harriet bei ihrem nächsten geheimem Treffen zum ersten Mal auffiel, dass Romilda Vane, eine Gryffindor-Drittklässlerin, nun offenbar ebenfalls Mitglied ihres Clubs war, begann sie sich zu fragen, ob sie nicht langsam begann den Überblick über die ganze Sache zu verlieren. Abgesehen von McLaggen waren alle, die sie bei dem Versuch mehr Briefe gegen die Umbridge zu inspirieren, dazu eingeladen hatte, der DA beigetreten und seit dem war ihre Gruppe stetig weiter angewachsen.

Inzwischen bestand die DA tatsächlich aus dem Großteil der an der Schule befindlichen Gryffindors, dem gesamten Hufflepuff-Quidditch-Team, dem Großteil des Ravenclaw-Quidditch-Teams sowie einigen anderen, von denen sich Harriet fragte, wie sie auf die Gruppe gestoßen waren. Eigentlich fehlten nur noch Slythterins, dann wären Vertreter aller Häuser und Klassen Mitglieder der DA gewesen. Die meisten waren aufgenommen worden, nachdem die DA-Mitglieder Harriets Befehl folgend versucht hatten die Briefkampagne gegen die Umbridge zu vergrößern. Im Zuge dessen schienen auch immer diverse Einladungen der DA beitreten zu können ausgesprochen worden zu sein, die von den meisten angenommen worden waren. Leider hatten sich aber trotzdem nicht genug Briefe von entsetzten Eltern, die sich über die Umbridge beschwerten, daraus ergeben wie es schien.

Und dann begann Roger auch noch damit Harriet überreden zu wollen Cho Chang in die DA aufzunehmen. „Ich weiß, ihr beide seid Rivalinnen und versteht euch nicht besonders, aber Cho fragt sich langsam aber sicher, was eigentlich los ist. Der ganze Rest unserer Mannschaft und sogar ihre beste Freundin Marietta sind hier mit dabei. Nur sie nicht. Ich meine, immerhin standen sie und Cedric sich ebenfalls nahe, sie wäre mehr als nur bereit sein Andenken zu ehren indem sie lernen würde, wie man sich am besten verteidigt", argumentierte er.

Harriet erinnerte sich nur zu gut daran, wie nahe sich Cho und Cedric gestanden hatten. Und auch um wie viel näher Cho ihm gerne gestanden hätte.

„Cho ist meine beste Freundin", hatte Cedric ihr einmal im Streit erklärt. Die beiden hatten sich schon als Kinder gekannt. Und Harriet wusste, dass Cho von dem, was mit Cedric passiert war, mindestens so hart getroffen worden war wie sie selbst. Doch sie erinnerte sich auch noch sehr gut daran, dass Cho Harriet die Schuld an Cedrics Tod gab, und dies erst zu Beginn dieses Schuljahres erneut ihr gegenüber betont hatte. Ein Vorwurf, der Harriet natürlich vor allem deswegen so hart traf, weil sie im Stillen eigentlich der Meinung war, dass Cho mit dieser Ansicht gar nicht so falsch lag. Cedrics Tod war bis zu einem gewissen Grad Harriets Schuld. Und sie war sich sicher, dass Cho das in den letzten Monaten trotz allem nicht vergessen hatte.

Zwar mochte sie inzwischen bereit sein sich auf neue Romanzen einzulassen, aber das bedeutete nicht, dass sie deswegen Cedric vergessen hatte, genauso wenig wie Harriet. Und wenn man bedachte, wer ansonsten schon so aller ohne Harriets explizites Einverständnis der DA beigetreten war, nein, dann stellte eine potentielle Mitgliedschaft einer Cho Chang in ihrer Gruppe ein Risiko dar, dass sie nicht eingehen konnte.

„Es tut mir leid, Roger, aber Cho hasst mich. Und wir haben sowieso schon mehr Mitglieder als gut für uns ist. Ich finde es reicht langsam", erwiderte sie also, „Es ist besser, wenn Cho nichts von uns weiß."

Der Ravenclaw-Junge seufzte dramatisch. „Na gut, du bist der Boss, aber ich finde das nicht richtig", meinte er dazu dann noch. Harriet hingegen fand es nicht nur richtig, sondern auch nötig.

Obwohl Harriet der vergrößerten DA nach wie vor einschärfte, dass es auf jeden Fall wichtig war, ihre Eltern davon zu überzeugen, dass die Umbridge keine geeignete Lehrerin für sie darstellte, sah es nicht so aus als würden die Beschwerdebriefe besonders viel erreichen. Also beschloss sie verzweifelte Maßnahmen zu ergreifen.

„Ich kann meinem Vater nicht schreiben, dass er sich über die Umbridge beschweren soll", erklärte Draco ihr, nachdem sie ihm auseinander gesetzt hatte, was sie von ihm erwartete, „Nicht, wenn ich will, dass sie denkt, ich wäre auf ihrer Seite!"

„Ja, aber du bist ja nicht wirklich auf ihrer Seite! Und wenn du Angst hast, dass sie deine Post abfangen und lesen könnte, dann schreib den Brief halt in irgendeinen geheimen Familiencode, von dem ich sicher bin, dass es ihn gibt", erwiderte Harriet wegwerfend.

„Mein Vater würde nicht wollen, dass sie weg kommt, das weißt du sehr genau", versuchte er sich anders aus der Affäre zu winden.

Harriet hatte nicht vor so einfach nachzugeben. „Dann versuch deine Mutter davon zu überzeugen ihn zu bearbeiten. Oder nein, noch besser, ich weiß, überzeuge ihn, dass sie eine Gefahr für dich darstellt. So wie damals mit Hagrid und dem Hippogreif-Biss. Nur dass es diesmal jemanden trifft, der es verdient. Sag, du hast nachsitzen müssen und deine Hand wurde von ihr so malträtiert, dass du für den Rest der Season im Quidditch ausfällst! Das sollte deinen Vater so richtig auf die Palme bringen!", schlug sie vor und war fast ein wenig stolz auf ihre eigene Verschlagenheit. Sie wusste sehr genau wie viel Einfluss Lucius Malfoy im Ministerium besaß. Es war an der Zeit, dass er diesen einmal für etwas Gutes einsetzte.

Draco runzelte die Stirn. „Wieso? Was hat sie mit meiner Hand gemacht?", wollte er wissen.

„Sie hat eine Feder, die statt Tinte Blut aus deiner Hand zum Schreiben benutzt und dich dabei auch noch entstellt indem sie das in deine Hand ritzt, was sie schreibt", erklärte Harriet schnell.

„Hat sie?", wunderte sich Draco, „Ist das legal? Hast du dich beim Direktor darüber beschwert?"

„Das ist hier jetzt nicht der Punkt, Draco. Der Punkt ist, dass du deinen Eltern davon berichten sollst. Und von all diesen lächerlichen Verboten. Wie davon, dass Professor Snape nur noch über den Unterricht mit dir sprechen darf. Und davon, dass sie Hogsmeade-Wochenenden streichen will", lenkte sie ab, „Tust du's jetzt oder nicht?"

Draco sah nicht so als hätte er vor es zu tun. „Ich werde darüber nachdenken", meinte er dann, „Aber selbst, wenn ich es tue, versprich dir nicht zu viel davon. Ich glaube nicht, dass er sich beschweren würde. Nicht dieses Jahr."

„Versuch es trotzdem und lüge überzeugend über deine Schmerzen", riet sie ihm ungerührt.

Draco dachte jetzt hoffentlich nicht, dass sie nur deswegen immer noch mit ihm zusammen war, weil sie seinen Vater für ihre Zwecke benutzen wollte. Nicht, dass sie annahm, dass sie damit auf Dauer Erfolg haben würde. Immerhin war Lucius Malfoy ein offenbar gewissenloser Todesesser, aber Harriet wusste, dass er seinen Sohn wahrhaft liebte und verhätschelte, wenn sich die Chance dazu bot. Warum diese Tatsache als nicht ausnutzen, wenn es ihr helfen könnte so die Umbridge los zu werden? Sie war bereits zu tief in diese ganze Sache verwickelt um jetzt einen Rückzieher zu machen. Immerhin ging es hier ja auch um etwas Wichtiges. Das musste jeder erkennen können. Und Draco schien es zu erkennen, denn immerhin nahm er diese Bitte nicht zum Anlass um mit ihr Schluss zu machen.

Bei ihrem nächsten DA-Treffen waren sie gerade damit beschäftigt Patroni zu generieren, als Dobby in den Raum der Wünsche gestolpert kam. Er schien nicht richtig gehen zu können und an seinem Verhalten erkannte Harriet sofort, dass er offenbar entgegen einen direkten Befehl handelte. „ Sonorus! Wir sind aufgeflogen! Macht alle, dass ihr hier raus kommt schnell!", befahl Harriet den andern bevor sie zu Dobby eilte. „Dobby, was ist los? Weiß die Umbridge von uns?", wollte sie schnell von dem Hauself wissen und umklammerte ihn fest um ihn so davon abzuhalten sich selbst zu verletzen, während er ihr antwortete. Dobby nickte.

„Dobby, geh schnell zurück in die Küche und wenn die anderen Hauselfen fragen sollten, wo du warst, dann lüge darüber. Und ich verbiete dir dich selbst zu verletzten und jetzt geh!", befahl sie schnell und sah dann nach ob eh schon alle anderen den Raum der Wünsche verlassen hatten. „Schneller!", herrschte sie die letzten Nachzügler an.

Sie hoffte, dass alle genug Verstand haben würden um sich an unauffälligen Orten zu verstecken. Sie selbst ergriff nun ebenfalls die Flucht und nahm den Kurs in Richtung Mädchen-Toilette. Doch sie kam nicht sehr weit, da sie von Draco abgefangen wurde. „Nicht da lang", zischte er, „Dort lauert Pansy. Renn in die andere Richtung." Harriet nickte erschrocken und lief so schnell sie konnte in die entgegengesetzte Richtung los. Doch plötzlich baute sich Cho Chang vor ihr auf. „Cho?!"

„Stehen bleiben, Harriet Potter", befahl ihr diese und zielte mit ihrem Zauberstab auf sie, „Du wirst jetzt mit mir kommen. Ich werde nicht weiter zulassen, dass du meine Freunde in diese Sache, worum es sich auch immer genau handelt, hinein ziehst. Ich will nicht, dass sie alle so enden wie Cedric."

Harriet hatte das dumpfe Gefühl, dass sie genau wusste, was passiert war. Sie hätte auf Roger hören sollen. Wenn sie Cho nicht absichtlich außen vor gelassen hätte, dann wäre diese Situation nie entstanden. Cho würde sie nicht wissentlich davon abhalten zu lernen wie man sich gegen Schwarzmagier verteidigte, wenn sie wüsste, dass es das war, was sie taten. Nicht nach dem, was mit Cedric passiert war. Harriet beschloss wenigstens zu versuchen sich ihren Weg aus dieser Lage heraus zu bluffen. „Ich weiß nicht, wovon du redest", behauptete sie.

„Guter Versuch, aber du kannst mich nicht täuschen. Marietta hat mir alles erzählt. Zumindest so viel sie konnte. Ihre Mutter arbeitet im Ministerium. Wusstest du das? Oder was es dir einfach egal? Wie konntest du sie nur in so eine Lage bringen?"

Chos beste Freundin Marietta. Roger hatte sie angeschleppt (vermutlich weil er auf sie stand und sie hatte beindrucken wollen). Harriet hatte das einfach akzeptiert ohne viele Fragen zu stellen. Was offenbar ein schwerer Fehler gewesen war. „Hör mal, Cho, ich weiß nicht, was dir Marietta erzählt hat, aber ich versichere dir, dass ich nichts getan habe um sie oder irgendjemand anderen in Schwierigkeiten zu bringen", meinte Harriet.

„Sparen Sie sich die Lügen, Miss Potter. Wir wissen alles", meinte eine helle Stimme, die Harriet zu hassen gelernt hatte, hinter ihr. Da stand die Umbridge und sah sehr selbstzufrieden aus. Harriet drehte sich zu ihr um und schenkte ihr ein möglichst unschuldiges Lächeln. „Professor. Vielleicht können Sie mir helfen. Cho hat da irgendetwas missverstanden und bedroht mich jetzt mit ihrem Zauberstab. Ich bin mir sicher, dass ist gegen die Schulregeln", sagte sie.

Umbridge deutete Cho ihren Zauberstab zu senken und meinte dann: „Sie werden jetzt mit mir kommen, Miss Potter." Sie packte Harriet am Arm, wie um sicherzustellen, dass diese das auch tatsächlich tun würde, und meinte dann zu Crabbe und Goyle, die angestürmt kamen, dass sie sich in der Bibliothek nach Schülern umsehen sollten, die so wirkten, als wären sie außer Atem. (Harriet war sich nicht einmal sicher, ob Crabbe und Goyle überhaupt wussten, wo die Bibliothek war, also machte sie sich keine allzu großen Sorgen um ihre Mitverschwörer).

„Potter, Chang, gehen wir", meinte die Umbridge dann und nötigte Harriet mit ihr in Dumbledores Büro zu gehen. Dort warteten neben dem Schulleiter auch Professor McGonagall, Cornelius Fudge, Percy, Kingsley und ein weiterer Zauberer, den Harriet nicht kannte, auf sie. Percy hielt Feder und Pergament in der Hand und wich Harriets Blick aus, als sie versuchte ihn dazu zu bringen ihn anzusehen. Auch Kingsley tat so, als habe er sie noch nie gesehen, doch in seinem Fall hielt Harriet dieses Verhalten durchaus für angebracht. Sämtliche Porträts der vergangenen Schulleiter hingegen glotzten sie an, während Fudge ihr einen besonders boshaften Blick zuwarf. Harriet begann diesen Mann langsam aber sicher für besonders nachtragend zu halten. Wenn sie das vorher gewusst hätte, hätte sie nie den Vorwurf, er habe Barty Crouch Jr. zum Schweigen bringen wollen, formuliert. Dumbledore hingegen wirkte erstaunlich unbesorgt, während McGonagall steif da stand und ihre Sorge nur schwer zu verbergen wusste. Harriet konnte es ihr nachfühlen.

„Nun, Miss Potter, ich denke Sie wissen, weshalb Sie hier sind", begann Fudge.

„Ich bin hier, weil Cho mir die Schuld an Cedrics Tod gibt", erwiderte Harriet wahrheitsgemäß, nur um dann in die Unwahrheit überzugehen, „Allerdings bin ich mir nicht sicher, warum diese Tatsache die Anwesenheit des Zaubereiministers bedarf."

Dumbledores Mundwinkel zuckten und Fudge starrte sie groß an.

„Wollen Sie damit sagen, dass Sie nicht wissen, was Ihnen vorgeworfen wird?", wollte der Minister dann von ihr wissen, nachdem er sich von diesem verbalen Schlag wieder erholt zu haben schien.

„Nein. Mir wurde nichts mitgeteilt, außer, dass ich mitkommen soll", erwiderte Harriet, „Warum genau bin ich hier?"

Umbridge begann mit ihren komischen Räusperton, aber Fudge schien sie nicht zu hören, sondern starrte Harriet an als wolle er versuchen Legilimentik bei ihr einzusetzen. Nur zur Sicherheit verschloss sie ihren Geist so gut sie konnte. „Es wurde eine rechtswidrige Schülerorganisation in dieser Schule entdeckt", erklärte Fudge mühsam beherrscht, „Und Ihnen wird vorgeworfen diese Organisation begründet und geleitet zu haben."

Harriet blinzelte. „Wirklich? Oh, nun, das ist mir neu. Und wahr ist es auch nicht", heuchelte sie dann Überraschung.

Dumbledore schlug vor „die Informantin" dazu zu holen. Chos Freundin Marietta wurde von Umbridge regelrecht ins Zimmer gezerrt, während sie ihr Gesicht in den Händen verbarg. Dabei wirkte sie als würde sie weinen. Harriet runzelte missbilligend die Stirn. Auf sie wirkte die Szene so, als würde Umbridge Marietta Gewalt antun, aber das schien sonst niemanden aufzufallen.

Marietta schien nicht gewillt ihr Gesicht zu zeigen und als sie es doch tat verstand Harriet auch warum. Hermine, was hast du nur getan? Marietta war böse verflucht worden. Ihr Gesicht war bedeckt mit purpurnen dicht beieinander liegenden Pusteln, die das Wort „Petze" bildeten. Sprechen schien sie auch nicht mehr zu können. Wenn Harriet das Mädchen so ansah, verstand sie, warum Cho offenkundig so wütend auf sie war.

„Da die Kronzeugin nicht willig zu sein scheint, erzähle ich eben, was passiert ist", meinte die Umbridge, „Miss Chang kam heute Abend zu mir und berichtete mir, dass ihre Freundin Miss Edgecombe verflucht worden war. Der Fluch habe angefangen zu wirken, nachdem Miss Edgecombe Miss Chang von verbotenen Treffen im Geheimraum im siebten Stock berichtet hatte. So war es doch, oder Miss Chang?"

Cho wirket etwas erschrocken darüber direkt angesprochen zu werden, meinte dann jedoch fest: „Ja, so war es. Marietta sagte mir, dass heute ein Treffen im Raum der Wünsche stattfinden sollte, das laut den Schulregeln nicht erlaubt wäre, und von dem sie befürchtete, dass es sie und in weiterer Folge ihre Mutter in Schwierigkeiten bringen könnte. Ich riet ihr natürlich einfach nicht hinzugehen und Professor Umbridge davon zu erzählen und wollte mehr darüber wissen, aber da fing der Fluch an zu wirken. Also musste ich selbst Professor Umbridge informieren…"

„Wie es sich für eine pflichtbewusste Schülerin gehört", nahm die Umbridge den Faden wieder auf, „Leider konnten wir bisher keinen Gegenfluch für Miss Edgecombe finden, aber ich weiß auch so um welche Art von verbotenem Treffen es sich handelt."

Cho und der Minister sahen sie neugierig an. Die Umbrige fuhr fort von dem Treffen der Schüler im Eberkopf im Oktober zu berichten. Offenbar wusste tatsächlich jeder von diesem Treffen. Was hat sich Hermine nur dabei gedacht diesen Treffpunkt auszuwählen? Als sie erwähnte, dass es bei dem Treffen darum ging Zauber und Flüche zu lernen, die laut dem Ministerium, nicht dafür geeignet waren von Schülern erlernt zu werden, gab Cho einen erschrockenen Laut von sich und erbleichte sichtlich.

„Entschuldigung, Professor, aber an diesen Treffen war nichts verbotenes", warf Harriet ein, „Sie haben erst danach beschlossen alle Schülerorganisationen zu verbieten."

Umbridge funkelte sie ob der Unterbrechung wütend an. „Das ist inzwischen sechs Monate her, und selbst wenn dieses erste Treffen nichts rechtswidrig war, dann waren es alle anderen, die seit dem stattgefunden haben", erklärte sie bestimmt.

„Nun, haben wir irgendwelche Beweise, dass in dieser Zeit Treffen stattgefunden haben?", wollte Dumbledore wissen. Harriet hörte Kingsley etwas flüstern, während sich die Umbridge aufplusterte. Dann wandte sich alle Marietta zu. Sie wurde gefragt, ob bisher Treffen stattgefunden hätten. („Einfach nicken oder den Kopf schütteln, meine Liebe", meinte Umbridge). Zum allgemeinen Erstaunen schüttelte Marietta den Kopf. Offenbar hatte Kingsley wirklich etwas geflüstert. Harriet fand es zwar nicht richtig, dass Marietta verhext worden war, aber auf Grund der Umstände war sie ganz froh darüber.

Die Umbridge wollte sich damit natürlich nicht abfinden. Vor allem als Marietta begann auch noch abzustreiten, dass es heute Abend ein Treffen gegeben hätte. Sie begann sogar damit die arme Marietta zu schütteln, bevor Dumbledore extrem wütend über die Misshandlung seiner Schülerin eingriff. Kingsley gelang es die Lage zu entschärfen.

Umbridge sammelte sich ein paar Momente lang und ging dann erneut zu einem Angriff über und unterbrach damit McGonagalls Vermutung, dass die Auswirkungen des Fluches Marietta dazu gebracht hätten Cho gegenüber von einem geplanten Treffen zu sprechen, das nie hätte stattfinden sollen und nur dazu diente Marietta in Schwierigkeiten zu bringen.

„Auf jeden Fall wurde Miss Potter in den letzten Monaten öfter bei konspirativen Gesprächen mit diversen ihrer Mitschüler beobachtet", sagte die Umbridge.

„Soweit ich weiß gibt es noch keinen Erlass, der es den Schülern verbietet miteinander zu sprechen", warf Harriet ein, doch die Umbridge ließ sich nicht so leicht wieder aus dem Konzept bringen.

„Hinzu kommen die Briefe, die im Ministerium mit Beschwerden über mich und meine Methoden eingetroffen sind. Alle von den Eltern von Schülern, mit denen sie gesprochen hat", fuhr die ältere Frau fort.

„Ich habe wohl kaum irgendjemanden dazu gezwungen sich über Sie zu beschweren", wandte Harriet ein.

„Und für das Treffen, das heute im Raum der Wünsche hätte stattfinden sollen, haben wir einen Beweis", verkündete Umbridge, „Nachdem ich von dem Treffen erfahren hatte, begab ich mich in den siebten Stock um die Teilnehmer an dem Treffen auf frischer Tat zu ertappen. Dabei begleiteten mich gewisse vertrauenswürdige Schüler und Schülerinnen. Offenbar warnte irgendjemanden die Verschwörer vor meiner Ankunft, denn als wir in den siebten Stock kamen, rannten sie in alle Himmelsrichtungen davon. Ich habe aber trotzdem alle ihre Namen. Miss Parkinson ist für mich in den Raum der Wünsche gerannt und fand das hier."

Harriet wusste, dass nun alles vorbei war. Bisher war es so gut gelaufen, aber nun präsentierte Umbridge voller Stolz die inzwischen über und über mit Namen vollgeschrieben Liste, die Hermine vor all den Monaten erstellt hatte. „Sobald ich Potters Namen auf der Liste sah, wusste ich womit ich es zu tun habe."

Cho wirkte über die Entdeckung der Liste mindestens so erschrocken wie Harriet. Damit war jede Chance davon zu kommen dahin. Und nicht nur für Harriet, sondern für alle Mitglieder der DA – und das schloss auch alle von Chos Freunden ein, die sie hatte beschützen wollen, indem sie Harriet ans Messer lieferte.

„Sehen Sie, wie die sich selbst genannt haben?", meinte Fudge erstaunt als er die Liste las, „Dumbledores Armee." Percy gab ein undefinierbares Geräusch von sich als er das hörte. Was habe ich nur getan?!

Sie öffnete den Mund um alle Schuld auf sich zu nehmen, als Dumbledore ihr zuvor kam. „Nun, das Spiel ist aus. Möchten Sie ein schriftliches Geständnis von mir, Cornelius – oder wird die Aussage von diesen Zeugen genügen?", wollte er ganz ruhig wissen.

Alle Augen wandten sich zu ihm. „Aussage?", murmelte Fuge verwirrt.

„Dumbledores Armee, Cornelius. Nicht Potters Armee", erklärte Dumbledore und Harriet wurde klar, was er vorhatte, und sie konnte es nicht zulassen.

„Nein, nein, hören Sie nicht auf ihn, Minister!", rief sie aus, „Das war alles meine Idee! Und der Titel ist nur ein Witz gewesen, das ist alles! Professor Dumbledore wusste von nichts!"

„Es ist edel von dir mich weiterhin zu beschützen, Harriet, aber das ist nicht mehr nötig. Die Wahrheit wurde offenbart", widersprach ihr Dumbledore, „Ich war es. Ich habe Harriet gebeten die Fühler nach vertrauenswürdigen Schülern auszustrecken, die in der Lage wären zu schweigen. Natürlich sehe ich jetzt, dass es ein Fehler war Miss Edgecombe einzuladen. Denn heute hätte das erste Treffen stattfinden sollen, bei dem ich herausfinden wollte, ob diese Schüler Interesse daran hätten sich meiner Armee anzuschließen. Doch zu diesem Treffen kam es leider nicht."

„Was reden Sie denn da?! Sind Sie verrückt geworden?!", beschwerte sich Harriet und ignorierte die beschwörenden Blicke, die ihr Kingsley und McGonagall zuwarfen, „Das erfindet er alles gerade! So war das überhaupt nicht!"

„Harriet, du solltest jetzt still sein, oder ich bin gezwungen dich aus meinem Büro zu entfernen", warnte sie Dumbledore.

Nach den Blicken zu urteilen, die Umbridge und Fudge Dumbledore nun zuwarfen, waren sie auch nicht mehr an Harriet interessiert. Sie hatten eine lohnendere Beute gefunden. Warum tut er das?! Er ist zu wichtig! Im Gegensatz zu mir!

Fudge schickte Percy los das niedergeschriebene Geständnis ans Ministerium und den Tagespropheten zu schicken. Dann wollte er Dumbledore verhaften. Was dieser natürlich nicht bereit war zuzulassen.

McGonagall zerrte Harriet, Marietta und Cho gewaltsam in Deckung, während Dumbledore die restlichen Anwesenden (inklusive Kingsley) außer Gefecht setzte.

„Professor, es tut mir so leid, Sie dürfen nicht wegen mir gehen!", flehte Cho.

„Oder wegen mir!", fiel Harriet ihr ins Wort, „Sie sind zu wichtig! Sie können es sich nicht leisten vor Voldemort und dem Ministerium zu fliehen! Wenn ich von der Schule geworfen werde, dann spielt das keine Rolle! Ich kann geschützt bei Tatze leben! Aber Sie…."

„Es ist getan, Mädchen, und man kann nichts mehr daran ändern", sagte der (mit sofortiger Wirkung ehemalige) Direktor, „Harriet, das Wichtigste ist nun, dass du mit all deiner Kraft Okklumentik lernen musst, verstehst du? Übe besonders am Abend um schlechte Träume fernzuhalten. Denk immer daran, verschließe deinen Geist."

„Professor….", jammerte Harriet.

Doch es war zu spät. Dumbledore packte den Schwanz seines über ihn kreisenden Phönix Fawkes und dann verschwand er in einer Stichflamme, gerade noch rechtzeitig um von Fudge und den anderen dabei gesehen zu werden.

Diese nahmen die Verfolgung auf, während McGonagall die drei Mädchen zu ihren Häusern zurückbrachte.

„Ihr hättet mir sagen sollen, worum es bei diesen geheimen Treffen geht", sagte Cho.

„Ja, das hätten wir", gab Harriet zu, „Aber wir konnten nicht ahnen, dass du zur Umbridge rennen würdest."

Marietta litt nur still vor sich hin.

„Kein Wort mehr darüber", befahl McGonagall, „Professor Dumbledore hat Recht. Es ist zu spät um noch etwas an dieser Sache zu ändern. Ich hoffe, Sie alle drei haben zumindest daraus gelernt und handeln in Zukunft nicht mehr so leichtsinnig. Damit wäre auch der Schulleiter zufrieden."

Harriet ihrerseits war damit allerdings ganz und gar nicht zufrieden. Sie gab nicht einmal Cho oder Marietta die Schuld. Nur sich selbst. Sie hatte zu schnell zu viel zu erreichen versucht und mit ihrer Arroganz nicht nur Hogwarts sondern vermutlich auch den Orden zum Untergang verurteilt, denn ihretwegen war der einzige, der gegen Voldemort bestehen konnte, nun ein gesuchter Verbrecher.


A/N: Hasst Cho nicht, sie hat es nur gut gemeint. Aber leider können auch gute Absichten zu schlimmen Resultaten führen.

Reviews? (Es wäre durchaus gut zu wissen, ob diese Geschichte nach wie vor Leser hat).