Legende:

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»Gerede«

/Gedanken/

:Parsel:

((AdA: Meine Kommentare))

°°Gedankenübertragung°°

Tiersprache

Austausch der Geheimnisse

Angelus wachte am nächsten Morgen früh auf, was ihn dazu veranlasste, seinen Geliebten beim Schlafen zu beobachten. Dabei stellte er fest, dass er das öfters tun sollte. Tom sah so entspannt aus, dass es Angel ungemein beruhigte und ihm das Unbehagen auf den heutigen Tag nahm. Es würde zu den Blacks gehen. In Cygnus' Territorium. Angelus konzentrierte sich schnell wieder auf Toms Gesicht.

Als Toms Geist langsam aus dem Land der Träume in die Realität glitt, spürte er zuerst einmal den Körper, der sich eng an seinen eigenen schmiegte. Träge legte er seinen Arm um Angelus' Taille und zog ihn noch näher zu sich, soweit das möglich war.

»Wach?«, erkundigte sich der Todesengel leise und malte mit seinem Finger sinnlose Muster auf den nackten Oberkörper seines Freundes.

»Mh«, nickte Tom verschlafen und öffnete seine Rubine, um in die smaragdgrüne Seelenspiegel seines Geliebten schauen zu können. »Wie spät ist es?«

»Wir haben noch zwei Stunden, bevor wir aufstehen müssen.«

»Gut...« Der Halbvampir ließ seine Hand nach oben wandern und spreizte seine Finger, bevor er sie durch die blonden Haare fahren ließ, die sich halb auf dem Bett und halb auf ihren Körpern ausbreiteten. »Lässt du sie heute offen?«

»Meine Haare?«

»Ja.«

»Warum? Sie lassen mich nur noch mehr wie ein Mädchen aussehen. Vielleicht sollte ich sie abschneiden.«

»Kommt gar nicht infrage«, schüttelte Tom hastig seinen Kopf. »Sie passen super zu dir, Angel. Sie lassen dich aussehen wie ein Engel und rahmen dein schönes Gesicht wunderbar ein. Außerdem sind sie ein Merkmal von dir, willst du sie wirklich abschneiden? Ich liebe es, meine Finger durch diese seidige Haarpracht gleiten zu lassen.«

»Sag doch so was nich'«, nuschelte der Zeitreisende verlegen und mit einem zarten Rotton um seiner Nase. Entzückt starrte Tom ihn an und näherte sein Gesicht dem seines Geliebten, bevor sich ihre Lippen zu einem sanften Kuss trafen.

»Guten Morgen!«

Frustriert lösten sich die beiden Slytherins voneinander und starrten zu Talia, die gerade aufgewacht war und sie nun glücklich anstrahlte.

»Morgen«, grummelten sie schließlich, machten aber keine Anstalten aufzustehen. Allerdings nahm Minerva, die polternd in ihr Hotelzimmer gerauscht kam, ihnen diese Entscheidung ab.

»Aufstehen, ihr Schlafmützen!«, rief sie laut aus und klatschte in die Hände, ehe sie die Vorhänge aufzog und sich breit grinsend zu den Jungs umdrehte.

»Verschwinde!«, murrte Tom und versteckte sein Gesicht unter der Decke, als sich Angel von ihm entfernte und sich aufsetzte.

»Ich denk ja gar nicht dran, Riddle. In einer halben Stunde kommt Professor Slughorn und bringt uns zu den Blacks.« Hier verzog sie ihr Gesicht. »Also bewegt eure Hintern.«

»Du kannst wieder gehen, Minerva«, murmelte Angel und rieb sich seine Augen, während er aufstand.

»Nein, danke, aber ich passe auf, dass ihr keine Zärtlichkeiten austauscht und somit zu spät kommt. Ich hab meinen Koffer schon gepackt.«

»Wir auch«, erwiderte der Todesengel und zeigte auf die zwei Koffer, die vor dem Bett standen.

»Das ändert trotzdem nichts an der Tatsache, dass ich hier bleibe.«

»Du bist doch nur scharf drauf, uns zu beglotzen. Ich wusste ja, dass wir hübsch sind, aber dass wir auch so begehrt werden...«, gab Tom arrogant von sich und mühte sich aus dem Bett, bevor er breit grinsend an der, vor Empörung, sprachlosen McGonagall vorbei stolzierte. Angelus folgte ihm amüsiert den Kopf schüttelnd ins Bad, wobei er auch gleich seine und Toms Kleidung mitnahm.

--

Als sie nach einiger Zeit in Tanjas Suite ankamen, wo der Treffpunkt war, waren sie die letzten. Allerdings sahen ihre Mitschüler genauso müde aus, wie sie sich fühlten, was schon mal ein kleiner Trost war. Einen Moment später erschien auch schon Slughorn, der fröhlich grinsend seine Schüler besah.

»Guten Morgen, meine Lieben, guten Morgen. Und, wie war es bisher? Viel Spaß gehabt? Ja, das sieht man Ihnen an. Sie sehen so richtig entspannt aus.« Zu Angels Horror schien der Mann das wirklich ernst zu meinen. War der wirklich so blind? Jeder von ihnen war müde, aufgrund der unerhört frühen Abreise.

»Nun denn, nun denn«, lächelte der Lehrer und machte Handgesten, die sie zu einem Kreis trieben. Mit halboffenen Augen folgten sie der Aufforderung.

»Berühren Sie nun den Stiefel. Kommen Sie, nicht so schüchtern.« Er hielt einen abgelatschten, stinkenden Stiefel hin, vor dem vor allem Tom so viel Abstand wie nur möglich nahm, ohne aus der Reichweite zu kommen. Widerwillig berührten sie ihn.

Wie es so üblich war, spürten sie ein Ziehen unter dem Bauchnabel, gerieten in den Strudel der Farben, wurden an ihre Nachbarn gestoßen und klebten mit ihren Händen an dem alten Stiefel. Als sie ankamen, taumelten sie kurz, schafften es aber, ihre Gleichgewichte zu halten.

»Guten Tag«, wurden sie keine Sekunde später von einer kühlen Frauenstimme begrüßt. Sie drehten sich zu der Frau um und bemerkten es jetzt, dass sie in einer Küche, mit Esszimmer, gelandet waren. Angelus kam die Umgebung erschreckend bekannt vor.

»Hallo, Mum«, begrüßte Walpurga die schwarzhaarige Frau mit den kalten, braunen Augen.

»Walpurga«, nickte die Frau und stand auf.

»Ah, Irma!«, rief Slughorn strahlend aus und trat näher, um der Frau die Hand zu schütteln.

»Guten Morgen, Horace«, lächelte Walpurgas und Cygnus' Mutter, Irma, kühl.

»Wie schön, Sie wieder zu sehen. Sie haben ja viel erreicht, muss ich sagen.« Angelus zog eine Augenbraue hoch. Er hatte noch nie was von Irma Black gehört, außer in Sirius' Vorstellung des blackschen Stammbaums... Vielleicht meinte er die Hochzeit mit einem angesehenen Black?

»Sie waren immer eine meiner Lieblingsschülerinnen«, zwinkerte Slughorn vergnügt. Hinter ihm verdrehten die Hogwartsschüler ausnahmslos ihre Augen.

»Freut mich zu hören, Horace«, lächelte Irma und sah auf die Uhr. »Müssen Sie nicht noch weitere Schüler zu den jeweiligen Familien bringen?«

»Oh, stimmt. Danke, dass Sie mich erinnern, meine Liebe.« Er zwinkerte ihr noch einmal zu, bevor er, ohne ein weiteres Wort zu verlieren, ein Zeitungsfetzen aus seinem Umhang fischte und verschwand.

»So, mit wem habe ich denn das Vergnügen?«, wandte sich Irma nun an die Schüler und sah auffordernd ihren Sohn an.

»Das sind Tom Riddle, Alexander Potter, Minerva McGonagall, Alastor Moody, Sandy Weasley, Rubeus Hagrid und Tanja Blixen«, stellte Cygnus sie nacheinander vor. Irma sah fragend zu Angelus, welcher Cygnus fixierte und seine Arme vor der Brust verschränkte.

»Ach was, Cygnus-Schätzchen, es ist doch nicht nötig, dass du meine Wenigkeit auch vorstellst. Das ist wahrlich zu viel der Ehre«, schnarrte Angel schließlich und sah anschließend zu Irma. »Angelus Nexima, sehr erfreut.«

»Gleichfalls«, erwiderte die Frau nur und sah noch einmal in die Runde. »Also, um noch einmal alles zusammenzufassen: Drei Blutsverräter, ein Halbblut und vier Schlammblüter. Wie herzallerliebst.«

»Nein«, widersprach Tom übertrieben freundlich lächelnd. »Es sind zwar drei Blutsverräter, aber ansonsten sind es drei Halbblüter, ein Schlammblut und ein Reinblut.«

»So? Auch nicht viel besser. Außer das Reinblut. Wer?«, fragte Irma kühl und sah sie forschend an. Angelus hob seine Hand. »Nexima? Noch nie gehört.«

»Ich habe auch nicht behauptet, dass der Name in England geläufig ist. Außerdem bin ich der letzte aus meiner Familie und im Übrigen haben wir unseren Namen nicht groß rumposaunt. Sie werden nur schwer etwas herausfinden können, wenn Sie in dem Punkt wie die kleine Nathalie Malfoy sind.«

»Warum sollte ich mir die Mühe machen?«

»Ich weiß es nicht, sagen Sie es mir.« Kurz starrten sie sich noch herausfordernd in die Augen, bevor Irma ihren Blick abwandte und sich an den Tisch setzte.

»Ich bin gerade am Frühstücken. Wenn Sie wollen, können Sie auch etwas essen«, bot sie an und zeigte zu den Stühlen, die am Tisch standen. Tatsächlich war der Tisch mit Brötchen, Marmelade und sonstiges Essen, dass zu einem Frühstück gehörte, vollgestellt.

»Ich geh lieber noch mal ins Bett, Mutter«, sagte Cygnus und steuerte auf die einzige Tür im Raum zu.

»Dann kannst du uns ja zeigen, wo wir schlafen sollen. Ich will auch nochmal schlafen«, erklärte Minerva und nahm ihren Koffer hoch. Ihre Mitschüler nickten zustimmend und folgten ihnen.

»Walpurga«, hielt Irma ihre Tochter auf. »Du setzt dich an den Tisch. Ich muss mit dir reden.« Das Mädchen nickte und nahm gegenüber ihrer Mutter Platz, während ihre Mitschüler aus dem Raum gingen.

Je weiter Angelus die Treppe hoch stieg, desto mehr war er der Überzeugung, dass sie sich am Grimmauldplatz befanden. Als sie im Wohnzimmer standen, war er sich absolut sicher. Es war alles genauso wie er es kannte. Außer, dass das Porträt von Sirius' Mutter, der Staub und die Spinnenweben fehlten.

»Wir haben vier Gästezimmer. Zwei haben Ehebetten im Zimmer, das andere hat zwei kleine und das letzte hat ein kleines. Ihr müsst euch entscheiden, mit wem und wo ihr schlafen wollt.«

»Sandy?«, wandte sich Tanja prompt an die Weasley, welche nickte.

»Dann geht ihr aber in ein Zimmer mit Ehebett«, warf Alastor ein.

»Geht klar«, erwiderte Sandy.

»Gut, dann nehmen Hagrid und ich das Zimmer mit den zwei Betten«, sagte Alexander schnell. Hagrid sah ihn erstaunt an, sagte aber nichts.

»Ich glaub es hakt!«, rief Minerva aus. »Ich schlafe doch nicht mit Alastor in einem Ehebett!«

»Mit Nexima würdest du es tun«, schnaubte Alastor.

»Angelus ist auch schwul, das ist was anderes. Und er ist nicht so pervers«, fügte sie fast murmelnd hinzu.

»Dürfen wir vielleicht auch mal was sagen?«, fauchte Tom.

»Nein, Riddle.«

»Wir sind in einem Zaubererhaushalt«, erinnerte Angelus seine Mitschüler. Sie sahen ihn verwirrt an. »Herrgott, wir können Mrs. Black bitten, ein Bett her zu zaubern!«

»Oh...«, sagte Minerva nach einiger Zeit. »Ich werde aber trotzdem nicht mit Alastor in einem Zimmer schlafen!«

»Dann komm doch zu uns«, sagte Tanja. »Wenn Mrs. Black ein Bett dazu zaubert, ist das doch kein Problem.«

»... Stimmt.«

»Du stehst heute ziemlich auf dem Schlauch«, neckte Angelus die Gryffindor, welche ihm daraufhin einen Todesblick alla Snape schenkte.

»Das ist die Müdigkeit.«

»Schon klar.«

--

Eine halbe Stunde später war Irma dem Wunsch nachgekommen und hatte ein zusätzliches Bett in das Gästezimmer von Tanja und Sandy gehext. Alastor bewohnte das Gästezimmer, in dem das kleine Bett stand, und Angelus und Tom hatten sich in das andere mit dem Ehebett verzogen. Der Todesengel atmete erleichtert aus, als er bemerkte, dass es Cygnus zwar überhaupt nicht passte, er jedoch nichts sagte.

»Darf ich mich hier umsehen?«, fragte Talia lieb, gleich nachdem Angel sie aus seinem Koffer gelassen hatte.

»Es wäre mir lieber, wenn du im Zimmer bleibst, Talia«, gestand der Zeitreisende nach einem Moment.

»Warum?«

»Weil wir im Haus einer schwarzmagischen Reinblüterfamilie sind. Was, wenn dich einer der Blacks sieht? Oder wenn du hier irgendetwas triffst, dass dir gefährlich werden könnte? Und ich bin mir sicher, dass es so etwas im Haus gibt. Selbst Doxys wären für dich gefährlich.«

»Ich kann mich verteidigen«, schmollte Talia.

»Ich weiß. Ich hab trotzdem Angst. Bleib bitte einfach hier, okay? Bitte«, murmelte Angel und hauchte der Fee einen Kuss auf ihren Haarschopf. Seufzend gab sie ihr Schmollen auf und nickte.

»Aber was soll ich dann machen? Mir ist langweilig, Angel.«

»Keine Ahnung. Schlaf eine Runde, mal ein Bild oder spiele irgendetwas«, schlug der Blonde vor und setzte sich auf das Bett, wo er von Tom in eine liegende Position gezogen wurde. Der Schwarzhaarige legte einen Arm um Angels Hüfte und war im Begriff wieder einzuschlafen.

»Kannst du mir Sachen zum Malen herzaubern?«

»Sicher.« Der Todesengel machte eine wegwerfende Handbewegung, worauf ein Blatt Papier und Stifte auf dem alten Schreibtisch lagen. Sofort flatterte Talia dorthin und umklammerte einen Stift, der etwas größer war als sie, bevor sie ihn um Papier schleifte, dort wieder in die Luft flog und zu malen begann. Lächelnd, das Bild sah einfach zu süß aus, schloss Angelus seine Augen und genoss das Gefühl der breiten Brust an seinem Rücken.

--

Angelus wurde von einem Klopfen geweckt, das auch nach einigen Minuten nicht verklangen wollte. Murrend setzte sich der Todesengel auf und starrte die Tür grimmig an.

»Wer stört?«

»Ähm, also, ich... Hagrid.«

»Ah, Ruby. Komm rein.«

Vorsichtig öffnete Hagrid die Tür und steckte seinen Kopf ins Zimmer. »Minerva hat mich gebeten euch zu holen, weil es in einer Viertelstunde Mittagessen gibt.«

»Danke, Ruby. Du kannst ruhig rein kommen, wenn du willst.«

»Wirklich? Ich will nicht stören«, gab Hagrid zu und linste kurz zu Tom, welcher noch friedlich schlief, allerdings grummelte, weil seine Wärmequelle fehlte.

»Du störst nicht, wirklich.«

Hagrid nickte und trat in das Zimmer, ehe er die Tür hinter sich schloss. Unsicher sah er sich im Zimmer um und befand schließlich, dass es seinem und Alexanders Gästezimmer sehr ähnlich sah. Die gleichen slytheringrünen Vorhänge, Teppiche und Bettwäsche und die gleichen dunklen Möbel.

»Darf ich dich was fragen, Angelus?«

»Ich bin ganz Ohr«, lächelte der Langhaarige, schälte sich aus dem Bett und richtete seine Kleidung wieder.

»Wie... also... Ich wollte dich das schon fragen, seit ich sehen konnte, wie du zu Minervas Mum und Tanja warst... Ähm... Warum bist du so freundlich zu Gryffindors, Muggeln und allen anderen, die Slytherins als unwürdig betrachten? Ich meine... also...« Nervös strich sich der Halbriese durch seine Haare. »Ich will dir wirklich nicht zu nahe treten, oder so, aber...«

»Du meinst, weil ich ein Slytherin bin?«, half Angel ihm. Hagrid nickte. »Hör zu, Rubeus. Ich bin in einer Familie aufgewachsen, die mich nur als Anhängsel betrachtet hat und den Unterschied zwischen Schlammblüter, Halbblüter und Reinblüter nicht kannte. Anders gesagt, es waren Muggel. Erst mit zwölf Jahren habe ich das Wort Schlammblut das erste Mal gehört. Zu spät, als hätte es etwas an meiner Ansicht ändern können. Meine beste Freundin war ein Schlammblut und mein bester Freund ein Blutsverräter. Warum sollte ich jetzt etwas gegen Muggelstämmige oder sonst wen haben? Ich weiß, wie es ist, wenn einem mit Vorurteilen gegenüber getreten wird. Deshalb versuche ich jedem vorurteilsfrei entgegen zu kommen. Egal ob ich in Slytherin, Gryffindor, Ravenclaw oder Hufflepuff bin.«

»Oh«, murmelte Hagrid und sah auf den Boden. Nach einigen Augenblicken sah er jedoch wieder auf. »Also hast du auch nichts gegen magische Wesen? Oder ist das da anders?«

Angelus lachte leise und schüttelte seinen Kopf. »Glaub mir, Ruby, ich bin einer der letzten, der etwas gegen magische Geschöpfe hat.«

»Echt?«

»Mh«, nickte Angel grinsend. »Und ich hab auch nichts gegen Riesen, geschweige denn Halbriesen.«

Hagrids Kopf rückte blitzschnell nach oben und er starrte den Blonden mit weit aufgerissenen Augen an. »Wa-... Wie... Woher?«

»Woher ich es weiß? Naja, es gibt nicht viele Vierzehnjährige, die so groß sind und ich weiß, dass du noch wachsen wirst, bist du stolze zwei Meter groß bist... wenn nicht noch größer.«

»Nur deshalb?«

»Nein. Es war eher eine Vermutung«, log Angel. »Aber du hast mir ja gerade zugestimmt, obwohl ich diese Bemerkung ja nicht direkt mit dir in Verbindung gebracht habe.«

»Oh...«, zischte Hagrid vor sich hin. »Verdammt!«

»Ach was, ist doch halb so schlimm. Ich werde schweigen wie ein Grab, Ruby. Von mir hast du gar nichts zu befürchten«, lächelte Angelus und kam auf ihn zu. »Der Fairness halber werde ich dir auch ein Geheimnis von mir sagen. Aber du musst mir versprechen, dass du niemanden, wirklich niemanden, davon erzählst, okay? Nicht einmal Albus Dumbledore darf davon erfahren. Erst recht nicht Albus Dumbledore.«

»O-okay«, nickte Hagrid nervös.

Der Zeitreisende sah ihm noch einige Sekunden in die schwarzen Augen, bevor er sich selbst zunickte. »Ich vertraue dir, Rubeus. Bitte missbrauche es nicht.« Kaum hatte er die Worte gesagt, wurde sein Haar kürzer und dunkler, bis es schulterlang und tiefschwarz war. Ebenso verdunkelten sich seine Augen, bis sie die gleiche Farbe wie schon seine Haare hatten. Aus seinem Rücken sprossen zwei Flügel, der linke war weiß und der rechte schwarz.

»Wow«, hauchte Hagrid und sah ihn mit großen Augen an. Er ging um ihn herum, besah sich staunend die Flügel und wagte es sogar, sie ganz leicht anzustupsen, nur um zu fühlen, ob sie echt waren. Und das waren sie, wie er schluckend feststellte.

»Weißt du, was ich bin?«, schmunzelte Angelus, war jedoch im Inneren etwas nervös. Ihm lag viel an Hagrid, in seiner Zeit war er so etwas wie ein großer Bruder oder ein Onkel für ihn gewesen und das hatte sich nicht geändert.

»Ja... Ich hab mal davon gelesen, als ich nach Acromentulas geforscht habe... Du bist ein Todesengel. Ein Flügel weiß, der andere schwarz. Das ist.. wow! Du bist eins der mächtigsten Wesen!«, strahlte Hagrid bewundernd. Und in diesem Moment war sich Angelus sicher, dass bei Rubeus sein Geheimnis gut aufbewahrt war.

»Also, weißt du, so würde ich das nicht ausdrücken«, lachte der Blonde verlegen. »Es gibt stärkere Wesen als mich. Ich habe meine Kräfte noch nicht wirklich so gut unter Kontrolle und ich hab schon seit einiger Zeit nicht mehr trainiert... Ich muss mich echt mal wieder dranhängen... Jedenfalls glaube ich, dass du mich überschätzt.«

»Nein, bestimmt nicht«, widersprach Hagrid.

»Oh doch.«

»Nein.«

»Was tut ihr da?«, wehte die müde Stimme Toms zu ihnen und ließ Angel verstummen, bevor er überhaupt angefangen hatte. »Bei Slytherin! Angel, was tust du da?!«

»Ruby und ich haben uns unterhalten«, lächelte Angekreischter unschuldig und verwandelte sich in seine menschliche Form zurück.

»Unterhalten?«

»Mh«, nickte Angelus. »Über magische Wesen, Vorurteile und so weiter. Hagrid hat zugegeben, dass er ein Halbriese ist und ich im Gegenzug, dass ich ein Todesengel bin.«

Kurz starrte Tom ihn ungläubig an, bevor er mit einem Stöhnen zurück in die Kissen sank. »Glaub ja nicht, dass ich irgendetwas tun werde, wenn plötzlich Auroren in der Großen Halle stehen, während du isst. Oder wenn sie dich aus dem Unterricht schleifen.«

»Ich werde nichts sagen!«, beteuerte Hagrid schnell. »Wirklich nicht! Ich hab keinen Grund dazu! Ich bin selbst ein Halbriese, ich werde ganz sicher niemanden verraten, nur weil er ein magisches Wesen ist!«

»Halbriese und Todesengel ist ein gewaltiger Unterschied, findest du nicht?«, fragte Tom spitz.

»Doch, schon...«, gab Hagrid zu. »Aber sie werden trotzdem beide gefürchtet und missverstanden. Riesen greifen niemanden einfach so an, sie verteidigen sich, wenn jemand in ihr Reich kommt und sie angreift. Todesengel machen das Gleiche. Sie verteidigen sich, wenn sie angegriffen werden. Bei beiden Rassen passiert das oft, weil man sie aufgrund ihrer Größe oder magischen Kraft fürchtet und was man fürchtet, muss weg. Riesen und Todesengel haben die gleichen Probleme, also ist es doch kein so großer Unterschied... finde ich.«

»Klingt logisch«, nickte Angel und sah zu Tom. »Findest du nicht?«

»Hn«, schnaubte dieser. »Soll ich vielleicht auch mein Wesen sagen, nur, damit wir feststellen können, dass wir alle die gleichen Probleme haben?«

»Ja, wäre nett«, lächelte Angelus lieb.

»Du bist kein Mensch?«, vergewisserte sich Hagrid verblüfft.

»Sehe ich vielleicht wie einer aus?«

»Naja... ja.«

Seufzend verwandelte sich Tom in seine Vampirgestalt. Seine Haare wurden länger und heller, bis sie silbern waren und seine Augen wurden etwas dunkler, während seine Haut noch blasser wurde. Zwar konnte man von außen nichts sehen, doch er spürte, wie seine Eckzähne spitz wurden.

»Okay, jetzt nicht mehr«, gestand Hagrid nach einer Schrecksekunde. Angelus besah sich neugierig seinen Geliebten, immerhin hatte er ihn noch nie in seiner Vampirgestalt gesehen.

»Sexy, sexy...«, nuschelte er vor sich hin.

»Bist du ein Vampir?«, hakte Hagrid nach.

»Halbvampir. Und wehe, du sagst es jemanden!«

»Oh nein, ganz sicher nicht, Riddle«, sagte der Halbriese ehrlich und hob seine Hände hoch. Tom nickte und verwandelte sich schnell zurück, da er Schritte hörte, die auf ihr Gästezimmer zukamen. Einen Augenblick später wurde die Tür aufgerissen und Minervas wütendes Gesicht schob sich durch den Türspalt.

»Würdet ihr euch endlich bewegen und zum Essen kommen?! Blacks Vater ist auch schon da und er will euch sehen, mal ganz davon zu schweigen, dass ich Hunger habe und wir erst anfangen, wenn alle da sind! Also, kommt jetzt!«, fauchte sie. Tom schlug die Decke zurück und richtete sich sorgfältig seine Kleidung.

»Ich bin bereit«, nickte er dann.

»Wunderbar! Angelus, Hagrid, Abmarsch!« Stinksauer machte sie kehrt und stapfte in die Küche zurück. Schmunzelnd folgten ihr ihre Mitschüler, wobei Tom genervt seine Augen verdrehte. Talia hingegen ließ ihren Stift liegen, mit dem sie gerade noch fleißig gemalt hatte, und flatterte schnell zu Angel, auf dessen Schulter sie sich setzte, bevor dieser die Tür schloss.