Hallo, Ihr Lieben!
Die Story nähert sich langsam ihrem Ende - mit diesem noch 2 Kapitel und ein Epilog...
Heute wird endlich klar, wie Bobbys und Deans Plan aussieht… ich bin ungemein gespannt, wie Euch die Idee gefällt – und ob Ihr sie für SPN-logisch und machbar haltet!
Na – dann viel Spaß!
Eure Ann
Vertraust du mir? – Teil 34 –
Dean stolperte, ging unter Sams Gewicht fast in die Knie und fluchte – was musste dieser verdammte Container auch in der hintersten Ecke von Bobbys Schrottplatz stehen!
„Alles klar?" Bobby drehte sich zu ihm um und sah ihn fragend an. Bevor er jedoch ziemlich außer Atem antworten konnte hörte er eine leise Stimme, die mit freundlichem Spott sagte: „Es ist wirklich rührend, dass du mich durch die Gegend trägst – aber ich denke, ich bin alt genug, um selbst zu laufen!"
Im ersten Moment hätte Dean seinen Bruder beinahe vor Schreck fallen lassen, im zweiten reagierte er jedoch und stellte ihn nicht gerade sanft auf die Füße. Er packte ihn mit einer Hand im Nacken und zog den Kopf des Großen ein Stück zu sich herunter, um ihm forschend in die Augen zu blicken.
Zu seiner Erleichterung war es Sam, der sprach. Dean löste den festen Griff um den Nacken und drückte mit der Rechten kurz dessen Schulter, als wolle er sagen: ‚Schön, dass du es bist.', bevor er den Arm sinken ließ.
„Wie geht es dir, Junge?" fragte Bobby freundlich.
„Soweit okay." erwiderte der Jüngste.
„Und…sie?" hakte Dean nach.
Sam sah seinen Bruder an und antwortete: „Sie tobt – aber zur Zeit kann sie mir nichts anhaben." Einen kurzen Moment lang trat ein warmer Schimmer in seine Augen, der erst verschwand, als er zwischen den beiden Männern vor ihm hin- und her schaute und in sachlichem Ton nachfragte: „Ihr habt den ‚Spruch des Rufers' und wollt es nun zu Ende bringen?"
Dean nickte knapp, doch bevor er mehr erklären konnte, unterbrach Sam ihn und sagte: „Ich will nichts weiter wissen – Gillian hört mit. Ich muss euch nur warnen: Sie droht, Dean und mich ins Jenseits zu befördern, sobald sie einen neuen Wirt hat – ich hoffe also, dass euer Plan gut ist!" Wieder sah er von einem zum anderen und erkannte an Bobbys entspanntem Gesichtsausdruck sowie Deans leisem Grinsen, dass die beiden in dieser Drohung wohl kein ernsthaftes Problem sahen.
Doch Deans Grinsen erlosch, als er erklärte: „Der Plan ist nicht ohne Risiken…Wir haben sie eben bereits einmal unterschätzt…Sie hätte es beinahe geschafft, dich…dir ernsthaft etwas anzutun…" der ältere Winchester kniff die Augen zusammen und schwieg.
Sam wusste, worauf Dean hinaus wollte. Deshalb entgegnete er ruhig: „Ich vertraue dir, Dean. Ich vertraue euch beiden", damit blickte er Bobby an, der leicht schluckte und nickte. „Wir ziehen es durch!"
„Okay, Jungs – dann los!" erwiderte der alte Jäger und schritt erneut voran. Wie am Tag zuvor bei Jonathan Francis folgten ihm erst Sam und dahinter Dean, doch dieses Mal hatte der Jüngste nicht das Gefühl, außen vor zu sein und überwacht zu werden – vielmehr spürte er die Sorge um ihn und die Verbundenheit zu diesen beiden Männern, mit deren Hilfe er es schaffen würde, Gillian zu vernichten.
Denn nichts anderes kam für ihn mehr in Frage – auch wenn er keine Idee hatte, wie Bobby und Dean das bewerkstelligen wollten.
Noch immer bedeckten dicke Wolken den Himmel und ließen den Morgen in einem unangenehm diffusen Licht erscheinen, während die drei über den Schrottplatz stapften und schließlich am hintersten Ende, das Sam sicher seit seiner Kinderzeit nicht mehr betreten hatte, vor einem stählernen Großraumtransportbehälter stehen blieben. Es handelte sich um einen rostbraunen 40-Fuß-Iso-Seecontainer, der seine besseren Tage bereits hinter sich hatte.
Sam betrachtete das stählerne Monstrum mit gerunzelter Stirn, als sein Magen zu knurren begann. Gleichzeitig spürte er nach diesem kurzen Spaziergang bereits eine leichte Schwäche in den Beinen. Doch er ignorierte beides, als er neugierig zu Bobby blickte, der den großen Sperrriegel der an der Stirnseite angebrachten Ladetüren beiseite schwingen ließ und eine der Doppeltüren aufzog.
Ein zwölf Meter langer, etwa zweieinhalb Meter hoher und ungefähr ebenso breiter Raum tat sich vor ihnen auf. Gemeinsam betraten sie das dunkle Innere des Containers.
Als erstes griff Bobby in eine Kiste, die direkt neben dem Eingang stand und zog zwei Taschenlampen hervor. Die eine reichte er gemeinsam mit der Schrotflinte aus dem Haus Dean, mit der anderen in der Hand trat er in die Mitte des ansonsten leeren Raums, schaltete sie ein und befestigte sie an einem Haken, der von der Decke hing. Da es sich um eine große McLite handelte - die Sorte Taschenlampe, die gerne von Privat-Wachfirmen und auch von einigen Cops benutzt wurde, da sie sich auf Grund ihrer Größe und Stabilität notfalls auch hervorragend als Schlagstock eignete - wurde das Innere des Containers fast vollständig beleuchtet.
Sam und Dean blickten sich um. Dabei pfiff der Ältere leise durch die Zähne, als er die Eisenplatten wahrnahm, die Bobby in schweißtreibender nächtlicher Arbeit an einigen Stellen angebracht hatte.
„Was ist das?" fragte er und wies er mit dem Finger auf einen aus fünf durchgezogenen Linien bestehenden fünfzackigen Stern, der sorgfältig in der Mitte des Raumes mit Kreide auf den Boden gemalt worden war.
„Ein Pentagramm?" antwortete Bobby mit ironischem Unterton.
„Das weiß ich auch!" erwiderte Dean brummend. „Ich meine, was es hier soll?"
Bobby zuckte mit den Schultern und erwiderte: „Manche Leute sind überzeugt, dass es Hexen bannt…"
Dean nickte und warf einen prüfenden Blick zu seinem Bruder, der neben ihm stand.
„Ein Stahlcontainer, hm?" murmelte Sam und ließ seinen Blick dann zu zwei weißen Plastiksäcken wandern, die neben der Kiste am Eingang standen. „Und Salz…". Er grinste, fuhr dann jedoch leicht zusammen. „Was ist?" fragte Dean sofort, doch Sam zuckte nur mit den Schultern. Sein Grinsen wurde zu einem grimmigen Lächeln, als er erklärte: „Gillian versucht herauszubekommen, was hier vor sich geht…" und als er die leise Sorge im Blick seines Bruders wahrnahm fügte er beruhigend hinzu: „Sie kann nicht mehr als sticheln, Dean - ihre Macht ist gebrochen - dank dir!" Wieder glaubte der Ältere, diesen warmen Schimmer in den Augen seines Bruders zu erkennen.
Nur Deans geblähte Nasenlöcher verrieten, was in ihm vorging. Sams unerschütterliches Vertrauen in ihn war ihm fast schmerzhaft bewusst - er musste das hier einfach zu einem guten Ende führen…
Er räusperte sich, zog sein Messer aus der Hosentasche und ging damit zu einem der weißen Plastiksäcke. Bobby folgte ihm. „Was soll ich tun?" fragte Sam ruhig.
Der alte Jäger blickte ihn kurz an und meinte dann freundlich: „Stell dich einfach in die Mitte des Pentagramms - den Rest erledigen wir."
Sam nickte und tat, wie ihm geheißen.
Er beobachtete, wie Bobby und Dean die Säcke an einer Ecke aufschnitten und das darin befindliche Streusalz, von dem Bobby immer einen gehörigen Vorrat in seinem Keller bunkerte, rundum an den Kanten des Containerinneren verteilten. Mit einem Teil zog Dean außerdem einen Ring von etwa eineinhalb Metern Durchmesser um das Pentagramm und seinen Bruder – groß genug, um Sam genug Platz zu lassen sich zu bewegen, ohne den Salzkreis zu durchbrechen.
Der jüngere Winchester begann zu ahnen, wie der Plan in groben Zügen aussehen sollte. Denn er wusste genauso gut wie Dean und Bobby, dass Stahl nichts anderes war als eine besonders hochwertige Eisen-Variante…und das Salz sowie das Pentagramm sollten zusätzliche Sicherheit geben.
Dean sah ihn an und erkannte am Blick seines Bruders, dass dieser langsam verstand. Sam nickte ihm kurz aufmunternd zu - er war einverstanden.
Während der ältere Winchester die letzten Salzreste verteilte, die Schrotflinte überprüfte und kontrollierte, ob die Ersatzmunition in seiner Jackentasche griffbereit war, leuchtete Bobby mit Hilfe der zweiten Taschenlampe noch einmal gründlich alle Ecken und Winkel ab um sicher zu gehen, dass er keine undichte Stelle übersehen hatte. Sam folgte ihm aus dem Inneren des Salzkreises mit den Augen und versicherte dem alten Jäger schließlich: „Du hast hervorragende Arbeit geleistet." Bobby sah ihn etwas schräg an, doch er erkannte, dass der Grünschnabel seine Worte ernst gemeint hatte und antwortete deshalb nur: „Wollen wir's hoffen!"
Dean wechselte einen Blick mit dem alten Jäger, und keiner der beiden konnte seine Anspannung vor dem anderen verbergen, als Sam schließlich seufzte und fragte: „Seid ihr soweit? Von mir aus kann es dann nämlich los gehen - Gillian fängt an, anstrengend zu werden…"
Damit hatte er sofort die Aufmerksamkeit beider auf sich gezogen. Die Älteren erkannten, dass Sam keineswegs mehr so ruhig und entspannt wirkte wie noch vor einigen Minuten. Vielmehr schien er leicht zu wanken.
Dean wollte instinktiv zu ihm springen, doch Bobby hielt ihn zurück: „Du musst außerhalb des Kreises bleiben! Setz dich hin und ruh dich etwas aus, Sam!" fügte er an den Jüngeren gewandt hinzu, der seine Erleichterung zu verbergen versuchte, als er der Aufforderung nachkam. „Du solltest nur stehen, wenn ich zum Ende komme…" bat Bobby. Mit einem letzten Blick zu Dean erklärte er dann: „Ich gehe jetzt und fange an… - haltet den Kopf in Deckung und die Ohren steif, hört ihr?" Bei den letzten Worten klang seine Stimme heiser - es behagte ihm nicht im Geringsten, seine Jungs allein mit der tobenden Hexe in diesen Raum zu sperren. Doch er und Dean waren alles mehrfach durchgegangen. Es schien ihre beste Möglichkeit…
Deshalb verließ der alte Jäger nun schweren Herzens den Transportbehälter, schloss die Stahltüren hinter sich und legte den Riegel vor.
-s-s-s-s-
Dean und Sam waren allein mit dem Licht der zwei Taschenlampen und blickten sich an. „Es wird schon gut gehen…" sagte Sam leise mit einem zuversichtlichen Lächeln. ‚Hätte ich das nicht sagen müssen?' schoss es Dean durch den Kopf, als sein Bruder fortfuhr: „Du solltest auch nach draußen verschwinden. Ich komm schon klar." Doch der Ältere grinste nur sein vertrautes, breites Grinsen, hob kurz die Schrotflinte und erwiderte: „Und dir den ganzen Spaß allein überlassen? Kommt nicht in Frage, Sammy!"
Der Jüngere sah ihn einfach nur an, und Deans Blick wurde sanft.
In diesem Moment hörten sie Bobby gedämpft, aber dennoch gut verständlich von draußen fragen: „Alles klar da drin?"
„Alles bestens! Gib uns noch eine Minute!" rief Dean zurück und wandte sich wieder seinem jüngeren Bruder zu. „Natürlich geht alles gut!" versicherte er schließlich mit mehr Überzeugung, als er tatsächlich verspürte. Gillians heftige Attacke auf Sams Leben steckte ihm immer noch in den Knochen, und er wusste, dass er mit weiteren Überraschungen rechnen musste. Trotzdem versuchte er Ruhe auszustrahlen, als er Sam nun anwies: „Du bleibst innerhalb des Pentagramms und des Salzkreises. Bobby wird von außerhalb des Containers den Spruch lesen, um sie aus dir herauszuholen. Sobald sie dich verlassen hat, schließt du die Augen und kommst zu mir - verstanden?"
Dean hatte einen Moment das Gefühl, dass Sam eine Spur blasser wurde, als er kurz die Augen schloss und wieder öffnete, um zu erwidern: „Alles klar."
„Sicher?" hakte der Ältere scharf nach.
„Gillian." erwiderte Sam nur und fügte hinzu: „Wir sollten uns beeilen."
Dean atmete tief ein und seine Miene wurde undurchdringlich, als er rief: „Fang an, Bobby!"
-s-s-s-s-
Der alte Jäger zog das Pergament, das sie in Crowleys Buch gefunden hatten, aus der Hosentasche und war beinahe froh, dass niemand sehen konnte, wie stark seine Hände zitterten.
Nichtsdestotrotz holte er tief Luft und begann mit fester Stimme langsam und deutlich zu deklamieren: „Gillian Ault-na-Goire, thig a-staigh, Gillian Ault-na-Goire, thig a-staigh, Gillian Ault-na-Goire, thig a-staigh." Dann machte er eine kurze Pause und begann wieder von vorne: „Gillian Ault-na-Goire,…" Er wusste, dass die Beschwörung ihre Zeit dauern würde…
-s-s-s-s-
„Wie geht es dir?" fragte Dean, der mit der Flinte auf dem Schoß außerhalb des Salzkreises auf dem Boden des Containers Platz genommen hatte und seinen Bruder nicht aus den Augen ließ.
„Gillian tobt und schwört uns blutige Rache." erwiderte Sam fast nebenbei. Doch Dean ließ sich nicht täuschen - der Jüngere sah alles andere als gut aus.
Tatsächlich war er fast am Ende seiner Kräfte: Die mit heftiger Übelkeit verbrachte Nacht und Gillians Folter hatten ihn zusammen mit den Ereignissen der letzten Tage an den Rand seiner Leistungsfähigkeit gebracht. Und nun spürte er, wie die Hexe seine letzten Kraftreserven zusammenklaubte. Er wusste nicht, wofür, da sie außer Drohungen nichts mehr preisgab, doch ihm war klar, dass sie nicht kampflos aufgeben würde. Sein einziges Ziel war, Dean vor ihr zu schützen - denn sobald sie aus seinem Körper heraus war, würde sie nichts weiter sein als ein rachsüchtiger Geist - und was diese Wesen in der Lage waren zu tun, wusste jeder Jäger nur allzu gut…
„Woher kanntest du eigentlich den Spruch?" unterbrach Dean seine Gedanken. Von draußen tönte monoton Bobbys Stimme, und in seinem Inneren spürte Sam einen starken Zug, als solle ihm etwas aus der Brust gerissen werden. Doch noch saß Gillian fest in ihm. Um sich abzulenken, versuchte er, auf die Frage seines Bruders zu antworten: „Ich war vielleicht acht Jahre alt, als wir ein paar Wochen hier bei Bobby verbracht haben. Kannst du dich daran erinnern?"
Dean überlegte kurz und erwiderte dann mit einem leisen Lächeln: „War das der Sommer, in dem du unbedingt den Sternenhimmel sehen wolltest und wir über das hintere Verandadach aus dem Schlafzimmerfenster geklettert sind?"
Sam sog einmal scharf die Luft ein, nickte jedoch zur Antwort. Deans besorgten Blick ignorierte er und fuhr in seiner Erzählung fort: „An einem Regentag warst du mit Dad unterwegs - und ich spielte allein in der alten Reparaturhalle. Dabei entdeckte ich zwei Kisten mit Büchern. Es war die Art Bücher, die bei Bobby überall herum lagen und in die ich unter strengster Strafandrohung niemals hinein schauen durfte. Nun hatte ich zwei Kisten voll davon, die ich in den nächsten Monaten heimlich lesen konnte, wenn wir bei Bobby waren. Das allermeiste verstand ich nicht, weil es in Latein oder Altenglisch geschrieben war, doch Crowleys Grimoire hatte es mir besonders angetan. Und eines Tages entdeckte ich, dass unter der Innenseite des Einbandes ein Pergament versteckt war. Da ich das Buch inzwischen mehrfach gelesen hatte war mir sofort klar, dass ich auf Gillians Spruch gestoßen sein musste. Das war einige Wochen nach dem Weihnachtsfest, an dem du mir von Dads wirklichem Job erzählt hattest…"
Sam sah, wie Deans Hand unwillkürlich zu dem metallenen Amulett wanderte, das seit diesem Weihnachten immer um seinen Hals hing…
Der Zug in seinem Inneren wurde stärker und stärker, drohte schier, ihn zu zerreißen. Ob Joster McKenzie sich ebenso gefühlt hatte, bevor Gillian ihn verließ? Anscheinend spiegelte sein Gesichtsausdruck seinen Zustand, denn er hörte die besorgte Stimme seines Bruders: „Sammy? Alles okay?"
War er einige Sekunden weggetreten gewesen?
Sam schüttelte sich und versuchte, sich wieder auf seinen Bericht zu konzentrieren, um sich von dem unangenehmen Sog in seiner Brust abzulenken. Gillian schwieg schon seit geraumer Zeit - ob sie ihre letzten Kräfte sparen wollte?
„Sam?" Wieder holte ihn Deans eindringliche Stimme ins Hier und Jetzt zurück, und er fuhr hastig fort: „Deine Erklärung, was Dad tatsächlich trieb, wenn er uns tagelang allein ließ, hatte mir eine Heidenangst eingejagt - um ihn, um dich, und auch um mich selbst… Dieser Spruch, mit dessen Hilfe man eine Hexe rufen konnte, die alles heilen würde…er erschien mir damals als ein Geschenk. Ich lernte ihn auswendig, um bereit zu sein, falls einem von euch beiden etwas Schlimmes zustoßen sollte. Erst später habe ich von Bobby, Dad und dir gelernt, wie gefährlich so eine Hexe sein kann…" er schwieg und lauschte wieder in sich.
Dean war tief betroffen über den Bericht, mit dem sein Bruder in nüchternen Worten die tiefsten Ängste seiner Kindheit geschildert hatte. Gleichzeitig wuchs seine Sorge um Sams akuten Zustand, denn wie eben schon zweimal schien der Jüngere erneut weggetreten zu sein.
Bobbys Stimme war nach wie vor gedämpft von draußen zu hören - als Dean das Gefühl hatte, eine leise Erschütterung im Boden des Containers zu spüren.
Hastig sprang er auf die Beine - es ging los!
„Sam - hey -Sam!" rief er seinem Bruder zu, dessen Kopf auf die Brust gesackt war. Machte der Jüngere etwa schlapp?
„Sammy!" versuchte Dean es noch einmal in einem schärferen Ton, als der Container regelrecht erbebte. Die an der Decke befestigte Lampe schwang über Sams Kopf hin und her und das Licht warf unheimliche Schatten an die kahlen Stahlwände - doch der jüngere Winchester rührte sich nicht.
„Verdammt!" fluchte Dean. In diesem Moment setzte der Sturm ein und umbrauste Sam im Inneren des Salzkreises, so dass seine kinnlangen Haare zerzaust wurden. Dean wusste, dass es gleich so weit sein musste - und ihm war klar, dass Sam es nicht aus eigener Kraft aus dem Kreis heraus schaffen würde. „Scheiße!" flüsterte er - und trat mit einem Schritt über die weiße Linie in das Pentagramm, um sich vor seinen nach wie vor am Boden sitzenden Bruder zu hocken und ihn heftig zu rütteln. „Sammy!" versuchte er noch einmal zu ihm durchzudringen, wobei er schreien musste, da sich der Sturm bereits zu einem orkanartigen Toben ausgewachsen hatte und das heftige Beben den Container wie ein altes Schiff ächzen und stöhnen ließ.
Doch sein Bruder reagierte nicht. Entschlossen zog Dean ihn in die Höhe, legte dessen Arm um seine Schulter, prägte sich in dem unruhigen Licht der wild schwankenden Taschenlampe den Verlauf der trotz des Sturmes seltsamer Weise unbeschadeten Salzlinie ein - und wartete auf Bobbys finalen Satz.
Da riss Sam mit einem Schlag beide Augen auf und warnte: „Augen zu, Dean!" Ohne zu zögern gehorchte der Ältere der Anweisung seines Bruders - er hörte, wie Bobby den Satz veränderte: „Tha gràdh agam air…" - und mit dem bereits bekannten lauten Schlag endeten der Orkan und das Beben.
Gleichzeitig atmete Sam heftig aus und sackte ein Stück weiter in sich zusammen.
Sofort packte Dean seinen Bruder fester, hob ihn etwas an und tat einen großen Schritt, in der Hoffnung, so auch blind das Pentagramm und den Salzkreis verlassen zu haben. Seine Ohren waren wie betäubt nach dem plötzlich verstummten Lärm, als er wagte, die Augen zu öffnen und den Kopf zu drehen.
Tatsächlich stand er außerhalb des Kreises… doch was er darin sah, ließ ihm den Atem stocken…
Gillian…
Und sie war atemberaubend schön…
-tbc-
Jaja – ich weiß, wieder mal eine ganz gemeine Stelle zum Aufhören.
Aber das war ja der letzte Cliffhanger – da es das vorletzte Kapitel ist!
Übrigens denke ich, dass einige von Euch über die Notwendigkeit des Stahlcontainers verwirrt sind… Andere, die gewisse zeitliche Abläufe der Serie genauer im Kopf haben ahnen, warum ich diese Alternative zu einem ähnlichen Raum wählen musste *zwinker*…
Bis bald und alles Liebe,
Ann
