Puh ihr ahnt ja gar nicht wie froh ich bin, das das letzte Kapitel keine Entrüstungsstürme hervorgebracht hat. Im Gegenteil, sind die Reviews durchweg echt ... ja animierend, noch viel mehr zu schreiben. Auch wenn nun mal wieder etwas ruhigeres kommen wird. :)
Den bestne Dank auch an die wieder aufgetauchten katan-kun und als Dank für die vielen Reviews gibts jetzt schon das nächste Kapitel. Da soll noch mal einer sagen, das ihr uns nicht anspornt. :)
Kapitel 34
Lucius lag einfach nur da. Wach und mit geöffneten Augen, auch wenn er seine Umgebung nicht wirklich wahrnahm und selbst wenn er sie gesehen hätte, wäre es ihm egal gewesen.
Alles war egal … nichts spielte mehr eine Rolle.
Er war hier - in Seinem Bett - und wartete darauf, das Er zurückkäme und es dann dort weiterging, wo er - vor wie vielen Stunden? Minuten? Lucius wusste es nicht - aufgehört hatte. Er spürte Severus' Blicke, spürte dessen Sorge fast schon körperlich, doch prallte diese an ihm ab. An der Eisschicht, die sich über alles in ihm zu legen schien.
Ihm war so kalt … trotz der Decke und des dicht an ihm gedrängten Körpers. Severus' Körpers, der fast schon zu glühen schien vor Hitze, doch berührte sie Lucius nicht.
Nicht die Kälte, die sich tief in ihm drin festgesetzt hatte. Dort wo sich all die Ergüsse der fünf Todesser gesammelt hatten, wo sie durch seinen Körper flossen, in sein Blut, sein Fleisch, seine Knochen eindrangen und sich dort festsetzten.
Lucius wusste, dass dies Unsinn war, doch war das reine Wissen nichts im Vergleich zu dem, was er fühlte.
Er fror .. von Innen heraus und begann sich erneut zusammenzurollen. Wie ein Kind … ein närrisches Kind, das er war.
Severus hatte einfach nur stumm bei ihm gelegen und ihn sanft an der Wange gestreichelt, da er sich einfach nicht zu helfen wusste. Doch nun ging das nicht mehr. „Meister... Ihr dürft Euch nicht so mitnehmen lassen. Hört Ihr? Das Loch wird nur immer tiefer und Ihr findet nicht mehr heraus. Bitte, Meister." Sachte rüttelte er an Lucius' Schulter.
Doch der Blonde dachte nicht einmal daran zu antworten, oder gar zu reagieren. Selbst wenn er verstanden hätte, was genau der neben ihm liegende gemeint hatte. War es doch egal, was dieser sprach, war es egal, was irgendjemand sagte. Das einzige, was zählte, war die ihn vollends vereinnahmende Kälte.
Die ihn in Besitz nahm, die sein eigenes Denken erstarren ließ, ebenso wie seine Gefühle. Empfindungen, die er nicht haben, die er nicht spüren, mit denen er sich nicht auseinandersetzen wollte.
Noch ehe Severus vollends in Panik geraten konnte, öffnete sich erneut die Tür und der Dunkle Lord betrat sein Schlafzimmer. Langsam kam er zum Bett und setzte sich. Bei dem panischen Blick des Schwarzhaarigen runzelte er die Stirn und betrachtete Lucius dann. „Lucius...", meinte er ruhig und griff sich den Blonden einfach, um ihn näher zu sich zu ziehen. Dabei drang er in dessen Geist ein.
Nur entfernt nahm Lucius wahr, dass noch jemand bei ihm war. Mehr als das… er glaubte, eine Präsenz zu spüren, einen anderen Geist in seinem. Doch empfand er dabei keine Furcht, es war ihm schlichtweg auch dies egal.
Nichts spielte mehr eine Rolle .. nichts bis auf, dass er begriffen hatte, dass Gefühle nichts als Fehler waren. Fehler, die seine Situation nur immer weiter verschlimmert hatten. Fehler, die er hätte vermeiden können, hätte er nicht empfunden, wie er es getan hatte. Hätte er sich nicht derart geekelt, wäre nicht die stete Übelkeit, die schon alleine der Gedanke an das Gewesene in ihm aufgerüttelt hätte, hätte er sich nicht geweigert. Hätte einfach gehorcht… und hätte nicht… so viel… zu viel…
Lucius wollte nicht mehr fühlen, nicht mehr riechen und schon gar nicht mehr schmecken müssen. Er wollte nicht mehr verabscheuen, nicht mehr fühlen und die Kälte… die wie Ströme aus Gletscher durch ihn flossen, Körper und Geist erstarren ließen, boten ihm dies.
Nichts spüren…
Nichts fühlen…
Nichts schmecken…
Sicherheit.
Das ist keine Lösung, konnte Lucius plötzlich die körperlose Stimme des Lords in seinem Geist hören. Komm wieder zu dir.
Wozu? Um weitere Fehler zu begehen und somit noch mehr bestraft, weiter erniedrigt und gedemütigt zu werden?
Nein… wenn sich Lucius eines gewiss war, dann dass er nicht wieder zurück wollte. Nicht mehr so schwach, so erbärmlich, so angreifbar, so… voller Fühlen.. sein wollte.
Wenn du nicht wieder heraus kommst, wirst du ewig auf der niedrigsten Stufe bleiben. Willst du das? Soll ich Giles sagen, dass nur Snape für ihn arbeiten wird und du bleibst hier bei mir?
Snape…
Severus…
Er brauchte ihn… brauchte jemanden, der auf ihn aufpasste. Der ihm sagte, dass er mehr als nur ein Sklave war…
Doch was hatte er diesem schon anderes gegeben, als weiteren Schmerz, weiteres Leid? Er hatte ihn sein Leben lang beleidigt, geschmäht… hatte ihn vergewaltigt. Dabei spielte es keine Rolle, ob dies nun aus Unwissenheit geschehen war, oder nicht. Seine Lust hatte ihn einfach nicht innehalten, nicht wirklich zuhören lassen.
Lust… Ekel… Gefühle… Fühlen…
All dies bedeutete nur weitere Fehler zu begehen und was diese zur Folge hatten, das hatte Lucius mehr als nur zu spüren bekommen.. er hatte es… schmecken müssen. Etwas das Lucius niemals wieder erleben wollte. Niemals wieder riechen, atmen, schlucken müssen… es war so erniedrigend gewesen. So… abartig…
Er war abartig… er selbst… er ganz alleine… weil er sich von sich selbst abgestoßen fühlte.
Wie hätte er Severus dies antun können? Es wäre nichts anderes gewesen, als hätte er ihn ein weiteres Mal mit Gewalt genommen. Er hatte nicht gehorchen können… nicht dabei.. nicht wenn er Severus abermals mit seinem Tun verletzte…
So langsam wurde es dem Dunklen Lord allerdings zu bunt. Denn wenn er etwas nur äußerst selten war, dann geduldig. Und so schob er Lucius wieder neben sich und zog seinen Zauberstab. Noch ehe der entsetzte Aufschrei die Lippen des Schwarzhaarigen verlassen hatte, zischte Voldemort ein leises Crucio.
Schmerz!
Der durch seine Adern kurvte, seine Muskeln zusammenzog, jeden einzelnen seiner Nerven zum glühen brachte, ließ Lucius aufschreien. Riss ihn aus dem Zustand der Ruhe, des wohligen Nicht-Empfindens heraus und ließ ihn sich zusammenkrümmen.
Und dann .. .war es auch schon wieder vorbei, war er es, der sein eigenes Keuchen hörte, sich verzweifelt bemühend, nicht auch noch in ein hysterisches Schluchzen zu verfallen. So abrupt war der Wechsel von dem einen, ins nächste Extrem gewesen.
Der Dunkle Lord stand noch immer neben dem Bett, während Severus sofort bei Lucius war und ihn besorgt musterte. „Meister?", hauchte er leise und hoffte, dass der Blonde endlich wieder reagierte.
Für einen Moment lag Lucius einfach nur da … zitternd, wenn auch diesmal nicht nur vor innerer Kälte, so noch viel mehr von dem weiter in ihm nachhallenden Schmerz des auf ihn gesprochenen Unverzeihlichen.
Dennoch gelang es ihm schließlich ein heiseres: „Bi … bin in .. in Ordnung.", hervorzubringen, auch wenn dies nun ganz und gar nicht der Wahrheit entsprach. Doch konnte er gerade jetzt keinen ihn bemutternden Sklaven um sich haben. Zumindest nicht vor Ihm.
Was Lucius schlagartig daran erinnerte, dass es gewiss nicht Severus gewesen war, der ihn verflucht hatte, und so bemühte er sich vom Bett herunter und auf seine Knie zu kommen.
„Ich hoffe, dir ist nun klar, dass ich eine derartige Flucht nicht dulden werde. Zieht euch an und dann geht nach Hause. Und diesmal... Hausaufgaben, Lucius! Du wirst mindestens einmal am Tag üben..." Bei diesen Worten zog Voldemort seinen Zauberstab und richtete ihn auf den Blonden, um eine kleine Erinnerung einzupflanzen.
Lucius' Augen weiteten sich vor Schreck, doch wagte er nicht etwas zu sagen.
Hausaufgaben … Lucius war nur zu bewusst, was sein Lord damit meinte. Der Gedanke ließ ihn für einen kurzen, sehr kurzen Augenblick daran denken, sich erneut zu weigern. Doch war die Erinnerung an die Konsequenzen zu frisch, zu nachhaltig gewesen, als dass er sich dies gewagt hätte.
Ein geflüstertes „Ja, My Lord." war alles, was Lucius hervorbrachte… bis ihm einfiel, dass er gar nicht wusste, wie lange er überhaupt schon hier gewesen war und… wie lange die Ferien noch dauern würden. Er selbst würde ja nicht mehr nach Hogwarts zurückkehren und… wenn er wirklich… Er müsste Severus die weitere Schulbildung verweigern, fände er keinen Weg, sich irgendwie mit diesem nach Unterrichtsschluss, oder in einer der Pausen zu treffen, um dann… Hausaufgaben zu machen.
Voldemort nickte leicht und bedeutete ihnen mit einer flüchtigen Geste, dass sie gehen konnten. Sofort ging Severus zu seinen Sachen und kleidete sich wieder an. Dann wandte er sich zu Lucius um. „Wo sind Eure Kleider, Meister?", wollte er leise wissen, da sie bereits wieder allein im Zimmer waren.
Langsam hob Lucius den Kopf und sah sich nach Severus um, der bereits angezogen bei ihm stand: „Das letzte mal sah ich sie in … in Seinem Büro." Nur kurz zuckte Lucius' Blick zu der eher verborgenen, zweiten Türe, die mit einem dunklen Gang direkt dahin führte, wo er vor Ihm noch in seinem Schlafanzug erschienen war.
Severus folgte nur kurz Lucius' Blick, schluckte heftig und sah den Blonden wieder an. „Ich hole ihn schnell." Noch ehe sein Meister reagieren konnte, war der Schwarzhaarige auch schon zu der Tür gelaufen und hindurch getreten.
Der Gang war eng und düster. Allerdings flammte sofort eine einzelne Fackel in der Mitte auf, wenn man hinein trat, genauso wie es auf der Treppe zu den Kerkern in Malfoy Manor geregelt war.
Severus lief hindurch und klopfte am Ende an die Tür, die auch sofort aufschwang.
Voldemort saß an seinem Schreibtisch und runzelte ob der Störung die Stirn, erhob sich dann aber als der Sklave eintrat und auf die Knie fiel.
„Die .. die Kleider meines Meisters?", wisperte er unsicher und hängte dann, nach kurzem Überlegen, ein „My Lord" an, weil auch Lucius den Lord so angeredet hatte.
„Ach ja... obwohl das nicht unbedingt Kleider sind.", meinte Voldemort schmunzelnd und kam um seinen Schreibtisch herum, ehe er den Seidenschlafanzug vor Severus erscheinen ließ, der eigentlich sogar in seinem Schlafzimmer gewesen war. „Aber da du schonmal hier bist, ein kleiner Rat: Sorge dafür, dass Lucius einen guten Stil entwickelt. Am Ende der Ferien rufe ich ihn erneut und dann sollte ich zufriedengestellt werden. Verstanden?"
Severus nickte hastig. „Ich werde es ihm richtig beibringen, My Lord." Schnell stand er auf und lief durch den Gang zurück zum Schlafzimmer.
Lucius war inzwischen aufgestanden und hatte die zuvor abgelegte Todesserrobe wieder übergestreift, da er nicht wirklich damit rechnete, dass Severus seine Nachtkleidung brächte, ja er fast schon angestrengt zu lauschen versuchte, befürchtete er doch schon fast, dessen Schreie zu hören, da es mehr als Dumm war, einfach so in Sein Büro zu laufen - oder was dies betraf, überhaupt unaufgefordert zu Ihm zu gehen - war er umso überraschter, als dieser wieder zurückkam. Mit seinem Schlafanzug noch dazu. „Das war mehr als … unnötig. Was wenn Er da gewesen wäre? Was wenn er merkt, dass die Sachen fehlen?"
Lucius machte sich ernsthaft Sorgen und das nicht nur, weil er fürchtete, dass Severus' Handlung auf ihn zurückfiele, sondern viel eher, weil er wusste, dass auch Severus dafür bestraft werden würde.
„Er war da, Meister. Er hat sie mir gegeben.", erwiderte Severus und hielt Lucius die beiden Kleidungsstücke hin. Was Voldemort sonst noch gesagt hatte, berichtete der Schwarzhaarige jedoch nicht. Es würde Lucius sicherlich nur noch mehr belasten.
„Er war…" Lucius schluckte, machte aber keinerlei Anstalten die beiden Schlafanzugsteile entgegenzunehmen. Seinen Zauberstab vom Nachttisch nehmend, wo dieser die ganze Zeit über gelegen hatte, wollte er schon Severus' Arm ergreifen, um mit diesem so schnell wie möglich fort zu kommen, ehe er innehielt und nur ein Kurzes „Wir gehen…" murmelte.
Anschließend verließ er das Schlafgemach des Dunklen Lords durch die breitere Türe in Richtung des Raumes, von welchem er wusste, dass er von dort aus fort apparieren konnte.
Severus schluckte, folgte Lucius allerdings, auch wenn er sich fragte, wieso dieser den Schlafanzug nicht wenigstens unter der Robe anzog. In den Gängen begegneten ihnen einige Todesser. Doch niemand sagte etwas.
Aus der Eingangshalle apparierten sie dann.
Kaum dass sie in der Eingangshalle von Malfoy Manor angekommen waren, machte sich Lucius auf den Weg ins nächste Bad. Es war zwar eines der eher kleineren Gästebäder, aber das kümmerte den Weißblonden nicht weiter. Einzig zählte, dass er sich der Robe entledigen und sich säubern konnte. Denn auch wenn Er ihm eines Reinigungszaubers unterzogen hatte, fühlte sich Lucius schmutzig… mehr als das… befleckt.
„Meister." Severus lief ihm nach, kam aber nicht weit, da Louis in die Halle stürmte.
Der Heiler hatte sich die größten Sorgen gemacht, als zuerst Lucius nicht wieder gekommen war und dann auch noch Severus nicht mehr am Bahnhof gewartet hatte, als er ihn persönlich abholen wollte. „Wo bist du gewesen? Ich hab den halben Bahnhof auf den Kopf gestellt!", schimpfte er los. Doch schon im nächsten Moment tat es ihm leid, als Severus sich zusammen duckte. „Schon gut. Geht es dir gut? Ist etwas passiert?"
„Ich war bei meinem Meister... er ist dort im Bad.", meinte der junge Sklave und atmete tief durch, um sich wieder zu beruhigen.
Sofort lief Louis in das angegebene Zimmer, um nach dem jungen Malfoy zu sehen. „Lucius?"
„Es geht mir gut!", rief Lucius, der schon fast damit gerechnet hatte, von Louis abgefangen zu werden und froh war, es noch ins Bad geschafft zu haben. Hastig ließ er die Todesserrobe zu Boden sinken und beförderte sie mit einem unwirschem Tritt in die nächste Ecke, ehe er in das sich bereits mit heißem Wasser füllende Wannenbecken stieg, das praktischerweise direkt im Boden eingelassen war.
Louis war eingetreten und sah nun Lucius in der Wanne sitzen. Kein Blut – registrierte er sofort. „Du bist also nicht verletzt?", fragte er dennoch nach.
„Bin ich nicht.", schnappte Lucius, unwirscher als eigentlich vorgehabt, griff sich den nächstbesten Schwamm - praktischerweise einen mit harten Borsten - und begann seine Haut damit zu schrubben.
Severus war in der Tür stehen geblieben. Doch als er den Schwamm sah und Lucius heftige, feste Schrubbbewegungen, kam er schnell herein und kniete neben der Wanne. „Darf ich das machen, Meister?", fragte er leise. „Davon wird es nicht besser..."
„Was weißt du denn …", begann Lucius eine erneute, alles andre als freundliche Antwort, doch brach er inmitten des Satzes abrupt ab. Wenn jemand wusste, dann doch wohl Severus. Dennoch hörte er nicht auf. Zumal er bereits erneut ein leichtes, seine Muskeln heimsuchendes Zittern verspürte. Auch wenn der Cruciatus Fluch dieses Mal nur kurz gewesen war, so erinnerte sich sein Körper nur zu deutlich an die Gelegenheit, wo dies nicht so glimpflich gewesen war und reagierte nun entsprechend.
Gäbe er den Schwamm aus der Hand, würden sie es bemerken.
Sie … Severus, der weiter neben ihm am Wannenrand kniete und Louis, der immer noch stur, wie er war, keinerlei Anstalten machte, wieder zu verschwinden. Diesem dann auch einen entsprechend ungehaltenen Blick zuwerfend raunzte Lucius: „Hast du dich nicht um deine … deine Forschungen zu kümmern?"
„Im Moment kümmere ich mich um meinen wieder einmal mehr als sturen Patienten.", meinte Louis darauf nur und blieb stehen. „Was ist passiert?", fragte er sanfter nach. „Wieder so schlimm, wie beim ersten Mal?"
Severus biss sich auf die Unterlippe. „Meister. Es ist zu fest. Ihr verletzt Euch.", versuchte er es erneut.
Konnten sie ihn nicht einfach in Ruhe lassen? Lucius hasste es, wie sie um ihn herum scharwenzelten. So war sein Kommentar auch dementsprechend bissig als er erwiderte: „Nein… und keine Sorge, für meine tägliche… Flüssigkeitsaufnahme ist ebenfalls gesorgt."
Damit ließ Lucius den Schwamm erstmal Schwamm sein und tauchte nun auch mit seinem Kopf vollständig in das ihn herrlich umschmeichelnde, reinigende Wasser ein.
Seufzend saß Severus mit gesenktem Kopf da und wartete, dass Lucius wieder nach oben kam. Plötzlich spürte er eine Hand auf seiner Schulter.
„Ist wirklich alles in Ordnung?", fragte Louis leise und atmete erleichtert auf, als der Junge nickte. „Gut... dann lasse ich euch alleine. Wir sehen uns dann beim Abendessen." Damit verließ der Heiler das Badezimmer mit einem letzten bedauernden Blick auf die Wanne beziehungsweise den jungen Mann darin.
Erst als es überhaupt nicht mehr ging und Lucius atmen musste, wollte er nicht ersticken, kam er wieder tief Luft schöpfend an die Oberfläche. Er wollte gerade abermals untertauchen, als ihm auffiel, dass zumindest Louis verschwunden war.
Severus sah auf und lächelte leicht gequält, wusste aber nicht, was er nun sagen oder tun sollte. Doch eines war klar, er wollte Lucius auf keinen Fall alleine lassen.
Lucius seufzte leise, doch dann rutschte er etwas zur Seite: „Ich kann mir vorstellen, dass dir auch nach einem Bad zumute ist."
Sofort entkleidete sich Severus und stieg zu Lucius in die geräumige Wanne. „Danke.", murmelte er nur leise, auch wenn er sich nicht wirklich schmutzig fühlte. Aber so konnte er bei Lucius bleiben.
Nachdem das erledigt war und auch Severus sich säubern konnte, begann Lucius abermals, mit dem Schwamm seinen Körper zu bearbeiten.
Doch Severus konnte sich das keine Minute mit ansehen. Sanft legte er eine Hand auf Lucius' Oberarm. „Darf ich das machen, Meister?", bat er leise.
Lucius kniff seine Augenlider zusammen, während sich seine Finger regelrecht in den Schwamm vergruben: „Es klebt überall…", stieß er schließlich wütend hervor. Auch wenn er wusste, dass dies nicht stimmte, wurde er das Gefühl einfach nicht los, das Sperma der fünf Männer an sich kleben zu haben. Nur dass das meiste nicht auf, sondern in ihm war und da kam er mit dem Schwamm einfach nicht hin.
Vorsichtig versuchte Severus den Schwamm an sich zu nehmen. „Ich weiß...", murmelte er leise und versuchte sich zu erinnern, wie es für ihn vor gut zwei Jahren gewesen war. „Wenn wir etwas essen.. Schokolade zum Beispiel... dann wird alles mit hinunter gespült und nichts klebt mehr..."
„Schokolade..", wiederholte Lucius sichtlich ungläubig, den Schwamm fast schon zusammenknüllend, so fest hielt er ihn nun. Doch dann nickte er langsam. Wieso auch nicht… probieren konnte er es zumindest.
Severus' Hände schlossen sich um Lucius' Faust, in der sich der zerquetschte Schwamm befand. „Ihr müsst Euch klar machen... dass sich das alles nur in Eurem Kopf abspielt.", erklärte er leise.
Angewidert sein Gesicht verziehend, schüttelte Lucius seinen Kopf, so dass ihm mehrere weißblonde und durch das Wasser dunkler gefärbte Haarsträhnen ins Gesicht fielen: „Dafür, dass ich es mir … nur einbilde, war sowohl der Geruch, als auch der..", erneut verzog sich sein Mund voller Ekel, „…Geschmack, sehr realistisch."
„Das habe ich nicht gemeint...", murmelte Severus leise seufzend und sah zur Seite. „Ich meinte, dass Ihr Euch schmutzig fühlt. Dass Ihr meint, es noch immer in Euch zu spüren..."
Lucius schwieg, wusste er doch nicht, was er darauf sagen konnte, denn gegen seine Empfindungen kam er einfach nicht an. Dennoch seufzte er leicht und öffnete seine verkrampften Finger, so dass er den Schwamm schließlich doch noch losließ.
Sofort nahm Severus ihn an sich und wusch sich selbst damit. Allerdings weitaus sanfter, als Lucius den Schwamm gebraucht hatte.
Einfach nur dasitzend, verschränkte Lucius seine Arme über die zu sich herangezogenen Knie und beobachtete den Schwarzhaarigen bei dessen Tun. Es wirkte so… natürlich. Als wäre es eine ganz normale Wäsche und… als würde er sich von nichts wirklich Abnormalem reinigen wollen. Lucius verstand es einfach nicht. Wie konnte er nur so gelassen, so ruhig sein?
Severus hatte eher ein ganz anderes Problem. Der Lord hatte ihn so lange und ausführlich erregt und dann nicht kommen lassen, dass er jetzt auf sein eigenes Waschen reagierte. Er schloss die Augen und atmete tief durch.
Lucius, der die Veränderung sehr wohl bemerkte, runzelte besorgt seine Stirn: „Alles in… Was ist los, Severus?"
„Es..." Der Schwarzhaarige schüttelte den Kopf und schluckte schwer. „Es geht schon wieder, Meister.", murmelte er leise und mit geschlossenen Augen, während er versuchte, durch reine Willenskraft seine entstandene Erektion verschwinden zu lassen. Doch zugleich spürte er ein leises Zupfen des Sklavenbundes, der verlangte, dass er die Frage beantworten sollte. „Der Lord... er hat mich vorhin so.. so sehr erregt und.. und nicht kommen lassen. Aber es ist gleich weg..."
Lucius hatte das Gefühl, als würden ihm seine Gesichtszüge regelrecht entgleiten. Abrupt erhob er sich aus der Wanne und verließ sie, nur um kurz darauf nach einem Handtuch zu greifen und noch während er sich damit abzureiben begann, wortlos das Bad zu verlassen.
Entsetzt sah Severus ihm nach und das war das schnellste Mittel, um seine Erektion zum Verschwinden zu bringen. Traurig zog er die Beine an und schlang seine Arme darum, ähnlich wie Lucius es zuvor getan hatte. So blieb er einfach im kälter werdenden Wasser sitzen.
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TBC
