Kurt and Alex's Discussion (Ch. 36)
Kurt und Alex Gespräch (Auszug aus Kapitel 36)
„Schläft er?", fragte Alex, als Kurt in die Küche kam.
„Endlich.", sagte Kurt, schenkte sich eine Tasse Kaffee ein und setzte sich Alex gegenüber. „Seine unregelmäßigen Schlafmuster machen mir Sorgen."
„Der Arzt meinte, dass es eine Kombination aus den Medikamenten und der Gehirnerschütterung wäre, aber dass er in Ordnung ist.", sagte Alex beruhigend. „Sonst hätten sie es nicht gesagt."
„Es ist schwer, mir keine Sorgen um ihn zu machen.", gab Kurt zu. „Er geht nicht gut damit um, wenn es ihm nicht gut geht, also ist das eine Tortur für ihn."
„Er kommt wieder in Ordnung.", sagte Alex wieder. „Weißt du was du tun wirst, wenn das College wieder beginnt? Wo gehst du noch mal hin?"
„CCAD. Modedesign.", sagte Kurt. „Ich weiß nicht, wie wir es machen sollen. David, Wes und ich werden versuchen einen Plan zu erstellen, so dass wir alle Tage abdecken, aber wir haben nicht viel Glück. Carole würde helfen, aber sie arbeitet Montag bis Freitag. Wir werden uns etwas ausdenken. Er wird diese Woche seinem Berater schreiben. Ich hab ihm gesagt, dass er sich im Moment keine Sorgen machen soll."
„Das ist gut. Er muss sich im Moment um nichts Sorgen machen.", seufzte Alex. „Kurt… danke, dass du für ihn da bist. Ich sehe wie sehr ihr euch liebt. Ich bin froh, dass er dich hat."
Kurt lächelte ein wenig. „Ich bin auch froh ihn zu haben. Er hat mir mehr geholfen als ich ihm geholfen haben. Wir waren beste Freunde bevor wir zusammen gekommen sind… Er hat mir durch viel hindurch geholfen."
„Ihr helft einander."
„Ja." Kurt nickte. „Wir helfen einander."
„Kann ich… einfach… was ist passiert?", fragte Alex. „Ich meine ich bin nach Italien gegangen als er ein Kleinkind war. Ich bin alle paar Jahre zu Weihnachten nach Hause gekommen und er hat mir nichts erzählt. Ich habe immer gedacht, dass es so wäre, weil meine Eltern ihm erzählt haben, dass ich ein schlechter Einfluss wäre oder so… aber… jetzt denke ich daran zurück und ich bin so wütend, dass ich nicht erkennen konnte was wirklich los war. Ich hätte wissen sollen, dass sie gemein zu ihm waren, selbst wenn ich nicht wissen konnte, dass er schwul war. Ich hatte keine Ahnung, dass Blaine schwul ist bis direkt bevor ich dich kennen gelernt habe."
„Er hat sich mit zwölf geoutet und dein Vater hat es sehr schlecht aufgenommen. Sie alle, aber dein Vater… hat es ihm sehr schwer gemacht.", sagte Kurt zögerlich. „Ich denke allerdings wirklich, dass du das ihn fragen solltest."
„Aber was hat ihn zu dem Punkt gebracht, dass er fürs College weggegangen ist?"
„… Er hat selbst entschieden zur UK zu gehen, um von ihnen weg zu kommen.", sagte Kurt, schockiert, dass Alec das nicht wusste. „Er hat seitdem er fünfzehn oder sechzehn war nicht wirklich bei ihnen gelebt… Wenn ich das richtig verstanden habe, hat er danach in den Ferien zwischen Davids oder Wes Haus gewechselt. Als ich ihn kennen gelernt habe, war er fast achtzehn und traf eure Mutter ab und zu an öffentlichen Orten zum Brunch."
„Also ist er zu einer Privatschule in derselben Stadt gegangen, in der er gelebt hat und hat trotzdem in der Dalton gewohnt?", fragte Alex.
"Ja."
„Aber was hat es so schlimm gemacht? Ich meine…"
„Ich denke du solltest ihn fragen.", wiederholte Kurt. „Das bringt uns zu einem Thema, über das ich ohne seine Erlaubnis nicht reden möchte."
„Ich meine, es ist nicht so, dass sie ihn in diese schrecklichen Camps geschickt haben, oder? Richtig? Sie haben ihn einfach nicht akzeptiert?"
Kurt starrte Alex mit unlesbarem Gesichtsausdruck an.
„Nicht, dass keine Akzeptanz nicht schlimm wäre.", sagte Alex schnell. „Aber es ging nicht weiter als das, richtig?"
Kurt blinzelte einige Male.
Alex Augen weiteten sich. „Das haben sie nicht."
Kurt presste seine Lippen zusammen.
„Nein. Mom würde Dad das niemals tun lassen.", sagte Alex, seinen Kopf schüttelnd. „Bitte, sag mir, dass ich mir gerade etwas zusammen spinne."
„Vier Sommer.", sagte Kurt sanft.
„Sie sind schreckliche Eltern. Das gebe ich zu. Aber sie sind nicht so schlimm.", sagte Alex, Fäuste ballend. „Auf keinen Fall."
„Ich hoffe wirklich, dass du nicht das Interesse an ihm verlierst oder wie deine Familie wirst.", schluckte Kurt. „Weil er dir nicht näher kommen kann, um dann wieder wie Müll weggeschmissen zu werden. David, Wes und ich versuchen so sehr gutzumachen, was er nicht hat… Die beiden schon bevor Blaine und ich uns kennen gelernt haben. Aber wenn du ihn wegwirfst, wird alles, was wir erreicht haben, aus dem Fenster geworfen sein. Er hat so große Fortschritte gemacht."
„Ich kann nicht glauben, dass ich gegangen bin und dann so etwas passiert ist.", sagte Alex. „Wieso konnte ich das nicht aufhalten?"
„Du wusstest es nicht… Blaine und ich waren Monate lang zusammen, bevor er es mir erzählt hat. Ich musste auch betteln, um es zu erfahren."
„Aber wenn ich ihm näher gestanden hätte, hätte er-."
„Du hättest nichts tun können. David und Wes haben zwei Jahre lang versucht ihn dort raus zu bekommen, bevor es schlussendlich geklappt hat.", sagte Kurt. „Aber du kannst jetzt helfen. Es bedeutet ihm viel, dass du gekommen bist, auch wenn er es nicht gesagt hat."
„Ich werde öfter zu Besuch kommen.", sagte Alex. „Und ich werde mehr Geld schicken. Was immer ihr zwei braucht, ich möchte, dass ihr es mir sagt. Und es ist erledigt."
„Du musst es nicht mit Geld wieder gut machen. Eigentlich hasst Blaine Geld.", sagte Kurt. „Kannst du einfach… versuchen ihn besser kennen zu lernen? Ihm diese Fragen stellen? Du bist sein großer Bruder. Selbst wenn nicht sofort, wird er irgendwann beginnen sie zu beantworten."
„Okay...", nickte Alex. „Ich.. Wie kann er mich nicht hassen?"
„Ich glaube es gibt einfach keinen Platz für mehr Hass. Deine Großmutter und Eltern nehmen viel Raum ein.", sagte Kurt. „Ich denke, wir sollten das Thema wechseln."
„Okay. Das ist wahrscheinlich das klügste.", sagte Alex.
„Ich kann dir allerdings andere Dinge erzählen.", sagte Kurt. „Er hat nach einer Katze gebettelt und ich werde ihm bald eine als Überraschung kaufen. Er liebt Potato Candys und Weihnachten jetzt, wo er ein richtiges Fest bekommt. Er ist unglaublich begeistert, wann immer du ihm eine Danny-Geschichte erzählst, egal wie trivial sie ist. Carole sagt, dass er einfach nur ein großes Kind ist und es ist wahr… Er ist lustig und süß. Er ist alles… selbst wenn sein Musikgeschmack fraglich ist und er darauf besteht die Hälfte der Zeit Jeans und T-Shirts zu tragen – daran arbeiten wir allerdings. Er ist einfach… alles."
„Er hört Katy Perry, oder?", lachte Alex.
„Oh mein Gott, er liebt sie. Ich glaube er würde sie heiraten, wenn er die Chance dazu bekäme.", sagte Kurt sehr ernst. „Er hat eine wunderbare Singstimme. Er war der Frontsänger der Dalton Academy Warblers, als ich ihn kennen gelernt habe… Er hat mir Teenage Dream gesungen."
Alex lachte laut. „Auch ein Charmeur, hmm?"
„Oh, das würde ich sagen.", lachte Kurt und lächelte als er an den Tag zurück dachte. „Und er ist anscheinend wirklich gut beim Fußball."
„Ich wusste, dass er ein Stipendium bekommen hätte können. Mom hat das erzählt.", nickte Alex.
„Er liest immer Bücher auf seinem Nook, das meine Eltern ihm geschenkt haben.", sagte Kurt. „Ich weiß nicht. Es gibt so viel über ihn zu erzählen. Er ist perfekt. Wirklich und wahrhaftig."
„Ich werde ihn nicht wieder im Stich lassen, Kurt. Ich verspreche es.", schwor Alex. „Ich werde wirklich öfter zu Besuch kommen. Ich werde versuchen ihn besser kennen zu lernen. Ich… ich möchte ihn kennen lernen."
„Er möchte dich auch kennen lernen.", sage Kurt. „Und er könnte einen großen Bruder definitiv gut gebrauchen."
