Reni: Ich hoffe, dass war schnell genug :)

Viel Spaß beim Lesen und GLG angeltears-and-deviljoy

34. Kampf

Ein kaltes Lächeln umspielte Godfreys Lippen, als er begann einen Spruch zu sprechen. Obwohl sie relativ abseits standen, waren doch schon einige auf sie aufmerksam geworden. Slughorn, der zu ihnen eilte, wollte gerade etwas sagen, als ein grünlicher Rauch aus dem Zauberstab trat und den ganzen Raum einhüllte. Benommen gingen die Partygäste zu Boden. Auch Harrys Beine gaben nach und er merkte nur schwach, wie er von Severus aufgefangen und langsam auf dem Boden abgelegt wurde. Der Zauberstab seines Mentor glühte in einem hellen Licht, das den Nebel nach und nach verdrängte.

Godfrey starrte hasserfüllt zu dem Slytherin und meinte: „Nicht schlecht, Sklave. Der dunkle Lord hat nicht übertrieben. Du willst also kämpfen?! Na schön, dann kämpfen wir." Mit diesen Worten lachte er hart auf und zog seinen Degen. Hastig sah sich Severus um und griff dann kurzerhand nach einem Schürhaken, der neben dem Kamin hing. Ein weiterer Blick durch den Raum zeigte ihm, dass er alleine stand. Alle anderen waren durch den Nebel viel zu benommen, um etwas unternehmen zu können. Harry ging es zwar etwas besser, da er sich näher an seinem Schutzzauber befunden hatte, aber dennoch nicht gut genug um zu kämpfen.

Um etwas Zeit zu gewinnen, fragte er deshalb: „Sie sind kein Todesser. Warum arbeiten Sie dann für ihn?" Sein Gegner antwortete nur: „Ich begleiche hiermit eine alte Schuld. Der dunkle Lord hat mir einst einen sehr großen Gefallen erwiesen und mich von einer lästigen Angelegenheit befreit." Doch bevor Severus darauf etwas erwidern konnte, griff Godfrey ihn auch schon mit seinem Degen an. Der Slytherin reagierte instinktiv und drehte seinen Oberkörper zur Seite. Gleichzeitig parierte er den Schlag mit dem Schürhaken, rollte sich dann über die Schulter ab und brachte sich so erstmal wieder aus der Gefahrenzone.

Das selbstsichere Lächeln seines Gegenüber war schlagartig verschwunden und stattdessen schaute er ihn abschätzend und zornig an. Ohne ein Wort zu verlieren, griff Godfrey erneut an und auch diesmal schaffte es der Slytherin die Schläge und die Zauber abzublocken. Dabei wusste Severus selbst gar nicht, wie er es anstellte. Sein Körper reagierte von ganz alleine und so entbrannte bald ein Kampf, der in einem Turnier die Zuschauer begeistert hätte. Leider war das hier ernste Realität und Godfrey hatte keine Hemmungen schmutzige Tricks anzuwenden, als er merkte, dass er auf diese Art nicht gewinnen würde.

Die beiden Kontrahenten standen schließlich schwer atmend im Raum und sahen sich abschätzend an. Sie waren in einer Pattsituation. Plötzlich hörten sie ein Stöhnen und sahen, dass sich Harry benommen bemühte auf die Beine zu kommen. Nun kehrte das siegessichere Lächeln auf Godfreys Gesicht zurück und er stürzte sich mit erhobenen Degen auf den Jungen. Ohne auch nur einen Gedanken zu verlieren, sprang Severus dazwischen. Im selben Augenblick wusste er, dass er einen Fehler gemacht hatte. Sein Gegner schlug ihm gezielt den Schürhaken aus der Hand und brachte ihn durch einen Tritt zu Fall. Der Slytherin versuchte sich durch eine schnelle Rolle in Sicherheit zu bringen, aber ein weiterer Tritt gegen seine Brust ließ ihn nach Luft schnappen. Sein Zauberstab glitt aus seiner Hand und er spürte eine kalte Klinge an seiner Kehle.

„So ist es schon viel besser. Findest du nicht auch, Sklave? Das ist die richtige Position für Ungeziefer wie dich. Der dunkle Lord wird begeistert sein, wenn ich ihm nicht nur Harry Potter, sondern auch den Verräter auf einem Silbertablett präsentiere.", lachte Godfrey. Der Slytherin atmete immer noch schwer und suchte krampfhaft nach einer Möglichkeit aus diesem Dilemma. Auf keinen Fall würde er zulassen, dass Voldemort seinen Meister in die Finger bekam. Doch bevor ihm etwas einfallen könnte, hatte ihn sein Gegner auch schon gefesselt. Dieser wollte gerade zu Harry gehen, als ihm Severus hinterher rief: „Ihre Familie ist nicht bei einem Unfall ums Leben gekommen. Sie haben sie an ihn verraten." Es war ein verzweifelte Versuch Godfreys Aufmerksamkeit bei sich zu behalten. Er spielte wieder auf Zeit und hoffte auf ein Wunder, dass den Gryffindor irgendwie retten würde. Obwohl er nicht damit gerechnet hatte, drehte sich der heimliche Todesser tatsächlich um und kam zurück.

Kalt lächelnd antwortete er: „Der dunkle Lord hat mir damit einen großen Gefallen getan. Ich konnte endlich tun, was ich schon immer wollte. Sie haben meine Größe nie erkannt ... ganz im Gegensatz zu unserem Meister, Sklave." „Wir haben nicht den gleichen Meister.", zischte der Slytherin zornig. Godfrey beugte sich über ihn und meinte grinsend: „Jetzt vielleicht nicht, aber bald. Der dunkle Lord wird dieses lästige Balg endlich beseitigen. Dann steht ihm nichts mehr im Weg, auch nicht dieser lächerliche Orden von Dumbledore. Für dich hat er sich auch schon etwas Nettes überlegt. Wenn dieser Bengel tot ist, erlischt auch der Zauber zwischen euch und er kann das Ritual erneut vollziehen. Ich hoffe sehr, dass er mir gestattet, dir einige Manieren beizubringen." Severus wurde bei diesem Gedanken regelrecht schlecht und hilflos musste er mit ansehen, wie Godfrey langsam aufstand.

In dem Moment geschah das Wunder, auf das der Slytherin gehofft hatte. Mitten in der Bewegung wurde Godfrey von einem roten Strahl getroffen und sank gelähmt zu Boden. Während ihrer Unterhaltung hatte es Harry endlich geschafft auf die Beine zu kommen. Zitternd lehnte er am Kamin, aber seinen Zauberstab hielt er erstaunlich ruhig. Langsam stieß er sich von den Steinen ab und ging unsicher zu Severus, den er mit fahrigen Bewegungen befreite. Als er das leise „Danke, Meister.", hörte, lächelte er nur und meinte: „Gleichfalls."