Nach einer halben Ewigkeit melde ich mich auch mal wieder..

Es tut mir wirklich leid, dass ich euch immer hängen lasse und ich möchte mich von ganzem Herzen für die total süßen und lieben Reviews, die Favo-Einträge und einfach bei allen Lesern bedanken! 3 Danke, Leute! 3

Ich hoffe, ihr nehmt mir das nicht allzu übel, dass ich solange nicht weitergeschrieben habe und deswegen halte ich mich jetzt kurz^^

Viel Vergnügen beim Lesen,

lg Marit

P.s. Vllt solltet ihr schonmal eure Taschentücher zücken ;)


Kapitel 25 – Ernste Gespräche

Langsam öffnete ich ein Auge, dann das andere und sah in fünf schockierte Gesichter.

„Was - Wer war das?" Edward spannte sich in unserer Umarmung immer mehr an und sah mir fest in die Augen. Ich versuchte dem Blick auszuweichen, aber es ging einfach nicht. Viel zu durchdringlich, er suchte nach Antworten in meinen Augen.

„Bella, was..? Wer. War. Das?", mischte sich Alice ein und endlich konnte ich meinen Blick von Edward lösen, um in ihre Richtung zu schauen, nur um noch so einen intensiven Blick zu finden.

„Ich- äh, ich...", fing ich an, nicht wirklich wissend, was ich ihnen sagen sollte. Ja – wer war das? Das war eine verdammt gute Frage. Wer war dieser Kerl, der mich ständig anrufte, der mich bedrohte, der nicht wollte, dass Edward und ich zusammen waren? Wer machte mein Leben zur Hölle, obwohl ich dachte, dass jetzt alles besser werden würde? Ja – wer?

Ich hatte keine Ahnung und blieb still. Es war hoffnungslos.

„Wie oft hat er schon angerufen?", hakte Rose. Sie sah mich besorgt an, wie alle anderen.

Ich kniff meine Augen zu, ich wollte nicht, dass sich die anderen Sorgen um mich machen mussten, ich würde das schon irgendwie alleine schaffen. Vielleicht.

Dennoch antwortete ich ihr, meine Stimme kaum mehr als ein Flüstern: „D-dreimal."

Hätte ich doch besser meine Klappe gehalten. Anstatt, dass mich jetzt wieder alle geschockt anguckten, redeten sie nun durcheinander, alle geschockt von der gerade erfahrenen Tatsache. Nur Edward blieb still.

Es dauerte ein paar Minuten, bis er aus seiner Starre erwacht war. „Wieso hast du nichts gesagt?", fragte er traurig. Es tat weh, ihn so zu sehen. Ich hatte nicht gedacht, dass ich jemanden verletzen könnte, wenn ich es nicht erzählte. Sie sollten sich nicht unnötig Sorgen machen, nicht wegen solch einem kleinen Dilemma.

„Ich weiß nicht", antwortete ich ehrlich, „ Ich wollte nicht, dass ihr euch deswegen aufregt und euch Sorgen um mich macht. Ich krieg das schon irgendwie –" Doch er ließ mich nicht ausprechen.

„Bella! Du kriegst das eben nicht alleine hin. Er oder sie hat schon dreimal – dreimal – angerufen. Was hast du gedacht zu unternehmen?" Na super. Er war jetzt auch noch wütend. Konnte dieser Tag eigentlich noch schlimmer werden? Aber hey! – Warum sollte ich das nicht alleine hinkriegen? Mir würde schon irgendwann irgendwas einfallen, so schwierig konnte das doch nicht sein.

Ich vergrub mein Gesicht in meinen Händen und seufzte. „Ich... hatte noch keine Zeit, zu überlegen", nuschelte ich. Edward, der mich immer noch umarmte, seufzte ebenfalls und nahm mit einem bestimmten aber sanften Handgriff meine Hände aus dem Gesicht, um mir wieder in die Augen zu gucken. Sein Grün war so intensiv, dass ich am liebsten wieder in ihnen versunken wäre, aber die Sorge stach immer noch hervor.

„Was genau will der, die, das eigentlich von dir?", fragte Emmett. Er sah so aus, als würde er den anonymen Anrufer am liebsten dem Erdboden gleich machen.

„Ich – er...er will, dass ich.. mich von Edward...fernhalte", stotterte ich. Und wie vorhin gab es ein Durcheinander. „Warum solltest du?", „Dieser Idiot!", „Was soll der Scheiß eigentlich" und „Tanya!" konnte ich mit Müh und Not gerade noch so verstehen, der Rest ging in ihrem Stimmengewirr unter.

Nur Edward blieb wieder still. So langsam machte ich mir echt Sorgen um ihn. Ihn schien es echt mitzunehmen, dass irgendsoein Idiot mich bedrohte. Es war schon süß, dass er sich um mich sorgte, aber auch völlig unnötig.

„Um womit droht er dir?", stellte Alice die entscheidende Frage.

„Das er euch und mir wehtun wird, wenn ich mich nicht an seine Bedingungen halte." Es war ein Wunder, aber die anderen schienen mich trotz das ich so leise gesprochen hatte, perfekt verstanden zu haben. Jetzt war es wieder still. Keiner sagte etwas.

„Wer sollte so etwas machen?", flüsterte Rose.

„Ich weiß es nicht", antwortete ich, bewusst, wie auswegslos die Situation schien.

„Und wenn sich einer einen schlechten Scherz erlaubt hat?", warf Emmett ein.

„Dann hätte er nicht dreimal angerufen." Alice kratzte sich an der Schläfe. „Das macht keinen Sinn, das macht absolut keinen Sinn", murmelte sie in einer Tour. Im nächsten Moment fiel sie mir schniefend um den Hals. „Oh Bella, das tut mir soo leid. Es ist schrecklich, es ist – "

Beruhigend strich ich ihr über den Kopf. „Du kannst da doch gar nichts für, mach dir keine Sorgen, das wird schon wieder." Ich wusste nicht genau, ob ich das nur zu ihr oder auch zu mir gesagt hatte.

„Okay. Wir müssen uns jetzt zusammenreißen und eine Lösung finden", rief Rosalie alle zur Vernunft. Sie hatte Recht. Jetzt hieß es, einen kühlen Kopf zu bewahren. „Wir müssen irgendwie herausfinden, wer dieser anonyme Kerl ist und ihm dann das Handwerk legen. Keiner legt sich ungestraft mit uns an!" Auch wenn es der Situation nicht ganz angepasst war, konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Ich hatte wirklich die besten Freunde in der Welt. Im gleichen Moment fühlte ich mich aber schuldig, weil ich es ihnen nicht gleich anvertraut hatte. Sie hätten es von Anfang an ernst genommen und ich hätte ihnen und auch mir selbst einige Sorgen abnehmen können. Deswegen durfte ich jetzt erst recht nicht zulassen, dass ihnen jemand etwas antat. Ich musste mir etwas einfallen lassen.

„Es war bestimmt Tanya!", meinte Emmett. „Als Rache für euer kleines grünes Spielchen." Oh ja, die grünen Haare als Rache dafür, dass sie mir versucht hatte Edward auszuspannen, hatte ich nicht vergessen. Es war echt eine lustige Aktion, aber würde sie wirklich zu solchen Mitteln greifen und würde sich auf ein so tiefes Nieveau begeben? Andererseits, wir reden hier von Tanya, ihr würde ich so ziemlich alles zu trauen. Dennoch hatte ich so ein Gefühl, dass nicht sie dahinter steckte, sondern jemand anderes, auf jeden Fall konnte sie so etwas nicht allein angestellt haben. Von Technik schien sie jedenfalls keine Ahnung zu haben, also musste sie Hilfe gehabt haben.

Ich erzählte den anderen von meinem Gefühl und sie sahen mich verständnisvoll an.

„Und was ist mit Jacob? Ich hab lang nichts mehr von dem Idioten gehört", mischte sich Jasper ein. Jake. Konnte er der anonyme Anrufer sein? Immerhin hatte er das nötige technische Verständnis und wollte Edward und mich getrennt sehen, aber..? Er war einmal mein bester Freund gewesen und er hatte sich auf dem Rummelplatz dafür entschuldigt, dass er mich geküsst hatte. Aber ich konnte ihm das nicht verzeihen und ehrlich gesagt, wollte ich jetzt auch nicht über ihn nachdenken.

„Hast du dir sonst noch irgendwelche Feinde gemacht?", feixte Emmett, bekam aber gleich einen Schlag auf den Hinterkopf von seiner allerliebsten Herzdame. „Das ist nicht witzig!", weiste Rose ihn zurecht. Dennoch sahen mich alle abwartend an.

„Nicht das ich wüsste, höchstens in meiner Zeit in Phoenix, aber das ist unwahrscheinlich", antwortete ich wahrheitsgemäß. Wieder war es ruhig.

„Und was machen wir jetzt?", fragte Jasper, der seine Alice fester in seine Arme schloss. Sie schien die ganze Situation fast sogar am meisten mitzunehmen, dies wiederum ließ mich noch schuldiger fühlen. Im Prinzip war ja auch alles meine Schuld.

„Können wir kurz reden", meldete sich Edward zu Wort. Er sah mir mit einem ernsten Blick in die Augen. In meinem Magen breitete sich ein beunruhigendes Gefühl aus. «Können wir reden?» War das nicht einer dieser Standartsätze, wenn man mit jemanden Schluss machen wollte. Es hieß auf jeden Fall nichts Gutes. Ich schluckte, nickte dann aber.

Er entließ mich aus seiner steifen Umarmung und stand nach mir auf. Alice sah mich fragend an, aber ich zuckte nur mit den Schultern. Ich wusste nicht, was er mir sagen wollte.

Schweigend gingen wir nebeneinander her. Ich hatte keine Ahnung wohin, aber anscheinend steuerte Edward den Park an. Dort angekommen, setzte er sich auf eine Bank. Ich setzte mich neben ihn. Diese Stille wurde so langsam richtig unangenehm, bis Edward sie durchbrach.

„Vertraust du mir, Bella?" Es war kaum mehr als ein Flüstern, aber ich hörte den Schmerz, die Trauer, die Wut und die Sorge heraus. Er sah mir tief in die Augen.

„Ja, ich – ja." Natürlich vertraute ich ihm.

„Liebst du mich?", hakte er weiter nach. Was zum –?

„Ja, Edward, natürlich liebe ich dich, was sollen diese Fragen?"

„Warum bist du damit nicht zu mir gekommen? Wenn du mich liebst, wenn du mir vertraust, warum hast du nicht gesagt, dass es dir nicht gut geht und du diese Anrufe kriegst?" Er wurde immer lauter und immer wütender, als er sprach. „Bella, ich liebe dich und ich will dir helfen, aber das funktioniert nicht, wenn du mir immer alles verheimlichst."

„Ich, es tut mir leid, ich –", aber mir viel nichts ein, viel zu geschockt von seinen Worten.

„Ist da sonst noch irgendwas, was ich wissen muss? Wann hat der Typ zum ersten Mal angerufen?"

„Gestern Abend. I-ich war gerade am lernen, als das Telefon geklingelt hat und –" Ich ließ den Rest des Satzes in der Luft hängen. Edward seufzte. Und wieder war es ruhig.

„Bella." Das klang nicht gut, ich spürte schon, wie sich die ersten Tränen in meinen Augen bildeten. „Lass mich dir helfen, lass UNS dir helfen. Bitte." Er sah mich eindringlich an. „Du brauchst nicht immer die Märtyrerin zu spielen und alles alleine überwältigen. Damit machst du dich erstens nur selbst kaputt und zweitens – hast du eigentlich auch mal an mich gedacht? Bella, ich liebe dich! Ich will dir nicht helfen, weil du es nicht selbst schaffen könntest, sondern weil ich will, dass WIR das zusammen schaffen, weil wir uns lieben, verstehst du? Ich weiß, dass du nicht willst, dass sich jemand um dich sorgt, dass du niemanden verletzen möchtest – und dafür liebe ich dich, aber das heißt nicht, dass du mit deinen Probleme und deinem Leid allein zu kämpfen hast. Bella, dafür bin ich da, um dir zu helfen, und Alice und die anderen genauso. Es geht hier auch nicht um Stolz oder deinen Dickkopf. Ich möchte dich einfach nicht verlieren, weil du immer alles in dich hineinfrisst. Damit tust du nicht nur dir weh, sondern auch mir und unseren Freunden. Ich liebe dich, also bitte – lass mich dir helfen!"

Jetzt ging gar nichts mehr. Schon nach den ersten Worten liefen bei mir die Tränen und jetzt lag ich schluchzend wie ein Häufchen Elend in Edwards Armen. Er hatte Recht. Bei allem, was er sagte, hatte er Recht. Es jetzt so genau vor meinen Augen zu sehen, dass ich jeden verletzt hatte und genau dies eigentlich verhindern wollte, tat weh. Die Ereignisse in den letzten Tagen und Wochen, Tanya, Jacob, die Trennung und Versöhnung mit Edward, Alice' und Jaspers Beziehungsstress, die anonymen Anrufe und die Drohungen und die Gespräche in den letzten Stunden – das alles war zuviel für mich. Der letzte Faden, an dem ich mich hielt war gerissen und nun weinte ich hemmungslos.

Es dauerte lange, bis ich mich wieder einigermaßen beruhigt hatte. Edward hielt mich fest in seinen Armen und wartete bis auch der letzte Schluchzer abebbte. Erst dann hob er mit einer Hand mein Kinn an, um mir die Tränenspuren aus dem Gesicht zu wischen. Statt eines wütenden Blicken, schaute er mir liebevoll in die Augen und strich mir eine Haarstähne aus dem Gesicht. Womit hatte ich nur so eine liebevolle, ehrliche, aufrichtige Person verdient?

Wir sahen uns für eine halbe Ewigkeit in die Augen, bis ich meinen Blick abwandte und nach unten auf sein Hemd guckte. Doch was ich dort sah, schockierte mich. Durch meine ganzen Tränen sah sein Hemd schrecklich aus.

„Was ist?", fragte Edward alamiert, als er meine geweiteten Augen sah.

„D-dein Hemd. Ich.. ich habs total versaut..", stotterte ich. Doch mit Edward Reaktion darauf hatte ich überhaupt nicht gerechnet.

Er lachte. Er schmiss seinen Kopf nach hinten und lachte. Einfach so und er schien sich auch nicht mehr so schnell einzukriegen.

Als er sich nach ein paar Minuten wieder gefasst hatte, nahm er mein Gesicht in beide Hände und sah mich liebevoll aber immer noch amüsiert an und küsste mich. Es war ein berauschendes Gefühl. „Oh ich liebe dich, meine Bella!" Und wieder lagen seine Lippen auf meinen. Edward lachte immer noch vor sich hin, während ich mich in seine Arme schmiegte. „Ehrlich, Liebste, bei allem, was in den letzten Tagen passiert ist und vor allem heute, da machst du dir Sorgen um mein Hemd?" Jetzt sah ich auch, warum er sich so herzhaft amüsierte. Es war einfach nur absurd und ließ mich in sein Lachen miteinsteigen.


Und? Was sagt ihr? Wer ist der "anonyme Anrufer"?

Ich verspreche euch, es geht bald weiter ;)