Chapter 35: „Wonderful World"

Aizen machte Misato auf die beiden aufmerksam:

„Ist das nicht Dr. Akagi und Lt. Ibuki?"

Misato blickte von ihrem Bier auf:

„Hm, stimmt, komm las uns zu ihnen gehen.",

doch bevor sie dazu kamen, sahen sie wie die beiden sich einen Kuss stahlen, Misato kam es für einen kurzen Moment so vor als würde die Welt still stehen, als sie wieder aus ihrer Starre erwachte, schmunzelte Aizen sie an, zumindest glaubte sie das:

„ Sieht aus als hätten sich da zwei gefunden. Ich glaube es ist besser wenn wir die beiden alleine lassen."

Misato nickte:

„D- d- das hätte ich nicht …erwartet, aber es ist schön zu sehen, dass noch zwei Menschen glücklich sind. Irgendwie zeugt es von … Normalität."

Nun stimmte Aizen zu und in einem Flüstern entfuhr ihm:

„Ja, eine herrliche Welt …"

What a wonderful world.

Er bemerkte wie sich ein Hauch von Sarkasmus in seine Stimme schlich.

Auf der Wiese leicht abseits der Stände hatten es sich Shinji und Rei gemütlich gemacht und warteten auf das Feuerwerk. Rei und Shinji lagen nebeneinander auf dem Gras, Shinji hatte seine Beine leicht angewinkelt und wippte mit einem Fuß leicht auf und ab, während Rei sich aufgerichtet hatte ihre Beine an ihren Körper gezogen hatte und sie mit ihren Armen umschlungen hielt, darauf hatte sie ihren Kopf gebettet und blickte Richtung Shinji. Aus dem Hintergrund klang leise das Gewirr von Stimmen und Gesang von dem Fest hoch, dessen Lichter den Fuß des Hügels in warmes Licht hüllten und nur sanft die Nacht auch auf der Höhe des Paares vertrieb, nur die einzelnen Bäume stellten sich dem Licht wie Mahnmale in den Weg.

Shinji bemerkte die beiden Roten Augen die auf ihn gerichtet waren, er drehte seinen Kopf um sie genauer zu betrachten:

„Rei ist alles in Ordnung?" –

„Ja." –

„Du hast gesagt du warst noch nie auf einem Volksfest, hast du den schon einmal ein Feuerwerk gesehen?" –

„Nein." –

„Weist du ich habe, zum ersten Mal das Gefühl, das wir in einer Welt leben, für die es sich zu kämpfen lohnt."

Rei schaute ihn nur weiter an.

Misato schlingerte durch die Gassen, nur Aizen war es zu verdanken, dass sie nicht umfiel:

„Misato, ich glaube es ist besser wenn ich dich heimbringe!" –

„Aber … das … Feuer … Feuerwerk",

brachte sie lallend hervor:

„Ich bin mir sicher es wird wieder eins geben."

Nachdem Aizen keine Antwort mehr bekam nahm er an das sie einverstanden war und so schleppte er sie langsam Richtung Apartment:

„Weist du … ich erinnere mich das letzte Mal als ich in so einer Situation war, war … Kaji bei mir, … Kaji."

Sie brach unter Tränen zusammen und zog Ishtar mit zu Boden. Verzweifelt versuchte er sie zu trösten.

Langsam verstummte das Schluchzen.

„Du solltest wirklich auf hören zu trinken Misato, das tut dir nicht gut. Du trinkst in der Hoffnung zu vergessen, in der Hoffnung entfliehen zu können."

Im Major kam Wut auf, Wahnsinn stieg in ihre Augen und sie brüllte Aizen an:

„NEIN, schuld sind alleine die Engel, die Engel, die Engel, ja genau sie sind an allem schuld!!" –

„M- M- Misato d. d- du tust mir weh … Luft …",

keuchte Aizen.

Erst jetzt bemerkte sie, dass sie ihre Hände um Aizens Hals gelegt hatte und zudrückte, sodass er keine Luft mehr bekam. Er versuchte verzweifelt den Griff zu lösen. Misato zog erschrocken ihre Hände zurück, bettete ihren Kopf darin und fing erneut an zu schluchzen:

„Es tut mir leid, es tut mir so leid!"

Aizen atmete ein paar Mal tief durch rieb sich am Hals, der durch die Wunden darunter wie Feuer brannte, dann half er Misato auf. Mit der langsam zurückkehrenden Stimme fügte er hinzu:

„Schon gut, … gehen wir nachhause."

Misato brachte nur noch einen schwaches, unter dem Wimmern kaum zu vernehmendes, ja zustande.

What a wonderful world.

Der Hügel auf dem Shinji und Rei waren hatte sich inzwischen mit anderen Paaren und Familien gefüllt.

Trotz der vielen Leute war es still, alle warteten angespannt auf den Höhepunkt des Abends.

Ein Pfeifen durchschnitt die Luft.

Der Nachthimmel wurde vom Licht der explodierenden Rakete zerrissen, grüne und blaue Funken regneten zu Boden.

Weitere Detonationen folgten einige ohrenbetäubend Laut andere leiser, nun Flogen rote und orangene Streifen in Richtung der Zuschauer, die sich in einer Kette von knatternden Explosionen im Nichts auflösten. Nun schien es kaum mehr Unterbrechungen zwischen dem zischen der Raketen und dem Freisetzten derer Ladung zu geben.

Alle starrten fasziniert in den Himmel.

Kurz blickte Shinji zu Rei, die auch ihren Kopf zu dem Werk am Himmel gestreckte hatte.

Er wollte sich gerade wieder dem Feuerwerk widmen, als er, durch eine Rakete erhellt in Reis Gesicht schauen konnte.

Was er da sah hielt er zunächst für Faszination und Unglauben, doch er besann sich schnell eines anderen.

Das war keine Freude, es war Entsetzen, Furcht und Abscheu und …Hass?

Reis Kopf durchflog ihre Vergangenheit.

Noch nie hatte er einen solch deutlichen emotionalen Ausdruck bei Rei gesehen:

„Rei, was hast du?",

vorsichtig legte er einen Arm um sie.

Augenblicklich begrub sie ihr Gesicht in seiner Brust, während sich ihre Hände in seinem Hemd festbissen.

Entsetzens Schreie entkamen ihr:

„NEIN! Ich will das nicht! Es soll aufhören! AUFHÖREN! Shinji ich will das nicht!"

Einige Leute schauten das Paar fragend an, aber niemand sagte etwas.

Shinji fuhr ihr sanft durch das Haar, Rei war völlig aufgelöst und es machte ihm Angst, wenn es jemanden gab den er wirklich Stark nennen würde dann war es Rei, es schien immer als könnte nichts ihr etwas anhaben, selbst wenn sie Verletzt wurde schien sie es einfach hinzunehmen und nun das:

„Was ist den los?" –



„Sie sollen aufhören zu schießen, sie sollen aufhören, ich will keinen Krieg mehr, ich will ihn nicht mehr. Er zerreißt alles Menschen, Dinge und … Liebe.",

sie weinte bitterlich und unter tiefem schluchzen ergänzte sie:

„Ich will das nicht, Shinji."

Sie grub sich weiter ihn die Brust ihres Geliebten, während in ihren Gedanken immer noch die Granaten explodierten anstatt der Silvesterraketen und statt roten Funken Blut floss und statt dem schrillen Aufsteigen der Raketen die Schmerzensschreie der Piloten zu hören waren.

Waht a wonderful world.

„Mann, was soll den dieses Geheule, verdierbt hier die ganze Stimmung.",

kam es aus der Reihe der Beobachter, Shinji blinzelte in die Richtung des Redners.

„Ist doch war. Als wüsste die was in einem Krieg abgeht."

Shinji drehte sich zu Rei um:

„Komm wir gehen Heim."

er half ihr auf und ging mit ihr eng umschlungen, ihr Gesicht immer noch in dem von Tränen gezeichneten Hemd versteckt, Heim.

Inzwischen trat eine andere Person an den nörgelten Mann heran.

Maya hatte alles mitgekriegt und beschlossen, dass nicht so stehen zu lassen, sie fuhr den Mann schroff an, während Ritsuko sich etwas im Hintergrund hielt:

„Was sollte den das? Haben sie überhaupt keinen Respekt?" –

„Was? Ist doch war, oder?",

einige der restlichen Gäste nickten zustimmend.

„Dieses Beiden haben mehr vom Krieg gesehen als alle von euch hier Zusammen! Haben mehr Leid erfahren und Schmerzen erlitten, als es ein Mensch tun sollte!" –

„Und woher Bitte, wenn ich fragen darf?" –

Bestätigende Zurufe wurden laut, die beiden hatten nur gestört.

Maya erhob die Stimme:

„Sie sind die Piloten."

Es wurde still.

Allen war klar was gemeint war.

Die Köpfe senkten sich aus Scham,

und während das Feuerwerk weiterging lehrte sich die Wiese zunehmend, bis sie völlig verlassen war und das Finale über der leeren Wiese niederging.

What a wonderful world.