Die Erregung und die Ekstase, die er von dem anderen Körper empfing, feuerten Lucius förmlich an, weiter zu machen. Er gab hierbei sein bestes. Schon als er damals seine erste Erfahrung dieser Art gemacht hatte, wurde ihm gesagt, dass er wusste, wie man einen Mann in den Wahnsinn trieb. Damals nahm er dies schon fast als Beleidigung auf. Er, Lucius Malfoy, war gut darin, anderen Männern einen zu blasen? Es war erniedrigend. Und dennoch hatte ihm die Zeit gelehrt, dass es Unterschiede gab. Er wollte es damals so. Er sollte es sein, der andere befriedigte. Heute jedoch war das anders. Lucius Malfoy sehnte sich nach der Möglichkeit, seine Macht ausleben zu dürfen. Macht, die er über andere hatte. Aufgrund seines Aussehens, seines Könnens. Bei solchen Gelegenheiten konnte er unter Beweis stellen, wie gut er darin war, andere zu kommandieren, sich zu nehmen, was er wollte. Allerdings war dieser Moment gerade nicht das, was er sich darunter vorstellte, wenn er daran dachte, seine Macht auszuüben. Im Gegenteil, momentan tat er all das, was eigentlich Severus' Aufgabe sein sollte.
Aber er konnte das nicht machen. Er konnte Severus Snape, der an diesem Abend zum ersten Mal in seinem Leben eine sexuelle Erfahrung mit einer anderen Person hatte, nicht auf diese Art überfordern. Es wäre zu viel gewesen für den Jungen. Vermutlich hätte er ihn dermaßen eingeschüchtert, dass er so etwas nie wieder gemacht hätte. Und Lucius hätte das zutiefst bedauert, immerhin erwies sich Severus in seiner jungfräulichen Unschuld als geradezu unerschöpfliche Quelle sexueller Lust. Vermutlich würde Lucius diese Nacht wiederholen. Ganz sicher würde er das machen. Und vermutlich würde er die Bilder des heutigen Abends in seinen Geist rufen, wenn er allein Befriedigung suchte. Gleichzeitig fragte er sich, ob Severus Selbiges auch tun würde. Die Lösung der Frage war jedoch momentan nicht weiter relevant, immer hin hatte er hier gerade weitaus bessere Dinge in seinem Kopf, um die er sich kümmern musste.
Seine Zunge ließ er weiterhin kreisen, sein Kopf bewegte sich langsam den Schaft hinauf und wieder herab, umschloss das Glied von Severus und empfing ihn in einer feuchten Wärme. Bald würde es so weit sein. Lucius hörte Severus Stimme. Aber es war nicht mehr die Stimme seines Freundes. Zumindest nicht die emotionslose, kalte Stimme von Severus Snape, die er sonst kannte. Vielmehr war es eine Stimme, von Leidenschaft und Lust verschleiert, in der auch Verzweiflung lag. Darüber, dass er nicht in der Lage war, sich gegen das zu wehren, was Lucius gerade tat. Die Folter war einfach zu süß für ihn. Und kurz darauf war es auch schon geschehen. Wie ein elektrischer Schlag durchfuhr der erlösende Orgasmus Severus' Körper, ließ ihn erbeben und sich in Lucius Mund ergießen. Dieser nahm alles auf, was Severus ihm gab.
Während der junge Todesser noch versuchte, seine Fassung wiederzuerlangen, löste sich Lucius von seinem Glied und bewegte sich wieder nach oben. Er vernahm die heiser geflüsterten Worte des Anderen, erwiderte darauf aber nichts, zog stattdessen seine Hände von seinem Gesicht, bedachte Severus mit einem gierigen Blick, wie ein Raubtier, dass immer noch auf seinem Beutezug war. Dann senkte er seinen Kopf, verschloss Severus Mund mit seinem eigenen, küsste ihn und ließ ihm dabei seinen eigenen Samen schmeckten, den er nicht geschluckt hatte.
„Severus, ich möchte in dir Kommen", sagte er schließlich. Es war wieder keine Frage. Es war eine Feststellung. Lucius würde bekommen, was er wollte und wenn er Severus vorher durch einen Marathon mehrerer Orgasmen jagen würde. Und wieder war seine Hand an Severus After, zog in einer schnellen Bewegung die Perlen hinaus. Dann umkreiste er mit einem Finger den Eingang, bevor er diesen dann langsam einführte. „Ich werde dich langsam darauf vorbereiten. Bleib dabei einfach nur entspannt. Das ist wichtig."
Er hoffte, nachdem nun die erste Anspannung Severus' Körper verlassen hatte, würde es einfacher sein, zu seinem Ziel zu gelangen. Seine zweite Hand war auch nicht untätig, sie beschäftigte sich schon wieder mit Severus' Glied. Auch wenn er es für den Schwarzhaarigen einfacher machte, dass er ihn nehmen konnte, so ganz ohne ein wenig zu leiden sollte er nicht davon kommen.
Lucius hatte Severus Hals wieder in Beschlag genommen, die blasse Haut übte eine zu große Faszination auf ihn aus, außerdem leuchtete sein Biss von vorhin mittlerweile in einem dunkelrot-lila Ton, angespornt davon setzte er nun weitere Bisse in die Haut, knabberte und leckte darüber. Mit so viel Ablenkung nutzte Lucius die Gelegenheit und ließ einen zweiten Finger in Severus verschwinden. Dabei gelang es ihm nun auch schlechter, sich zurückzuhalten, er bewegte die Finger, suchte den empfindlichen Punkt in Severus. Leise keuchte er in seine Halsbeuge. Er musste sich zusammenreißen, Severus würde zu stark verkrampfen, wenn er jetzt sofort komplett in ihn eindringen würde.
„Ich will dich, Severus. Ich will dich", stöhnte er sein Verlangen nach dem Anderen heraus.
