Bruchstücke 4
Nachdem er in einem Interview gesagt hatte, dass sein wichtigster Besitz ein Fotoalbum war, das Hagrid ihm am Ende seines ersten Schuljahres geschenkt hatte, da trafen die Eulen scharenweise bei Harry zuhause ein.
Und jeder einzelne Brief enthielt Fotos.
Bilder von Quidditchspielen, und Schulfesten, Gruppenaufnahmen bei denen seine Eltern, Sirius oder Lupin nur einen kleinen Teil des Bildes einnahmen.
Ein Stammbaum mit den Fotos seiner Urgroßeltern und allen Potters nach ihnen, ein Klassenfoto aus der Grundschule von Cokeworth zeigte seine Mutter im Alter von 7 Jahren.
Schnappschüsse aller Art, die er auf dem großen Küchentisch des Fuchsbaus ausbreitete und in sich aufsog, bis er jedes von ihnen im Geiste nachzeichnen konnte.
„Er hatte mehr Glück als Verstand! Klassenkameraden sprechen über den wahren Harry Potter" prangte es auf der Titelseite des Tagespropheten
„ „Er war nie besonders helle, und außerdem unglaublich arrogant.", sagte seine Mitschülerin Pansy Parkinson (18)"
Neville schnaubte laut, griff nach einer Zeitung und hielt sie seiner Großmutter vors Gesicht.
„Ist das zu fassen?", bellte er empört, „Er rettet sie alle und dann so was! Das ist unerhört."
Er stopfte die Zeitung zurück in die Halterung und wandte sich dem Eingang des Ladens zu.
„Und was willst du jetzt tun?", fragte Augusta irritiert.
„Jetzt", sagte er wutentbrannt," kaufe ich zehn Stück von jeder anderen Zeitung, dem magischen Kurier, Godrics Gazette, ach sogar die Times und dann noch mal zwanzig Quibbler. Die werden sich noch umsehen!"
Und seine Großmutter blieb vor den Zeitungsstapeln stehen und strahlte vor Stolz während Neville soviel Zeitungen kaufte wie er tragen konnte.
Er sollte einen Namen für das Kinderheim finden. Man hatte sogar vorgeschlagen, es nach ihm zu benennen. Aber das hatte Harry sofort abgelehnt.
„Und es „Lupin" zu nennen..." begann Ginny nun.
„Ich weiß nicht, ich hab darüber nachgedacht aber ich würd' es ungern nach jemandem benennen, der...", er brach ab, aber die anderen wussten was er meinte.
Ron stopfte sich noch einen Keks in den Mund und nickte.
Sie grübelten weiter, die Vorschläge wurden immer abstruser, Ginny kochte neuen Tee, und Harry war schon fast bereit aufzugeben.
Aber dann hob Hermione ruckartig den Kopf von ihren Notizen: „ House of Magical Emergents, kurz HOME."
Die anderen sahen sie bewundernd an.
„Sieh mal, das da stimmt nicht. Es war 1632, nicht 23."
Sie hatte sich einfach von hinten über ihn gebeugt, und tippte mit dem Zeigefinger ihrer rechten Hand, auf die Zeile, die sie meinte.
„Oh, du hast bestimmt Recht.", antwortete er, ein bisschen zu spät, ein wenig zu leise.
„Und hier unten.", sie drückte sich noch etwas enger an ihn, um auf eine weitere Zeile zu zeigen.
Er konnte ihre Wärme spüren, und ihre Rundungen.
Seit wann hatte sie die überhaupt?
Er fühlte die Röte in seinem Nacken hochsteigen.
Mit zitternder Hand verbesserte er, beide Stellen. In seinem unordentlichen Schriftbild fiel das Gekritzel kaum auf.
Sie wich ein Stück zurück, blieb aber auf der Sessellehne aufgestützt.
Er versuchte sich zu konzentrieren, aber ihr Duft lenkte ihn ab.
Es war ihm bis jetzt noch nie so klar gewesen wonach sie roch. Doch nun konnte er es ausmachen: der Warme Duft ihrer Haut, ein wenig süßlich vielleicht, ihre Locken duftete nach Orangen und ihr Atem roch unverkennbar nach Schokolade, das Papier des Schokofrosches knisterte noch in ihrer linken Hand.
‚Worauf das Ministerium erstmals ein Gesetz zur Haltung von Fröschen erließ.', schrieb er.
„Frösche?", ihr Lachen füllte die warme Luft des Gemeinschaftsraumes.
Er liebte ihr Lachen, es war so anders als das aufgesetzte Gekicher der anderen Mädchen. Es war leise und kehlig und manchmal wenn es lauter wurde, dann überschlug sich ihre Stimme dabei.
Ihr Haar fiel ihr in die Stirn, und Ron war kurz davor es ihr aus dem Gesicht zu streichen.
Doch dann besann er sich, verharrte mit der Hand in der Luft, und nahm sie dann wieder runter.
Als Ron seinen besten Freund durch die Räume des Fuchsbaus führte, versuchte er die altbekannten Zimmer mit der gleichen Begeisterung zu sehen, die in Harrys Augen leuchtete.
Es war doch nur der Fuchsbau, schief, undicht, umgeben von Feldern und Wiesen.
Wie erstaunt Harry aussah, wenn man ihm einen Nachschlag anbot. Als habe man mit einer Portion Kartoffelbrei sein Leben verändert.
Und nach und nach würde Ron klar werden, dass ein kleines orangefarbenes Zimmer ein besserer Ort zum aufwachsen war, als ein Schrank, dass zu viele Geschwister und sogar eine verrückte Tante besser waren, als ein Leben in Isolation.
Und vor allen Dingen erkannte er, dass es jetzt etwas gab, das er mit Harry teilen konnte.
Auch wenn ihm das Geld für Süßigkeiten fehlte.
Er würde sein Zuhause mit diesem einsamen Jungen teilen, seine Familie, alles was er hatte.
„Ellie, hör bitte auf. Ich will nicht das du an Weihnachten arbeitest."
Hermione nahm der Hauselfe den Kartoffelschäler aus der Hand.
„Aber soll Ellie denn nicht mit Hermione und Master Ron feiern? Ellie kann doch nicht allein bleiben, Ellie will doch mit den Kindern Geschenke auspacken, und Kekse essen."
Ihre großen grauen Augen füllten sich mit Tränen.
„Aber natürlich sollst du bleiben, aber du kannst dir drüben mit den anderen die Weihnachtsmärchen anhören, und ich schäle mit Ginny die Kartoffeln."
Ellie sprang von ihrem Hocker und drückte sich freudig glucksend an Hermiones Knie.
So meine Lieben Freunde, ich lebe noch, und hier bin ich.
Heute nur ein paar Bruchstücke, die übrig waren, aber versprochen spätestens übermorgen gibt es ein richtiges ganzes Kapitel.
Ich hoffe euch gefällt das hier trotzdem, und ihr lasst mir einen kleinen Review da.
Ansonsten liebe Grüße
Die Alraune
