Kapitel 36 - Die Hochzeit, Teil 1

Draco stand inmitten des ganzen Trubels und für einen Moment war er erstaunt. Er hatte einige dieser Menschen gestern zum ersten Mal getroffen und der Rest kannte ihn kaum. Dennoch machten sie sich hier und jetzt für seine Hochzeit bereit. Komisch, aber auf eine nette Art. Percy kam zu Draco und fragte: „Musst du dich nicht auf deine Hochzeit vorbereiten?" Das brachte ihn aus seinen Grübeleien und er rannte die Stufen hinauf zu seinem Zimmer.

Inzwischen machte Hermine in Ginnys altem Zimmer die letzten Änderungen an ihrem Kleid. Ginny hatte sich selbst etwas gezaubert und half nun Hermine.

„Du brauchst noch etwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes und etwas Blaues", sagte Ginny.

„Das ist nicht nötig, oder?", fragte Hermine ein wenig unsicher.

„Doch, das ist nötig! Also hier ist etwas, was du dir borgen kannst." Ginny ging hinüber zu ihrer alten Kommode und öffnete die oberste Schublade. Darin war ein kleines, schwarzes Kästchen. Ginny öffnete es und gab Hermine eine mit Edelsteinen besetzte Haarspange. Sie sah sehr alt aus. „Die hat meiner Großtante Muriel gehört", sagte Ginny. „Sie hat sie mir geborgt, als ich geheiratet habe und ich habe sie nie zurückgegeben." Sie gluckste.

„Sie ist sehr schön", sagte Hermine. Sie legte die Spange neben ihr Kleid auf das Bett. Sie hielt ihren Arm hoch und sagte: „Mein Armband, das Draco mir gegeben hat, kann das Alte sein."

„Okay, lass uns etwas Neues und etwas Blaues finden", sagte Ginny. Sie keuchte auf und sagte: „Ich habe etwas Blaues, bleib hier!" Sie rannte aus dem Zimmer, gerade als Draco vorbeirannte. Er schaute zu der Tür, die Ginny offen gelassen hatte und sah, dass Hermine vor dem Bett stand und Tief in Gedanken war. Er klopfte an der Tür. Sie wirbelte schnell herum, dann rannte sie zur Tür und schloss sie, bis auf einen Spalt breit.

„Du hättest mein Kleid sehen können!", rief sie.

„Das hätte ich, aber ich habe es nicht", erwiderte er. „Wie läuft alles? Du hast es dir nicht anders überlegt, oder?"

„Nein, das habe ich nicht. Mir gefällt das alles hier, so schnell und übereilt. Ich blühe förmlich deswegen auf. Das macht es alles realer. Du hast es dir nicht anders überlegt, oder?", fragte sie.

„Niemals."

„Bereust du es, dass deine Eltern nicht da sind?", fragte sie.

„Niemals." Er sagte ihr nicht die Wahrheit.

„Okay, ich wollte nur sichergehen. Ich frage mich, was meine Eltern denken. Harry hat gesagt, er hat ihnen alles erklärt. Ich weiß, dass sie meinem Urteil vertrauen, aber das muss ihnen ein wenig verrückt erscheinen. Oh, egal", zuckte sie mit den Schultern. Sie begann die Tür zu schließen, doch er legte seine Hand auf die glatte Oberfläche und stoppte sie.

„Bekomme ich einen Hochzeitstagskuss?", fragte er.

„Wenn der Offizielle verkündet, dass wir Mann und Frau sind, wirst du deinen Kuss erhalten", erwiderte sie. Er runzelte die Stirn und schnaufte. Mit allzu übertriebenem Abscheu ging er hinüber zu seinem Zimmer. Sie wartete, bis er die Tür geschlossen hatte. Sie sah dabei zu, wie George an ihr vorbeirannte und dann überquerte sie den Flur und ging zu Dracos Zimmer. Sie klopfte an seiner Tür.

„Ja?", sagte er und öffnete die Tür, als habe er sie erwartet.

„Ich habe entschieden, dass ich dich jetzt küssen möchte", sagte sie.

„Hermine, wird so unsere gesamte Ehe sein? Wenn ich etwas möchte, bekomme ich es nicht und wenn du etwas möchtest, wird es geschehen?", fragte er.

„Im Grunde, ja", antwortete sie.

„Ich wollte es nur wissen." Er schnappte sich ihren Arm und zog sie in sein Zimmer. Als er die Tür geschlossen hatte, zog er sie fest an seinen Körper und schlang seine Arme um sie. Sein Mund legte sich zu einem kräftigen, verlangenden Kuss auf ihren Mund, der bewirkt hätte, dass sie ihr die Haare gekräuselt hätten, wenn die Natur dies nicht schon erledigt hätte. Draco öffnete ihren weichen Mund unter seinem und verschlang ihre Zunge mit seiner. Seine rechte Hand kam zu ihrem Gesicht, als sie ihren Kopf zur Seite lehnte und den Kuss vertiefte. Er begann mit seinem Mund an ihren Lippen zu saugen und leckte über sie, bevor er ein weiteres Mal mit seiner Zunge eindrang.

Er ließ ihr Gesicht los und ließ seine linke Hand ihre Hüfte hinunterfahren, um ihre Po zu umfassen, während seine rechte Hand sich auf ihr Bein legte und es leicht hochzog, so dass es auf seiner Hüfte zu liegen kam. Gott, er konnte ihr nicht nahe genug sein.

Er machte die zwei Schritte, die nötig waren, um auf das Bett fallen zu können. Er wusste, dass sie keine andere Wahl hatte, als mit ihm zu fallen. Sie blieb auf ihm liegen und ihre Brüste drückten sich fest gegen seine Brust. Seine Hände strichen über ihren Rücken. Sie zog ihren Kopf hoch, schaute ihn schnell an und ließ sich dann wieder in seine Umarmung sinken. Sie begann seinen Nacken zu küssen, während ihre Hände unter sein T-Shirt fuhren. Er küsste ihre Nacken und ihr Schlüsselbein und fragte dann: „Warum kannst du meine Brust anfassen, aber ich darf deine nicht anfassen?"

Er drehte sich zur Seite und zog sie mit sich. Er zog den Träger ihres Sommerkleides soweit hinunter, wie er konnte und legte den oberen Teil ihrer Brust frei. Er küsste ihre Nacken und dann ihre Brust. Seine Hand blieb auf dem Stoff ihres Kleides und sein Daumen bewegte sich hin und her unter dem Saum. Er küsste ihr Dekolleté und leckte dann mit seiner Zunge hinauf zu ihrem Kinn. Er knabberte an ihrer empfindlichen Haut hinter ihrem Ohr. Seine Hand blieb auf ihrer Brust, immer noch auf dem Stoff, und seine Beine hielte sie unter ihm fest.

Er schaute sie an und sagte: „Normalerweise ist jetzt die Stelle, an der uns ein Klopfen an der Tür unterbricht, also sollte ich vielleicht aufhören."

„Vielleicht", erwiderte sie atemlos, unter ihm. Er atmete ebenfalls schwer und er war hart. Er senkte seinen Kopf und schaute ihr nicht mehr in die Augen. Er versuchte die Kontrolle zu finden, um sie gehen zu lassen, aber er hatte Angst, er würde den Kampf verlieren. Wo war das verdammte Klopfen an der Tür, wenn man es brauchte? Er legte seine Stirn gegen ihre und küsste sie einmal mehr, dann rollte er sich von ihr runter. Er setzte sich auf die Seite des Bettes.

Sie blieb für einen Moment auf ihrem Rücken liegen und konnte dadurch seinen Gesichtsausdruck nicht sehen. Sie fuhr flink mit ihrer Hand wieder unter sein Shirt und konnte spüren, wie er erschauderte. Sie wusste, dass es auf eine gute Art war, also erwähnte sie es nicht. Sie zog ihren Träger wieder hoch und setzte sich neben ihn. Sie saßen nebeneinander auf dem Bett, als es an der Tür klopfte.

„Sie sind zu spät", sagte Draco. Hermine lachte. Sie stand auf und öffnete die Tür. Von all den möglichen Leuten, die hätten Klopfen können, war es ausgerechnet ihr Vater.

„Mir wurde gesagt, dass ich deinen zukünftigen Ehemann hier finden würde. Darf ich mit ihm reden?", fragte Dr. Granger.

Hermines Augen wurden vor Schreck groß. Sie sah zu Draco, der nun neben ihr stand. „Es wird nur eine Minute dauern, Hermine", sagte er. Er schob sie praktisch aus dem Zimmer in den Flur und schloss die Tür.

Sie stand draußen, bereit zu protestieren, doch stattdessen drehte sie sich um und ging zu ihrem Zimmer. Sie wusste, dass ihr Vater das Recht hatte, mit dem Mann zu reden, den sie nach nur 24 Stunden des Werbens heiraten wollte. Sie trat in ihr Zimmer und fand dort ihre Mutter, die ihr Kleid inspizierte.

„Das ist wunderschön, Darling", sagte ihre Mutter.

„Danke", sagte Hermine zögerlich. Sie erkannte, dass das ein Überfall war. Ihr Vater sprach mit Draco, ihre Mutter mit ihr. Okay, dachte sie, lass das Schimpfen beginnen.

„Ginny hat gesagt, dass du immer noch etwas Blaues und etwas Neues brauchst. Ich habe etwas Neues", sagte sie. Hermine war neugierig, aber auch vorsichtig, denn sicher hatte ihre Mutter mehr zu dieser merkwürdigen Hochzeit zu sagen, als das.

Ihre Mutter hielt ihr ein Lesezeichen hin. Hermine war geschockt. Ein Lesezeichen? Ihre Mutter lächelte, als sie den perplexen Ausdruck auf Hermines Gesicht sah. „Ich weiß, dass das komisch ist, aber ich habe es gestern für dich gekauft und als dieser nette Mann kam und uns erzählt hat, dass er uns hier her bringt, zu deiner Hochzeit", ihre Mutter betonte die letzten beiden Worte, „also, ich habe mir gedacht ‚ich habe etwas Neues für sie, selbst wenn ich bei der Hochzeit nicht auf andere Art helfen kann'.

„Oh, Mum, es tut mir leid", sagte Hermine und warf ihre Arme um ihre Mutter. „Ich habe euch das Recht genommen, die Hochzeit eurer Tochter zu organisieren."

„Mein Gott, Hermine, du musst doch wissen, dass das nicht wichtig ist", sagte ihre Mutter und strich ihrer Tochter über die Wange. „Was wichtig ist ist, dass du verliebt bist und ich kann sehen, dass du das bist. Du siehst nach nur einem Tag mit diesem Mann glücklicher aus, als all die Tage, die du mit Ron zusammen gewesen bist. Mach dir um so was an deinem Hochzeitstag keine Gedanken. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich zuerst dachte, dass es ein wenig zu früh nach Rons Heirat ist."

Ihre Mutter führte sie zum Bett und legte das Kleid beiseite. Sie setzte sich und zog Hermine neben sich. Hermine spielte für einen Augenblick mit dem Lesezeichen, bevor sie zu ihrer Mutter sah. „Du weißt, dass ich deinen Vater zum ersten Mal auf einer Silvesterparty kennengelernt habe. Wir waren dort mit anderen Leuten und hatten uns noch nie getroffen. Er war der hübscheste Mann, den ich je gesehen hatte. Ich habe meiner besten Freundin in dieser Nacht gesagt, dass ich diesen Mann eines Tages heiraten werde. Sie hat gelacht und mich gefragt, warum, und ich habe gesagt: ‚Er sieht so gut aus. Ich werde wunderschöne Kinder haben'. Sie hat über meine Oberflächlichkeit gelacht, aber ich habe jedes Wort so gemeint." Sie hörte für einen Moment auf zu reden, um Hermines Hand zu nehmen. „Ich hatte auch recht", fügte sie hinzu.

„Wir sind dann zwei Tage später auf unserem ersten gemeinsamen Date gewesen. Offensichtlich hatte er mich auch bemerkt. Du kennst den Rest der Geschichte. Wir haben uns am Valentinstag verlobt und am 17. März geheiratet. Alle haben gedacht, dass unsere Beziehung überstürzt sei, wenn wir nur drei Monate nachdem wir uns getroffen haben heiraten, aber es hat sich richtig angefühlt. Ich weiß, dass 24 Stunden des Werbens überstürzt sind, aber ich hätte deinen Vater auch nach 24 Stunden geheiratet. Ich schätze, was ich zu sagen versuche ist, dass ich zustimme, also entspann dich und sei glücklich." Ihre Mutter lehnte sich hinüber und küsste die Wange ihrer Tochter. Dann stand sie auf. „Ich muss Misses Weasley helfen gehen. Du solltest dich jetzt anziehen. Dein Vater wird vor der Zeremonie zu dir kommen."

Hermine saß erstaunt da. Ihre Eltern akzeptierten das hier? Das brachte sie den Tränen so nah, dass sie sich beinahe nicht mehr zusammenreißen konnte.

In Dracos Zimmer hatte Dr. Granger praktisch dieselbe Geschichte erzählt. Dann sagte er: „Zauberer oder nicht, ich werde dir persönlich wehtun, wenn du meine Tochter verletzt." Er schüttelte Dracos Hand und ging aus dem Zimmer. Er ging wieder hinunter. Draco begann sich anzuziehen, doch plötzlich wurde er von der Reue aufgehalten, die er spürte. Er wollte seine Eltern auch hier haben. Hatte er die Zeit sie zu holen? Würden sie überhaupt kommen? Er musste es versuchen. Er hörte auf, sich umzuziehen und öffnete die Tür. Er würde der ersten Person die er traf sagen, dass er gleich zurück sein würde. Die erste Person, die er sah, war Baby Victoire, die den Flur entlang kam. Ihre Mutter kam hinter ihr her gerannt.

„Fleur, könntest du mir einen Gefallen tun?", fragte Draco, als die Frau ihre Tochter in ihre Arme hob.

„Alles, was du willst", erwiderte sie mit einem Lächeln.

„Kannst du allen sagen, dass ich für einen Moment fort bin, um meinen Eltern von der Hochzeit zu erzählen? Ich bezweifle, dass es einen Unterschied machen wird und sie werden wahrscheinlich nicht kommen, aber ich muss es ihnen sagen", sagte Draco.

„Natürlich", erwiderte sie.

Draco disapparierte. Hermine stand im Türrahmen zu ihrem Zimmer und hatte die ganze Unterhaltung gehört. Es machte sie glücklich, dass er es seinen Eltern erzählte und sie war ein wenig optimistisch, hatte aber auch leicht Angst. Sie hoffte, dass er nicht zu aufgeregt wäre, wenn das Ergebnis weniger positiv war. Sie drehte sich um und mit Ginnys Rückkehr in ihr Zimmer mit etwas Blauem, begann sie sich für die Hochzeit vorzubereiten.