Kapitel 24: Einsätze
Du kennst die Worte.
Ja, er kannte sie. Er tippte auf das Pergament und sagte: „Ich schwöre feierlich, dass ich tolle Streiche geplant habe." Er hatte den Brief mit dem einfachen Satz an diesem Morgen erhalten. Remus hatte ihn gewarnt, dass seine Korrespondenz verzaubert sein würde. Er wünschte, dem Mann wäre ein weniger bekanntes Passwort eingefallen, aber es war kein Schaden entstanden. Der Satz verschwand in das Pergament und der richtige Brief tauchte langsam vor seinen Augen auf.
Harry,
Sie haben das Angebot angenommen. Wie wir besprochen haben, kannst du das Haus nicht in deinem Namen kaufen, da du minderjährig bist, ganz zu schweigen davon, dass es jedem deinen Aufenthaltsort verraten würde, der sich die Zeit nehmen würde, zu suchen. Ich bin in deinem Namen zu Gringotts gegangen und habe erfahren, dass Sie unabhängige Anwälte, die bei dem Vorgang helfen können sollten, beschäftigen. Du wirst dich mit den Kobolden treffen müssen, um alles persönlich abzusegnen.
Ich habe ein Treffen für dich arrangiert. Ich habe mich für ein Meeting spät am Abend entschieden, so dass deine längere Abwesenheit nicht bemerkt wird. Triff mich am 6. Mai um 1 Uhr morgens in der Eingangshalle. Stell sicher, dass du deine Identität verbirgst - aber komm nicht als Jim! Wir wollen auch keine Aufmerksamkeit auf ihn lenken. Ich gebe dir dann die restlichen Details.
RJL.
Harry lächelte breit. Er war nun ganz nah dran. Er lernte den Brief auswendig und da er keine Risiken eingehen wollte, warf er das Pergament ins Feuer. Er sah zu, wie die Flammen es vernichteten, das Papier schwärzte, bis nur noch Asche übrig war. Er ging zu dem Gemälde, das an der Wand seines Büros hing und sagte das Rumtreiberpasswort. Der Gryffindorgemeinschaftsraum verschwand und wurde von einer Karte Hogwarts ersetzt. Er berührte mit seinem Finger die Karte und sagte: „Finde Ginny Weasley."
Er fand sofort die nun hellroten Worte, die ein Paar Fußstapfen als diejenigen seiner Freundin kennzeichneten. Er lächelte zufrieden. Er hatte diese Funktion erst gestern zu der Karte hinzugefügt. Es machte es viel einfacher, jemanden zu finden, auch wenn er gewöhnlich wenig Schwierigkeiten hatte, Ginny zu finden. Ginny war von ihren Freunden umgeben in der Bibliothek, er nahm an zum Lernen. Er würde warten und ihr die Neuigkeiten später berichten. Bis zu dem Treffen war es noch eine Woche. Es gab keinen Grund zur Eile.
Er ließ die Karte verschwinden und ging zu seinem Schreibtisch. Er setzte sich und begutachtete das Pergament vor ihm. Zu lernen, die Schutzzauber zu werfen, war der einfache Teil - wobei die Zauber tatsächlich nicht simpel waren. Der schwierige Part war, zu lernen, wie er die notwendigen Schutzzauber zusammenbinden konnte. Bei jedem Schutzzauber, den er hinzufügte, wurde die Struktur komplexer. Es war möglich, die Schutzzauber einzeln zu werfen, aber dies zu tun schwächte sie.
Um ein stabiles Netz an Schutzzaubern zu gewährleisten, musste jeder einzelne in einem zentralen Kontrollschutzzauber eingebunden sein. Dies geschieht mit Hilfe von Runen. Abhängig von der Komplexität der Schutzzauber werden ein, zwei oder sogar drei Runen benötigt, um den Schutzzauber in den Kontrollschutzzauber einzubinden. Jede Rune, die in den Kontrollschutzzauber gebunden wurde, musste dann mit jeder anderen Rune in diesem Kontrollschutzzauber verbunden werden. Harry wünschte sich, er hätte Alte Runen statt Wahrsagen belegt. Er wusste nichts über Runen, seine Fortschritte waren also schleppend. Er musste alles nachschauen und konnte nicht einmal die grundlegendste Runenkombination bewerkstelligen, ohne die Bücher, die er aus der Bücherei zusammengesucht hatte, zu konsultieren.
Harry war entschlossen, den Kontrollschutzzauber zu verwenden. Alle seine Nachforschungen hatten ergeben, dass die Vorteile immens seien. Immer, wenn man dauerhafte Schutzzauber warf, sollte man einen Kontrollschutzzauber verwenden. Das einzige Mal, wo davon abgeraten wurde, war für zeitlich beschränkte Schutzzauber wie solche, die Harry benutzte, wenn er im Raum der Wünsche trainierte. Wenn man einen Kontrollschutzzauber verwendete, verringerte dies die Instandhaltung der Schutzzauber. Statt jeden einzelnen Schutzzauber einzeln verstärken zu müssen, muss man nur den Kontrollschutzzauber verstärken, und um die Schutzzauber zu durchbrechen, musste erst der Kontrollschutzzauber durchbrochen werden, was viel schwieriger war, als einzeln durch die Schutzzauber zu kommen. Erst nachdem der Kontrollschutzzauber durchbrochen war, konnten die restlichen Schutzzauber angegriffen werden.
Die einzige Ausnahme - und der einzige Zauber, der nicht in den Kontrollschutzzauber eingebunden wurde - war der Fideliuszauber. Er war von Grund auf anders als die anderen Schutzzauber, da er direkt an die Magie des Geheimniswahrers gebunden wurde. Der Zauber verstärkte sich durch seine Verbindung zum Geheimniswahrer und machte eine zusätzliche Instandhaltung unnötig. Glücklicherweise benötigte er nur kleine Mengen Magie über eine lange Zeitspanne verteilt. Daher gab es keine bemerkbare Belastung des Geheimniswahrers.
Außer der Möglichkeit, den Geheimniswahrer zu überzeugen, das Geheimnis zu verraten, gab es nur eine andere bestätigte Methode, den Zauber zu brechen: Da der Fidelius seine Macht vom Geheimniswahrer erhielt, würde das Töten des Geheimniswahrers im Laufe der Zeit den Zauber schwächen und schließlich brechen. Aber es war kein schneller Vorgang. Da nur der Geheimniswahrer den Ort verraten konnte, verurteilte man sich durch das Töten des Geheimniswahrers dazu, zu warten, bis der Zauber von sich aus brach und abhängig von verschiedenen Umständen konnte das Monate oder sogar Jahre dauern.
Der Autor fuhr fort, dass vermutet wurde, dass es einen weiteren Weg geben könnte, den Fideliuszauber zu brechen, ohne den Geheimniswahrer umzubringen. In dem Buch stand, dass es möglich sein könnte, die Verbindung zwischen dem Zauber und dem Geheimniswahrer zu trennen, aber diese Möglichkeit wurde noch nicht bestätigt. Außerdem war unbekannt, was in diesem Szenario dann geschehen würde. Der Autor führte aus, was seiner Meinung nach die beiden wahrscheinlichsten Resultate sein würden. Eines war, das - nachdem die Verbindung getrennt wurde - es möglich sein könnte, die Verbindung mit einer anderen Person wieder herzustellen und damit im Grunde die Aufgaben des Geheimniswahrers auf jemand anderen zu übertragen. Wenn die Verbindung nicht übertragen werden konnte oder der Transfer einfach nicht stattfand, würde der Zauber höchstwahrscheinlich im Laufe der Zeit schwächer werden, ähnlich wie im Falle des Todes des Geheimniswahrers.
Harry hatte vor, sein eigener Geheimniswahrer zu sein. Er vertraute Ginny und Remus, aber er hatte nicht vor, eine solche Last auf sie zu legen. Er würde ihnen beiden natürlich das Geheimnis verraten, aber er allein würde in der Lage sein, es weiterzuerzählen. Er konnte nicht anders als sich zu fragen, warum nicht einer seiner Eltern gewählt hatte, Geheimniswahrer zu sein, nachdem sie untergetaucht waren. Es brachte jedoch nichts, lange darüber nachzudenken. Daher tat Harry sein bestes, um das ganze aus seinen Gedanken zu verbannen.
Harry schreckte hoch, als ein lautes Klopfen an der Bürotür ertönte. Er schob schnell das Pergament und die Bücher auf seinem Tisch zusammen und stopfte sie in eine Schreibtischschublade. Dann holte er das Buch: „Das Biest zurückhalten: Ein Führer zum Wolfsbannzaubertrank" hervor und öffnete es. Er benutzte seinen Zauberstab, um die Tür zu öffnen und rief: „Herein."
Hermines Kopf tauchte im Türrahmen auf und gleich darauf betrat sie den Raum. „Hi, Harry", grüßte sie.
„Hey", erwiderte er. „Was ist los?"
„Oh, nicht viel.", erwiderte sie etwas abgelenkt. „ich habe nur ein wenig gelernt und beschlossen, eine Pause zu machen und mir die Beine ein wenig zu vertreten. Daher dachte ich, ich würde schauen, ob du in der Nähe bist."
Harry konnte dem Drang zu grinsen kaum widerstehen. Das Hermine eine Pause vom Lernen machte, war, als ob Voldemort eine Pause davon machen würde, ein böser dunkler Lord zu sein.
„Was liest du?", fragte Hermine einen Moment später.
Harry hielt das Buch hoch, so dass sie den Buchumschlag lesen konnte. „Ich recherchiere für Zaubertränke.", sagte er ihr. „Hast du dich inzwischen für einen entschieden?"
„Nein", sagte sie. „Ich habe es auf zwei eingegrenzt, aber konnte mich nicht entscheiden. Daher recherchiere ich beide."
Das hörte sich schon eher nach der Hermine an, die er kannte. „Du weißt, dass Snape nicht zwei verschiedene Aufsätze von dir akzeptieren wird?"
„Natürlich weiß ich das", erwiderte sie. „Ich werde meine Entscheidung fällen, sobald ich ein wenig mehr Informationen gesammelt habe."
„Welche zwei sind es denn?", fragte Harry.
„Skele-Wachs und Alraune-Wiederbelebungstrank", antwortete sie.
„Warum diese beiden?"
Sie zuckte mit den Schultern und antwortete: „Seit dem zweiten Schuljahr war ich an ihnen interessiert."
Er hätte es wissen müssen. Er wollte sie gerade über ihre Nachforschungen ausfragen, aber Hermine war schneller.
„Ich habe bemerkt, dass du heute Morgen beim Frühstück einen Brief erhalten hast", meinte sie beinahe beiläufig.
Harry antwortete nicht verbal, sondern zog nur eine Augenbraue hoch.
Nach einem Moment fuhr sie fort: „Von wem war er?"
„Remus", erwiderte er.
„Oh? Wie geht es Professor Lupin? Was schreibt er?", fragte sie ihn.
Harry war auf diese Frage vorbereitet. Ein Teil von ihm wollte ihr sagen, dass sie verschwinden und sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern sollte, aber er realisierte, dass er sie nur gegen sich aufbringen würde. Es war einfacher, ihr eine Antwort zu geben, die sie bereitwillig akzeptieren würde.
„Es geht ihm gut. Ich habe ihn nach dem Wolfsbannzaubertrank gefragt, aber er konnte mir nicht wirklich viel darüber erzählen. Er weiß nicht viel über den Trank selber, nur über die Auswirkungen, die er auf seine Verwandlungen hat und ich bezweifele stark, dass Snape sich darum kümmert."
„Oh", sie hörte sich enttäuscht an. „Das ist schade."
„Ja. Dennoch dachte ich, es wäre einen Versuch wert", meinte Harry mit einem Schulterzucken. „Nun, ich sollte mich wohl wieder meinen Nachforschungen zuwenden."
„Klar. Entschuldige die Unterbrechung", sagte Hermine.
„Kein Problem", erwiderte Harry. „Wir sehen uns beim Mittagessen?"
„Ja, bis dann", rief Hermine, als sie durch die Tür trat.
Als die Tür hinter ihr zufiel, streckte Harry seine Sinne aus, um Hermines Magie hinter dem leichten Summen der Wände zu fühlen. Er verfolgte ihren Weg, wie sie den Flur entlangging, um sicherzugehen, dass sie nichts gegen ihn geplant hatte. Die letzte Woche über war sie in der Bücherei beschäftigt gewesen und hatte seinem Wissen nach ihr Stalking nicht wieder aufgenommen. Nachdem er an diesem Morgen beim Frühstück seine Post ohne sie anzuschauen eingesteckt hatte, hatte Harry bemerkt, wie sie ihm einige nicht so unauffällige Blicke zugeworfen hatte. Er war ziemlich überrascht, dass sie nichts gesagt hatte. Er hätte es besser wissen müssen als zu denken, dass sie die unerklärte Korrespondenz auf sich beruhen lassen würde.
Zufrieden, dass sie nicht umkehren würde, klappte er das Zaubertränkebuch zu und holte seine Notizen und Bücher über Schutzzauber wieder heraus. Er hatte noch eine Stunde bis zum Mittagessen und er hatte vor, diese Zeit gut zu nutzen. Als es Zeit fürs Mittagessen war, war Harry enttäuscht, das Ginny nicht auftauchte. Er wusste, dass sie beschäftigt war. Daher versuchte er nicht, daran zu denken und das Essen mit seinen Freunden zu genießen.
Nach dem Mittagessen zog sich Harry in den Raum der Wünsche zurück. Normalerweise würde Ginny ihm Gesellschaft leisten, aber sie machte blau, da sie - wie sie sagte - zu viele Hausaufgaben hatte. Harry erinnerte sich an seinen Z.A.G.-unterricht im Jahr zuvor und konnte daher verstehen, dass sie sich überarbeitet fühlte. Es war schon ohne das Extratraining schlimm genug. Sobald Harry den Raum betrat, warf er die üblichen Schutzzauber auf die Tür und drehte sich dann um, nur um drei Trainingsdummies auf ihn warten zu sehen.
Harry band sich eine Augenbinde um und aktivierte die Dummies. Umso mehr er seine neue Fähigkeit trainierte, umso stärker und kontrollierter wurde sie. Sein Magiesinn wurde immer sensibler. Während er während der ersten paar Wochen des Trainierens blind herumgestolpert war und darauf wartete, dass ein Zauber geworfen wurde, konnte er nun - wenn er sich stark genug konzentrierte - tatsächlich den Aufenthaltsort seiner Gegner spüren. In den Dummies war jedoch nicht viel Magie, so dass es nicht immer einfach war, sie zu lokalisieren. Es war nichts im Vergleich zu der Magie, die eine reale Person projizierte.
Seitdem er dies entdeckt hatte, hatte er sich schnell verbessert. Der Nutzen war am deutlichsten zu sehen, wenn es ein Nahkampf war. Die Dummies waren in ihren Bewegungen beinahe lautlos. Wenn also einer sich Harry näherte, war es, als ob die Zauber aus dem nichts und nur wenige Meter entfernt auftauchten. Nun konnte er - wenn die Dummies in der Nähe waren - sie problemlos spüren und oftmals angreifen, bevor sie es taten. Selbst bei den Dummies, die aus der Ferne angriffen - sobald er ihre ungefähren Standorte ausgemacht hatte -, war es einfacher, die Dummies festzunageln und einen Gegenangriff zu starten.
Während er vor kaum einer Woche noch zwei relativ unfähige Dummies verwendet hatte, sah Harry sich nun mit drei kompetenten Gegnern konfrontiert. Sie waren nicht annähernd auf demselben Level wie die Dummies, die er für sein normales Training verwendete, aber er war nichtsdestotrotz von seinem Fortschritt begeistert. Wenn er nur denselben Fortschritt aus seinen Schülern herausholen könnte. Harry hatte noch immer keine Idee, wie er mit seiner FHA weitermachen sollte. Sie duellierten sich angesichts der mangelnden Lebensechten Erfahrungen ganz gut, aber es war nicht genug. Er versuchte, ihnen die Wichtigkeit dieser Übungen einzuhämmern und dass sie es wie einen Kampf um ihr Leben gegen die Todesser behandeln sollten, aber nichts schien zu ihnen [hin]durchzudringen.
Es war nicht so, dass sie die Kämpfe nicht ernstnahmen. Sie kämpften hart. Es war mehr ihr Kampfstil. Sie hatten keine Geduld. Sie wollten auf dem offenen Feld in einem fairen Kampf gegeneinander kämpfen. Es wurden kaum Strategien verwendet und die, die verwendet wurden, machten meistens keinen Unterschied für das Resultat. Wenn sie so vorhatten, gegen die Todesser zu kämpfen, hatten sie kaum Chancen, das Zusammentreffen zu überleben.
Überraschenderweise schien dasselbe Problem nicht seine sieben fortgeschrittenen Schüler in der AHA-klasse zu beeinträchtigen. Er stellte sicher, ihren Duellen ein wenig mehr Aufmerksamkeit zu schenken und es war deutlich zu sehen, dass sie eine ganz andere Herangehensweise hatten. Egal welche Teamzusammenstellung: Sie steckten immer ihre Köpfe zusammen, dachten sich einen Plan aus und arbeiteten zusammen, um ihre Ziele zu erreichen. Ihre Duelle glitten sehr selten in das Jeder-gegen-jeden ab, das so oft das Ergebnis der Übungskämpfe in seiner FHA waren. So sehr er es auch versuchte: Harry konnte nicht herausfinden, was er mit diesen sieben Schülern anders gemacht hatte, um diesen Unterschied zu erklären.
Er schob diese Gedanken für den Moment beiseite. Er hatte keine neuen Ideen, und es war nutzlos, seine Zeit zu verschwenden, wenn er sie besser mit trainieren verbringen könnte. Als er schließlich unter der heißen Dusche stand, war Harry völlig erschöpft. Es bestand kein Zweifel mehr: Voldemort nahm wieder aktiv am Krieg teil. Harry wusste nicht, was dies ausgelöst hatte. Glaubte er, dass er einen Spion gefunden hatte? Oder erlaubte er nur nicht, länger davon abgelenkt zu werden? Alles war möglich. Auch wenn Harry beinahe jede Nacht Visionen hatte, lieferten sie ihm keine nützlichen Informationen. Voldemorts Gedanken wanderten nie zu dem Spion und Harry konnte keine Hinweise darauf entdecken, wo oder wann der nächste Angriff stattfinden würde.
Harry wurde nur Zeuge von Folter - für ihn und die Opfer der Angriffe. Die Artikel im Tagespropheten am nächsten Morgen lieferten immer die Details zu den Angriffen; aber nichts in den Artikeln konnte den absoluten Horror und die Brutalität beschreiben. Als er zusah, wie seine Klassenkameraden zusammenzuckten oder erblassten, während sie lasen, fühlte er nur bitteren Neid. Wie schön wäre es, in ihrer Haut zu stecken. Harry fühlte keinerlei Emotionen, wenn er die Artikel las. Seine Gefühle waren bereits mitten in der Nacht verbraucht, wenn er gegen die Wellen von Übelkeit ankämpfte, als die Bilder seinen Kopf bestürmten.
Es begann schwer auf ihm zu lasten - das Träumen von den Dingen die er beobachtete und der fehlende Schlaf. Er hatte die ganze Woche lang mit sich selbst gerungen. Er erinnerte sich an das Angebot, das McGonagall ihm Monate zuvor gemacht hatte - bevor Voldemort von dem Spion abgelenkt worden war -, zu ihr zu kommen, wenn er weiterhin Probleme mit den Visionen haben sollte. Ein Teil von ihm rebellierte gegen die Idee, Hilfe zu suchen. Er war mehr als fähig, auf sich selber aufzupassen. Das hatte er seit dem Sommer mehr als nur einmal bewiesen. Er hatte sich bereits einige Optionen näher angeschaut. Traumloschlaftrank würde ihm wahrscheinlich immens helfen, aber den Zaubertrank auch nur annähernd regelmäßig zu sich zu nehmen brachte einige gefährliche Nebenwirkungen mit sich. Wenn er sich dafür entscheiden sollte, würde er vorsichtig sein müssen, es nicht zu übertreiben.
Es gab andere Schlaftränke, aber keiner war so effektiv wie der Traumlosschlaftrank und Harry fürchtete sich davor, was passieren würde, wenn er in einer Vision gefangen sein würde. Jedes Mal, wenn er einer Vision entkam, wachte er sofort auf. Würde er in der Vision gefangen sein, bis der Trank seine Wirkung verlor? Oder würde er die Bilder aus der Vision, die er gerade erst erlebt hatte, immer und immer wieder in seinen Träumen durchleben müssen? Keine der Möglichkeiten war verlockend. Daher schloss er Schlaftränke schnell aus.
Es gab auch noch den Stärkungstrank, den er das letzte Mal, als er diese Probleme hatte, verwendet hatte, aber er kannte die Gefahren. Selbst wenn man das Suchtpotential außer Acht ließ: Sobald der Zaubertrank seine Wirkung verlor, würde er noch erschöpfter sein als er es war, bevor er den Zaubertrank getrunken hatte. Sein Körper brauchte Schlaf und kein Zaubertrank konnte das aufwiegen.
Harry beendete seine Dusche, zog sich an und machte sich auf den Weg zum Porträt der Fetten Dame. Er grüßte sie geistesabwesend, als sie ihm ohne Passwort öffnete. Er entdeckte Ron, der in einem der Sessel vor dem Kamin saß und ging zu ihm. Ron animierte Harry schnell zu einer Runde Schach vor dem Abendessen und Harry verbrachte die nächsten zwanzig Minuten damit, mit seinen Schachfiguren über seine Strategie zu diskutieren, während Ron systematisch seine Figuren zerstörte und seinen König in die Falle lockte. Sie hatten keine Zeit für ein weiteres Spiel, daher redeten sie die nächsten paar Minuten über Quidditch, bevor sie zur Großen Halle hinuntergehen mussten.
Harry war enttäuscht, dass Ginny noch nicht von der Bücherei zurückgekommen war. Er hatte sie seit ihrem morgendlichen Workout nicht mehr gesehen und er hatte gehofft, sie zumindest beim Abendessen zu sehen. Leider war dem nicht so. Sie erreichten die Große Halle und Ginny war nirgends zu sehen, noch erschien sie irgendwann währen des Essens. Als er sich sattgegessen hatte, entschied Harry, sicherzugehen, dass sie wenigstens etwas zu essen bekam. Er verabschiedete sich von seinen Freunden und ging in Richtung der Bibliothek.
Er hatte keine Probleme, sie zu finden; es hatte definitiv Vorteile, eine rothaarige Freundin zu haben. Sie saß zusammen mit mehreren anderen Fünftklässlern an einem Tisch in einer abgelegenen Ecke des Raumes. Er ging rasch zu ihrem Tisch und stellte sich direkt hinter Ginny. Er legte sanft seine Hände auf ihre Schultern und beugte sich vor, um ihr einen Kuss auf den Scheitel zu geben. Sie legte ihren Kopf zurück, um zu ihm hochschauen zu können.
„Hey, du", grüßte sie voller Wärme.
Harry grinste: „Hey."
„Hi, Harry", grüßte eine weitere Stimme. Harry schaute hoch und sah, dass der Rest des Tisches sie beide anstarrte, ein breites Grinsen auf ihren Gesichtern.
Harry fühlte, wie Hitze in seine Wange stieg, als er erkannte, dass er Publikum hatte. „Hallo", erwiderte er und winkte ihnen leicht zu. Zwei der Mädchen kicherten und Harry verdrehte die Augen - über sich und über die kichernden Mädchen. Er stellte sich an und hatte diese Reaktion praktisch provoziert, indem er sich nervös verhalten hatte.
Er schaute wieder zu Ginny hinunter, die ihn anlächelte und er sagte: „Du hast das Abendessen verpasst." Ihre Lippen formten ein „Oh", doch sie ließ keinen Laut hören. „Und Mittagessen", fügte Harry hinzu.
„Ich schätze, ich habe schlicht die Zeit aus den Augen verloren", gab sie verlegen zu.
Harry musterte sie einen Moment lang gönnerhaft, bevor er die anderen am Tisch musterte. „Hat irgendeiner von euch seit dem Frühstück gegessen?" Sie schauten sich gegenseitig an und zuckten entweder mit den Schultern oder schüttelten den Kopf. Harry runzelte die Stirn. „Also gut. Hoch mit euch." Er schaute auf die Uhr und sah, dass das Abendessen bald vorbei sein würde. „Wir machen eine Exkursion zur Küche."
Es wurde ein wenig ablehnend gegrummelt, aber als Jack Slopers Magen laut knurrte, lachten alle und folgten Harry ohne Klagen. Da er gerade erst gegessen hatte, verbrachte Harry den größten Teil des Essens damit, einfach die Gesellschaft zu genießen, besonders die des wunderschönen Mädchens an seiner Seite. Er nahm ein wenig an der Unterhaltung teil, war aber die meiste Zeit über damit zufrieden, nur zuzuhören, während er mit seinem Daumen Kreise auf Ginnys Rücken malte.
Harry aß Dessert, da Dobby darauf bestand und dieser nur für ihn Siruptörtchen gemacht hatte. Harry konnte es nicht übers Herz bringen, den leicht erregbaren Hauself eine verneinende Antwort zu geben und um die Wahrheit zu sagen war es unglaublich lecker. Er dankte Dobby und den anderen Hauselfen, was ein Echo vom gesamten Tisch auslöste, bevor sie aufstanden, um die Küche wieder zu verlassen. Ginny nahm seine Hand und ließ sich ein wenig zurückfallen, wobei sie ihren Arm um seine Taille legte: „Du siehst erschöpft aus."
„Danke", erwiderte er trocken. „Du siehst ebenfalls umwerfend aus."
Sie lachte leise. Harry blieb stehen, lehnte sich zu ihr hinunter, um ihren Nacken zu liebkosen und spielerisch in ihre Haut zu beißen. Sie schlug ihm leicht auf den Arm und sagte: „Ernsthaft, Harry. Du solltest einen Mittagsschlaf halten oder so. Du kannst nicht so tun, als wäre nichts."
Harry seufzte, hob seinen Kopf und schaute ihr direkt in die Augen. „Ich weiß. Ich habe vorher schon darüber nachgedacht - nicht über den Mittagsschlaf, aber was ich deswegen unternehmen soll. Ich rede vielleicht mit McGonagall. Sie sagte, sie würde mit Madam Pomfrey und mir reden, wenn ich weiterhin Probleme mit Visionen haben sollte."
„Ich denke, das solltest du tun", meinte Ginny. Sie legte eine Hand an seine Wange: „Ich weiß, dass du denkst, dass du auf dich selber aufpassen kannst und während ich mir sicher bin, dass du das kannst, musst du manchmal deinen unverbesserlichen Stolz unterdrücken und dir helfen lassen."
Er nickte. Sie hatte Recht. „Vielleicht hast du Recht. Wenn ich bis dahin keine bessere Idee habe, rede ich am Montagmorgen nach dem Unterricht mit ihr."
„Gut", sagte sie und stellte sich auf ihre Zehenspitzen, um ihm einen Kuss zu geben. „Nun, was den Mittagsschlaf angeht ..."
„Ja, der Mittagsschlaf", meinte Harry mit einen neckenden Grinsen. „Ich bin vielleicht gewillt, meinen unverbesserlichen Stolz loszulassen und mir von jemandem helfen zu lassen." Sie verdrehte die Augen. „Ernsthaft, Gin", sagte er und verlor das Grinsen auf dem Gesicht. „Ich habe seit dem Morgen nicht mehr so gut geschlafen, selbst wenn es nur ein paar Stunden waren."
Ihre Gesichtszüge wurden weicher und er sah etwas in ihren Augen hell leuchten - Zuneigung, dachte er. „Was hältst du davon, dich hinzulegen und deinen Kopf in meinen Schoß zu legen? Ich muss noch immer ein wenig lernen, ohne dass mich jemand unterbricht."
Harry nickte schnell. „Das hört sich gut an. Mein Büro?"
„Sicher", stimmte sie zu.
Während sie liefen, dachte Harry zum letzten Mal zurück, als sie darauf bestanden hatte, dass er einen Mittagsschlaf halten sollte. Er wollte ihr über seine neue Patronusgestalt erzählen, aber sie hatte ihn abgehalten und darauf bestanden, dass er sofort schlafen gehen sollte. Seitdem hatte sich keine Gelegenheit mehr ergeben. Sie kamen schnell an und mithilfe einer kleinen Verwandlung transformierte Harry eine Armlehne des Sofas in einen kleinen Tisch, der sich über Ginnys Schoß erstreckte. Sie grinste anerkennend und setzte sich an dieses Sofaende, holte ein paar Bücher heraus und legte sie auf die Holzoberfläche. Harry entledigte sich seiner Schuhe und setzte sich neben sie.
Sie wandte ihren Kopf zu ihm und schaute ihn fragend an: „Willst du dich nicht hinlegen?"
„Gleich. Zuerst gibt es da etwas, dass ich dir erzählen möchte", sagte er leise.
Sie runzelte die Stirn. „Was ist?"
„Es ist nichts Schlimmes", erklärte er, da er sie nicht beunruhigen wollte. „Es ist - oh ich weiß nicht - peinlich ist nicht das richtige Wort dafür."
„Was auch immer es ist, du kannst es mir sagen", meinte Ginny, ihre Stimme ruhig und geduldig.
„Ich weiß. Ich stelle mich albern an. Ehrlich, es ist etwas Gutes." Er lächelte, als er sich erinnerte, wie er das erste Mal gesehen hatte, wie sie einen gestaltlichen Patronus zauberte. Er war geschockt gewesen, als er die Verbindung hergestellt und realisiert hatte, dass es seine Animagusgestalt war - das sie irgendwo in ihren Gedanken, als sie ihren Zauber sprach, an ihn dachte. Um einen gestaltlichen Patronus erfolgreich heraufzubeschwören, brauchte es mächtige Gefühle. Es war schwer zu glauben, dass er auch nur ein Teil von dem war, was solche starken Gefühle in ihr auslöste.
Er schüttelte seinen Kopf, um sich aus seinen Gedanken zu reißen und fuhr fort: „Beim Angriff auf die Winkelgasse waren Dementoren beteiligt."
„Und das ist etwas Gutes?", unterbrach sie und runzelte verwirrt die Stirn.
„Nein", sagte Harry und schüttelte den Kopf. „Nein, aber ich musste meinen Patronus verwenden." Sie zog die Augenbraue hoch; sie war noch immer verwirrt und er erkannte, dass er das ganze vermasselte. „Mein Patronus hat sich verändert. Ich war zuerst besorgt, dass jemand ihn wiedererkennen und die Verbindung zu mir herstellen würde, aber ich hatte keine andere Wahl. Nur, als ich den Patronus zauberte, da war er kein Hirsch mehr." Er hielt inne, nahm ihre Hand in seine und fuhr mit seinem Daumen über ihre Fingerknöchel. „Er war eine Löwin", enthüllte er sanft.
Sein Blick war auf ihre Hand, die in seiner lag, gerichtet. Er schaute langsam hoch. Ihr Mund stand offen. „Wie ...", fragte sie, wobei sie das Wort etwas langzog und den Satz unbeendet ließ.
„Die Gestalt ist nicht fest", erklärte Harry. „Sie kann sich in Beziehung zu deinem Leben verändern."
„So wie an was du denkst, um dem Zauber Macht zu geben?", fragte sie.
„Das kann Auswirkungen haben", stimmte Harry zu. „Es ist allerdings mehr eine unbewusste Sache."
„Oh", erwiderte sie und ließ ihren Kopf hängen.
„Ich tue es allerdings" fuhr Harry leise fort. Sie schaute ihn scharf an und Harry bewegte sich unter ihrem musternden Blick ein wenig unruhig, als er weiterredete: „An dich denken."
Das Lächeln, das ihr Gesicht erhellte, war die Verlegenheit wert, die er fühlte, als er es ihr sagte. Sie legte ihre Hand an seine Wange und lehnte sich zu ihm. Er fühlte ihre Lippen auf seinen und erwiderte eifrig den Kuss. Er stöhnte auf, ein Laut der tief aus seiner Kehle kam und öffnete seinen Mund, um auf ihre Zunge zu treffen. Plötzlich drückte sie ihn auf das Sofa hinunter und folgte ihm dabei. Er drehte sich auf den Rücken und zog seine Füße hoch, wobei er sich seine Zehen an dem hölzernen Tisch anschlug. Er hatte kaum die Gelegenheit, vor Schmerz aufzujapsen, als ihre Lippen wieder auf seinen waren. Innerhalb weniger Momente war der Schmerz vergessen.
Sie küssten sich eine lange Zeit lang, ihre Körper gegeneinander gepresst. Er versuchte, seine Hüften zur Seite zu bewegen, um ein wachsendes Problem zu verbergen, aber sie hielt seinen Körper mit ihrem gefangen und weigerte sich, sich zu bewegen. Als sie sich schließlich von ihm trennte, atmeten beide schwer. Sie hob ihren Kopf ein wenig. Ihr Haar umrahmte ihr Gesicht wie ein Vorhang und warf ein feuriges Leuchten auf ihr Gesicht. Er hatte in seinem Leben noch nie etwas erotischeres gesehen und ihr Körper so nah an seinem unterstrich diese Tatsache nur. Als sie dalagen, tief atmend, um wieder zu Atem zu kommen, lösten sie nie ihre Blicke voneinander. Harry hatte das Gefühl, das er etwas sagen sollte, doch es musste nichts gesagt werden. Es gab nichts zu sagen. Er schlang seine Arme fester um sie und sie legte sanft ihre Lippen wieder für einen langsamen süßen Kuss auf seine.
Als sie sich wieder von ihm trennte, legte sie ihren Kopf in seine Halsbeuge. Harry drückte sie leicht und gab ihr einen Kuss auf den Scheitel. Als sie so dalagen, begann er sich zu entspannen. Ihr Kopf war direkt unter seiner Nase und mit jedem Atemzug konnte er ihr Haar riechen. Er ließ seine Augen zufallen und seine Arme begannen ihren Halt um sie zu lockern.
„Harry?", sagte sie.
„Mhmm?", brummte er.
„Du solltest schlafen", meinte sie.
„Mhmmm."
„Und ich sollte wirklich lernen", fuhr sie fort, aber Harry antwortete nicht. Als Ginny ihren Kopf hob, um ihn anschauen zu können, sah sie, dass er tief und fest schlief.
OoOoOoOoOoOoOoO
Harry wurde von einem lauten Klopfen geweckt, welches durch das gesamte Büro widerhallte. Die plötzliche Bewegung beeinträchtigte seinen Gleichgewichtssinn und er war noch immer zu desorientiert, um sich rechtzeitig zu fangen und zu verhindern, dass er vom Sofa fiel. Er traf auf dem Boden auf, was ein überraschtes und schmerzerfülltes „Uf" auslöste.
Er hörte, wie Ginny irgendetwas Unverständliches vor sich hin murmelte, während das Klopfen anhielt. Er stand auf und schaute zum Sofa, nur um zu sehen, dass Ginny sich weiter in die Kissen hineingegraben hatte, um den Geräuschen zu entgehen. Er lächelte und lachte leise in sich hinein. Er ging zur Tür und öffnete sie schwungvoll. „Was?", wollte er wissen, während er Hermines leicht zerzauste Erscheinung in sich aufnahm.
„Nicht in diesem Ton, Harry Potter," schimpfte Hermine. „Was machst du mit Ginny nach dem Zapfenstreich noch in deinem Büro?"
Harrys Augenbrauen wanderten praktisch zu seinem Haaransatz. Nach dem Zapfenstreich? Seine Erinnerungen kamen zurück und er verstand, dass sie beide eingeschlafen sein mussten. Er schüttelte über sich selber den Kopf und erwiderte: „Schlafen." Hermine schaute skeptisch und öffnete ihren Mund, um etwas zu sagen, aber Harry kam ihr zuvor: „Wenn du mir nicht glaubst, sieh selbst", sagte er, trat zur Seite und gestikulierte mit seiner Hand zum Sofa, wo Ginny noch immer lag.
Er ignorierte Hermine für den Moment, ging zu Ginny hinüber und kniete sich neben sie hin. Er strich sanft ihr Haar hinter ihr Ohr und lehnte sich zu ihr vor, um zu flüstern: „Wach auf, Gin. Es ist an der Zeit, zum Gemeinschaftsraum zurückzukehren." Sie bewegte sich ein wenig und murmelte etwas, aber ihre Worte waren durch die Sofakissen gedämpft. Harry grinste in sich hinein und ließ seine Hand an ihrem Arm entlang zu ihrer Seite fahren, wo er sie leicht kitzelte. Sie richtete sich abrupt auf und schlug seine Hand zur Seite.
„Was ist dein Problem?" wollte sie erzürnt wissen, doch ihre Glaubwürdigkeit war durch ihre Müdigkeit praktisch nicht existent.
„Wir sind eingeschlafen und Hermine war nett genug, hier her zu kommen, um uns einzusammeln", erklärte er. „Es ist schon nach Zapfenstreich."
Sie schaute an Harry vorbei und sagte: „Hi, Hermine."
„Hallo, Ginny", kam die Antwort.
Harry sah, wie Ginny das Mädchen leicht verlegen anlächelte, bevor sie sich wieder ihm zuwandte. „Entschuldige, es war nicht meine Absicht, einzuschlafen. Als du eingedöst bist, dachte ich nur ich lege mich ein wenig mit dir hin, ich hatte befürchtet, dass ich dich aufwecken würde, wenn ich versuchen würde, mich zu bewegen."
Harry lächelte sanft und streckte seine Hand aus, um eine einzelne Haarsträhne aus ihrem Gesicht zu streichen. „Es ist okay. Ich fühle mich besser, als ich mich die ganze Woche lang gefühlt habe."
„Wieviel Uhr ist es überhaupt?", fragte Ginny ihn.
Hermines Stimme war sofort zu hören: „Zehn Uhr. Eine Stunde nach Zapfenstreich."
Harry nahm Ginnys Hand in seine und sie standen gemeinsam auf. Während Ginny ihre Bücher zusammensuchte, drehte Harry sich zu Hermine. „Danke, dass du gekommen bist, um uns zu wecken. Wir hätten vielleicht bis morgen durchgeschlafen, wenn du das nicht getan hättest." Er bezweifelte das aufrichtig, da er irgendwann in der Nacht von einer Vision aufgeweckt worden wäre, aber er fand es unnötig, Aufmerksamkeit auf diese Tatsache zu lenken. Als Ginny einen Moment später neben ihn trat, drehte er sich zu ihr und fragte: „Bereit?"
Die drei gingen gemeinsam zurück zum Gryffindorturm. Nach ein paar Minuten der Unentschlossenheit beschloss Ginny, noch einmal zu lernen, bevor sie zu Bett ging. Sie küsste Harry gute nacht, bevor dieser die Treppen hochging. Er hatte ein paar Probleme, einzuschlafen, da er Ginnys Wärme vermisste, aber er schaffte es schlussendlich.
End 24.1
